Solange der Drehort des neuen Frankentatort noch nicht bekannt ist, wollen wir mit Euch zusammen die Region mal genauer unter die Lupe nehmen: Wo gibt es besonders schöne oder interessante Fleckchen? Was spricht gegen eine bestimmte Stadt? Wir fangen an mit Nürnberg und Fürth, und das hattet Ihr dazu zu sagen:
Thomas: “Weil es dort tolle Kulissen wie die Burg oder die Lochgefängnisse oder den alten jüdischen Friedhof gibt.” Melanie ist ebenfalls dafür: “Ich fände die Felsengänge oder Lochgefängnisse gut!” Und noch eine dritte Stimme für die Lochgefängnisse kommt von Philipp. Also fangen wir genau damit an.
Die Nürnberger Burg ist das Wahrzeichen der Stadt. Sie setzt sich zusammen aus Kaiserburg und Burggrafenburg. Zu den ältesten noch erhaltenen Teilen der Burg gehört die Doppelkapelle, die um 1200 errichtet wurde. Es wurden aber Grundmauern gefunden, die noch gut 200 Jahre älter sind. Martin hätte gerne einen “Leichenfund im tiefen Brunnen“, und der befindet sich auch hier auf der Burg. Er ist über 50 Meter tief und wahrscheinlich so alt wie die Burg selbst.
Die Lochgefängnisse befinden sich im Keller des alten Rathauses. Hier warteten Häftlinge im Mittelalter auf ihr Urteil und dessen Vollstreckung. Sie harrten in der Dunkelheit aus, in winzigen Zellen angebunden. Für ihre Versorgung mussten sie selber sorgen – der Lochwirt brachte das Essen. Auch eine Folterkammer gibt es hier unten.
Die Felsengänge sind ein Labyrinth unter der Stadt, in den Sandstein gehauen vor mehreren hundert Jahren. 1380 wurden sie erstmals erwähnt. Dort unten reift unter anderem das traditionelle Rotbier. Auf dem alten jüdischen Friedhof wurden von 1864 bis 1922 Menschen bestattet. Er ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Weiter zu den Tipps unserer Leser. Franz schreibt: “Die Fürther Altstadt und die Südstadt mit den klassischen Fassaden. Der Nürnberger Hafen, der gigantische Rangierbahnhof, die Hinterlassenschaften von AEG, Quelle und Co. oder das ländliche Knoblauchsland mit Bauernhöfen nördlich der City ist einzigartig. Die Kneipenszene und das Rotlichtmilieu in Nürnberg ist einmalig und verrucht.”
Im Nürnberger Hafen werden pro Jahr über 15 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen. Der Hafen liegt am Main-Donau-Kanal und verbindet die Stadt somit mit den internationalen Wasserstraßen. Der Rangierbahnhof wurde 1903 eröffnet. Das Knoblauchsland liegt zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen – traditionell geht’s hier seit vielen Jahrhunderten um die kleine Knolle.
Joe: “Nürnberg, das nicht zuletzt den Dreh in U-Bahnen, einem anständigen Binnenhafen, einem würdigen Messegelände oder dem Flughafen erlaubt. Dazu zwei bekannte Fussballvereine für einen Mord beim Derby und auch eine Eishockeyleiche wäre drin.”
Johannes: “Mit Nürnberg könnte man auch viele gesellschaftliche Themen durchleuchten. Ausländerproblematik, Homosexualität, Großstadtproblematik. Außerdem mit U-Bahn, Burg, Flughafen, Frankenstadion bzw. Dutzendteichgelände.”
Das Dutzendteichgelände wurde im 14. Jahrhundert errichtet, indem man mehrere Bäche zu kleinen Seen aufstaute. Es war schnell ein beliebtes Ausflugsziel. 1906 wurde hier die bayerische Landesausstellung aufgebaut – und dann bauten die Nationalsozialisten hier ihr Reichsparteitagsgelände.
Maria: “In der guten Tradition des Tatorts bietet die Großstadt interessante Schauplätze, wie alte Gemäuer, Nazirelikte, unterirdische Gefängnisse, Großstadtmoloch, Krankenhäuser, Planetarium etc. Da gehen den Drehbuchautoren nicht schon nach vier Folgen die Ideen aus.”
Thomas: “Die Vielfalt an typischen Schauplätzen ist gewaltig, beginnend in der historischen Altstadt über das Reichsparteitagsgelände zur mordernen, großstädisch geprägten Industriekultur ist alles vorhanden.”
Charlotte sagt: “Pro Nürnberg: Altstadt, Randbezirke wie Langwasser und alte Nazi-Bauten, die ebenfalls gut als Kulisse dienen können. Viel Geschichte und viel Tradition. Was spricht dagegen: Nürnberg ist kaum mehr Franken, viele ‘Zugreiste’, viele Touristen. Aber vielleicht kann man gerade das gut im Tatort verarbeiten. Ich sag nur ‘Mord auf’m Christkindlmarkt‘.”
Tja, der gute alte Christkindlesmarkt. Er ist einer der ältesten in ganz Deutschland, bis ins 16. Jahrhundert reicht die Geschichte zurück.
Und schon sind wir bei den Contrastimmen. Michael will nicht, dass sich so viel auf Nürnberg konzentriert. Er schreibt: “Franken besteht auch aus anderen Städten, und der BR soll sich auch mal trauen, einen ländlichen Tatort zu drehen.” Auch Frankenpilz ist dafür: “Bitte nicht schon wieder eine Grosstadt und nicht schon wieder ein nach Franken versetzter fremder Psycho-Kommissar.” Ähnliche Ansichten hat Philipp: Nürnberg sei “zu urban, deswegen nicht unterscheidbar vom Rest der deutschen Städte.” Auch Susi ist gegen Nürnberg: “Die Mittelfranken sind als Franken in Bayern schon überrepräsentiert. Die Menschen meinen die Franken sprechen alle wie ‘Närmbärcher.’”
Was meint Ihr? Was spricht für oder gegen Nürnberg? Schreibt in die Kommentarfunktion, wir freuen uns auf Eure Meinungen.