Im Schatten … des Felsendoms

Hübsche Idee zur Ferienzeit: “Wer arbeitet ‘im Schatten’ berühmter Sehenswürdigkeiten?” haben die Kollegen gefragt, um mit einer Serie das Programm in den ereignisarmen Sommerwochen zu bestücken. Typisch wäre da zum Beispiel der Eisverkäufer unterm Pariser Eiffelturm. Ich hatte mich mit Bassam Hallak verabredet: Der arbeitet schon seit 37 Jahren direkt neben dem Felsendom in Jerusalem.

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Hallak verkauft dort allerdings kein Eis (dort darf gar nichts zum Kauf angeboten werden). Nein, Bassam Hallak ist der leitende Architekt und zuständig für das gesamte Areal, also Felsendom, Al-Aqsa-Moschee und rund 70 weitere Bauwerke auf dem Haram al-Sharif, dem “edlen Heiligtum”. Wir kennen es als “Tempelberg”, auf dem bis 70 n. Chr. der zweite jüdische Tempel stand, bis ihn die Römer zerstört haben.      Weiterlesen

 

Ein letztes Mal: 50 Jahre deutsch-israelische Beziehungen

Zum Ende unserer Gesamtberichterstattung zum 50. Jahrestag der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen, möchte ich nun hier nochmal eine Reihe von Interviews hineinstellen, die noch einige vielleicht unbekannte Aspekte beleuchten.

1.) Prof. Norbert Frei. Er hat sich in zahlreichen Publikationen mit den Folgen des NS-Regimes für die Bundesrepublik auseinandergesetzt und ist ein Kenner der dt.-isr.Beziehungen

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Vegane Supermacht Israel

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Am letzten Freitag standen sie wieder an der Straße und demonstrierten – junge Tierschützer in Israel. Sie protestieren regelmäßig gegen Hühnerfarmen, Fleischindustrie und Lebensmittelkonzerne, die ihrer Meinung nach Tiere ausbeuten und quälen.      Weiterlesen

 

Fastenbrechen!

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Iftar heißt das auf arabisch. Es ist Ramadan. Noch bis Ende der Woche. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang fasten viele Muslime. Sie essen und trinken nichts. Nicht nur im Sommer eine Herausforderung. Am Abend dann gegen halb acht hiesigerZeit treffen sich die Familien zum Fastenbrechen. Ich war am Wochenende in Kfar Qara, einem Dorf in der zwischen Hadera und Afula um mit einem Freund und seiner Familie das Fastenbrechen zu feiern. Ein tolles Erlebnis von Gemeinschaft. Die Nacht wird zum Tag,. Es wird gefeiert, geredet, entspannt. Bis tief in die Nacht wird gefeiert. Ein interessanter Nebenaspekt: Kfar Qara ist das Dorf mit dem höchsten Akadademikeranteil in der Gegend. Viele der palästinensischen Israelis sind in Deutschland ausgebildet worden.

 

Ein Jahr Gaza Krieg – Erinnerungen

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Vor einem Jahr beginnt der Gaza-Krieg. 50 Tage soll er dauern. Doch eigentlich beginnt alles früher, mit der Entführung und Ermordung der drei israelischen Religions-Schüler,der Ermordung eines palästinensischen Jungen und dem immer heftig werdenden Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen. Alles in allem waren das drei lange Monate Ausnahmezustand. Mit immer wieder enttäuschten Hoffnungen.  Als Berichterstatter haben sich viele Dinge wohl für immer  ins Gedächtnis gebrannt. Weiterlesen

 

Keine Täter, keine Gewissheit: Zwei Wochen nach dem Brandanschlag von Tabgha

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Foto: Dormitio Abtei

An fünf Stellen gleichzeitig hatten die Täter Feuer gelegt im Benediktiner-Kloster von Tabgha, am Ufer des Sees Genezareth. Mitten in der Nacht brannten die Gebäude vor der Brotvermehrungskirche. Teilweise stehen nur noch die Mauern, die Einrichtung ist zerstört. Und auch zwei Wochen danach sagt Pater Nikodemus: So ganz habe es wohl keiner der Mönche in Tabgha verarbeitet:      Weiterlesen

 

Von Sadjahije zum Strand – Ein Jahr nach dem Krieg

Ahmad wurde im Gaza-Krieg von Granatsplittern getroffen, schwer  verwundet.  Immer wieder haben wir ihn seit dem Ende des Krieges im letzten August getroffen. Nun hat er zum ersten Mal wieder den Strand besucht.

 

Hier der Beitrag vom Dezember:

 

Ramadan

150701_gaza_ramadanDie Kollegen beim Bayerischen Rundfunk tragen in diesen Tagen Geschichten zum Ramadan in Deutschland zusammen, unter der Überschrift Ramadan, kein Monat wie jeder andere.

Hier zwei kurze Ramadan-Geschichten aus Nahost: Montag war ich in Ramallah unterwegs, viel los auf den Straßen. Besonders am Nachmittag sind viele Väter damit beschäftigt, für das Fastenbrechen am Abend einzukaufen. Die Geschäfte sind offen, nur die Falafel-Stände und Shawarma-Läden haben für den ganzen Monat dicht gemacht. Wer nicht fasten will, wer ohnehin Christ oder Ausländer ist, fastet eben nicht und ein paar Cafés und Restaurants sind auch offen.      Weiterlesen

 

Kein Eklat, und trotzdem klare Worte

epa04816373 President of the Bundestag (lower house of the German parliament), Norbert Lammert stand as people applause after he delivered his speech at the Knesset (Israeli parliament) during a special session marking the 50th anniversary of diplomatic relations between Germany and Israel in Jerusalem , Israel . 24 June 2015 EPA/Abir Sultan

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat an diesem Mittwoch vor den Abgeordneten des israelischen Parlaments eine Ansprache gehalten – Anlass waren 50 Jahre diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern.

Lammert ist erst der fünfte deutsche Politiker, der in die Knesset eingeladen wurde. Er hat über die besonderen Beziehungen gesprochen, die niemals normal sein könnten. Er hat aber auch über Israels Grenzen gesprochen, die weder definiert noch international anerkannt sind, über die Verantwortung Israels für die Lebensverhältnisse in den palästinensischen Gebieten.

Eine gute Rede, die – wenn sie in ihrer Gänze gehört wird – das deutsch-israelische Verhältnis auf eine neue, offenere Grundlage stellen könnte.      Weiterlesen

 

Kriegsverbrechen

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„Hinweise auf Kriegsverbrechen“ – auf israelischer wie palästinensischer Seite, titelt die „Haaretz“ und ruft ihren Lesern mit dem Foto aus dem vergangenen Sommer das Ausmaß der Zerstörung in Gaza in Erinnerung. Am Tag nach Veröffentlichung des Gaza-Kriegs-Berichts für den UN-Menschenrechtsrat versuchen die Kommentatoren in Israel, dessen politische Folgen abzuschätzen.      Weiterlesen