Heute ist einer dieser Tage, an dem ich mit offenen Ohren durch die Welt gehe und versuche, meinen Horizont in jeder erdenklichen Art und Weise zu erweitern. Besonders in mathematischer Hinsicht. Denn der heutige Mittwoch ist der Tag vor der letzten Mathematikklausur meines Schülerdaseins, und freilich dreht sich heute alles nur um das Eine: Signifikanzniveaus, Bernoulliketten, die Köpfe rauchen, die Schädel brummen, die Taschenrechner qualmen. Der ganz normale Wahnsinn.

In Ausnahmesituationen wie diesen darf man dem Oberstufenschüler sogar den Verlust sozialer Grundkompetenzen verzeihen. Mein Telefon läutete heute sage und schreibe acht Mal - fünf Mal wurde ich weder begrüßt noch nach meinem Befinden gefragt.
“Dani, hassu Seite neunundneunzig Aufgabe sechs??”.
Na ja, was heißt “haben”? Mir wurde eine Lösung ans Herz gelegt, ich suche aber immer noch nach dem Weg dorthin. Denn der Weg ist ja bekanntlich das Ziel. Eine gute Freundin hatte sich heute auch gemeldet, jedoch gewohnt höflich und zeitgleich philosophischer denn je. “Diese Zahlen machen mich seelisch fertig..”. Doch sind es gerade die Zahlen, von denen die Mathematik lebt. Ob man sich damit anfreunden kann, liegt an uns selbst. Aber selbst Goethes Faust war gar nicht so anders. Denn er hatte auch studiert mit heißem Bemühen. Und am Ende stand er da. Und zwar genau so schlau als wie zuvor.











