Die Sendung vom 16. Mai gibt es hier in voller Länge zum Nachschauen.
Als der 1. FC Köln sein “Finalspiel” am letzten Bundesliga-Spieltag gegen die Bayern de facto verloren hatte, pfiff der Schiedsrichter das Spiel kurz vor Ablauf der offiziellen 90 Minuten ab und empfahl den Spielern, sich möglichst schnell in die Kabinen zu begeben. So genannte Fans hatten bengalische Feuer gezündet und das Stadion in dicke, schwarze Wolken gehüllt. Doch das wirkte nur wie eine Ouvertüre im Vergleich zu dem, was am Dienstag in Düsseldorf passierte. Der Anwalt von Hertha BSC sagte im “Morgenmagazin” gar, die Berliner hätten nur weiter gespielt, um ein drohendes “Blutbad” zu verhindern.
Und auch, wenn Düsseldorf in seinem Ausmaß ein Ausnahmefall gewesen sein sollte: Dass ein großes Fußballspiel inzwischen ohne massiven Einsatz von Polizei und Sicherheitskräften über die Bühne gehen könnte, erscheint als eine völlig naive Vorstellung. Vor allem ein Begriff hat in den letzten Jahren die Runde gemacht: “Ultras”. Laut Wikipedia “ eine besondere Organisationsform für fanatische Anhänger einer Fußballmannschaft. ” De facto haben sie in vielen Fankurven die Vorherrschaft übernommen. In den höheren Ligen gibt es quasi keinen Verein mehr, bei dem sich nicht Ultragruppen gebildet haben. Sind sie auch für die aktuellen Entwicklungen im Fußball verantwortlich?
Gestern zufällig in Düsseldorf gewesen und gefilmt oder fotografiert? Dann: hochladen über die “Macht” oder direkt an uns schicken: Postkarte (ät)rundshow (dot) de.
Vielen Dank an dieser Stelle für eure Beiträge und Videos zu diesem Thema.
Wir versuchen, für die heutige Sendung zwei Gäste zu bekommen: Campino, Punkrocker, leidenschaftlicher Fußball- und Fortuna-Fan. Und Wolfgang Stark, Schiedsrichter der gestrigen Partie. Ob´s klappt, erfahrt ihr im Laufe des Tages hier im Blog.
Geklappt hat das Interview mit Fanforscher und Autor Jonas Gabler, der unter anderem das Buch Die Ultras – Fußballfans und Fußballkulturen in Deutschland veröffentlicht hat. Für die rundshow beantwortet er die Fragen: Was treibt Ultras an? Und was sind Ultras eigentlich für Leute?
Links, die ihr zum Thema empfohlen habt:
- @gsohn saß im Hertha Fanblock und berichtet in seinem Blog.
- @pflore empfiehlt den Artikel “Hurra, wir leben noch” auf publikative.org
- Von @Sportkultur kommt der Hinweis auf den Beitrag “Platzstürme, das Spektakel & das Gesetz vom heiligen Rasen.” bei spielbeobachter.twoday.net
- @ChristianeAhoi zeigt uns “mutige HSV-Fans”.
- @cfritze empfielt einen Beitrag zum Polizeieinsatz beim Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin mit einer Bilanz der Nacht.



Das gestern war extrem, aber kein Einzelfall. Diese Bilder häufen sich und sind nicht nur den unteren Ligen vorbehalten. Einfach nur mit dem Finger auf die Ultras zu zeigen und sie künftig alle nicht mehr ins Stadion zu lassen, greift zu kurz. Wie oft ist die Ultra-Ecke der einzige Platz im Stadion, an dem Stimmung ist? Ich gehe doch auch dahin, um deren Sprechchöre und Choreos zu erleben.
Ich stelle mir die Frage, was Fussball in Deutschland künftig sein wird. Ein Familienevent, wie in den Tagen, als ich ein Kind war? Welche Eltern nehmen ihr Kind mit ins Stadion, wenn sie kriegsähnliche Zustände befürchten müssen? Oder typisches Unterhaltungsprogramm für die working class, bei dem die Mittelschicht angewidert das Gesicht verzieht, wie in England? Oder wird es eine räumliche Trennung in bester Brot & Spiele-Manier geben, wonach ich mir ein Spiel nur noch in der dann völlig abgeschirmten VIP-Lounge oder an geschlossenen Public Viewing Plätzen anschauen sollte, aber keinesfalls von der Tribüne? Wann müsst Ihr über die erste ernsthafte Verletzung eines Spielers berichten?
Schon zu lange höre ich das “Wir haben das Problem im Griff”-Gelaber älterer, saturierter Herren von Vereinen und Liga und sehe die Hilflosigkeit in den Gesichtern von Fan-Beauftragten (oder wie immer man sie jeweils nennt). Wir diskutieren viel, drehen uns im Kreis und ignorieren die gesellschaftliche Dimension des Problems. Solange Fussball in erster Linie ein äusserst lukratives Unterhaltungsgeschäft ist und die Eintrittsgelder für die Stadien wirtschaftlich immer weniger Bedeutung haben, wird sich daran wohl auch nicht viel ändern, fürchte ich.
Wird es wegen solchen Spielen Gesichtserkennung in Fußballstadien geben?
Sehe die Ultras nicht als Stimmungsmacher, sondern als Stimmungskiller.
Würde man aus Fussballspielen wieder Familienevents machen, kämen vielleicht auch wieder mehr “normale” Fussballfans und auch Familien.
Auf die selbsternannten Stimmungsmacher aus den Ultrakurven kann ich gerne verzichten:
Ich brauche niemanden, der dem Gegner “Tod und Hass” entgegenbrüllt.
Niemanden, der mir irgendwelche idiotischen Choreografien aufzwingt.
Und niemanden, der mich beschimpft, wenn ich auf sein Zeichen hin nicht aufspringe und herumhampel.
Und niemanden, der mich als Sitzplatzzuschauer verhöhnt und beschimpftm, weil ich nicht als Narr verjkleidet in einer blöden Kurve rumbrülle.
hey harald da hast du völlig recht früher waren die stadien ja so familienfreundlich. es wäre ja nicht so dass die ultras die stadien von der braunen suppe gereinigt hätten die leute wie du, da früher alles besser war, ja anscheinend hingenommen haben.
ultras kämpfen auserhalb vom fussball auch für deine interessen als “fan”, also informier dich bevor du dich beschwerst
Fussball…
…klingt für mich erstmal nicht so, als würde das zu euch passen – bin gespannt und lass mich überraschen.
Zeiglers wunderbare Welt des Fussballs kennt ihr ?
(so würde ich mir die sportshow vorstellen
Viel Spass heut abend !
Habe das Spiel gesehen – das waren keine Ultras. Teilweise Väter mit ihren Kindern, junge Frauen – ganz normale Fans. So ein unmögliches Verhalten ist jetzt von den Extremen bei den Normalos angekommen. Die gehen mitten im Spiel auf den Platz und nehmen sich seelenruhig den Elfmeterpunkt aus dem Rasen.
Hilft nur Zeichen setzen. Wiederholung mit Zuschauerausschluss. Denn so darf man nicht aufsteigen.
Polizeipresse Düsseldorf:
So kam es weder vor, während noch nach dem Spiel zu gravierenden körperlichen Auseinandersetzungen oder Gewalt.
Trotz eines hochdramatischen Verlaufs und der großen Emotionalisierung beider Fanlager blieb es aus polizeilicher Sicht während des Spiels weitestgehend friedlich.
http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/13248/2254217/pol-d-polizeieinsatz-beim-relegationsrueckspiel-zwischen-fortuna-duesseldorf-und-hertha-bsc-berlin
Solche angebliche Fan`s machen den deutschen Fußball
erst recht kaputt. Solche Fan`s solten meiner Meinung
nach im gesamten Bundesgebiet bzw im angrenzenden Ausland
ein absolutes Stadionverbotbekommen! Solche Fan`s braucht der Fußball nicht.
Die Stimmung war eigentlich ok: http://socialcam.com/v/hkNIbvXA?code=AQCPzvXhv2e6jqfFLMQKAha3lXLh3XTWByyotbRww-eVgNeRhfDSTFar2DZldlNgq5wKVwanMxBKHis3IZXE6J7JGd0eeIYyigjBzTYLZBYu685ZJoJzQuspETEAR_LmUm_hwtkrSGjBfx9-IcpYZFEX1Zul8HoboJfziPiu8AtDoSvvZkA4YtakF2kwOmz7re8#_=_
Das Ende dann eher chaotisch. Das alles unter dem Schlagwort “Ultras” zu diskutieren mit Blick auf gestern, ist etwas undifferenziert.
Was mich bei der ganzen Randaleproblematik (ob Ultras oder nicht ist mir dabei vollkommen wurscht) am meisten ankäst ist die Tatsache, dass die Polizeieinsätze bei den Spielen AUS STEUERMITTELN bezahlt werden und nicht etwa von den Vereinen oder der DFL. Aus meiner Sicht mit ein Grund dafür, dass die Clubs kein echtes wirtschaftliches Eigeninteresse daran haben, Ausschreitungen – und damit meine ich nicht bloß im Stadion – zu verhindern. Das sollte man ändern, finde ich.
Schiri beleidigen, in die Kabine jagen, stellen und auf’s Maul hauen… Dann Einspruch einlegen wegen “Todesangst” – RESPEKT Hertha BSC