Feuerwehr in Not – Nachwuchssorgen, ein Problem für die Gemeinschaft

Immer weniger Frauen und Männer wollen zur Freiwilligen Feuerwehr. Das hat dramatische Folgen: In den vergangenen Jahren haben bundesweit über 2.000 Feuerwehren dicht gemacht, die Zahl der freiwilligen Feuerwehrleute ist um 70.000 zurückgegangen.

Das ist besonders dramatisch, weil die Freiwilligen Feuerwehren vielerorts im Brandfalle oder bei Verkehrsunfällen die Einzigen sind, die sehr schnell vor Ort sein können. Doch besonders die Tagesalarmbereitschaft wird immer öfter zum Problem. Denn es sinkt nicht nur die Zahl der freiwilligen Feuerwehrleute, sondern auch die Zahl derjenigen, die kurzfristig alarmiert werden können.

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  1. Aus meiner Sicht muss die Politik schnellstens auf dieses Problem angemessen reagieren. Natürlich machen alle freiwilligen Helfer (FFW, Rotes Kreuz, Berg-/Wasserwacht, usw., usw.) und „Berufshelfer“ (Polizei, Pflegepersonal, etc.) Ihren Job aus Überzeugung und zum größten Teil ehrenamtlich. Aber die Welt hat sich gravierend zum Negativen verändert (Aggression gegenüber Helfern und Polizei, Ignoranz von Vorschriften, Gesetzen und sonstigen gesetzliche Auflagen durch „egozentrische Ich-Menschen“, etc.). Dringend geboten sind drakonische Strafen für widerrechtlich Handelnde (Gaffer, Schläger, sog. Fans, Unerzogene / Rowdys, etc.), aber auch Anerkennung von freiwilligen / ehrenamtliche Leistungen für die Gesellschaften, wie z.B.: Rentenbonus, Finanzielle Zuwendungen aus einem noch einzurichtenden Geldstrafen-Fond (= Sammelkasse aller Geldstrafen von Verurteilten, etc.). Jetzt kann der Staat noch gegensteuern, später nur noch bezahlen….. Das Problem ist, dass diese Leute im Prinzip keine politische Lobby haben und die junge Generation davon ausgeht, dass all diese Leistungen – wie übrigens auch der Frieden – Gott gegeben ist…….

  2. Ganz klar : Die Kommunen sind sehr gut beraten, das Ehrenamt zu unterstützen. Am Beispiel der Freiwilligen Feuerwehren wird deutlich: Der Staat kann Vieles, das von Ehrenamtlichen erbracht wird, nicht leisten.

  3. Mit Interesse habe ich den Bericht verfolgt.
    Aus meiner Sicht war und ist ein grosser Fehler die Wehrpflicht auszusetzen. Zu Zeiten der Wehrpflicht war ein Grossteil der männlichen Bevölkerung in Deutschland gezwungen eine Alternative zur Bundeswehr sich zu suchen, so fern man nicht Dienst an der Waffe verrichten wollte. Wie in meinem Fall bin ich beim THW gelandet und seit 16 Jahren dabei. Auf normalen Weg wäre ich wahrscheinlich nie in den Kontakt mit dieser oder anderen Hilfsorganisationen gekommen. Die Unterstützung der Arbeitgeber hat leider in den letzten Jahren stark nach gelassen, so das die Teilnahme an Diensten und Einsätzen immer schwieriger wird. Dort ist meiner Meinung nach der Gesetzgeber gefordert.

  4. Und ich War 17 Jahre in einer Feuerwehr. So gewinnt man keine Leute. Und das vorankommen ist auch nicht möglich, Lehrgänge sind Mangelware.

  5. Wenn immer weniger Männer und Frauen zur Freiwilligen Feuerwehr wollen, dann muss man sie eben dazu zwingen. Das ist eine unpopuläre Maßnahme, die aber in den Brandschutz- bzw- Feuerwehrgesetzen aller 16 Bundesländer enthalten ist. Wenn die Sollstärke einer Freiwilligen Feuerwehr nicht anders sichergestellt werden kann, dann kann die Stadt- bzw. Gemeindevertretung die Aufstellung einer Pflichtfeuerwehr beschließen. Erwachsene Männer und Frauen ab dem 18. Lebensjahr, die ihren Hauptwohnsitz in der Stadt/Gemeinde haben, können dann per Bescheid zum Dienst in der Feuerwehr verpflichtet werden. Leider wurde das im Beitrag nicht erwähnt. Bevor man eine Freiwillige Feuerwehr wegen Personalmangel auflöst, sollten alle rechtlichen Mittel ausgenutzt werden.

    • .Was u.U. Abhilfe leisten könnte wäre die sog.Feuerschutzsteuer, sprich denjenigen die sich drauf verlassen das es ja eine Fw gibt und diese auch kommt wenn man 112 anruft, denen muss es halt im Geldbeutel etwas weh tun.Das Problem mit der Pflichtfeuerwehr ist ,das dies dann wieder Geld (nicht zu knapp) kosten würde, was die Gemeinde/Stadt durch eine Auflösung dann gern einspartNur das in dem 1-2 km entfernten Dorf/Ortsteil die Bevölkerung u.U. auch nicht jünger wird, diese Probleme dann in 4-5 Jahren ggf. diese dann noch bestehende Feuerwehr treffen würde/wird , ist ein Thema das auch gern verschwiegen wird… also werden m.M. in Zukunft die Anfahrtszeiten oder Ausrückezeiten nach oben gedrückt um immer gesetzl. auf der sicheren Seite zu sein und dann sagen zu können die Feuerwehr war noch rechtzeitig da.Aber wie gesagt es ist z.T. der Bequemlichkeit einiger Mitmenschen geschuldet, das hier demnächst noch mehr kleine Feuerwehren schließen werden.

    • Bei einer Pflichtfeuerwehr möchte ich nicht Wehrleiter oder Löschzugführer sein. Als ehemaliger Wehrleiter bzw. Löschzugführer hatte ich von den Freigestellten die Nase voll.

  6. Ein sehr „alarmierender“ Bericht.
    Ich bin selber seit mehr als 50 Jahre Mitglied einer großen Freiwilligen Feuerwehr und habe von der Jugendfeuerwehr an bis zu meiner „Pensionierung“ vom Feuerwehrdienst ehrenamtlich Dienst geleistet.
    Ich kann Peer nur zustimmen, es gab damals noch die Wehrpflicht und viele von uns „alten“ haben noch unseren Ersatzdienst für 10 Jahre bei der Feuerwehr geleistet und oft mehr als die geforderten Stunden. Viele sind dabei geblieben, viele sind gegangen. Aber Spaß gemacht hat es immer. Nur ist heute leider so, dass immer weniger Arbeitgeber bereit sind ihre feuerwehrbegeisterten Mitarbeiter für Einsätze und Übungen frei zu stellen. Hinzu kommt ein anderes Freizeitverhalten u.v.m.
    Meiner Meinung nach sollten unsere Innenminister (aller Bundesländer) zusammen mit dem Bundesinnenminister ein Konzept erarbeiten, dass das Ehrenamt gefördert wird (egal für welche Organisation) Beispiele gibt es genug wie z.B. die Feuerwehrrente, Aufwandsentschädigungen u.a, Nur wenn jetzt nicht ganz schnell reagiert wird, wird es immer mehr Städte und Gemeinden geben die ihre Feuerwehrhäuser schließen müssen.
    Ich hoffe nur, dass es nicht soweit kommen wird, dass es demnächst heißt „Stell dir vor es brennt, aber keiner kommt zum Löschen“

  7. Ich weiß nicht ob die Migranten in den konservativen Dörfern wirklich wilkommen bei Feuerwehr sind. Trotz meiner Angst mach ich beim Feuerwehr weiter und hoffe, dass ich nicht in die Feuer geworfen würd, wenn es richtig los geht.

  8. Wer austritt, weil man ihm seinen Wunsch nach einem Meldegerät nicht erfüllt, der hat den ganzen Job nicht verstanden.
    Melder werden an gut ausgebildete und erfahrene Einsatzkräfte ausgegeben.
    Alleine die Grundausbildung reicht da bei Weitem nicht.

    • Zustimmung zum ersten Teil Deiner Aussage ..Wenn ich nicht bekomme was ich will…MIMIMIMIMI
      Völlige Ablehnung zum zweiten Teil Deiner Aussage
      Abschluss der Truppmann 1 Ausbildung und volljährig bedeutet bei uns DME wird ausgegeben und das ist auch gut so.
      Erstens sind dies Einsatzkräfte dann ausgebildet und können auch ( im Rahmen Ihrer Möglichkeiten) eingesetzt werden und zweitens woher sollen Sie denn Erfahrung sammeoln wenn Sie nicht alarmiert werden ?

  9. Statt Bürger Zwangszuverpflichten den Feuerwehrdienst zu leisten, würde es m. M. nach allen besser gehen, eine Steuer zu zahlen die eine Berufsfeuerwehr unterhält. Denn Feuer löschen ist nur ein Teil der Aufgaben einer Feuerwehr, Verkehrsunfälle, technische Hilfe, Beseitigung von Unwetterschäden usw. wird gerne vergessen.
    Ach und die Unterstützung im Katastrophenschutz bitte auch berücksichtigen, besonders in Zeiten erhöhter Terrorgefahr!

  10. Sehr bedenklich……leider gibt es bei uns in der Gemeinde das umgekehrte Problem…man soll es nicht glauben, aber in unserem Ortsteil, einer von 3 der Gemeinde Diebach (bei Rothenburg o.d.T.) sind 55 aktive Mitglieder in der Freiwilligen Feuerwehr (Frauen und Männer!!) und wir verfügen lediglich über einen TSA-Anhänger. Bei 450 Einwohner, einen zur Zeit in Erweiterung befindlichen Kindergarten ( 40 auf 60 Kinder) und einigen Beherbergungsbetrieben verfügen wir nicht einmal über einen Atemschutz…
    unser Kommandant wies mehrere Male auf die Dringlichkeit eines Autos mit Atemschutzgeräten etc. hin, jedoch die Gemeinde möchte kein Geld in diese wesentliche Sache investieren. Wir hatten dieses Jahr schon einen Einsatz im Ort, die benachbarten Feuerwehren kamen nicht in der massgeblichen Zeit hier an, die hiesige Feuerwehr war natürlich sehr schnell vor Ort, konnte leider ohne Atemschutz nicht viel ausrichten. 2 Feuerwehrmänner mussten mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus !!
    Wären Menschen in dem brennendem Gebäude gewesen, hätten die Feuerwehrmänner tatenlos zusehen und zuhören müssen, wir diese verbrannt wären……das ist fast genauso traurig wie die Tatsache, dass es vielerorts keine Freiweilligen für diesen Dienst gibt.

  11. Pingback: Wer löscht zukünftig mein brennendes Heim?

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