Lernen zwischen Mauern – Die “Schmidt-Girls”

Die Schmidt-Schule vor dem Damaskus-Tor in Jerusalem: Hier lernen christliche und muslimische Mädchen unter deutscher Leitung.  Vom Kindergarten bis zum Abschluss. Bis zum deutschen oder palästinensischen Abitur. Und das seit 1886. Eine Oase der Hoffnung und Ruhe in dieser so unruhigen Stadt.

 

 

Miklós

Neulich erst… ich spazierte am Meer entlang, einfach so, allein. Da sah ich diese Frau, fast 90 Jahre alt, sehr zierlich, aber keineswegs gebrechlich. Eine schöne Frau. Sie saß da auf einer Bank, blinzelte in die Sonne, lächelte verträumt. Just als ich an ihr vorbeiging, öffnete sie die Augen, sah mich an und strahlte. Sprach mich auf Hebräisch an, entschuldigte sich für die Belästigung. Wie ich hieße, woher ich komme, was ich mache. Irritiert aber freundlich fragte ich sie, warum sie das wissen wolle. Ach, wissen sie, sagte sie, sie erinnern mich an meine Jugendliebe, da war ich 17, er war ein fescher junger Mann….  Weiterlesen

 

Tanzen bis zum Sonnenaufgang – Der Dead Sea Rave

Vom Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang wird getanzt,. Unterhalb der historischen Festung Masada. Direkt am Toten Meer. 424 Meter unter dem Meeresspiegel. Dead Sea Rave heißt die Veranstaltung. Etwa 20.000 Tanzwütige aus aller Welt kommen in die Wüste,. Per Anhalter, mit Busse, mit ihren Autos.  Schon letztes Jahr gab es einen Rave Party. Und es war ein riesiger Erfolg mit dem Rave-Gigantenr David Guetta. Diesmal sind schon am Nachmittag überall harte Beats zu hören. Und gegen Abend sind dann die Strassen von Jerusalem und Arad, die nach Masada führen richtig verstopft. Die Party geht langsam los und heizt sich dann aber richtig auf. Gruppen wie Dash Berlin, Deep Dish (mit einem iranisch-amerikanischen DJ)., Paul Oakenfold -einer der Pioniere der Elektro-Musik- und viele andere heizen richtig ein. Vorteil: Während es überall in Israel Abends schon richtig kalt ist, sind die Temperaturen unter dem Meeresspiegel sehr angenehm. Ab Mitternacht gehts dann richtig los. Die Party beginnt. Und wird noch lange dauern. Ans Schlafen denkt hier keiner. Wäre auch zu laut. Wir müssen bald aber wieder Richtung Tel Aviv. Die Arbeit ruft. Und vielleicht werde ich auch langsam zu alt für so etwas….

 

#ToOurCountries

“An unsere Länder” haben Faia und Rihan Younan ihr Video überschrieben. Und die Botschaft der beiden Schwestern aus Syrien haben bei Youtube schon mehr als eine Million Menschen gesehen.

http://www.youtube.com/watch?v=4GO52i0xui8#t=333?rel=0

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Langeweile

Ban Ki-Moon war in Gaza. Der UN Generalsekretär hat sich die Zerstörungen dort angeschaut. Gut. Und er hat dann gewichtige Worte gesprochen: “Der Zyklus von Aufbau-Zerstörung, Aufbau-Zerstörung muß durchbrochen werden!” – WOW! We’re impressed. Und berichten darüber. Langeweile pur.

Seien wir doch mal ehrlich: das ewige Gelabere der Politiker geht uns allen doch auf die Nerven. Besonders im Nahen Osten. Manchmal möchte ich einen Bericht für die Tagesschau oder die Tagesthemen machen und einfach mal O-Töne von vor 20, 30 Jahren reinschneiden. Es ist just more of the same. Palästinenser und Israelis sagen immerzu dasselbe, machen nahezu immer dasselbe (mit wenigen Ausnahmen). Es ist manchmal zum Aus-der-Haut-Fahren.

Ich erinnere mich an das Jahr 1993. Damals lebte und arbeitete ich in Jerusalem und war auf einer Demonstration für den Friedensprozess. Weiterlesen

 

Soll Inspektor Clouseau Iran überwachen?

PM Netanjahu auf dem Weg in sein Büro

In Wien wollen heute US-Außenminister Kerry und sein iranischer Kollege Zarif über den Konflikt um Uran-Anreicherung, Zentrifugen und Raketen beraten. Aber aus Jerusalem ruft einer: “So wird das nichts!” Wenn man sich nur auf neue Inspektionen einigt, wer soll die durchführen, Inspektor Clouseau, fragt Netanjahu im Interview im Sommer.

Den Gag haben wir ihm am Ende nehmen müssen, weil das Gespräch recht lang wurde. Was geblieben ist, ist nicht weniger eindeutig. Weiterlesen

 

Tel Aviv meets Istanbul

Von einem Krisengebiet ins nächste: Knapp eine Woche durfte ich die Kollegen in Istanbul unterstützen. Wieder ein Krieg, unter anderen Vorzeichen. Dienstag Nachmittag kam der Auftrag! Schnell habe ich gepackt. Dann ging´s Abends an den Bosporus. Erster Eindruck: Zum Hotel kam ich nur auf Umwegen, da demonstriert wurde. Dem Taxifahrer war´s zu gefährlich. Mittwoch in der Früh ging´s dann sofort los. Nonstop bis Samstag. In der Metropole war die Spannung deutlich zu spüren: Überall Polizei auf den Strassen, viele Sicherheitskräfte in Zivil. Auf dem Shuk begegnet uns ein Mann, der ständig “Gott ist gross. Er soll alle Ungläubigen töten,” schrie. Beklemmend auch die Bilder an der türkisch-syrischen Grenze: Dauerbeschuss, Kämpfe, IS-Kämpfer und untätige türkische Truppen. Und vor allem: Flüchtlinge. Dieser Konflikt wird uns in der ganzen Region noch lange beschäftigen, fürchte ich. Auch in Gaza soll es bereit IS-Zellen geben. Zurück zur Arbeit: Produzieren im Stundentakt, mit einem tollen Team: Das hat Spass gemacht. Und am Sonntag blieb auch etwas Zeit um Stadt anzuschauen. Früh zu Fuss los, dann Bosporus Schifffahrt. Aufällig: Viele Graffitis mit antiisraelischen Parolen. Auch das beklemmend, irgendwie. Israel und die Türkei hatten ja einmal eine strategische Allianz, vorbei die Zeiten. Präsident Erdogan ist ein Förderer der Hamas, seit dem Marama Zwischenfall 2010 ist das Verhältnis belastet (Damals griffen israelische Soldaten eine türkische Gaza-Flotille an, es gab Tote). Am Samstag Nachmittag gings ab in den Flieger. Und zurück nach Tel Aviv. In einem supervollen Flugzeug mit vielen türkischen Grossfamilien.

 

Verletzt in Gaza

In Kairo war Gaza-Geberkonferenz. Zusagen über 4,3 Milliarden Euro für den Wiederaufbau nach dem Krieg in diesem Sommer sind zusammenkommen.

In Gaza geht das Beiseiteschieben von Trümmern nur langsam voran. Das kann man auf den Straßen sehen. Was man nicht auf Anhieb sieht, sind die vielen Verletzten dieses Kriegs. Deshalb hier Passagen eines Gesprächs mit dem palästinensischen Arzt Ghassan Abu Sitta, das am 5. August in Gaza-Stadt entstanden ist, also noch vor Inkrafttreten der aktuellen Waffenruhe.

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Abu Sitta ist plastischer Chirurg und lebt in Beirut. Für knapp zwei Wochen hat er während des Gaza-Kriegs im Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt gearbeitet, im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation – wie schon in den beiden vorangegangenen Gaza-Kriegen. Erfahrung mit Kriegsverletzungen hat Abu Sitta, denn er behandelt in der libanesischen Hauptstadt immer wieder Verletzte aus dem Irak oder aus Syrien.

Zu dem Zeitpunkt Anfang August hat Ghassan jeden Tag fünf oder sechs Kriegsopfer operiert. Klar war für ihn: 80 Prozent von ihnen werden den Rest ihres Lebens mit Behinderungen leben müssen.     Weiterlesen

 

Zurück aus dem Urlaub

Zurück aus dem Urlaub, melde ich mich auch hier in dem trimedialen Blog bei Ihnen zurück. War das ein Urlaub? Hm… Irgendwie ließen mich die Bilder des Krieges nicht los, natürlich kamen nachts in den Träumen die schrecklichen Dinge, die wir gesehen und erlebt haben, zurück, natürlich war da auch die physische, die mentale Erschöpfung, nachdem wir seit der Entführung der drei israelischen Jugendlichen im Grunde jeden Tag 17, 18 Stunden gearbeitet haben.

Dennoch versuchte ich, mit wechselndem Erfolg, Distanz zu wahren. Mit dem Kopf mal wegkommen aus dem Nahen Osten. Möglichst wenig zu lesen (naja…), möglichst wenig anzuschauen (das gelang mir). Möglichst wenig zu twittern (phasenweise … immerhin!).

Das Schlimmste an  Twitter: die Reduzierung auf 140 Zeichen. Verkürzt, z.T. banal, z.T. simplifizierend werden da “Nachrichten” übermittelt. Informationen. Schlagworte. Weiterlesen

 

“Schaut mal wie billig” – Preisvergleich Berlin-Tel Aviv bringt Politiker auf die Palme

Ob Maariv oder Haaretz, ob Kanal 2 oder 10, alle berichten über den “Milky”-Protest. Dessen schärfste Waffe: Ein Kassenzettel aus einer Berliner Aldi-Filiale. Weiterlesen