Die Macht zur rundshow Möge die App mit euch sein!

rundshow App, Die Macht

Seit heute ist „Die Macht – die Fernbedienung zur rundshow” im Apple-App- bzw. Google-Android Store. Wie die Idee zur App entstanden ist und was wir damit vorhaben, darum geht es in unserem heutigen Blogpost.

Es war kurz nach der re:publica, der Krieg um die Tagesschau-App zwischen ARD und Verlegern war (wieder mal) im vollen Gange. Ging es da wirklich nur um eine App, oder nicht eher um eine neue (Kultur-) Technik, die liebgewonnene Geschäftsmodelle und Vertriebswege in Frage stellt?

Die Musikindustrie, die Presse, jetzt also das Fernsehen – die people, formerly known as audience lassen sich nicht länger von Chefredakteuren und Programmverantwortlichen diktieren, was sie zu sehen, zu hören oder gar zu denken haben. Sie diskutieren Tag und Nacht miteinander in Blogs, in Foren, oder Bewertungsportalen über die Themen, die sie wirklich interessieren.

Das ist im Prinzip nichts Neues, denn geredet haben die Leute immer schon, ob morgens am heimischen Frühstückstisch oder am Abend beim Bier in der Kneipe. Neu ist: Die Menschen reden heute öffentlich, und das völlig unabhängig von den klassischen Gatekeepern.

Zur Passivität verdammt?

Noch immer gibt es Programmverantwortliche, die offen die Meinung vertreten, der Fernsehzuschauer sei per se passiv, weil er das so wünsche. Fernsehen sei ein Leanback-Medium, heißt es in den Führungsetagen, kein Mensch wolle sein eigener Programmdirektor sein. Ich frage mich: Wenn dem wirklich so ist, wozu dann überhaupt eine Fernbedienung?

War es bislang nicht eher so, dass die technischen Rahmenbedingungen den Zuschauer zur Passivität verdammt haben? Dass diejenigen, die am „Drücker“ saßen, es gar nicht so eilig hatten, an diesem Grundprinzip etwas zu ändern? Die technischen Errungenschaften, seien es Plattformen wie Facebook, Twitter oder YouTube, aber auch Geräte wie das iPhone oder das iPad haben die Spielregeln verändert.

Mitbestimmung ist heute keine Frage der Technik mehr. Sie ist Ausdruck einer Grundhaltung, die aktuell nicht nur bei uns Öffentlich-Rechtlichen, sondern auch in Parteizentralen oder in den Vorstandsetagen börsennotierter Konzerne diskutiert wird.

Wie alles begann

In meiner Rolle als Fernsehmann habe ich mir die Frage gestellt: Wie müsste eine App aussehen, die als eine Art „Fernbedienung“ zu unseren Programmen dient, die mehr kann, als eben nur das abzubilden, was ohnehin schon im Fernsehen gelaufen ist? Eine App, die sprichwörtlich „programmbegleitend“ ist, weil sie einen direkten Kontakt in die laufende Sendung herstellt?

Es war Anfang Juni vor einem Jahr, als ich mich mit meiner Idee an Michael Reuter wandte. Michael und ich kannten uns von einer gemeinsamen Video-Kolumne, die wir mal für stern.de in Hamburg produzierten. Michael erkannte das Potential. Mit seiner Firma AppAdvisors ging er in Vorleistung und entwickelte einen ersten Prototypen. Parallel dazu entstand das Konzept zur rundshow, das wir Anfang September 2011 in diesem Blog öffentlich diskutiert und gemeinsam mit unserem potentiellen Publikum weiter entwickelt haben.

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