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2011 wurde die Energiewende bejubelt – 2012 kehrt langsam Ernüchterung ein. Frischen Wind soll der neue Umweltminister Altmaier bringen, doch in welche Richtung soll der blasen? Die Stromriesen pochen auf Energie-Zentralismus, obwohl zwischen Offshore-Windparks und Endverbrauchern kaum Netze ausgebaut sind. Eine dezentrale Lösung wäre billiger, so die Gegner. Zerplatzt der Traum vom Energiemärchen? Eigentlich komisch, wo doch inzwischen alle Solaranlagen zusammengenommen zeitweise gleichviel Strom liefern wie 20 Atommeiler.
Mehr zur Energiewende auch von Ministerpräsident Horst Seehofer in dieser quer-Sendung: Seehofer im Studio: Energiekonzerne in der Schmoll-Ecke
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Ein ähnliches Desaster wie die Musikindustrie erlebt, wollen die großen Energie-AGs
nicht erleben. Denn das droht Ihnen, wenn nun die kleinteilige Solarstromerzeugung und die vielen anderen kleinen Ökostromlieferanten und Energiesparer überhand nehmen. Herr Röttgen und Herr Rösler haben da wohl schon einiges von diesen Großunternehmen zu hören bekommen und die Solarförderung gleich mal kürzen wollen.
Und dann jetzt noch das: an Pfingsten ca. 40% Solarstrom Einspeisung beim täglichen Stromverbrauch. Da kann mancher Vorstandsvorsitzende schon erschrecken. Denn die großen 4, EON, EnBW, RWE und Vattenfall haben nie wirklich auf Solarstrom, Biogas und Erdwärme, usw. gesetzt.
Jetzt kann nur noch die Windenergie als klotziges Großprojekt die Kasse füllen.
Man kann ohne wenn und aber sagen, die Energiewende haben sie verschlafen.
Ich hör schon die Rufe: lieber Staat gib “uns” doch lieber die Subventionen und nicht den Solarträumern. Ich kann nur empfehlen, sich die Vorteile einer kleinteiligen Ökostromerzeugung anzuschauen, Stichwort u.a. Microgrid usw.
Sogar Siemens findet das optimal.
Unsere Wirtschaftseliten haben die Bedeutung ökologischer Nachhaltigkeit noch immer nicht richtig erkannt. Mein Fazit: die Welt steht nicht still, selbst nicht für DAX-Unternehmen.
Walter Keil, danke für den Beitrag. Ich stimme vollinhaltlich zu. Die großen 4 müssen eine höllische Angst vor Dezentralisierung jeder Art zu haben.
Kleine Leute wie ich stellen sich die Zukunft in einem ganz kleinen Ausschnitt so vor: meine Photovoltaikanlage auf meinem Dach bedient tagsüber eine Ladestation, die dann nachts mein Elektromobil lädt. Der PV-Gleichstrom wird mit kleineren Verlusten als beim Wandeln DC-AC weiterverarbeitet und gespeichert. Die großen 4 verdienen dabei natürlich nichts, denn die benötigten Leitungen sind nur wenige Meter lang.
In 50 Jahren werden die fossilen Vorräte so teuer sein, dass es keine andere Lösung wie die beschriebene oder ähnliche geben wird. Wonach gieren die großen 4 dann?
Abwarten (=Aussitzen) reicht nicht. Unsere Kinder, Enkel und weitere werden es uns nicht verzeihen.
Bei den meisten Leuten ist es immer noch nicht angekommen. Man muss einfach nur sinnvoller und sparsamer mit Strom umgehen. So erreichen wir die Energiewende am schnellsten!
Straßenlaternen brennen oft die ganze Nacht, als müssten Leute Nachts auf der Parkbank Zeitung lesen können! Manche Straßenlaternen brennen auch tagsüber! Das sind nur einige Beispiele.
Wenn der hohe Norden windintensiver ist als der Süden, dann macht es doch keinen Sinn, diesen Strom von dort nach Süddeutschland zu leiten! Die Alpen ab einer Höhe von mehr als 2000 m sind ebenfalls sehr windintensiv!
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Hier fehlt es noch gewaltig an Einsicht!
Windkraftanlagen auf den Bergen der Alpen?
Da sind Proteste sowohl aus der Ökoecke als auch von der Touristenbranche garantiert. Nebenbei ist der Bau dort alles andere als einfach.
Und zum Thema Stromeinsparungen: Deutschland hat den zweithöchsten Strompreis Europas, es wird schon gespart wo es geht, und wo es nicht geht, wandert man aus (wie so mancher Industriebetrieb, und das trotz Reduzierung der EEG-Umlage)
“Straßenlaternen brennen oft die ganze Nacht, als müssten Leute Nachts auf der Parkbank Zeitung lesen können!”
Es lohnt sich nicht, nachts große Kraftwerke abzuschalten. Deshalb wird die überschüssige Energie in Straßenlampen verbraten.
Das ist die Grundlast, die angeblich unbedingt bereitgestellt werden muss. Wenn wir noch mehr Fotovoltaikanlagen kriegen, gehen die Straßenlaternen aus.
… und warum brennen dann auch sehr viele Straßenlaternen tagsüber?
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… und seit wann haben die Touristen zu entscheiden, was sinnvoll ist? Wenn man auf dem Meer Windkraftanlagen dulden kann, dann sollte man auch Windkraftanlagen im Gebirge dulden.
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Die Stadt München verbraucht in Bayern den meisten Strom, aber der wird größtenteils außerhalb von München produziert und der Atom-Müll wird nicht in München gelagert! Also sollten die Oberbayern und vor allem die Münchner sich ein bißchen fairer verhalten, vor allem wenn es um den Stromverbrauch geht. Die Münchner können den Luftraum über München so überwachen, dass keine Flugzeuge in der Luft zusammenstoßen können, aber den Schalter für die Straßenlaternen usw. finden sie nicht! Also lässt man die Laternen einfach Tag und Nacht an. Macht nur so weiter……
Das Problem bei der Energiewende ist der Wahn um die Grundlast.
Grundlast ist nur entstanden, weil Atomkraftwerke nicht regelbar sind. Es gibt überhaupt keinen Grund, rund um die Uhr so viel elektrische Energie zu verbrauchen. Man muss die Energie verbrauchen, wenn sie vorhanden ist.
Elektroautos sind dazu hervorragend geeignet. Da kann man nämlich mehrere Akkus vorhalten, die man auflädt, wenn der Wind weht. Es ist auch völliger Blödsinn einen Akku fest ins Auto einzubauen. Wir brauchen standardisierte Akkus, zB im Bierkastenformat. Dann fährt man mit dem einen Akku, den man zu Hause hat zur Akku-Lager und lädt sich ein paar Akkus ein. Dann fährt man zwei Stunden bis zum nächsten Akku-Lager, und tauscht.
Jaja. Das ist ganz kompliziert. Dafür braucht man noch jahrelang Entwicklung. Ich schlage Bierkistenformat mit 24 Volt vor, möglicherweise aus 20 Einzelakkus im Bierflaschenformat mit jeweils 1.2 Volt, alles Standard. Und ich würde mich schämen, für diesen grandiosen Vorschlag Lizenzkosten zu verlangen.
Man kann seinen Hausstrom hervorragend aus Fotovoltaik holen. Dann lässt man die Kühltruhe am Mittag auf -24 Grad kühlen und lässt sie bis zum nächsten Mittag auf -18 Grad steigen.
Nachts braucht man nur Licht. LED verbraucht nicht viel. Und vllt noch einen Computer oder einen Fernseher. Dafür reichen ein paar Bleiakkus.
So richtig dicke Böllermänner wie Hochöfen können auch mal ein paar Stunden warten. Irgendwann weht mal wieder der Wind. Das kommt auch nicht plötzlich. So etwas weiß man ein paar Stunden vorher. Dann kann man die Arbeiter ranholen.
Man könnte auch mal einen Güterzug für ein paar Stunden auf ein Abstellgleis stellen. Das kostet ein paar Züge und ein paar Lokführer in Bereitschaft.
Und Windgas ist der letzte Mist. Statt mit elektrischer Energie Wasserstoff zu erzeugen und ins Gasnetz einzuspeisen muss man, wenn der Wind weht, Kraftwerke abschalten, und so Gas oder Kohle einsparen.
Den Vogel schießt aber noch der Vorschlag ab, teure, auf Leichtgewicht getrimmte Akkus für Autos, beim Puffern von elektrischer Energie zu verschleißen. So etwas kann nur der Cem 80-Gigabyte Ozdemir (googel nach “özdemir gigabyte”) ernsthaft behaupten.
Nun, offensichtlich versuchen aber auch noch Energieriesen wie E.ON den Staat unter Druck zu setzen, in dem sie mit dem Abbauch von tausenden von Stellen drohen und die Schuld der Energiewende in die Schuhe schieben.
Und sie drohen nicht nur. E.ON setzt das gerade in die Tat um.
Unter Anderem soll es eine neue BusinessUnit in Rumänien geben, die hier in unseren Landen tausende von Arbeitsplätzen ersetzen wird. Damit wird das Geld der Kunden, dass der Konzern in Jahren erwirtschaftet hat, mal schön in ein anderes Land investiert. Auch das Geld, was eigentlich mal die Steuerzahler geblutet haben, damit die Netze so dastehen, wie man sie heute vorfindet, geht damit als Kapital weit über die Grenze des Staates.
Das ist nicht in Ordnung.
Ich bin nur gespannt, ob der unterschwellige Erpressungsversuch denn Früchte trägt. Meiner Meinung nach darf das nicht sein.
Gaskraftwerke – die große Lüge
„Wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, dann schalten wir einfach die Gaskraftwerke ein.“
Leider hat sich auch Herr Süß diese freche Lüge aufbinden lassen.
In einem Gaskraftwerk wird in einer Turbine Gas verbrannt und daraus Drehung erzeugt. Diese Drehung wird dann in einem Generator zu Strom umgewandelt.
Turbine und Generator sind mit einer Welle verbunden. Diese ist viele Tonnen schwer. Wegen dieser großen Masse kann man ein Gaskraftwerk nicht einfach so hochfahren und wieder abschalten. Das geht nur ganz, ganz langsam. Das Auslaufenlassen muß beispielsweise vierzehn Tage dauern. Sonst würde sich diese Welle verziehen.
Folge: Die Gaskraftwerke kann man nicht so einfach einschalten, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Sie müssen nicht ersatzweise, sondern PARALLEL zu den Wind- und Sonnenanlagen laufen!
Ja, dann kann man die Gaskraftwerke auch alleine laufen lassen. Und kann sich die Wind- und Solaranlagen schenken. Kurz: Die „Energiewende“ mittels Wind und Strom ist ein plumpes Märchen.
Dieses Faktum ist bei denen „da oben“ wohlbekannt. Trotzdem erzählen sie uns „aus politischen Gründen“ weiterhin dieses Märchen. Und Christoph Süß und der Rest der Nation fallen darauf rein. Weil sie keine Lust haben, sich gründlich zu informieren, bevor sie solchen Unsinn nachplappern.
Sauber recherchierter Journalismus sieht anders aus. Ganz anders.
Bei Wikipedia steht unter “Spitzenlast”, dass ein Gasturbinenkraftwerk innerhalb von Minuten hochgefahren werden kann.
Strahltriebwerke von Flugzeugen sind auch Gasturbinen, und die müssen auch nicht stundenlang vorher angeschaltet werden.
Es gibt auch keinen Grund, einzelne Gaskraftwerke mit 100 MW zu betreiben. Da nimmt man besser zehn kleine mit jeweils 10 MW. Eins davon können direkt beim Windpark stehen, dann spart man sich die zusätzlichen Leitungen, und der Windpark liefert mindestens 10 MW, wobei das Gaskraftwerk meistens nur herumsteht, und auf Flaute wartet.
Der richtige Weg zur Energiewende
Lieber Herr Süß,
man muß dort mit Sonnenkraft Strom erzeugen, wo die Sonne scheint!
Das ist: in der spanischen Extremadura, im italienischen Mezzogiorno, auf den griechischen Inseln. Und natürlich in Nordafrika.
Die richtige Technik ist bereits bekannt: Spiegelkraftwerke (Solarthermie, CSP).
Mit vielen Spiegeln wird das Sonnenlicht auf einen Punkt konzentriert. Dort entsteht Hitze von mehreren Hundert Grad. Mit dieser Hitze wird Dampf erzeugt. Und mit dieser Dampfkraft wird Strom produziert.
Der Strom wird über Erd- und Seekabel nach Deutschland transportiert.
Tagsüber wird in einem riesigen Tank flüssiges Salz auf 450 Grad erhitzt. Das reicht aus, um die Generatoren auch nachts laufen zu lassen, wenn keine Sonne scheint.
Es existieren bereits großtechnische Modellanlagen, die sofort übernommen werden könnten.
Die „da oben“ wissen das seit langem. Sagen es uns aber nicht. Sondern erzählen uns immer wieder das Märchen von der Energiewende mittels Wind und (heimischer) Sonne. Und zwar deshalb, weil sie glauben, dass wir, das Volk, diesen Schmu hören wollen.
Und Sie, Herr Süß, sind offensichtlich auch auf dieses Märchen hereingefallen
Das sind aber wieder zentrale Installationen mit Frühstücksdirektorposten für abgehalfterte Parteibonzen. Der Vorteil im Wirkungsgrad wird dadurch vernichtet.
Für die nächsten zwei Jahrzehnte sollte man das aber unbedingt tun, und zwar von vielen Richtungen aus. Da wäre zB eine Leitung von Südnorwegen zum stillgelegten AKW Unterweser. Damit könnte man problemlos die Leistung das AKW Unterweser wiederherstellen. Die Leitungen sind bereits da. Außerdem ist Wasserkraft aus Norwegen flexibel. Da kann man auch über Mittag warten, bis die Fotovoltaik nachlässt.
In den Wüsten ist ganz viel Platz. Da kann man ruhig klotzen statt kleckern und mit einem miesen Wirkungsgrad von 20% Methanol herstellen.
Das wäre übrigens etwas für die USA. Die haben eine riesige Armee, die doch mal in Arizona solarthermische Kraftwerke bauen könnte, statt irgendwo auf der Welt ihr Unwesen zu treiben.
Ich finde es eine Frechheit wie die jetzige Regierung die Energiereform umsetzt.
Eine Trasse vom Norden hilft lediglich nur zur Grundversorgung und selbst diese könnte Bayern sicherlich auch selber leisten.
Meiner Meinung nach würde die Eigenverbrauch Nutzung im Eigenheim ein deutliches Wegzeichen setzen was jedoch nicht überall erwünscht ist.
Bei Baumaßnahmen in Altstädten wird vom Denkmalamt her schon von vornherein ein “no go” ausgestellt sei es für Brauchwasserkolektoren als auch für Photovoltaikanlagen zur Eigenverbrauchsnutzung. Fährt man hier jedoch aufs Land sieht man die leer stehenden Heustadl mit den entsprechenden Anlagen drauf.
Es sollten diesbezüglich nicht Bürger dafür bestraft werden wenn sie selbst dafür sorgen wollen das ihr Strom vom heimischen Dach kommt.
Da fragt man sich nur wie soll das weitergehn?
In Bayern gibt es nicht nur Energie aus Wind und Strom, wir haben auch Wasser. Diese Kraftwerke sind bereits vorhanden. Vielfach ist da, ohne die Umwelt zu zerstören, die Möglichkeit von Speicherpumpkraftwerken gegeben.
Da die aber meist im Besitz der großen vier Energieversorger sind, muss man halt Regelungen einbauen, dass die sich nicht mit diesen schon lange existierenden Kraftwerken eine goldene Nase holen.
Soll die Energiewende zukunftsfähig und für alle finanzierbar auf Dauer Erfolg haben, muss man flexibel sein. Das wird aber mit nur wenigen großen Energieriesen nicht umsetzbar sein.
Beim Lesen mancher Kommentare fühle ich mich in die Welt des Fußballs versetzt.
Viele kleine “Stammtischnationaltrainer” stellen dem Yogi Löw die National-
mannschaft auf.
Theoretisieren läßt sich leicht.
Die praktischen Entscheidungen müssen aber die Verantwortungsträger treffen.
Bei der extremen Vernetzung von Industrie, Wirtschaft und Verkehr fällt es nicht
leicht, die Wünsche aller Interessengruppen zu erfüllen und das im Konsenz zur
Bevölkerung.
> Bei der extremen Vernetzung von Industrie, Wirtschaft und Verkehr
> fällt es nicht leicht, die Wünsche aller Interessengruppen zu erfüllen
> und das im Konsenz zur Bevölkerung.
Die extreme Vernetzung ist ein Problem.
Ich weiß schon, dass man mit Fotovoltaikanlagen auf Häuserdächern nicht mal eben ein Stahlwerk betreiben kann. Aber das ist das Problem des Stahlwerks.
So ein Stahlwerk kann einen Offshore-Windpark gebrauchen. Aber dann soll das Stahlwerk bitte auch die Leitung bezahlen. Möglicherweise lohnt sich dann auch ein Stahlwerk in Schleswig-Holstein.
Wenn man das alles extrem vernetzt, wird ein Stahlwerk in Thüringen gebaut, weil die lange Leitung von Bayern mit Fotovoltaik auf dem Dach bezahlt wird.
Ein Beispiel zum Unfug, der bei Vernetzung rauskommt, insbesondere wenn Finanzfachleute und keine Techniker entscheiden.
Da kauft ein Schwarzwälder Ökostrom aus Finnmark und haben ein gutes Gewissen. Jemand aus Finnmark kauft Atomstrom aus Fessenheim, und die Physik stimmt wieder.
Der Schwarzwälder zahlt mehr, aber der Finnmarker auch. Deswegen heizt der Finnmarker jetzt mit Öl, obwohl er seit 50 Jahren elektrisch geheizt hat.
Sehr geehrter „Lohengrin“, bitte nehmen Sie zur Kenntnis:
+ Sie schreiben, „dass ein Gasturbinenkraftwerk innerhalb von Minuten hochgefahren werden kann.“
- Das gilt nur für Mikro-Kraftwerke, die im Hauskeller stehen.
+ „Strahltriebwerke von Flugzeugen sind auch Gasturbinen, und die müssen auch nicht stundenlang vorher angeschaltet werden.“
– Deren Masse ist auch millionenfach kleiner als die der Kraftwerke. Außerdem haben Flugzeugturbinen keine Welle, welche nun mal der empfindlichste Punkt ist. Die Wellen in den Kraftwerken wiegen hundert Tonnen und mehr, sind aber auf Toleranzen von unter Einhundertstel Millimeter gearbeitet! Damit sie richtig rund laufen. Und damit diese Toleranzen eingehalten werden, dürfen sie nur ganz, ganz langsam hoch- und runtergefahren werden.
+ „Es gibt auch keinen Grund, einzelne Gaskraftwerke mit 100 MW zu betreiben. Da nimmt man besser zehn kleine mit jeweils 10 MW. Eins davon können direkt beim Windpark stehen“
- Sie übersehen, dass diese Solo-Kraftwerke ebenfalls mit Gas versorgt werden müssen. Tausende von Kilometern an Gasleitungen müssten verlegt werden – eine Illusion.
Zweitens fällt das Gas nicht vom Himmel. Sondern es kommt aus Russland. Und wenn nun der Russe den Gaspreis vertausendfacht, oder gar „nijet“ sagt? Dann gehen in Deutschland die Lichter aus!
Kurz, es bleibt dabei: Gaskraftwerke als Ersatz für Wind und Sonne sind ein totgeborenes Kind. Und deshalb ist eine Energiewende, welche auf Gaskraftwerke als Reserve setzt, eine bewusste Hinterslichtführung der Nation.
> + Sie schreiben, „dass ein Gasturbinenkraftwerk innerhalb von Minuten
> hochgefahren werden kann.
> Das gilt nur für Mikro-Kraftwerke, die im Hauskeller stehen.
Schau mal nach Gasturbinenkraftwerk Ahrensfelde. Das hat 150 MW und kommt in sieben Minuten hoch.
> + „Strahltriebwerke von Flugzeugen sind auch Gasturbinen, und die müssen auch
> nicht stundenlang vorher angeschaltet werden.“
> – Deren Masse ist auch millionenfach kleiner als die der Kraftwerke.
Ein Rolls-Royce RB.211 wiegt über vier Tonnen.
> Außerdem haben Flugzeugturbinen keine Welle, welche nun mal der empfindlichste
> Punkt ist.
Was glaubst du wie sich das Ding vorne dreht? Da ist eine ziemlich dicke Welle drin. Und die übertragene Energie ist verdammt groß.
Wenn so eine Boeing 747 in 12 Stunden 150 Tonnen Kerosin verfeuert (Kerosin hat etwa 40 MJ/kg), dann macht das im Durchschnitt 35 MW thermisch pro Triebwerk.
Dieses Triebwerk ist von der Größe her in etwa das, was in einem Gasturbinenkraftwerk 15 MW eliktrische Energie liefert.
> – Sie übersehen, dass diese Solo-Kraftwerke ebenfalls mit Gas versorgt werden
> müssen. Tausende von Kilometern an Gasleitungen müssten verlegt werden
> – eine Illusion.
Es gibt überall in Deutschland Gasleitungen. Hier führen sie am Windpark vorbei.
Die Frage ist, ob man das Kraftwerk an der Gasleitung baut, und dann Elektroleitungen legt, oder ob man das Kraftwerk an die Elektroleitung baut, und Gasleitungen legt.
> Zweitens fällt das Gas nicht vom Himmel. Sondern es kommt aus Russland.
> Und wenn nun der Russe den Gaspreis vertausendfacht, oder gar „nijet“ sagt?
> Dann gehen in Deutschland die Lichter aus!
Dann haben wir Zeit bis die Vorräte verbraucht sind. Bis dahin kann man auch die Kohlekraftwerke wieder anschmeißen.
Damit die anderen Bloger nicht die Lust an Kommentieren ob der ständigen
Fachstreitigkeiten verlieren, die Energiewende aus anderer Sicht.
Wenn man das Schlagwort “Energiewende” gründlich hinterfragt, eröffnen sich
geradezu philosophische Aspekte.
Zum Gelingen muß die Bevölkerung den größten Beitrag leisten durch grundsätz-
liches Umdenken und Verzicht auf Egoismen. Dazu müssen die Gruppen mit ins
Boot geholt werden, denen die Einsicht in die Notwendigkeit fehlt und die
“Frosch- und Löwenzahnschützer”, die Blockdenken zum Prinzip erklärt haben.
Ich könnte mir vorstellen, daß vergleichsweise während der Reformation ähnliche
Prozesse stattgefunden haben. Im diesem Sinne: ein Denkanstoß.
Laßt uns den Buß- und Bettag als Feiertag wieder einführen und ihm seinen
eigentlichen Sinn wiedergeben.
Nämlich Buße tun, indem man ihn zum autofreien Feiertag erklärt.