Eiskalter Gipfel des Eskapismus

Tunnel beim Eisskulpturenfestival in Jerusalem. Rechte: dpaDamit kein Mißverständnis entsteht: Realitätsflucht ist kein Schimpfwort. Eskapismus ist fester Bestandteil des Alltags. Jeder hat im Nahen Osten seine kleinen und großen Fluchten. In den vergangnenen Wochen haben Bekannte von palästinensischer Seite und aus Israel geklagt: “Es ist zuviel, es ist einfach zuviel!” – seien es die gegenwärtige Politik, die wachsenden sozialen Unterschiede oder alle Spekulationen über einen Militärschlag gegen Iran. Ein bekannter Fluchthelfer in Israel ist El’ad Mainz.

El’ad arbeitet bei einer israelischen Eventagentur; seit 15 Jahren. Er organisiert zum Beispiel Opern-Aufführungen am Toten Meer. Sein jüngstes Projekt frisst jede Menge Strom, um richtig cool zu sein: Das erste Eisskulpturen-Festival in Jerusalem.

Die Flucht kann beginnen

Dafür haben El’ad und seine Partner eigens eine Halle an der Hebron Straße bauen lassen. Sie kühlen sie auf minus 10 Grad runter. Und in der Kälte modelieren seit einem Monat chinesische Arbeiter aus Eisblöcken Tiere und Wahrzeichen. Die Flucht aus dem Alltag kann an diesem Wochenende beginnen. Und: Eskapismus ist kein Schimpfwort.

Bildrechte: BR, dpa
 

Kommentieren:

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft. Mehr in den Kommentarrichtlinien.
  1. Verehrter Herr Teichmann,
    weiter so; Sie sind mit Ihren Beiträgen Teil des Gesamtkonzepts, das ‘langsam’ und mosaikartig ein realistischeres Bild zeichnen wird als es der Einzelbeitrag gleich welcher Couleur (Video-Beitrag, Hörfunk, Print, etc.).
    Mit einer Ausnahme: Die Erwartung am Beginn des Zuhörens – insbesondere wenn es wie hier mit einsteigendem Text verbunden ist und hörfunkuntypisch in eine Photopräsentation überleitet – muss mit so hoher Qualität und Überraschung erfüllt werden, dass Sie mit Ihren Beiträgen die schwierigste Form in dieser Reihe ergattert haben. Ob sie dann auch der Ihnen allen selbstgesetzte Stoßrichtung genügt, müssen Sie entscheiden. Aber: Sie haben Zeit, und weder Kommentare noch Intendaten sollten Sie davon abbringen dürfen.
    Also: Ich freue mich auf diese Jahr! /Felgiw

  2. Lieber Torsten! Herzliche Grüße aus Rethymnon, also von der anderen Seite des Mittelmeeres. Mit grosser Freude und noch grösserem Interesse verfolge ich von hier aus seit drei Jahren deine so gut recherchierten und formulierten Sprechfunk-Berichte, schön, dass es fortan nun also öfter was zu hören und auch zu sehen geben wird. Auch dir scheint das Sprachlabor mehr zu liegen als das Bio-Labor…