Hopfen, Malz und Wasser – keine Chemie, keine Zusätze. Nach dem bayerischen Reinheitsgebot wird seit 500 Jahren in Bayern Bier gebraut. Sauberes Wasser ist dabei die Grundlage für das Kulturgut Bier. Doch genau darum fürchten die Brauer jetzt. Grund dafür ist das so genannte “Fracking” – eine Methode, um mittels Chemikalien bisher ungenutzte Gasvorkommen aus tiefsten Gesteinsschichten zu fördern. Bayerische Brauer befürchten, dass die dabei eingesetzten Chemikalien ihr Wasser verschmutzen.
Abgeordnete, die ihre Familie auf Staatskosten beschäftigen – diese Affäre wird für die CSU jetzt zur Wahlkampfbremse. Konsequenzen hat es bereits gegeben: die beiden schwäbischen Abgeordneten Georg Schmid und Georg Winter traten von wichtigen Posten zurück. Zwei Politiker aus dem zuletzt stärksten CSU-Bezirk in ganz Bayern. Wie gefährlich wird diese Krise der CSU? Und wie steht die schwäbische Hausfrau zum schwäbischen Abgeordneten? quer hat in Schwaben nachgefragt.
Im NSU-Prozess verursacht ein Münchner Richter mit seiner kompromisslosen Presseplatzvergabe diplomatische Verwerfungen. Im Fall von Gustl Mollath, der nach einem Gerichtsurteil jahrelang in der geschlossenen Psychiatrie sitzt, kommen erst durch die Recherchen von Journalisten Ungereimtheiten ans Licht. Ähnlich im Fall Peggy, dem verschwundenen Mädchen aus Franken. Bei vielen Bürgern wachsen durch diese Fälle die Zweifel: Erfährt wirklich Gerechtigkeit, wer in die Mühlen der Justiz gerät?
Tausende Rentner haben in letzter Zeit schockierende Post vom Finanzamt erhalten: Sie sollen zum Teil fünfstellige Beträge nachzahlen, weil seit 2005 für Renten neue Steuerregeln gelten. Das Problem: Viele Rentner haben davon nichts mitbekommen, einige hatten vorher sogar die schriftliche Auskunft vom Finanzamt, dass sie künftig keine Einkommensteuererklärung mehr abgeben müssen. Woher kommt der plötzliche Eifer der bayerischen Finanzbehörden, der sogar bis ins Nachbarland Österreich reicht?
“Moderne Demokratie mit mehr Mitbestimmung des Volkes”. Das ist das Credo von Ministerpräsident Horst Seehofer. Und tatsächlich können Bayerns Bürger ja seit fast 20 Jahren direkt über das mitbestimmen, was in ihrem Umfeld passiert: durch Bürgerbegehren und -entscheide. Doch der Mehrheitswille hat im Freistaat ein Verfallsdatum. Nach einem Jahr läuft er aus. Und dann sind die Kommunen nicht mehr an Bürgerentscheide gebunden. Und so agieren wohl viele Gemeinderäte nach dem Motto: Des sitz ma aus!
Vor der Landtagswahl inszeniert sich Bayerns Finanzminister Markus Söder als Kämpfer für mehr Steuergerechtigkeit: Er schreddert eigenhändig überflüssige Vorschriften, verfolgt Steuersünder mit einer neuen Sondereinheit und klagt gegen den Länderfinanzausgleich. Nur an den Kosten für Steuer-CDs will er sich nicht mehr beteiligen. Dabei haben diese Daten seinem Staatshaushalt zu einem Geldsegen in dreistelliger Millionenhöhe verholfen. Während Söder sich indirekt fürs große Schwarzgeld einzusetzen scheint, haben es seine Finanzämter auf eher kleine Einkommen abgesehen und nehmen jetzt die Rentner ins Visier.
Bio-Produkte sind zwar sehr nachgefragt, aber der Nachschub stockt. Pacht und Ackerland sind teuer wie noch nie, da die Biogas-Bauern für Mais-Anbauflächen hohe Preise zahlen können. Gleichzeitig erzielt konventionell produzierte Ware auch gute Preise. Die ersten Bauern satteln bereits wieder um. Bio-Läden haben schon jetzt Lieferschwierigkeiten. Der Öko-Bäcker Pfister hat große Probleme, genügend Bio-Getreide zu bekommen. Regional produziertes “Bio” könnte schon bald wieder richtig teuer werden. Da hilft es auch wenig, wenn die EU Fördergelder künftig an Umweltauflagen knüpfen will.
Alle Alarmrufe haben nichts genützt: Noch immer verschwinden täglich 18 Hektar Natur- und Ackerland in Bayern, um Platz für Gewerbegebiete, Einkaufsmärkte und Straßen zu machen. Ungeachtet des bayerischen “Bündnis zum Flächensparen” hat sich der Flächenfraß damit sogar noch beschleunigt. Jetzt will die Staatsregierung die Beschränkungen für Gewerbeansiedlung auf der grünen Wiese sogar noch weiter lockern – auf Wunsch des Bayerischen Gemeindetags. Der fordert so viel Freiheit wie möglich für Lokalpolitiker.
Bayerns Ringer verstehen die Welt nicht mehr. Keiner hätte jemals gedacht, dass ausgerechnet Ringen, DIE olympische Disziplin schlechthin, aus dem Programm gestrichen werden könnte. Aber gegen junge, attraktive Sportarten, die sich zudem gut vermarkten lassen, wie etwa Beachvolleyball, geht das Ringen in die Knie. Und somit bricht jetzt für so manch traditionelle Ringer-Familie in Bayern, nicht nur sportlich gesehen, eine Welt zusammen.
Hunderte Pistenkilometer in mehreren durch Lifte verbundenen Skigebieten: Skischaukeln (was ist das?) sind das Erfolgsrezept des österreichischen Wintertourismus. Im Heutal im Salzburger Land schaukelt vorerst noch nichts. Denn das Dürrnbachhorn hat auch eine bayerische Seite. Und die wehrt sich seit Jahrzehnten gegen alle Schaukelpläne. Die Anwohner sind eher für Vogelschutz und Bewahrung der Natur als für den Skizirkus nach Austria-Art. Doch bald könnte es eine Art feindliche Übernahme geben. So ist bereits ein bayerischer Lift mehrheitlich in österreichischer Hand. Ist die schleichende Verschaukelung noch aufzuhalten?
Leere Gottesdienste, Priestermangel, Pfarrgemeinden, die zusammengelegt werden. Die katholische Kirche spielt auch in Bayern zunehmend nur noch eine Nebenrolle in der Gesellschaft, und die, denen die Kirche noch etwas bedeutet, blicken bang nach Rom: wie geht’s jetzt weiter, wenn der bayerische Papst zurücktritt? Wird dies auch im weißblauen Katholizismus einen Rückzug der Menschen von der Kirche bewirken? Viele befürchten, dass mit dem Rücktritt des Papstes die traditionelle Verbindung von Bayern und Kirche schon bald der Vergangenheit angehört.
Länderfinanzausgleich? Genug der Solidarität, sagen Bayern und Hessen, so nicht mehr! Und wollen klagen. Aber ist das nicht nur Wahlkampftaktik? Darüber macht sich Christoph Süß in seiner Radiokolumne “Süßstoff der Woche” Gedanken. Die hören Sie im Samstagsmagazin orange auf Bayern 2 zwischen 9 und 11 Uhr oder hier im Blog.
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