Über dieses Blog

Wie muss es aussehen, das Fernsehformat der Zukunft? Das wollen wir in diesem Blog mit Euch herausfinden. Wir, das sind eine Reihe TV- aber auch Web-Spezialisten, die mit mir das Konzept für ein neues Programmangebot erarbeitet haben. Ein Konzept, das wir nicht verstecken, sondern ganz offen mit Euch diskutieren wollen. Ziel ist die Produktion eines Piloten.

Die rundshow ist keine Fernsehsendung sondern eine Plattform. Sie bricht mit der Idee, dass ein Programm zu einer bestimmten Sendezeit beginnt und nach einer vorgegebenen Zeit wieder zu Ende ist. Sie ist rund um die Uhr erreichbar. Schon lange vor der allabendlichen Live-Show wird im Web diskutiert. Zuspieler werden bereits über den Tag hinweg gepostet, und damit die Diskussion angeheizt. Die Reaktionen werden eingefangen und moderiert. Dabei werden auch die Themen nicht allein von der Redaktion vorgegeben, sondern genauso von den Usern. Zum jeweiligen Aufreger des Tages laden wir dann einen Studio-Gast für die Live-Show ein.

Über eine App für iPhone- und Android-Smartphones können die Fernsehzuschauer während der TV-Show auch ohne Computer an Abstimmungen teilnehmen, Kommentare abgeben, applaudieren oder Buh!-rufen (mehr dazu weiter unten).

Keine Sendezeiten

Die allabendliche Live-Show (ca. 30 Minuten) lässt sich auf unterschiedliche Arten verfolgen: klassisch am Fernsehbildschirm, als Livestream weltweit über Facebook, zeitversetzt bei iTunes und bei YouTube, sowie in Auszügen in privaten Blogs.

Keine Ausgrenzung

Die rundshow ist ein Programmangebot sowohl für passive Fernsehzuschauer, als auch für aktive Onliner – und alles, was dazwischen liegt. Sie ist Anlaufpunkt für Menschen, die sich für Nachrichten interessieren, sich darüber hinaus aber auch über Themen austauschen, die jenseits der klassischen Medien im Netz diskutiert werden. Vorrangiges Ziel des Programmes ist nicht die Einschaltquote, sondern der Aufbau einer breitgefächerten Community.

Der Titel

Der Titel ist eine Hommage an die Rundschau, der Nachrichtensendung des Bayerischen Rundfunks, für die ich seit 10 Jahren vor der Kamera stehe. Mit dem Titel möchte ich zum Ausdruck bringen, dass das Format nicht etwa den Bruch mit den klassischen Fernsehformaten sucht, sondern die Stärken der „alten“ um die Möglichkeiten der neuen Welt ergänzen soll.

Die Live-Show

Bei der Livesendung handelt es sich um ein Talk-, Erklär-, und Showformat, das die Kulturtechniken des Webs auf die Fernsehwelt überträgt. Dabei sollen die Highlights aus dem Netz Abend für Abend in die ca. 30minütige Live-Show einfließen. In einer Zeit, in der sich viele Programme krampfhaft darum bemühen, interaktive Elemente künstlich in ihr Programm zu integrieren, setzt die rundshow auf bereits vorhandene Gespräche im Netz auf. Facebook-, Twitter- und Mail-Interaktion sind für die Rundshow so selbstverständlich, dass innerhalb der Live-Sendung auf Mitmach-Aufrufe gänzlich verzichtet werden kann. Die Möglichkeit mitzumachen ergibt und erklärt sich quasi von selbst.

Die Show besteht im Wesentlichen aus 3 Schwerpunkten:

1. Der Talk

Im Mittelpunkt jeder Show steht ein Studiogast, mit dem wir über das Thema des Tages sprechen. Der Gast wird dabei nicht nur vom TV-Moderator, sondern auch mit Fragen und Kommentaren aus dem Netz konfrontiert.

Ein Erklärfilm (‘WikiFacts’) bringt die wichtigsten Eckdaten eines Themas auf den Punkt. WikiFacts soll im Twitter-Stil ein komplexes Thema in 140 Sekunden erklären. Die Länge von 2:20 Minuten reicht aus, um jedes Thema so aufzubereiten, dass danach jeder mitreden und seine Meinung äußern kann.

So könnte ein ‘WikiFacts’-Erklär-Video aussehen (von C.G.P. Grey)

Diese Erklär-Clips summieren sich im Laufe eines Jahres zu einer Video-Enzyklopädie zu unterschiedlichsten gesellschaftlichen Themen, die unter Creative-Commons-Lizenz via YouTube und auf anderen Plattformen (Blogs etc.) benutzt und verbreitet werden darf.

Die Themen

  • Jugend außer Rand und Band – die Krawalle in London / Studiogast: Mercedes Bunz
  • Goodbye, America! – Ist die Weltmacht am Ende? / Studiogast: U.S. Generalkonsul Conrad Tribble
  • Geheimnisverrat der neuen Generation – warum Wikileaks und Openleaks am Ende sind / Studiogast: Daniel Domscheit-Berg oder Markus Beckedahl
  • Fragen Sie Google / Studiogast: Google-Sprecher Stefan Keuchel
  • Fragen Sie Facebook / Studiogast: Facebook-Sprecherin Tina Kulow

Gäste, die per Skype geschaltet werden, bekommen künstlichen Körper

Unsere Gäste sind nicht die üblichen Verdächtigen, die tagein tagaus durch den deutschen Talkshow-Zirkus wandern, sondern junge Hoffnungsträger aus Politik, Kultur, Sport, Wirtschaft und Wissenschaft, Blogger und Netz-Pioniere, aber gerne auch mal ältere Semester, die mit dem Internet so rein gar nichts anfangen können.

2. Der rund(show)umschlag

Worüber redet das Netz? Zu aktuellen Themen – jenseits der üblichen Medien-Agenda – sammelt die Rundshow über den Tag hinweg Tweets, Postings, Hashtags, Trending Toppics, Blog-Zitate, Web-Video-Kommentare oder Straßen-O-Töne, um daraus eine 90-Sekunden-MAZ (‚WebCheck’) mit Stimmen, Stimmungen und Meinungen zu produzieren.  Nach der Sendung dient dieser Videoclip bei Facebook, Twitter und Co als Gesprächsgrundlage für weitere Diskussionen.

Im Anschluss an das Video wird das Zweier-Gespräch im Studio (Moderator/Gast) um den Netz-Reporter (‘Sidekick’) erweitert, der die Stimme/n der Netz-Gemeinde vertritt.

3. Die Serientäter

In jeder Liveshow wird eine neue Folge einer Pilot-Serie aus dem rundshow-Labor präsentiert. Damit bietet die rundshow Woche für Woche eine Fläche für neue Programmideen und Talente aus dem Netz.

Jede Serie besteht aus 4 Einzelfolgen, die von Montag bis Donnerstag eine Fortsetzungsgeschichte bilden. Bei diesen Clips kann es sich um eine Reportage-Reihe eines jungen Journalisten handeln, eine fiktionale Webisode von Filmstudenten oder eine Comedy bekannter YouTube-Personalities.

 

Bedingung: Die Videos müssen unter Creative-Commons-Gesichtspunkten produziert werden und nach der Sendung frei im Netz verbreitet werden dürfen.

Am Ende der Woche wird über jede Serie abgestimmt und entschieden, ob die Reihe fortgesetzt, vielleicht sogar als eigenständiges Format produziert werden soll.

Und alle so: Yeah!

Zum ersten Mal im deutschen Fernsehen gibt es für eine Fernsehsendung eine eigene Fernbedienung! Mit der App zur Sendung (“Die Macht” für Apple iOS oder Google Android) kann das Publikum von zuhause aus an Abstimmungen teilnehmen und sogar applaudieren oder Buh!-rufen. Vorteil gegenüber Anruf  und SMS: Keine zusätzlichen Kosten (Wer kein Smartphone hat, kann auch per E-Mail oder über die Facebook-Seite teilnehmen).

Und ja: Natürlich könnt Ihr uns auch ein Fax schicken ;-)

 

Wer präsentiert die rundshow? * skizziert von Daniel Fiene

“Richard Gutjahr als Moderator ist eine Marke. Vielleicht steckt der Erstzuschauer Gutjahr direkt in die Marco-Schreyl-Schublade, wird aber schnell eines besseren belehrt: Die Attribute überraschend, neugierig, querdenkend und provozierend ziehen sich durch seine Moderation.

Ein wesentlicher Aspekt von Gutjahr ist eine vorbildlich „Hands-On“-Einstellung. Während andere noch diskutieren, hat er schon längst Hand angelegt und taucht im wahrsten Sinne in ein Thema ein: Er probiert es selbst aus, ist sein eigenes Versuchskaninchen und will genau wissen, worüber er redet. Er reist zu den Orten des Geschehens und hat keine Bedenken Techniken auszuprobieren – auch wenn diese die totale Überwachung bedeuten würden. Über Jahre hat er diese Einstellung in seiner Arbeit als Journalist und in seinem Blog gezeigt.

Auf der anderen Seite kann Gutjahr kein Scheinwerfer zu viel auf ihn gerichtet sein. In diesem Punkt polarisiert er. Die einen werfen ihm Selbstinszenierung vor, die anderen werden selbst zum Gutjahr-Fanboy, wie er selbst sonst nur von Apple Fanboy ist. Einige fragen sich: Startet er eine Aktion um im Mittelpunkt zu stehen oder um eine Geschichte zu erzählen? Vielleicht weiß nicht einmal Richard die Antwort – die ist aber auch nicht nötig, da die von ihm behandelten Themen immer weiter getrieben werden. Seine Diskussionen sind kein Abbild des „journalistischen Einheits-Blas“, sondern führen zu einer etwas anderen (aber immer durchdachten) Herangehensweise an das Thema.

Letzteres wäre auch ein Punkt, mit dem in der Sendung gespielt werden sollte. Zum Beispiel durch die Frage am Ende „Und wie war ich?“ oder einen gespielten Gag zu jedem Start einer Sendung aus der Maske. In diesem Gag ist sich Gutjahr auch nicht zu schade, auch mal selbst das Scherzopfer zu sein.”

Moderiert das Netz: Netzreporter Daniel Fiene

Der Netzreporter

Wenn der TV-Moderator mit seinen Gästen, mit seinen Themen, mit seinen Experimenten und auch mit sich selbst beschäftigt ist, braucht er eine Verbindung in das Netz. Dies würde perfekt durch einen Sidekick gelingen, der die Funktion eines Netzreporters übernimmt. Dann schaut Richard nicht in irgendwelche Bildschirme, sondern in ein Gesicht. Der Netzreporter hat ein Gefühl für die Themen und kann die Show mit einem Buzzer unterbrechen, um wichtige Nutzerkommentare an der richtigen Stelle einfließen zu lassen. Außerdem kann er Richard bremsen oder anfeuern, wenn es angebracht ist.

Das Studio

Für die Set-Deko gibt es 3 Überlegungen:

Vorschlag Eins: Ein modernes Set mit Late- Night-Anmutung. Eventuell könnte man den typischen Schreibtisch und eine Tasse Kaffe weiterentwickeln – in Richtung Kaffeehaus mit Skyline im Hintergrund. Ein Kaffeehaus gilt als kommunikativer Ort; hier treffen sich Leute und diskutieren die aktuelle Agenda, haben aber auch Spaß. Außerdem lassen sich hier auch bestimmte Handlungen/Running-Gags einbauen (Gäste können sich ein Getränk bestellen, ab und zu läuft Sascha Lobo durch das Café, etc.)

Variante Zwei sieht ein Retro-Wohnzimmer im Mad-Men-Style vor, mit Röhren-TV, Wählscheibentelefon und Ringelschnur und Schreibmaschine. Die E-Mails, Facebook-Kommentare und Tweets der Zuschauer würden uns im Studio per Rohrpost erreichen. Ein klarer Kontrast zur Moderation mit eventuell sogar Einfluss auf die Gäste: Vermutlich würden diese in einem etwas „karikierten“ Ambiente tatsächlich nicht ihre Standardantworten abspulen.

Ende August hat Leo Laporte sein 360-Grad-Studio eingeweiht

Setting Drei wäre ein umgebautes Lagerhaus im Garagen-Ambiente. Als Inspiration dient der große Leo Laporte, der vor wenigen Wochen das neue 360-Grad-Sendestudio für seinen Web-TV-Sender TWIT.TV eingeweiht hat. Wir haben Leo in Kalifornien besucht und zur Anregung den folgenden Film mitgebracht:

Wie es weitergeht

Wir haben bereits einige Ideen für Studio- und Web-Aktionen gesammelt, doch immer der Reihe nach. In einem der nächsten Einträge möchte ich das Team vorstellen, damit Ihr wisst, wer schon alles dabei ist. Das und mehr also demnächst auf diesen Seiten.

Wenn Ihr Fragen habt, erreicht Ihr mich direkt hier richard(at)gutjahr.biz

Außerdem: Impressum, Datenschutzerklärung und Hinweise für Kommentare & Netiquette .

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