Wenn Kühe über die Straße gehen, lassen sie manchmal etwas fallen. Das kann juristisch gesehen ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr sein. Ihr Besitzer darf den Fladen deshalb nicht sich selbst oder dem nächsten Regenguss überlassen, sondern muss ihn umgehend rückstandslos entfernen. Ein Fall aus Oberbayern zeigt, dass andernfalls Schadenersatz- und Schmerzensgeldzahlungen drohen.
Die Straßenverkehrsordnung ist nicht mehr zeitgemäß. Deswegen wurde sie sprachlich angepasst und gilt seit dem 1. April auch für Frauen! Früher war sie ja ausgesprochen männlich geprägt … Der 7. Sinn klärt auf.
Wer dachte, nach dem Bürgerentscheid gegen die dritte Startbahn am Münchner Flughafen sei der Bau vom Tisch, der hat sich getäuscht. Die Staatsregierung hält weiterhin daran fest. Vor Gericht wird seit dieser Woche um die Baugenehmigung gestritten. Warum die Befürworter trotz des Bürgerentscheids nicht locker lassen? Das Votum der Münchner ist nur für ein Jahr bindend. Ist das Jahr um, will der Freistaat eine juristisch einwandfreie Planung aus der Schublade ziehen können.
Kurz nach der Führerscheinprüfung verursachen junge Autofahrer die meisten Unfälle. Umso wichtiger wäre eine fundierte praktische Ausbildung. Doch ausgerechnet bei den Fahrstunden tricksen unseriöse Fahrschulen, um sich im harten Wettbewerb einen Vorteil zu verschaffen. So werden Sonderfahrten zwar deklariert aber nicht geleistet. Statt auf Autobahn oder Landstraße üben die Fahrschüler dann nur in der Stadt. Ein weiterer Trick: Schüler werden bewusst schlecht vorbereitet, fallen bei der Prüfung durch und bringen der Fahrschule weitere Unterrichtsstunden ein. Das Fahren lernen viele dann erst später – ohne Fahrlehrer.
Angeblich bauen Kaufbeurer Autofahrer die meisten Unfälle und müssen deshalb viel für die Versicherung bezahlen. Statistisch gesehen stimmt das aber gar nicht. Autos mit KF-Kennzeichen verursachen nicht mehr Unfälle als andere. Nur sind die verursachten Schäden im Schnitt teurer. Jetzt hat der Bürgermeister das Rowdy-Image seiner Stadt endgültig satt und will mit rund einer Million Euro Unfallschwerpunkte wie unübersichtliche Kreuzungen entschärfen. Doch reicht das schon für den Imagewechsel?
Als in Schweitenkirchen die ersten Häuser im Neubaugebiet an der dreispurigen A9 gebaut wurden, geschah dies, weil dort auch eine Lärmschutzmauer geplant war. Das war vor bald 30 Jahren. Inzwischen rollt der Verkehr dort sogar vierspurig. Auf den entsprechenden Lärmschutz warten die Anwohner jedoch vergebens, obwohl er ihnen vom Gesetz her zustünde. Doch die Behörden behelfen sich mit einem Trick: die vierte Spur sei ja eigentlich eine Standspur, die halt ausnahmsweise befahren werden dürfe. Deswegen ist der Verkehr aber nicht leiser.
Der badische Ort Dertingen ist verzweifelt. Denn die grüne Landesregierung hat den lange geplanten Ausbau der A 3 in unmittelbarer Nähe des idyllischen Weinorts erstmal auf Eis gelegt. Der 6-spurige Ausbau der A 3 auf bayerischer Seite, nur ein paar Km entfernt, ist dagegen kein Problem. In ihrer Verzweiflung bitten die Badener nun die bayerischen Nachbarn um großzügige Unterstützung – noch einfacher wär´s natürlich, Dertingen läge überhaupt im verkehrsfreundlichen Bayern. Solche separatischen Ideen finden in Dertingen derzeit immer mehr Anhänger …
Kommentieren können Sie hier im Blog, auf facebook.com/quer und bei Twitter mit @BR_quer bzw. dem Hashtag #BR_quer.
Seit Sozialministerin Christine Haderthauer Anfang Juni ihre “Vollzugshinweise” zur Ladenschlussregelung ausgegeben hat, herrscht Chaos an den Tankstellen. Kunden, Pächter und Ordnungsämter rätseln, wer was wann kaufen darf. Auf Geheiß ihres Chefs muss die Ministerin nun nachbessern – und Jugendschutz, Ladenschlussgesetz sowie die Interessen von Kunden und Tankstellenpächtern zu einem harmonischen Ganzen vereinen. Mission Impossible? Nein, eine typische CSU-Lösung…
Kommentieren können Sie hier im Blog, auf facebook.com/quer und bei Twitter mit @BR_quer bzw. dem Hashtag #BR_quer.
Sprit ist teuer wie nie. Kein Wunder, dass die Zahl der Fahrgäste im Regionalverkehr in den vergangenen zehn Jahren um die Hälfte gestiegen ist. Mittlerweile herrscht in den Zügen deshalb oft ein unzumutbares Gedränge. Doch trotz des Erfolges ist kein Geld da, um die Zug-Kapazitäten angemessen zu erweitern. Das läge in erster Linie an den hohen Trassengebühren, die die DB – immer noch Eigentümerin des Schienennetzes – verlangt, behaupten die privaten Regionalverkehrsbetreiber. Finanziert die Deutsche Bahn, die gerade wieder einen Gewinnsprung vermeldet, ihre internationale Expansion auf Kosten des Regionalverkehrs? Bayerische Politiker und auch die EU-Kommission schlagen Alarm.
Kommentieren können Sie hier im Blog, auf facebook.com/quer und bei Twitter mit @BR_quer bzw. dem Hashtag #BR_quer.
Selbst der neue VW-Golf, der letzte Woche vom Stapel lief, ist wieder 1,6 Zentimeter breiter als sein Vorgänger. Mehr Sicherheit, mehr Komfort, damit begründen die Autohersteller den Hang zur Extrabreite. Doch Sicherheit endet da, wo man bei Autobahnbaustellen kaum noch aneinander vorbeikommt, und der Komfort dort, wo man sich beim Parken mit angehaltener Luft durch einen winzigen Türspalt zwängen muss. Doch Straßen und Parkplätze verbreitern hieße auch den Lebensraum für andere Verkehrsteilnehmer zu beschneiden. Ein Dilemma.
Kommentieren können Sie hier im Blog, auf facebook.com/quer und bei Twitter mit @BR_quer bzw. dem Hashtag #BR_quer.
Hinweis: In einer früheren Textfassung hieß es, der neue Golf sei 16cm breiter als sein Vorgänger. Das war falsch und wurde nach einem Hinweis aus den Kommentaren nun korrigiert. Vielen Dank.
Wenn Sie das Videofenster auf einem Smartphone anschauen möchten, hier entlang.
München soll Radl-Hauptstadt werden. In Zahlen kann der zuständige Bürgermeister Hep Monatzeder das glaubhaft machen: In den vergangenen 15 Jahren ist die Zahl der Radler um 70% gestiegen. Doch an der Realität droht das ehrgeizige Projekt zu scheitern. Zwar gibt es neue Wegweiser für Fahrradstrecken, aber ihre Bewegungsfreiheit müssen sich die Radler immer mühsamer erkämpfen. Das führt zunehmend zu Unmut und Feindseligkeiten, aber auch zu immer mehr tödlichen Unfällen. Anspruch und Wirklichkeit einer angeblich ökologisch orientierten Metropole.
Hinweis: In einer früheren Fassung hießt es, die Zahl der Radler sei um 40% gestiegen. Richtig sind 70%.