Kommt die Endlos-Debatte an ihr Ende? Urheberrecht: Gekommen, um zu spalten

Kein Thema im Netz, bei dem die Emotionen so hoch kochen: Das Urheberrecht spaltet in unerbittliche Gegner und Befürworter. Aber wie kommt man aus dem Dauerdilemma heraus? Wir suchten nach Lösungen.

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In einem sechsminütigen Wutausbruch machte sich der Element of Crime-Sänger Sven Regener gegenüber den Befürwortern einer Urheberrechtsreform Luft, in dem er den gesellschaftlichen und politischen Umgang mit Künstlern und ihren Werken anprangerte. Unter dem Titel “Mein Kopf gehört mir!” legten 100 Persönlichkeiten aus dem deutschen Kreativgewerbe im  Handelsblatt “gegen die Umsonstkultur im Internet” Protest ein. 51 Tatort-Autoren beschwerten sich bei der Piratenpartei, den Grünen, den Linke und der Netzgemeinde wegen ihrer Vorschläge zur Reformierung des Urheberrechts und fordern ein härteres Vorgehen gegen Raubkopierer.

Bei den Befürworter einer Urheberrechtsreform sorgen diese Aktionen für wütende Reaktionen. Regener wurde zwischenzeitlich zum Inbegriff dessen, was die Gegner des bestehendes Copyrights gerne ins Feld führen: Er sei starrsinnig, wolle an einem überkommenem System festhalten, das letztendlich zum einen nur den Arrivierten helfe und zum anderen die Freiheit der Nutzer in unangemessener Form beschneide. Ganz davon abgesehen, dass mit den Abmahnkanzleien ein völlig neuer und wenig nützlicher Industriezweig entstanden sei. Der noch dazu selbst vergleichsweise harmlose Verletzungen des bestehenden Rechts mit drakonischen Forderungen ahnden wolle.

Umgekehrt sorgen sich Regener und etliche andere um die Zukunft von Kunst und Kultur. Das Copyright sorge dafür, dass Künstler angemessen bezahlt würden und von ihrer Arbeit leben könnten. Wird das Urheberrecht in dieser Form abgeschafft, sterben auch Kunst und Kultur.

Aber was heißt überhaupt abgeschafft? Die Diskussionen zum Thema kranken ja auch daran, dass über Dinge debattiert wird, die nicht ersthaft zur Debatte stehen. Eine völlige und ersatzlose Abschaffung des Urheberrechts fordern ernsthaft nur sehr wenige, kaum anzunehmen, dass eine solche Forderung irgendwann Realität wird.

Im rundshow-Studio zu Gast: Jochen Greve

Jochen Greve ist Unterzeichner der von 51 Tatort-Autoren unterzeichneten Schrift an Verfechter der freien Nutzung digitaler Inhalte (User, Grüne, Piraten, Linke) und gegen eine Aufweichung des Urheberrechts. Für ihn gilt: Freier Zugang zu Kunst und Kultur muss nicht heißen, dass diese Güter kostenfrei erhältlich sind.

 

Über Skype in der Sendung

Der Strafanwalt Udo Vetter beantwortet uns Fragen zum Thema Urheberrecht im Internet. Stellt eure Fragen über die Kommentarfunktion in diesem Blog, Facebook, Twitter, Google+ oder die rundshow-App.

 

 

Außerdem im Google-Hangout: Peter Schöne

Peter Schöne ist Berufssänger und hat Artikel, die in Zeitungen wie der SZ und der FAZ über ihn erschienen sind, auf seine Homepage gestellt. Daraufhin wurde er von den Verlagen verklagt. Der Grund: Urheberrechtsverletzung. Die Strafe: 1400 Euro. Peter Schöne fühlt sich ungerecht behandelt. Einer Schuld war er sich nicht bewusst, da er mit seiner Person zum Inhalt der Artikel beigetragen hat.

 Klicktipps zum Thema

  • GEMA legt beim YouTube-Streit Berufung ein, meldet Heise — eine Leseempfehlung von @SabineMKern.
  • Auch in Österreich gibt es die Urheberrechtsdebatte. @dagassa hat uns einen Link zum BäkBlog geschickt, in dem gecheckt wird, welche Initiatoren der Aktion Kunst hat Recht überhaupt illegal runterladbar sind und somit tatsächlich unter dem Netz leiden.
  • Johnny Haeusler hat bei Spreeblick über die Schwierigkeiten gebloggt, für das Urheberrecht zu sein, ohne in propagandistisches Fahrwasser zu geraten. In der rechten Spalte findet ihr viele Links zu weiteren Artikeln zum Thema.

Die Highlights der Sendung

“Wir haben kopiert”

Unter diesem Motto habt ihr uns eure Fotos geschickt, die wir dann in unsere Fotowand aufgenommen haben.

 

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