Ein neues Atommüll-Endlager soll gesucht werden und so lange keine Castoren mehr nach Gorleben fahren. Wohin aber dann? Fragt sich Christoph Süß in seiner Radiokolumne “Süßstoff der Woche”. Die hören Sie im Samstagsmagazin orange auf Bayern 2 zwischen 9 und 11 Uhr oder hier im quer-Blog.
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Ganz wichtig bei der Energiewende war immer auch die energetische Sanierung von Gebäuden, allen voran die Wärmedämmung. Teuer zwar, doch unbedingt nötig – da waren sich alle einig. Bislang. Denn eine neue Studie hat errechnet, dass energiesparendes Bauen deutlich mehr Geld verschlingt als dadurch eingespart wird. Bei vielen Hausbauern und -besitzern, die über Jahre von der Politik zu energetischen Umbauten angehalten wurden, macht sich Skepsis breit: wurden etwa im Eifer des Gefechts um den Klimaschutz Milliarden zum Fenster raus geworfen?
Die Energiewende droht zu scheitern, weil sie unbezahlbar wird. Die Bürger nehmen der Politik die hohen Strompreise übel, für die maßgeblich die garantierte Einspeisevergütung für Solar- und Windstrom verantwortlich gemacht wird. In Bayern arbeiten viele Tüftler und Erfinder an einem Weg aus diesem Dilemma. Denn würden die kleinen Stromerzeuger ihren Strom nicht unkontrolliert ins Netz einspeisen und stattdessen selbst verbrauchen oder dezentral speichern, würde das den Strompreis senken. Doch die verantwortlichen Politiker scheinen entweder das Potential dieser Initiativen nicht erkannt zu haben oder nicht erkennen zu wollen.
Windräder, Solarparks, Speicherseen: die Energiewende fordert Opfer – von Mensch und Natur. Jetzt könnte es den Jochberg treffen, ein idyllisches Ausflugsziel am Walchensee. Die beliebte Jocheralm soll nach den Plänen der Energieallianz Bayern in einem gigantischen Speichersee untergehen. Ein Großprojekt mit Folgen für Gemeinden, Tourismus und Natur. Doch obwohl Bauern, Fischer und Anwohner die Pläne kritisch beobachten, blieb großer Protest bisher aus. Weicht hier der Wutbürger dem Vernunftbürger? Oder wird am Ende mit der Energiewende Rendite gemacht – auf Kosten gutgläubiger Menschen?
Korrektur: An der Stelle 4m14s im Bericht ist uns ein Fehler unterlaufen. Nicht aus Wasser wird Methan abgespalten, sondern in Reaktionen aus Wasserstoff und Kohlendioxid, wobei in der Folge Methan und Wasser entsteht. Mehr zu dieser Methode hier. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
Zum Jahreswechsel wird Strom im Schnitt um mehr als 10 Prozent teurer. Sparen helfen können ausgerechnet die als Preistreiber beschuldigten Solarzellen. Und zwar, wenn man den erzeugten Strom nicht ins Netz einspeist, sondern selbst verbraucht. Die Möglichkeit haben übrigens nicht nur Hausbesitzer mit eigenem Dach: Stromgenossenschaften machen immer mehr Bayern zu Selbstversorgern.
Die schwarz-gelbe Koalition – Heimat von konstruktiver Zusammenarbeit und politischer Harmonie? Christoph Süß fühlt sich da eher an ganz andere Szenen erinnert. Besonders, wenn er Peter Altmaier und Philipp Rösler betrachtet. Jetzt ist wenigstens klar, was Angela Merkel meint, wenn sie von “Fun” bei der Energiewende redet.
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Nach Fukushima wurde die Energiewende groß gefeiert. Doch mittlerweile macht sich Ernüchterung breit. Die Politik wiederholt gebetsmühlenartig, dass die Umstellung auf erneuerbare Energien viel Geld kostet. Und es wird noch teurer, weil die Ökostrom-Umlage ab 2013 weiter steigen wird. Komisch, denn eigentlich müsste es auf Dauer eher günstiger werden. Schließlich kosten Sonne und Wind kein Geld. Fehlt es der Energiewende am Ende gar nicht an Subventionen, sondern einfach an einem Masterplan?
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Der Unternehmer Max Aicher hat ein Auge auf den Poschberg bei Bad Reichenhall geworfen. Er will dort in 1100 Metern Höhe ein Pumpspeicherkraftwerk bauen. Solche werden schließlich gebraucht für die Energiewende. Doch Anwohner und Naturschützer sind alarmiert. Denn der Berg birgt auch Dolomit-Gestein, und das kann Aicher gut gebrauchen – für seine Hochöfen. Droht der Poschberg zum weithin sichtbaren Steinbruch zu werden – mit gigantischer Transportinfrastruktur und neuen Hochspannungstrassen?
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Letztes Jahr sagte Angela Merkel, die Umlage für den Ökostrom würde nicht mehr steigen. Jetzt steigt der Strompreis aber wieder gewaltig. Nur für Privathaushalte, wohlgemerkt. Eine steigende Anzahl “energieintensiver” Unternehmen wird davon befreit. Das Paradoxe am Ökostrom: ökologisch handelnde Firmen werden für ihre Nachhaltigkeitsbemühungen bestraft. So wie Helmut Drechsel aus Oberfranken. Er hat in einen energiesparenden Maschinenpark investiert und bleibt dadurch unter der Befreiungsgrenze. Gleichzeitig beobachtet er, wie manche Betriebe ihre Maschinen jetzt sogar extra Tag und Nacht leer laufen lassen, nur um die Befreiungsgrenze zu überschreiten.
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Wegen der Energiewende muss Deutschland jede Menge neuer Stromtrassen bauen. Doch in den Gemeinden wächst der Widerstand gegen hohe Strommasten und neue Leitungen – so wie bei den Bürgern in Winkelhaid. Sie verlangen, dass die Hochspannungsleitung in ihrem Ort unterirdisch verlegt wird. Zu teuer – sagen Netzbetreiber. Aber Experten rechnen vor: Wenn sich unterirdische Kabel schneller bauen lassen, weil es keine langwierigen Einspruchsverfahren gibt, könnten sie letztlich billiger werden. Wird bei der Energiewende am falschen Ende gespart?
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Erneuerbare Energien liegen voll im Trend. Doch nicht alle Regenerativen haben nur positive Effekte. In Massing im Rottal gelangte durch einen Bedienungsfehler Gärsubstrat aus einer Biogasanlage in den Fluss Bina. Fische und Pflanzen wurden abgetötet. Und das ist nicht der einzige Fall. Bei der Recherche fand quer überall in Bayern heraus, dass Biogasanlagen der Umwelt immer öfter mehr schaden, als sie ihr nutzen.
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15 Milliarden Euro Schadenersatz fordern die großen Stromkonzerne wegen des Atomausstiegs. Und nicht nur das – die großen Vier blockieren, wo sie nur können. Die Verzögerungstaktik folgt einem Profitziel: denn je länger die Versorgung mit neuen Energien nicht funktioniert, desto länger können die Konzerne mit ihren längst abgeschriebenen Atom- und Kohlekraftwerken Milliarden verdienen.