Euer Plädoyer für (und gegen): Würzburg

(c) Congress-Tourismus-Wirtschaft Würzburg, Fotograf: A. BestleNach unserem ersten Teil in dieser kleinen Reihe knöpfen wir uns nun also die Region Mainfranken/Würzburg vor. Würzburg kennt allein schon jeder, der mal mit dem ICE von München oder Nürnberg in Richtung Norden gegondelt ist – da sieht man sogar vom Zug aus die schönen Weinberge. Was noch? Sechstgrößte Stadt Bayerns, fast 125.000 Einwohner, die Residenz wurde ab 1719 erbaut, Bombenangriff am 16. März 1945 zerstört 90% der Innenstadt, SPD-Bürgermeister seit 2008 – aber Moment, wir wollen ja wissen, was IHR zu Würzburg zu sagen habt. Bitteschön:

Michael war der Erste, der dazu geschrieben hat: “Ich bin eindeutig für Mainfranken! Die sehenswerte Stadt Würzburg am Main und ihre Umgebung bieten wunderschöne Drehorte.” Und auch der Frankenpilz kommentierte: “Ganz richtig, ich bin auch für Mainfranken/Würzburg. Bitte nicht schon wieder eine Grosstadt und nicht schon wieder ein nach Franken versetzter fremder Psycho-Kommissar. Ich wünsche mir eine(n) gemütliche(n) Kommissar(in), der einen Frankenwein schätzt und aus der Gegend kommt.”

(c) Congress-Tourismus-Wirtschaft Würzburg, Fotograf: A. BestleSusanne machte gleich Nägel mit Köpfen und lieferte fertige Handlungsideen: “DIE WACHSLEICHE oder DIE LEICHE IM WACHS könnte z. B. der Name für einen Würzburg-Tatort sein. Ideal als Drehort wären die düsteren, seit dem Wiederaufbau nach dem Krieg unveränderten Räumlichkeiten der Fa. Wachs Schenk. Dort wird auch heute noch mit den über hundert Jahre alten Maschinen gearbeitet und mit einen historischen Posthorn “Alarm” geblasen, wenn ein Kerzenzug reisst. In dem grossen Kessel mit dem kochenden Wachs könnte man eine Leiche finden. Desweiteren könnte am “Alten Kranen” (siehe Bild) am Mainkai jemand erhängt werden. Interessante Drehorte lassen sich auch in den unzähligen Gewölben der Festung Marienberg finden, oder in den großen Kellern der Hofkellerei mit den riesigen Weinfässern. Vielleicht könnte auch der Domschatz gestohlen und der Bischof entführt werden. Oder in einen historischen Gebäude (Falkenhaus, altes Rathaus, alte Mainbrücke usw. ) wird ein Eingemauerter gefunden. Wie man sieht, gäbe es in Würzburg unzählige Möglichkeiten, einen Tatort zu drehen.”

Aber es gab ebenso Stimmen, die gegen Würzburg waren. Zum Beispiel Majin. Sie schreibt: “Würzburg ist – mal abgesehen von den Höhepunkten (Residenz etc) – ja mal kein optisches Highlight”. Was meint Ihr? Würzburg oder nicht Würzburg? Schreibt Eure Meinung in die Kommentarfunktion!

 

Euer Plädoyer für (und gegen): Nürnberg

Solange der Drehort des neuen Frankentatort noch nicht bekannt ist, wollen wir mit Euch zusammen die Region mal genauer unter die Lupe nehmen: Wo gibt es besonders schöne oder interessante Fleckchen? Was spricht gegen eine bestimmte Stadt? Wir fangen an mit Nürnberg und Fürth, und das hattet Ihr dazu zu sagen:

Kaiserburg Nürnberg | Foto: Uwe Niklas / www.uwe-niklas.comThomas: “Weil es dort tolle Kulissen wie die Burg oder die Lochgefängnisse oder den alten jüdischen Friedhof gibt.” Melanie ist ebenfalls dafür: “Ich fände die Felsengänge oder Lochgefängnisse gut!” Und noch eine dritte Stimme für die Lochgefängnisse kommt von Philipp. Also fangen wir genau damit an.

Die Nürnberger Burg ist das Wahrzeichen der Stadt. Sie setzt sich zusammen aus Kaiserburg und Burggrafenburg. Zu den ältesten noch erhaltenen Teilen der Burg gehört die Doppelkapelle, die um 1200 errichtet wurde. Es wurden aber Grundmauern gefunden, die noch gut 200 Jahre älter sind. Martin hätte gerne einen “Leichenfund im tiefen Brunnen“, und der befindet sich auch hier auf der Burg. Er ist über 50 Meter tief und wahrscheinlich so alt wie die Burg selbst.

(c) Museen der Stadt NürnbergDie Lochgefängnisse befinden sich im Keller des alten Rathauses. Hier warteten Häftlinge im Mittelalter auf ihr Urteil und dessen Vollstreckung. Sie harrten in der Dunkelheit aus, in winzigen Zellen angebunden. Für ihre Versorgung mussten sie selber sorgen – der Lochwirt brachte das Essen. Auch eine Folterkammer gibt es hier unten.

Die Felsengänge sind ein Labyrinth unter der Stadt, in den Sandstein gehauen vor mehreren hundert Jahren. 1380 wurden sie erstmals erwähnt. Dort unten reift unter anderem das traditionelle Rotbier. Auf dem alten jüdischen Friedhof wurden von 1864 bis 1922 Menschen bestattet. Er ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Weiter zu den Tipps unserer Leser. Franz schreibt: “Die Fürther Altstadt und die Südstadt mit den klassischen Fassaden. Der Nürnberger Hafen, der gigantische Rangierbahnhof, die Hinterlassenschaften von AEG, Quelle und Co. oder das ländliche Knoblauchsland mit Bauernhöfen nördlich der City ist einzigartig. Die Kneipenszene und das Rotlichtmilieu in Nürnberg ist einmalig und verrucht.”

Im Nürnberger Hafen werden pro Jahr über 15 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen. Der Hafen liegt am Main-Donau-Kanal und verbindet die Stadt somit mit den internationalen Wasserstraßen. Der Rangierbahnhof wurde 1903 eröffnet. Das Knoblauchsland liegt zwischen Nürnberg, Fürth und Erlangen – traditionell geht’s hier seit vielen Jahrhunderten um die kleine Knolle.

Joe: “Nürnberg, das nicht zuletzt den Dreh in U-Bahnen, einem anständigen Binnenhafen, einem würdigen Messegelände oder dem Flughafen erlaubt. Dazu zwei bekannte Fussballvereine für einen Mord beim Derby und auch eine Eishockeyleiche wäre drin.”

dutzendteich4_300dpiJohannes: “Mit Nürnberg könnte man auch viele gesellschaftliche Themen durchleuchten. Ausländerproblematik, Homosexualität, Großstadtproblematik. Außerdem mit U-Bahn, Burg, Flughafen, Frankenstadion bzw. Dutzendteichgelände.”

Das Dutzendteichgelände wurde im 14. Jahrhundert errichtet, indem man mehrere Bäche zu kleinen Seen aufstaute. Es war schnell ein beliebtes Ausflugsziel. 1906 wurde hier die bayerische Landesausstellung aufgebaut – und dann bauten die Nationalsozialisten hier ihr Reichsparteitagsgelände.

Maria: “In der guten Tradition des Tatorts bietet die Großstadt interessante Schauplätze, wie alte Gemäuer, Nazirelikte, unterirdische Gefängnisse, Großstadtmoloch, Krankenhäuser, Planetarium etc. Da gehen den Drehbuchautoren nicht schon nach vier Folgen die Ideen aus.”

Thomas: “Die Vielfalt an typischen Schauplätzen ist gewaltig, beginnend in der historischen Altstadt über das Reichsparteitagsgelände zur mordernen, großstädisch geprägten Industriekultur ist alles vorhanden.”

Blick über den Hauptmarkt 40 Minuten vor dem Prolog / Foto: Stadt Nürnberg / Birgit FuderCharlotte sagt: “Pro Nürnberg: Altstadt, Randbezirke wie Langwasser und alte Nazi-Bauten, die ebenfalls gut als Kulisse dienen können. Viel Geschichte und viel Tradition. Was spricht dagegen: Nürnberg ist kaum mehr Franken, viele ‘Zugreiste’, viele Touristen. Aber vielleicht kann man gerade das gut im Tatort verarbeiten. Ich sag nur ‘Mord auf’m Christkindlmarkt‘.”

Tja, der gute alte Christkindlesmarkt. Er ist einer der ältesten in ganz Deutschland, bis ins 16. Jahrhundert reicht die Geschichte zurück.

Und schon sind wir bei den Contrastimmen. Michael will nicht, dass sich so viel auf Nürnberg konzentriert. Er schreibt: “Franken besteht auch aus anderen Städten, und der BR soll sich auch mal trauen, einen ländlichen Tatort zu drehen.” Auch Frankenpilz ist dafür: “Bitte nicht schon wieder eine Grosstadt und nicht schon wieder ein nach Franken versetzter fremder Psycho-Kommissar.” Ähnliche Ansichten hat Philipp: Nürnberg sei “zu urban, deswegen nicht unterscheidbar vom Rest der deutschen Städte.” Auch Susi ist gegen Nürnberg: “Die Mittelfranken sind als Franken in Bayern schon überrepräsentiert. Die Menschen meinen die Franken sprechen alle wie ‘Närmbärcher.’”

Was meint Ihr? Was spricht für oder gegen Nürnberg? Schreibt in die Kommentarfunktion, wir freuen uns auf Eure Meinungen.

 

Markus Söder und der coole Kommissar

Wir haben ihn uns bis zum Schluss aufgehoben: Markus Söder (CSU), Bayerischer Staatsminister der Finanzen, darf natürlich auch in unserer Umfrage nicht fehlen. Immerhin ist er gebürtiger Nürnberger – und wünscht sich daher auch einen Nürnberger Tatort. Auch was den Kommissar angeht hat er schon genaue Vorstellungen:

 

Was trägt ein fränkischer Kommissar?

Columbo im Knittel-Trenchcoat – das ist eine Marke. Könnt Ihr Euch eigentlich schon vorstellen, wie so ein fränkischer Kommissar aussehen könnte? Wir haben Euch hier einige bayerische TV-Kommissare rausgesucht, als Anregung sozusagen. Schreibt uns aber gerne in die Kommentarfunktion, wie der Frankenkommissar in Eurem Kopf aussieht – können natürlich auch gerne Kommissarinnen sein! Wir sind gespannt.

Oder doch lieber gleich leger wie Florian Lederer (Florian Karlheim)?

Paradies 505. Ein Niederbayernkrimi

 

Glutäugig leidenschaftliche Franken!

“Allzu plumpe Stereotypen” will der Oberbürgermeister von Nürnberg, Ulrich Maly, im neuen Frankentatort nicht sehen. Es darf aber “augenzwinkernd und ironisch mit der glutäugigen Leidenschaft der Franken” gespielt werden…

 

Was erwarten Sie vom Frankentatort?

Wir haben in der Fußgängerzone nachgefragt, was die Franken (und Oberpfälzer und Oberbayern und sonstige Zugereiste) vom geplanten Frankentatort halten. Wo er spielen soll, wer ihn spielen soll, und überhaupt. Während die einen “viel Gemetzel” fordern, wissen die anderen: “Der Franke mordet nüchtern und emotionslos”… Was meint Ihr? Was wünscht Ihr Euch vom Frankentatort?

Hier die komplette Umfrage:

 

Macht uns die Tatort-Mukke!

Nachdem die letzte Aktion “Macht uns die Leiche” so gut geklappt hat und für beide Seiten ein großer Spaß war, und wir uns vor allem weiterhin ein wenig die Zeit vertreiben müssen, bis der Drehort bekannt gegeben wird, haben wir die nächste Hausaufgabe für Euch: Spielt, singt, interpretiert die Tatort-Melodie vom Vorspann für uns und schickt sie uns! Wir bauen sie dann hier ein. Es geht um Ruhm und Ehre, das wisst Ihr hoffentlich – also kramt Akkordeon und Blockflöte raus, ladet eine Drum-Machine auf Eueren Tablet, lasst den Kinderchor antreten und ab geht’s! Wir freuen uns schon drauf. Mails bitte an frankentatort@br.de, und natürlich gibt’s uns auch bei Facebook und Co. Links siehe rechte Spalte. Hier noch das Original als Gedächtnisstütze:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

 

Fürths OB Jung: Frankentatort ist überfällig!

Thomas Jung, der Oberbürgermeister von Fürth, hält einen fränkischen Tatort für “überfällig”. Natürlich will er ihn gerne in Fürth sehen – auch wenn Fürth die sicherste Stadt Deutschlands ist. Werden unsere neuen Kommissare also gleich arbeitslos?

 

Berühmte erste Worte – helft Ihr uns?

Wir stellen uns das jetzt mal ganz romantisch vor: Da sitzt der arme Drehbuchautor vor seine klapprigen Schreibmaschine, ein blütenweißes Blatt Papier ist fein säuberlich eingespannt, die Finger schweben über den Tasten – und es fällt ihm nichts ein. Schrecklich, oder? Spannender als jeder Krimi. Naja, fast. Wir haben uns jedenfalls mal auf die Suche gemacht nach den ersten Worten aus bayerischen Fernsehkrimis. Bitte schön: Ivo Batic’s (Miroslav Nemec) erste Worte im Tatort “Animals” von 1991 waren:

Batic: “Ist was für Dich, Laura: Junger Mann, 30, wünscht eine unberührte Nicht-Raucherin zu ehelichen. Zuschriften unter…”

Leitmayr fällt ihm lachend ins Wort: “Unberührt? oohooh – zu spät, Laura!”

Wir wollen das jetzt inhaltlich mal nicht näher kommentieren – die Zeiten haben sich zum Glück doch ein wenig geändert. Wir reisen aber noch weiter zurück, und zwar in das Jahr 1972. Der erste BR-Tatort überhaupt hieß damals “Münchner Kindl”, und der Kommissar Veigl wurde von Gustl Bayrhammer gespielt. Seine ersten Worte:

“Des is mir wurscht – schreiben`s die Überstunden auf – und dann schmeißen`s den Wisch weg”

Kommissar Jennerweins erstes Wort im Heimatkrimi war tatsächlich ein kerniger Fluch:

“Sakra!”

Und jetzt ist natürlich die große Frage: Wie wird wohl der erste Satz im Frankentatort lauten? Geschrieben ist er noch nicht, und den Drehbuchautoren wollen wir auch nicht wirklich ins Handwerk pfuschen – aber wir wollen ja nur spielen, oder? Also: Schreibt Eure Ideen für einen ersten Satz hier in die Kommentarfunktion, wir sind gespannt!

 

“Jeder Franke hat eine Leiche im Keller!”

Da bekommt man es fast mit der Angst zu tun – wenn es nämlich nach Kabarettist Michl Müller geht, werden die Frankentatort-Kommissare bald vom Burnout bedroht sein. Hoffnungsvoll überarbeitet. Denn: “Jeder Franke hat eine Leiche im Keller!” Aber hört und seht selbst: