Strafe muss sein: Das Europaparlament will, dass exportstarke Länder künftig zur Kasse gebeten werden. Denn wer Überschüsse produziert, so die Logik, zwingt die anderen Mitgliedstaaten ins Defizit und schwächt die Eurozone. Deutsche Wirtschaftsverbände schlagen Alarm. Und auch der deutsche Finanzminister kämpft um Deutschlands Exporte. Mehr
Dieser Beitrag wurde vor am Dienstag, 29. November 2011 um 00:51 Uhr veröffentlicht und unter Sendung vom 29.11.11, Videos gespeichert. Sie können Kommentare zu diesem Eintrag über den RSS-2.0-Feed verfolgen.
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44 Kommentare zu „EU-Parlament: Strafen wegen Exporterfolgen?“
Export von Deutschland
Jetzt wird es amtlich wir haben uns den EUR selbst eingebrockt.
Wann wird endlich erkannt das die Schaffung des EUR ein Fehler war???
Weg mit dem EUR.
Was für eine Volksverdummung dieser Beitrag.
Ein Überschuss errechnet sich nicht nur aus Export, sondern auch aus Import. Kein Mensch will die Menschen us der Arbeit drängen, um anderen Staaten zu helfen. Es geht darum, dass mehr NAchfrage aus Deutschland kommt – dazu müssen sich Importe erhöhen. Es ist offensichtlich, dass andere EU-Staaten nur Schulden abbauen haben, wenn Sie ein wachsendes BIP haben. Bei eigenem Sparen muss die Nachfrage hierfür aus anderen Ländern kommen.
Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss hingegen heißt, dass hier permanenet mehr produziert als ausgegeben wird – ein Zustand der niemandem hilft. Höhere Löhne wären ein möglicher Weg, Konsum und damit auch Importnachfrage zu erhöhen.
Als Abwiegelung der “undeutschen” Forederungen wird dann ein kurzer, völlig zusammenhangsloser Einwurf von Herrn Sinn eingefügt. Sich einmal onstruktiv mit Argumenten auseinanderzusetzen, die intuitiv gegen das eigene Interesse gehen sieht wirklich anders aus.
Dem kann ich nur zustimmen. Als ich den Beitrag sah, dachte ich zuerst, das sei die Satire zum Schluss. Aber nein, es war ernst gemeint.
Ja, Deutschland ist Exportweltmeister. Wunderbar. Aber wo es einen Exportweltmeister gibt, muss es auch Länder geben, die Importüberschüsse aufweisen, wie zB Griechenland. Sonst geht die Rechnung nicht auf. Damit will ich nicht die Misswirtschaft in einigen Ländern verharmlosen, aber es ist klar, dass auch Deutschland, als grösste Volkswirtschaft im Euroraum, Einfluss auf das makroökonomische Gleichgewicht in der Eurozone nehmen kann, zB mit seiner Lohnpolitik. Das Argument, die Löhne seien in D viel höher als im Durchschnitt der Euroländer zieht nicht, weil die Wechselkurse, die 1999 bei der Einführung des Euro festgeschrieben wurden, die unterschiedlichen Wettbewerbsfaktoren bereits “eingepreist” hatten. Die niedrige Reallohnentwicklung in D im Vergleich zu allen anderen Euroländern seit 1999 hat also das Gleichgewicht genauso verzerrt wie zB das im Verhältnis zu seinen Defiziten und seiner Verschuldung zu niedrige Zinsniveau für Griechenland.
Alles das bringt uns zur Schlussfolgerung, dass ein Wirtschafts- und Währungsraum nur funktioniert, wenn die Wirtschafts- und Haushaltspolitiken koordiniert werden (die vielbeschworene Konvergenz), oder wenn es innerhalb der Währungsunion zu Finanztransfers kommt. So wie es in D auch einen Länderfinanzausgleich gibt, und direkte und indirekte Transfers in Milliardenhöhe durch den Bund und die Sozialversicherungssysteme. Ohne diese Transfers wäre die BRD längst in 3 Teile zerfallen, Nord, Süd und Ost.
Die ganze Reportage ist kein Ruhmesblatt für den BR und report aus MUC, und Prof. Sinn sollte sich in Zukunft lieber unter dem Pseudonym Prof. UnSinn äussern !
Es muss schon etwas Wahres dran sein, dass man diejenigen nach Brüssel schickt, die hier zu nichts zu gebrauchen sind. Hohe Gehälter kassieren und dann den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Meine Güte, schafft sie ab!!! Schickte man alle unfähigen Politiker nach Brüssel, so müsste man wohl des Platzes halber noch die Niederlande dazunehmen, weil Belgien absolut überfüllt wäre. Diese Leute haben den Bezug zur Realität wohl endgültig verloren.
Es wird höchste Zeit, dass die “Euro-Krise” endlich einmal komplex angesprochen wird, d.h. nicht nur aus Sicht der Finanzen, wie es gerade in Ihrem Bericht wieder in den Himmel gehoben wird, sondern als Gesamtkomplex, d.h. dem geasamten Wirtschaftskreislauf, in dem das Geld nur einen Teil abbildet. Der Ansatz der EU ist hier wesentlich besser, ob die dargestellten Maßnahmen richtig sind, vermag ich nicht zu sagen. Doch wenn wir weiterhin nur auf das Finanzsystem starren, werden wir schlimmen Zeiten entgegengehen.
Der Export-Überschuss Deutschlands ist sehr wohl ein Stabilitätsproblem im Euro-Raum, unabhängig all der Sünden, die in den vergangenen Jahren in den einzelnen Ländern (Auch Deutschland, siehe Maastrich-Kriterien!) gemacht wurden. Das kann Ihnen jeder Volkswirtschaftler, der sich mit diesem Problem intensiver beschäftigt, erklären. Hier müssen wir ansetzen.
Damit ergeben sich auch für die Gewerkschaften wichtige Aufgaben, die sie mit hoher Verantwortung und Einsatzbereitschaft angehen müssen (z. B. höhere Löhne in der Industrieproduktion) Deutschland ist doch bisher der eigentliche Gewinner der letzten Jahre, nur dass dieser Gewinn nicht beim Volk angekommen sind, das ist die eigentliche Schande!
Deutschland muss für seinen Handelsbilanzüberschuss bestraft werden, genau so wie andere für ihren Defizit bestraft werden. Nur wegen der Lohndrückerei, der Ausbeutung und durch Subventionen (z.B. Aufstockung Hartz IV) konnte Deutschland sich eine Vorteil gegenüber den EU-Partnern “ergauenern”. Nur die Löhne zu vergleichen (und dazu noch im EU-Durchschnitt?!), wie der BR und Herr Sinn es taten, zeugen von mangelnden ökonomischen Kenntnissen! Löhne werden in der Regel nach der Produktivität eines Landes und der Inflationsrate (EU-Vorgabe: 2 %) bestimmt. Aber Deutschland hat sich davon schon vor ca. 15 Jahren verabschiedet (Hier hat die Redaktion einen Link entfernt, vgl. Kommentarrichtlinien)
Toll, wie Sie aus einer simplen Tatsache und einem nachvollziehbaren Gedankengang eine Bild-würdige emotionalisierende Botschaft für unaufgeklärte Stammtisch-Teilnehmer machen! Schapoh für diese Glanzleistung des Populismus.
Die Exportüberschüsse (= Forderungen an das Ausland) des einen sind die Importüberschüsse (=Schulden an das Ausland) des anderen. Dass darin auch die Forderung nach mehr Importen steckt, kein Wort darüber.
Ich bin enttäuscht, öffentlich-rechtlich enttäuscht.
Sie befleißigen sich des Gegenteils der Aufklärung. Und ich glaube nicht, dass sie das nicht wissen. Peinlich.
HB
Übrigens: Sie finden auch Experten für das Gegenteil Ihrer Botschaft. Verbreiten Sie doch das nächste Mal einfach die umgedrehte Botschaft. Vielleicht wird ja dann aus zwei Halbwahrheiten eine ganze.
Daß sich Deutschland mit den Exporten in schwache EU-Länder zurückhalten muß um deren Wirtschaft zu schützen kann ich schon verstehen.
Aber demit sind sämtliche Vorteile, die der Euro unseren Unternehmen gebracht hat hinfällig!
Nein nicht alle Vorteile. mit einer gemeinsamen Währung sind Unternehmen nicht mehr Wechselkursschwankungen bei ihren Geschäften ausgesetzt und müssen keine Kursversicherungen abschließen. Außerdem werden die Preisunterschiede europäischer Unternehmen so besser sichtbar, der Verbraucher gewinnt also an Informationen, was ihm dem rationalen allwissenden Verbraucher im volkswirtschaftlichen Modell “vollständiger Konkurrenz” näher bringt, also die Marktmacht von Unternehmen einschränkt. Effizente Unternehmen profitieren, ineffizente verlieren.
Problematisch ist nur das neben den fiskalpolitischen Ungleichgewichten, die europäische Zentralbank(in Frankfurt) nicht klar macht, dass man an der gemeinsamen Währung festhalten will und kein Mitglied wird pleite gehen lassen, also beispielsweise ebensoviele Staatsanleihen, wie die amerikanische Zentralbank kauft. Bisher hält die EZB nur Staatsanleihen im Volumen von 10 % der FED. Formal kann ein Staat nur Pleite gehen, wenn er über die Maßen in ausländischer Währung verschuldet ist, was den Ausschluss eines Landes aus der Eurozone erfordern würde. Ein interessantes Spekulationsziel, aber mit deutlichen Risiken von Zahlungsausfällen, gerade bei exportorientiert Unternehmen verbunden.
Als Freund Ihrer Sendung bin ich diesmal ziemlich entsetzt. Dieser Beitrag ist kein Ruhmesblatt für report. Man mag die Maßnahmen der EU im Einzelnen kritisieren, in der Sache sind sie jedoch im Gegensatz zum Beitrag von volkswirtschaftlichem Sachverstand gekennzeichnet: Die außenwirtschaftlichen Überschüsse der Einen sind notwendiger Weise die Defizite der Anderen. D.h. wenn eine Volkswirtschaft viel exportiert und wenig importiert, dann gibt es andere, die mehr importieren als exportieren. Die globale Bilanz ist naturgemäß ausgeglichen.
Schaut man nun auf die Ursachen der regelmäßigen deutschen Überschüsse, dann fällt auf, dass die Lohnentwicklung in Deutschland gegenüber den meisten anderen EU-Volkswirtschaften seit vielen Jahren deutlich zurück bleibt. Zudem sind die Steuern für Unternehmen (Körperschaftssteuer, “Auflösung der Deutschland-AG” u.a.) massiv gesenkt worden, worin andere Staaten nicht nachgezogen haben.
Wie Sie sehen können, steckt hinter den Äußerungen der von Ihnen fast als lächerlich dargestellten EU-Parlamentariern doch mehr, als Sie ahnten. Somit bleibt der Eindruck eines schlechten und reißerischen Beitrags – schlecht recherchiert, mangelnde Sachkenntnis, möglicherweise soll er schlicht der Meinungsmache dienen. Dazu passt das Interview mit diesem nur allzu oft fehl gehenden Professor aus München.
Ich hätte nicht gedacht, dass die Positionen von Hans-Werner Sinn noch einmal solch eine Renaissance erleben würden.
In ihrem Beitrag wird in seinem Statement ernet deutlich, aus welcher Ideologie er seine kruden Thesen bezieht. Sein Schluckaufartiger Antikommunismus. Da werden schon Beschlüsse des EU-Parlaments in die Nähe des Kommunismus gerückt.
Ach waren die Zeiten schön als kurz nach der Lehman-Pleite jeder Jounalist verstanden hatte, dass Herr Sinns Vorhersagen der wirtschaftlichen Lage fast sämtlich falsch waren und sind.
Ich erinnere daran, dass er zu Zeiten der Auslagerung von Jobs in Billiglohnländer behauptete, die Industrie in Deutschland habe keine Zukunft.
Heute erkennt man, dass gerade die Industrie in Deutschland die Folgen der Finanzkrise abmildert.
Früher erzählte er, Deregulierung sei das Allheilmittel. Hier hat er nichts gelernt und kämpft immer noch dagegen und bringt keine wissenschaftlichen Argumente sondern rückt so etwas immer in die linke Ecke als ob das schon Beweis sei das er Recht habe.
Ich finde es sehr schade, wenn Journalisten heute immer noch nichts aus der Finanzkrise gelernt haben und diesen wirtschaftlichen Hasspredigern ein Forum geben und sich diese kruden Ansichten auch noch zu eigen machen.
Solche Menschen erzählen gerne, Bundeskanzler Schröder sei Schuld an den Staatsschulden in Europa, weil er für ein paar Jahre die Stabilitätsregeln aufgeweicht habe.
Nun ist es also schlimm, wenn solche Stabilitätsregeln verschärft werden?
Ich habe selten einen so manipulativen Beitrag gesehen und das auch noch in einem an sich kritischen Format wie report München. Die EU hat völlig Recht mit ihrer Kritik an Deutschlands andauernden Exportüberschüssen. Diese führen in einer Währungsunion langfristig zu Ungleichgewichten und Verschuldung der anderen Handelspartner. Wenn dann noch versucht wird das Argument der Lohndrückerei mit dem Vergleich der durchschnittlichen Löhne zu entkräften, könnte ich nur wütend werden. Entscheidende Faktoren werden hier ausgeblendet, wie die Produktivitätsunterschiede und das Fehlen eines Mindestlohns in Deutschland, im Gegensatz zu anderen Ländern in der EU. Diese Art der Berichterstattung verbreitet auch noch die arrogante Art unserer sog. Wirtschaftsexperten, die noch ganz Europa in den Abgrund reißen wird, wenn nicht bald ein Umdenken einsetzt. Sie verhalten sich wie eine senile Oma, die Tischdecken für die ganze Stadt häkelt und sagt: “bezahlen könnt ihr später”. Wenn die anderen dann nicht mehr bezahlen können, weil sie wie Griechenland nahezu pleite sind, hat die Oma die Tischdecken (oder U-Boote wie im Fall von D) verschenkt! Da ändert auch die schöne Exportstatistik nix mehr dran. Ob man D deswegen Strafzahlungen aufbrummen muss und den Export senken muss sei dahingestellt. Eine andere naheliegende Möglichkeit, den Export relativ zu senken, indem man die Importe erhöht wird im Beitrag nicht mal erwähnt. Wer an der Stärke der deutschen Wirtschaft nichts ändern will aber dennoch einen integrierten europäischen Wirtschaftsraum haben will kommt an einer Transferunion nicht vorbei. In anderen Währungsunionen wie z.B. den USA ist es nicht anders gelaufen. Aber das wollen unsere Experten ja auch nicht wahr haben.
Mit bestürzen muss ich feststellen, das sich Report München heute im letzten Beitrag als Sprachrohr des Finanzministers verdingt, während es in den übrigen Beiträgen, die Haltung der Regierung hinterfragt. Aber gerade durch wird der letzte umso glaubwürdiger.
Die Tatsache das Deutschland seit Jahren Exportüberschüsse erzeugt bedeutet doch, das weniger konsumiert wird als hergestellt, die Bewohner also unter ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten leben. Dies wurde durch die geringe Lohnsteigerung im Vergleich zu den europäischen Nahcbarn möglich. Auch wenn im Mittel man in Deutschland je Stunde mehr € bekommt als etwa in Griechenland, so ermöglicht eine anders strukturiete Wirtschaft und ein technologischer Vorsprung, die gleichen Produkte trotz höherer Löhne günstiger herzustellen und so die Produktion in einem anderem Land vom Markt zu drängen und deren Bevölkerung zum Kauf der eignen zu bewegen. Die Importüberschüsse der einen Länder sind die Exportüberschüsse der anderen. Da eine Abwertung der Währung eines der Länder der Eurozone zu Deuschland um diese Wettbewerbsunterschiede erreicht wurden, nicht mehr möglich ist, nimmt die Wirtschaft Schaden und das Land gerät in Zahlungsschwierigkeiten, die dann wieder von den Verursachern(Deutschland) behoben werden müssen, damit das Spiel weitergehen kann. Alternativ kann man auch das Lohnniveau(und damit den Wohlstand) in den betroffenen Ländern absenken um wieder wettbewerbsfähiger zu werden. Ich bin mir aber sicher, dass die deutsche Regierung hier nachlegen wird, da hier noch mehr Spielraum zur Armutgrenze vorhanden ist als anderswo in Europa.
John Maynard Keynes (kein Kommunist) versuche 1945 als britischer Verhandlungsführer in der neuen Weltfinanzordnung, Überschüsse generell und nicht erst ab 4 oder 6 % zu bestrafen um den Frieden in der Welt zu gewährleisten. Leider scheiterte er.
Das EU-Parlament hat recht. Deutschland kann nur deshalb mehr exportieren als es Waren und Dienstleistungen importiert, weil die anderen Länder der Eurozone (nicht Europas) mehr ein- als ausführen. Zu D-Mark-Zeiten sind Wettbewerbsvorteile durch Senkung der Lohnstückkosten (um die geht es, nicht um Löhne) durch Aufwertung der D-Mark sofort wieder aufgefressen worden. Das geht jetzt nicht mehr. Deshalb braucht die Eurozone eine Konvergenz der Wettbewerbsfähigkeit, also der Lohnstückkosten. Kurz: In Griechenland müssen die Löhne und Sozialleistungen sinken, wärend sie in Deutschland steigen müssen. Da die Bundesregierung die Löhne in der Wirtschaft nicht direkt anheben kann, bietet sich ein Anstieg der sogenannten Lohnnebenkosten an. Die Arbeiter und Angestellten zahlen erst eimal mehr in die Sozialkassen, aber dafür gibt es mehr Rente, mehr Arbeitslosengeld, weniger Zuzahlung für Kranke oder weniger Steuerlast, oder einen Mix. Die Unternehmen haben höhere Kosten, können also weniger im Ausland verkaufen. Dafür steigt die Inlandsnachfrage nach deutschen und griechischen Produkten.
Eine kleine aber überfällige Korrektur am in dem Beitrag genannten Lohn pro Arbeitsstunde in Deutschland:
Seit Ewigkeiten sind in der Statistik des Stat.Bundesamtes (die auch an die OECD geliefert wird) die Kosten der Ausbildungsvergütungen für Auszubildende enthalten. Nicht enthalten in der Statistik sind hingegen die betrieblich geleisteten Arbeitstunden der Auszubildenden. Dies ist in einer kleinen Fußnote vermerkt. Die tatsächlichen Lohnkosten pro Arbeitsstunde sind also im Vergleich zu anderen Ländern durch diesen Kunstgriff höher als die realen. Es gibt das System der dualen Ausbildung, (Ausnahme Österreich) in keinem anderen statistisch verglichenen Staat. Es ist an der Zeit, dies einmal zu ändern um eine ehrliche Vergleichbarkeit zu haben.
Die Eurokraten haben schon immer viel Unsinn verzapft. Aber dieses Regelwerk zur Reglementierung des Exports der Mitgliedsländer und eventueller Bestrafung bei Überschreitung der von der EU festgesetzten Begrenzung ist schon gemeingefährlich. Und Unterstützung erfährt es durch den Genossen Bullmann, dessen Lebenslauf ihn als puren Theoretiker ausweist. Aber er kann sicher seinen Kollegen Gewerkschaftern erklären, dass für einige Betriebe schon im Oktober Weihnachten ist und Werke dann geschlossen werden müssen, weil sie die für sie geltenden Exportgrenze erreicht haben. Ich muß jetzt vorsichtig bei meiner Wortwahl sein. Und so kann ich diesen Herrn Abgeordneten Bullmann nur bitten, so bald als möglich die letzten Festungen des real existierenden Sozialismus, Kuba oder besser noch Nordkorea aufzusuchen und nicht weiter dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche zu liegen.
Alle regen sich über den Euro und Rettungsschirme auf, aber über diese Riesengroße Sauerei, die mit dem Fracking in unserem Land geschieht, darüber regen sich nur wenige auf, und zwar die, die in unmittelbarer Nähe dieser Umweltverseuchung wohnen oder leben müssen.
Gegen diese Umweltverseuchung sollten sich die Bürger zusammentun und auf die Straße gehen und diejenigen Politiker, die das genehmigen oder zulassen, in die Wüste jagen!
Ich frage mich, was diese Leute ihren Kindern erzählen, wenn unser kostbarste Lebensmittel, das Trinkwasser, in unserem Land total verseucht wurde.
Das ist doch nicht zu fassen und ich bin entsetzt!
Jetzt müsste auch der letzte Politiker begreifen, wohin die Reise geht.
Deutschland soll nur zahlen, ob über Rettungsschirme mit dubiosen
Hebeln oder Eurobonds, und jetzt soll unser Export noch bestraft werden.
Ziel von Brüssel und Barosso ist doch nur die Umverteilung, bis wir auch
auf dem Niveau der Südländer sind! Das wäre dann der Dank für unsere
Solidarität.
Mein Vorschlag wäre, endlich raus aus dem Euro. Eine Aufwertung käme
uns auch nicht teurer als korrupte, mafiose Länder zu finanzieren.
Herr Henkel hat mit seinem Buch absolut recht gehabt.
Was ist das für eine Europäische Gemeinschaft, die im Prinzip nichts anderes verlangt als das Wiedereinführen von Exportzöllen. Was ist das für eine Europäische Gemeinschaft, die uns mittels Eurobonds in eine Inflationspirale zwingt. Was ist das für eine Europäische Gemienschaft, die die hiesigen Kassen plündert und und die Bevölkerung ausraubt, weil sie Ihre eigenen Schuldenprobleme seit Jahrzehnten nicht in Griff bekommt (stattdessen selber immer abgewertet hatte -> siehe Drachme, Lira, Pesetas, Escudos -> alles ehemalige Inflationswährungen) Das ist nicht die Europäische Gemeinschaft, wie sie ihre Gründungsväter wollten, aber was daraus wird, wenn man Utopisten das Feld üebrlässt. (Wie immer in der Geschichte) Wer interessiert ist, wieso, weshalb warum und was für ein Konzept verfolgt wird, der befasse sich mit der Paneuropäischen Union (wikipedia) und den Grndsatzwerken Coudenhove Kalergis, der die EU – so wie sie heute besteht, schon in den 1920er Jahren skizzierte; als Vereinigten Staaten Europas mitsamt EURO usw. Deshalb ließ auch Röttgen sich kürzlich in einer TV Diskussion zu der zusammenhangslosen Aussage hinreißen “Der Euro muß erfüllt ewrden, darum geht es”
Ich bin geschockt!
Nicht über das SINNVOLLE Vorhaben des Europaparlamentes die Außenhandelsüberschüsse und damit auch die Dumpinglöhne in Deutschland (siehe Zeitarbeit!) durch einen blauen Brief anzuprangern.
Ich bin geschockt über die stimmungsmachende neoliberale Berichterstattung: Mit “Fachleuten” wie Prof. Sinn dessen Rat uns direkt in die Finanzkrise getrieben hat!
Oder einem Finanzminister der das Heil für die Staatsfinanzen leider immer noch in den altbackenen Konzepten sieht: Dem Traum des ewig von anderen Volkswirtschaften profitierenden deutschen Exportüberschusses. (Sein Parteifreund Heiner Geisler hätte hier sicher anders kommentiert).
Dann gab es noch zwei Alibi-Gewerkschafter aus der dritten Reihe, statt das sie hier wenigstens einen Wirtschaftsexperten einer Gewerkschaft zu Wort kommen gelassen haben.
Wenn eine Grüne Partei es schafft das Europaparlament in den Punkten blauer Brief für Schulden und zu viel Exportüberschuss zu einigen, erkenne ich das sehr positiv an, statt nationalblind daran herum zu mäkeln.
Ich bin entsetzt! Einen solch manipulativen, einseitigen und heuchlerischen Beitrag, wie diesen, in einem öffentlich-rechtlichen Sender zu entdecken.
Hier wird der deutsche Exportüberschuss zum Mantra für den deutschen Wohlstand erhoben, obwohl er für weite Teile der Bevölkerung längst das Gegenteil darstellt.
Durch die konsequente Abwertung des Faktors Arbeit in den letzten mehr als zehn Jahren hat sich Deutschland einen Wettbewerbsvorteil verschafft, der aber nicht den Bürgern, sondern nur der (Export)Industrie Wohlstand und Reichtum bringt.
Nicht nur die anderen EU-Staaten zahlen die Zeche für den künstlichen deutschen Exportüberschuss, sondern auch die vielen Millionen Geringverdiener in diesem Land .
Es wird lange Zeit etwas dagegen zu unternehmen.
Dieser Beitrag ist jedoch eine Heiligsprechung eben der Theorismen die uns diese globale (und europäische) Krise beschert haben. Und anstatt diesen Irrweg zu verlassen und endlich wieder Vernunft walten zu lassen, wird die Lobby nicht nur weiter diesen Weg fortsetzen und nicht nur von willfährigen Politikern, die davon profitieren, unterstützt werden, sondern auch noch von der Hofberichterstattung, wie in diesem Bericht, begleitet. Als “Höhepunkt” wird uns dann auch noch ausgerechnet der Prototyp des Wirtschaftslobbyisten, die das neoliberale Theorem seit Jahr und Tag predigen, als (unabhängiger) Experte präsentiert. Qualitätsjournalismus? Hinterfragen Sie sich bitte selbst.
an alle Bürger, die diesen Ansatz des EU-Parlamentes für richtig halten: bitte kurz einmal nachdenken, denn es könnte auch ihr Arbeitsplatz sein, der dadurch vernichtet würde.
Darüberhinaus: ein leistungsstarkes Team zu schwächen war noch nie Anreiz für andere Gruppen sich zu motivieren; im Gegenteil. Von einem EU-Parlament darf man mehr Weitblick, Wissen und Verantwortungsbewußtsein – als mit dieser Planung bewiesen – erwarten. So wird der heere Gedanke der EU nichts. Deutschland wäre gut beraten, auszusteigen, was ja nicht zwangläufig eine Währungsänderung bedeuten muss.
Dann denken Sie doch bitte noch etwas länger nach!
Leistungsstark ist Deuschland, weil es unter seinen Verhältnissen lebt, also mehr produziert als es selbst (ver-)braucht. Wir arbeiten also für die anderen mit (und nicht für uns selbst, das ist ja im Grunde die Forderung der EU). Solange dies so ist, nehmen sie bei uns Kredite auf – die uns einige dann schuldig bleiben werden – am Ende haben wir, überspitzt gesagt, also weder Geld noch Ware, aber hatten immerhin einen Arbeitsplatz.
Wie bitte kommen sie auf 29,20 Euro Stundensatz im Durchschnitt? Was wird denn da genau verglichen? Die Quellenangabe ist nicht wirklich hilfreich. Es kommt der Verdacht auf, dass da Absichtlich einige Fakten unterschlagen werden.
Das das Lohnniveau in den andere EU Staaten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist, während dies aber bei uns nicht der Fall war, ist doch bekannt. Unsere Wirtschaft ist nur noch auf Export ausgerichtet! Unsere eigene Binnennachfrage ist doch überhaupt nicht mehr relevant! Von dieser Ausrichtung profitieren nur einige Wenige. Es ist absolut richtig, dass die EU Mechanismen einführt um das endlich in geregelte Bahnen zu lenken!.
Dieser Beitrag trägt definitiv nichts zur Aufklärung über die Hintergründe bei. Er ist einseitig gestrickt und sieht nur durch die deutsche Brille.
Es geht nicht um die Höhe der Lohnkosten, denn die sind den Unternehmen relativ egal. Es geht um die LOHNSTÜCKKOSTEN. Das ist eine Art Volksverdummung, wenn Sie nur auf die Höhe der Löhne hinweisen, nicht aber auf die Höhe der Lohnstückkosten. In den letzten fast 20 Jahren hat Deutschland’s Wettbewerbsfähigkeit vor allem deswegen zugenommen, weil das Lohnniveau insgesamt sank. Dies war meiner Meinung nach politisch gewollt, denn erstens wurden die gesetzlichen Sozialversicherungen madig gemacht und dann mittels der Hartz-Reformen der Niedriglohnsektor sehr stark ausgebaut. Aufgrund dessen sanken die Reallöhne und Deutschland’s Wirtschaft verschaffte sich einen massiven Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen Nationen, denn deren Lohnniveaus stiegen. Deutschland’s Wirtschaft muss nicht unbedingt besser sein als die aus den anderen europäischen Ländern, aber wir produzieren billiger als unsere europäischen Nachbarn, da wir geringere Lohnstückkosten haben. Wenn deutsche Produkte z.B. in Griechenland gekauft werden (weil sie wegen der geringeren Lohnstückkosten “gedopt” wurden und die griechischen teurer sind), trägt Deutschland quasi zu einer höheren Verschuldung Griechenlands bei, denn dadurch werden in Griechenland Arbeitsplätze vernichtet, wodurch wiederum das Volkseinkommen sinkt, sich die Menschen weniger leisten können und die Ausgaben des Staates, wenn er die Menschen nicht verhungern lassen will, steigen, da er den Menschen unter die Arme greifen muss. Somit schadet sich Deutschland langfristig gesehen selber, denn wer soll denn die supertollen deutschen Produkte kaufen, wenn wir die Märkte unserer Kunden im Ausland durch diese Art der Lohnpolitik ruinieren? Es muss unser ureigenstes Interesse sein, dass diese Märkte funktionieren, denn die Anzahl der Märkte auf dieser Welt ist begrenzt. Oder sollen wir unsere Produkte an den Mann im Mond oder an die Marsmenschen verkaufen? Es ist auch ein dringendes Problem, dass wir die deutsche Binnenkonjunktur wieder zum Laufen bringen, denn dadurch werden deutsche und auch europäische Unternehmen in Deutschland wieder mehr verkaufen und die Überschüsse gegenüber den anderen Staaten sinken. Exportweltmeister sein ist KEIN Qualitätssiegel guter Politik.
Eine europäische Einigung kann nur nachhaltig sein, wenn sich die Wettbewerbsfähigkeit aller Euro-Länder und somit auch die Handelsbilanzen aus Im- und Exporten angleichen. Dies ist ein langfristiger Prozess und eine starke Steigerung der Entgelte in Deutschland in den kommenden Jahren und eine weniger starke Steigerung in den Ländern, die gegenüber Deutschland ein außenwirtschaftliches Defizit aufweisen, wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Da Deutschland diese Niedriglohnpolitik seit mehr als 15 Jahren führt, schätze ich, würde ein Prozess der Angleichung mindestens 10 Jahre in Anspruch nehmen.
Wenn eine große Wirtschaft wie Deutschland so stark exportorientiert ist, dass knapp 50% des BIP in den Export fließen (und von diesen 50% wiederum rund 60% in die Euro-Zone), dann heißt das, dass ca. 30% der gesamten Wirtschaftsleistung in die Euro-Zone fließt. Wenn nicht in dem gleichen Maße Importe nach Deutschland kommen, dann häufen andere Länder Schulden an, denn des einen Überschüsse (auch Vermögen genannt) sind des anderen Defizite (= Schulden). Dies wird dann zum Problem, wenn Überschussländer wie Deutschland dieses Geld wiederhaben wollen. Ja, Deutschland’s Wirtschaft und Politik hat seinen Beitrag geleistet, um die Einigung Europas zu gefährden, denn Deutschland verfolgt grob gesagt eine betriebswirtschaftliche Wirtschaftspolitik, nicht aber eine volkswirtschaftliche.
Nein, dieser Kommentar würde, wenn er vollständig wäre, zu weit führen.
Dazu kommt noch, daß Deutschland die Lohnstückkosten zu einem Zeitpunkt gesenkt hat als der Wechselkurs DM zu EURO bereits feststand, die Märkte konnten also auf den Wettbewerbsvorteil durch Anheben des DM-Kurses zum EURO nicht mehr reagieren!
Ausgeheckt wurde das damals von der SPD/GRÜNEN – Regierung unter Schröder (Stichwort AGENDA 2010)!
Wenn ich die Mehrzahl der Posts hier anschaue, stelle ich fest: jedes Land bekommt die Regierung, die es verdient! Einerseits hören sich die Herren (und Damen?) Kommentatoren hier tagein tagaus das un logische Geplärre an, Dtl würde durch seine Exportüberschüsse wie kein anderes Land vom Euro profitieren, deshalb müsse es unbedingt gerettet werden. Im nächsten Augenblick soll all das nicht mehr gelten und stimmen sie getreu dem wahren Stoibersatz “nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber” der Abschaffung oder massiven Beschneidung eben dieser zunächst als Billionen wertklassifizierten Überschüsse zu. Dieser Widerspruch ist so auf der Hand liegend, so himmelschreiend, dass die übrigen Medien in massenmedial typischer Eintracht erst gar nicht über diese Pläne und ihren weitgehenden Konsenscharakter (annähernd Beschlussreife) berichten – jeder mag es googeln, ausser Peport berichtet niemand darüber (in dt Sprache). Stattdessen werden wir duch hartundfär & Jauchipseudodiskussionen mit so wichtigen Themen wie Kindergroßziehen und Hoch- und Minderbegabung von Deutschen abgelenkt. Bei so viel Dummheit möchte man am liebsten dem täglichen Medienappell folgen und “Auswanderer” werden ….
Wir müssen Ungleichgewichte beseitigen, also auch Exportüberschüsse. Deutschland steht abgesehen von der vermögenden Minderheit nicht gut da, Deutschland war der Brandbeschleuniger der Krise.
Andere Länder mussten als Folge der Krise massive Lohn- und Rentensenkungen hinnehmen. Deutschland hat mit Teilprivatisierung der Rente, Niedriglohn und Missbrauch der Leiharbeit schon vorher seine Wettbewerbsfähigkeit verbessert.
In dem Sinne hat Wettbewerb allerdings seine eigene Logik:
Lohn- und Sozialkosten wie Rente belasten die Produktkosten.
Je ärmer die eigene Bevölkerung, je besser die Wettbewerbsfähigkeit.
Ist das die Aufgabe der Wirtschaft?
Natürlich bedeutet die Senkung der Exportüberschüsse ein Verlust von Arbeitsplätzen, da die eigenen Leute schlicht zu wenig Geld haben, um Arbeitsplätze in der Binnenwirtschaft zu schaffen. Man kann aber die Gleichgewichte leicht wiederherstellen. Man muss einfach nur Schröders neolibereale Reformen rückgängig machen. Wir hätten dann “nur” ein Jahrzehnt verloren und kann in den folgen zwei Jahrzehnten die Schulden abbezahlen.
Warum wurde nicht Ökonom Heiner Flaßbeck gefragt oder Gustav Horn (IMK) statt nur einen neoliberalen wie Prof. Sinn? Handelsbilanzüberschüsse schaden ebenso wie Handelsbilanzdefitite. Daher ist es Realitätsverweigerung nur die Defizite zu strafen. Verlogen ist es dazu. Wer hat deutschen Exporte gekauft? Die die sich verschulden.
Und nur die sollen dann bestraft werden? Das ist der wahre “Käse” (nicht der den Herr Sinn sieht)!
Viel dümmer kann man in Deutschland eigentlich nicht mehr werden, wenn wir den Wünschen unserer “Freunde” in der EU nachkommen.
Wir selbst sind pleite und sollen für die anderen die Schulden bezahlen.
Keine weiteren Kompetenzen nach Brüssel abgeben.
Jetzt haben es also diese (bekanntlich ja nie sehr kompetenten) EU Parlamentarier gewagt, die letzte Bastion deutschen Ntionalstolzes zu kritisieren. Die finstere, Unheil kündende Musik, die die report-Redaktion diesem schändlichen Ansinnen unterlegt hat, kontrastiert für jeden erkennbar mit den optimistisch dynamischen Klängen, die die Sinnbilder des deutschen Exports – Automobilendmontage und ein in die Welt hinausfahrendes Containerschiff – begleiten. Wir Deutsche sind doch so stolz auf unsere Exporte (oder Exportüberschüsse – das ist emo-mäßig ganz egal), auf die Produkte unserer Tüchtigkeit, die in der ganzen Welt beliebt und begehrt sind – das müssen Finstermänner sein, die daran nicht reine Freude empfinden. Anstatt uns zu kritisieren, sollen die anderen doch unserem Beispiel folgen, fleißig ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern, und zumindest versuchen, so gut (das hat auch was moralisches: eben nicht faul, vgl. die Griechischen Frührentner) zu werden wie wir und ebenso Exporte (oder Exportüberschüsse) erwirtschaften. Dabei denken wir uns aber noch, dass die (zumindest die anderen Europäer) das natürlich nie wirklich schaffen werden, denn sollte unsere Wettbewerbsfähigkeit bedroht sein, so sind wir Deutsche seit Weltökonom Helmut Schidt doch allemal bereit, den Gürtel noch etwas enger zu schnallen. Irgendwie ahnen wir ja auch, dass nicht alle gleichzeitig ihre ‘Wettbewerbsfähigkeit stärken’ und Exportüberschüsse erwirtschaften können – aber das ist uns emo-mäßig auch irgendwie egal. Lieber erwärmen wir unsere (Volks-) Seele am Exporterfolg und fühlen uns komlett missverstanden. Dabei sind wir doch so nett und gewährten Kredit, wenn einer mal nicht zahlen konnte. Und jetzt fordern die anderen auch noch weiteren Kredit! Wir haben es wirklich schwer, wir Deutsche, denn wir haben nicht enmal etwas davon – unsere Löhne sind, im Gegensatz zu denen der anderen, schon seit langem nicht mehr gestiegen. Exporte (oder Exportüberschüsse …) sind eben allein Ausdruck unserer Tugendhaftigkeit. Danke, dass Sie diese in Ihrem Beitrag verteidigt haben.
Ich habe da doch einmal eine Frage wie ist das in der Sendung wurde ein Durchschnittslohn von etwas mehr als 29 EURO / Stunde genannt!
Bei der EU in Brüssel fragt man sich wohl eher wie das ist, wenn 97 Prozent in der EU einen Mindestlohn bezahlen und Deutschland eben nicht!
Deutschland hat damit Wettbewerbsvorteile und kann seine Exporte so günstiger anbieten bei den Löhnen!
Die Allermeisten müssen mit einem Lohn zwischen 5 und 15 Euro aus kommen!
Die anderen Länder möchten schlicht, dass es für die EU Staaten zumindest in Mitteleuropa keine Wettbewerbsvorteile für Einzelne gibt!
So gibt es bei uns in Deutschland sehr viele Leiharbeiter die schlicht auf Abruf arbeiten!
Wenn keine Arbeit da ist wird halt schon einmal der Urlaub gekürzt oder mehr! Auch wenn das ungesetzlich ist!
Aber solchen Kleinigkeiten brauch ja Niemand zu erfahren..!
Hallo,
wie viele meiner Vorredner denkend, muss ich ehrlich sagen, ich war entsetzt über diesen vollkommen unqualifizierten Beitrag! …so so, die Löhne sind bei uns so super!? ..aha
Das kostet ein paar Sympathie-Punkte!
Dann wertet nach allen marktwirtschaftlischen Theorien die Währung des Exporteuers auf, und die Währung des Importeuers ab.
Der Beitrag verteidigt die Exporte. Das EU-Parlarment kritisiert aber die Exportüberschüsse Deutschlands. Diese Überschüsse sollen natürlich durch mehr Importe ausgeglichen werden, nicht durch die Schließung von Fabriken. Grund für den mangelhaften Konsum sind die Maßnahmen zur Lohndrückerei: Leiharbeit, fehlender Mindestlohn, HatzIV, Duldung von Scheinselbstständigkeit, die Senkung von “Lohnnebenkosten” u.s.w.
Das ist wahrlich Volksverdummung. Wie ahnungslos oder eben interessengeleitet die Beitragsmacher sind, merkt man besonders an jener Stelle, an der die Löhne Deutschlands mit jenen des EU-Durchschnitts verglichen werden. Liebe Leute, auf die Produktivität kommt es an, lasst Euch doch mal etwas volkswirtschaftliche Nachhilfe erteilen. Aber bitte nicht von einem Hans Werner Sinn, dieser Mann ist Ideologe par excellance. Ihr müsstet einfach einmal verstehen, was Exportüberschüsse bedeuten: die Verschuldung anderer Länder. Und wenn dieser Länder Staatssektoren dann auf dem Bondmarkt Schwierigkeiten bekommen, muss Deutschland einspringen. Damit wird jedoch ein skurriler Umverteilungsmechanismus eingeleitet, der nicht im Interesse von Otto und Ottilie Normalverbraucher hierzulande liegen kann:
Deutsche ArbeitnehmerInnen verzichten auf Löhne => Anstieg deutscher Exportüberschüsse (billgere Produkte, weniger Importe durch mangelnde Kaufkraft) => Verschuldung anderer Länder gegenüber deutschen Banken => höhere Zinssätze auf Bondmärkten für diese Länder => deutsche SteuerzahlerInnen müssen den Bürgen spielen.
Viele Menschen hierzulande haben also doppelt verloren durch diese Praxis: als abhängig Beschäftigte durch Lohnstagnation und als Steuerzahler. Wen die Thematik interessiert, der möge z. B. Prof. Heiner Flassbeck zum Thema lesen oder auf Maskenfall vorbeischauen.
Propaganda pur! Da ich nicht davon ausgehe, dass die Moderatoren vom Bayrischen Rundfunk, nicht wissen, dass es sehr wohl Zusammenhänge zwischen Überschüssen auf der einen Seite und Defizite auf der anderen Seite, frage ich mich warum sie solche unlogischen Vergleiche ziehen. Ich möchte hier nicht als „Arrogant“ daher kommen. Aber an einem einfacheren Beispiel, vielleicht der Moderation vom Bayrischen Fernsehen und den vielen Kommentaren, die aus meiner Sicht ideologisch behaftet, einmal nur auf Deutschland beziehen. Wenn ich in einer Strasse irgendwo ein Geschäft besitze, und es läuft gut. Ich kann Löhne zahlen, welche zum Leben reichen, sogar Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld werden bezahlt. Dann aber macht in der Nachbarschaft ein großer Supermarkt auf, beschäftigt Personal nur auf Aushilfsbasis, Minijobber, 400 Euro Personal, Praktikanten, Aushilfen Studenten etc. Hinzu kommt, auf Grund seiner Größe und Marktmacht, Preise anbieten, die Teilweise unter der denen der Einstandspreise liegen. Was glauben sie meine sehr geehrten Damen und Herren, wird mit meinem Geschäft passieren? Ich habe als kleiner privat geführter Laden keine Chance mehr. Meine Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, und zum Schluss, um nicht Konkurs zu gehen muss ich das Geschäft schließen. So ist es in Deutschland 100Tsd. Von Läden passiert. Im Übrigen nach Deutschen Wettbewerbsrecht sind Preise unter Einkaufswert zu verkaufen nicht gestattet und kann eigentlich auch mit Geldstrafen geahndet werden. Die Betonung liegt auf eigentlich! . So und nun übertragen Sie das meine Damen und Herren einmal auf Europa, Deutschland mit seinen 80 Millionen Menschen, verhält sich genau so: Schon vergessen sinkende Löhne? Subventionierte Waren? können wesentlich billiger in den südlichen Ländern angeboten werden, wie vor Ort hergestellt werden kann. Trotz der Transportwege. Kleine Länder werden von Deutschland auf diese Weise systematisch an die Wand gedrückt. Deshalb ist es nicht nur gerecht, sondern auch zwingend, wenn Defizit Länder mit Strafen belegt werden sollen, dann müssen Länder welche andere auf Grund der Marktmacht in den Konkurs treiben, ebenso dafür bestraft werden. Es wird in Frage gestellt („so die Logik“), dass Überschüsse zwingend Defizite gegenüberstehen müssen, obwohl es mathematisch gar nicht anders gehen kann. Es wird unterstellt, dass es von Deutschland verlangt würde, weniger zu exportieren, obwohl es nicht um eine Reduzierung der Exporte geht, sondern um eine Reduzierung des Überschüsses durch eine Wirtschaftspolitik, die höhere Importe ermöglichen würde, anstatt durch Lohndumping diese zu drosseln. Ach ja, beim Thema Lohndumping werden die absoluten Löhne verglichen, obwohl es bei der Wettbewerbsfähighkeit nicht um sie geht, sondern um die Lohnstückkosten, die in Deutschland bekanntlich niedrig sind. Die EU-Parlamentarier, die als Spinner dargestellt werden, weil sie angeblich von wegen seines Fleißes bestrafen wollen, weisen lediglich auf darauf hin, dass ein Land nur exportieren kann, wenn ein anders Land importiert (oder das Exportland die Waren ins Meer kippen, was aber nicht besonders ertragsreich sein dürfte), also ohne Käufer gibt es auch keinen Verkäufer.
Offenbar hat es die BR-Redaktion genauso wenig verstanden, wie die Bundesregierung (und Prof. Sinn sowieso), dass das deutsche exportorienterte Geschäftsmodell voraussetzt, dass andere Länder mehr importieren, als sie exportieren, was zwangsläufig zu Verschuldung führt.
Bereit zur Aufarbeitung einer höchst fragwürdigen Berichterstattung?
Hinsichtlich der Masse an Reaktionen in Ihrem Forum, sollten sie die vielen grundlos wütigen Bürger richtig aufklären. Tun Sie dies nicht, könnte es Ihrer, in weiten Teilen wirklich wertvollen Sendung passieren, den Titel des antieuropäischen Agitators nicht mehr loszuwerden.
Was war passiert?
Die Journalisten, die für den Beitrag „EU-Parlament contra Deutschland Strafen wegen Exporterfolgen?“ verantwortlich zeichnen, haben offensichtlich den Begriff des Exportüberschusses nicht verstanden!
Dies wäre wohl nicht passiert, wenn Brüssel beim Erklären ein bisschen weiter ausgeholt hätte.
Die Konsequenzen
Dass keiner der beteiligten Journalisten den Begriff des Exportüberschusses im Lexikon nachgeschlagen hat, hat ganz nebenbei jedoch verheerende Folgen für die allgemeine Zustimmung im Volk zur europäischen Idee. Glauben Sie nicht? Schauen Sie mal in Ihr Forum zum Thema, da stehts in vielfacher Ausführung! Denn bedingt durch das fehlende Verständnis für den Begriff gerät Ihre Berichterstattung höchst einseitig.
In Brüssel will uns absolut niemand für unsere erfolgreiche Exportwirtschaft bestrafen. Auch eine Drosselung der Exportgüterproduktion auch nur um ein einziges Stück will dort niemand! Ja, man könnte deutsche Exporte mit Strafzöllen belegen oder gar die Exportwirtschft drosseln.
Aber es gibt auch einen gänzlich anderen Weg aus dieser Situation und so sollte es wohl ursprünglich verstanden werden:
Zum besseren Verständnis der Problematik müssen wir uns kurz ein paar grundwichtige Eigenschaften des Geldes ins Bewusstsein holen. Als GedankenSpiel eignet sich gut das Beispiel einer mittelalterlichen Kleinstadt, in dem eine gewisse Anzahl Wirtschaftsteilnehmer mit einer annaehernd gleich bleibenden Gesamtmenge Geldes jahrein jahraus gut wirtschaftet. Über Jahrzehnte. Dies funktioniert nur, wenn das Geld ständig in Bewegung bleibt. So wie auch nur ein einziger Wirtschaftsteilnehmer aufhört, das Geld, das er durch sein Schaffen erwirtschaftet, bei anderen Wirtschaftsteilnehmern auszugeben, gerät das System ins stocken. Wenn nur ein paar Leute anfangen, das Geld zu Hause zu horten, kommt der Kreislauf des Geldes zum Erliegen und dem Rest der Stadt geht es dreckig.
Zurück nach Brüssel. Ein ExportÜberschuß von 6% sagt mitnichten das wir zuviel exportieren! Er gibt an wie hoch die Differenz zwischen GesamtWert aller Exporte zum GesamtWert aller Importe ist. Ein positiver Wert sagt aus dass wir mehr Waren exportieren als wir Waren importieren. Ein positiver Wert sagt jedoch gleichzeitig, das wir mehr Geld importieren (eben jenes Geld mit dem das Ausland unsere Exportwaren bezahlt hat) als wir Geld exportieren (eben jenes Geld mit dem wir unsere Importe im Ausland bezahlen)! Wünschenswert für die Chancengleichheit anderer Volkswirtschaften wäre ein neutraler, also Null-Wert.
Doch die überschüssige Geldmenge aus den Exporterträgen sammelt sich über die Jahre in Deutschland und richtet früher oder später in Gestalt von AnlageKapital in den Händen irgendwelcher FinanzmarktDilettanten riesige Schäden auf der ganzen Welt an. Denn anders als in unserer mittelalterlichen Kleinstadt sammelt heute niemand mehr das überschüssige, nicht wieder ausgegebene Geld zu Hause!
Dabei wäre es ganz einfach, den Exportüberschuß im Sinne Brüssels zu entschärfen, ohne das auch nur ein kleines bisschen weniger exportiert wird. Man könnte zum Beispiel alle Arbeitnehmer im Land dauerhaft würdevoll bezahlen. Denn wenn GebäudeReiniger, Friseure, Bauhelfer und viele andere am unteren Ende der LohnSkala wieder etwas mehr Geld in den Taschen hätten, dann würden die dafür wahrscheinlich italienische Lederwaren, amerikanische Sportswear, asiatische Unterhaltungselektronik oder vielleicht sogar mal wieder nen mittelpreisklassigen Neuwagen aus Japan, Frankreich oder Italien kaufen. Auch eine Auslandsreise, die sich Millionen Deutsche schon seit Jahren nicht mehr leisten können, würde unseren Exportüberschuß senken. Dies setzt jedoch voraus, dass man politisch aktiv wird und eine demokratisch legitimierte Umverteilung durchsetzt, zum Beispiel mit nem Mindestlohn.
Wenn man dies jedoch nicht hinbekommt, kann man notfalls den Exportüberschuß auch über einen verstärkten Einkauf von ausländischen LuxusGütern für unsere „Oberschicht“ senken.
Resümee
Sie sehen also, da sich der der Exportüberschuß aus zwei Werten errechnet, kann man Ihn auch grundsätzlich mit zwei verschieden Herangehensweisen korrigieren. Entweder man senkt den einen Wert oder man erhöht den anderen.
Sicher ist auch: Wenn Sie Ihren Zuschauern jetzt erklärt hätten: „der aus Brüssel angemahnte Exportüberschuß ließe sich nur durch verstärkte KonsumImporte einer Mindestlohn-gestärkten Unterschicht korrigieren!“, dann hätte man Sie wohl als Kommunisten beschimpft. Und das wäre weder besser noch schlechter als die antieuropäische Stimmung, die derzeit das Forum zum Thema sinnlos vergiftet. Ein journalistisch goldener Mittelweg wäre wohl ein Bericht mit beiden KorrekturVarianten gewesen. Dieser würde jedoch zweifelsfrei wesentlich milder auf den Zuschauer wirken, und wäre wahrscheinlich gar keine Nachricht mehr bei euch SkandalAufdeckern wert…
Eine Volkes Zorn entschärfende, ergänzend erklärende Nachberichterstattung im Sinne der guten alten Gegendarstellung scheint hier wirklich sinnvoll und wäre vorbildlich. Aber auch ein Vorlesen meines Einspruchs, gern auch in Teilen, in der nächsten Sendung wäre ein Anfang…
Oder Ihr bleibt eben Stimmungmacher!
Erinnert sich niemand mehr, warum wir in einem gesellschaftlichen Konsenz u.a. zehn Jahre lang die Einkommen stagnieren ließen? Deutschland war der „kranke Mann Europas“, offensichtlich international kaum noch wettbewerbsfähig, hohe Arbeitslosigkeit etc. Ein Schlusslicht der Eurozone! Dafür wurden wir gescholten. Deutschland war das nachweislich Land, das wirtschaftlich am geringsten vom Euro profitierte. Lt. dem IFO-Institut fand zudem ein Kapitalabfluss von 1.600 Milliarden Euro in den Süden der Eurozone statt, die wirtschaftlich prosperierten, da diese Länder ja so sicher (siehe Zinsentwicklung) durch den Euro geworden sind.
Nun ist Deutschland die Wende gelungen (das Kapital kommt auch wieder zurück)und als nächstes würden die Löhne wieder ansteigen. In früheren Zeiten wäre durch eine Aufwertung jetzt bereits durch günstigere Importe ein realer Massenkaufkraftzuwachs vorhanden, der die Binnennachfrage stützen und die Importe erhöhen würde. Dieser wird aber durch die Eurozone geschluckt, die Eurozone hat bekanntlich eine ausgeglichene Handelsbilanz. Das heißt, mit unseren Überschüssen finanzieren wir ebenfalls die Defizite der Eurozone. Die Arbeitnehmer profitieren nicht durch günstigere Importe von einer Aufwertung, die auf der anderen Seite wiederum die Defizitländer wettbewerbsfähiger machen würde. Dieser Mechanismus wurde ausgehebelt, obwohl der Kreislauf früher funktionierte.
Deutschland konnte den Exportanteil außerhalb der Eurozone durch die Maßnahmen erhöhen, während der Exportanteil in die Eurozone auf 40% fiel.
Einen Exportüberschuss zu bestrafen, heißt nichts anderes, als die Wettbewerbsfähigkeit, den Wettbewerb zu bestrafen.
Wer sind wir in Europa, dass wir meinen, ohne Wettbewerb in der Welt wirtschaften zu können? Das hat doch schon im comecon der UDSSR nicht geklappt. Nun orientieren wir uns also auch noch an den Schwächsten, die in den letzten zehn Jahren die Löhne (in den südlichen Euroländer) zum Teil um bis zu 40% haben steigen lassen?
Die Eurozone und die EU bricht nicht nur Staatsverträge mit Verfassungsrang, sie ist auf dem besten Weg in eine EUdssr mit einem Gouverneursrat (siehe ESM/ YouTube).
Lohnpolitik ist eine nationale Angelegenheit, immerhin sind wir (noch) eine Demokratie mit Gewerkschaften, Arbeitgebern und einem Souverän. Wenn diese totale Fehlplanung des Euro zwischen wirtschaftlich kaum vergleichbaren Ländern nicht klappt, warum ändert man das dann nicht, sondern bestraft nun auch noch Effizienz und Wettbewerb? Glaubt irgendjemand, dass ein Job krisenfest ist, wenn keine Anstrengung mehr nötig ist? Bzw. strengt sich jemand an, wenn er dafür bestraft wird?
Ich plädiere ausdrücklich für ein demokratisches, förderales Europa der Nationen und gegen diese Eurokratie, die m.E. nicht überlebensfähig ist und ein seltsames Demokratieverständnis an den Tag legt.
Deutschland hat im Zeitraum zwischen 2000 und 2009 ca. 1,2 Billionen Euro Handelsbilanzüberschuß erwirtschaftet. Die Partner auf der anderen Seite haben sich dafür verschuldet.
Das ist eines der Probleme der Union!
Wie in den anderen Blogs richtig dargestellt, zahlen die Steuerzahler in der BRD heute die Rechnung.
Lasst euch bloß nicht von Sinn und Konsorten verrückt machen!
Die EZB könnte aus dem nicht die nötigen Mittel schöpfen.
Die Politik sollte nur die private Geldschöpfung stoppen!
Ich kann nur hoffen, das der Sender diese Sachverhalte einmal richtigstellt!
also erstmal möchte ich mich dafür aussprechen, dass man sich in diesem Forum vernünftig über die Thematik unterhält und nicht mir Pöbeleien um sich schlägt.
Ich bin Wirtschaftsstudent der TU Dresden und finde diesen Bericht aus wirtschaftlicher Sicht unverständlich, da es Makroökonomisch tatsächlich problematisch ist, wenn ein Land, wie zum Beispiel die Staatrepublik China, künstlich und staatlich diktiert oder wie Deutschland staatlich angeleitet über sinkende Realöhne die Exportüberschüsse in die Höhe treibt.
Die Anhäufung von Kapital auf der Exportseite und Kapitalverknappung bzw enorme Verschuldung auf der Produktimportseite sind die makroökonomische Folgen und werden in einem funktionierenden freimarktwirtschaftlichen Nationalwährungssystem “automatisch” über die verschieden Währungwerte auf den Finanzmärkten reguliert.
Ich bin zwar kein verfechter der EU-Bürokratie und halte sie unter bürokratischen Gesichtpunkten dringend Reformbedüftigt, aber die aktuell geführte Diskussion eines europäischen Handelsbilanzausgleich, ist unter gegebenen Bedingungen, meiner Auffassung nach ein akzeptabler Weg.
Das ist in der tat eine anspruchsvolle Aufgabe für einen angehenden Wirtschaftswissenschaftler.
Die Mehrheit der deutschen Wirtschaftswissenschaftler ( Sinn, Hüther u.s.w. ) denken in monetären Größen und nicht in realen Größen!
Wenn ein Teil der deutschen Wertschöpfung, die in den Export geht, mit wertlosen Dollar-Noten bezahlt wird, haben wir ein schlechtes Geschäft gemacht, da wir Dollar-Noten nicht essen können. Die permanente Abwertung des Dollar ( er kostete einmal
ca. € 2,10 ) wird von unseren Arbeitnehmern getragen!
Hinter der Idee der Europa-Parlamentarier steht ein von J. M. Keynes gemachter Vorschlag, eine ICU (International Clearing Union) einzurichten. In Verbindung mit Einführen einer Weltwährung würden die Finanzmarktakteure wieder zu Dienstleistern von Gesellschaft und Wirtschaft.
Dieser Ansatz sollte in der WiWi ernsthaft diskutiert werden.
Also um Ehrlich zu sein halte ich persönlich nichts von einer Weltwährung und damit inbegriffenden Weltfinanzregierung.
Der Versuch Multinationalstaaten dauerhaft zu erhalten ist in schon genügend Beispielen ins Leere gelaufen und die USA als Beispiel für die EU zu nehmen ist anhand ihrer vollkommend unterschiedlichen geschichtlichen Entstehung meiner Auffasung nach an den Haaren herbeigezogen.
Allein schon bei der Frage der wirtschaftlichen Orientierung (Stichwort: Soziale Marktwirtschaft vs. Angloamerikanischer Liberalismus) scheiden sich die nationalen Interessen, aufgrund leider verfestigsten ideologischen Ansichten.
Außerdem bin ich fest überzeugt, dass die Polik- bzw. Parteienverdrossenheit weiterhin zunehmen wird, wenn die politischen Entscheidungsgremien immer abstrakter auf europäische Ebene ausgegliedert werden. Es wird sich das Gefühl verfestigen, dass die Nationalbürger jetzt überhaupt keinen Einfluss mehr auf Politik und Politiker haben. Der Lissabon-Vertrag und die direkten Abstimmen in z.B. Irland lassen grüßen.
Wenn überhaupt muss es eine europäische Reform gegen, die die dynamsch gewachsenen institutionellen Strukturen ordnet und neu sortiert. Es müssten eindeutige Kompetenzraster geschaffen und durch die Bürger rarifizierten werden, um ihnen vor Ort, z.B. bei Baumaßnahmen der Infrastrukturbau, Mitsprache in staatlichen Institutionen wie z.B. Schule oder Universität, Arbeitsleben, Freizeit und allen weiteren direkt betroffenen Lebenslagen ein selbstverantwortliches Lebenzu ermöglichen.
Was das Finanzsystem betrifft, kann man sich der Analyse der grundsätzlichen Problematik nicht entziehen, aber ich finde es problematisch, pauschale und sehr einfach klingende Lösungsansätze finden zu wollen.
Die Einheitswährung ist genau so wenig die Lösung, wie eine Einheitsregierung, der Sozialismus oder angelsächsischer Kapitalismus.
Das Schwierige dabei ist nur die vernünftigen Einzelaspekte der einzelideologischen Ideen zu finden und zu einem vernünftigen Ganzen zusammen zufügen.
Seit Einführung des Farbfernsehrs 1967 und der Fall der Mauer 1989 sehen glücklicherweise viele unser globales Dorf, als einen bunten und nicht mehr ausschließlich schwarz-weiß-gestalteten Lebensraum.
Ludwig Erhard hat den ersten Schritt gemacht und nun ist es an der Zeit, seine Vorstellungen zu erweitern und zu ergänzen. Ideen dafür gibt es allen Anschein nach genügend.
Viele der bisherigen Kommentare haben sehr schön die ökonomischen Ungereimtheiten kommentiert (Export ist nicht gleich Exportüberschuss; die Exporte des einen sind die Importe, und die Exportüberschüsse die Schulden eines anderen; etc.). Ich vermute allerdings, dass diese Argumente auch der report-Redaktion durchaus bekannt sind. Das Problem liegt tiefer.
Der Beitrag reflektiert und reproduziert das weniger wissenschaftlich-rational sondern vor allem emotional tief verankerte wirtschaftspolitische Weltbild der großen deutschen Mehrheit. Die deutschen Exporte oder Exportüberschüsse (egal …) sind wichtigstes Zeichen deutscher Wirtschaftskraft, deutscher Stärke, die bestätigen, dass Deutschland erfolgreich und – auch in einem ganz allgemeinen Sinn – ‘gut’ ist. Dieses Denken sitzt tief, ihm ist mit Logik kaum beizukommen. Schon Weltökonom Helumt Schidt reagierte ja auf die Erhöhung der Erdölpreise mit einer Politik zur Steigerung der deutschen Wettbewrbsfähigkeit und mit einer Absage auf Forderungen des Auslands (u.a. eines inkompetenten Erdnussfarmers – Ha!) nach einer Nachfrageausweitung. Und Helmut Schitd hat es doch gewiss richtig gemacht, seine Politik hat dazu geführt, dass Deutschland ‘relativ gut dastand’. Dieses ‘relativ gut dastehen’ scheint sehr wichtig für die große Mehrheit in Deutschland zu sein, viel wichtiger als etwa ein Mindesteinkommen von 9 Euro pro Stunde oder eine 35-Stunden-Woche oder auch als steigende Löhne zu sein.
Dass deutsche Exportüberschüsse (ähnlich wie die der Japaner oder Chinesen, die in Deutschland bezeichenderweise als die größten Bedrohungen wargenommen wurden/werden) massiv zu globalen Ungleichgewishten und Instabilitäten beitragen, will (!) dabei keiner sehen. Lieber gefällt man sich in der Rolle des ‘Starken’, der großzügig bereit ist, auf die Refinanzierung ausländischer Schulden sogar gewisse Garantiern zu geben.
Export von Deutschland
Jetzt wird es amtlich wir haben uns den EUR selbst eingebrockt.
Wann wird endlich erkannt das die Schaffung des EUR ein Fehler war???
Weg mit dem EUR.
Was für eine Volksverdummung dieser Beitrag.
Ein Überschuss errechnet sich nicht nur aus Export, sondern auch aus Import. Kein Mensch will die Menschen us der Arbeit drängen, um anderen Staaten zu helfen. Es geht darum, dass mehr NAchfrage aus Deutschland kommt – dazu müssen sich Importe erhöhen. Es ist offensichtlich, dass andere EU-Staaten nur Schulden abbauen haben, wenn Sie ein wachsendes BIP haben. Bei eigenem Sparen muss die Nachfrage hierfür aus anderen Ländern kommen.
Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss hingegen heißt, dass hier permanenet mehr produziert als ausgegeben wird – ein Zustand der niemandem hilft. Höhere Löhne wären ein möglicher Weg, Konsum und damit auch Importnachfrage zu erhöhen.
Als Abwiegelung der “undeutschen” Forederungen wird dann ein kurzer, völlig zusammenhangsloser Einwurf von Herrn Sinn eingefügt. Sich einmal onstruktiv mit Argumenten auseinanderzusetzen, die intuitiv gegen das eigene Interesse gehen sieht wirklich anders aus.
Dem kann ich nur zustimmen. Als ich den Beitrag sah, dachte ich zuerst, das sei die Satire zum Schluss. Aber nein, es war ernst gemeint.
Ja, Deutschland ist Exportweltmeister. Wunderbar. Aber wo es einen Exportweltmeister gibt, muss es auch Länder geben, die Importüberschüsse aufweisen, wie zB Griechenland. Sonst geht die Rechnung nicht auf. Damit will ich nicht die Misswirtschaft in einigen Ländern verharmlosen, aber es ist klar, dass auch Deutschland, als grösste Volkswirtschaft im Euroraum, Einfluss auf das makroökonomische Gleichgewicht in der Eurozone nehmen kann, zB mit seiner Lohnpolitik. Das Argument, die Löhne seien in D viel höher als im Durchschnitt der Euroländer zieht nicht, weil die Wechselkurse, die 1999 bei der Einführung des Euro festgeschrieben wurden, die unterschiedlichen Wettbewerbsfaktoren bereits “eingepreist” hatten. Die niedrige Reallohnentwicklung in D im Vergleich zu allen anderen Euroländern seit 1999 hat also das Gleichgewicht genauso verzerrt wie zB das im Verhältnis zu seinen Defiziten und seiner Verschuldung zu niedrige Zinsniveau für Griechenland.
Alles das bringt uns zur Schlussfolgerung, dass ein Wirtschafts- und Währungsraum nur funktioniert, wenn die Wirtschafts- und Haushaltspolitiken koordiniert werden (die vielbeschworene Konvergenz), oder wenn es innerhalb der Währungsunion zu Finanztransfers kommt. So wie es in D auch einen Länderfinanzausgleich gibt, und direkte und indirekte Transfers in Milliardenhöhe durch den Bund und die Sozialversicherungssysteme. Ohne diese Transfers wäre die BRD längst in 3 Teile zerfallen, Nord, Süd und Ost.
Die ganze Reportage ist kein Ruhmesblatt für den BR und report aus MUC, und Prof. Sinn sollte sich in Zukunft lieber unter dem Pseudonym Prof. UnSinn äussern !
Es muss schon etwas Wahres dran sein, dass man diejenigen nach Brüssel schickt, die hier zu nichts zu gebrauchen sind. Hohe Gehälter kassieren und dann den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Meine Güte, schafft sie ab!!! Schickte man alle unfähigen Politiker nach Brüssel, so müsste man wohl des Platzes halber noch die Niederlande dazunehmen, weil Belgien absolut überfüllt wäre. Diese Leute haben den Bezug zur Realität wohl endgültig verloren.
Es wird höchste Zeit, dass die “Euro-Krise” endlich einmal komplex angesprochen wird, d.h. nicht nur aus Sicht der Finanzen, wie es gerade in Ihrem Bericht wieder in den Himmel gehoben wird, sondern als Gesamtkomplex, d.h. dem geasamten Wirtschaftskreislauf, in dem das Geld nur einen Teil abbildet. Der Ansatz der EU ist hier wesentlich besser, ob die dargestellten Maßnahmen richtig sind, vermag ich nicht zu sagen. Doch wenn wir weiterhin nur auf das Finanzsystem starren, werden wir schlimmen Zeiten entgegengehen.
Der Export-Überschuss Deutschlands ist sehr wohl ein Stabilitätsproblem im Euro-Raum, unabhängig all der Sünden, die in den vergangenen Jahren in den einzelnen Ländern (Auch Deutschland, siehe Maastrich-Kriterien!) gemacht wurden. Das kann Ihnen jeder Volkswirtschaftler, der sich mit diesem Problem intensiver beschäftigt, erklären. Hier müssen wir ansetzen.
Damit ergeben sich auch für die Gewerkschaften wichtige Aufgaben, die sie mit hoher Verantwortung und Einsatzbereitschaft angehen müssen (z. B. höhere Löhne in der Industrieproduktion) Deutschland ist doch bisher der eigentliche Gewinner der letzten Jahre, nur dass dieser Gewinn nicht beim Volk angekommen sind, das ist die eigentliche Schande!
Deutschland muss für seinen Handelsbilanzüberschuss bestraft werden, genau so wie andere für ihren Defizit bestraft werden. Nur wegen der Lohndrückerei, der Ausbeutung und durch Subventionen (z.B. Aufstockung Hartz IV) konnte Deutschland sich eine Vorteil gegenüber den EU-Partnern “ergauenern”. Nur die Löhne zu vergleichen (und dazu noch im EU-Durchschnitt?!), wie der BR und Herr Sinn es taten, zeugen von mangelnden ökonomischen Kenntnissen! Löhne werden in der Regel nach der Produktivität eines Landes und der Inflationsrate (EU-Vorgabe: 2 %) bestimmt. Aber Deutschland hat sich davon schon vor ca. 15 Jahren verabschiedet (Hier hat die Redaktion einen Link entfernt, vgl. Kommentarrichtlinien)
Toll, wie Sie aus einer simplen Tatsache und einem nachvollziehbaren Gedankengang eine Bild-würdige emotionalisierende Botschaft für unaufgeklärte Stammtisch-Teilnehmer machen! Schapoh für diese Glanzleistung des Populismus.
Die Exportüberschüsse (= Forderungen an das Ausland) des einen sind die Importüberschüsse (=Schulden an das Ausland) des anderen. Dass darin auch die Forderung nach mehr Importen steckt, kein Wort darüber.
Ich bin enttäuscht, öffentlich-rechtlich enttäuscht.
Sie befleißigen sich des Gegenteils der Aufklärung. Und ich glaube nicht, dass sie das nicht wissen. Peinlich.
HB
Übrigens: Sie finden auch Experten für das Gegenteil Ihrer Botschaft. Verbreiten Sie doch das nächste Mal einfach die umgedrehte Botschaft. Vielleicht wird ja dann aus zwei Halbwahrheiten eine ganze.
Daß sich Deutschland mit den Exporten in schwache EU-Länder zurückhalten muß um deren Wirtschaft zu schützen kann ich schon verstehen.
Aber demit sind sämtliche Vorteile, die der Euro unseren Unternehmen gebracht hat hinfällig!
Nein nicht alle Vorteile. mit einer gemeinsamen Währung sind Unternehmen nicht mehr Wechselkursschwankungen bei ihren Geschäften ausgesetzt und müssen keine Kursversicherungen abschließen. Außerdem werden die Preisunterschiede europäischer Unternehmen so besser sichtbar, der Verbraucher gewinnt also an Informationen, was ihm dem rationalen allwissenden Verbraucher im volkswirtschaftlichen Modell “vollständiger Konkurrenz” näher bringt, also die Marktmacht von Unternehmen einschränkt. Effizente Unternehmen profitieren, ineffizente verlieren.
Problematisch ist nur das neben den fiskalpolitischen Ungleichgewichten, die europäische Zentralbank(in Frankfurt) nicht klar macht, dass man an der gemeinsamen Währung festhalten will und kein Mitglied wird pleite gehen lassen, also beispielsweise ebensoviele Staatsanleihen, wie die amerikanische Zentralbank kauft. Bisher hält die EZB nur Staatsanleihen im Volumen von 10 % der FED. Formal kann ein Staat nur Pleite gehen, wenn er über die Maßen in ausländischer Währung verschuldet ist, was den Ausschluss eines Landes aus der Eurozone erfordern würde. Ein interessantes Spekulationsziel, aber mit deutlichen Risiken von Zahlungsausfällen, gerade bei exportorientiert Unternehmen verbunden.
Als Freund Ihrer Sendung bin ich diesmal ziemlich entsetzt. Dieser Beitrag ist kein Ruhmesblatt für report. Man mag die Maßnahmen der EU im Einzelnen kritisieren, in der Sache sind sie jedoch im Gegensatz zum Beitrag von volkswirtschaftlichem Sachverstand gekennzeichnet: Die außenwirtschaftlichen Überschüsse der Einen sind notwendiger Weise die Defizite der Anderen. D.h. wenn eine Volkswirtschaft viel exportiert und wenig importiert, dann gibt es andere, die mehr importieren als exportieren. Die globale Bilanz ist naturgemäß ausgeglichen.
Schaut man nun auf die Ursachen der regelmäßigen deutschen Überschüsse, dann fällt auf, dass die Lohnentwicklung in Deutschland gegenüber den meisten anderen EU-Volkswirtschaften seit vielen Jahren deutlich zurück bleibt. Zudem sind die Steuern für Unternehmen (Körperschaftssteuer, “Auflösung der Deutschland-AG” u.a.) massiv gesenkt worden, worin andere Staaten nicht nachgezogen haben.
Wie Sie sehen können, steckt hinter den Äußerungen der von Ihnen fast als lächerlich dargestellten EU-Parlamentariern doch mehr, als Sie ahnten. Somit bleibt der Eindruck eines schlechten und reißerischen Beitrags – schlecht recherchiert, mangelnde Sachkenntnis, möglicherweise soll er schlicht der Meinungsmache dienen. Dazu passt das Interview mit diesem nur allzu oft fehl gehenden Professor aus München.
Ich hätte nicht gedacht, dass die Positionen von Hans-Werner Sinn noch einmal solch eine Renaissance erleben würden.
In ihrem Beitrag wird in seinem Statement ernet deutlich, aus welcher Ideologie er seine kruden Thesen bezieht. Sein Schluckaufartiger Antikommunismus. Da werden schon Beschlüsse des EU-Parlaments in die Nähe des Kommunismus gerückt.
Ach waren die Zeiten schön als kurz nach der Lehman-Pleite jeder Jounalist verstanden hatte, dass Herr Sinns Vorhersagen der wirtschaftlichen Lage fast sämtlich falsch waren und sind.
Ich erinnere daran, dass er zu Zeiten der Auslagerung von Jobs in Billiglohnländer behauptete, die Industrie in Deutschland habe keine Zukunft.
Heute erkennt man, dass gerade die Industrie in Deutschland die Folgen der Finanzkrise abmildert.
Früher erzählte er, Deregulierung sei das Allheilmittel. Hier hat er nichts gelernt und kämpft immer noch dagegen und bringt keine wissenschaftlichen Argumente sondern rückt so etwas immer in die linke Ecke als ob das schon Beweis sei das er Recht habe.
Ich finde es sehr schade, wenn Journalisten heute immer noch nichts aus der Finanzkrise gelernt haben und diesen wirtschaftlichen Hasspredigern ein Forum geben und sich diese kruden Ansichten auch noch zu eigen machen.
Solche Menschen erzählen gerne, Bundeskanzler Schröder sei Schuld an den Staatsschulden in Europa, weil er für ein paar Jahre die Stabilitätsregeln aufgeweicht habe.
Nun ist es also schlimm, wenn solche Stabilitätsregeln verschärft werden?
Ich habe selten einen so manipulativen Beitrag gesehen und das auch noch in einem an sich kritischen Format wie report München. Die EU hat völlig Recht mit ihrer Kritik an Deutschlands andauernden Exportüberschüssen. Diese führen in einer Währungsunion langfristig zu Ungleichgewichten und Verschuldung der anderen Handelspartner. Wenn dann noch versucht wird das Argument der Lohndrückerei mit dem Vergleich der durchschnittlichen Löhne zu entkräften, könnte ich nur wütend werden. Entscheidende Faktoren werden hier ausgeblendet, wie die Produktivitätsunterschiede und das Fehlen eines Mindestlohns in Deutschland, im Gegensatz zu anderen Ländern in der EU. Diese Art der Berichterstattung verbreitet auch noch die arrogante Art unserer sog. Wirtschaftsexperten, die noch ganz Europa in den Abgrund reißen wird, wenn nicht bald ein Umdenken einsetzt. Sie verhalten sich wie eine senile Oma, die Tischdecken für die ganze Stadt häkelt und sagt: “bezahlen könnt ihr später”. Wenn die anderen dann nicht mehr bezahlen können, weil sie wie Griechenland nahezu pleite sind, hat die Oma die Tischdecken (oder U-Boote wie im Fall von D) verschenkt! Da ändert auch die schöne Exportstatistik nix mehr dran. Ob man D deswegen Strafzahlungen aufbrummen muss und den Export senken muss sei dahingestellt. Eine andere naheliegende Möglichkeit, den Export relativ zu senken, indem man die Importe erhöht wird im Beitrag nicht mal erwähnt. Wer an der Stärke der deutschen Wirtschaft nichts ändern will aber dennoch einen integrierten europäischen Wirtschaftsraum haben will kommt an einer Transferunion nicht vorbei. In anderen Währungsunionen wie z.B. den USA ist es nicht anders gelaufen. Aber das wollen unsere Experten ja auch nicht wahr haben.
Mit bestürzen muss ich feststellen, das sich Report München heute im letzten Beitrag als Sprachrohr des Finanzministers verdingt, während es in den übrigen Beiträgen, die Haltung der Regierung hinterfragt. Aber gerade durch wird der letzte umso glaubwürdiger.
Die Tatsache das Deutschland seit Jahren Exportüberschüsse erzeugt bedeutet doch, das weniger konsumiert wird als hergestellt, die Bewohner also unter ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten leben. Dies wurde durch die geringe Lohnsteigerung im Vergleich zu den europäischen Nahcbarn möglich. Auch wenn im Mittel man in Deutschland je Stunde mehr € bekommt als etwa in Griechenland, so ermöglicht eine anders strukturiete Wirtschaft und ein technologischer Vorsprung, die gleichen Produkte trotz höherer Löhne günstiger herzustellen und so die Produktion in einem anderem Land vom Markt zu drängen und deren Bevölkerung zum Kauf der eignen zu bewegen. Die Importüberschüsse der einen Länder sind die Exportüberschüsse der anderen. Da eine Abwertung der Währung eines der Länder der Eurozone zu Deuschland um diese Wettbewerbsunterschiede erreicht wurden, nicht mehr möglich ist, nimmt die Wirtschaft Schaden und das Land gerät in Zahlungsschwierigkeiten, die dann wieder von den Verursachern(Deutschland) behoben werden müssen, damit das Spiel weitergehen kann. Alternativ kann man auch das Lohnniveau(und damit den Wohlstand) in den betroffenen Ländern absenken um wieder wettbewerbsfähiger zu werden. Ich bin mir aber sicher, dass die deutsche Regierung hier nachlegen wird, da hier noch mehr Spielraum zur Armutgrenze vorhanden ist als anderswo in Europa.
John Maynard Keynes (kein Kommunist) versuche 1945 als britischer Verhandlungsführer in der neuen Weltfinanzordnung, Überschüsse generell und nicht erst ab 4 oder 6 % zu bestrafen um den Frieden in der Welt zu gewährleisten. Leider scheiterte er.
Das EU-Parlament hat recht. Deutschland kann nur deshalb mehr exportieren als es Waren und Dienstleistungen importiert, weil die anderen Länder der Eurozone (nicht Europas) mehr ein- als ausführen. Zu D-Mark-Zeiten sind Wettbewerbsvorteile durch Senkung der Lohnstückkosten (um die geht es, nicht um Löhne) durch Aufwertung der D-Mark sofort wieder aufgefressen worden. Das geht jetzt nicht mehr. Deshalb braucht die Eurozone eine Konvergenz der Wettbewerbsfähigkeit, also der Lohnstückkosten. Kurz: In Griechenland müssen die Löhne und Sozialleistungen sinken, wärend sie in Deutschland steigen müssen. Da die Bundesregierung die Löhne in der Wirtschaft nicht direkt anheben kann, bietet sich ein Anstieg der sogenannten Lohnnebenkosten an. Die Arbeiter und Angestellten zahlen erst eimal mehr in die Sozialkassen, aber dafür gibt es mehr Rente, mehr Arbeitslosengeld, weniger Zuzahlung für Kranke oder weniger Steuerlast, oder einen Mix. Die Unternehmen haben höhere Kosten, können also weniger im Ausland verkaufen. Dafür steigt die Inlandsnachfrage nach deutschen und griechischen Produkten.
Eine kleine aber überfällige Korrektur am in dem Beitrag genannten Lohn pro Arbeitsstunde in Deutschland:
Seit Ewigkeiten sind in der Statistik des Stat.Bundesamtes (die auch an die OECD geliefert wird) die Kosten der Ausbildungsvergütungen für Auszubildende enthalten. Nicht enthalten in der Statistik sind hingegen die betrieblich geleisteten Arbeitstunden der Auszubildenden. Dies ist in einer kleinen Fußnote vermerkt. Die tatsächlichen Lohnkosten pro Arbeitsstunde sind also im Vergleich zu anderen Ländern durch diesen Kunstgriff höher als die realen. Es gibt das System der dualen Ausbildung, (Ausnahme Österreich) in keinem anderen statistisch verglichenen Staat. Es ist an der Zeit, dies einmal zu ändern um eine ehrliche Vergleichbarkeit zu haben.
Die Eurokraten haben schon immer viel Unsinn verzapft. Aber dieses Regelwerk zur Reglementierung des Exports der Mitgliedsländer und eventueller Bestrafung bei Überschreitung der von der EU festgesetzten Begrenzung ist schon gemeingefährlich. Und Unterstützung erfährt es durch den Genossen Bullmann, dessen Lebenslauf ihn als puren Theoretiker ausweist. Aber er kann sicher seinen Kollegen Gewerkschaftern erklären, dass für einige Betriebe schon im Oktober Weihnachten ist und Werke dann geschlossen werden müssen, weil sie die für sie geltenden Exportgrenze erreicht haben. Ich muß jetzt vorsichtig bei meiner Wortwahl sein. Und so kann ich diesen Herrn Abgeordneten Bullmann nur bitten, so bald als möglich die letzten Festungen des real existierenden Sozialismus, Kuba oder besser noch Nordkorea aufzusuchen und nicht weiter dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche zu liegen.
Alle regen sich über den Euro und Rettungsschirme auf, aber über diese Riesengroße Sauerei, die mit dem Fracking in unserem Land geschieht, darüber regen sich nur wenige auf, und zwar die, die in unmittelbarer Nähe dieser Umweltverseuchung wohnen oder leben müssen.
Gegen diese Umweltverseuchung sollten sich die Bürger zusammentun und auf die Straße gehen und diejenigen Politiker, die das genehmigen oder zulassen, in die Wüste jagen!
Ich frage mich, was diese Leute ihren Kindern erzählen, wenn unser kostbarste Lebensmittel, das Trinkwasser, in unserem Land total verseucht wurde.
Das ist doch nicht zu fassen und ich bin entsetzt!
Jetzt müsste auch der letzte Politiker begreifen, wohin die Reise geht.
Deutschland soll nur zahlen, ob über Rettungsschirme mit dubiosen
Hebeln oder Eurobonds, und jetzt soll unser Export noch bestraft werden.
Ziel von Brüssel und Barosso ist doch nur die Umverteilung, bis wir auch
auf dem Niveau der Südländer sind! Das wäre dann der Dank für unsere
Solidarität.
Mein Vorschlag wäre, endlich raus aus dem Euro. Eine Aufwertung käme
uns auch nicht teurer als korrupte, mafiose Länder zu finanzieren.
Herr Henkel hat mit seinem Buch absolut recht gehabt.
Was ist das für eine Europäische Gemeinschaft, die im Prinzip nichts anderes verlangt als das Wiedereinführen von Exportzöllen. Was ist das für eine Europäische Gemeinschaft, die uns mittels Eurobonds in eine Inflationspirale zwingt. Was ist das für eine Europäische Gemienschaft, die die hiesigen Kassen plündert und und die Bevölkerung ausraubt, weil sie Ihre eigenen Schuldenprobleme seit Jahrzehnten nicht in Griff bekommt (stattdessen selber immer abgewertet hatte -> siehe Drachme, Lira, Pesetas, Escudos -> alles ehemalige Inflationswährungen) Das ist nicht die Europäische Gemeinschaft, wie sie ihre Gründungsväter wollten, aber was daraus wird, wenn man Utopisten das Feld üebrlässt. (Wie immer in der Geschichte) Wer interessiert ist, wieso, weshalb warum und was für ein Konzept verfolgt wird, der befasse sich mit der Paneuropäischen Union (wikipedia) und den Grndsatzwerken Coudenhove Kalergis, der die EU – so wie sie heute besteht, schon in den 1920er Jahren skizzierte; als Vereinigten Staaten Europas mitsamt EURO usw. Deshalb ließ auch Röttgen sich kürzlich in einer TV Diskussion zu der zusammenhangslosen Aussage hinreißen “Der Euro muß erfüllt ewrden, darum geht es”
Ich bin geschockt!
Nicht über das SINNVOLLE Vorhaben des Europaparlamentes die Außenhandelsüberschüsse und damit auch die Dumpinglöhne in Deutschland (siehe Zeitarbeit!) durch einen blauen Brief anzuprangern.
Ich bin geschockt über die stimmungsmachende neoliberale Berichterstattung: Mit “Fachleuten” wie Prof. Sinn dessen Rat uns direkt in die Finanzkrise getrieben hat!
Oder einem Finanzminister der das Heil für die Staatsfinanzen leider immer noch in den altbackenen Konzepten sieht: Dem Traum des ewig von anderen Volkswirtschaften profitierenden deutschen Exportüberschusses. (Sein Parteifreund Heiner Geisler hätte hier sicher anders kommentiert).
Dann gab es noch zwei Alibi-Gewerkschafter aus der dritten Reihe, statt das sie hier wenigstens einen Wirtschaftsexperten einer Gewerkschaft zu Wort kommen gelassen haben.
Wenn eine Grüne Partei es schafft das Europaparlament in den Punkten blauer Brief für Schulden und zu viel Exportüberschuss zu einigen, erkenne ich das sehr positiv an, statt nationalblind daran herum zu mäkeln.
R.S. Thoma
Ich bin entsetzt! Einen solch manipulativen, einseitigen und heuchlerischen Beitrag, wie diesen, in einem öffentlich-rechtlichen Sender zu entdecken.
Hier wird der deutsche Exportüberschuss zum Mantra für den deutschen Wohlstand erhoben, obwohl er für weite Teile der Bevölkerung längst das Gegenteil darstellt.
Durch die konsequente Abwertung des Faktors Arbeit in den letzten mehr als zehn Jahren hat sich Deutschland einen Wettbewerbsvorteil verschafft, der aber nicht den Bürgern, sondern nur der (Export)Industrie Wohlstand und Reichtum bringt.
Nicht nur die anderen EU-Staaten zahlen die Zeche für den künstlichen deutschen Exportüberschuss, sondern auch die vielen Millionen Geringverdiener in diesem Land .
Es wird lange Zeit etwas dagegen zu unternehmen.
Dieser Beitrag ist jedoch eine Heiligsprechung eben der Theorismen die uns diese globale (und europäische) Krise beschert haben. Und anstatt diesen Irrweg zu verlassen und endlich wieder Vernunft walten zu lassen, wird die Lobby nicht nur weiter diesen Weg fortsetzen und nicht nur von willfährigen Politikern, die davon profitieren, unterstützt werden, sondern auch noch von der Hofberichterstattung, wie in diesem Bericht, begleitet. Als “Höhepunkt” wird uns dann auch noch ausgerechnet der Prototyp des Wirtschaftslobbyisten, die das neoliberale Theorem seit Jahr und Tag predigen, als (unabhängiger) Experte präsentiert. Qualitätsjournalismus? Hinterfragen Sie sich bitte selbst.
an alle Bürger, die diesen Ansatz des EU-Parlamentes für richtig halten: bitte kurz einmal nachdenken, denn es könnte auch ihr Arbeitsplatz sein, der dadurch vernichtet würde.
Darüberhinaus: ein leistungsstarkes Team zu schwächen war noch nie Anreiz für andere Gruppen sich zu motivieren; im Gegenteil. Von einem EU-Parlament darf man mehr Weitblick, Wissen und Verantwortungsbewußtsein – als mit dieser Planung bewiesen – erwarten. So wird der heere Gedanke der EU nichts. Deutschland wäre gut beraten, auszusteigen, was ja nicht zwangläufig eine Währungsänderung bedeuten muss.
Dann denken Sie doch bitte noch etwas länger nach!
Leistungsstark ist Deuschland, weil es unter seinen Verhältnissen lebt, also mehr produziert als es selbst (ver-)braucht. Wir arbeiten also für die anderen mit (und nicht für uns selbst, das ist ja im Grunde die Forderung der EU). Solange dies so ist, nehmen sie bei uns Kredite auf – die uns einige dann schuldig bleiben werden – am Ende haben wir, überspitzt gesagt, also weder Geld noch Ware, aber hatten immerhin einen Arbeitsplatz.
Wie bitte kommen sie auf 29,20 Euro Stundensatz im Durchschnitt? Was wird denn da genau verglichen? Die Quellenangabe ist nicht wirklich hilfreich. Es kommt der Verdacht auf, dass da Absichtlich einige Fakten unterschlagen werden.
Das das Lohnniveau in den andere EU Staaten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen ist, während dies aber bei uns nicht der Fall war, ist doch bekannt. Unsere Wirtschaft ist nur noch auf Export ausgerichtet! Unsere eigene Binnennachfrage ist doch überhaupt nicht mehr relevant! Von dieser Ausrichtung profitieren nur einige Wenige. Es ist absolut richtig, dass die EU Mechanismen einführt um das endlich in geregelte Bahnen zu lenken!.
Dieser Beitrag trägt definitiv nichts zur Aufklärung über die Hintergründe bei. Er ist einseitig gestrickt und sieht nur durch die deutsche Brille.
Es geht nicht um die Höhe der Lohnkosten, denn die sind den Unternehmen relativ egal. Es geht um die LOHNSTÜCKKOSTEN. Das ist eine Art Volksverdummung, wenn Sie nur auf die Höhe der Löhne hinweisen, nicht aber auf die Höhe der Lohnstückkosten. In den letzten fast 20 Jahren hat Deutschland’s Wettbewerbsfähigkeit vor allem deswegen zugenommen, weil das Lohnniveau insgesamt sank. Dies war meiner Meinung nach politisch gewollt, denn erstens wurden die gesetzlichen Sozialversicherungen madig gemacht und dann mittels der Hartz-Reformen der Niedriglohnsektor sehr stark ausgebaut. Aufgrund dessen sanken die Reallöhne und Deutschland’s Wirtschaft verschaffte sich einen massiven Wettbewerbsvorteil gegenüber den anderen Nationen, denn deren Lohnniveaus stiegen. Deutschland’s Wirtschaft muss nicht unbedingt besser sein als die aus den anderen europäischen Ländern, aber wir produzieren billiger als unsere europäischen Nachbarn, da wir geringere Lohnstückkosten haben. Wenn deutsche Produkte z.B. in Griechenland gekauft werden (weil sie wegen der geringeren Lohnstückkosten “gedopt” wurden und die griechischen teurer sind), trägt Deutschland quasi zu einer höheren Verschuldung Griechenlands bei, denn dadurch werden in Griechenland Arbeitsplätze vernichtet, wodurch wiederum das Volkseinkommen sinkt, sich die Menschen weniger leisten können und die Ausgaben des Staates, wenn er die Menschen nicht verhungern lassen will, steigen, da er den Menschen unter die Arme greifen muss. Somit schadet sich Deutschland langfristig gesehen selber, denn wer soll denn die supertollen deutschen Produkte kaufen, wenn wir die Märkte unserer Kunden im Ausland durch diese Art der Lohnpolitik ruinieren? Es muss unser ureigenstes Interesse sein, dass diese Märkte funktionieren, denn die Anzahl der Märkte auf dieser Welt ist begrenzt. Oder sollen wir unsere Produkte an den Mann im Mond oder an die Marsmenschen verkaufen? Es ist auch ein dringendes Problem, dass wir die deutsche Binnenkonjunktur wieder zum Laufen bringen, denn dadurch werden deutsche und auch europäische Unternehmen in Deutschland wieder mehr verkaufen und die Überschüsse gegenüber den anderen Staaten sinken. Exportweltmeister sein ist KEIN Qualitätssiegel guter Politik.
Eine europäische Einigung kann nur nachhaltig sein, wenn sich die Wettbewerbsfähigkeit aller Euro-Länder und somit auch die Handelsbilanzen aus Im- und Exporten angleichen. Dies ist ein langfristiger Prozess und eine starke Steigerung der Entgelte in Deutschland in den kommenden Jahren und eine weniger starke Steigerung in den Ländern, die gegenüber Deutschland ein außenwirtschaftliches Defizit aufweisen, wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Da Deutschland diese Niedriglohnpolitik seit mehr als 15 Jahren führt, schätze ich, würde ein Prozess der Angleichung mindestens 10 Jahre in Anspruch nehmen.
Wenn eine große Wirtschaft wie Deutschland so stark exportorientiert ist, dass knapp 50% des BIP in den Export fließen (und von diesen 50% wiederum rund 60% in die Euro-Zone), dann heißt das, dass ca. 30% der gesamten Wirtschaftsleistung in die Euro-Zone fließt. Wenn nicht in dem gleichen Maße Importe nach Deutschland kommen, dann häufen andere Länder Schulden an, denn des einen Überschüsse (auch Vermögen genannt) sind des anderen Defizite (= Schulden). Dies wird dann zum Problem, wenn Überschussländer wie Deutschland dieses Geld wiederhaben wollen. Ja, Deutschland’s Wirtschaft und Politik hat seinen Beitrag geleistet, um die Einigung Europas zu gefährden, denn Deutschland verfolgt grob gesagt eine betriebswirtschaftliche Wirtschaftspolitik, nicht aber eine volkswirtschaftliche.
Nein, dieser Kommentar würde, wenn er vollständig wäre, zu weit führen.
Dazu kommt noch, daß Deutschland die Lohnstückkosten zu einem Zeitpunkt gesenkt hat als der Wechselkurs DM zu EURO bereits feststand, die Märkte konnten also auf den Wettbewerbsvorteil durch Anheben des DM-Kurses zum EURO nicht mehr reagieren!
Ausgeheckt wurde das damals von der SPD/GRÜNEN – Regierung unter Schröder (Stichwort AGENDA 2010)!
Wenn ich die Mehrzahl der Posts hier anschaue, stelle ich fest: jedes Land bekommt die Regierung, die es verdient! Einerseits hören sich die Herren (und Damen?) Kommentatoren hier tagein tagaus das un logische Geplärre an, Dtl würde durch seine Exportüberschüsse wie kein anderes Land vom Euro profitieren, deshalb müsse es unbedingt gerettet werden. Im nächsten Augenblick soll all das nicht mehr gelten und stimmen sie getreu dem wahren Stoibersatz “nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber” der Abschaffung oder massiven Beschneidung eben dieser zunächst als Billionen wertklassifizierten Überschüsse zu. Dieser Widerspruch ist so auf der Hand liegend, so himmelschreiend, dass die übrigen Medien in massenmedial typischer Eintracht erst gar nicht über diese Pläne und ihren weitgehenden Konsenscharakter (annähernd Beschlussreife) berichten – jeder mag es googeln, ausser Peport berichtet niemand darüber (in dt Sprache). Stattdessen werden wir duch hartundfär & Jauchipseudodiskussionen mit so wichtigen Themen wie Kindergroßziehen und Hoch- und Minderbegabung von Deutschen abgelenkt. Bei so viel Dummheit möchte man am liebsten dem täglichen Medienappell folgen und “Auswanderer” werden ….
Wir müssen Ungleichgewichte beseitigen, also auch Exportüberschüsse. Deutschland steht abgesehen von der vermögenden Minderheit nicht gut da, Deutschland war der Brandbeschleuniger der Krise.
Andere Länder mussten als Folge der Krise massive Lohn- und Rentensenkungen hinnehmen. Deutschland hat mit Teilprivatisierung der Rente, Niedriglohn und Missbrauch der Leiharbeit schon vorher seine Wettbewerbsfähigkeit verbessert.
In dem Sinne hat Wettbewerb allerdings seine eigene Logik:
Lohn- und Sozialkosten wie Rente belasten die Produktkosten.
Je ärmer die eigene Bevölkerung, je besser die Wettbewerbsfähigkeit.
Ist das die Aufgabe der Wirtschaft?
Natürlich bedeutet die Senkung der Exportüberschüsse ein Verlust von Arbeitsplätzen, da die eigenen Leute schlicht zu wenig Geld haben, um Arbeitsplätze in der Binnenwirtschaft zu schaffen. Man kann aber die Gleichgewichte leicht wiederherstellen. Man muss einfach nur Schröders neolibereale Reformen rückgängig machen. Wir hätten dann “nur” ein Jahrzehnt verloren und kann in den folgen zwei Jahrzehnten die Schulden abbezahlen.
Warum wurde nicht Ökonom Heiner Flaßbeck gefragt oder Gustav Horn (IMK) statt nur einen neoliberalen wie Prof. Sinn? Handelsbilanzüberschüsse schaden ebenso wie Handelsbilanzdefitite. Daher ist es Realitätsverweigerung nur die Defizite zu strafen. Verlogen ist es dazu. Wer hat deutschen Exporte gekauft? Die die sich verschulden.
Und nur die sollen dann bestraft werden? Das ist der wahre “Käse” (nicht der den Herr Sinn sieht)!
Viel dümmer kann man in Deutschland eigentlich nicht mehr werden, wenn wir den Wünschen unserer “Freunde” in der EU nachkommen.
Wir selbst sind pleite und sollen für die anderen die Schulden bezahlen.
Keine weiteren Kompetenzen nach Brüssel abgeben.
Mit freundlichem Gruß
Walter Reichart
Und was ist, wenn z.B. Griechenland Waren aus China oder anderen außereuropäischen Staaten importiert?
Da soll es wohl keine Beschränkung geben!
Jetzt haben es also diese (bekanntlich ja nie sehr kompetenten) EU Parlamentarier gewagt, die letzte Bastion deutschen Ntionalstolzes zu kritisieren. Die finstere, Unheil kündende Musik, die die report-Redaktion diesem schändlichen Ansinnen unterlegt hat, kontrastiert für jeden erkennbar mit den optimistisch dynamischen Klängen, die die Sinnbilder des deutschen Exports – Automobilendmontage und ein in die Welt hinausfahrendes Containerschiff – begleiten. Wir Deutsche sind doch so stolz auf unsere Exporte (oder Exportüberschüsse – das ist emo-mäßig ganz egal), auf die Produkte unserer Tüchtigkeit, die in der ganzen Welt beliebt und begehrt sind – das müssen Finstermänner sein, die daran nicht reine Freude empfinden. Anstatt uns zu kritisieren, sollen die anderen doch unserem Beispiel folgen, fleißig ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern, und zumindest versuchen, so gut (das hat auch was moralisches: eben nicht faul, vgl. die Griechischen Frührentner) zu werden wie wir und ebenso Exporte (oder Exportüberschüsse) erwirtschaften. Dabei denken wir uns aber noch, dass die (zumindest die anderen Europäer) das natürlich nie wirklich schaffen werden, denn sollte unsere Wettbewerbsfähigkeit bedroht sein, so sind wir Deutsche seit Weltökonom Helmut Schidt doch allemal bereit, den Gürtel noch etwas enger zu schnallen. Irgendwie ahnen wir ja auch, dass nicht alle gleichzeitig ihre ‘Wettbewerbsfähigkeit stärken’ und Exportüberschüsse erwirtschaften können – aber das ist uns emo-mäßig auch irgendwie egal. Lieber erwärmen wir unsere (Volks-) Seele am Exporterfolg und fühlen uns komlett missverstanden. Dabei sind wir doch so nett und gewährten Kredit, wenn einer mal nicht zahlen konnte. Und jetzt fordern die anderen auch noch weiteren Kredit! Wir haben es wirklich schwer, wir Deutsche, denn wir haben nicht enmal etwas davon – unsere Löhne sind, im Gegensatz zu denen der anderen, schon seit langem nicht mehr gestiegen. Exporte (oder Exportüberschüsse …) sind eben allein Ausdruck unserer Tugendhaftigkeit. Danke, dass Sie diese in Ihrem Beitrag verteidigt haben.
Ich habe da doch einmal eine Frage wie ist das in der Sendung wurde ein Durchschnittslohn von etwas mehr als 29 EURO / Stunde genannt!
Bei der EU in Brüssel fragt man sich wohl eher wie das ist, wenn 97 Prozent in der EU einen Mindestlohn bezahlen und Deutschland eben nicht!
Deutschland hat damit Wettbewerbsvorteile und kann seine Exporte so günstiger anbieten bei den Löhnen!
Die Allermeisten müssen mit einem Lohn zwischen 5 und 15 Euro aus kommen!
Die anderen Länder möchten schlicht, dass es für die EU Staaten zumindest in Mitteleuropa keine Wettbewerbsvorteile für Einzelne gibt!
So gibt es bei uns in Deutschland sehr viele Leiharbeiter die schlicht auf Abruf arbeiten!
Wenn keine Arbeit da ist wird halt schon einmal der Urlaub gekürzt oder mehr! Auch wenn das ungesetzlich ist!
Aber solchen Kleinigkeiten brauch ja Niemand zu erfahren..!
Hallo,
wie viele meiner Vorredner denkend, muss ich ehrlich sagen, ich war entsetzt über diesen vollkommen unqualifizierten Beitrag! …so so, die Löhne sind bei uns so super!? ..aha
Das kostet ein paar Sympathie-Punkte!
Dann wertet nach allen marktwirtschaftlischen Theorien die Währung des Exporteuers auf, und die Währung des Importeuers ab.
Der Beitrag verteidigt die Exporte. Das EU-Parlarment kritisiert aber die Exportüberschüsse Deutschlands. Diese Überschüsse sollen natürlich durch mehr Importe ausgeglichen werden, nicht durch die Schließung von Fabriken. Grund für den mangelhaften Konsum sind die Maßnahmen zur Lohndrückerei: Leiharbeit, fehlender Mindestlohn, HatzIV, Duldung von Scheinselbstständigkeit, die Senkung von “Lohnnebenkosten” u.s.w.
Das ist wahrlich Volksverdummung. Wie ahnungslos oder eben interessengeleitet die Beitragsmacher sind, merkt man besonders an jener Stelle, an der die Löhne Deutschlands mit jenen des EU-Durchschnitts verglichen werden. Liebe Leute, auf die Produktivität kommt es an, lasst Euch doch mal etwas volkswirtschaftliche Nachhilfe erteilen. Aber bitte nicht von einem Hans Werner Sinn, dieser Mann ist Ideologe par excellance. Ihr müsstet einfach einmal verstehen, was Exportüberschüsse bedeuten: die Verschuldung anderer Länder. Und wenn dieser Länder Staatssektoren dann auf dem Bondmarkt Schwierigkeiten bekommen, muss Deutschland einspringen. Damit wird jedoch ein skurriler Umverteilungsmechanismus eingeleitet, der nicht im Interesse von Otto und Ottilie Normalverbraucher hierzulande liegen kann:
Deutsche ArbeitnehmerInnen verzichten auf Löhne => Anstieg deutscher Exportüberschüsse (billgere Produkte, weniger Importe durch mangelnde Kaufkraft) => Verschuldung anderer Länder gegenüber deutschen Banken => höhere Zinssätze auf Bondmärkten für diese Länder => deutsche SteuerzahlerInnen müssen den Bürgen spielen.
Viele Menschen hierzulande haben also doppelt verloren durch diese Praxis: als abhängig Beschäftigte durch Lohnstagnation und als Steuerzahler. Wen die Thematik interessiert, der möge z. B. Prof. Heiner Flassbeck zum Thema lesen oder auf Maskenfall vorbeischauen.
Propaganda pur! Da ich nicht davon ausgehe, dass die Moderatoren vom Bayrischen Rundfunk, nicht wissen, dass es sehr wohl Zusammenhänge zwischen Überschüssen auf der einen Seite und Defizite auf der anderen Seite, frage ich mich warum sie solche unlogischen Vergleiche ziehen. Ich möchte hier nicht als „Arrogant“ daher kommen. Aber an einem einfacheren Beispiel, vielleicht der Moderation vom Bayrischen Fernsehen und den vielen Kommentaren, die aus meiner Sicht ideologisch behaftet, einmal nur auf Deutschland beziehen. Wenn ich in einer Strasse irgendwo ein Geschäft besitze, und es läuft gut. Ich kann Löhne zahlen, welche zum Leben reichen, sogar Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld werden bezahlt. Dann aber macht in der Nachbarschaft ein großer Supermarkt auf, beschäftigt Personal nur auf Aushilfsbasis, Minijobber, 400 Euro Personal, Praktikanten, Aushilfen Studenten etc. Hinzu kommt, auf Grund seiner Größe und Marktmacht, Preise anbieten, die Teilweise unter der denen der Einstandspreise liegen. Was glauben sie meine sehr geehrten Damen und Herren, wird mit meinem Geschäft passieren? Ich habe als kleiner privat geführter Laden keine Chance mehr. Meine Mitarbeiter verlieren ihre Jobs, und zum Schluss, um nicht Konkurs zu gehen muss ich das Geschäft schließen. So ist es in Deutschland 100Tsd. Von Läden passiert. Im Übrigen nach Deutschen Wettbewerbsrecht sind Preise unter Einkaufswert zu verkaufen nicht gestattet und kann eigentlich auch mit Geldstrafen geahndet werden. Die Betonung liegt auf eigentlich! . So und nun übertragen Sie das meine Damen und Herren einmal auf Europa, Deutschland mit seinen 80 Millionen Menschen, verhält sich genau so: Schon vergessen sinkende Löhne? Subventionierte Waren? können wesentlich billiger in den südlichen Ländern angeboten werden, wie vor Ort hergestellt werden kann. Trotz der Transportwege. Kleine Länder werden von Deutschland auf diese Weise systematisch an die Wand gedrückt. Deshalb ist es nicht nur gerecht, sondern auch zwingend, wenn Defizit Länder mit Strafen belegt werden sollen, dann müssen Länder welche andere auf Grund der Marktmacht in den Konkurs treiben, ebenso dafür bestraft werden. Es wird in Frage gestellt („so die Logik“), dass Überschüsse zwingend Defizite gegenüberstehen müssen, obwohl es mathematisch gar nicht anders gehen kann. Es wird unterstellt, dass es von Deutschland verlangt würde, weniger zu exportieren, obwohl es nicht um eine Reduzierung der Exporte geht, sondern um eine Reduzierung des Überschüsses durch eine Wirtschaftspolitik, die höhere Importe ermöglichen würde, anstatt durch Lohndumping diese zu drosseln. Ach ja, beim Thema Lohndumping werden die absoluten Löhne verglichen, obwohl es bei der Wettbewerbsfähighkeit nicht um sie geht, sondern um die Lohnstückkosten, die in Deutschland bekanntlich niedrig sind. Die EU-Parlamentarier, die als Spinner dargestellt werden, weil sie angeblich von wegen seines Fleißes bestrafen wollen, weisen lediglich auf darauf hin, dass ein Land nur exportieren kann, wenn ein anders Land importiert (oder das Exportland die Waren ins Meer kippen, was aber nicht besonders ertragsreich sein dürfte), also ohne Käufer gibt es auch keinen Verkäufer.
Offenbar hat es die BR-Redaktion genauso wenig verstanden, wie die Bundesregierung (und Prof. Sinn sowieso), dass das deutsche exportorienterte Geschäftsmodell voraussetzt, dass andere Länder mehr importieren, als sie exportieren, was zwangsläufig zu Verschuldung führt.
Liebe Report München –Redaktion!
Bereit zur Aufarbeitung einer höchst fragwürdigen Berichterstattung?
Hinsichtlich der Masse an Reaktionen in Ihrem Forum, sollten sie die vielen grundlos wütigen Bürger richtig aufklären. Tun Sie dies nicht, könnte es Ihrer, in weiten Teilen wirklich wertvollen Sendung passieren, den Titel des antieuropäischen Agitators nicht mehr loszuwerden.
Was war passiert?
Die Journalisten, die für den Beitrag „EU-Parlament contra Deutschland Strafen wegen Exporterfolgen?“ verantwortlich zeichnen, haben offensichtlich den Begriff des Exportüberschusses nicht verstanden!
Dies wäre wohl nicht passiert, wenn Brüssel beim Erklären ein bisschen weiter ausgeholt hätte.
Die Konsequenzen
Dass keiner der beteiligten Journalisten den Begriff des Exportüberschusses im Lexikon nachgeschlagen hat, hat ganz nebenbei jedoch verheerende Folgen für die allgemeine Zustimmung im Volk zur europäischen Idee. Glauben Sie nicht? Schauen Sie mal in Ihr Forum zum Thema, da stehts in vielfacher Ausführung! Denn bedingt durch das fehlende Verständnis für den Begriff gerät Ihre Berichterstattung höchst einseitig.
In Brüssel will uns absolut niemand für unsere erfolgreiche Exportwirtschaft bestrafen. Auch eine Drosselung der Exportgüterproduktion auch nur um ein einziges Stück will dort niemand! Ja, man könnte deutsche Exporte mit Strafzöllen belegen oder gar die Exportwirtschft drosseln.
Aber es gibt auch einen gänzlich anderen Weg aus dieser Situation und so sollte es wohl ursprünglich verstanden werden:
Zum besseren Verständnis der Problematik müssen wir uns kurz ein paar grundwichtige Eigenschaften des Geldes ins Bewusstsein holen. Als GedankenSpiel eignet sich gut das Beispiel einer mittelalterlichen Kleinstadt, in dem eine gewisse Anzahl Wirtschaftsteilnehmer mit einer annaehernd gleich bleibenden Gesamtmenge Geldes jahrein jahraus gut wirtschaftet. Über Jahrzehnte. Dies funktioniert nur, wenn das Geld ständig in Bewegung bleibt. So wie auch nur ein einziger Wirtschaftsteilnehmer aufhört, das Geld, das er durch sein Schaffen erwirtschaftet, bei anderen Wirtschaftsteilnehmern auszugeben, gerät das System ins stocken. Wenn nur ein paar Leute anfangen, das Geld zu Hause zu horten, kommt der Kreislauf des Geldes zum Erliegen und dem Rest der Stadt geht es dreckig.
Zurück nach Brüssel. Ein ExportÜberschuß von 6% sagt mitnichten das wir zuviel exportieren! Er gibt an wie hoch die Differenz zwischen GesamtWert aller Exporte zum GesamtWert aller Importe ist. Ein positiver Wert sagt aus dass wir mehr Waren exportieren als wir Waren importieren. Ein positiver Wert sagt jedoch gleichzeitig, das wir mehr Geld importieren (eben jenes Geld mit dem das Ausland unsere Exportwaren bezahlt hat) als wir Geld exportieren (eben jenes Geld mit dem wir unsere Importe im Ausland bezahlen)! Wünschenswert für die Chancengleichheit anderer Volkswirtschaften wäre ein neutraler, also Null-Wert.
Doch die überschüssige Geldmenge aus den Exporterträgen sammelt sich über die Jahre in Deutschland und richtet früher oder später in Gestalt von AnlageKapital in den Händen irgendwelcher FinanzmarktDilettanten riesige Schäden auf der ganzen Welt an. Denn anders als in unserer mittelalterlichen Kleinstadt sammelt heute niemand mehr das überschüssige, nicht wieder ausgegebene Geld zu Hause!
Dabei wäre es ganz einfach, den Exportüberschuß im Sinne Brüssels zu entschärfen, ohne das auch nur ein kleines bisschen weniger exportiert wird. Man könnte zum Beispiel alle Arbeitnehmer im Land dauerhaft würdevoll bezahlen. Denn wenn GebäudeReiniger, Friseure, Bauhelfer und viele andere am unteren Ende der LohnSkala wieder etwas mehr Geld in den Taschen hätten, dann würden die dafür wahrscheinlich italienische Lederwaren, amerikanische Sportswear, asiatische Unterhaltungselektronik oder vielleicht sogar mal wieder nen mittelpreisklassigen Neuwagen aus Japan, Frankreich oder Italien kaufen. Auch eine Auslandsreise, die sich Millionen Deutsche schon seit Jahren nicht mehr leisten können, würde unseren Exportüberschuß senken. Dies setzt jedoch voraus, dass man politisch aktiv wird und eine demokratisch legitimierte Umverteilung durchsetzt, zum Beispiel mit nem Mindestlohn.
Wenn man dies jedoch nicht hinbekommt, kann man notfalls den Exportüberschuß auch über einen verstärkten Einkauf von ausländischen LuxusGütern für unsere „Oberschicht“ senken.
Resümee
Sie sehen also, da sich der der Exportüberschuß aus zwei Werten errechnet, kann man Ihn auch grundsätzlich mit zwei verschieden Herangehensweisen korrigieren. Entweder man senkt den einen Wert oder man erhöht den anderen.
Sicher ist auch: Wenn Sie Ihren Zuschauern jetzt erklärt hätten: „der aus Brüssel angemahnte Exportüberschuß ließe sich nur durch verstärkte KonsumImporte einer Mindestlohn-gestärkten Unterschicht korrigieren!“, dann hätte man Sie wohl als Kommunisten beschimpft. Und das wäre weder besser noch schlechter als die antieuropäische Stimmung, die derzeit das Forum zum Thema sinnlos vergiftet. Ein journalistisch goldener Mittelweg wäre wohl ein Bericht mit beiden KorrekturVarianten gewesen. Dieser würde jedoch zweifelsfrei wesentlich milder auf den Zuschauer wirken, und wäre wahrscheinlich gar keine Nachricht mehr bei euch SkandalAufdeckern wert…
Eine Volkes Zorn entschärfende, ergänzend erklärende Nachberichterstattung im Sinne der guten alten Gegendarstellung scheint hier wirklich sinnvoll und wäre vorbildlich. Aber auch ein Vorlesen meines Einspruchs, gern auch in Teilen, in der nächsten Sendung wäre ein Anfang…
Oder Ihr bleibt eben Stimmungmacher!
m.f.G. K Karge, Berlin
Willkommen in der EUdssr.
Erinnert sich niemand mehr, warum wir in einem gesellschaftlichen Konsenz u.a. zehn Jahre lang die Einkommen stagnieren ließen? Deutschland war der „kranke Mann Europas“, offensichtlich international kaum noch wettbewerbsfähig, hohe Arbeitslosigkeit etc. Ein Schlusslicht der Eurozone! Dafür wurden wir gescholten. Deutschland war das nachweislich Land, das wirtschaftlich am geringsten vom Euro profitierte. Lt. dem IFO-Institut fand zudem ein Kapitalabfluss von 1.600 Milliarden Euro in den Süden der Eurozone statt, die wirtschaftlich prosperierten, da diese Länder ja so sicher (siehe Zinsentwicklung) durch den Euro geworden sind.
Nun ist Deutschland die Wende gelungen (das Kapital kommt auch wieder zurück)und als nächstes würden die Löhne wieder ansteigen. In früheren Zeiten wäre durch eine Aufwertung jetzt bereits durch günstigere Importe ein realer Massenkaufkraftzuwachs vorhanden, der die Binnennachfrage stützen und die Importe erhöhen würde. Dieser wird aber durch die Eurozone geschluckt, die Eurozone hat bekanntlich eine ausgeglichene Handelsbilanz. Das heißt, mit unseren Überschüssen finanzieren wir ebenfalls die Defizite der Eurozone. Die Arbeitnehmer profitieren nicht durch günstigere Importe von einer Aufwertung, die auf der anderen Seite wiederum die Defizitländer wettbewerbsfähiger machen würde. Dieser Mechanismus wurde ausgehebelt, obwohl der Kreislauf früher funktionierte.
Deutschland konnte den Exportanteil außerhalb der Eurozone durch die Maßnahmen erhöhen, während der Exportanteil in die Eurozone auf 40% fiel.
Einen Exportüberschuss zu bestrafen, heißt nichts anderes, als die Wettbewerbsfähigkeit, den Wettbewerb zu bestrafen.
Wer sind wir in Europa, dass wir meinen, ohne Wettbewerb in der Welt wirtschaften zu können? Das hat doch schon im comecon der UDSSR nicht geklappt. Nun orientieren wir uns also auch noch an den Schwächsten, die in den letzten zehn Jahren die Löhne (in den südlichen Euroländer) zum Teil um bis zu 40% haben steigen lassen?
Die Eurozone und die EU bricht nicht nur Staatsverträge mit Verfassungsrang, sie ist auf dem besten Weg in eine EUdssr mit einem Gouverneursrat (siehe ESM/ YouTube).
Lohnpolitik ist eine nationale Angelegenheit, immerhin sind wir (noch) eine Demokratie mit Gewerkschaften, Arbeitgebern und einem Souverän. Wenn diese totale Fehlplanung des Euro zwischen wirtschaftlich kaum vergleichbaren Ländern nicht klappt, warum ändert man das dann nicht, sondern bestraft nun auch noch Effizienz und Wettbewerb? Glaubt irgendjemand, dass ein Job krisenfest ist, wenn keine Anstrengung mehr nötig ist? Bzw. strengt sich jemand an, wenn er dafür bestraft wird?
Ich plädiere ausdrücklich für ein demokratisches, förderales Europa der Nationen und gegen diese Eurokratie, die m.E. nicht überlebensfähig ist und ein seltsames Demokratieverständnis an den Tag legt.
Ohr, nicht der Euro ist Schuld!
Es sind die Handelsbilanzungleichgewichte!
Deutschland hat im Zeitraum zwischen 2000 und 2009 ca. 1,2 Billionen Euro Handelsbilanzüberschuß erwirtschaftet. Die Partner auf der anderen Seite haben sich dafür verschuldet.
Das ist eines der Probleme der Union!
Wie in den anderen Blogs richtig dargestellt, zahlen die Steuerzahler in der BRD heute die Rechnung.
Lasst euch bloß nicht von Sinn und Konsorten verrückt machen!
Die EZB könnte aus dem nicht die nötigen Mittel schöpfen.
Die Politik sollte nur die private Geldschöpfung stoppen!
Ich kann nur hoffen, das der Sender diese Sachverhalte einmal richtigstellt!
Hallo alle zusammen,
also erstmal möchte ich mich dafür aussprechen, dass man sich in diesem Forum vernünftig über die Thematik unterhält und nicht mir Pöbeleien um sich schlägt.
Ich bin Wirtschaftsstudent der TU Dresden und finde diesen Bericht aus wirtschaftlicher Sicht unverständlich, da es Makroökonomisch tatsächlich problematisch ist, wenn ein Land, wie zum Beispiel die Staatrepublik China, künstlich und staatlich diktiert oder wie Deutschland staatlich angeleitet über sinkende Realöhne die Exportüberschüsse in die Höhe treibt.
Die Anhäufung von Kapital auf der Exportseite und Kapitalverknappung bzw enorme Verschuldung auf der Produktimportseite sind die makroökonomische Folgen und werden in einem funktionierenden freimarktwirtschaftlichen Nationalwährungssystem “automatisch” über die verschieden Währungwerte auf den Finanzmärkten reguliert.
Ich bin zwar kein verfechter der EU-Bürokratie und halte sie unter bürokratischen Gesichtpunkten dringend Reformbedüftigt, aber die aktuell geführte Diskussion eines europäischen Handelsbilanzausgleich, ist unter gegebenen Bedingungen, meiner Auffassung nach ein akzeptabler Weg.
Liebe Grüße
Jan-Lasco Zobawa
Das ist in der tat eine anspruchsvolle Aufgabe für einen angehenden Wirtschaftswissenschaftler.
Die Mehrheit der deutschen Wirtschaftswissenschaftler ( Sinn, Hüther u.s.w. ) denken in monetären Größen und nicht in realen Größen!
Wenn ein Teil der deutschen Wertschöpfung, die in den Export geht, mit wertlosen Dollar-Noten bezahlt wird, haben wir ein schlechtes Geschäft gemacht, da wir Dollar-Noten nicht essen können. Die permanente Abwertung des Dollar ( er kostete einmal
ca. € 2,10 ) wird von unseren Arbeitnehmern getragen!
Hinter der Idee der Europa-Parlamentarier steht ein von J. M. Keynes gemachter Vorschlag, eine ICU (International Clearing Union) einzurichten. In Verbindung mit Einführen einer Weltwährung würden die Finanzmarktakteure wieder zu Dienstleistern von Gesellschaft und Wirtschaft.
Dieser Ansatz sollte in der WiWi ernsthaft diskutiert werden.
Ich bin dabei!
Paul Weidmann
Also um Ehrlich zu sein halte ich persönlich nichts von einer Weltwährung und damit inbegriffenden Weltfinanzregierung.
Der Versuch Multinationalstaaten dauerhaft zu erhalten ist in schon genügend Beispielen ins Leere gelaufen und die USA als Beispiel für die EU zu nehmen ist anhand ihrer vollkommend unterschiedlichen geschichtlichen Entstehung meiner Auffasung nach an den Haaren herbeigezogen.
Allein schon bei der Frage der wirtschaftlichen Orientierung (Stichwort: Soziale Marktwirtschaft vs. Angloamerikanischer Liberalismus) scheiden sich die nationalen Interessen, aufgrund leider verfestigsten ideologischen Ansichten.
Außerdem bin ich fest überzeugt, dass die Polik- bzw. Parteienverdrossenheit weiterhin zunehmen wird, wenn die politischen Entscheidungsgremien immer abstrakter auf europäische Ebene ausgegliedert werden. Es wird sich das Gefühl verfestigen, dass die Nationalbürger jetzt überhaupt keinen Einfluss mehr auf Politik und Politiker haben. Der Lissabon-Vertrag und die direkten Abstimmen in z.B. Irland lassen grüßen.
Wenn überhaupt muss es eine europäische Reform gegen, die die dynamsch gewachsenen institutionellen Strukturen ordnet und neu sortiert. Es müssten eindeutige Kompetenzraster geschaffen und durch die Bürger rarifizierten werden, um ihnen vor Ort, z.B. bei Baumaßnahmen der Infrastrukturbau, Mitsprache in staatlichen Institutionen wie z.B. Schule oder Universität, Arbeitsleben, Freizeit und allen weiteren direkt betroffenen Lebenslagen ein selbstverantwortliches Lebenzu ermöglichen.
Was das Finanzsystem betrifft, kann man sich der Analyse der grundsätzlichen Problematik nicht entziehen, aber ich finde es problematisch, pauschale und sehr einfach klingende Lösungsansätze finden zu wollen.
Die Einheitswährung ist genau so wenig die Lösung, wie eine Einheitsregierung, der Sozialismus oder angelsächsischer Kapitalismus.
Das Schwierige dabei ist nur die vernünftigen Einzelaspekte der einzelideologischen Ideen zu finden und zu einem vernünftigen Ganzen zusammen zufügen.
Seit Einführung des Farbfernsehrs 1967 und der Fall der Mauer 1989 sehen glücklicherweise viele unser globales Dorf, als einen bunten und nicht mehr ausschließlich schwarz-weiß-gestalteten Lebensraum.
Ludwig Erhard hat den ersten Schritt gemacht und nun ist es an der Zeit, seine Vorstellungen zu erweitern und zu ergänzen. Ideen dafür gibt es allen Anschein nach genügend.
Liebe Grüße wünscht
Jan-Lasco Zobawa
Viele der bisherigen Kommentare haben sehr schön die ökonomischen Ungereimtheiten kommentiert (Export ist nicht gleich Exportüberschuss; die Exporte des einen sind die Importe, und die Exportüberschüsse die Schulden eines anderen; etc.). Ich vermute allerdings, dass diese Argumente auch der report-Redaktion durchaus bekannt sind. Das Problem liegt tiefer.
Der Beitrag reflektiert und reproduziert das weniger wissenschaftlich-rational sondern vor allem emotional tief verankerte wirtschaftspolitische Weltbild der großen deutschen Mehrheit. Die deutschen Exporte oder Exportüberschüsse (egal …) sind wichtigstes Zeichen deutscher Wirtschaftskraft, deutscher Stärke, die bestätigen, dass Deutschland erfolgreich und – auch in einem ganz allgemeinen Sinn – ‘gut’ ist. Dieses Denken sitzt tief, ihm ist mit Logik kaum beizukommen. Schon Weltökonom Helumt Schidt reagierte ja auf die Erhöhung der Erdölpreise mit einer Politik zur Steigerung der deutschen Wettbewrbsfähigkeit und mit einer Absage auf Forderungen des Auslands (u.a. eines inkompetenten Erdnussfarmers – Ha!) nach einer Nachfrageausweitung. Und Helmut Schitd hat es doch gewiss richtig gemacht, seine Politik hat dazu geführt, dass Deutschland ‘relativ gut dastand’. Dieses ‘relativ gut dastehen’ scheint sehr wichtig für die große Mehrheit in Deutschland zu sein, viel wichtiger als etwa ein Mindesteinkommen von 9 Euro pro Stunde oder eine 35-Stunden-Woche oder auch als steigende Löhne zu sein.
Dass deutsche Exportüberschüsse (ähnlich wie die der Japaner oder Chinesen, die in Deutschland bezeichenderweise als die größten Bedrohungen wargenommen wurden/werden) massiv zu globalen Ungleichgewishten und Instabilitäten beitragen, will (!) dabei keiner sehen. Lieber gefällt man sich in der Rolle des ‘Starken’, der großzügig bereit ist, auf die Refinanzierung ausländischer Schulden sogar gewisse Garantiern zu geben.