Attitüde statt Abspieltechnik
Der technologische Fortschritt wie zum Beispiel Satellitenfernsehen, Videorecorder, HDTV, HbbTV, etc. schrieb bisher die Geschichte des Fernsehens: Aber der nächste Innovationssprung wird nicht durch solche technologischen Faktoren angetrieben. Denn die Zukunft des Fernsehens liegt in der Rückbesinnung: In der Rückbesinnung auf die Wirkung des Fernsehens auf den einzelnen Zuschauer und auf das gesamte Publikum.
Fernsehen wirkt
Fernsehen thematisiert und hat Auswirkungen auf die Gesellschaft und unser soziales Umfeld. Es beeinflusst, worüber wir nachdenken, kommunizieren und ein Stück weit auch unser Handeln. So werden Fernsehinhalte und die Akteure der verschiedensten Sendungen zu Sprechthemen – zu unserem “sozialen Kit”. Und wir reden in unserer Peergroup über Fernsehinhalte. Mit unserer Programmauswahl und somit der Selektion von Sprechthemen für den nächsten Tag beeinflussen wir unsere Suche nach Identität und Orientierung. Bei dieser Suche ist die Kombination von Bild und Ton hilfreich. Denn sie erleichtert es uns Fernsehthemen zu konsumieren, zu verstehen und uns darüber innerhalb unseres sozialen Umfeldes auszutauschen.
Phänomen „Second Screen“
In den letzten Monaten stieg die Nutzung von Notebooks, Tablet-PCs und Smartphones parallel zum Fernsehen enorm an. Dieses Phänomen bejubeln die Marktforscher als „Social.TV“ oder als „Second Screen“. Und jeder versteht darunter noch immer etwas anderes. Das Spektrum ist weit gefächert. Es reicht von einer Abspielstation non-linearer Inhalte bis hin zu einem reinen Organisationstool.
Die Fernseh-Zukunft liegt in der Hand des Publikums.
Die Fernseh-Zukunft liegt im „Second Screen“. Dort finden keine Inhalte statt, sondern „soziale Begleitservices“ fürs Fernsehprogramm. Diese Begleitservices bedienen unsere sozialen Fernseh-Bedürfnisse entlang des „Public Life Cycles“ einer Sendung: VOR der Ausstrahlung gibt solch ein Service Selektionshilfen bei der Sendungsauswahl, beispielsweise durch Freundesempfehlung; WÄHREND der Ausstrahlung kann man die Sendung und deren Stars bewerten und kommentieren und darüber hinaus Beiträge anderer User zur Sendung kommentieren; NACH der Ausstrahlung liefert der „soziale Begleitservice“ zum Beispiel die „Primetime-Winner“ des gestrigen Abends und bestätigt den Nutzern somit ihre Programmauswahl des Abends.
Der „Second Screen“ wird somit das Werkzeug einer neuen TV-Generation, der „Viewser“.
Zukunftsteam First und Second Screen.
Die Rollenteilung ist ideal: Der „First Screen“, das Fernsehen liefert scharfe Bilder und satten Sound. Der „Second Screen“ löst die Fernbedienung als neue Macht ab. Er bündelt das Publikum in einem virtuellen Public Viewing und veredelt jede Sendung mit Kommentaren und Bewertungen der User.
Mittelfristig werden so neue TV-Formate entstehen, die eine Dramaturgie zwischen „First Screen“ und „Second Screen“ spannen und die User bereits WÄHREND des laufenden TV-Programms als neue Fernseh-Akteure berücksichtigen und sogar einbinden. Darüber wird es auch ähnlich verzahnte Geschäftsmodelle geben, die dieser nicht nur technischen, sondern auch sozialen Entwicklung Rechnung tragen müssen.

“Die Fernseh-Zukunft liegt im „Second Screen“. Dort finden keine Inhalte statt, sondern „soziale Begleitservices“ fürs Fernsehprogramm.”
Sie meinen, mit “Second Screen” das Internet. Das Fernsehen verpasst zunehmend seine Chance mit gut recherchierten “Inhalt” zu glänzen.
Fernsehen ist eher zunehmend ein Randphänomen. Es läuft wie das Radio einfach nur nebenbei. Die Menschen organisieren sich ihre Unterhaltung im Fernsehkasten z.B. über Internet, Videoformate immer direkt, wenn sie wirklich interessiert sind.
Das liegt ganz klar am qualitativen Sterben von Qualitätsfernsehen.
Es wird auf Dauer darauf hinauslaufen, dass Mediatheken im Mittelpunkt stehen werden. Klassisches Fernsehen wird in 20 Jahren nicht mehr existieren. Auch klassische Medien, die nur eine Einwegsmeinung zulassen, wie Zeitungen werden auf Dauer nicht mehr bestehen können.
Hier z.b. sind die Informationen teils immens mangelhaft und teils wahrheitswidrig. 90% der Nachrichten in Deutschland sind nicht nur “Massenware”, sondern lediglich unechte “Konsumware”. Daher entwickelt sich im Inet eine Gegenöffentlichkeit, die durchwegs die Medien widerlegen und widersprechen.
Diese Gegenöffentlichkeit desozialisiert sich von den klassischen Medien erheblich.
Es zeigt zumindest, dass viele Deutsche einen gesunden Verstand haben.
Trotz der Aussage über First/Second Screen fehlt es dem Beitrag komplett an Inhalt. Der komplette erste Absatz macht mich eher sprachlos. Was wäre die Welt nur ohne Jens Hegenberger. Deswegen kennt ihn ja jeder, den “Revolutionär”, der der “Telekom beigebracht hat, dass nicht alles im Internet kostenlos sein muss”. ???
Allen Ernstes, wenn ich heute Inhalte will mache ich doch nicht den Fernseher an, denn ich will ja JETZT informiert werden.
Die Sender haben aber eben Programm zu machen, dass sich nicht an mein Informationsbedürfnis anpasst.
Ich öffne stattdessen meinen Browser und suche aktiv. Wikipedia, tagesschau, spezialisierte Seiten, Google oder anderes Suchmaschinen helfen schnell.
Die Inhalte werden in erheblichem Maße nicht mehr durchs ehemalige(!) Leitmedium Fernsehen transportiert.
Und wenn ich an diverse Shows denke, in denen eher die Verdummung transportiert wird, kann ich das Fernsehen als Medium doch sowieso nicht mehr vollständig ernst nehmen.
Es ist ja nur eine Prognose die hier abgegeben wurde. Ob sie zutreffen wird, wird sich zeigen. Interessant ist sie allemal und auch vorstellbar.
Ich denke die Kommentatoren sind sich der tatsächlichen Gesellschaftsstruktur nicht sehr bewusst. Es gibt immer noch wahnsinnig viele die Nichtinternetnutzer sind. Und ich rede nicht nur von alten Leuten.
Außerdem spricht der Artikel ja genau davon, dass Menschen etwas gemeinsam gucken oder zumindest zur gleichen Zeit gucken wollen. Bsp: Krimi gucken und sich am nächsten Tag auf Arbeit darüber unterhalten. Oder diverse Spiel-/Sing-Shows. Wenn ich im Internet mir eine interessante Doku anschaue und am nächsten Tag meinen Freunden davon erzähle, langweile ich die damit, weil sie einfach nichts darüber sagen können. Also sagt dem Fernsehen nicht so schnell den Tod vorraus. Und übrigens haben die staatlichen Sender mittlerweile ein respektables und gehaltvolles Programm vorzuweisen.
Zu “Wer glotzt denn noch TV” gab es just auch eine interaktive Diskussion beim SWR. Kann man auf SWR.de/direkt oder aber auf YouTube nachschauen … http://t.co/BrG2Eidb.