Die Arbeit von Almbauern ist oft mühsam. Vieles geht auf dem Berg nur in Handarbeit, ganz im Gegensatz zur hochtechnisierten Landwirtschaft, wie sie im Tal möglich ist. Besonders berücksichtigt wird die harte Arbeit der Bergbauern von der EU bisher kaum – Fördergelder werden hauptsächlich nach Größe der Betriebsfläche bezahlt und nicht nach Arbeitsaufwand. Das will eine Allianz von Naturschützern jetzt ändern. Sie haben sich zusammengeschlossen, um sich bei der EU für die Almbauern einzusetzen. Doch die Almbauern selbst sagen: Hilfe von außen – nein, danke.
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Diese Bauern wissen, was wahre Werte sind!
Es ist letztlich doch jeden Menschen selbst überlassen, ob er in einer Millionenstadt leben will, am Fließband Turbolader zusammenbaut, dabei nicht einmal weiß, wozu so ein Turbolader gebraucht wird, dann jeden Tag mit der U-Bahn heimfährt, keinen Garten hat, weil die Mieten dort so hoch sind, ständig Verkehrslärm ausgesetzt ist, oder ob er auf seiner Alm, dort bei frischer Luft, in einer kleinen, aber eigenen Hütte lebt, und seine Arbeit macht! Diese Leute dort sind weder unmodern noch wenig intelligent! Die beherrschen noch Handwerke, die kennen Städter gar nicht!
Wo würde das hinführen, wenn man den Bauern wieder alles vorschreibt! Am Schluss würde den Bauern doch alles weggenommen: Straßen gebaut, Hotels gebaut, den Bauern wird ihr Land genommen, das sie seit hunderten von Jahren besitzen. Die Hotels würden ihnen dann doch gar nicht gehören! Das wollen die halt nicht! Ist doch gut so!
Liebe Leser,
ich selbst komme aus einer ähnlichen Welt zwar nicht in Bayern sondern in Österreich aber verstehe oft Naturschutzverbände nicht ganz. Die großen Bauern sind immer die Bösen obwohl sie uns erschwingliche und – das muss man einfach akzeptieren – Lebensmittel hervorragender Qualität zu einem günstigen Preis liefern. Bevorzugt sollen allerdings die kleinen Bauern im Zuge der neu gestalteten Förderprogramme werden und warum? Nicht immer um das Leben der Bauern zu erleichtern wie man in diesem Bericht schön sieht sondern nur darum, dass es Leute gibt, die in den Bergen eine Kulturlandschaft erhalten sollen. Das wiederum aus dem Grund, weil man ja beim Wandern die Kuh Frieda mit einer Kuhglocke um den Hals und hart schuftende, ehrliche, standhafte und natürliche Bauersleut sehen will, die mit Gottvertrauen mit der Natur und nicht “gegen die Natur” leben. Zwei Dinge fallen mir dazu ein: 1) Wie kommt die Allgemeinheit dazu, für wenige Städter (teuer) den “heile Welt” Tourismus auf der Alm mit höheren EU-Geldern zu finanzieren? Wer z.B. Grund im heiligen Land Tirol besitzt, verfügt mancher-Touristen-orts über eine Goldgrube die mit öffentlichen Geldern finanziert wird. 2) Warum wollen gerade Naturschützer die Verwilderung der Almen verhindern? Denn was man auf der Alm sieht ist eine künstliche Welt durch Menschenhand geformt und nicht ein unbelassener Kreislauf der Natur.
liebe Grüsse,
Lenz
P.S.: ich finde nicht, dass man die Bergbauern aus dem Bericht überstilisieren sollte. Das sind ganz normale, oft eher konservative, tief im römisch katholischen Glauben verankerte Menschen die, ob man es glaube oder nicht, weltanschaulich ganz ganz weit von den Ökotouristen entfernt stehen.
Der Bericht hat genau die Krux in der Beziehung zwischen Bauernschaft und Naturschützern aufgefaßt – der Zielkonflikt.
Auch die Darstellung der beiden Standpunkte hat mir sehr gut gefallen.
Lediglich die Abmoderation zielte meines Erachtens komplett am Ziel vorbei. Es werden wiederum nur die Klischees vom engstirnigen Bauerntrampel bedient (auch wenn man solche Exemplare dann und wann noch findet).
Wie es im Bericht eigentlich eindeutig dargestellt wurde, scheitert es eben nicht am Unwillen, zusammenzuarbeiten. Mündige Leute wollen nur nicht vor den Karren Anderer gespannt werden, und daß auch noch, ohne gefragt zu werden.
Nachdem ich mich selbst in meiner Freizeit in der Alpwirtschaft engagiere, kann ich nur aus Erfahrung sprechen, daß viele Naturschutzprojekte von Leuten angezettelt werden, die später nicht die Konsequenzen im Rahmen ihrer täglichen Arbeit ausbaden müssen. Alpwirtschaft zu betreiben ist zum Großteil Überzeugung und Idealismus – wegen des Geldes machen es die wenigsten. Wenn dann aber immer nur viele Leute mitreden wollen, ohne selber anzupacken, hinterfrägt man das eigene Engagement beizeiten…
Die Bergbauern haben recht. Die Bürokratie ist schon groß genug und lässt wenig Platz für Kreativität. Nun kämen auch noch andere, die diese Bauern zum Knecht auf ihrem eigenen Hof gegradieren möchten.
Bleibt standhaft!
Mich erstaunt immer wieder wie z.B. Großstädter und das sind zum überwiegenden Teil die Mitglieder des DAV, und der Naturschutzverbände, genau wissen, was für die Landbevölkerung gut ist. Wenn man mit den örtlichen Problemen nicht konfrontiert ist lässt sich leicht reden.
Sie sprechen mir aus der Seele, kenne ich diese Bande aus eigener Erfahrung.
Nicht in der Lage eine Samentüte Kresse auf der Fensterbank aufgehen zu lassen, aber der ansässigen Landbevölkerung erklären zu wollen, wie Landwirtschaft zu gehen hat.
Im Frühjahr in Heerscharen auftauchen, um den Amphibien über die Strasse zu helfen, um im Sommer den Gartenteichbesitzer in der Nachbarschaft verklagen, weil das Gequake der Frösche den Prosecco-Abend stört.
Im Europa der Regionen kann man auch Almbauern mit Grundeinkommen entlohnen. So wie Fischer, die Plastikmüll erbeuten.
Die Almbauern sind doch nicht dumm. Die haben den Braten doch längst schon von Weitem gerochen, wenn man die verschiedenen Siegel im Video sieht.
Diese – auch schon von “bayer” oben erwähnten Organisationen – wollen doch nur ihre zum Teil verquerten Ideologien durchsetzen. Wahrscheinlich wollen sie alle Almbauern zur Bio-Landwirten bekehren. Auf solche Hilfe werden die Bauern gerne verzichten. Wahrscheinlich erinnern sie sich auch noch mit Schrecken an die “Hilfe”
der grünen Heimsuchung Künast.
Übrigens Herr Süß: Die Almbauern werden durchaus gefördert. Ob die unbedingt von der EU kommen müsste, ist eigentlich egal. Jedenfalls ist die Förderung meines Wissens viel zu bescheiden.
Das wird man aber erst begreifen wenn es nicht mehr genügend Idealisten gibt, und dann die Gemeindearbeiter die Almen für den Tourismus pflegen müssen.
Nicht nur für die Touristen, sondern auch für die Einheimischen. Wo keine Beweidung staatfindet, bleibt das Gras lang und Schnee und Eis ziehen es dann im Frühjahr mitsamt den Wurzeln mit ins Tal. So entstehen Erosionen mit all ihren Folgen für alle.
Zum Spamschutz: Mit 17 hatt’ ich noch Träume…
Karl-Heinz sagt:
Vielleicht ist es zur Problemlösung hilfreich das Buch:
“Wenn das Schlachten vorbei ist”
von T.C.Boyle zu lesen.
Wir von der Verbändeallianz des Naturschutzes haben uns längst die Terretorien der Almbauern für unsere Ziele und als Aktionsfeld ausgesehen. Noch so viel dagegen sträuben wird am langen Ende den Alplern nichts nützen.
Es ist dringend nötig, dass die Almbauern endlich zur Vernunft kommen, sonst gibt es in wenigen Jahren kein intaktes Ökosystem mehr in den Alpen.
Ich hoffe, die obigen Aussagen sind mit einem gewissen Sarkasmus angehaucht.
Ansonsten handelt es sich bei Ihnen um ein ziemlich radikales Exemplar eines “Naturschützers”, der einer eigentlich guten Sache – nämlich dem Bewahren der Natur vor Zerstörung, Ausbeutung, … durch den Menschen – keinen wirklich guten Dienst leistet.
Aussagen wie “da hilft das viele Sträuben nichts….” kennt man doch eher von Politikern, die auf Biegen und Brechen etwas durchsetzen wollen (z.B. eine Autobahn durchs Isental, etc.).
Auch Ihre Auffassung, daß Naturschützer sich die Territorien der Alpbauern für ihre Ziele und als Aktionsfeld überhaupt “aussehen” können, halte ich für äußerst bedenklich. Für mich heißt das frei übersetzt, sie wollen gezielt auf anderer Leute Grund mitreden und Vorschriften machen. Dabei will ich das Wort “Aktionsfeld” noch nicht mal negativ deuten im Sinne von “Projektchen”, bei denen man auf 20m² versucht, sich eine pseudo-heile Welt zu basteln (oder das, was sich der naturentfremdete Mensch heutzutage darunter vorstellt).
Außerdem ist mir der Zusammenhang unklar, warum ausgerechnet die im Film gezeigten Alpbauern (und die Alpwirtschaft im Generellen) das Ökosystem der Alpen aus den Fugen bringen sollen? Nur weil sie gegen die Ansiedelung von Wolf und Luchs sind? Oder einen Fahrweg bauen wollen? Was verstehen Sie bitte unter Ökosystem?
Dazu nur zwei kleine Denkanstöße:
Was meinen Sie, wie gerade die bayerischen Alpen ohne Alpwirtschaft ausschauen würden? Blühende Wiesen, Artenvielfalt und der gleichen? Eher nicht – es wäre überall schlicht und ergreifend Wald!
Über kurz oder lang wächst in der Natur im wörtlichen Sinne über (fast) alles Gras drüber. Und was die Natur auf lange Sicht von den Eingriffen der Menschen hält, sieht man dort, wo der Mensch nicht mehr wirtschaftet – es wächst zu. Und das schneller, als man vermuten mag (siehe aufgelassene Alpflächen). 20 Jahre sind für uns vielleicht lang, für die Natur nicht.
Freut sich da jemand, dass er Macht ausüben könnte?!
Über anderer Leute Grund und Boden bestimmen könnte? Wenn Generationen von Alpbauern nicht tätig gewesen wären, schauten Sie schon längst ins Ofenfrohr.
Ich kann mich dem Auch-ein-Naturschützer nur anschließen und den Bauern alles Gute wünschen!
Einbildung ist auch eine Bildung.
Die Bauern werden sich eher Peitschen mit ziemlicher Reichweite besorgen, um Zeitgenossen ihrer Coleur von den Höfen zu verjagen.
Naturschützer drückt es zwar etwas ungeschickt aus, öffnet aber unverblümt die Augen. Bisher hat die Verbandsspitze des BBV mit den Naturschutzverbänden gekuschelt, um so leichter an Gelder aus diversen Naturschutzfonds bzw. -etats zu kommen. Diese kurzsichtige Blickweise wird sich auch in Zukunft nicht ändern, aber bitter rächen. Für finanzielle Mittel schlucken die Grundeigentümer dafür gerne die eine oder andere Kröte – oder sie müssen sie einfach schlucken. Völlig folgerichtig werden dafür nun Gegenleistungen gefordert.
Denn wer sich in die finanzielle Abhängigkeit von größeren Interessensgemeinschaften wie der Naturschutzverbände begibt, wird am langen Ende auf der Strecke bleiben. Dieser Verbändeallianz schwebt eine völlig andere Welt vor. Leider macht uns finanzielle Gier manchmal blind!
Aufwachen!