2012
Mrz
7
avatar ADMIN Querstreifen

Wenn Sie das Videofenster auf einem Smartphone anschauen möchten, hier entlang.

Fraktionsübergreifend hat es der bayerische Landtag vergangenes Jahr beschlossen: Kinder mit Behinderung sollen in Regelschulen unterrichtet werden können. Doch Eltern, die dieses neue Recht für ihre Kinder einfordern, stehen oft vor kafkaesken Behördengängen, bleiben auf Kosten sitzen oder müssen vor Gericht ziehen. Denn wer genau was wann zahlen soll, wurde bei der Gesetzgebung anscheinend nicht ausreichend bedacht.

Das könnte Sie auch interessieren:

12 Kommentare zu „Schule für alle? Behinderte kämpfen um Regelunterricht“

  1. avatar Ulrich Schäfer sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich habe zwei leicht autistische Stiefkinder. Kinder, die wie die im “Quer” vom 6.3. gezeigten gehanidcapt sind, auf normale Schulen gehen zu lassen, ist schlichtweg weder den Kindern selbst, den Lehrern noch den den Mitschülern zuzumuten.
    Der Unterricht ist auf “Normlaschüler” ausgerichtet. Abgesehen davon, daß die Lehrer nicht für behinderte Schüler geschult sind, würde der Unterricht an dem Lern- und Leistungsniveau eines einzigen Schülers orientiert – zulasten aller anderen.
    Das deutsche Schulsystem ist ohnehin mit Integrations- und Gleichmachungsten-denzen, die es nicht leisten kann,konfrontiert, es ist auch noch mit Schülern belastet, die weder lernwillig oder auch nur- fähig sind, konfrontiert. Die Elternschaft tut ein Übriges.
    Unsere beiden “behinderten Kinder” haben übrigens ihre Ausbildung ganz herkömmlich beendet oder sind dabei – eine verdient schon 2,500,– €; ich empfehle einschlägige Literatur, bevor populistich wirksame Themen für die Einschaltquote ausgeschlachtet werden.
    U. Schäfer, Puchheim

  2. avatar Martin Haertle sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    seit März 2009 ist die UN-Behindertenrechskonvetion für Deuschland verbindlich und natürlich auch für Bayern. Im Artikel 24 der Konvention haben alle Schüler ein Recht auf die gleiche Schule mit Behinderung und ohne Behinderung. Leider ist man in Bayern noch nicht so weit. Die CSU sagt Bayern ist in Deuschland an der Spitze , aber wenn es um Rechte behinderter Menschen geht?

  3. avatar Christine Primbs sagt:

    Leider wird bei all diesen wichtigen Beiträgen nie berichtet, dass die Inklusion behinderter Kinder in die Regelschule eigentlich gar nichts kostet, es muss lediglich das Geld dahin umgeschichtet werden, wo das betreffende Kind in die Schule geht! Das Problem ist aber, dass die Trägerverbände der Sonderschulen und der angegliederten Einrichtungen (Tages-
    stätten, Berufsbildungswerke, Werkstätten…)massive wirtschaftliche Interessen an der Beibehaltung des aussondernden Systems haben und ihre Lobbyinteressen gegenüber den Bezirken, Freistaat Bayern usw. durchsetzen. So kommt es, dass viele Behörden, vor allem die Bezirksbehörden Eltern, die ihr Kind lieber in die Regelschule geben wollen, mit allen möglichen bürokratischen Tricks gehindert werden, bis sie entnervt aufgeben. Dem Vater der autistischen Kinder möchte ich sagen: Sie haben offensichtlich noch nie modernen, individualisierenden Unterricht gesehen, weil sie sich nicht vorstellen können, dass Kinder mit unterschiedlichsten Fähigkeiten in einem Klassenzimmer optimal lernen können! Alle
    wissenschaftlichen Studien beweisen, wie auch der wissenschaftliche Beirat des bayeri-
    schen Landtags bestätigt, dass Kinder in inklusiven Schulen mehr lernen als in Sonder-
    schulen. Warum wir Sonderschulen immer noch haben, liegt auch an der Uninformiertheit vieler Eltern und der Angst vor allem Neuem.

  4. avatar Ilona Roppelt sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    leider wird sehr häufig vergessen, dass auch in Förderschulen SChulbegleiter eingesetzt werden. Und ausserdem lässt sich auch nicht jedes Kind “inkludieren”.
    Mein autistischer Sohn wäre in einer Regelschule total überfordert. Selbst in der Förderschule für hörgeschädigte, die als zweiten Förderschwehpunkt Autismus aufgenommen hat, braucht er eine SChulbegleiterin. Und bis wir die genehmigt hatten, das war nicht einfach. Ich möchte betonen, dass mein Sohn normal intelligent ist und nur aufgrund der richtigen SChule und der richtigen Förderung sein ganzes Potenial zeigen kann!

  5. avatar Tergenna sagt:

    Die Diskussion um eine “inklusive Schule” ist die Diskussion darum für mich, ob eine solche inklusive Schule innerhalb unseres bestehenden Schulsystems überhaupt möglich ist. Denn dass diese Art von Zusammenlernen von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen gut und auch gegenseitig vorteilhaft sein kann, das haben tatsächlich wissenschaftliche Studien gezeigt. Nur die Umsetzung ist das Problem in Deutschland und auch anderswo. Denn ändert sich die Gruppe der Lernenden in der Schule, in dem sie vielfältiger und bunter wird, so müssen sich auch die Rahmenbedingungen ändern (angepasste Lehrerausbildung; Anpassung von Schulformen, Unterrichtsformen und Lern-sowie Vermittlungsstrategien im Unterricht, Anpassung der Ausstattung von Schulen usw.). Wenn der Wille hin zu einer inklusiven Schule in der Politik da ist, dann nur so. Ich selbst bin Pädagogin und habe in einer Schule Praktikum gemacht, die in der Grundschule bereits ein solches Konzept verfolgte. Kinder wurden nicht als “behindert” bezeichnet, sie waren einfach Schüler und wurden durch angepasste Bedingungen auch all je nach dem, was sie brauchten, gleich behandelt….das hat mit gezeigt, dass eine inklusive Schule nicht unmöglich ist, dass aber der Weg dahin nicht einfach gelingt, in dem man Kinder mit Beeinträchtigungen in Regelschulen einschult…

  6. avatar Matthias,49 sagt:

    Wir erleben das Gleiche..mein Jüngster Sohn ist Autist und hat eine Schulbegleiterin in der Förderschule,allerdings schon vom 1.Schultag an.Nach einigen wechseln haben wir eine Dame,die ihn mittlerweile 3 Jahre betreut.

    Aber auch hier sind die Kosten am Davonlaufen:für ungelernte Kräfte zahlt der Bezirk 12 Euro/Zeitstunde,was seit ca. 2 Jahren nicht mehr kostendeckend ist.Jeden Monat muss ich zwischen 50 und 100 Euro daruflegen – ich tue es gerne,vor allem,wenn man seine langsamen aber stetigen Fortschritte ansieht.

  7. avatar anna sagt:

    Kaum ein Gehörloser ist stumm, daher ist die im Fernsehbeitrag verwendete Bezeichnung “taubstumm” unangemessen. Da hier keine Links erlaubt sind (wir wollen es ja nicht übertreiben mit “diesem Internet”), empfehle ich der Redaktion recht herzlich den Artikel “Was ich mir für 2012 von den Medien wünsche” auf dem Blog Behindertenparkplatz der Journalistin Christiane Link.

    • Hallo Anna,

      guter Hinweis, taubstumm war nicht der korrekte Begriff. Wir sind für solche Hinweise dankbar.

      Viele Grüße

      ADMIN Querulant, quer-Redaktion

    • avatar Damian Breu sagt:

      Hallo,

      ich selber bin hochgradig Schwerhörig und habe schon oft die Erfahrung machen müssen, dass viele glauben, ein Behinderter könne nicht reden.

      ICh bin 17 Jahre und gehe auf eine Normale Schule und kann meiner Meinung nach perfekt reden. Die Bezeichnung “Taubstumm” und “an den rollstuhl gefesselt” wurden im vergangenen Jahr unter dem Begriff Diskriminierende Wörter dokumentiert. Es ist eine massive Beleidigung, wie der Begriff “Zigeuner” und “Neger”

  8. avatar PrettyMama sagt:

    @ Ulrich Schäfer

    Wie bitte? Ist das Ihr Ernst? Behinderte und anderweitig beeinträchtigte Kinder sind den “NORMALEN” Kindern und Eltern nicht zuzumuten? WAHNSINN! Am besten wäre es dann doch noch, alle anderen “problematischen” Kinder auch gleich auszusortieren, oder? Die Ausländer, die Verhaltensauffälligen, die Lernunwilligen, ADHS-betroffene und was es sonst vielleicht noch alles gibt…….jawohl, alle raus, damit sie den Unterricht der “NORMALEN” nicht stören – na bravo… :/

    Okay, meine Aussage ist jetzt natürlich etwas übertrieben…aber ich sehe das tatsächlich komplett anders!

    Die Kinder haben mittlerweile und Gott sei Dank das RECHT auf Eingliederung, sofern sie und die betroffenen Eltern es MÖCHTEN! Ob Inklusion für alle Kinder das Richtige ist, steht auf einem anderen Blatt, dafür ist die Bandbreite der verschiedenen Behinderungen und anderen Entwicklungsstörungen, Teilleistungsstörungen usw. viel zu groß! Man kann nicht alle und alles pauschal beurteilen und für manche Kinder ist vielleicht eine “beschützende” Sondereinrichtung tatsächlich die bessere Wahl.

    ABER – diejenigen, die auf die Regelschulen möchten, müssen Unterstützung bekommen, schließlich wird diese auf den Förderschulen auch gewährt, nur mit dem Unterschied, dass die Kinder eben “aussortiert” werden, was sozial betrachtet eine große Belastung sein kann. (Kein gemeinsamer Schulbesuch mit den anderen Kindern aus dem Dorf, dadurch eine soziale Ausgrenzung, Schwierigkeiten, engere Kontakte zu knüpfen)

    Ich spreche aus eigener Erfahrung, wir waren mit unserem Sohn auch “betroffen”. Er ist zwar durchschnittlich intelligent, hat sich aber aufgrund von Wahrnehmungs- und Konzentrationsstörungen in den ersten beiden Grundschuljahren sehr schwer getan. Damals war es leider nicht möglich, adäquate Hilfe und Unterstützung zur besseren Förderung im Unterricht zu bekommen, so wie sie heute nach EU-Recht zustehen soll. Deshalb haben wir ihn nach langem, zermürbendem Hickhack doch noch für 3 Jahre in die Förderschule gegeben, weil unser “Kampf” um Unterstützung sonst weiter auf dem Rücken unserers Sohnes ausgetragen worden wäre.

    In der Förderschule sind aber nun mal von allen nur die “Schwächsten” zusammengewürfelt…ich persönlich halte das für keine Gute Idee…wie sollen Schwache von Schwachen lernen? Der Lehrplan orientiert sich zumindest im Grund-und Hauptschulzweig an dem der Regelschulen, ist aber stark “abgespeckt”, damit eben die Schwächsten der Klasse auch noch mitkommen. Den “Fitteren” in der Klasse wird dadurch eine Rückkehr zur Regelschule aber stark erschwert, da beim Übertritt erstmal Wissenslücken geschlossen werden müssen und sich die Kinder auch erst einmal an das deutlich höhere Volumen an Lernstoff und Hausaufgaben gewöhnen müssen.

    Unser Sohn hat letztes Jahr den Übertritt auf die Mittelschule geschafft und sich “durchgebissen”, aber es war wirklich nicht einfach, weil er viel nachzuholen hatte. Wir haben ihn hier sehr stark unterstützt, aber ich weiß, dass viele Kinder, deren Eltern sich nicht so viel kümmern können (z.B. weil beide Eltern oder Alleinerziehende in Vollzeit arbeiten müssen oder bei Migrantenkindern, wo die Mütter häufig nicht gut deutsch sprechen), hier auf der Strecke bleiben!

    Der Inklusionsgedanke und die konsequente Umsetzung ist für diese Kinder ein großer Segen, wie bereits erste Erfahrungen in Schulen, die bereits mit einem modernen, individuellen Unterricht arbeiten und Inklusion “leben”, zeigen. Weiter so! :)

  9. avatar Damian Breu sagt:

    Hallo,

    Hier haben sich bereit die einigen oder anderen gemeldet.(Erwachsene!!!) ICh möchte Ihnen kurz mal die Geschichte von mir erläutern. Mein Name ist Damian Breu, bin 17 Jahre alt und bin in der 11 Klasse Gymnasium auf einer Regelschule.
    Ich bin zudem Hochgradig Hörbehindert.

    Wo ich zustimmen muss, ist, dass es wirklich Anstrengend ist auf einer Normalen Schule. ABER es ist zu bewältigen! Diese sogenannten Begleiter für Behinderte habe ich zeitweise gehabt und ich muss sagen, dass sie mir fast nichts gebracht haben.

    Was mir diesen guten Schulweg ermöglichst hat, lag an der Durchsetzungskraft meiner Eltern und mir selber.

    Die Lehrer nörgeln sehr gerne, wenn es darum geht, die Schulaufgabe größer zu kopieren oder einem Hörbehinderten etwas zu wiederholen. Darum muss man diesen Lehrern mal gewisse Richtlinien weisen, denn diese “Zusätzliche Arbeit” beträgt wirklich nur paar Sekunden.

    Wir haben meinen Lehrern vieles gesagt und vieles erklärt(Zeitverlängerung etc.) und bald haben sich die Lehrer auch an mich gewöhnt. Und diese Gewöhnung ist bei allen Lehrern möglich, ausser diese Person hat Parnanoia Erscheinungen ( weist alles Persöhnlichkeits Vorwürfe ab), so wie wir uns auch an vieles gewöhnen können.

    Eine Gute Inklusion von Behinderten Schülern geht auch nur, wenn man nicht auffällt! Eine Person, die für alles länger braucht oder wegen dieser Person extra einer kommt vom Amt, dann fangen die Leute zu Schmunzeln und stufen Ihn sofort als “ANDERS” ein.
    Daher ist es wichtig, den Schüler in der normalen Klasse teilhaben zu lassen, ohne dass großartig vor den Augen der Mitschüler rumgefuchtelt wird. Sprechen sie mit dem Lehrer im Hintergrund ab, was der Schüler braucht.

    Je Allgemeiner der Schüler wirkt, desto schneller wird er in der Klassengemeinschaft aufgenommen.

    vieles liegt auch in der Erziehung. Wenn die Eltern ständig sagen, du bist anders oder du kannst nicht alle Berufe machen, dann fühlt sich das Kind minderwertig und das wirkt sich auf seine Umgebung aus. Wenn sie ihr Kind als “Normales Kind” behandeln, so fühlt es sich auch Normal und kommt so schneller mit den Mitschülern klar. Ich habe erst seit 3 Jahren mit “Gleichgesinnten Hörbehinderten” Kontakt. Davor habe ich gedacht, dass das was ich habe zwar anders ist, aber auch irgendwie Normal ist! Das hat mir geholfen mit vielen Kindern besser zu kommunizieren.
    WIe oft habe ich schon gehört, dass Behinderte Freunde von mir “Normal” sein wollen, im Sinne von akzeptiert werden so wie man ist.

    Hat das Kind das gefühl “Normal” zu sein, mit dem Hintergedanken ich bin aber anders, kann sich das Kind schneller in Gruppen eingliedern!

    Ich bin Jung und wenige Leute hier werden es Ernst nehmen, was ich gerade gesagt habe. Aber ich möchte Ihnen sagen, dass ich seit 3 Jahren mich mit Behinderten auseinandersetzte und ich habe in der GEsellschaft massive Lücken gefunden, die ein aktives Zusammenleben von Menssch mit Behidnerung und ohne Behinderung verhindern.
    Ich habe viele Behidnerte Freunde aus allen Gruppen und habe auch vieles gehört.
    Und ich bin der Meinung, dass wir erst am Anfang stehen.

    Fazit ist von mir: Die Inklusion eine Behinderten Kindes ist mit geringen Aufwand der Lehrer möglich. Eine gut durchdachte Erziehung der Eltern, ihren Kindern ein WERTgefühl zu geben und sie in vielen Sachen zu fördern(Sport, Musik, viele Vereine. Ich hab einiges ausprobiert). Es kostet zwar etwas mehr durchsetzungsvermögen und Aufwand, ABER nicht Unmöglich !!! Ab einen einem Alter von 16 Jahren, weiß das Kind eigtl was es braucht für seine Einschränkung und kann somit den Eltern dann Arbeit abnehmen.

    Lg Damian Breu

Kommentieren:

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft. Links sind nicht gestattet. Mehr in den Kommentarrichtlinien.

 


+ neun = 13