Dienstag, 19. April 2011, 09.17 Uhr

42 Stunden Prag intensiv

Marlene Kost

Marlene Kost in den Rubriken Leben und Lieben

Das vergangene Wochenende verbrachte ich, wie bereits gesagt, in Prag. Am Freitag um 9 ging es los, mit dem Zug über Regensburg ging es ganz schnell und wir (4 Mädels) waren nachmittags um 3 am Prager Hauptbahnhof, der übrigens Praha Hlavni nadrazi oder so heißt ;) Von da aus liefen wir zum Hotel, das recht zentral im Bezirk Zizkov lag. Gepäck ins Zimmer und raus in die Stadt, zum Altstädter Ring. Wir ließen den Ostermarkt dort und die Abendluft auf uns wirken. Spontan machten wir bei einer Ghost-Tour mit, die uns durch die kleinen Gassen des mittelalterlichen Prags führte. Die von der Geisterführerin empfohlene Bar suchten wir danach allerdings vergeblich. Auf dem Rückweg kauften wir zur Stärkung noch Kekse in einen etwas zwielichtigen Supermarkt ein, der allerlei Interessantes zu entdecken bot.

Der nächste Tag war der einzige Tag, den wir ganz in Prag verbrachten, also stand uns ein dichtes Programm bevor. Erst besichtigten wir eine schöne barocke Kirche, dann nahmen wir uns die Burg vor mit der gotischen Kathedrale und dem Goldenen Gässchen, das leider aufgrund von Renovierungsarbeiten geschlossen war. Naja, da kann man nichts machen, dachten wir und sahen das als Grund, auf jeden Fall noch mal dorthin zu fahren. Über die berühmte Karlsbrücke schlenderten wir in Richtung Altstadt.

Auf der Karlsbrücke

Die astronomische Uhr, die eines der Highlights in Prag ist und deren „Action“ zur vollen Stunde an das Rathaus in München erinnert, war auch wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb. Wieder Pech gehabt, aber wenigstens konnte man den Uhrenturm besteigen. Das wollten wir allerdings erst am Abend machen und gingen stattdessen in Richtung Judenviertel, um die Synagoge und den Friedhof anzuschauen. Noch einmal hatten wir Pech, denn es war Samstag, also der jüdische Feiertag in der Woche und natürlich konnte man weder Synagoge noch Friedhof besichtigen. Dann musste also der Blick durch den schmiedeeisernen Zaun genügen. Unser gemütlicher Spaziergang durch die Gassen des Judenviertels führte uns zur Moldau. An der Uferpromenade wurde eine einstündige Schifffahrt angeboten – genau das, was uns noch gefehlt hatte! Danach machten wir uns auf dem Weg zurück zum Uhrenturm, den wir noch bestiegen und so einen fabelhaften Sonnenuntergang hinter der Burg genießen konnten.

Sonnenuntergang

Auf dem Ostermarkt ließen wir uns die Trdelnik, ein Hefegebäck mit Zucker, schmecken. Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel stürzten wir uns dann ins Prager Nachtleben mit seinen Kneipen und Bars, Europas größter Disko, Europas größtem Stripclub und vielem mehr.

Der Sonntag war eher kurz, nach eiligem Frühstück und hastigem Packen fuhren wir zum Bahnhof und setzten uns in den Zug. Dort schliefen wir erst mal, bis wir von lauten Stimmen aus dem Nachbarabteil geweckt wurden. Drei Jugendliche stritten sich darum, wer nun das in Prag gekaufte Gras schmuggeln soll, und zwar so laut, dass sie froh sein konnten, unbehelligt aus dem Zug steigen zu können. Wer die heiße Ware schließlich an sich nahm, haben wir allerdings nicht erfahren.

Was für ein Wochenende, Prag intensiv in nur 42 Stunden, kurz und doch so viel erlebt – so soll es sein! Fazit: Prag ist eine sehr internationale Stadt und für jeden Spaß zu haben!! =)