Für die Augsburger Immobiliengesellschaft Patrizia ist es ein gutes Geschäft: Sie erhielt jetzt den Zuschlag für die so genannten GBW-Wohnungen. Das sind 32.000 Wohnungen, ein Drittel davon in München. Bisher gehörte die GBW der BayernLB. Doch weil die BayernLB staatliche Unterstützung erhält, muss sie Geschäfte abgeben, die nicht zu ihrem Kerngeschäft gehören – das verlangt die EU. So weit, so klar. Aber der Deal mit der Patrizia wirft Fragen auf: Stimmt es, dass dem Staat bei diesem Geschäft die Grunderwerbsteuer entgeht? Ist der Preis für die Wohnungen wirklich angemessen? Und: Hätte es keine Alternative gegeben, die mehr dem Gemeinwohl dient und weniger dem Gewinn einer börsennotierten Immobilienfirma?
Das Ammergebirge zwischen Füssen und Garmisch ist schon seit geraumer Zeit Naturschutzgebiet. Die Almbauern sind stolz auf die Kulturlandschaft, die sie mit der Beweidung geschaffen haben. Und die Touristen genießen und schätzen diese Natur. Doch manche Naturschützer hätten gerne noch mehr Wildnis in den Alpen. Sie kämpfen seit Jahren dafür, dass das Ammergebirge ein unberührter Nationalpark wird. Dagegen wehren sich Holzwirte, Bauern, und der Fremdenverkehr.
In Augsburg stand diese Woche ein Hauseigentümer vor dem Strafgericht. Der Vorwurf: Der Gehweg vor seinem Haus sei so glatt gewesen, dass sich eine Fußgängerin verletzte. Und die verklagte ihn nicht nur auf Schadenersatz, sondern zeigte den angeblich säumigen Räumer auch noch an: Wegen fahrlässiger Körperverletzung. Das Urteil lautet zwar Freispruch, doch zeigt der Fall: Der Winter wird gern als Klagegrund missbraucht, doch dass die Staatsanwaltschaft jetzt wegen glatter Gehwege zur Strafverfolgung schreitet, ist neu. Stehen Hausbesitzer im Winter tatsächlich mit einem Bein im Gefängnis?
Das Online-Geschäft boomt zur Weihnachtszeit. Um der Nachfrage Herr zu werden, beschäftigt das Internet-Versandhaus Amazon im Dezember tausende Saisonarbeiter. Aber wohin mit den tüchtigen Weihnachtswichteln? Rund 700 Billiglöhner vornehmlich aus Ungarn, Polen und der Ukraine hat Amazon heuer im Kurort Bad Wörishofen eingemietet. Viele Hoteliers, Kurgäste und Einheimische begeistert das wenig. Denn die schichtarbeitenden Weihnachtswichtel passen so gar nicht ins heile Vorweihnachtsbild.
Angeblich bauen Kaufbeurer Autofahrer die meisten Unfälle und müssen deshalb viel für die Versicherung bezahlen. Statistisch gesehen stimmt das aber gar nicht. Autos mit KF-Kennzeichen verursachen nicht mehr Unfälle als andere. Nur sind die verursachten Schäden im Schnitt teurer. Jetzt hat der Bürgermeister das Rowdy-Image seiner Stadt endgültig satt und will mit rund einer Million Euro Unfallschwerpunkte wie unübersichtliche Kreuzungen entschärfen. Doch reicht das schon für den Imagewechsel?
Eine schwäbische Brauerei aus Nördlingen bricht mit jahrhundertealter Tradition und füllt Bier nicht mehr in Fässer oder Flaschen ab, sondern in Plastiksäcke. Der Vorteil: das ist kostengünstiger und kann ohne Aufwand an entlegenste Orte transportiert werden. Natürlich bleibt der Protest nicht aus: Vor allem für die Bierbrauer-Konkurrenz ist dies ein eindeutiger Verstoß gegen das Reinheitsgebot – die Kohlensäure wird nämlich erst beim Ausschank zugefügt. Steckt noch mehr dahinter? Quer macht den Biertest.
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Der ideologische Kampf um Betreuungsgeld und Kita-Ausbau steht kurz vor dem Showdown. Doch während im politischen Berlin um „für und wider“ und vor allem das „wie genau“ gerungen wird, setzt man im schwäbischen Gersthofen ein politisches Ausrufezeichen. Auch hier wird ab 2013 wohl nur ein Viertel aller Kinder einen Kita-Platz bekommen. Deswegen will die Stadt Eltern künftig mit einer Bonus-Herdprämie überreden, ihre Kinder daheim zu behalten. Die geplanten 100 bis 150 Euro vom Staat sollen auf insgesamt 300 Euro pro Kind aufgestockt werden.