Onlinekurse verändern die Wissenschaft

imageNobelpreisträger und Jungwissenschaftler sind in Lindau, um sich auszutauschen und zu diskutieren – auf verdammt hohem Niveau. Unerreichbar für die Meisten von uns. Wissen weitergeben und Forschung ermutigen, das muss aber vor allem unter ganz normalen Menschen gut funktionieren. Weltweit.

Zum Abschluss machten sich die großteils betagten Nobelpreisträger darüber Gedanken, wie man Wissen besser an die junge Generation weitergeben kann. Effektiver und gerechter. Nur 28% aller Forscher weltweit sind Frauen. Und Versuche haben gezeigt, dass viele Schüler schon scheitern, weil sie glauben, etwas nicht zu können. Nicht, weil sie es tatsächlich nicht können.

PodiumsdiskussionEine heiß diskutierte Lösung sind MOOCs (massive open online courses), also Onlinekurse für Studenten oder kostenfrei für Jedermann. Brian Schmidt hat die in seiner Uni in Australien längst eingeführt. Mit Erfolg. „Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne eines Menschen beträgt 6 Minuten“, erklärte er. Was soll man also eine Stunde lang in der Vorlesung? Das Feedback wäre online auch größer, so dass er seine Onlinekurse immer sofort an die Teilnehmer anpassen kann. Außerdem geben MOOCs Menschen eine Chance, die sonst keinen Zugang zu höherer Bildung hätten. Aber es wäre deutlich schwieriger für den Prof, einen guten MOOC vorzubereiten, als eine gute Vorlesung.

Moderator Karan Khemka aus Singapur jedenfalls, der selber kein Wissensachaftler ist, hätte sich als Schüler über MOOCs gefreut: „Meine Schulerfahrung wurde in erster Linie von Angst angetrieben. Das hätten MOOCs nicht geschafft.“ (Mitleidige „oh!“s aus dem Publikum)

Dan Shechtman aus Israel fand es besonders wichtig, bei den ganz Kleinen anzufangen. Er hat ein Wissenschaftsprogramm für Kindergärten in Haifa aufgebaut. – „Richtige Wissenschaft, kein Hokuspokus!“ – Viele neue Studien hätten gezeigt, dass Kinder viel aufnahmefähiger sind, wenn es um Wissenscahft geht, als man bisher dachte.

Auf dem Diskussionspodium saß auch ein junger Nuklearphysiker: Tamas Vami aus Ungarn. Das wichtigste beim Lernen sei doch die Motivation, sagte der grinsend. Er könne sich Sachen am besten merken, wenn er sie von einem Nobelpreisträger hört.

 

Stefan Hell im Interview – Schüler fragen nach seiner Forschung

Bis Stefan Hell kam war sich die Welt sicher: Die Entwicklung der Lichtmikroskope hat eine natürliche Grenze. Noch kleiner als 200 Nanometer wird man mit ihnen nie gucken können. Physikalisch schlicht unmöglich. Aber Stefan Hell wollte nicht daran glauben. Wenn man Linsen nicht besser machen kann, dann muss man eben an den Zellen etwas ändern, die man anschauen will…

 

Stefan Hell im Interview – Schüler fragen Persönliches

Obwohl die ganze Welt glaubte, die Grenze der Lichtmikroskopie wäre erreicht, hat Stefan Hell daran gezweifelt. In Finnland kam ihm eine Idee, wie man diese Grenze durchbrechen könnte. Aber er hatte weder Geld noch genug Einfluss, um seine Idee zu testen. Noch dazu glaubte ihm kaum einer. Trotzdem hat er durchgehalten. Warum?

 

You’ve asked George! Hier sind seine Antworten

 

360 Grad Weltraumforscher

360 Grad Sonnenkönigin Schiff360 Grad Astronomen auf dem Schiff Richtung Mainau

 

Young scientist auf dem Bodensee

SchiffspanoramaDer letzte Morgen der Lindau-Woche! Die Vortragsräume sind geräumt und die Wissenschaftler fahren zur Insel Mainau zur Abschlussveranstaltung. Schönster Sonnenschein und beste Bergsicht im Hafen.

 

Die schönsten Trachten

Beim traditionellen Bavarian Evening kommen die Wissenschaftler in Tracht. Das hier sind die Schönsten!

 

Hinter den Kulissen in Lindau

So sieht’s für uns hinter den Kulissen in Lindau aus. Wann kann man schon 29 Nobelpreisträger und über 400 Wissenschaftler aus 80 Ländern ausfragen?

 

Brian Schmidt: „No power, no money, only enthusiasm…“

Brian Schmidt„Aber in der Wissenschaft reicht Enthusiasmus, um ein Forscherteam zu gründen.“ Brian Schmidt war gerade mal 27 Jahre alt, als er mit seinem Team messen wollte, was nach dem Urknall passiert ist. Und wie sich das Universum seit dem weiterentwickelt hat. Dazu haben sie die Helligkeit weit entfernter Supernovae gemessen. Ihre nobelpreiswürdige Erkenntnis: Das Universum dehnt sich immer schneller aus. Das war damals vollkommen überraschend. „Wir dachten nicht: Heureka! Sondern wir dachten: Du liebe Güte, das glaubt uns doch keiner!“

Den Jungwissenschaftlern in Lindau gab Brian Schmidt noch ein Update über den momentanen Zustand des Universums. Oder vielmehr über das, was wir über das jetzige Universum wissen: 13.8 Milliarden Jahre alt. Geometrisch fast flach. Bestehend aus 69% Dunkler Energie, 26% Dunkler Materie, 5% Atome, noch weniger Neutrinos und Photonen. Sein Fazit: Das Universum ist in gutem Zustand.

 

Joseph Callingham im Interview – mit Radioastronomie die Warum-Fragen klären

Warum sind so viele australische Weltraumforscher Radioastronomen, wie Jo Callingham? Ganz einfach: In Australien gibt es keine hohen Berge, auf die man Weltraumteleskope bauen könnte und die durch möglichst wenig Atmosphäre in die Sterne schauen können. Bei Radioteleskopen ist das egal.

 

Stefan Hell – Chemie-Nobelpreisträger

Stefan Hell

 

Joseph Callingham erforscht die „Kindheit“ von Galaxien

Joseph CallinghamGlaubt Ihr an intelligentes Leben irgendwo da draußen im All? Der australische Astrophysiker Jo Callingham schon. Uns hat er erzählt, warum. Das ganze Interview hier.

 

Gerard ′t Hooft im Interview – Ein Leben unter Wissenschaftlern

Gerard ′t Hooft hat schon als Kleinkind über ein Rad gestaunt. Und sich dabei ein bisschen geärgert, dass es nicht er war, der das Rad erfunden hat. Aus seinem Leben unter großen Wissenschaftlern hat er uns ein paar Anekdoten erzählt.

 

Stefan Hell: Man sollte unbedingt machen, was einem Spaß macht.

Stefan Hell SchuleDen Chemie-Nobelpreisträger Stefan Hell haben nicht wir interviewt, sondern Schüler am Bodensee-Gymnasium. Nach einem kurzen Vortrag über seine Forschung und seine Begeisterung für Physik fragte ein Schüler, ob er sich denn auch für Chemie begeistern könnte. Schließlich hätte er ja den Chemienobelpreis bekommen. Stefan Hell: „Ich habe Chemie nach der 10. Klasse abgewählt.“

Morgen hier im Blog: das Schüler-Interview.

 

Adriana Marais im Interview – Reise zum Mars

Adriana Marais aus Südafrika bereitet sich auf eine Reise zum Mars vor, von der sie möglicherweise niemals zurück kehren wird. Ein Gespräch mit einer echten Abenteurerin über ihre Motivation, die Auswahl der Astronauten und das sonderbare Leben, das sie auf dem Mars erwartet.

 

Die drei nächsten GROSSEN Fragen der Wissenschaft:

Physik-Nobelpreisträger William Phillips hat uns seine persönlichen TOP 3 verraten.

 

Steven Chu: Geht’s noch kleiner? – hochauflösende Mikroskopie

Steven ChuAls Steven Chu (Physik-Nobelpreis 1997) seine Arbeit als US-Energieminister beendet hatte und zurück in die Forschung ging, stand er ohne Labor, ohne Studenten und ohne Geld da. „Das Einzige, was ich tun konnte, war denken.“ Zum Glück! Denn aus diesen Gedanken entstand sein Wunschzettel für die Optische Mikroskopie. Da stand zum Beispiel: Wie können wir durch Millionen Schichten von Gewebe in Körperzellen schauen? Steven Chu und sein Team arbeiten schon dran. Sie wollen mit hochauflösender Mikroskopie Krebsmetastasen beobachten. Und die Wanderung von Stammzellen. Durch die Injektion von winzigen, selbst entwickelten Nanodiamanten in Maus-Embryonen, wollen sie sogar die frühe Entwicklung von Embryonen durch den Bauch der Mutter hindurch beobachten.

 

 

Samuel Ting: Die lange Suche nach Dunkler Materie

Sam TingSamuel Ting, Physik-Nobelpreisträger von 1976, zeigte den Jungwissenschaftlern heute Morgen, wie der Teilchendetektor AMS auf der internationalen Raumstation (ISS) Modelle zur Dunklen Materie prüfen wird. Denn die Existenz der Dunklen Materie, die weder Stern noch Staub noch Gas ist, gilt bis heute als nicht nachgewiesen. Nach dem Standardmodell der Kosmologie muss es sie aber geben. Anders lässt sich die Bewegung sichtbarer Materie im All nicht erklären.  Um die 90% des Universums sind nicht direkt sichtbar und bis heute eines der großen Rätsel der Kosmologie. Der beeindruckende Abschluss von Tings Vortrag: ein Kurzfilm über den Bau des AMS – vom CERN über Florida bis ins All. 16 Jahre in wenige Sekunden gerafft.

 

Adriana Marais über ihre Reise zum Mars

Adriana MaraisAdriana Marais gehört zu den letzten 100 Kandidaten, die sich für eine Forschungsreise zum Mars beworben haben: Für das Mars One Projekt. Was sie dort erforschen will und warum sie sogar in Kauf nimmt, nie wieder zurückzukehren, heute bei uns im Interview.

 

Ganz oben wird die Luft dünn. Ist deutsche Spitzenforschung zu männlich?

Johanna Wanka | Bild: picture-alliance/dpaLaut einer neuen Studie des IW Köln sind Frauen in Deutschland selbst schuld, dass sie nicht mehr Geld verdienen. Quatsch? Und wie ist es allgemein um weibliche Karrieren im deutschen Wissenschaftsbetrieb bestellt? „Ganz oben wird die Luft dünn – Ist deutsche Spitzenforschung zu männlich?“ ist der Titel unserer diesjährigen Sondersendung im Rahmen der Nobelpreisträgertagung in Lindau. Es diskutieren unter anderem Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und die Gender-Forscherin Paula-Irene Villa. Außerdem mit dabei: Anna-Christine Eilers, die junge Wissenschaftlerin, die wir euch hier im Blog vorstellen.

Sendungstipp: alpha-Forum extra (heute um 20:15 Uhr in ARD-alpha)