Walking Palestine

…so heißt das Wanderbuch des ehemaligen EU-Diplomaten Stefan Szepesi. 25 sehr schöne Touren durch die Westbank werden da  toll und sehr detailliert beschrieben. Am Wochenende ging es spontan nach Aboud. Das ist ein christliches Dorf in der Nähe von Modiin Illit. Weg aus der Großstadt, direkt hinein in die Natur, in die Ruhe. Wir waren die Einzigen und haben den Rundweg richtig genossen, auch wenn nicht immer Markierungen zu finden waren. Wasser und etwas zu Essen sollte man mitnehmen. Das Buch gibt es übrigens im Laden des American Colony in Jerusalem.

 

 

Das Heilige Feuer

Vielleicht haben Sie diesen Beitrag schon in der Tagesschau am letzten Samstag gesehen – dennoch poste ich ihn hier nochmal. Denn die Zeremonie des Heiligen Feuers in der Grabeskirche, eine Feier der orthodoxen Kirchen, beeindruckt mich jedesmal aufs Neue.

Rein optisch ist es ein ganz phantastisches Bild, dessen Magie man sich kaum entziehen kann. Aber dann ist da auch diese, im besten Sinne, “naive” Gläubigkeit der Anwesenden. Glauben sie wirklich, daß in der angeblichen Grabkammer Jesu das Feuer sich von selbst entfacht? Durch den Sonnenstrahl, einfach so? Daß da nicht ein wenig, ganz “menschlich”, nachgeholfen wird? Ich weiß es nicht. Aber wenn ich sie so sehe, die Verzückung, Begeisterung, Bewegung, Erregtheit, Freude der Gläubigen, dann werde ich ganz neidisch – neidisch, weil sie in der Lage sind, einfach zu glauben, ohne Wenn und Aber, wie es scheint. Und ich bekomme gleichzeitig auch Angst: Denn “naiver” Glauben kann so leicht mißbraucht werden, wir kennen das aus allen Religionen. Religiöser Eifer und blinde Überzeugung sind so nah angesiedelt bei dieser wunderbaren Kraft, die Menschen entwickeln können, wenn sie schlicht an Gott und seine Wunder glauben und das tiefe innere Vertrauen haben, daß sie beschützt und behütet sind. Und so blicke ich fasziniert und volelr Skepsis zugleich auf diese Bilder, ein wenig neidisch und ein wenig ängstlich zugleich.

 

 

 

Der Friedensprozess – Ein wunderbarer Arbeitgeber

Vor vielen vielen Jahren, als der Oslo-Friedensprozess im vollen Gang war und die Hoffnungen noch hoch, daß es tatsächlich zum Frieden zwischen Israel und den Palästinensern kommen könne, veröffentlichte die “International Herald Tribune” ein Cartoon. Auf dem war ein verzweifelter Yassir Arafat zu sehen, an einem Schreibtisch, auf dem sich Aktenberge türmten mit Aufschriften wie “Kanalisation” oder “Straßenbau”. Er hatte seinen Kopf auf seine Hand gestützt, der Blick ging nach hinten – zum Papierkorb, in dem eine Kalaschnikow lag. Die Bildunterschrift war Arafats Seufzen beim Blick auf die Waffe: “Ach, waren das noch gute Zeiten”.

Der Friedensprozeß ist wieder einmal, nun im April 2014, ins Stocken geraten, um nicht zu sagen: gescheitert. Gut, die Deadline ist noch nicht ganz erreicht: 29.April. Weiterlesen

 

Der verhinderte Marathon-Man

 

Kerrys resigniertes “Puff”

Es ist hier binnen weniger Tage zum geflügelten Wort geworden. Karikaturisten haben es dankbar aufgegriffen, Politiker sofort eingesetzt, die Schlagzeilen dieser Woche kamen ohne Kerrys akustischen, an einen geplatzten Luftballon erinnernden Ausdruck kaum noch aus:

“Und Puff, das war der Augenblick. Jetzt stehen wir da, wo wir sind.”

(nachzuhören unter http://www.c-span.org/video/?318720-1/fy2015-state-department-budget. Die “Puff”-Stelle ist genau bei 59 min 48 sec)      Weiterlesen

 

Von Safed nach Tiberias

Frühling! Zeit zum Wandern! Alles blüht, alles ist noch grün. Deshalb stand am Wochenende die Wadi Amud Tour an. Eine Tageswanderung in Galiäa, von Safed zum See Genezareth. Organisiert diesmal von Daniel Baumann, Vikar der Erlöserkirche. Einstieg: Bei Ein Kwais, der Grabbstätte eines Scheichs. Dann führen Klettersteige und enge Wege durch das wunderschöne Wadi Amud (“Säulenwadi”) etwa 18 Kilometter runter zum See. Wichtig ist eine gute Kondition, möglichst keine Höhenangst und ausreichend Wasser. Bei Regen kann man nicht gehen! Hartgesottene können auch vom See die Strecke rauf gehen.

 

Israels unruhige Nordgrenze

Eine Trip auf den Golan. Mitten hinein in eine Militärübung….

 

Beduinische Kaffeezeremonie

 

Ein Dorf, ein Team, ein Titel, eine Familie!

Der neue palästinensische Fussballmeister kommt aus Wadi Alnees. Ein 800 Seelen Dorf in der Nähe von Bethlehem! Und die Mannschaft hat eine besondere Tradition und Geschichte.

 

Wedad wartet auf ihren Sohn

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Für ihre Bereitschaft zu den – noch – laufenden Nahostgesprächen hatte die Palästinensische Autonomiebehörde die Zusicherung bekommen, dass 104 Gefangene aus israelischer Haft freikommen. Die Männer sind seit Jahrzehnten in Haft. Dreimal sind jeweils 26 Männer entlassen worden. Der Termin für die letzten 26 war für Ende der Woche angesetzt. Am Dienstag Abend hat Wedad Yunis dann aber vom palästinensischen Ministerium für Gefangene erfahren, dass es doch nichts wird mit der Freilassung ihres Sohns. Was die Nahostpolitik mit den Menschen macht, das kann man im Gesicht der 79-jährigen ablesen.      Weiterlesen