2012
Sep
12
avatar ADMIN Querulant

Alters-Siechtum als gefragtes Handelsgut: durchbricht hier wirtschaftliches Gewinnstreben eine moralische Schranke? Bayerische Pflegedienste jedenfalls berichten, dass Ihnen von Konkurrenten für die Vermittlung von Pflegefällen vierstellige Beträge geboten werden. Der Grund könnte sein, dass Krankenkassen für deren Pflege um die 20.000 Euro im Monat bezahlen. Der Handel mit Pflegefällen scheint immer mehr zum lukrativen Geschäftsmodell zu werden.

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8 Kommentare zu „Ware Mensch: Wie Pflegefälle zum Handelsgut werden“

  1. avatar B.Plenk sagt:

    ..das geht sogar so weit, dass private Investoren zum betreuten Wohnen ausgebootet werden, damit die Menschen keine Wahl haben, als in diese Pflegefabriken zu gehen. Ich denke mit Grauen an einen Spielfilm, der in Spanien spielte, wo man die Alten Menschen oben und unten an ein Leitungssystem anhängte, diese in den Betten verblieben, die sie alle paar Minuten automatisch von einer Seite auf die andere wendete. Mein Gedanke damals: das ist irreal. Doch heute wird das in den Pflegebatterien Realität! (Ähnlich wie bei den Legehennen, bei denen der Tierschutz allmählich die Batterien abschaffte!)

    • avatar Manuel P. sagt:

      War das vielleicht 2030 Aufstand der Alten? Da kommt lt. Wiki Beitrag die geschilderte Szene vor. Leider habe ich damals nicht alle Folgen gesehen.

  2. avatar abd sagt:

    Man kann nur hoffen, dass eine “Vermarktwirtschaftlichung” der Pflege langfristig auch eine Qualitätssteigerung bringt. Diese Hoffnung habe ich als Altenpfleger jedenfalls.
    Guter Bericht, danke dafür!

  3. avatar This is the End sagt:

    Bevor ich auf solche Pflege angewiesen sein muss, hoffe ich, das ich die Kraft und die nötige Beweglichkeit haben werde, meinem Leben ein Ende zu setzen .

    Um meinen Angehörigen Leid zu ersparen und um solche Abkassierer um ihre Kohle zu bringen.

    • avatar Lohengrin sagt:

      Ich spreche dir meine Hochachtung aus!

      Vor vielen Jahren starb ein Freund von mir an Krebs. Er lag mit Luftröhrenschnitt im Bett und wog 35 kg.
      Ich will nicht so enden. Sollte ich in so eine Situation kommen, werde ich handeln, solange ich es noch kann. Das ist allerdings meine Entscheidung, die andere zu respektieren haben. Von anderen verlange ich das nicht.

  4. avatar Lohengrin sagt:

    Eine Bilanz-Rechnung ist da sehr interessant. Wer zahlt am Ende die Provision? Die Beitragszahler der Krankenkassen!
    160 Euro pro Monat kostet die “freiwillige Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenversicherung”, zu der man in der BRD gezwungen wird.

  5. avatar Schulze sagt:

    Ich bin erstaunt über die allgemeine Entrüstung! Das ist die Realität unseres Gesundheitswesens. Es wird fremdbestimmt von Bürokraten und Ökonomen, die das Gesundheitswesen, einschließlich der Altenpflege, als nicht anderes sehen als einen ganz normalen Industriezweig. Das einzige, was diese Menschen antreibt ist die gnadenlose Profitmaximierung.
    Es ist geradezu mitleiderregend, wenn Herr Süß sich über die fehlende Humanität beklagt. Unser Gesundheitswesen hat mit Humanität rein garnichts zu tun.
    Es wird Zeit, dass die Bevölkerung das endlich versteht und sich gegen das System erhebt! Die Ärzte und Pflegekräfte schaffen das nicht alleine, weil sie zu sehr damit beschäftigt sind im Strudel der Ökonomisierung den eigenen Kopf über Wasser zu halten.

  6. avatar Pflege-Insider sagt:

    Auch in der stationären Pflege wird für die Vermittlung von Pflegeplätzen abkassiert. Auf Internet-Seiten wie seniorplace oder pflege.de wird eine angeblich neutrale Pflegeberatung oder Wohnberatung angeboten. Dabei werden die Pflegebedürftigen nur an ausgewählte Anbieter vermittelt. Diese bezahlen für diese Dienstleitstung bis zu 2000 Euro pro Vermittlung.

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