2012
Dez
5
avatar ADMIN Querulant

Das Online-Geschäft boomt zur Weihnachtszeit. Um der Nachfrage Herr zu werden, beschäftigt das Internet-Versandhaus Amazon im Dezember tausende Saisonarbeiter. Aber wohin mit den tüchtigen Weihnachtswichteln? Rund 700 Billiglöhner vornehmlich aus Ungarn, Polen und der Ukraine hat Amazon heuer im Kurort Bad Wörishofen eingemietet. Viele Hoteliers, Kurgäste und Einheimische begeistert das wenig. Denn die schichtarbeitenden Weihnachtswichtel passen so gar nicht ins heile Vorweihnachtsbild.

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11 Kommentare zu „Weihnachtswichtel 2.0: Billiglöhner stören Kur-Idylle“

  1. avatar Todd Flanders sagt:

    “Die kennen des Ordentliche, des Saubere ja nicht.” Schöner hätt’s der Herr Polt auch nicht sagen können…

    • avatar querdenker und -seher sagt:

      Sauber geht es da schon zu in Wörishofen. Da wird einem sogar der Kopf gewaschen.
      Dank Jürgen Fliege und seiner Esoterror ähm Esoterikkombo.
      Was mich mehr interessiert hätte – statt den Aussagen von verarmten (offensichtlich rhetorisch) Pensionisten – woher kommen diese Arbeitnehmer, was verdienen Sie tatsächlich (ohne Hotel, mit Hotel usw), wie lange arbeiten Sie hier – Stichwort Schlachthof Waldkraiburg

  2. avatar Todd Flanders sagt:

    “…die kennen des Ordentliche, des Saubere ja nicht.” Schöner hätt’s der Herr Polt auch nicht sagen können.

    • avatar Der Camper sagt:

      Es wird gemeckert, aber bei Amazon bestellt!

      Oder kurz gefragt:

      Stell dir vor Du bist in Polen geboren und musst Geld zum leben verdienen. Was würdest Du machen?

      Ich habe mit solchen Menschen kein Problem, denn im Urlaub treffe ich oft mit Ausländern zusammen und sehr oft bin ich sogar selbst Ausländer!

      Der Camper

  3. avatar Artur Schmidt sagt:

    Tja, zur sozialen Frage der Arbeit und wer sie macht, der mitteleuropäischen Weihnachtsidylle, den wirtschaftlichen Auswirkungen des Systems Amazon kommt noch das ökologische Desaster, welches jede online Bestellung anrichtet.
    (Siehe auch: BR 2 Radiowelt v. 23.11.2012 Umweltbelastung Onlineshopping).

    Da kümmern die paar in ihrer Ruhe gestörten Kurgäste eigentlich wenig – dies muss in der Neben-Saison nur ein kleiner Teil aushalten. Die Hoteliers können sich, bei der sie vorwiegend unterstützenden FDP (MwSt.) bedanken, deren verschrobene wirtschaftspolitische Grundhaltung macht so etwas wie Amazon erst möglich!

    Das heißt im konkreten Fall, kaum Steuern zahlen und sich Saisonarbeiter vom Arbeitsamt bezahlen lassen etc. (Siehe: BR Quer Schöne Bescherung v. 24.11.2011 und Monitor v. 15.11.2012)

    Die schöne heile deutsche Glitzerwelt bekommt eben ihre Risse, wenn ihre schäbige Kehrseite auch für die bürgerlichen Saubermänner & -frauen nicht mehr zu ignorieren ist – weil, nach deren Vorstellung, jetzt die osteuropäischen Arbeitssklaven vor der eigenen Haustüre herumlungern!
    So gesehen geschieht es den Marktradikalen ganz recht, wenn es offensichtlich wird, welche Geschäftsbedingungen hinter so manchen Geschäftsmodellen verborgen sind.

    Auf Dauer funktioniert es eben nicht, nur mal kurz am Weihnachtsmarkt vorbei zu schauen, einen Glühwein trinken, die Auslagen der örtlichen Händler bestenfalls als festliche Kulisse sehen und dann zu Hause bequem auf Bestellen beim Versender klicken!

    Weihnacht kann bis zum Schluss anstrengend sein – aber wie heißt es so schön in Alexis ­Sorbas: “Das Leben ist, den Gürtel enger schnallen und nach Schwierigkeiten aussehen”! Deshalb liebe Leute kauft´s nebenan und nicht nebenbei, haltet durch, die Entspannung kommt ziemlich sicher an den Feiertagen und den Gürtel müsst ihr danach sowieso wieder weiter stellen;-)!

  4. avatar BWler sagt:

    Das einzige was mir nach dieser Sendung noch übrig blieb war es mich zu schämen und den Kopf zu schütteln. Ich lebe selbst seit Jahren in Bad Wörishofen und muss mich für meine “Mitbürger” wirklich in Grund und Boden schämen.

    Nach Außen hin zeigt man sich als Tolerant und Fürsorglich, davon ist bei den befragten Personen leider absolut nichts zu sehen. Junge Erwachsene und Jugendliche werden von Kurgästen während der Saison angepöbelt, das ist jedoch in Ordnung, denn jene bringen ja Geld und “Ordnung”. Die Gehwege werden ohnehin um 20 Uhr “hochgefahren” damit die Kurgäste in Ruhe in ihren Hotels verweilen können. Wo ist also das Problem wenn einmal im Jahr für einen Monat (in dem kaum Kurgäste zu Gast sind) dass nicht der Fall ist?!

    “..die machen hier ja alles kaputt..” Nicht nur intolerant sondern auch noch lachhaft. Natürlich machen die genehmen Senioren in Bad Wörishofen nichts kaputt. Mit ihren jugendlichen 66 Jahren aufwärts sind jene natürlich geistig und körperlich noch Topfit! Autofahren geht natürlich Problemlos ohne Schilder oder Straßenbepflanzungen um- oder anzufahren. Auch zu Fuß ist das alles natürlich kein Problem, man darf ja in Bad Wörishofen einfach über befahrene Straßen laufen ohne zu sehen ob ein Fahrzeug kommt. Und wenn man dann einen Bekannten trifft muss man anständig wie die (“meisten”) Bad Wörishofer Senioren und Kurgäste natürlich sind auch Grüßen und einen Plausch halten. Dabei ist es völlig egal ob man gerade mitten auf der Straße steht! Wo ist das Problem wenn etwas kaputt geht? Ist es ausversehen, wird es repariert oder von Seitens Versicherung ersetzt. Ist es Mutwillig genügt ein Anruf und der Amazonmitarbeiter ist keine 24 Stunden später ein ehemaliger Amazonmitarbeiter. Achja und der Schaden wird ersetzt, wer häts gedacht.

    “..man sollte sich davon distanzieren..” sowas kann man natürlich leicht sagen wenn man zu dieser Jahreszeit Leute in seinem Hotel willkommen heißen kann. Bei den etlichen Hotels in Bad Wörishofen würden jedoch gerade jetzt viele dieser einfach leer stehen. Wieso also ein Zimmer für 20€ die Nacht hergeben? Schreiben wir doch lieber rote Zahlen!

    Bei Aussagen wie “man muss Angst haben Abends das Haus zu verlassen” oder “da kamen mir betrunkene Ausländer entgegen also wechselte ich lieber die Straßenseite” (regionale Zeitung) kommt’s mir wirklich hoch. Bad Wörishofen hat mit seinen Ortsteilen etwa 15.000 Einwohner, davon sind ca. 1500 Ausländer. Wenn also gerade in dieser Zeit “betrunkene Ausländer” ohne zu pöbeln, lautstark umherschreiend und völlig normal und zivilisiert auf dem Gehweg entlang laufen, können es natürlich nur die Mitarbeiter von Amazon sein.

    Bad Wörishofen ist ein Kurort für Senioren (hauptsächlich), es leben allein ca. 5000 Menschen mit einem Alter von 66 Jahren und höher hier. Würde man endlich mal etwas für die restlichen 10000 “jüngeren” unternehmen (Geschäfte, Freizeitmöglichkeiten etc.), würden auch Fremdarbeiter ihr Geld hier lassen. Aussagen wie “Sowas wollen wir hier nicht.” ist einfach nur erbärmlich und grenzt wirklich schon an Fremdenfeindlichkeit.

    Mein Fazit: Die Fremdarbeiter leisten spitzen Arbeit. Und ich selbst habe bisher weder Randale noch sonstiges von jenen mitbekomme. All jene, welche der Meinung sind diese Leute haben hier nichts zu suchen und das ganze noch mit teils selbst erfundenen “Beweisen” und Vermutungen unterstreichen: Schämt euch in Grund und Boden für euer Verhalten!

    • avatar BWler 2 sagt:

      Da muss ich dir vollkommen recht geben. Bei mir (keine 50m) um die ecke wohnen sie auch in einem Hotel und was sol ich sagen ausser das sie wenn sie schichtbeginn / ende haben sehe und höre ich nichts von ihnen… Durch das, dass wir uns schon heufig begegnet sind grüssten einige von ihnen schon oder warfen einen wink zu… Warum nur wurden in dem Beitrag nur ältere Herrschaften befragt? Haben die evtl. vorurteile?

      Wie gesagt also in meinen augen sind die Weihnachtswichtel ein sehr friedliches und nettes völkchen mit denen ich in meiner HEIMATSTADT keine Probleme oder Anderweitiges sehe.

      Die Arbeiter die hier unter dem Jahr in BW verkehren sind bedeutend auffälliger als die Amazonleute…

      Aber ich kann dir nur zustimmen, mann muss sich für andere aus unserem ort schämen…

      • avatar BWler3 sagt:

        …man darf sich auch fragen warum man vor Menschen, die 6 Tage die Woche im Schichtbetrieb arbeiten Angst hat. Die wollen doch ganz offensichtlich legal und völlig normal Geld verdienen – warum kommt man da auf die Idee, dass die GEFÄHRLICH sind? Da sind echt die dümmsten Vorurteilen am Werk

        Auch mir ist das peinlich, wie man in der Heimat so denkt. Woanders in Deutschland ist es leider auch nicht unbedingt besser.

  5. avatar Otto Jahrsdörfer sagt:

    Liebe Wörishofener, zufällig kenne ich den Ungarn persönlich, der gleich bei den ersten Bildern dabei ist. Ich schätze Ihn als anständigen und ehrlichen Menschen, der schon seit längerer Zeit bei Amazon arbeitet und Geld verdienen will. Genauso schätze ich die anderen Ungarn ein, die dort arbeiten, solltet IHR einmal in Ungarn Urlaub machen, müßten die Einheimischen auch vor EUCH Angst haben. Mit diesem Herrn und anderen Ungarn haben wir aus UNTERFRANKEN ein kameradschaftliches Verhältnis. Der Herr aus dem Nobelhotel mußte sicher noch nie so hart für seinen Lebensunterhalt arbeiten wie diese Personen, weit weg von der Heimat und ihren Familien.

  6. avatar Wörishofer sagt:

    Ich bin selbst Hotelier in Bad Wörishofen und lebe seit über 10 Jahren in dem schönen Ort. Auf meinem täglichen Weg zur Arbeit begegne ich vielen der Amazonmitarbeiter und bisher kam mir keine einzige dunkle Gestalt entgegen und ich sah noch keine Amazonmitarbeiter wilde Partys auf den Balkonen der betreffenden Hotels feiern. Ich glaube dazu haben die für wenig Geld hart arbeitenden Menschen auch überhaupt keine Zeit und Kraft. Ich sehe viele beim Einkaufen, sie lassen also ein Teil ihres schwer verdienten Geldes auch in unserem Kurort. In einer Zeit (November/Dezember), in der die meisten Hotels in Bad Wörishofen aus Gästemangel leer stehen sollte man froh sein, dass diese Menschen Bad Wörishofen beleben. Ich glaube sagen zu können, dass es sich im Beitrag hauptsächlich um Einzelmeinungen handelt. Die Wörishofer sind im großen und ganzen weltoffen und freundlich allen Menschen gegenüber. Mag sein, das dies Hoteliers im 5-Sterne-Bereich anders sehen – dass sollte uns aber nicht kümmern. Wir diskriminieren deren anspruchsvollen Gäste ja auch nicht.

  7. avatar Malte sagt:

    Amazon lenkt ein und macht Zugeständnisse. Ob das reicht?
    [Link entfernt. Siehe Kommentarrichtlinien.]

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