„Ich töte niemand“ – Franken-Tatort Nr. 4

Jetzt ist es raus: „Ich töte niemand“ – so lautet der Titel des vierten Franken-Tatorts.

Ermittelt wird wieder in Mittelfranken, genauer in Nürnberg und Umgebung. Und dort wird auch bald gedreht werden.

Die für den Tatort verantwortliche Redakteurin Stephanie Heckner (BR) setzt auf das Team, das auch den ersten Franken-Tatort mit dem Titel „Der Himmel ist ein Platz auf Erden“ umgesetzt hatte. Max Färberböck inszeniert den Film, zusammen mit Catharina Schuchmann hat er auch wieder das Drehbuch zu „Ich töte niemand“ geschrieben. Kirsten Hager produziert den Tatort mit ihrer Firma Hager Moss Film im Auftrag des BR.

Von links: BR-Redakteurin Stephanie Heckner, Regisseur und Autor Max Färberböck, Autorin Catharina Schuchmann, Produzentin Kirsten Hager und Producerin Yella Fenner.

Von links: BR-Redakteurin Stephanie Heckner, Regisseur und Autor Max Färberböck, Autorin Catharina Schuchmann, Produzentin Kirsten Hager und Producerin Yella Fenner.

Derzeit werden Komparsen, Kleindarsteller und die Motive gesucht.

Noch bis 8. August läuft die Bewerbungsfrist für Komparsen und Kleindarsteller. Wer also Lust hat einmal beim Franken-Tatort mitzuspielen, kann sich noch melden. Hier der offizielle Aufruf der Hager Moss Film dazu:

Wir suchen euch alle: Von 18 – 65, alle Menschen aller Nationalitäten, von normal bis einmalig!

Und so geht’s: Schreibt eine Mail an komparsen@hager-moss.de mit dem Betreff „Tatort 2017“ und

– eurem Alter
– zwei Fotos
(1 Porträt, 1 Ganzkörper, ganz natürlich, ohne Aufwand, von vorne fotografiert)
– falls vorhanden: Erfahrung als Komparse / Schauspieler
– falls vorhanden: Videomaterial verlinken (bitte kein Material versenden!)

Das Casting findet am 11. und 12. August in Nürnberg statt. Der genaue Ort wird noch mitgeteilt.

 

Komparsen gesucht

Es ist wieder soweit:
Im Herbst wird der 4. Frankentatort gedreht! Und ihr sollt wieder mit dabei sein!

Aufruf KomparsenCasting 4. Franken-Tatort

 

Das Regie-Team um Max Färberböck, Danny Rosness und Tibor Baumann sucht Komparsen und Kleindarsteller im Drehzeitraum vom 5. September – 6. Oktober 2017. Ihr habt Zeit? Und Lust, auch mal beim Film dabei zu sein?

Dann bewerbt euch für das KOMPARSENCASTING am 11. / 14. & 15.  August in Nürnberg. Wir suchen euch alle: Von 18 – 65, alle Menschen aller Nationalitäten, von normal bis einmalig!

Und so geht’s:

Schreibt eine Mail an komparsen@hager-moss.de mit dem Betreff „Tatort 2017“ und

– eurem Alter

– zwei Fotos
(1 Porträt, 1 Ganzkörper – ganz natürlich, ohne Aufwand, von vorne fotografiert)

– falls vorhanden: Erfahrung als Komparse / Schauspieler

– falls vorhanden: Videomaterial verlinken (bitte kein Material versenden!)

 

Wir freuen uns auf eure Bewerbungen bis spätestens 8. August. 

 

 

Ob diese Bewerber dabei sein werden?

Zum Casting der Kleindarsteller-Rollen für den neuen Franken-Tatort „Am Ende geht man nackt“ kamen gestern Menschen aus ganz Franken nach Bamberg. Warum sie genau mitspielen möchten, haben sie uns in kurzen Interviews wissen lassen:

 

Keith Petri aus Nürnberg

Keith

… in einem Tatort mitzuspielen ist Punkt 17 auf seiner bucket list, einer Liste mit Dingen, die er tun möchte, bevor er 30 ist.

 

Gisela aus Fürth

… ist ein Tausendsassa, u.a. mit Schauspiel und Fotografie-Leidenschaft. Sie hat den Ausflug nach Bamberg auch dafür genutzt, den Rosengarten und den Bamberger Dom zu fotografieren.

… ist ein Tausendsassa, u.a. mit Schauspiel und Fotografie-Leidenschaft. Sie hat den Ausflug nach Bamberg auch dafür genutzt, den Rosengarten und den Bamberger Dom zu fotografieren.

 

Leila Aouni aus Nürnberg

… ist stolz darauf, dass ihre Heimatregion Franken endlich einen eigenen Tatort bekommen hat und würde wahnsinnig gerne einmal direkt dabei sein.

… ist stolz darauf, dass ihre Heimatregion Franken endlich einen eigenen Tatort bekommen hat und würde wahnsinnig gerne einmal direkt dabei sein.

 

Hubert aus Kronach

… wurde durch eine Freundin, die Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert, auf das Casting aufmerksam gemacht und hat sich daraufhin als großer Tatort-Fan beworben.

… wurde durch eine Freundin, die Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert, auf das Casting aufmerksam gemacht und hat sich daraufhin als großer Tatort-Fan beworben.

 

Annelore Körner aus Höchstadt an der Aisch

… war schon im ersten Franken-Tatort als Komparsin dabei und wurde von ihrer Tochter, die Dramaturgin am Theater in Erlangen ist, dazu aufgemuntert, sich noch mal zu bewerben.

… war schon im ersten Franken-Tatort als Komparsin dabei und wurde von ihrer Tochter, die Dramaturgin am Theater in Erlangen ist, dazu aufgemuntert, sich noch mal zu bewerben.

 

Michael Rudek aus Nürnberg

… ist mit dem Tatort groß geworden und schaut ihn jeden Sonntag. Klar, dass er da gerne ein Teil davon sein möchte, vor allem, wenn der Tatort in die Heimat kommt.

… ist mit dem Tatort groß geworden und schaut ihn jeden Sonntag. Klar, dass er da gerne ein Teil davon sein möchte, vor allem, wenn der Tatort in die Heimat kommt.

 

Nailya Dzhafarova aus Nürnberg

… in einem Film mitzuspielen ist ihr Kindheitstraum. Wenn das der für sie als Fränkin so wichtige Franken-Tatort sein kann, umso besser.

… in einem Film mitzuspielen ist ihr Kindheitstraum. Wenn das der für sie als Fränkin so wichtige Franken-Tatort sein kann, umso besser.

 

Jürgen Friedrich aus Coburg

…wurde zufällig durch die BR Mediathek auf das Casting aufmerksam und kann sein Glück noch gar nicht fassen, tatsächlich eingeladen worden zu sein.

…wurde zufällig durch die BR Mediathek auf das Casting aufmerksam und kann sein Glück noch gar nicht fassen, tatsächlich eingeladen worden zu sein.

 

Hans-Bernd Weinand aus Arnstein

… ist in Würzburg hobbymäßig als Kameramann tätig und möchte jetzt gerne das Profibusiness am Tatort-Set kennen lernen.

… ist in Würzburg hobbymäßig als Kameramann tätig und möchte jetzt gerne das Profibusiness am Tatort-Set kennen lernen.

 

Annegret aus Coburg

… spielt am Landestheater Coburg in der Seniorentheatergruppe und tritt als Clown in Altenheimen auf. Da es für sie keinen Sonntag ohne Tatort gibt, möchte sie natürlich unbedingt mal mitspielen.

… spielt am Landestheater Coburg in der Seniorentheatergruppe und tritt als Clown in Altenheimen auf. Da es für sie keinen Sonntag ohne Tatort gibt, möchte sie natürlich unbedingt mal mitspielen.

 

Biniam Yohannes, Bamberg

… der für ihn „urdeutsche Tatort“ wurde in seiner Familie, die aus Eritrea stammt, nicht geschaut. Erst vor ein paar Jahren hat er ihn entdeckt und verpasst seitdem keine Folge.

… der für ihn „urdeutsche Tatort“ wurde in seiner Familie, die aus Eritrea stammt, nicht geschaut. Erst vor ein paar Jahren hat er ihn entdeckt und verpasst seitdem keine Folge.

 
Der zweiten Regieassistentin Anastasia Semesch, hat es jedenfalls Spaß gemacht:

„Alle Casting-Teilnehmer waren super motiviert und haben sich große Mühe gegeben, sich in ihre Rolle hinein zu versetzen. Es hat großen Spaß gemacht, so viele unterschiedliche und passionierte Schauspiel- und Tatort-Fans aus der Region kennen zu lernen. Auch die Bamberger Studenten waren eine große Hilfe für den gesamten Ablauf des Tages. Alles in allem war es ein schönes Casting und wir können auf die Entscheidung sehr gespannt sein. Fest steht: wir werden definitiv ein paar Gesichter als Kleindarsteller in „Am Ende geht man nackt“ wiedersehen.“

 

 

Casting-Aufruf für den dritten Franken-Tatort

Endlich ist es soweit: Das Casting für den neuen Franken-Tatort „Am Ende geht man nackt“ beginnt!

Dieses Mal suchen wir Komparsen aus dem Raum Bamberg für verschiedene kleine Rollen, zum Teil mit Spiel und improvisiertem Text.
Bewerben können sich ab heute Erwachsene ab 18 Jahren, Charakterköpfe und Menschen mit Migrationshintergrund sind herzlich willkommen. Die Dreharbeiten finden von 9. August – 9. September 2016 statt.

Zusätzlich suchen wir fränkisch sprechende Kleindarsteller für folgende Rollenprofile im Raum Bamberg:

– Eine Mitte 20-jährige Frau. Sie ist vom Typ her einfach strukturiert und hat ein eher ungepflegtes Äußeres. Außerdem hat sie sich der Neonaziszene angeschlossen, in der sie mit ihrem Freund verkehrt.

– Eine 41-jährige schlanke und aparte Frau. Ihr Mann ist ein wichtiges Tier in der Stadt. Sie ist zwar reich, aber gelangweilt und vom Leben nicht erfüllt.

– Eine forsche Frau um die 30. Sie ist geschäftig, weiß sich zu helfen und ist nicht auf den Mund gefallen.

– Eine Frau Mitte 20. Sie ist Beamtin und steht ihren Kollegen stets hilfreich zur Seite.

– Einen Mann um die 40. Er ist ein Streifenpolizist wie er im Buche steht, liebt seinen Job und geht darin auf, Unrechtmäßigkeiten aufzudecken. Dabei ist er vom Typ her eher unsympathisch und kleinlich.

Bamberger Stadtsilhouette / (c) dpa/picture-alliance

Innerhalb unseres Drehzeitraums solltet Ihr – nach vorheriger Terminabsprache – zeitlich flexibel sein. Der genaue Drehort wird kurzfristig vorher bekannt gegeben. Selbstverständlich wird es eine Komparsen-Gage für Eure Mitwirkung geben, Fahrtkosten werden nicht erstattet.

Möchtet Ihr dabei sein? Dann bewerbt Euch bitte hier bei der Castingagentur „Producer’s Friend“ – sie wird Euch anhand der Postleitzahl zum Franken-Tatort zuordnen:
www.p-f.tv/bewerben/probemitglieder
.

Einreichungen, die nach dem 01. August 2016 eingehen, können leider nicht berücksichtigt werden.

Solltet Ihr in der engeren Auswahl sein, setzen wir uns mit Euch in Verbindung. Für etwaige Kleindarsteller-Einsätze werdet Ihr zu einem Video-Casting vor Ort eingeladen.

 

Sonja Tille: die Frau, um die sich alles dreht

Sonja Tille (Rolle: Andrea Schwinn). (c) BR/Julia MüllerOhne die Nürnbergerin Sonja Tille gäbe es keinen Franken-Tatort Nr. 2. Das kann man überspitzt ruhig so sagen – denn Sonja Tille spielt eine Leiche, um die sich im zweiten Fall so einiges dreht. Wir haben mit der Nürnberger Vergolderin und Restauratorin über diese spannende Erfahrung gesprochen.

Da bewirbt man sich arglos auf eine Statistenrolle beim Franken-Tatort, und schon muss man eine Pressekonferenz geben!
Ja, das war wirklich irre. Es war eine Pressekonferenz mit allen Schauspielern und dem Regisseur, mit der Redaktion und Produktion. Und dann ging die erste Frage gleich an mich! Wie es mir denn so ging als Leiche und ob ich denn schon mal eine Leiche war… Da war ich wirklich überrumpelt! Ich dachte, die Journalisten fragen erstmal den Regisseur oder die Hauptdarsteller.

Das greifen wir natürlich auf: Wie war es denn so als Leiche?
Anstrengend! Erst war ich eine Stunde in der Maske, bis ich tot genug aussah. Dann musste ich eigentlich einen ganzen Tag lang liegen. Insgesamt hatte ich drei Drehtage, weil man mich ja auch noch lebendig im Franken-Tatort sehen wird. Eigens für die Szene der „Lebendigkeit“ habe ich mit einem Stuntman geprobt. Aber das Team hat es mir so angenehm wie möglich gemacht, die waren sehr nett und aufmerksam zu mir. Es war wirklich auffällig, dass alle trotz des großen Zeitdrucks so freundlich waren.

(c) BR/Julia Müller

Von links: Benjamin Griebl (Rolle: Rechtsmediziner Lutz Kranich), Matthias Egersdörfer (Leiter der Spurensicherung Michael Schatz), Eli Wasserscheid (Kommissarin Wanda Goldwasser), Barbara Prakopenka (Steffi Schwinn), Fabian Hinrichs (Hauptkommissar Felix Voss), Dagmar Manzel (Hauptkommissarin Paula Ringelhahn), Andreas Leopold Schadt (Kommissar Sebastian Fleischer) und Sonja Tille (Andrea Schwinn).

Wie wird man denn Tatort-Leiche?
Ich hatte mich schon für den ersten Franken-Tatort als Statistin beworben, wurde aber nicht genommen. Und jetzt beim zweiten Mal war ich in der Kartei der Casting-Agentur, die dieses Mal zuständig war – das Team suchte eine pfiffige, aufgeschlossene Wirtin. Zu dieser Rolle habe ich gepasst.

Sie spielen die Wirtin eines heruntergekommenen Gasthauses. Gedreht wurde in Rockenbrunn – und das Gasthaus gibt es wirklich.
Ja, aber es ist in der Wirklichkeit viel schöner! Für die Dreharbeiten wurde es extra so hergerichtet, dass es runtergewirtschaftet aussah. Ich war letztens dort und wollte ein Schäufele essen – aber genau an dem Tag hatte das Gasthaus zu. Pech gehabt.

Was machen Sie denn im richtigen Leben?
Ich bin Vergolderin und Restauratorin. Ich restauriere alte Rahmen von Bildern oder Spiegeln, aber es sind auch ausgefallene Sachen dabei. Eine Römerrüstung vergolden zum Beispiel. Oder einen Rennfahrerschuh als Trophäe. Ich gehe auch gerne auf Flohmärkte und suche dort ausgefallene Dinge, die ich dann restauriere. Biedermeier-Schmuckkästchen oder Stühle zum Beispiel.

Sonja Tille im Steampunk-Outfit / (c) Kostümverleih Richter & Gullmann GbR

Sonja Tille im Steampunk-Outfit / (c) Kostümverleih Richter & Gullmann GbR

Das klingt nach einer sehr konzentrierten, ruhigen Arbeit.
Stimmt. Und der Ausgleich ist dann eben, mit Freunden etwas zu unternehmen, zu reisen, mich als Statistin zu bewerben oder als Model. Letztens war ich bei einem viktorianischen Steampunk-Dinner als Gast – Thema „Alarm im Maschinenraum“, und da haben wir uns alle verkleidet. Das war ein großartiges Bild!

Wie werden Sie den Tag der Ausstrahlung verbringen? Schauen Sie allein oder mit Freunden?
Auf alle Fälle mit vielen Freunden. Die sind schon alle sehr gespannt und so aufgeregt wie ich. Ein gemeinsames „friends viewing“ – wir sind noch am Überlegen für einen geeigneten Ort.

(c) BR/Julia Müller

Von links: Benjamin Griebl, Andreas Leopold Schadt, Sonja Tille, Matthias Egersdörfer und Eli Wasserscheid.

 

Als Kleindarsteller beim Franken-Tatort: Am Set gab es sogar eine Waschmaschine

Uschi Kirsch und Jürgen Berndt / Foto: BR

Uschi Kirsch und Jürgen Berndt sind Nürnberger Urgesteine. Im zweiten Franken-Tatort spielen sie das Rentner-Ehepaar Gertie und Frank.

„Ich fahre gerne große Autos!“ sagt Jürgen Berndt. Ein Wohnmobil? Kein Problem für den Kleindarsteller, der im zweiten Franken-Tatort einen Rentner spielen durfte, der mit seiner Frau in den Urlaub fährt. Schließlich ist er früher, als die Kinder noch klein waren, mit dem VW-Bus zum Campen gefahren. Aber dann kam doch alles ganz anders als gedacht. Neben ihm im Wohnmobil seine „Ehefrau“ im Film, Uschi Kirsch. Dahinter zwei weitere Schauspieler. Und im Bauch des Wohnmobils der Regisseur Andreas Senn, das komplette Kamera-Team mit Ton-Mann und Assistenten. „Ich habe in den Rückspiegel geschaut und nur noch Köpfe gesehen“, sagt Jürgen Berndt lachend.

Nervös wurde er dabei nicht – die Aufregung war eher an den beiden Tagen vor dem Dreh zu spüren, erzählt er. Trotz einiger Erfahrung vor der Kamera. Berndt war unter anderem bereits in einem „Polizeiruf 110“ Komparse und in einem Vilsmeier-Film. „Aber diesmal war alles anders,“ so Berndt. „Total erstaunt“ sei er von der Perfektion, Ordnung und Sauberkeit am Set gewesen. Schon im Basislager sei ihm der Garderobenwagen aufgefallen – mit Waschmaschine!

Dreharbeiten in der Gluthitze eines Rastplatzes

Auch seine Film-Partnerin Uschi Kirsch, die auch schon kleinere Dreherfahrungen hat, erinnert sich gerne an den Drehtag. „Ich kam normal geschminkt zum Set, und die Dame von der Maske sagte, ich solle einfach so bleiben“, wundert sie sich. Kein aufwändiges Film-Make-Up, sondern Natürlichkeit war gefragt.

Los ging es mit Außenaufnahmen, sie vesperten auf einem Rastplatz. Später wurde dann im Wohnmobil gedreht. „Es war so heiß an diesem Tag! Wir waren total verschwitzt.“ Jürgen Berndt genoss den Service am Set: „In den Drehpausen kamen Mitarbeiterinnen und hielten Regenschirme über uns, damit wir Schatten hatten. Und wir konnten dann auch irgendwann in ein Fahrzeug flüchten, dessen Klimaanlage eingeschaltet war.“

Uschi Kirsch und Jürgen Berndt / Foto: BRErstaunt war Uschi Kirsch über den großen Aufwand, der für die Dreharbeiten betrieben wurde. Und über die Freundlichkeit aller Beteiligten, insbesondere über die Freundlichkeit und Souveränität von Regisseur Andreas Senn.“ Man konnte außerdem seine Meinung äußern und Andreas hörte wirklich zu, sogar uns Kleindarstellern!“ sagt Uschi Kirsch. Senn war auch beim Casting schon dabei gewesen und hatte die Szene mit seinen Darstellern in Ruhe erarbeitet. „Es gibt Regisseure, die schimpfen die ganze Zeit. Senn überhaupt nicht. Er war lässig, cool und immer freundlich; wir sollten ihn auch sofort duzen“, sagt Jürgen Berndt.

Vom Seniorentheater zum Tatort-Dreh

Der Kontakt mit der Produktion des Franken-Tatorts kam über das Seniorentheater TEMPO 100 zustande, bei dem Uschi Kirsch als Schauspielerin tätig ist und – als gebürtige Nürnbergerin – für das Casting vorgeschlagen wurde. TEMPO 100 ist dem Staatstheater Nürnberg angegliedert: die Vorstellungen der Stücke finden in den Kammerspielen statt.

Kirsch und Berndt (im Film übrigens Gertie und Frank) kennen sich aus der Statisterie des Staatstheaters. Jetzt sind sie gespannt, was aus ihren Szenen im Schneideraum wird. „Das weiß man ja nie!“ sagt Jürgen Berndt. Aber die Erfahrungen, die sie beim Dreh machen konnten, die können nicht rausgeschnitten werden, die bleiben.

Während Uschi Kirsch die Ausstrahlung gelassen nimmt, wird es bei Jürgen Berndt wahrscheinlich eine Party geben: „Die Nachbarn haben es schon mitbekommen“, meint er lachend. Er ist eifriger Tatort-Gucker, vor allem das Münsteraner Team mag er. Aber auch den ersten Franken-Tatort fand er super – von den sorgsam ausgearbeiteten Charakteren bis zur wirkungsvoll eingesetzten Filmmusik.

 

Der zweite Franken-Tatort ist im Kasten

Ein heißer Monat liegt hinter Cast und Crew des Franken-Tatorts – nun ist die letzte Klappe gefallen. BR-Redakteurin Stephanie Heckner: „Die Hitze hat uns überall erreicht. Das Kommissariat unterm Dach eines Kaufhauses in Nürnberg hatte keine Klimaanlage. Da waren es für das Team und die Darsteller gefühlt manchmal an die 40 Grad. Man stand sofort komplett im Schweiss. Kostüm und Maske hatten massiv zu arbeiten.“

Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel, die Hauptkommissare

Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel, die Hauptkommissare

Die in Berlin lebenden Hauptdarsteller Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs haben in ihrer knappen Freizeit während des anstrengenden Drehs wie schon beim ersten Franken-Tatort die fränkische Gegend erkundet. Diesmal waren ja besonders viele Orte im Spiel. Knapp die Hälfte der Drehtage wurden in Würzburg und Umgebung verbracht. Nach anfänglicher Drehzeit in Nürnberg und Umgebung wurde in den vergangenen Tagen unter anderem im Würzburger Umland, auf der Festung Marienberg in Würzburg und an der Universität gedreht, genauer gesagt in der Anatomie.

Beratung durch Wissenschaftler: Damit auch inhaltlich alles stimmt

Frank Scharrer (links) spielt den Präparator Ede Schrötter, Medizinstudent Maximilian Rückert seinen Gehilfen

Frank Scharrer (links) spielt den Präparator Ede Schrötter, Maximilian Rückert seinen Gehilfen. Im wahren Leben promoviert er gerade in Geschichte.

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie wurde 1883 eröffnet und ist ein ehrwürdiger Bau. Hier hat Professor Dr. Süleyman Ergün das Sagen, und er empfängt das Filmteam mit offenen Armen. Obwohl die vielen wuseligen Menschen den normalen Alltag natürlich komplett über den Haufen werfen. Das wird mit Gelassenheit hingenommen – und die Institutsmitarbeiter und Studenten beobachten das Treiben in ihrer Uni natürlich neugierig. Aber nicht nur das: Ergüns Mitarbeiterin Dr. Maike Veyhl-Wichmann hat das Team wissenschaftlich beraten, schon zu Zeit der Drehbuchentwicklung. Schließlich soll fachlich alles stimmen.

Ein Schädel passt nicht zum restlichen Skelett – was ist passiert?

Im Franken-Tatort „Das Recht sich zu sorgen“ wird ein Doktorand in der Knochensammlung des Anatomischen Instituts einen Schädel finden, der nicht zu dem restlichen Skelett passt, mit dem er einsortiert wurde, und der außerdem deutlich jünger ist als in den Leichenpapieren steht… Einige Minuten lang wird die Anatomie im fertigen Film zu sehen sein – dafür wurde ein ganzer Tag Drehzeit veranschlagt, mit 35 Crewmitgliedern, 8 Schauspielern und 3 Kompasen.

Fotograf Thomas Obermeier von der Mainpost war beim Dreh dabei – eine Auswahl seiner Bilder zeigen wir Euch hier, weitere gibt es mit einem ausführlichen Drehbericht auf der Internetseite der Uni Würzburg zu sehen.

Gemeinsam mit den beiden Produzenten und Regisseur Andreas Senn ist Redakteurin Stephanie Heckner jetzt höchst gespannt auf den Schnitt des Films. Der zweite Franken-Tatort nach einem Drehbuch von Beate Langmaack soll im Frühjahr kommenden Jahres im Ersten zu sehen sein.

Wir haben noch einiges an Material gesammelt während der Drehzeit und halten Euch natürlich weiterhin auf dem Laufenden! Beispielsweise mit Selfies von Andreas Leopold Schadt… Schönes Wochenende!

 

Für einen Tag Zivilfahnder: Die Komparsen

Einmal bei Dreharbeiten zu einem Tatort dabei sein – diesen Traum haben viele. Aber es geht auch spezieller: Einmal beim Dreh eines Franken-Tatorts dabei zu sein! Für Marc Michel und Rainer Denk ist dieser Traum wahr geworden, sie waren als Komparsen dabei.

Für einen Tag Zivilfahnder und Polizeibeamter: Marc (links) und Hannes / Foto: privat

Für einen Tag Zivilfahnder und Polizeibeamter: Marc (links) und Hannes / Foto: privat

Marc Michel lebt in Cadolzburg (Landkreis Fürth), ist 41 Jahre alt und arbeitet im Bereich Projektmanagement. Rainer Denk ist 42 Jahre alt und EDVler: Der gebürtige Nürnberger ist Systemadministrator und Anwenderbetreuer.

Was waren Eure Aufgabe beim Dreh?
Marc: Nach zahlreichen Anfragen wie „gutaussehende Leiche“, „Mann mit Fahrrad“, „Wirt“ oder „Motorradfahrer“ erhielt ich die Anfrage für einen „Zivilfahnder“. Den durfte ich dann beim Dreh im alten Horten-Kaufhaus am Aufsessplatz spielen. Hier war die Kulisse des Polizeipräsidiums aufgebaut worden.
Rainer: Ich hatte die Rolle eines höhergestellten Beamten, der mit dem Polizeipräsidenten Dr. Kaiser in einer Konferenz sitzt.

Und wie lief der Tag ab?
Marc: Es ging um 7.45 Uhr los. Wir wurden eingekleidet und dann gab es einen eigens für uns eingerichteten Raum, in dem wir mit Essen und Getränken versorgt wurden. Schon hier hat man gemerkt, das sich um jedes Teammitglied sehr gut gekümmert wird.
Rainer: Ich war von 9-19 Uhr am Set. Wobei man speziell als Komparse natürlich sehr viele Wartezeiten hat. Aber das ist völlig normal.
Marc: Nach einer Erklärung, wer von wo aus durch die Szene laufen oder andere Aufgaben erledigen soll, wurde das erste Mal geprobt. Wenn die Szene dem Regisseur gefällt, wird gedreht. Da auch andere Kameraeinstellungen aufgenommen werden, wurde die selbe Szene aus verschiedenen Blickwinkeln wiederholt. Eine meiner Aufgaben war es, zum Beispiel in einer Szene im Hintergrund an einem Schreibtisch Akten zu sortieren, aufzustehen und durchs Bild zu laufen. Keine große Aufgabe, jedoch sehr interessant, mal bei einem Film auch bei der Produktion live dabei zu sein.

Das Team bei der Arbeit im Polizeikommissariat / Foto: BR/Amelie Syberberg

Das Team bei der Arbeit im Polizeikommissariat / Foto: BR/Amelie Syberberg

Es arbeiten ja viele Menschen an so einem Set, wie habt Ihr das Team erlebt?
Marc: Das Team empfand ich als absolut professionell und sie gaben jedem den Eindruck, dass sie genau wissen, was sie tun. Wir, die Komparsen haben uns auch unterhalten und eine „Kollegin“ hat schon bei anderen Produktionen mitgewirkt und hat in einem Gespräch bestätigt, dass es nicht überall so reibungslos abläuft und der Tatort-Dreh schon was besonderes sei. Mehr Anerkennung kann man glaub ich nicht aussprechen….
Rainer: Jeder arbeitete hochkonzentriert und wusste genau, was er tat. Aber das muss natürlich auch so sein. So ein Drehplan ist ein hochkomplexes Konstrukt, und seine Umsetzung eine logistische und technische Herausforderung.

Und die Hauptdarsteller?
Marc: Selbst beim Mittagessen sitzt man auch mal zusammen am Tisch. Es sind ja auch nur Menschen wie Du und ich, und selbst die Hauptdarsteller haben an dem Drehtag mit der Hitze kämpfen müssen. In einem sehr stickigen Raum so eine professionelle Arbeit abzuliefern schafft sicher nicht jeder.. Darum auch ein Kompliment an die Hauptdarsteller!
Rainer: Einen recht großen Kontakt hat es allerdings nicht gegeben, außer mal ein kurzes „Hallo“ oder „Guten Tag“. Aber das ist in Ordnung so. Auch die Darsteller sind natürlich mit ihren Aufgaben beschäftigt und sehr konzentriert. Eine Ausnahme gibt es allerdings. Mit Stefan Merki hatte ich natürlich rollenbedingt mehr Kontakt, da ich ja neben ihm in der Konferenz saß.

Rainer Denk / Foto: privat

Rainer Denk / Foto: privat

Gab es Überraschungen oder Enttäuschungen?
Marc: Enttäuscht hat mich nur, das ich leider keine Sprechrolle erhalten habe, aber das wusste ich ja bereits vorher schon. Selbst der Regisseur, Andreas Senn hat sich am Schluss bei mir persönlich bedankt, was glaube ich keine Selbstverständlichkeit ist…. War bemerkenswert..
Rainer: Ich durfte spontan ein paar halbimprovisierte Sätze sprechen, das hat mich überrascht! Ob es diese Sätze allerdings in den fertigen Film schaffen, steht nochmal auf einem anderen Blatt.

Das stimmt – nach dem Dreh geht es ab in den Schnitt, und erst dort wird entschieden, welche Szenen gekürzt werden… Wäre das schlimm für Euch?
Marc: Falls die Szene herausgeschnitten wird, wäre ich nicht enttäuscht, denn ich habe die Erfahrung mitnehmen können und kann dennoch sagen, ich war dabei. So eine Chance mitten drin, neben den Schauspielern, dem Regisseur und allen Mitwirkenden zu sein, bekommt sicher nicht jeder. War eine tolle Sache…
Rainer: Damit muss man natürlich immer rechnen. Sicherlich ist man etwas enttäuscht, wenn man herausgeschnitten wird. Da meine Rolle aber ohnehin nur für einige Sekunden zu sehen ist, wäre es, glaube ich, für mich nicht ganz so schlimm, wenn sie herausgeschnitten würde.

Und, Blut geleckt? Wollt Ihr jetzt Schauspieler werden?
Marc: Sicher ist Schauspieler zu sein eine super Sache, jedoch wird auch unterschätzt, dass es Knochenarbeit ist, sich den ganzen Text zu merken, sich jeden Tag auf neue Situationen und Szenen zu konzentrieren, nicht an einem festen Ort zu arbeiten und sich auf die örtlichen Gegebenheiten einzustellen. Aber Spaß machen würde es mir dennoch…
Rainer: Schauspieler war schon als Kind mein Traumberuf. Irgendwie wollte ich das schon immer machen, seit ich denken kann. Trotzdem habe ich dann „etwas Anständiges“ gelernt. Der Schauspielerei und der Bühne bin ich aber über all die Jahre treu geblieben, weil es mir einfach im Blut liegt. Sei es im Schultheater, später im Amateurtheater oder mittlerweile im semiprofessionellen Bereich. Heute bin ich ganz froh, von der Schauspielerei nicht finanziell abhängig zu sein, sondern es quasi als „Nebenjob“ auszuüben.

 

Kamera ab für die Junggesellen!

Ein typisches Junggesellen-Gefahrt, oder? / Foto: BR/Uli Putz

Ein typisches Junggesellen-Gefahrt, oder? / Foto: BR/Uli Putz

Schöne Abkühlung bei den Dreharbeiten: Diesmal wurde das Set des zweiten Franken-Tatort nach draußen verlegt, und zwar an eine kleine Floßanlegestelle bei Gerlachshausen in Unterfranken. Die Hauptkommissare Ringelhahn und Voss (Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs) müssen in dieser Szene die Tochter eines Mordopfers befragen – und die arbeitet auf einem Floß, das den Altmain runterschippert. Auf so ein Floß passen 75 fröhliche Menschen, die ihre Familienfeiern dort abhalten oder einen Junggesellenabschied. Und jetzt wisst Ihr auch, warum wir bei unserem Castingaufruf viele junge Herren gesucht haben…

Junggesellen ahoi! / Foto: BR/Uli Putz

Junggesellen ahoi! / Foto: BR/Uli Putz

 

Heute war Casting in Nürnberg!

Wie aufregend: Heute waren 50 Personen zum Casting für kleine Rollen ins Studio Franken in Nürnberg eingeladen. Sie alle hatten sich beworben, um beim zweiten Franken-Tatort „Das Recht sich zu sorgen“ dabei zu sein. Gesucht wurde von der Produktionsfirma Claussen + Putz unter anderem eine Frau, die die Wirtin eines Gasthauses mimen soll sowie ein Rentner-Ehepaar und eine Junggesellen-Runde. 2590 Bewerber hatten sich online bei der Castingagentur „Producer’s Friend“ registriert, 50 von ihnen wurden nun auf Video aufgenommen – der Recall sozusagen, oder Runde 2.
Aber keine Sorge, falls sich noch niemand bei Euch gemeldet hat: Neben den kleinen Sprechrollen wird es auch viele Komparsen geben, die hie und da kurz durchs Bild huschen sollen. Diese Personen werden voraussichtlich bis Ende der nächsten Woche ausgesucht – da aber immer mal jemand aus Termin- oder Krankheitsgründen ausfällt kann es auch sein, dass Komparsen nachrücken. Also: Bis zum Drehbeginn Mitte Juli Daumen drücken!