Der Friedensprozess – Ein wunderbarer Arbeitgeber

Vor vielen vielen Jahren, als der Oslo-Friedensprozess im vollen Gang war und die Hoffnungen noch hoch, daß es tatsächlich zum Frieden zwischen Israel und den Palästinensern kommen könne, veröffentlichte die “International Herald Tribune” ein Cartoon. Auf dem war ein verzweifelter Yassir Arafat zu sehen, an einem Schreibtisch, auf dem sich Aktenberge türmten mit Aufschriften wie “Kanalisation” oder “Straßenbau”. Er hatte seinen Kopf auf seine Hand gestützt, der Blick ging nach hinten – zum Papierkorb, in dem eine Kalaschnikow lag. Die Bildunterschrift war Arafats Seufzen beim Blick auf die Waffe: “Ach, waren das noch gute Zeiten”.

Der Friedensprozeß ist wieder einmal, nun im April 2014, ins Stocken geraten, um nicht zu sagen: gescheitert. Gut, die Deadline ist noch nicht ganz erreicht: 29.April. Weiterlesen

 

Der verhinderte Marathon-Man

 

Kerrys resigniertes “Puff”

Es ist hier binnen weniger Tage zum geflügelten Wort geworden. Karikaturisten haben es dankbar aufgegriffen, Politiker sofort eingesetzt, die Schlagzeilen dieser Woche kamen ohne Kerrys akustischen, an einen geplatzten Luftballon erinnernden Ausdruck kaum noch aus:

“Und Puff, das war der Augenblick. Jetzt stehen wir da, wo wir sind.”

(nachzuhören unter http://www.c-span.org/video/?318720-1/fy2015-state-department-budget. Die “Puff”-Stelle ist genau bei 59 min 48 sec)      Weiterlesen

 

Von Safed nach Tiberias

Frühling! Zeit zum Wandern! Alles blüht, alles ist noch grün. Deshalb stand am Wochenende die Wadi Amud Tour an. Eine Tageswanderung in Galiäa, von Safed zum See Genezareth. Organisiert diesmal von Daniel Baumann, Vikar der Erlöserkirche. Einstieg: Bei Ein Kwais, der Grabbstätte eines Scheichs. Dann führen Klettersteige und enge Wege durch das wunderschöne Wadi Amud (“Säulenwadi”) etwa 18 Kilometter runter zum See. Wichtig ist eine gute Kondition, möglichst keine Höhenangst und ausreichend Wasser. Bei Regen kann man nicht gehen! Hartgesottene können auch vom See die Strecke rauf gehen.

 

Israels unruhige Nordgrenze

Eine Trip auf den Golan. Mitten hinein in eine Militärübung….

 

Beduinische Kaffeezeremonie

 

Ein Dorf, ein Team, ein Titel, eine Familie!

Der neue palästinensische Fussballmeister kommt aus Wadi Alnees. Ein 800 Seelen Dorf in der Nähe von Bethlehem! Und die Mannschaft hat eine besondere Tradition und Geschichte.

 

Wedad wartet auf ihren Sohn

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Für ihre Bereitschaft zu den – noch – laufenden Nahostgesprächen hatte die Palästinensische Autonomiebehörde die Zusicherung bekommen, dass 104 Gefangene aus israelischer Haft freikommen. Die Männer sind seit Jahrzehnten in Haft. Dreimal sind jeweils 26 Männer entlassen worden. Der Termin für die letzten 26 war für Ende der Woche angesetzt. Am Dienstag Abend hat Wedad Yunis dann aber vom palästinensischen Ministerium für Gefangene erfahren, dass es doch nichts wird mit der Freilassung ihres Sohns. Was die Nahostpolitik mit den Menschen macht, das kann man im Gesicht der 79-jährigen ablesen.      Weiterlesen

 

Flugalarm! – Das Ende der Ruhe

In 600 Meter Höhe donnern sie über Tel Aviv. In dreihundert Meter Höhe über Modiin. 12/30 lautet der Name der neuen Landebahn des Ben Gurion Flughafens. Für viele Einwohner längst ein Horrorbegriff.

 

Besser kein Abkommen als ein Schlechtes?

Ende April läuft die Frist bei den Nahost-Friedensgesprächen ab. Dann sollte eigentlich ein Rahmenvertrag zwischen Israelis und Palästinensern verabschiedet werden. Doch davon ist man weit, weit entfernt. Obwohl die Amerikaner mächtig Druck machen. Präsident Obama und sein unermüdlich in die Region reisender Außenminister Kerry brauchen dringend einen außenpolitischen Erfolg. Nachdem Netanjahu gerade erst in Washington war ist nun Abbas mit einem Beraterstab eingetroffen. Doch die Sache ist ziemlich kniffelig, es liegt auch noch kein schriftlicher Entwurf vor. Die Streitpunkt: Israel will, dass die Palästinenser Israel als jüdischen Staat, als Heimat des jüdischen Volkes anerkennen. Da ist aber schwierig für Abbas, weil er sich einerseits um die Rechte der arabischen Minderheit in Israel sorgt. Und zum anderen dies die Verhandlungen über das Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge (und deren Nachkommen!) untergraben würde. Dann gibt es natürlich dir Frage der Grenzen: Orientiert man sich an der Grenze von 1967 oder vereinbart man einen Landtausch, um große Siedlungsblöcke zu verschieben. Und was wird mit Jerusalem, das beide Seiten als Hauptstadt sehen? Die Situation ist verfahren, keine Seite ist bereit nachzugeben. Und was nun? Die Palästinenser haben ausgeschlossen über den vereinbarten Termin zu verhandeln. Und viele in Israel sagen, besser kein Abkommen als ein Schlechtes. Ein Scheitern also? Dann könnten die USA ihre 20 Jahre andauernden Vermittlungsversuche einstellen. Und dann wäre man wieder am Anfang. Die Palästinenser könnten dann versuchen über die UN Druck zu machen (Palästina ist seit 2012 Beobachterstaat). Dann könnte Israel aber die finanziellen Daumenschrauben auspacken und neue Restriktionen auf den Weg  bringen. Das würde die ohne schwierige wirtschaftliche Lage im Westjordanland in Richtung Kollaps bringen. Von Gaza ganz zu schweigen. Was auffällt es fehlen einfach Visionen und mutige Visionäre. Auf beiden Seiten. So kann das vermutlich nichts werden.