Für die Landwirtschaft hat es nur Vorteile: Das Ausbringen von Gülle entsorgt den Tiermist und erhöht gleichzeitig den Ertrag. Der Haken: mit der Gülle gelangt giftiges Nitrat ins Grundwasser. Zusammen mit Pestizid-Rückständen wird somit vielerorts die Wasserqualität immer schlechter. Auch in Rottenburg an der Laaber gilt die Formel Grundwasser gleich Trinkwasser nicht mehr uneingeschränkt. Immer wieder werden die Grenzwerte überschritten. Und das ist ein großes Problem für den dortigen Wasserversorger: An einer bisher unbelasteten Stelle muss ein neuer Brunnen ausgehoben werden und das kostet viel Geld – für den Wasserkunden.
Bio-Produkte sind zwar sehr nachgefragt, aber der Nachschub stockt. Pacht und Ackerland sind teuer wie noch nie, da die Biogas-Bauern für Mais-Anbauflächen hohe Preise zahlen können. Gleichzeitig erzielt konventionell produzierte Ware auch gute Preise. Die ersten Bauern satteln bereits wieder um. Bio-Läden haben schon jetzt Lieferschwierigkeiten. Der Öko-Bäcker Pfister hat große Probleme, genügend Bio-Getreide zu bekommen. Regional produziertes “Bio” könnte schon bald wieder richtig teuer werden. Da hilft es auch wenig, wenn die EU Fördergelder künftig an Umweltauflagen knüpfen will.
Das Ammergebirge zwischen Füssen und Garmisch ist schon seit geraumer Zeit Naturschutzgebiet. Die Almbauern sind stolz auf die Kulturlandschaft, die sie mit der Beweidung geschaffen haben. Und die Touristen genießen und schätzen diese Natur. Doch manche Naturschützer hätten gerne noch mehr Wildnis in den Alpen. Sie kämpfen seit Jahren dafür, dass das Ammergebirge ein unberührter Nationalpark wird. Dagegen wehren sich Holzwirte, Bauern, und der Fremdenverkehr.
Die Arbeit von Almbauern ist oft mühsam. Vieles geht auf dem Berg nur in Handarbeit, ganz im Gegensatz zur hochtechnisierten Landwirtschaft, wie sie im Tal möglich ist. Besonders berücksichtigt wird die harte Arbeit der Bergbauern von der EU bisher kaum – Fördergelder werden hauptsächlich nach Größe der Betriebsfläche bezahlt und nicht nach Arbeitsaufwand. Das will eine Allianz von Naturschützern jetzt ändern. Sie haben sich zusammengeschlossen, um sich bei der EU für die Almbauern einzusetzen. Doch die Almbauern selbst sagen: Hilfe von außen – nein, danke.
Die Grundschüler der dritten und vierten Klasse im oberfränkischen Unterleinleiter bekamen Anfang Dezember ein Päckchen, und zwar vom bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Darin enthalten: Heu. Und dazu ein erklärender Brief, woher dieses stammt und warum es so besonders ist. Alle Grundschulen Bayerns wurden vom Ministerium auf diese Weise beschenkt. Doch die meisten Kinder in Unterleinleiter wohnen mindestens in der Nähe eines Bauernhofes und wissen sehr wohl, was “Heu” eigentlich ist. Wie wohl die meisten Grundschüler im Flächenstaat Bayern. Erlebnispädagogik für Stadtkinder – warum bei uns? Leh-rer, Schüler und Eltern sind verwundert.
Dritt- und Viertklässler der Grundschule in Unterleinleiter haben zusammen mit ihrem Inklusionsbetreuer über das Heu ein Lied geschrieben, das Sie hier anschauen können:
Maisanbau lohnt sich, denn keine andere Pflanze läßt sich so gewinnbringend zur Energieerzeugung in Biogasanlagen einsetzen. Doch die “Vermaisung” der bayerischen Landschaft ruft in der Bevölkerung immer mehr Widerstand hervor, die ökologischen Folgen der Monokulturen könnten verheerend sein. Dabei gäbe es vielversprechende Alternativen zum Mais. Sie heißen z.B. Becherpflanze, ungarisches Powergras und Wiesenklee. Aber finanzielle Anreize vom Staat für den Anbau gibt es derzeit nicht – und das allein könnte die Landwirte dazu bewegen, in großem Stil die neuen Pflanzen auszuprobieren.
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