Wenn Kühe über die Straße gehen, lassen sie manchmal etwas fallen. Das kann juristisch gesehen ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr sein. Ihr Besitzer darf den Fladen deshalb nicht sich selbst oder dem nächsten Regenguss überlassen, sondern muss ihn umgehend rückstandslos entfernen. Ein Fall aus Oberbayern zeigt, dass andernfalls Schadenersatz- und Schmerzensgeldzahlungen drohen.
Alle paar Monate verwüstet eine Wildschweinrotte den Obstgarten der Weidenbecks in der Nähe von Schweinfurt. Sie haben schon alles Mögliche versucht, um der Plage Herr zu werden. Weder Glockenspiele noch CDs in den Bäumen helfen. Nicht einmal ungewaschenes Männerhaar hält die Wildschweine ab. Doch das einzig Wirksame wäre ein Wildzaun. Doch der ist verboten wegen Landschaftsschutz.
Der Feldhase hat als „Häschen in der Grube“ oder als „Angsthase“ einen festen Platz in der deutschen Kultur: auf deutschen Feldern könnte er bald ausgestorben sein. Denn seit 2007 überleben die meisten der sprichwörtlich zahlreichen Nachkommen des Feldhasen die Kinderstube nicht mehr. Die Gründe sind rätselhaft. Ist es eine geheimnisvolle Hasenseuche? Sind es Umweltgifte oder doch die Füchse? Ein neues Hasenforschungsprojekt soll Licht ins Dunkel bringen.
Irgendwann muss er ja kommen, der Frühling! Und deshalb wird in Bayerns Gärten jetzt geharkt, gebuddelt und gepflanzt. Denn zusammen mit den Blüten geht ja auch das Herz des Gärtners auf. Doch ob Rosen, Hyazinthen und Rittersporn wirklich blühen, hängt nicht unbedingt davon ab, wie gut gehegt und gepflegt wird. Ebenso wichtig ist, wie gut gejagt und erlegt wird. Wühlmäuse und andere Schädlinge sind die großen Feinde des Gartenbesitzers. Doch nicht alles, was im Kampf gegen die Störenfriede hilft, ist auch erlaubt.
Korrektur: Zu Beginn des Berichts behaupten wir, Furth im Wald läge in Niederbayern. Das ist falsch – es liegt in der Oberpfalz. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
Wenig Phosphor, wenig Dreck – die jüngsten Messungen am Bodensee haben ergeben, dass das Gewässer im Schwäbischen immer sauberer wird. Ein Grund zum Jubeln könnte man meinen – stand doch der See Ende der 70er Jahre kurz vor dem ökologischen Kollaps. Doch die Fischer schlagen Alarm: Sie klagen, dass die Sauberkeit des Sees die Nahrungskette zerstört und der Fischbestand immer weiter abnimmt. Was ist nun wichtiger – Fische oder sauberes Wasser? Und schließt das eine das andere wirklich aus?
Vergangenes Jahr hat er es schon einmal geschafft: er ließ sich einfach auf einem Gelände mitten in Fürth nieder, brütete und erreichte damit schneller einen Baustopp als jede Bürgerinitiative: der Kiebitz. Geschützter Schnepfenvogel, auf der roten Liste seit 1998. Das Stadion, das er damals verhinderte, wurde nie gebaut. Jetzt, eben dabei aus dem Winterlager zurückzukehren, stellt er wieder einen fränkischen Bauherrn vor vollendete Tatsachen und scheint sich auf der nächsten Großbaustelle niederzulassen. Hat das langsam System? Bestimmt der Kiebitz bald, was in Fürth gebaut werden darf?
Die schlechte Nachricht: Am heutigen 28. März ist Gründonnerstag und quer fällt aus. Die Gute: Unsere Reporterin Laura Beck springt ein und okkupiert das quer-Blog (wie bereits letzten Sommer).
Diesmal bei “Blog-upy quer”: Warum fallen in Bayern Vögel vom Himmel und was sagt Wetterprophet Sepp Haslinger (mehr über ihn dort) zum Winter? Vor allem: wann hört er endlich auf?
Im Oberallgäu mehren sich Fälle von Rinder-Tuberkulose. Die Amtstierärzte testen die Bestände flächendeckend, doch nicht immer mit eindeutigem Ergebnis. Milchbauern befürchten deshalb, dass auch gesunde Tiere getötet werden. Auch die Jäger sind in großer Sorge. Da sich die Rinder möglicherweise bei Rotwild angesteckt haben, lassen die Behörden das Wild noch während der Schonzeit in den Wintergattern erschießen. “Schreiendes Unrecht”, sagen die Jäger. Ist beim Versuch, eine Epidemie zu verhindern, wirklich jedes Mittel Recht? Oder schießen überforderte Behörden übers Ziel hinaus?
Vogelschützer schlagen Alarm. Zahlen aus den USA belegen, dass Katzen in nennenswertem Ausmaß den Vogelbestand dezimieren können. In den Vereinigten Staaten fangen sie jährlich bis zu 3,7 Milliarden Vögel. Hinzu kommt, dass sich die kleinen Räuber auch in Deutschland streckenweise unkontrolliert vermehren. Diese Überpopulation führt nun zu einer seltenen Allianz von Katzenfreunden und Vogelschützern.
Jetzt also auch in Franken: Mehrere Augenzeugen in den Landkreisen Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen sind sicher, sie hätten den Wolf gesehen. Noch bestätigen Bayerns Behörden die Einreise nicht. Aber Experten halten die Zuwanderung von Wölfen nach in den Freistaat durchaus für wahrscheinlich. Erst vergangenes Jahr lief im oberfränkischen Fichtelgebirge ein Wolf in eine Fotofalle. Angst und Schrecken jedoch verbreitet die Vorstellung vom wilden Besucher nicht – im Gegenteil.
Bisher hatte die Jagd in Deutschland einen so hohen Stellenwert, dass es Jägern erlaubt war, innerhalb ihres Reviers überall Wild zu erlegen – auch auf Grundstücken in Privatbesitz. Das störte aber einige tierliebe Grundbesitzer. Sie erstritten vor Gericht, dass sie die Jagd und die Zwangsmitgliedschaft in der Jagdgenossenschaft nicht mehr dulden müssen. Was nun dem ein oder anderen Reh das Leben retten mag, könnte der Natur letztlich mehr schaden als nutzen. Und für Wildschäden haftet nach wie vor nicht der Grundbesitzer, sondern der Jäger. Die ersten denken jetzt ans Aufhören.
Kreisrund, 1 cm Durchmesser: Wer in Feldkirchen bei München derartige Ausbohrlöcher an seinen Laubbäumen findet, sollte dringend Alarm schlagen. Denn dann hat sich der Laubholzbock eingenistet, ein asiatischer Käfer, der zu den gefährlichsten Baumschädlingen zählt – weltweit. Die ganze Gemeinde steht mittlerweile unter Quarantäne, gilt inzwischen als größter Ausbruchsherd Europas! Und so bangen Waldbesitzer wie Kleingärtner, ob nun auch sie ihre Bäume auf eigene Kosten roden müssen. Denn eine Nicht-Meldung kostet saftige 50.000 Euro Bußgeld…