Die Gasmaske aus dem Heimwerkermarkt

Fast alle Israelis haben für den Notfall Gasmasken im Schrank. Die Zivilschutzbehörde versorgt das Volk seit Jahrzehnten mit den Masken. Im Golfkrieg der USA und ihrer Verbündeten gegen den Irak 1990 war die Furcht vor einem Chemiewaffen-Angriff Saddam Husseins auf Israel besonders groß. Auch im Blick auf einen denkbaren Krieg gegen den Iran gibt es Ängste vor Chemiewaffen. Seit anderthalb Jahren erneuert der israelische Zivilschutz die Gasmaskenbestände im Lande. Die Bürger finden in den Briefkästen Zettel, auf denen sie aufgefordert werden, sich ihre Maske abzuholen. Vier Millionen Stück wurden schon abgeholt. Einige zehntausend sind noch übrig und werden in diesen Tagen ausgegeben. Zum Beispiel in einem Heimwerkermarkt in Tel Aviv. Allerdings bekommt nicht jeder eine Gasmaske vom Staat.

 

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  1. wird das eigentlich mit dem Handy gefilmt? Will der BR nicht lieber gute Kameras schicken? Inhaltlich aber ein interessanter Beitrag. Ob begründet oder nicht, dass die Israelis Angst haben kann ich mir vorstellen. Angst ist eine gefährliche Sache, damit kann man gut und einfach Kriege beginnen.

    • @johannes

      nur weil jemand am verfolgungswahn leidet, heisst es nicht, dass er auch tatsaechlich nicht verfolgt wird.

      israelis haben sehr gute gruende angst zu haben.

  2. mit abstand die interessanteste reportage bis jetzt.

    hier kann man sehen, dass die regierung tatsaechlich alles tut um eigene buerger in einem krieg schuetzen zu koennen. es ist eine besonderheit in dem nahen osten. israel ist von regimen umgeben, die nicht nur eigene bevoelkerung nicht schuetzen, sondern die menschen fuer ihre meinung morden oder als schutzschilde missbrauchen.

    es sollte auch erwaehnt werden, dass in israel ueberall luftschutzbunker gibt und seit mehr als 20 jahre alle wohnungen ein “panikroom” haben – ein bunkerzimmer mit einer dicken stallplatte als fenster und einer dicken tuer.

    • Danke auch für Ihre Infos. Ich finde hier die Beiträge sowohl von den Videos/Slideshows sehr interessant, aber interessanter eigentlich noch die Reaktionen.

      Und dass jedes (neue) Haus dabei so einen hohen Sicherheitsstandard hat, war mir zumindest wirklich nicht klar.

  3. Ich war schon in vielen Wohnungen in Tel Aviv und Jerusalem zu Gast, älteren und neueren Baudatums. Einen speziellen Schutzraum habe ich noch in keiner gesehen. Mag sein, dass es so etwas auch gibt, es sollte aber nicht verallgemeinert werden.

    • @gregor

      da liegen sie falsch. ein schutzraum ist in jeder neuen wohnung pflicht. von aussen kann man so ein zimmer nur an einer stalltuer erkennen.

      wenn sie mir nicht glauben geben sie in der englischen ausgabe von wikipedia “merkhav mugan” ein und lesen sie nach. ein zitat:

      Merkhav Mugan (Hebrew: מרחב מוגן‎) (lit. protected space), popularly known as a mamad, is a reinforced security room required in all new buildings by Israeli law.

    • Bei meinen Bekannten (Haifa, TA) sind diese Räume im Keller. Also da wo bei uns oft der Heizungskeller liegt, gibt es einen Bunkerraum mit dicker Stahltür und Gasabdichtung.

      • Die Schutzräume werden oft als Vorratskammer oder Gästezimmer genutzt. Sie sind manchmal auch recht klein.
        Im letzten Jahr wohnte ich kurz in einem Appartment eines Hotels in Tel Aviv und entdeckte erst auf den zweiten Blick, daß das dritte Schlafzimmer auch als Schutzraum dient. Die Fenster hatten zusätzliche Metallplatten…

    • Jedes Haus oder Wohnung MUSS einen Schutzraum oder Bunker haben. Ich kenne Haeuser die extra dafuer Anbauen mussten. Mein Schutzraum in meiner Wohnung ist recht gross und so wurde es mein Schlafzimmer (lebe in Ashqelon). Damals in Haifa war es mein Buero.
      Wenn ein Haus keinen Schutzraum hat weil es per Anbau nicht geht so hat die Regierung in diesen Vierteln extra Schutzbunker gebaut. Aber es ist definitv Pflicht sogar in den meisten Teilen OstJeruslems.

    • Letztens habe ich sogar in Tel Aviv in einem Hotelzimmer geschlafen was eigentlich der Bunker war. Billiger war es nicht, gemütlich auch nicht wirklich mit dem kleinem Fenster und der schweren Eisentür, dafür aber bombensicher!

  4. Es waere aber auch toll gewesen wenn man gesagt haette das die Gasmasken nicht erst seit kurzem ausgegeben werden sondern man schon seit mehr als einem Jahr die Pflicht hat seine alte Maske zu tauschen. Das sind die Restbestaende von den Leuten die noch immer nicht ihre abgeholt haben. Ich muss ganz ehrlich sagen das ich es sehr schade finde das es in dem Beitrag so dargestellt wird als ob das neu waere.

    • In dem Beitrag wird doch gleich am Anfang gesagt, dass die Kollegin ihre alte Gasmaske gegen eine neue tauschen will. Folglich kann es doch nicht die erste Aktion solcher Art sein.

      • Nein aber die Aktion läuft seit über 1,5 Jahren und ist somit nicht neu!

  5. Finde es interessant, dass sich Herr Engelbrecht darüber beschwert, dass es Gasmasken “nicht für jeden” gäbe….. warum auch? Der Israelische Staat ist seinen Bürgern verpflichtet, nicht jedem der sich dort aufhält.

    Ich habe lange genug in einem großen deutschen Krankenhaus in der Unfallchirurgie gearbeitet, falls ein hier lebender Ausländer ohne Versicherungsschutz aufschlug hieß es, entweder Cash, oder zurück in die Heimat – wenn er oder sie Glück hatte, gab es einen kleinen Gips zu ehren der Deutsch-”hier entsprechendes Land eintragen”-Freundschaft, damit die Fraktur auf dem Heimweg nicht so schmerzt.

    Solche “Ungerechtigkeiten” gibt es auch in Deutschland, und das nachdem der Schaden entstanden ist, nicht bei einer hypothetischen Bedrohung….

  6. Interessant finde ich zu wissen wo Herr Engelbrecht seine Steuern bezahlt – in Israel dann kann ich seinen Unmut über die Gasmasken verstehen. In Deutschland? Nun ja dann kann man wohl verlangen dass er selber die 30-50 Euro für eine Gasmaske aufbringt.

    Insbesondere in da er als Deutscher im Kriegsfall darauf hoffen kann dass ihn die Deutsche Botschaft aus dem Land hilft, im Gegensatz zu einem Israeli ohne zweite Staatsangehörigkeit.

  7. Ein aggressiver Staat der ständig seine Nachbarn überfällt,Killerkommandos losschickt um in anderen Ländern Wissenschaftler umzubringen hat gute Gründe eventuelle Konsequenzen des
    eigenen Handelns zu fürchten.Wir fürchten uns vor der Unberechenbarkeit Israels.

  8. @ali taliban

    “Wir fürchten uns vor der Unberechenbarkeit Israels.”

    und die waere?