Eine schwäbische Brauerei aus Nördlingen bricht mit jahrhundertealter Tradition und füllt Bier nicht mehr in Fässer oder Flaschen ab, sondern in Plastiksäcke. Der Vorteil: das ist kostengünstiger und kann ohne Aufwand an entlegenste Orte transportiert werden. Natürlich bleibt der Protest nicht aus: Vor allem für die Bierbrauer-Konkurrenz ist dies ein eindeutiger Verstoß gegen das Reinheitsgebot – die Kohlensäure wird nämlich erst beim Ausschank zugefügt. Steckt noch mehr dahinter? Quer macht den Biertest.
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Immer dieses ewige Gejammere mit der “jahrhunderte alten Tradition”. Wenn es kostengünstiger ist, was soll daran so schlimm sein. Der Geschmack am Bier kann dadurch nicht leiden.
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Es gibt doch auch viele andere alte Traditionen, an denen sich heute keiner mehr halten kann. Weil der Profit dann sonst ausbleiben würde. Dann müssten ja auch die Hopfenbauern ihre Ernte mit der Pferdekutsche einfahren und die Brauer ihr Bier mit der Pferdekutsche an die Gaststätten liefern. Das ist doch auch “jahrhunderte alte Tradition”.
Allein der Rücktransport der leeren Fässer und der leeren Flaschen ist sehr kostenintensiv und unwirtschaftlich.
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Bayern war einmal Weltmeister im Bierbrauen und auch Weltmeister im Biertrinken. Aber das war einmal!
Ach Herr Oliver, dann können wir ja auch demnächst einen synthetischen Brotmitwurstpillen-Cocktail mit etwas Kunstkoffeinpaste als Frühstück einwerfen. Die Jahrhunderte alte Backtradition wäre vom Tisch, Tiermast überflüssig und die armen Kaffeepflücker wären entlastet … das ist der Fortschritt!
Was hat ein synthetischer Brotmitwurstpillen-Cocktail mit NORMALEM Bier in Beuteln zu tun? Richtig: Nichts!
Sie sprechen selbst die Jahrhunderte alte Backtradition. Wenn Sie das Aufbacken von Tiefkühlbrötchen als Tradition bezeichnen wollen, stimmt Ihr Weltbild wieder.
Es geht schlussendlich um eine verträumte Romantik, die der Kunde nicht zerstört wissen möchte. Er möchte im Glauben gelassen werden, dass sein geliebtes Bier immer noch so produziert wird wie vor 100 Jahren. Wer sich jedoch die Realität ausblendet, Stichworte Hopfenpallets, Farbebier oder PVPP, der möchte wohl angelogen werden.
Und ich weiß nicht, was an der Bag-in-Box so schlimm sein soll. Tonnen von Bier in großen Kessel-Waggons ist auch nicht produktgerechter.
Bier im Beutel,nein danke.Wenn man schon so denkt,dann kann man ja das Reinheitsgebot abschaffen und das Bier noch billiger herstellen.Das alte sollte bei einigen Produkte erhalten bleiben.Das Reinheitsgebot sichert uns die Qualität gegenüber anderer Lebensmittel.Ein ordentliches Produkt gehört deshalb nicht in Plastik.
Das Reinheitsgebot ist bereits abgeschafft im Zuge der EU-Weiten Angleichung, diese Regelung ist also auch in Deutschland nicht mehr gültig. Die meisten Brauereien schreiben nur eben aus Werbezwecken seither auf Ihre Flaschen “Gebraut nach dem Reinheitsgebot” o.ä. aber ob sie das wirklich tun überprüft niemand und ein solcher Vermerk ist auch nicht bindend.
Bedauerlich ist das allemal. Aber abgesehen davon sehe ich nicht, wie das mit den Beuteln gegen das Reinheitsgebot verstoßen soll. Dieses besagt mit welchen Zutaten das Bier gebraut werden soll. Mit der Lagerung hat dieses Gebot nichts zu tun. Bezüglich der Tradition mag das traurig sein, aber die Lagerung entspricht immer dem aktuellen Stand der Technik. Denn wenn es strikt nach der Tradition ginge, dann wären doch auch die Alu-Fässer etc. ein Tabu. Man müsste zurück zum Holzfaß.
Was mich eher skeptisch dabei stimmt: man hört immer wieder, dass Bestandteile des Plastiks von Getränkebehälter, unter anderem Weichmacher, in das Getränk eindringen können und so das Getränk quasi kontaminieren und die Konsumenten schleichend “vergiften”.
Früher hat man auch das Bier in Holzfässern gelagert und transportiert. Dann hat man Edelstahlfässer oder Alufässer verwendet, weil die kostengünstiger waren. Also was soll das für ein Problem sein, wenn man jetzt das Bier in Plastikbeutel abfüllt?
Sehe ich auch so. Man kann nicht von Tradition schwafeln und dann sein Bier aus einem Alu-Keg-Fass zapfen.
Der vergleich mit den Plastikkrügen hinkt auch gewaltig, ein Glas oder Steinkrug fühlt sich eben anders (kälter) am Mund an.
Ja, wie sie sagen, es geht hier um Lagerung und Transport. Das Bier wird ja nicht ala Capri-Sonne in Plastikbeuteln ausgeschenkt – da sind die schon die PET-Flaschen bei Discountern schrecklich genug.
Aber andererseits: stört es den Verkauf von Qualitätswein in Flaschen mit Korkverschluss, dass es auch billigen Weinverschnitt in Tetrapack gibt? Auch beim Bier gibt es sowas wie ein Premiumsegement, ein Massenwarensegement und ein Billgsegement.
Kann mir einer sagen, wie das Lied heißt das in dem Beitrag angespielt wird? Diese orientalisch anmutende Blasmusik die auch Django Asül für eines seiner Formate verwendet hat! Suche ich schon sehr lange, wäre schön wenn mir da jemand helfen könnte!
Bier und Plastik passen nicht zusammen…. Der Meinung bin ich auch: PET Flaschen und Kuststoffgläser/-krüge passen nicht. Aber bei der Zapfanlage spielt das keine Rolle. Ansonsten gingen die PU-ummantelten Stahlfässer auch nicht. Und was ist beim ach so traditionsreichen Oktoberfest übrig geblieben? Riesige Edelstahlcontainer. Und das soll dann keine industrielle Errungenschaft sein, oder was? Und das Rumgeschwafel mit dem Reinheitsgebot kann ich auch langsam nicht mehr hören. Das RHG sagt rein gar nichts über Qualität und Geschmack aus. Es gibt einfach zu viele Widersprüche (Reinheitsgebot/ehem. Biergesetz).