Freitag, 19. August 2011, 15.34 Uhr

Im Gespräch mit Benedict Mirow

Daniel Timm

Daniel Timm in den Rubriken Leben und Lernen

Klack. Die Tür zum wunderbaren Altbaustudio, das wir gerade betreten, fällt hinter uns leise ins Schloss. Hier, im Herzen Münchens, ist die NIGHTFROG GmbH zu Hause, ein Medienunternehmen, dessen Produktionsspektrum vom engagierten Dokumentarfilm bis hin zu aufwendigen Spielfilmproduktionen reicht. Zusammen mit Ruth treffe ich heute Benedict Mirow, Director, Producer und Gründer ebendiesen Unternehmens, zu einem lockeren Gespräch.

Ich habe es mir mittlerweile auf der schwarzen Couch gemütlich gemacht. Man merkt, dass hier kreative Köpfe schalten und walten. Kann man das lernen? "Na ja, das ist schwer.", sagt Benedict Mirow. "In der Medienbranche, besonders bei Filmproduktionen, dreht sich alles um Erfahrung und Referenzen.". Demnach sei es relativ unbedeutend, was und wo man gelernt und studiert hat, man muss durch seine Kunst und Arbeit überzeugen können.  Eine solide, technisch-formelle Ausbildung ist natürlich von Vorteil, letzten Endes zählt aber einzig und allein das Auge für den Film, um den Zuschauer, der der wohl schärfste Kritiker ist, begeistern zu können.

Lebenserfahrung von größter Bedeutung

Gerade in Positionen wie denen der Autoren gilt es aber auch, eine Menge anderer Qualifikationen mitzubringen. Um Geschichten zu kreieren und ganze Welten zu erschaffen ist es deshalb unverzichtbar, auf eine gewisse Lebenserfahrung zurückgreifen zu können. "Ihr seid sowieso alle noch jung genug.", sagt Benedict Mirow. Ein freiwilliges soziales Jahr, ein Auslandssemester und das Reisen generell sei hundertmal wertvoller, als möglichst schnell ein Studium abzuschließen und in die Berufswelt einsteigen zu können, denn "das kommt eh noch früh genug.".

Anders, als für den Autor, gestaltet sich die Situation beispielsweise für den  Cutter, für den das Gespür für Form, Rhythmus und Dramaturgie des Filmes einen viel höheren Stellenwert einnimmt. Die rein technischen Fähigkeiten am Computer geraten dabei immer mehr in den Hintergrund, denn unsere junge Generation besticht durch eine viel größere Kompetenz am Computer, als es die ältere je werden wird. "Jeder hat schon einmal am Computer irgendein Handyvideo zusammengeschnitten, das ist kein Problem mehr, das kennt man.". Die Herausforderung besteht also darin, eine Kunst daraus zu machen. Früh anfangen, immer weitermachen, nie aufhören, Perfektion suchen. "Durch die immer weiter voranschreitende Technologisierung steigen natürlich auch die Anforderungen an die Mitarbeiter", gibt Benedict zu. "Eine Spezialisierung auf eine gewisse Tätigkeit fällt immer schwerer, der Allrounder wird gesucht.".

Das lässt sich auf so ziemlich alle Berufsfelder übertragen. Und egal, welchen Beruf man ergreifen möchte, das Streben geht weiter. Das Streben nach Erfolg und Zufriedenheit. "Das hört nie auf!", meint Benedict Mirow. "Auch wenn wir tatsächlich schon eine ganze Menge erreicht haben, es gibt immer noch so viel mehr Filme und Ideen, die wir realisieren möchten und so vieles, das wir verbessern können! Alles andere wäre ja langweilig.. oder?"

Weitere Infos zu NIGHTFROG, dem Team und den Projekten unter www.nightfrog.com.

2 Kommentare

  1. avatar Florian Steyer sagt:

    klingt wirklich nach einem sehr interessantem Gespräch und neuen spannenden Eindrücken. Schade - Ich wäre auch gerne dabei gewesen

  2. avatar Julius Mayer sagt:

    Ich auch!