Gaza 1: Jugend ohne Hoffnung

Zum Jahresende habe ich wieder Gaza besucht. Wie so oft in diesem Jahr. Und zwei Reportagen mitgebracht. Hier die erste.

 

Sackgasse Israel – Hassan und Tashome stecken fest in der Wüste

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Tashome ist seit fast sieben Jahren in Israel. Seit Anfang des Jahres muss er in Holot zubringen, einem Internierungslager in der Negev-Wüste (siehe BLOG ATLAS rechts). Die Geschichte des 34-Jährigen aus Eritrea ist ein Mosaikstein in einer Serie von Beiträgen zum Thema Flüchtlinge.

Gemeinsam mit den Kollegen in den ARD-Radiostudios in Griechenland, Italien, Marokko, Kairo erzählen wir in dieser Woche die Geschichten hinter den Zahlen: 200.000 Flüchtlinge, die in diesem Jahr über das Mittelmeer Richtung Europa geflohen sind, mindestens 3400 Menschen sind dabei ertrunken oder verdurstet.     Weiterlesen

 

Hat Israel den palästinensischen Minister getötet?

Diese Bilder gingen in den letzten Tagen um die Welt – hier zwei Beispiele:

https://www.youtube.com/watch?v=XuwvEkj37lQ

https://www.youtube.com/watch?v=1z2Bq-FE8yY

Auf Twitter und Facebook gab es dazu sofort heftige Reaktionen:

Die pro-israelischen Stimmen sagten alle: 1. ist dieser Mann ein Ex-Terrorist, der Menschen getötet hat (was stimmt), 2. sei er lediglich an einem Herzinfarkt gestorben, weil er sich aufgeregt hat und obendrein auch noch ein schwerer Raucher war.

Die pro-palästinensischen Stimmen sagten: Die israelische Armee hat ihn angegriffen, geschlagen, gewürgt, er habe von dem Tränengas keine Luft mehr bekommen, ganz klar: Israel hat einen palästinensischen Minister getötet.

Und was stimmt jetzt? Weiterlesen

 

Abgeschoben in die Wüste – Das “Anti-Infiltrations-Gesetz”

Auf der letzten Sitzung der Knesset wurde es durchgepeitscht: Mit 47 zu 23 Stimmen. Die dritte Auflage des “Anti-Infiltrations-Gesetzes”. Dritte Auflage, weil die ersten beiden Vorlagen des  Gesetzes vom Obersten Gerichtshof für verfassungswidrig erklärt worden sind. Grundrechte auf Freiheit und Würde würden verletzt, so die Richter. Denn Illegale Einwanderer -meist aus den Bürgerkriegs-Ländern  Eritrea und dem Sudan-werden oft bis zu zwanzig Monate in Auffanglager wie Holot in die Negev-Wüste geschickt. Rund 2.200 Afrikaner müssen sich dort mehrfach am Tag bei den Wachen melden. Zudem gilt ein Beschäftigungsverbot. Und Familien dürfen nicht nachgeholt werden. Ziel: Die Flüchtlinge sollen verschwinden, möglichst bald. Über 6000 Afrikaner gaben dem Druck bisher nach. Von Menschenrechts-Organisationen, aber auch von vielen Israelis wurde dieses Verfahren immer wieder angeprangert. Die neue Regelung: Illegal Eingewanderte werden drei Monate ins Gefängnis Sachronim gesteckt.  gesteckt. Und dann bis zu 20 Monate ins benachbarte Auffanglager Holot. Dort müssen sich dann aber nur noch einmal täglich melden. Das Beschäftigungsverbot aber bleibt. (Anmerkung: In vielen Bars und Restaurant arbeiten die Afrikaner dennoch zu Dumping-Löhnen. Sie sind  oft unentbehrlich, weil für diese Arbeiten sonst niemand gefunden wird.)

 

Israel und die Palästinenser, zwei Welten

Der eine Staat, vor 66 Jahren ausgerufen, bekommt bald sein 20. Parlament. Die israelische Knesset hat am Abend ihre Auflösung beschlossen. Wird es im Wahlkampf nur um Netanjahu gehen? Oder kann sich ein Kandidat innerhalb des Likud gegen den dreimaligen Ministerpräsidenten durchsetzen? Können die Parteien der Mitte und in der linken Opposition diesmal Themen abseits der Sicherheit auf die Agenda setzen? Lebenshaltungskosten vielleicht, oder Rüstungsausgaben?     Weiterlesen

 

Umweltkatastrophe, fast unbeobachtet

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Rohöl aus der gebrochenen Pipeline in der Arava-Wüste Foto: Israelisches Umweltministerium

Ein Nachtrag zum Öl-Unfall von vergangener Woche in der Arava-Wüste. Die Betreibergesellschaft der Pipeline hat jetzt der israelischen Umweltschutzbehörde gegenüber eingeräumt, dass es nicht 1,5 Millionen Liter Rohöl waren sondern rund fünf Millionen Liter, die in der Nacht auf den 4. Dezember in die Arava-Wüste geflossen sind.     Weiterlesen

 

Darf Israel das?

Als ich gestern auf Twitter von dem Angriff auf zwei Waffenlager in Syrien berichtete, zwei Angriffe, die wahrscheinlich oder wie man so schön sagt: mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf das Konto der israelischen Air Force gehen, da tweetete ein Follower zurück: Mit welchem Recht darf Israel so etwas machen?  Weiterlesen

 

Out of Gaza! – Das Ende einer langen Reise

Es war wie ein Krimi. Noch am Morgen hiess es: Ihr könnt nicht ausreisen. Ein Visum fehlt. Die Berliner Familie war verzweifelt. Wieder einmal. Doch dann nahm die schier endlose Geschichte rund um Nabegh el Shorafa und seine Söhne Bassam und Karim wieder Fahrt auf. Mein dritter und letzter Beitrag für den rbb.

 

Öl-Katastrophe, oder was?

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Es ist einer der größten Umweltschäden, die Israel bisher erlitten hat. Das sagt Guy Sammet, Regionalchef der zuständigen Naturschutzbehörde. Mehrere Millionen Liter Rohöl sind in der vergangenen Nacht über zwei Stunden aus einer Pipeline in der Arava-Wüste ausgetreten.

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Neuwahlen

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“Er hat seiner Paranoia wieder mal freien Lauf gelassen”, kommentiert die Zeitung Yedioth Ahronot. Netanjahu, so der Kommentar, habe sich nun doch für Neuwahlen entschieden, dann solle es das auch so sagen. Stattdessen sucht er die Schuld für den Bruch der Koalition bei den Ministern seiner liberaleren Koalitionspartner, Yair Lapid und Tsipi Livni.

Wie auch immer: Wenn die Knesset – wie von Netanjahu gewünscht – in den kommenden Wochen aufgelöst wird, dann gibt es im März Neuwahlen. Im Wahlkampf wird es ein wenig um die hohen Lebenshaltungskosten gehen, ein wenig um Sicherheit, vielleicht auch um das umstrittene Gesetz zum “Jüdischen Nationalstaat”. Aber vor allem wird es um Netanjahu gehen. So wie vor zwei Jahren. Israel kommt momentan nicht vom Fleck.