Seit der Gemeinderat in Neubeuern in Oberbayern beschlossen hat, zwei Kastanien auf dem Marktplatz zu fällen, geht ein tiefer Riss durch den Ort. Die Menschen fühlen sich übergangen und wollten per Bürgerentscheid den Gemeinderat dazu zwingen von seinen Plänen abzusehen. Doch das ist seit gestern obsolet: denn in einer unangekündigten Aktion wurden die Kastanien kurzerhand gefällt. Und jetzt kocht die Wut der Bürger erst so richtig hoch.
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Typisch für die “große Politik”, die Volkeswille reihenweise ignoriert, doch dass sich Kommunalpolitiker, 1 Jahr vor wichtigen Wahlen, derart drastisch gegen die eigene Bevölkerung stellen, ist schon ein sehr starkes Stück aus dem Tollhaus!
Hallo,
bzgl. den Kastanien bin ich wieder einmal mehr schockiert. Die Bäume, (unabhängig davon, was ich sonst noch für Bäume empfinde), haben den Liebreiz dieses Platzes ausgemacht. Für Viele sind markante Bäume an markanten Plätzen ein Stück Identität. Wer auch immer auf die Idee kam, unbedingt eine langweilige, nichtsaussagende einheitliche Fläche mit den Umbau-Maßnahmen dieses Platzes zu kreieren, hat sich dabei keine Freunde gemacht. Zudem die Bürger noch nicht einmal die Gelegenheit hatten, dazu ihre Meinung äußern zu dürfen. Nun, mit der Umgestaltung dieses Platzes, bzw. deren Durchführung, hat sich jemand ein Negativ-Denkmal gesetzt.
Ich bin ja nur froh, daß es in Bayern auch kritische Menschen gegen ihre Politiker gibt und sich “trauen” dies auch öffentlich zu äußern. Dieses
“wirhabenesbeschlossenunddamitbasta”-Mentalität hätten gerne viele Politiker und vergessen anscheinend immer mehr, daß die Demokratie auch die Meinung der Bürger beinhaltet.
Aha, die finanzielle Förderung ist so verlockend, daß über die Köpfe der Bürger und Wähler hinweg entschieden wird. Derartiges Handeln wird hoffentlich beim nächsten Bürgerbegehren oder spätestens bei der nächsten Wahl honoriert und den Bürgermeister und die Gemeinderäte aufrütteln in ihrer Abgehobenheit und Ferne zur Bevölkerung. Die aufkeimende Wut und den Zorn der Leute vor Ort verstehe ich sehr gut.
Zu welcher Partei gehört eigentlich der Bürgermeister dieses Ortes, der die Bäume als “sein Eigentum” behandelt – und entsorgt – hat?… Kam im Filmbericht nicht rüber….
Die Bürger dort sollten sich solcher “Volksvertreter” schnellstens entledigen…
Grüsse von Niddl59
Als Außenstehender kann man zu dem Thema: „Kastanien spalten Marktgemeinde Neubeuern“ keine Kommentare abgeben. In allen Berichten (Presse und Fernsehen) sind einseitig Informationen weitergegeben oder sogar falsch dargestellt worden. Das Bürger und Passanten im Radio, Fernseher und an Demoveranstaltungen Meinungen auffangen und ohne zu hinterfragen weiter geben ist halt in Mode gekommen, man hat ja sonst nichts zu tun! Wenn’s um Naturschutz geht sowieso! Außerdem bin ich der Ansicht, Grabkreuze und -lichter aufzustellen um an Bäume zu gedenken ist pietätlos und verstorbenen Menschen nicht gleichzusetzen.
Die Entwürfe zur Marktplatzumgestaltung sind in vielen öffentlichen Sitzungen erklärt und mitgeteilt worden. Hierzu gehört auch die probeweise, halbjährliche Sperrung (in den Sommermonaten) des Oberen Marktplatzes in Neubeuern als Fußgängerzone; dies ist allein schon ein toller Erfolg gewesen. Für unsere Gäste aus Nah und Fern, aber auch für uns Neubeurer – für Jung und Alt – vor allem aber für die Gastronomie ein absoluter Gewinn. Auch hier waren die gleichen „Gegner“ zugange. Es sollte jede frei verfügbare Fläche Parkplatz bleiben. Der Erfolg hat Besseres beschert.
Habt Vertrauen, der Marktplatz wird wunderschön, mit italienischem Flair und Atmosphäre, wie es sonst im Landkreis Rosenheim kaum zu finden ist, …und mit der kleinsten Fußgängerzone Deutschlands. Falls es wirklich notwendig sein sollte, werden kleinere Bäume ja wieder nachgesetzt. Das wird sich zeigen.
Die Baumfällung ist eine gute, längst fällige Entscheidung, denn manchmal zerredet der Bürgerwille auch Positives. Sich in die Länge ziehende Diskussionen helfen hier nicht weiter.
das eigentlich Traurige an der Geschichte ist doch die Aussage ihres Bürgermeister
Josef Trost (CSU): “ja da bekommen wir ja 60 % Zuschuß!”
Zuschuß, Zuschuß und schon wird jede hirnlose Geldverschwendung gut geheissen.
Und bei so einer sinnlosen Geldverschwendung von Steuergeldern, darf ich sehr wohl auch als Aussenstehender mitreden. So ist das in der Demokratie, auch wenn Sie was anderes gewohnt sind.
Diese hirnlose Idiotie zeigt sich auch in Ihren Gedankengängen…ja dan pflanzen wir halt (Steuergeldbezahlt) wieder kleinere Bäume ein.. kost ja nix! oder wie?
Naja… dann muss sich der Bürgermeister ja keine Sorgen mehr machen, bezüglich der nächsten Wahlen… und die, die an der “infamen und demokratielosen Baumschlachtung” verdienen, auch nicht…
Wir werden sicherlich noch hören… von den Sterbelichter-Leuten aus Neubeuern…und der Zukunft der dortigen “Thronleuten”….
Ja wo samma denn, in Italien oder in Bayern? Wer braucht italiensches Flair? Kitschfreies bayerisches Flair wäre angesagt.
Endlich ein vernünftiger Kommentar – Danke!
Leider wird in der öffentlichen Bereicherstattung drei oder vier selbsternannten “Kastanienrettern” viel zu viel Aufmerksamkeit eingräumt. Es gibt in Neubeuern sehr viele Bürger, die hinter der Entscheidung des Gemeinderats stehen. Unser demokratisch gewählter Gemeinderat hat (übrigens über Parteiengrenzen hinweg) ein klares Votum abgegeben.
Wo kämen wir denn hin, wenn bei jeder Entscheidung des Gemeinderats ein Bürgerbegehren aufgesetzt wird. Bei einem Gewerbegebiet geht das in Ordnung, aber bei zwei Kastanien ist die Verhältnismässigkeit nicht gegeben. Die Verhältnismässigkeit ist auch überschritten mit dem Aufstellen von Grablichtern und Kreuzen. Das hat “Kasperltheater”-Mentalität (auf das leider die Berichterstattung nur zu gerne aufspringt).
Wenn so viele Bürger hinter der Entscheidung der Bürgermeister stehen, warum haben dann die beiden Herren – quasi über Nacht – die ehrwürdigen Kastanienbäume schnell abholzen lassen?…
Mir scheint, sie hatten wohl “Angstträume” vor Bürgern, die ihr Leben selbst bestimmen wollen…
Was das “italienische Flair” betrifft… immer gerne – aber nur dort, wo es keine wunderbaren, alten Kanstanienbäume verdrängt, nur um an Zuschüsse zu kommen…
Nachtrag:
Laut Homepage der Gemeinde Neubeuern wurde die Entscheidung der sofortigen Baumfällung – trotz Bürgerprotest – nur von den beiden Bürgermeistern entschieden…
Zitat:
[Hineinkopierten Copy/Paste-Inhalt entfernt. Siehe Kommentarrichtlinien]
Soviel zur Demokatie in Neubeuern….
Wenn man in Neubeuern ein “italienisches Flair” braucht ist das Vertrauen auf die eigene Wirkung ja nicht allzugroß……..
Liebe Heidi,
das ist Wortklauberei! Waren Sie schon mal in Neubeuern? Es geht hier nicht darum welche Worte man schreibt. Neubeuern ist schön und bleibt das auch!
Liebe Bürgerin aus Neubeuern,
ja, wir waren erst kürzlich als “Gäste” im schönen Neubeuern, sicher haben wir unbewußt die schönen Bäume in ihren letzten Tagen bewundert. Ob wir uns die Neugestaltung ansehen, glaube ich eher nicht oder eben nur auf Durchreise. Trotz unserer verschiedenen Meinungen freundliche Grüße………..
Schön, dass Sie Neubeuern besucht haben. Schade, dass Sie nicht mehr kommen wegen der Bäume. Einen Ort nicht mehr aus diesem Grund zu besuchen, das ist schon merkwürdig. Der Platz wird schön, auch jetzt fällt es den meisten Durchfahrenden gar nicht mehr auf, dass die Bäume weg sind. Lediglich der Saustall, wie z.B. zig abgebrannte kaputte Kerzlichenlichter, Trauerflor usw. stört den Blick. Zum Aufräumen bequemen sich die Kerzenaufsteller nicht, dass sollen dann die beschimpften Gemeindemitarbeiter machen.
Viele Grüße aus Neubeuern
Beim Lesen Ihrer Kommentare kommt bei mir der Eindruck auf, dass Sie ein Interesse am Fällen der Kastanien hatten. Auf alle Fälle war ich kürzlich in Neubeuern und habe selbst beobachtet, dass selbstverständlich die Kerzenlichter entfernt oder neu bestückt wurden. Der Wind in diesen Tagen war aber der Meinung er würde lieber mit den Leuchten spielen. Kerzen lassen sich am besten in Grablichtern aufstellen, so haben sie einfach überhaupt eine Möglichkeit zu brennen. Trauerflor ist für das Beerdigen der Demokratie im Ort angebracht und die Gemeindemitarbeiter wurden von niemandem beschimpft. Dass die ihre Arbeit machen ist selbstverständlich. Sie hätten wohl um ihren Job bangen müssen, wenn sie sich geweigert hätten “das Kommando”, das Hr. Trost dem stellvertretenden Bauleiter “gegeben” hat , nämlich die Fällung, zu “vollziehen” (Zitate des Bürgermeisters beim Interview quer) Warum wohl der Bauleiter selbst nicht anwesend war? Hätte der eventuell Einwände gehabt? Für mich gehören Kommandos in die Bundeswehr und Fällungen sind eigentlich auch keine Hinrichtungen, die vollzogen werden.
Noch einmal zu den Grablichtern und Kreuzen. Grablichter wurden schon im Kalten Krieg aufgestellt um dem Wunsch nach der Wiedervereinigung Ausdruck zu verleihen. Die Kreuze habe ich so verstanden, dass die Demokratie begraben wurde.
Mir tun die Neubeurer Leid, bei denen Politikverdrosssenheit aufkommt, weil ihre Meinung nicht im geringsten berücksichtigt wird. Ein Bürgerbegehren, das bereits in vollem Gange ist durch eine Fällung einfach zu ignorieren gehört aber sicher nicht in eine Demokratie.
Die Bürgermeister der CSU leisten sich in vielen Gemeinden Bayerns Gott sei Dank zurzeit ähnliche undemokratischen Handlungen, da ist nur zu hoffen, dass alles kurz vor der Landtagswahl noch einmal zur Sprache kommt. Liebe Bürgermeister haut euren Bürger weiter so vor den Kopf. “Es muss um etwas Wichtigeres gehen” (quer-Beitrag, Hr.Trost). “Der Bürger war so nicht ganz einverstanden” (quer). “Jetzt nach der befohlenen Baumfällung ist der Bürger noch weniger einverstanden” (quer). Ein neues Bürgerbegehren “um den Neubeurer Bürgermeister abzusägen” (quer) ist eine ganz interessante Anregung. Ich hoffe die Neubeurer lassen sich nicht von zu befürchtenden Repressalien entmutigen.
auf solche Äußerungen, Gemeindemitarbeiter wurden nicht bedroht (diesen wurde gedroht, dass Sie mit Foto als Baummörder ins Internet gestellt werden und vieles mehr!!!) antworte ich nicht mehr.
Neubeuern ist ein tolles Dorf und bleibt es!!!
Da können noch so viele idiotische Kommentare von außen kommen, die interessieren hier wirklich keinen mehr, auch diejenigen nicht, die gegen das Fällen von Bäumen waren.
ja dann ist uns ja allen geholfen. Dann braucht ihr also den Zuschuß, der dem Bürgermeister Trost (CSU) ja gar so wichtig war gar nicht!
wenn alles eh so schön ist.
Danke für die Sparmaßnahme.
oder soll damit der Parkplatz bezahlt werden? für das Hotel? welches jemand aus dem Gemeinderat gekauft hat?
…ach von der CSU ist der Bürgermeister…
na dann ist ja alles klar – mit dem “Recht auf Mitsprache des Volkes”…
…blöde Quatscherei:
Der 1. Bürgermeister ist von der CSU, der zweite Bürgermeister von den Freien Wählern und die Gemeinderäte ebenfalls aus gemischten Lagern. [Teil entfernt. Sachlich bitte. Siehe Kommentarrichtlinien.]
Parteien spielen in Neubeuern keine Rolle! Wie schon einige Male geschrieben wird hier eine Fußgängerzone gemacht, behindertengerechet. Da spricht ja wirklich nichts dagegen. Das Hotel hatte und hat eigene Parkplätze zur Info.
Die Marktplatzgestaltung wird mit Sicherheit zwecks Zuschüssen gemacht; vor Jahrzehnten wurde damit bereits begonnen, den ständig umgebauten Marktplatz wieder zu einer Einheit zusammen zuführen. Man muss schon auch die Hintergründe kennen, wenn man sich andernorts mit Kommentaren beteiligt.
Wenn ich nach Bayern komme, dann möchte ich auch kein Flair aus Sonstwo und in Sonstwo keinen bayerischen Flair. Zudem ist es eine reine private Sache, wie und um wen oder was die Menschen trauern und wie sie dem Ausdruck verleihen. “Pietätlos” betrachte ich die brutale Vorgehensweise, einfach Dinge durchzusetzen und Menschen, die wissen zu glauben, was man unter Pietät zu verstehen hat. Ob da nun einer ein soundsogutes Votum hat oder nicht.
Nun, jetzt darf sich also die “Mehrheit” über die neu erschaffenen Parkplätze freuen und ach jaaaa, wenn man dann noch möchte, dann pflanzt man einfach neue, kleine Bäume wieder hin… na sowas. Nicht zu vergessen, daß man dann in 20, 30 Jahren die wiederum fällen muß, weil bestimmt die Wurzeln irgendwas zerstören, die Autos mit Pollen, Blätter Nektar usw. verschmutzen, Ungeziefer anzieht oder alles verdunkelt oder oder oder…
wie bereits geschrieben, es entstehen hier keine Parktplätze, sondern eine Fußgängerzone! Zu Falschmeldungen sollte man keine Kommentare abgeben!
Hallo liebe Quer-Redaktion!
Ich habe gerade diese Antwort gelesen. Bei mir ist es jetzt genau 13:06 Uhr. Ihre Antwort wurde heute um 13:52 Uhr veröffentlicht!
Ihr habt vergessen, die Uhren auf Winterzeit umzustellen!
Aber die großen Bäume tun mir trotzdem weh, dass die einfach so umgesägt worden sind!
schönen Sonntag!
Das sollte automatisch funktionieren. Aber ab und an, dauert es ein bisschen länger.
Viele Grüße
ADMIN Querulant, quer-Redaktion.
Unvorstellbar, dennoch wahr. Ein Grund mehr meinen Entschluss, vor 12 Jahren Neubeuern zu verlassen, zu rechtfertigen. Hier regiert immer noch Geld, den Ort. Einheimische,angestammte Bürger haben hier nichts zu melden.Mit Demokratie hat das wenig zu tun.Ich fühle mit den Marktplatzbewohnern und es tut mit weh zu sehen,was hier passiert.
Seit wann gibt es einen – politischen – Unterschied zwischen CSU und “Freien Wählern”?… Die Herrschaften werden ab 2013 vermutlich in Bayern zusammen regieren – wenn die CSU händeringend ruft und die Freien Wähler mit Schnappatmung auf ihr aufprallen…
Die Bürger in Neubeuern sollten sich frei schwimmen von derlei politischer “Vormundschaft”…
Gut das Niddl59 den Bürgern dieser Ortschaft erklärt, wer oder was zu wählen sei!
Das Gespür, wann ein politischer Bogen undemokratisch überspannt wurde, haben etliche Bürger in Neubeuern sicher selbst… warten Sie es ab…
Die Fällung der letzten größeren Bäume auf dem Neubeurer Marktplatz komplettiert nur die sukzessive Umgestaltung des Platzes hin zu einer toten Tourismuskulisse, wo die Neubeurer nur noch als Statisten für die Touristen dienen sollen. Denn die Grünflächen wurden nach und nach immer weiter vekleinert, die alten Bäume gefällt (nicht etwa, daß Gefahr im Verzug gewesen wäre), die Einkaufsmöglichkeiten fürs Alltägliche dicht gemacht.
So schaut der Platz jetzt auch aus: Keine schattigen Verweilmöglichkeiten mehr im Sommer um auch mal ein Schwätzchen zu halten, dafür breite Pflaster mit gut ausgebauten Parkmöglichkeiten, schnell abzufotographierende Häuser ohne störende Bäume. Kurz: Schön für den schnell durchlaufenden Tourismus, weniger lebenswert für die Neubeurer.
Dazu kommen in diesem Fall jedoch noch die Privatinteressen der Verantwortlichen: Die neue Eigentümerin des Hofwirts ist – sagen wir mal – sehr eng mit dem Bürgermeister befreundet und die Kastanien schränken die Sicht von dort auf den Marktplatz ein. Für Hotelgäste wären die Bäume jedoch angenehm (Lärm, Hitze im Sommer usw.), für das Vorhaben einer Schickerialokalität ist aber der unmittelbare Blick auf Platz und Kirche selbstverständlich geschäftsfördernd, um Leute aus dem Umland anzuziehen. Dazu fehlen dem Hofwirt Parkplätze direkt vor der Haustür, wodurch ja jetzt Platz geschaffen wurde.
Die zweite Kastanie verdeckte hingegen z.T. den Blick auf den Platz Verkehrsamt, wo man offensichtlich wohl auch der Meinung war im “Interesse der Öffentlichkeit” stets vom Amt aus freien Blick über den Markt und auf seine Untertanen haben zu müssen.
Die angegebenen Gründe sind von den Verantwortlichen hier meiner Meinung nach vorgeschoben, sofern Neubeuern eine relativ reiche Gemeinde ist, aufgrund der hohen Gewerbeeinnahmen und es somit nicht an Geldern für Instandsetzungen u.s. mangelt.
Daß der historisch gewachsenen Struktur des Marktplatzes hier schwerer Schaden zugefügt wurde, nämlich hinsichtlich des lebenswerten flairs hin zur sterilen Kulisse, dürfte selbst für den borniertesten Befürworter offensichtlich sein, der die Entwicklung des Marktplatzes miterlebte. Paßt dann auch der Hofwirt dazu, mit seinen neuen “Ansprüchen”.
Gruß an alle, die ihre Heimat lieben
Schorsch
hallo Schorsch,
danke für die Berichterstattung… Sie zeigt auf, was von Beginn an zu vermuten war…
Da haben sich wohl einge “gewinnbringend verewigt”…
Möge besagten in Zukunft die heisse Sommersonne direkt auf’s Haupt scheinen…
Grüsse von Niddl59
Servus Niddl,
danke für Deine Antwort. Meiner Meinung nach greift hier eine Verkürzung der Problematik auf die reinen Privatinteressen Hofwirtseigentümerin/ Bürgermeister/ Verkehrsamtsödler immer noch zu kurz, weil das ständige Abnicken durch den Gemeinderat nicht klar wird, sowie die vielen Befürworter, hinsichtlich der Umgestaltung des Marktplatzes, dessen Entwicklung ja nun jedem Einheimischen negativ ins Auge springen muß.
Vielmehr dürfte hier das Verhältnis zwischen Neubeuern und Altenbeuern eine grundliegende Rolle spielen, das sich in einem gewissen, historisch gewachsenen, Ressentiment der Altenbeuerer gegenüber den Neubeurern verhärtet hat, in einem bestimmten Neid.
Neubeuern macht historisch v.a. der Markt durch die Innschiffahrt aus, indem Handel entstand, das Handwerk sich niederließ und Neubeuern somit wohlhabend wurde, mit einer bestimmten Offenheit und Fröhlichkeit in der Lebensweise. Zeigt sich in den Häusern, den Moden und Stilen der jeweiligen Zeit entsprechend usw.. Man hatte eine schützende Stadtmauer, die Fronleichnamsprozession als Relikt der Christianisierung der Heiden außerhalb der Mauern findet bis heute statt, da hinten in Altenbeuern umanand. Usf.
Altenbeuern hingegen ist m.V. das geblieben was es immer war: Ein Bauernkaff. Keinen Dorfplatz, außer einem Parkplatz vor der Kirche beim Wirt, keine ehem. Handelshäuser usw.. Ohne Zentrum durch Bauernhöfe geprägt.
Und diese unterschiedlichen Entwicklungen schlagen sich bis heute in den Mentalitäten nieder. Die eingessenen Altenbeuerer beharren darauf, die richtigen Einheimischen zu sein, mit echtem Brauchtum (das was ihnen Max2 aufgrund der Einigung mit Preussen als ihre Kultur verordnete), während die Neubeurer ja irgendwie dahergelaufene Städter und arrogant seien. Man versucht das dort über die Pflege seiner Bräuche und beichernen Mentalität besonders zu betonen.
Und hier kommt dann der Gemeinderat ins Spiel, soweit die Altenbeurer soweit besonders bemüht sind politisch stets die Mehrheit zu stellen, zu sagen wo es lang geht. Solche Maßnahmen, wie die jetzige, stoßen hierbei wohl in Altenbeuern auf eine bestimmte Ressonanz, nicht nur hinsichtlich der Verparkplatzung Neubeuerns Markt, wie es in Altenbeuern schon immer irgendwie war, bloß mit weniger Touristen. Auch wird somit vermeintlich bewiesen, daß es den Neubeurern nur ums Geld ginge, Ausverkauf an die Toursiten usw., während man selber ja die Heimat so selbstlos liebe.
In dieser Richtung würde sich ein Schatz an Erkenntnissen in historischer Entwicklung bieten, welche in solch einer seltenen Konstellation bestens nachzuvollziehen wäre (auch hinsichtlich des Bauernverbandes und dessen ewigen Wehklagen). Gab mal eine BR-Reportage über Neubeuern, die historisch aber (m.E. liebe BRler) arm geblieben ist mit dem Titel “Dorf Neubeuern”, weil versäumt wurde die jeweiligen Genesen herauszuarbeiten, die sich in den heutigen Mentalitäten noch niederschlagen.
Gruß Schorsch