2012
Okt
24
avatar ADMIN Querulant

Wüste Beschimpfungen gegen Schiedsrichter. Jugendtrainer, die sich kaum noch auf den Platz trauen. Eingeschüchterte Schüler und Jugendliche. Übermotivierte Eltern, die bei Jugendsport-Veranstaltungen jedes Maß verlieren, gehören immer mehr zum Alltag auf bayerischen Sportplätzen. Mittlerweile ist das Problem so groß, dass die Verbände zu drastischen Maßnahmen greifen, wie etwa zu elternfreien Zonen am Spielfeldrand. Und die Leidtragenden sind die Nachwuchssportler, denn denen vergeht der Spaß am Sport immer mehr.

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40 Kommentare zu „Falscher Ehrgeiz: Rüpel-Eltern gefährden Jugendsport“

  1. avatar Ingo Seidel sagt:

    Ich wohne in nächster Nähe zum örtlichen Fußballplatz und kenne die normale Geräuschkulisse bei Training und Spielen.
    Wenn es sich dann gelegentlich anhört als wäre eine Massenschlägerei im Gange, ist klar: es findet wieder ein Jugendturnier statt bei dem ca. 24 Trainer mitmischen.

  2. avatar Sebastian sagt:

    Ich bin Übungsleiter und bin ein bisschen rumgekommen in den Sportarten.
    Auffalend (rein persönliche Einschätzung) ist, dass es Unterschiede zwischen den Sportarten gibt. Ich komme aus dem Basketball, da gibt es auch vereinzelt Eltern, auf die die Beschreibung zutrifft.
    An Fußball-Eltern (Soccer-Moms) und Tennis-Eltern (“Oliver, Oliver…”) kommt das aber nicht ran. Auch in Sachen Fairplay mache ich hier Unterschiede aus.
    Bin gespannt auf den Beitrag und hoffe, dass sich einige Eltern da wiedererkennen.
    Würde unsere Arbeit erheblich einfacher machen.

  3. avatar Katharina sagt:

    Hallo Sebastian,
    ich bin Mutter von drei Kindern. In vielen Gesprächen sowohl in Schulen als auch im Sportverein wurde versucht, dieses Thema den Eltern näher zu bringen und glaube mir: Die Eltern, die man ansprechen wollte, deuteten auf andere.

  4. avatar Ida sagt:

    Erst gestern habe ich das bei einem Fußballspiel der d-Jugend miterlebt. Der arme Schiedsrichter (ca.17 Jahre Jung.

    Da schämt man/Frau sich manchmal bzw. Immer öfter.

  5. avatar Fairplay sagt:

    Also ob Rüpel-Eltern das wirklich große Problem im Amateursport in Bayern wäre. Aber darüber zu berichten, das traut man sich wohl nicht. Es kann schließlich nicht sein, was nicht sein darf.

  6. avatar Markus sagt:

    Ich bin bei den Starbulls Rosenheim ehrenamtlich tätig und mitunter für die Spieldurchführung da. Es kommt leider immer wieder vor, dass Eltern während eines Spiels ausrasten. Meistens passiert das dann, wenn man meint, dem eigenen Nachwuchs ist etwas “Unrechtes” (Foul, Strafe usw.) widerfahren.
    Für alle Eltern: Das ist nur Sport – Und jung wart ihr selber auch mal!

  7. avatar Manuela sagt:

    Mal ein Beispiel aus einer anderen Sportart: Taekwondo. Dem Trainer ist ganz wichtig zu vermitteln, dass es bei dem Sport um Disziplin und Körperbeherrschung geht, und er nur zur Verteidigung eingesetzt wird. Doch bei jeder Gelegenheit steht ein Vater am Rand und feuert seinen Spross an mit den Worten: “Schlag zu! Du musst drauf hauen!!” – ???

  8. avatar Korbi sagt:

    Übereifrige Eltern hab ich als Jugendspieler selbst auch erlebt. Da gehts sogar bis zum Mobbing wenn der Mitspieler des Nachwuchses nich so gut Fußball spielt als die anderen Teammitglieder

  9. avatar Karl-Heinz sagt:

    Bitte unterscheiden zwischen Fußball und anderen Sportarten (wie Sebastian schon schreibt)!
    Ich bin seit 15 Jahren Jugendtrainer im Volleyball und kann mich an genau eine (!) Situation vor 7 Jahren erinnern, in der ich mich für die Eltern Jugendspieler geschämt habe.
    Schade, dass der Beitrag “Rüpel-Eltern gefährden Jugendsport” und nicht “Rüpel-Eltern gefährden Jugendfußball” heißt, so wirds ziemlich reisserisch.

    • Hallo Karl-Heinz,

      es betrifft aber nicht nur Jugendfußball, sondern z.B. auch Jugendeishockey.

      Viele Grüße

      ADMIN Querulant, quer-Redaktion

      • avatar claudia wedemeyer sagt:

        vielen dank fuer den beitrag. unserer erfahrung nach, wir wohnen in niedersachsen und kennen tischtennis, schwimmen, handball, fussball, ist es im jugend- ja im kinderfussball am schlimmsten. vielleicht haben wir nicht den vollstaendigen beitrag mitbekommen, schlimm sind auch die eltern, die eigene mitspieler ihres kindes angreifen, weil die ihrer meinung nach nicht gut genug sind. mit ursachlich dafuer sind auch fachlich schlecht ausgebildete, menschlich schwache trainer und ein system, das punktspiele bereits ab der f oder g-jugend vorsieht. soweit ich weiss, gibt es da beim dfb ganz andere konzepte.

    • avatar Markus sagt:

      Im Beitrag ging es ja auch nicht nur um Fussball, sondern auch um Eishockey

  10. avatar Marco sagt:

    Ich bin selbst Fußballschiedsrichter und habe auch aktiv gespielt. Und ich muss sagen vor allem der Umgang und die Worte die von Eltern während den Spielen fallen (vor allem bei Jugendspielen) sind wirklich unterste Schublade. Ich denke mir oft das unzufriedene Väter und Mütter ihrem Alltagsfrust am Wochenende bei Fußballspielen Luft machen wollen. Meist sind auch noch Erzieherinnen mit dabei.
    Ich persönlich stehe als Schiedsrichter über den Pöbeleien und lasse sie überhaupt nicht an mich ran. Jedoch muss ich natürlich handeln wenn so etwas passiert schon allein aus dem Aspekt die Kinder zu schützen. Es gibt leider keine andere Möglichkeit als konsequent durchzugreifen und solche “Störenfriede” von den Sportveranstaltungen sofort auszuschließen und von der Sportanlage zu verweisen.

  11. avatar PVX sagt:

    Als nicht Betroffener frage ich mich woran die Zunahme von Problemen hier liegt? Überambitionierte deutsche Eltern mit zu viel Ehrgeiz oder kulturelle Differenzen in der Art und Weise der Konfliktlösung? Kann jemand mit Vor-Ort-Erfahrung da helfen

  12. avatar beate müller sagt:

    oh annnno man meine 5 kinder werden hoffentlich nicht fett

  13. avatar Mark sagt:

    Die traurige Entwicklung in unserem Land ist, dass es in fast allen Bereichen zu einer Verrohung der Sitten kommt: Ob Pöbeleien und Respektlosigkeit gegenüber der Polizei, Beschimpfungen bei der Parkplatzsuche, Übergriffe in Ämtern…diese Primitivität nach dem Motto ” ich darf alles” ohne irgendein Gefühl für Grenzen und Anstand greift immer mehr um sich. Das Traurigste: Was geben solche Eltern eigentlich ihren Kindern mit. Auf den Lebensweg? Ein riesen Problem unserer Übervorderungsgesellschaft.

  14. avatar Buda sagt:

    Diese Eltern sind leider keine Minderheit und zeigen einen gesellschaftlichen Trend, der sich nicht nur auf dem Sportplatz zeigt. Genauso wenig sind die armen Kinder an ihrer eigenen Unfähigkeit in der Schule Schuld. Nein, es sind die Lehrer. Es sind immer die anderen, nie die eigenen fehlgeratenen Gören. Ihr Eltern züchtet eine egoistische, intolerante und absolut rücksichtslose Generation heran. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Und das Beachtenswerte dabei ist, dass das nicht die unteren Schichten betrifft, sondern im Gegenteil. Es sind die, die mit ihrem Q7 den armen Golf auf der Autobahn lebensgefährlich jagen, weil der sich erdreistet auf der Überholspur nur 160 zu fahren. Das sind die wahren Assozialen unserer Gesellschaft. Und die nächste assoziale Generation wächst heran. Herzlichen Glückwunsch.

  15. avatar bogi sagt:

    leider gabs diese idioten von sogannaten Sporteltern bereits vor 30 jahren bei meinem Sohn- sie möchten das eigene Unvermögen mit ihrenKindern verbessern.
    Leider gibt es in vielen Bereichen nichts unfaireres und unsportliches als im Sport.
    Ich denke da gerade an das Verhalten des Bayernpräsidenten rotbäckchen gegen herrn Hofeditz Watschn,

  16. avatar Gerhard Eiselen sagt:

    Leider ist es mittlerweile bereits auch in der Elternschaft unseres TSV zu vermerken: Beim letzten Auswärtsspiel unserer U12-Basketball-Mannschaft gab es genau so einen Vater, der es nicht lassen konnte, mit dem Schiri von der Tribüne hinab über eine Entscheidung zu diskutieren. Noch…. OHNE Beschimpfungen, aber die Diktion ist klar: Solche Erziehungsberechtigten lassen sich nichts mehr gefallen, auch wenn es um gar nichts geht. Hauptsache man kann sich als besonders kompetenter Beobachter in Szene setzen und sich als Klugscheisser outen.
    Ich finde diese Elternkultur einfach nur armseelig und plädiere im Zweifel für ein generelles Eltern-Zuschau-Verbot. Denn unseren jungen und oft höchst motivierten Sportlerinnen und Sportler haben solchen Schmach und Einmischung (von selbst meist unsportlichen Eltern) wahrlich nicht verdient.

  17. avatar Gerhard Eiselen sagt:

    ganz und gar korrekt auf den Punkt gebracht – BRAVO. Dem kann ich nur beipflichten!

  18. avatar Mira sagt:

    Diese Eltern sind ein trauriger Spiegel unserer Gesellschaft.

  19. avatar Mario sagt:

    Ich bin seit vielen Jahren Trainer und Betreuer in verschiedenen Bereichen.

    Hauptsächlich im Handball!

    Es gibt seit einigen Jahren eine Fehlentwicklung besonders im Leistungsbereich. Die Eltern sind aber einfach Übermotiviert und wollen natürlich das Beste für Ihre Kleinen.

    Diese Eltern gab und gibt es immer! Es liegt aber in der Verantwortung der Trainer Betreuer, Vereinsleiter und Schiedsrichter, die Eltern bei der Hand zu nehmen und Ihnen die Regeln zu erklären und eventuelle laute Kandidaten einzudämmen, notfalls zu entfernen.

    Leider haben die Trainer zuweilen zu wenig Rückgrat und Selbstvertrauen, bzw. Angst, Kinder zu verlieren.
    Die Vereinsleiter sind heute nicht mehr in der Halle und nehmen Ihre Betreuungsaufgaben nur noch wenig war.

    Insgesamt finde ich aber den Beitrag übertrieben und zu wenig differenziert …
    Typisch Quer … :)

    Vg Malovetz

  20. avatar Bernd sagt:

    Wofür machen wir ehrenamtlichen Trainer es eigentlich? Wir wollen den Kindern den Sport nahe bringen, Fairness und und Regeln beibringen. Der Sport soll Spaß an der Bewegung bringen. Schiedsrichter regeln die Spiele aus ihrer Sicht, deren Entscheidungen müssen von allen akzeptiert werden.
    Fußball, Eishockey, Handball und andere kampfbetonten Sportarten wird nur außerhalb des Spielfeldes immer brutaler. Wie das 3.Liga Spiel in Stuttgart diese Woche, ein riesen Polizeiaufgebot wegen einem Spiel. Wo führt das noch hin?
    Gott sei Dank bin ich Jugendtrainer im Segelsport. Auf dem Wasser wird gekämpft, an Land hängen alle Kinder aus den Vereinen zusammen. Und die Eltern sind immer weit weg…-.

  21. avatar ralfd68 sagt:

    Kann den Bericht nur bestätigen. Es betrifft bestimmt nicht alle Fußballer, aber einige Zuschauer, aber auch Spieler brüllen wie die letzten Idi…. auf dem Platz herum. Die haben den Sinn vom Spiel jedenfalls gar nicht verstanden. Ich wohne selbst an einem Platz und gibt ganz klar immer wieder Spiele zu festen Zeiten, da führen die sich auf, dass man am liebsten ne Granate rüberwerfen würde.

  22. avatar bayer sagt:

    An ein Gespräch mit einem gutsittuierten Herren aus dem Bankgewerbe vor ca. 30 Jahren kann ich mich noch gut erinnern. Dieser Herr erläuterte mir ganz ruhig warum er am Wochenende zu Eishockeyspielen geht. Es sei psychologisch bedingt, man könne sich den Frust der Woche aus dem Leib schreien, ohne als gestört zu gelten. Wörtlich “wenn ich eine Bemerkung schreie dann schreien mind. 20 mit”. Das helfe ihm im Alltag den Stress zu ertragen. Für mich was das damals erschreckend. Übrigens wie das “Spiel” endet hat ihn nicht interessiert. Ein Psychiater hätte ihm diese Therapie geraten.

    • avatar Markus sagt:

      Das aus der Seele schreien hilft wirklich. Nur sollte man hier differenzieren, ob man seine Mannschaft unterstützt mit “Vorwärts”-Gesängen oder die andere Mannschaft nieder macht mit “Ihr seid sch***”-Gesängen.
      Das erstere hilft, das zweitere macht noch mehr aggressiv.

  23. avatar Anti Riot sagt:

    Ich habe einen Sohn beim Handball (D jun. ) und einen beim Fussball ( E ) und bei Heiden Sportarten trifft man solche Eltern.
    Es ging schon mal soweit, das eine Mutter ihr weinendes Kind am Betreuer des Gegners vorbeigezogen hat, Weil sie das Von ihm angebotene Kühlpack nicht annehmen wollte. Am Schluß wurde der Schiri besschimpft obsolete es ein Papa aus ihrer eigenen Manschaft war

  24. avatar Gekko sagt:

    Ich habe selber die Erfahrung mit übereifrigen Eltern machen dürfen.
    Ich habe damals bei einem Kleinschüler Turnier des EHC Elche Dortmund meinen ersten Aufrtitt als Schiedsrichter gehabt.
    Nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung wurde mir von einigen Eltern Prügel angedroht.
    Ich musste nach dem Turnier noch einige Zeit in der Kabine verweilen, weil man draussen auf mich “wartete”…

    Zur Info, damals war ich 16 und pfiff Spiele von kleinen Dötzen, 6,7,8 Jahre alt….

    Das ganze hat mich damals sehr mitgenommen, es ist unglaublich wie Ernst manche Menschen den Sport ihrer Kinder nehmen, der Spass rückt mehr und mehr in den Hintergrund…

  25. avatar Bodo Wagner sagt:

    Der große Georg Schramm hat vor seinem Publikum folgenden Ausspruch getan: “Ich wünsche euch Kinder wie ihr es seid und dass ihr mit ihnen 80 Jahre alt werdet!”. Dem kann ich mich nur voll und ganz anschließen. Dabei bedauere ich meine ungeborenen Enkel, die mit solchen Menschen werden leben müssen.

  26. avatar Hanno Sepp sagt:

    Ich muss leider vielen, was hier schon geschrieben wurde, zustimmen.

    Seit langen Jahren bin ich schon im Kinder- und Jugendbereich – teilweise verschiedenen Sportvereinen und Sportarten – tätig gewesen und immer noch tätig.
    Die Sache ist schon etwas ambivalenter zu sehen. Auch gibt es Unterschiede in den Sportarten festzustellen. Auch ist es zumeist nicht immer und bei jedem Spiel festzustellen. Es scheint daher ein Reaktionsphänomen zu sein.

    Doch die Situationen verschärfen sich aber zunehmend. Wir haben es zunehmend mit wachsender Empfindlichkeit zu tun. Die Zornesader schwillt immer schneller und die Hemmschwellen sinken immer früher.
    Es ist wie eine Art Teufelskreis.

    Wir hatten festgestellt, dass da bei Zuschauern (zumeist Eltern) zumeist auch eine Art Gruppendynamik erkennbar ist. Es bedarf meist nur einer oder zwei Personen, die schnell heftig reagieren und dann die anderen sozusagen mitziehen.
    Doch manchmal schreckt auch ein allzu rabiater Elternteil auf der Tribüne oder neben dem Feld auch wieder ab und man distanziert sich etwas davon. Oder aber dieser entacht bei den “gegnerischen” Eltern und Zuschauern eine entsprechende Reaktion.

    Vor Jahren hatten wir schon mal mit diesen Problem bei uns zu tun und versuchten dem gegenzusteuern. Wir versuchten die Zuschauer dazu zu bringen, dass sie mehr anfeuern, nicht meckern. So hofften wir, die Aufmerksamkeit von dem vergangenen Entrüstungsauslöser (ganz nach dem Motto: Abwischen, weiter gehts) sozusagen nach vorne abzulenken. Wir verteilten Fanartikel, die beim Anfeuern helfen konnten und foderten aktiv zu Anfeuern auf. Wir begannen sehr viel auch schon während dem Spiel mit den Eltern zu sprechen. Wir setzten auch im Kindersport schon Ordner ein, die genau auf die Eltern zu gingen, die so rabiat wurden. Es war aber ein ständiger und sehr mühsamer Prozess. Es sind ja auch nicht immer die gleichen Eltern und die gleichen Mannschaften. Das half zunächst und es tat sich wirklich etwas. – Auch gingen uns mit der Zeit die Ordner aus.

    Doch ich sprach von einem Teufelskreis:
    Es half leider nur eine gewisse Zeit. Der Schiedsrichtermangel führte zu immer stärkeren Qualitätsverlust. So brach die Entrüstung der Experten wieder hervor. Wir haben aber leider wirklich schon in einigen Spiele auch erkennen müssen, dass z.T. wirklich die Gesundheit der spielen Kinder und Jugendlichen auf dem Spielfeld nicht mehr so geschützt wurde, wie es sein sollte. Unfälle passieren, doch auch die Entrüstung und die Selbstjustiz auf Spielerebene nahm auch zu und die damit verbundene Verzweiflung, wenn man als Übungsleiter seine Spieler nicht mehr so geschützt sieht. “Hau ihn um!”, hört man auch schon immer mehr auf den Auswechselbänken. Und wenn das Vertrauen verloren geht, dass ein Schiedsrichter schützen kann folgt die aus Verzweiflung entstandenen Reaktion auf dem Spielfeld.
    Wieder ein weiterer Ansatz für neue Entrüstung und Empörung neben dem Spielfeld und auf den Tribünen.

    Hier setzt dann auch die Unfähigkeit mancher Übungsleiter ein – leider auch schon in frühester Jugend -, den Gegnern immer eine gewisse Grundachtung (auch und besonders durch Vorleben) entgegen zu bringen. – Wir selbst haben uns auch schon von Übungsleitern getrennt, die hier nicht unseren Vorstellungen entsprachen. Doch bekomme heute noch überhaupt Übungsleiter. Das hast Du oftmals in den Vereinen nicht die Wahl oder erkennst das nicht rechtzeitig. Manche Übungsleiter puschen und nutzen das noch.

    Doch Übungsleitermangel, Schiedsrichtermangel, Spielermangel (durch die zunehmende Entwicklung des Schulsystems zur Ganztagesschule) lassen auch hier das Empfinden und Denken vieler Vereine sinken oder garnicht erst entstehen. Der Druck und die Erwartung von allen Seiten wird tatsächlich bis in die Kinderbereiche hinein immer größer.

    Auch der öffentliche Druck auf alle wird immer größer und damit auch der Stress:
    Immer früher angesetzte Leistungsmaßstäbe. Immer früher ansetztende Sichtungs- und Förderungssysteme. Immer mehr Leistungsberichte (=Spielberichte) in den neuen Medien wie Internet. Leistungsvorstellungen, die nicht der Realität entsprechen. Immer mehr Konkurrenz. Immer mehr geht auch die Schere auseinander zwischen dem, was Verbandsfunktionäre predigen, und dem was sie durch Änderungen tatsächlich veranlassen.

    Wir haben es mit einem umfassenden Vertrauensverlust zu tun. Keiner vertraut mehr dem anderen.
    Wir haben es mit einem Gelassenheitsverlust zu tun. Die Empfindlichkeiten sind vehement gestiegen.
    Wir haben es – wie nahezu überall in der Gesellschaft zu beobachten – mit einem regelrechten Entrüstungswahnsinn zu tun.

    Und die Hemmschwellen am Sportplatz sind nun mal sehr tief. Zumal wenn es ums eigene Kind geht.

    Nur dass wir uns richtig verstehen:
    Der Sportplatz und die Sporthalle haben im Kinder- und Jugendsport schon längst ihre Unschuld verloren. Sie sind ein Spiegel der Gesellschaft.
    Emotionen gehören zum Sport dazu! Doch mindestens genauso sehr die Achtung und die Gelassenheit.

    Aber wo findet man diese noch. – Leider.

  27. avatar Nachdenklich sagt:

    Passend dazu ein Artikel vor einigen Wochen im “Spiegel”, in dem deutlich gemacht wurde, dass nicht nur Schiedsrichter und “fremde” Kinder, sondern auch die eigenen Kinder beschimpft werden….

  28. avatar sk sagt:

    Auch wenn ich mir hier damit vllt keine Freunde mache, sehe ich das Kernproblem weiter bei den für den Fußballbetrieb Verantwortlichen, nicht bei bloßen Randfiguren auf den (bloßen Zuschauer-)Rängen. Mit Eltern hatte ich als KiFu-Trainer nie wesentlich Ärger (allein schon über deren oft nicht unberechtigte Angst, dass im Nachgang offener Worte ihr Kind diskriminiert werden könnte), mit Funktionären o. sog. Kollegen hingegen schon massiv: Da es ihnen oft mitnichten ums sportliche Kindes/Mitglieder/Vereinswohl, sondern Eigeninteressen ging, vom Ehrgeiz über Posten-/Revierabsicherung/Machtwille bis hin zu Finanziellen. Unübertroffen die Warnung eines KiFu-Trainers an mich als Vater: “Ich bin Gott für dich!”…
    Davon wird durchs Insistieren auf Eltern als Problem jedoch “hervorragend” ab- und weggelenkt – das stört, wurmt mich leider mich sehr, hoffe, dies zumindest mal so gemäßigt sagen zu dürfen, ohne gleich gesteinigt zu werden für meine “negative” Perspektive, die ja oft nur in eine Richtung – gen Eltern – offen begrüßt u. massiv propagiert wird – was mir immer wie ein antidemokratischer Reflex erscheint: bloß keinen mitreden lassen bei “unserem” Ding – das doch zuerst das von Kiddies ist.
    Nicht böse sein., liegt sicher “nur” an unserer “unmöglichen” Gegend…

  29. avatar Steffi sagt:

    Tatsächlich liegt es mit Sicherheit an zu ehrgeizigen Eltern. Beispiel aus dem Nachbarort: Junge, 6 Jahre, wir nennen ihn mal A., spielte bis dato schon bei drei verschiedenen Vereinen. Vater, nennen wir mal B, ein Möchtegern, hat immer Recht, war als Kind angeblich irgendwo Torschützenkönig. B. stellt sich direkt an den Spielfeldrand und gibt A. Anweisungen: “Schiess, schiess…. obwohl A. z.B. noch gar nicht in Ballbesitz ist. Wird A. dann auch noch ausgewechselt, weil andere ja auch Spielpraxis benötigen, kann es schon mal sein, dass B. richtig los legt: A ist doch viel besser als XY etc. In Wirklichkeit ist es allerdings so, dass A. zwar für sein Alter ganz gut ist, aber auch in diesem Alter gibt es schon bessere. Der Ehrgeiz von B. wird A. irgendwann kaputt machen, in zwei drei Jahren, so vermute ich wird A. wohl das Handtuch schmeißen wollen.

  30. avatar Skeptiker sagt:

    Ja ja. Das alte Märchen, dass die Jugend im Sportverein Positives für das Leben lernt wie Fairplay, Sportlichkeit, Teamgeist, Zusammenhalt, Respekt…

    Alles Unsinn. Alles was Menschen lernen, die von Jugend an im Sportverein sind ist Konkurenzdenken, Ab- und Ausgrenzung andersartiger, Gewalt und Drogenkonsum (angefangen von der Sauferei über Schmerzmittel bis hin zu Dopingmittel). Egal ob nun von Eltern oder anderen Vereinsmitgliedern.

  31. avatar Kicker sagt:

    [Link entfernt. Siehe Kommentarrichtlinien.]

    Man soll ja den Finger in die Wunden legen, nur ist die größte da, wo die Handlungsfreiheit, folglich die Verantwortung am größten ist. Eltern sind immer erstmal Einzelfälle, die Funktionäre inkl. der Trainer im Teambezug haben aber die Verantwortung fürs Ganze zu übernehmen, üben auch das Hausrecht aus zB. Daher könnten und müssen sie handeln, wenn sie denn dies formelle Können nutzen wollen. Ich als Vater habe zwar zB auch oft pöbelnde Eltern direkt angespochen wie zuletzt auch eines unserer 11-jähigen Kinder (“Dies ist nur Kinderfußball, wir möchten in Ruhe spielen dürfen”, sagte er mutig zu allen pöbelnden Gäste-Eltern), doch die Reaktion ist da meist nur “reaktiv” (“Du, sei nicht so frech, soonnst….”, polterten die zB nur Richtung Kind drohend: Null Einsicht, dass Beschimpfungen von “Penner” u. schlimmerem – angeblich “Wichser” u.ä. – sich gegen 10/11-jährige nicht gehören…! – Der Trainer mischte sich leider in keiner Weise ein, der ‘Unparteiische’ stellte dann ein beschimpftes Kind vom Platz: ohne sich um die Pöbeleltern weiter zu kümmern – trotz aller Unisono-Proteste der hilflosen Kids…)
    Wer keine Macht (zu handeln) hat, kann auch nichts machen, fängt sich nur eine…! Er wird mit seinen Vernunftappellen nur verlacht, noch ärger beschimpft, mit Prügel bedroht, so meine Erfahung mit der sog. Zivilcourage im KiFu. Und mit Rückgrat bzgl. Kindeswohl, Qualität, Wandel zu mehr Pädagogik als Maß etc. bin ich in Vereinen weder als Trainer noch als Eltern jemals weitergekommen; so traurig es ist: am Ende fliegt man real wie o.g. Kind nur vom Platz. Wer sich bzgl. Qualität mahnend gegenzuhalten traut, aber eben ohne Macht des “Amtes” ist, ist/wird vogelfrei, als Erwachsener wie Kind! Denn dies Amt ist zwar unendlich “wichtig” im Verein (Rechte für Trainer on the job gibt es ja keine, wie hier lang diskutiert: jederzeit fristlos rauswerfbar, wo/da kostenlos ohne “Arbeitsvertrag” jobbend, obwohl zB bei mir zuletzt sogar von sich aus etliche Kids “streiken” wollten, indirekte Reaktion des JL: sollen sie eben gehen…), wird aber als Verpflichtung kaum mal “richtig” ernstgenommen. Dies ist für mich Wesenskern des Problems, an den man sich aber nie reformerisch rantraut. Insofern war “quer” hier ganz “stromlinienförmig”, hängt sich – wie von einflüsternd Verantwortlichen gewünscht? – an Einzelfällen, negativen Ausnahmen auf statt der Kindersache echt auf den Grund zu gehen! Oder liege ich da so falsch?

    Kern der FPL ist für mich: beide Trainer stehen friedlich vereint eng zusammen, als Vorbild für alle! Würde das konsequent, 100% solidarisch mit Kinderinteressen umgesetzt, gäbe es da noch all die Exzesse? Wer dann umtobte, würde sich nur sichbarst blamieren, es folglich ganz schnell lassen, denk ich mal…

  32. avatar Kicker sagt:

    Durch die Link-Löschung zum “Trainertalk” fehlt zT der Zusammenhang zur “FairPlayLiga” (für Kinder), sorry.

    • Einfach die Kommentarrichtlinien beachten, dann ergeben sich solche Probleme nicht.

      Viele Grüße

      ADMIN Querulant, quer-Redaktion

      • avatar Kicker sagt:

        Ausnahmen bestätigen die Regeln (die man auch nicht alle lesen kann in extenso) doch… Immerhin kam ich (und andere) erst per Trainertalk-Link zu “quer” u. freier Meinungsaustausch ist ja immer gut, warum ihn durch “Regeln” abblocken? Verstehe ich nicht, wieso das sinnvoll sein soll, sorry.

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