Humor ist, wenn man trotzdem lacht…

MidEast in deep shit
MidEast in deep shit

 Keine Frage, wer sich mit dem Nahostkonflikt beschäftigt, könnte manchmal verzweifeln, wenn…. ja, wenn es nicht immer wieder humorvolle Versuche gäbe, dem ganzen Irrsinn irgendwie eine neue Drehung zu geben, so wie etwa diese israelische Reklame mit der Unterzeile: No wonder that the Middle East is in deep shit.

Klar, diese Form des Witzes findet man nur auf der israelischen Seite. Werbung, Videos, Artikel, die sich lustig machen – über die Lage, über sich selbst, über die Araber… Kleine Momente, die es ermöglichen, kurz innezuhalten und sich klarzumachen, daß dieser toternste, blutige, entsetzliche Konflikt aus der Distanz gesehen völlig absurd ist. So auch ein Witz, den ich erst vor wenigen Tagen von einem israelischen Freund erzählt bekommen habe: “Stell Dir vor, wir haben Krieg mit dem Iran. Iranische Bodentruppen sind schon bis ins Westjordanland vorgedrungen und wir kämpfen mit unserer Armee gegen sie – erfolgreich, natürlich! Und so kommt es, daß ein israelischer Soldat zwei Gefangene macht: einen iranischen Soldaten und einen palästinensischen Kämpfer, der natürlich an der Seite der Iraner gegen uns gekämpft hat. Nun, der Soldat bekommt den Befehl, beide zu töten. Welchen tötet er zuerst: Den Iraner oder den Palästinenser? Antwort: Den Iraner. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!”
Witze machen mit dem Irrsinn. Makaber? Möglicherweise. Aber immer schon ein (nicht nur jüdischer) Weg  gewesen, mit der Brutalität des  Lebens umzugehen.
Da gibt es eine israelische Komikertruppe, Latma-TV, die ganz herrliche Persiflagen macht. Hier ein paar Beispiele:
The three Terrors (in Anlehnung an die drei Tenöre, singen da “Ahmadinejad, Erdogan und Assad”
The Bomb: (Ein iranischer Mullah singt über die Atombombe)
Flotilla Choir (die “Crew” der Flotilla, die nach Gaza unterwegs war und dann von israelischen Soldaten aufgebracht wurde, bei der es mehrere Tote gab)
Löst Humor die Probleme dieser Welt? Sicher nicht, weiß ja auch jeder…. aber manchmal hilft Lachen. Selbst wenn es ein verzweifeltes Lachen ist…
 

Kommentieren:

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  1. Halbwegs witzig wäre es, wenn sich die Israelis selbst zum Gegenstand des Witzes machen und so eine gewisse Selbstironie zeigen würden.
    Unter “jüdischem Witz” wird im allgemeinen auch etwas anderes verstanden (siehe Ephraim Kishon u.a.)
    Der von Ihnen zitierte Witz und die verlinkten Videos sind allerdings geschmacklos – gerade auch, weil sie keine Überzeichnung und Überspitzung der Situation darstellen, sondern die Realität.

    • Liebe Ester,
      witzig gemacht ist das schon, aber es bleibt einem im Hals stecken, weil es so real ist. Dass jüdischer Humor nur über sich selbst lacht kann ich mit diesem Beispiel aus “Da lacht der Rabbi” wunderbar widerlegen:

      Ein amerikanisch-jüdischer Journalist trifft in den siebziger Jahren einen russisch-jüdischen Moskauer auf dem roten Platz. Er fragt ihn, wie es geht, und der Russe antwortet: “Schlecht, ich bin heute zum dritten Mal aus der kommunistischen Partei geworfen worden.”
      Fragt der Amerikaner: “Wie ist das passiert?”

      “Na ja, beim ersten Mal war es kurz nach Stalins Begräbnis. Da sagte der Parteisekretär stolz zu mir: ‘Das Begräbnis hat eine Million Rubel gekostet!’ Darauf ich: ‘Was, für eine Million hätte ich das ganze Politbüro begraben.’
      Beim zweiten Mal war ich Hausmeister, es war zu der Zeit, als Kruschtschov abgesägt wurde. Ich sollte seine Bilder ab- und die neuen von Breschniew aufhängen. Da stehe ich so, die beiden Bilder jedes in einer Hand, kommt der Parteisekretär, sieht mich und brüllt: ‘Schmeiß doch endlich den Hund weg!’ Ich schaue ratlos zwischen den Bildern hin und her und frage: ‘Welchen?’
      Und heute fragt mich der Parteisekretär: ‘Warum bist du nicht zur letzten Parteisitzung gekommen?’ Darauf ich: ‘Wenn ich gewusst hätte, dass es die letzte ist, hätte ich natürlich teilgenommen.'”

      Hier bekommt eindeutig die kommunistische Führung ihr Fett weg, nicht der jüdische Mann. Und da die Sowiets einen ziemlichen Aufwand betrieben haben, um das Judentum zu unterdrücken, ist die Parallele zu dem Film über die heutige Situation deutlich zu sehen. Auch hier wird sich über feindlich gesinnte und handelnde Machthaber lustig gemacht. Mit etwas Abstand (wenn alles hoffentlich gut ausgegangen ist), werden die Beiträge mit Sicherheit auch nicht mehr dafür sorgen, dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt.

      Viele Grüße
      Michael

  2. Sehr witzig…

    erinnert mich ein bisschen an die Juden-“Witze” von Nasrallah…
    Einfach nur köstlich… Lustige Freunde haben Sie, Herr Schneider!

  3. This is goyish humor by secular Israelis. The videos are hilarious. Thanks!

  4. LatmaTV ist streckenweise großartig.

    Humor ist wichtig, auch Humor über Juden/Araber/Europäer.

  5. Das ist nun kein Witz –

    Es gibt diesen Satz, wonach nur derjenige wirklich herzlich lachen kann, der des ganzen Ernstes fähig ist.

    Das Typische an jüdischem Humor ist, dass er sich über sich selbst (die eigenen Leute) lustig macht und nie auf Kosten anderer. Solche Art Humor kann naiv und manchmal auf Dritte auch gar nicht lustig wirken.

    Der Witz „der Welt“ ist auch ein Ventil, nimmt aber weniger Rücksicht auf andere und sagt unter Umständen Dritte verletzende Wahrheiten.

    Es gibt mehr als einen Grund, aus dem jüdischer Humor so vorsichtig mit den Gefühlen anderer umgeht. Einer dieser Gründe liegt darin, dass gläubige Juden nicht nur glauben und vertrauen, sondern WISSEN, dass sie in der Wahrheit wandeln, auch wenn sie immer nur stückweise erkannt wird. Das macht betroffen angesichts der Unwissenheit der Welt und demütig angesichts der grossen Aufgabe, die mit diesem Wissen verbunden ist.

    Israel wird von seinen Nachbarn bedroht, aber wie gross diese Gefahr und das Leid auch sein mögen, die Gläubigen sind sich ihrer Wahrheit gewiss. Niemand drückt es klarer aus als die den Wehrdienst verweigernden Ultraorthodoxen. Sie sind sich dieser Wahrheit so sicher, dass sie zum Teil glauben, sie nicht einmal mit Waffengewalt verteidigen zu müssen.

    Diese Gewissheit beschert den Menschen eine innere Heiterkeit und Leichtigkeit, die zu Humor fähig ist, der keines Dritten bedarf. Gleich wie widrig die Lebensumstände und wie sehr jüdische Existenz in der Geschichte bedroht war, das jüdische Volk hat das alles überstanden. Niemals wird ein Mullah oder ein Hitler die ganze Welt oder die freie jüdische Seele beherrschen. Selbst die atomare Bedrohung ist angesichts der grösseren Zusammenhänge dessen, der immer das letzte Wort haben wird – lachhaft.

    An solchem Gleichmut angesichts der Not kann nur teilhaben, wer selbst diese Wahrheit begriffen hat. Sie ist Teil von Israels Narrativum, auch wenn manche sich davon entfernt haben mögen.

    Israel ist sich seiner Identität und seines Gottes sicher. Was auch immer geschehen mag, es wird die Existenz Gottes nicht in Frage stellen.

    Es gibt diese bekannte Management-Technik, bei der man sich überlegen soll, was man tun würde, wenn man nur noch drei Monate zu leben hätte. Im Angesicht des Todes erscheint das Leben in einem anderen Licht. Man stellt sich die Frage: Bin ich am richtigen Platz? Ist dies meine Aufgabe? Bin ich eins mit meiner ‚Bestimmung‘? – Israel als Nation kann diese Fragen mit „ja“ beantworten.

    Ich kann mich an den ersten Golfkrieg `91 erinnern. Ich empfand die Bedrohung weit weg vom Geschehen entsetzlich – nicht unmittelbar, weil mir der Krieg als der Anfang vom Ende präsentiert wurde, als vielmehr weil ich mich im Leben ganz und gar fehl am Platz fühlte.

    Es ist mein Eindruck, dass Menschen, die im Bewusstsein und der ‘Enge‘ der Torah leben oder die, um es christlich zu formulieren, das Joch der Nachfolge Jesu auf sich genommen haben, so sehr ‚mittig‘ (zentriert) sind, dass sie gelassen und manchmal gar heiter mit Leid und Bedrohung umgehen und sich selbst in ihrer Misere auch einmal auf den Arm nehmen können.

    Solche Art „Humor“ können Dschihadisten naturgemäss nicht verstehen, denn wie sollen Sie eine Verbindung zum Schöpfer spüren, da sie ihr Leben dem Tod geweiht haben? Das ist eine sehr ernste Angelegenheit.

    Israelis wissen, dass der Konflikt des Nahen Ostens nicht „sinn-los“ ist, sondern dass sie selbst ins Zentrum des Konflikts berufen wurden. Das ist für sich genommen bereits eine tragikomische Tatsache – und ein Segen und Glück zugleich.

    Jüdischer Humor ist an den Ernst des Lebens gekoppelt. Er beschreibt die besondere Fähigkeit, Schwerkraft auszuhebeln, und sich über das eigene Leid oder eine Gefahr zu erheben angesichts der grösseren, rettenden Wahrheit, die allen Dingen innewohnt.

    ——
    Entschuldigung – wegen meines so gar nicht witzigen Beitrags, der hoffentlich ein bisschen dem gegenseitigem Verstehen dient.

    • Liebe Lilly,
      aus deinen Worten spricht da aber auch ein gefährliches “Wissen um die Wahrheit”, welches den Jihaddisten gar nicht unähnlich ist.

      „An solchem Gleichmut angesichts der Not kann nur teilhaben, wer selbst diese Wahrheit begriffen hat. Sie ist Teil von Israels Narrativum, auch wenn manche sich davon entfernt haben mögen.“

      Da unterschätzt du die Israelis die ich kenne (zugegeben, sie stehen meist jeder Religion kritisch gegenüber) aber ganz gewaltig. Du hältst dir da anscheinend ein Idealbild hoch, welches dich selbst nährt und weniger mit dem was du da meinst außen wahrzunehmen zu tun hat. Du sprichst von deiner Wahrnehmung, und ich „meine“ in ihr absolutistische Tendenzen zu erkennen, die ich als gefährlich erachte.

      Vielleicht hast du noch nicht bemerkt, dass eine neue Bewusstseins-Bewegung zu Gange ist, die auch die religiösen Kreise, auch die in Israel, beginnt zu erreichen. Heutzutage sind auch Religiöse oft weit aus differenzierter, sind bereit sich zu fragen, ob ihr „WISSEN“ vielleicht doch einen Selbstzweck erfüllt. Sie maßen sich weniger an objektive oder gültige Aussagen über irgendetwas da draußen machen zu können, beziehen sich weniger auf eine gottgegebene Wahrheit, und mehr auf die eigene Fähigkeit eigene Motiven und eigene Ansichten kritisch zu hinterfragen, denn diese Fähigkeit bei sich selbst mal kritisch nachzuschauen ist für viele an Gott Glaubende auch Gott gegeben.

      Also liebe Lilly, bleib auf dem Teppich, der jüdische Witz beinhaltet die Fähigkeit über das eigene Leid, aber auch über die eigene Verbohrtheit und die eigenen Quersichten aus dem das Leid erwächst, zu lachen.

      Liebe Grüße

      • Hi Sam!

        “aus deinen Worten spricht da aber auch ein gefährliches “Wissen um die Wahrheit”, welches den Jihaddisten gar nicht unähnlich ist.”

        Du plapperst offenbar gerne nach, was andere sagen.

        Welches Unheil hat dieses “gefährliche” Wissen um die Wahrheit in der Geschichte denn bereits angerichtet?

        Klar kannst Du es Dir leicht machen und das Wissen der einen mit dem der anderen und deren Schlussfolgerungen gleichsetzen. Damit ziehst Du Dich dann bequem aus der Affäre.

        Im Falle der Juden/Israelis besteht die Gefahr eigentlich immer darin, dass sie andere mit ihrem Wissen gegen sich selbst aufbringen, nicht damit, jene anderen akut in Gefahr zu bringen. Es mag natürlich auch bei manch wissenden Juden über die Massen menscheln, und sie verfallen dann in einen Extremismus, der sich gegen andere richtet, aber bisher ist das doch eher eine bedauernswerte Randnotiz. Wenn’s nicht so ist, erfahre ich gerne mehr darüber.

        “Da unterschätzt du die Israelis die ich kenne (zugegeben, sie stehen meist jeder Religion kritisch gegenüber) aber ganz gewaltig.”

        Ich nehme mal an, dass Du vor allem die Israelis kennst, die Dir und Deinem Denken sympathisch sind. Daher stehen die dann jeder Religion ebenso kritisch gegenüber wie Du. Sprich Deine Sicht der Dinge ist nicht weniger beschränkt als meine, wenngleich aus anderen Gründen. Im übrigen hatte ich klar differenziert zwischen denen, die sich ihrer Geschichte bewusst oder nicht bewusst sind, zwischen Gläubigen und Säkularen… Genau lesen, bitte!

        “Du hältst dir da anscheinend ein Idealbild hoch, welches dich selbst nährt und weniger mit dem was du da meinst außen wahrzunehmen zu tun hat. Du sprichst von deiner Wahrnehmung, und ich „meine“ in ihr absolutistische Tendenzen zu erkennen, die ich als gefährlich erachte.”

        Ideale geben uns Hoffnung. In dem Sinne bin ich idealistisch, ja, aber ich nehme durchaus wahr, was da draussen vor sich geht bzw. ich versuche es. Deswegen bin ich ja auch hier, wobei ich die Erfahrung wohl mehr im Leben als auf der Platform suchen sollte! Meine Wahrnehmung ist radikal (an die Wurzel gehend) und sucht das Absolute; absolutistisch ist sie aber nicht…

        “Vielleicht hast du noch nicht bemerkt, dass eine neue Bewusstseins-Bewegung zu Gange ist, die auch die religiösen Kreise, auch die in Israel, beginnt zu erreichen. Heutzutage sind auch Religiöse oft weit aus differenzierter, ….”

        Ich hatte das “Wissen”, von dem ich sprach, nicht näher definiert. Es handelt sich dabei um ein facettenreiches, differenziertes Wissen… – naja, ich will Dich mal besser nicht weiter damit überfordern. Solltest Du nicht aber mehr davon verstehen, da Du israelische Freunde hast und vorgibst zu verstehen, wovon Du sprichst?

        “…sind bereit sich zu fragen, ob ihr „WISSEN“ vielleicht doch einen Selbstzweck erfüllt. Sie maßen sich weniger an objektive oder gültige Aussagen über irgendetwas da draußen machen zu können, beziehen sich weniger auf eine gottgegebene Wahrheit, und mehr auf die eigene Fähigkeit eigene Motiven und eigene Ansichten kritisch zu hinterfragen, denn diese Fähigkeit bei sich selbst mal kritisch nachzuschauen ist für viele an Gott Glaubende auch Gott gegeben.”

        [LiLy kratzt sich am Kopf.] Das jüdische Wissen um die Auserwählung (Ausgangspunkt!) schliesst eigenes Hinterfragen mit ein. Der französische jüdische Philosoph Ouaknin hat den Begriff “Quoibilité” geprägt für die essentielle Eigenschaft des Menschen zu fragen und zu hinterfragen, auf französisch: “Quoi?” oder auch “Hein?!”, sprich: “Was?” “Hä?!” – Damit kannst Du Dir das mit dem Absolutismus stecken*, den Du offenbar gerne witterst, wenn Du Worte hörst wie “Religion” oder “Wissen um die Wahrheit”.

        * wohin? Mit dem cursor einfach nach oben fahren! ;-)

        “Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann.” (Francis Picabia)

        Viel Erfolg damit!

        Schöne Grüsse

    • Liebe Lily,

      vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag.

      Katja sagt:
      23. Mai 2012 um 10:29
      @ Lilly
      „Dein Beitrag dient nicht dem gegenseitigen Verstehen. Dieses Bild der Israelis das du hier zeichnest macht mir angst.“

      Katja macht Deine Darstellung Angst, mir nicht! Ich muss mich in Zukunft Katja2 nennen, damit wir nicht verwechselt werden.

      Auch Dein Kommentar zu dem Interview mit Dana Weiss war sehr treffend formuliert:

      „Warum nur ist das Eintreten für die Interessen der Palästinenser so sehr mainstream und wird so wenig kritisch hinterfragt? Das mag weit hergeholt sein, aber mir kommt es gerade so vor, als bediene man sich der Palästinenser, um latent vorhandenen antisemitischen Ressentiments legitim Ausdruck verleihen zu können, und wer da nicht mitmachen mag – stört.“

      Viele Grüße
      Katja2

    • Liebe Lilly,
      verstehen kann Ihren Beitrag nur, wer 1. Petrus 4, 12-13 kennt und die Kraft hat, das mit Leben zu füllen. Zu diesen Leuten gehöre ich genauso wenig wie eigentlich 100% der säkularen und vermutlich 99,999% der orthodoxen Juden bzw. der Christen. Anders ausgedrückt: nur die wenigsten Menschen können einen “Sinn” im eigenen Leiden erkennen.
      Und diejenigen, die das aus einem geschlossenen religiösen Denksystem heraus vor allem anderen diese Verse vorbeten, handeln in der Regel taktlos und unempathisch. Sind sie dagegen selbst betroffen, jammern sie nach meiner Erfahrung auch ganz schön, besonders wenn sie durch die Situation in ihrem Selbstverständnis hinterfragt werden.
      Der Wunsch, sein Leben in Ruhe und Frieden und Gesundheit (kurz gesagt: im Schalom) zu leben, ist zutiefst im Menschen verankert, und deswegen wird es kaum jemand als “Glück und Segen” empfinden, wenn er leidet. Selbst dann nicht, wenn er sich selbst aus Liebe zu einem anderen opfert und das Leiden für ihn übernimmt.
      Denn das Leiden an sich ist kein Selbstzweck.
      Glück und Segen kann aber ein Mensch werden, wenn er das Leiden überwindet, und aus seiner Erfahrung heraus anderen helfen kann, solche Zeiten durchzustehen und ebenfalls zu überwinden. Aber auch das macht das Leiden nicht angenehmer.

      Humor ist dagegen eine Frage der persönlichen Einstellung, die weiß, dass nicht die Situation, sondern meine Wahrnehmung der Situation entscheidend ist, und dass mir Freiheit daraus erwächst, dass ich selbst entscheiden kann, wie ich auf die Situation reagiere.

      Obwohl ich selbst an die Existenz einer absoluten Wahrheit glaube, habe ich mit Ihren Aussagen zur Wahrheit meine Probleme. Sie sagen nämlich, dass Menschen im Besitz dieser absoluten Wahrheit sein können. Das ist nicht nur ausgeschlossen, es erinnert mich eher an den Satz: “Wenn ihr die (absolute) Erkenntnis (der Wahrheit) haben werdet, werdet ihr sein wie Gott.” Denn ein Mensch, der sich im Besitz der absoluten Wahrheit wähnt, schreibt sich dadurch göttliche Eigenschaften zu.

      Ich hoffe Sie können Verständnis für meine Bauchschmerzen mit diesem speziellen Beitrag von Ihnen aufbringen. Denn sonst fand ich Ihre Beiträge immer interessant zu lesen.

      Viele Grüße
      Michael

      • Hallo Michael,

        mir wird gerade bewusst, dass meinem Umgang mit “Wissen/Wahrheit” und “Leid” Konzepte zugrunde liegen, die mir im Grunde selbst noch recht neu sind und die ich – mit einer der nächsten Freischaltungen – noch näher erklären werde.

        Verständnis für Ihre Bauchschmerzen habe ich nun eher nicht. Nicht Mich sollten Sie wichtig nehmen… ;-)

        @+
        Lily

      • Lieber Michael,

        Ich gebe mir nun alle Mühe, meine Gedanken um 80 % zu kürzen und versuche, dennoch irgendwie verständlich rüberzukommen. Unmissverständliches in Stichworten…

        Absolute Wahrheit -> Judentum (Zionismus/Recht auf Land), Islam (Islamismus, Bombe, Steinigungen), Katholizismus des Mittelalters (Inquisition), Kommunismus (Gulag), usw.

        Eine Antwort auf o.g.: Alles ist relativ. Wahrheit ist relativ. -> liberales Christentum des Nordens, Säkularismus, Laizismus, interreligiöser Dialog (teilweise), Glaube (!) im Gegensatz zu absolutem Wissen

        Eine anderer Umgang mit absoluter Wahrheit: Wahrheit in der Tiefe, im „Inneren“ der Dinge suchen, die alles durchziehenden mystischen/esoterischen Verbindungen. Transzendentes Erkennen und Erfahren einer allem innewohnenden Einheit und Wahrheit.

        ————

        Glaube gibt sich demütig. Gott allein weiss. Ich kann die Wahrheit nur erahnen. Wenn ich etwas nicht verstehe, so frage ich besser nicht, denn mein Fragen und meine Zweifel könnten meinen Glauben aushöhlen. Solches Glauben funktioniert. Oft bis zu einem gewissen Punkt. Viele stolpern an den unbeantworteten Fragen, an Ungereimtheiten in der Bibel, an Leid und Ungerechtigkeit.

        „KNOW that I’m God.“ – Grosse Entdeckung: „Glaube“ hat im Judentum eine andere Bedeutung. Er beschreibt unsere Treue gegenüber dem als wahr Erkannten. Glaube beschreibt eine Haltung dem Leben gegenüber, die Gottes Gebote achtet. Es ist ein Glaube, der aktiv und sehend ist, der Fragen stellt, grübelt, zweifelt, hinterfragt, bohrt und gräbt, um so verstehen zu können, dass er schliesslich weiss. Wissen steht dem Glauben niemals im Weg und gefährdet ihn nicht. Im Gegenteil: Wissen ist Voraussetzung für den Glauben. Wir sollen wissen, dass Er ist, der Er ist und Ihm aus diesem Grund treu sein.

        Blinder Glaube kann an Leid zerbrechen. Sehender Glaube sucht Gründe für das Leid.

        Manches Leid lässt sich simpel durch Ursache und Wirkung erklären. So kann der Verzehr von Süssigkeiten Karies verursachen, und die Folge können Zahnschmerzen sein. Niemand verliert dadurch seinen Glauben an Gott. Es gibt aber körperliches, emotionales, seelisches Leid und Ungerechtigkeit, die wir nicht so einfach erklären können. Wo kommen die her? Und da bietet die jüdische Mystik Reinkarnation als Erklärung an. Die Idee kennen wir nicht nur von Fernost. Auch die Naturwissenschaft spricht ja mittlerweile von Parallelwelten und solchen Dingen. Es ist nun müssig, das hier näher auszuführen, und ich sehe es auch nicht als unsere Aufgabe. Es mag genügen zu verstehen, dass jede Erfahrung, jedes Glück und jedes Leid wahrhaftig sinn-voll sind.

        Wissen ist nicht gefährlich, sondern Auftrag unseres Menschseins; und Leiden kann ein Genuss (!) sein, der uns einem herbeigesehnten Ziel Schritt um Schritt näher bringt. Das beste Beispiel dafür sind (einmal wieder) die Geburtswehen. Manche Frauen leiden entsetzlich unter den Schmerzen, und andere wiederum geniessen jeden Moment dieses Übergangs in der ungeduldigen Erwartung ihres Kindes. Zahnschmerzen bringen nun kein neues Leben hervor, aber selbst dadurch spüren wir, dass wir leben, lernen dankbar zu sein für die alltägliche Selbstverständlichkeit, frei von Zahnschmerz zu sein.

        Schwieriger ist der Umgang mit emotionalem Leid und Ungerechtigkeit, aber auch diese Erfahrungen sind Schritte auf dem Weg, … Der Sinn des Leids erschliesst sich im allgemeinen nicht von aussen, sondern muss individuell gesucht und verstanden werden. Es hat da ein jeder seine eigene Nuss zu knacken.

        ————

        “Im Besitz” der absoluten Wahrheit sein… Habe ich das so gesagt?

        Ich sprach davon bzw. meinte, dass gläubige Juden es so verstehen, dass ihnen mit der Torah Gottes Wahrheit zuteil wurde. Diese Wahrheit und dieser Bund sind jedoch anstrengend, da sie an Pflichten gebunden sind. , und diese Wahrheit schliesst die Erkenntnisse anderer nicht aus. Glaube an die Offenbarung eines absoluten Gottes macht den Gläubigen nicht zu einem Gott, und diese Offenbarung selbst muss nicht für ein geschlossenes und unfrei machendes Denksystem sondern kann durchaus für genau das Gegenteil stehen, nämlich für Wahrheit, die frei macht.

        Schöne Grüsse -

      • PS: Stelle gerade fest, dass ich der lebende Gegenbeweis für meine hochgesteckten Ideale bin… Das Ding mit dem Leid ist, dass man den Sinn konkret in der Regel immer erst hinterher verstehen darf. Sonst würde das Leid wohl auch nicht seinen Zweck erfüllen. Taschentuch, biitteee! –

        PS2: “DSK (Dominique Strauss-Kahn) und der Papst kehren heim zum lieben Gott, der den einen zur Läuterung, den anderen zu den Heiligen schickt. Leider verwechselt er die beiden. Der Papst beschwert sich. Der Fehler wird schnell korrigiert. Es kommt zum Tausch. Im Flur begegnen sich die beiden.
        Papst [erwartungsvoll]: Gleich werde ich die Jungfrau Maria begrüssen!
        DSK: Nicht mehr.”

        • Liebe Lily,
          danke für die Antwort. Dass wir alle nicht unseren Idealen gerecht werden, macht uns menschlich und sympathisch (= mit-leidend).
          Dass Leid einen Sinn haben soll, kann ich immer noch nicht erkennen. Wenn ich aus dem eigenen Unglück etwas Positives mache (für mich oder für andere), ist das schwerer, aber prinzipiell nichts anderes, als wenn ich aus dem eigenen Glück etwas Positives mache. Damit sind weder das Glück noch das Unglück sinnvoll.
          Bei den von Ihnen erwähnten Geburtsschmerzen kann ich auch nicht den Sinn erkennen. Ein Kaiserschnitt unter Vollnarkose hat dasselbe Ergebnis, aber ohne Leiden. Der Sinn der Schmerzen ist also nicht die Geburt. Allenfalls kann man neurologisch argumentieren, dass die Schmerzen im Gehirn die Areale für Liebe aktivieren, aber liebt eine Frau, die ihr Kind per Kaiserschnitt bekommen hat, ihr Kind wirklich weniger?
          Auch den Verweis auf Wiedergeburt, der im hinduistischen Karma verankert und in den Veden am deutlichsten ausformuliert ist, kann ich nicht als Sinn erkennen. Denn gerade die absolute Wahrheit im Hinduismus, dass es eben keine absolute Wahrheit gibt, führt eine Einteilung in Gut und Böse ad absurdum. Damit ist Belohnung und Bestrafung auch nicht mehr verständlich, weil es keinen absoluten Maßstab gibt, an dem sich das messen könnte, und weil es auch niemanden gibt, der zur Beurteilung berechtigt wäre. All diese Ideen werden nur dann logisch, wenn man ein absolute Instanz darüber setzt.

          Sie haben absolut recht damit, dass der Glaube an einen solchen absoluten Gott frei machen sollte, weil er den Glaubenden davon entbindet, selbst der Maßstab aller Dinge sein zu müssen, denen er ja doch nicht gerecht werden kann (nicht einmal den eigenen Maßstäben). Trotzdem habe ich immer wieder erlebt, dass Menschen sich diesen Glauben so zurechtgebogen haben, dass er ein geschlossenes System wurde, in dem sie sich sicher davor fühlen können, mit der eigenen Begrenztheit auseinandersetzen zu müssen.

          In Bezug auf das Leid kann ein Sinn da sein, wenn ich Zahnschmerzen habe, dass ich erkenne, dass es mal wieder Zeit für einen Besuch beim Zahnarzt ist. Deshalb würde ich das streng genommen nicht unter den Begriff Leid subsumieren.

          Gerade das Erklärenmüssen von Leid, das offenbar keinen Sinn hat – wenn eine junge Mutter, die ein angenehmer, liebevoller Mensch ist, eine Bereicherung ihrer Umgebung, plötzlich an aggressivem Bauchfellkrebs erkrankt und qualvoll “verrecken” muss (sorry für die Wortwahl, aber es war drastischer als sich das Wort anhört) – hat keinen Sinn. Für wen oder was soll das gut sein?
          Wenn dann noch das Umfeld mit erbärmlichen Erklärversuchen ankommt, am besten damit, dass es die Strafe für irgendeine Sünde sei, dann ist das für die nächsten Verwandten wie zusätzlich zum Leid noch verprügelt und sozial ausgegrenzt zu werden. Die Erklärungen werden selbst zum Leid, das den ohnehin schon vom Leid betroffenen noch mehr aufbürdet.

          Gerade in Bezug auf einen absoluten Gott wirft das Fragen auf. Ist der Gott wirklich absolut gut (was er sein muss, wenn er andere nach seinem absoluten Maßstab beurteilen will), wenn er das willentlich verursacht? Ist er wirklich absolut mächtig, wenn er das zulassen muss?
          Ein Glaube, der das einfach blind voraussetzt und nicht zu hinterfragen traut (was Sie als blinden Glauben bezeichnet haben), der wird so wie Sie geschrieben haben, daran scheitern müssen und zu Atheismus oder Fatalismus führen.
          Ein Glaube jedoch, der Gründe für das Leid sucht, wird jedoch ebenfalls daran zerbrechen oder aber sich in Plattitüden verrennen, (zu) einfache Erklärungen für das Unerklärbare. Dazu zähle ich Karma genauso wie die “Freunde Hiobs”.

          Es gibt also noch einen dritten Weg geben, einen “Geisteszustand”, der unabänderliches akzeptiert, auf Veränderung hinarbeitet und die Weisheit besitzt, das eine vom anderen zu unterscheiden. Er läßt sich vom Leid nicht lähmen, sondern tut das in seiner Kraft Stehende, um es zu lindern. Ob “Glaube” das richtige Wort dafür ist oder “Wissen”, möchte ich dahingestellt sein lassen. Allerdings ist dieser Geisteszustand dem Humor eng verwandt. Und er ist leichter zu erreichen, wenn man ein Ziel hat, dass es durch diese Handlungsweise zu erreichen gilt.

          Viele Grüße
          Michael

          • Michael,

            ich stimme Ihnen zu, wenn Sie sagen, Zahn- und Geburtsschmerz fallen nicht in die Kategorie „Leid“.

            Sie stellen in der Sinnfrage das Konzept vom Karma im Hinduismus, da es keine absolute Wahrheit gibt, dem einer absoluten Wahrheit bei ungeklärtem Sinn des Leidens gegenüber.

            Das schmeckt zwar nach Synkretismus, aber ich bin der Auffassung, dass absolute Wahrheit und Karma einander nicht ausschliessen, sondern sinngebend ineinander greifen. Im Judentum spricht man jedoch nicht von Karma sondern Reinkarnation oder vielmehr „Gilgul“, Lebenszyklen. Das Verständnis hiervon war immer präsent, gehört jedoch zur Kabbala, der jüdischen Geheimlehre und gehört nicht selbstverständlich zum jüdischen Selbstverständnis. Ich empfehle dazu Rabbi Trugman (Youtube), der diese Dinge sehr schlüssig erklärt.

            Diesem Verständnis liegt eine durchgängige Sicht von Ursache und Wirkung zugrunde. Es geht dabei nicht um „Bestrafung“ im Sinne von: „Das geschieht ihm/ihr recht. Er/sie wird’s nicht anders verdient haben.“ – Diese Sicht beschreibt lediglich, dass es nichts, aber auch gar nichts gibt, das uns nur zufällig widerfährt. Es gibt immer eine Ursache, auch wenn sie uns oft verborgen ist, worunter wir dann leiden, da wir keine Antwort auf das „Warum“ finden können.

            Des weiteren macht dieses Verständnis weder gleichgültig noch teilnahmslos angesichts des Leids eines anderen. Helfend und unterstützend eingreifen ist die richtige Antwort für Aussenstehende s. Helfen reicht von Unterstützung der Familie durch Zuhören, Trost, praktische Hilfe über medizinische Eingriffe bis hin zum Gebet und Hoffnung auf Heilung und ein Ende des Leids, welches immer zugleich Klärung auf spiritueller Ebene bedeutet. Das klingt nun hochtrabend, da dies nicht der rechte Platz ist, um diese Dinge anhand von Erfahrungen und Beispielen zu veranschaulichen.

            Zum Sinn gibt es also zu sagen, dass Leid sich durch Ursache und Wirkung erklären lässt. Darüber hinaus liegt ein weiterer Sinn darin, dass wir am Leid wachsen. „Das Leid gräbt die Schalen in unsere Herzen, welche die Freude zu fassen vermögen,“ beschreibt einen Aspekt. Wir erleben das, wann immer wir Leid überwinden. Danach geht das Herz über vor Freude, wir möchten die ganze Welt umarmen, und uns ist nur noch zum Lachen zumute. Viele kennen dieses Gefühl. Viel psychisches Leid entsteht auch dadurch, dass wir in einer ‚Fehlhaltung‘ verharren, die uns richtig oder einzig möglich scheint. Das Leid endet, da wir den Fehler erkennen, loslassen und überwinden. Das Loslassen fällt fast immer sehr schwer, so dass aus emotionalem Leid sehr häufig ein körperliches Leiden hervorgeht. Ursache – und Wirkung…

            Sie sprechen davon, wie Menschen sich immer wieder einen absoluten Glauben nach eigenem Gutdünken zurechtbiegen. Genau daraus entstehen die o.g. Fehlhaltungen, und letztlich ist bei diesem „massgeschneiderten Absoluten“ ER nicht mehr im Mittelpunkt, sondern wir pflegen unser eigenes Goldenes Kalb. Das können sowohl Laster sein als auch ein überhoher moralischer Anspruch, sowie materielle Güter wie Statussymbole, Erfolge in der Welt und woran auch immer unser Herz mehr kleben mag als an IHM selbst.

            Schliesslich sagen Sie, aus Glück sowie aus Unglück könne jeweils Positives werden. Das Unglück ist nicht notwendig. Das ist grundsätzlich richtig, und es geht auch nicht darum, das Unglück zu suchen, um wachsen zu können. Leid und Unglück sind wie Sie zuvor bereits sagten, kein Selbstzweck. Manch einer schreitet sonnig und mit Leichtigkeit durch die Welt, tut Gutes und erlebt Glück, ohne leiden zu müssen. Die meisten Menschen sind mit schwierigen Zeiten jedoch besser vertraut, und sie dienen dem Wachstum unserer Seele, der Korrektur, der Überwindung…

            Sie führen das Beispiel der jungen Frau an, die erbärmlich sterben musste, ihr Leid und das ihrer Umgebung. Sie sehen nur das, was vor Augen ist. Vielleicht war diese Frau in ihren letzten Momenten Gott so viel näher als so viele andere, die ein leichtes Leben haben, strahlend lachen – und sich dann aus heiterem Himmel das Leben nehmen. Und für die Angehörigen liegt der Schmerz im Verlust der geliebten Person. Zugleich aber reisst das seelische Band nicht, das diese Menschen miteinander verbindet; sie sind einander immer verbunden und werden einander wiederfinden.

            Ich las einmal eine Geschichte von einer Frau, die im Tsunami in Asien zwei ihrer drei Kinder verlor und danach sagte, sie habe nun keine Angst vor dem Tod mehr. Sie war sich absolut gewiss, dass der Tod sie wieder mit ihren Kindern zusammenbringen würde.

            „Wenn unsere Augen nicht gehalten wären, wir sähen Engelmächte, und Feuersäulen leuchteten durch unsre Nächte. Wenn unsere Herzen nicht gehalten wären, wir sängen Lobgesänge, dass von der Erde Enden her der Schall erklänge. Wenn unsere Hände nicht gehalten wären, wir täten Jüngertaten; wir brächten unsre Garben ein nach Tränensaaten. Wenn wir nur Glauben wie ein Senfkorn hätten, wir würden überwinden. Im Lichte Gottes würden wir uns selber finden.“ (Lindolfo Weingärtner)

            Zu guter Letzt: Auch wenn wir vor dem Gesetz alle gleich sein mögen, ich denke, Frauen halten das Leiden insgesamt besser aus, während Männer es durch ihr Handeln schnell überwinden wollen, wodurch sie es manchmal verschlimmern und manchmal heldenhaft überwinden können.

          • Liebe Lily,
            vorab möchte ich sagen, dass mir die Diskussion wirklich Spaß macht – auch wenn die Antwortentiefe hier anscheinend begrenzt ist.

            Trotzdem werden wir aber vermutlich nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Wenn Leid tatsächlich immer einen positiven Sinn hätte – zum Beispiel eine Katharsis, wie Sie implizit voraussetzen – würde die Welt anders laufen.

            Sowohl Adolf Hitler als auch Jürgen Bartsch haben in ihrer Kindheit unsägliches Leid erfahren. Nachzulesen in “Am Anfang war Erziehung” von Alice Miller. Das Leid hat sie aber nicht “näher zu Gott” gebracht, sondern zu Monstern gemacht. Das sind zugegeben Extrembeispiele, aber es zeigt, dass manche Menschen durch Leid zerbrechen, verbittern oder zu haßerfüllten Menschen werden können. Wo liegt da der Sinn?

            Ich kann zwar die Denkrichtung nachvollziehen – wenn es einen Gott gibt, und dieser allmächtig und gut ist, dann muss alles Negative auch letztlich zum Guten führen – aber ich habe so meine Fragen an die Grundannahme.

            Viele Grüße
            Michael

          • @ Michael

            Mir fiel gerade ein, dass ich hier noch auf etwas zurückkommen wollte…

            „Wenn Leid tatsächlich immer einen positiven Sinn hätte – zum Beispiel eine Katharsis, wie Sie implizit voraussetzen – würde die Welt anders laufen.“

            Ich finde es gut, dass Sie sich die Frage nach dem Sinn des Leids stellen. Ich stelle (mir) auch immer viele Fragen, und im Fragen liegt so oft bereits die Antwort!, so dass man sich im Nachhinein wundert, vielleicht auch ärgert über die eigenen Fragen, aber es hilft, sie vor sich selbst und manchmal gegenüber anderen auszusprechen, um damit weiterzukommen.

            Ich sehe im Leid das Klärende, Reinigende, auch den Aufruf zu einer Richtungsänderung, aber damit ist nicht alles Leid erklärt, bzw. es fehlt uns Menschen auch vielfach an der notwendigen Weitsicht, um den Sinn erkennen zu können. Wenn wir diese Weitsicht hätten, so – wären wir wohl Gott gleich. Seine Wege sind „höher“ als die unseren. Wer sind wir, dass wir so tun, als wüssten wir, wie die Welt wohl laufen müsste, damit Leid sinnerfüllt wäre?

            „… Extrembeispiele, aber es zeigt, dass manche Menschen durch Leid zerbrechen, verbittern oder zu haßerfüllten Menschen werden können. Wo liegt da der Sinn?“

            Ich lasse den Stift in meiner Hand los, und er fällt zu Boden. Der Stift hat keine Wahl. Ich lasse ihn los, und er folgt den Gesetzen der Schwerkraft.

            Das Leid, das einen Sinn hat, hat nicht nur eine Wirkung. Wir wählen unsere Antwort darauf. Sie nennen Extrembeispiele, aber es gibt auch solche, die von aussen betrachtet an ihrem Leid hätten zerbrechen oder ebenfalls grausam und hasserfüllt werden müssen, und dann bewirkt das Leid genau das Gegenteil und bringt besonders Gutes hervor.

            Warum manche Menschen so Schlimmes erfahren, dass sie daran zerbrechen, ohne die Wahl gehabt zu haben, anders darauf zu reagieren, … ich kann es nicht beantworten, aber ich bin mir sicher, dass es Antworten im Verborgenen gibt. „Grausam und hasserfüllt“… solches liegt immer in unserer freien Entscheidung gegen Gott und beschreibt nicht eine Eigenschaft Gottes. Gibt es Menschen, die derart Schreckliches erfahren haben, dass sie selbst wiederum keine Wahl haben und nicht anders sein können? Vielleicht ist das so, aber die Seelen dieser Menschen haben, so wie ich es verstehe, auch eine Vorgeschichte und geraten nicht durch eine Laune der Natur in diese Situation.

            Gott ist gut, aber das Böse, das in unserer Rebellion gegen Gott liegt, ist ebenso real.

            „wenn es einen Gott gibt, und dieser allmächtig und gut ist, dann muss alles Negative auch letztlich zum Guten führen – aber ich habe so meine Fragen an die Grundannahme.“

            Welche Grundannahme? Dass es einen guten und allmächtigen Gott gibt oder dass alles Negative auch letztlich zum Guten führen müsse?

            Es gibt eine (jüdische) Sicht, wonach wir in der „nächsten Welt“ sozusagen bekommen, was wir „verdient“ haben, wieder nicht im Sinne von „Strafe“, sondern als Konsequenz unseres Lebens. Und da erklärte einmal einer, dass Menschen, die das Böse und die Nichtigkeit in diesem Leben wählen, in der „nächsten Welt“ als die Erde dienen werden, auf der wir gehen. So haben auch die „Bösen“ Anteil an Gottes neuer Welt. Sie würden sich ja nicht erfreuen können an einer „heilen Welt“, und so finden sie ihre Entsprechung in einer Rolle, in der sie nicht aktiv am Leben teilhaben können …

            Der Diskussionsfaden hier hat sich nun ein wenig zum Wollknäuel entwickelt.

      • Lieber Michael, etwas verspätet aber doch nicht zu spät:
        “Humor ist dagegen eine Frage der persönlichen Einstellung, die weiß, dass nicht die Situation, sondern meine Wahrnehmung der Situation entscheidend ist, und dass mir Freiheit daraus erwächst, dass ich selbst entscheiden kann, wie ich auf die Situation reagiere.” Gut gesagt.
        Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen: Freiheit erwächst wohl, da ich selbst entscheiden kann, wie ich auf die Situation reagiere. Aber sie erwächst vor allem wenn ich erkenne, dass keine äußere Situation mich zwingt sie in einer ganz bestimmten Weise wahrzunehmen und ich wählen kann sie aus unterschiedlichsten Blickwinkeln zu betrachten. Erwächst nicht daraus auch wahrer Humor?

        Ich für meinen Teil, bemühe mich um die Frage: Wähle ich etwas auf eine bestimmte Weise wahrzunehmen aus kleinlicher Selbstbezogenheit, aus einer Haltung von „mein und zu mir gehörig“, oder kann ich es zulassen, dass auch das Interesse des anderen meine Wahrnehmung mit beeinflusst?
        Denn wenn ich mich in die Schuhe des anderen stellen kann, erscheint die Welt ganz anders.
        Leider scheitere ich selbst aber allzu oft in dieser Ausrichtung.

        • Lieber Samboga,
          danke für die Antwort. Ich teile diese Gedanken vollumfänglich.
          Dass wir alle drei (auch Lilly) an der Umsetzung scheitern, ist eigentlich nur ein Beweis für unser Menschsein, das eben unvollkommen ist.
          Viele Grüße
          Michael

          • Lieber Michael,

            Danke für Ihre Antwort. Anscheinend hatte ich übersehen, dass in Ihrem treffenden Satz meine Ausführungen schon enthalten waren, und ich sie mir hätte sparen können.

            Ich würde gerne zu der obigen Ausführung noch etwas hinzufügen.

            Zwar übernehme ich die Verantwortung für meine unvollkommene „menschliche“ Wahrnehmung (vor allem anderer Menschen) und doch will ich nicht übersehen, dass auch diese Wahrnehmung meiner menschlichen Unvollkommenheiten nur GEDACHT ist, und keine absolute Wahrheit in sich birgt.

            Um bei dieser Sicht noch etwas zu bleiben: Es ist die Beschaffenheit meines Geistes die bestimmt ob ich Himmel oder Hölle, Idioten oder Genies glaube da draußen wahrzunehmen. Und diese Beschaffenheit des Geistes ist von mir selbst beeinflussbar.

            Meine Verantwortung im Leben ist es also auf die Beschaffenheit meines Geistes zu achten, denn alles andere, Wahrnehmungen wie auch Taten, folgen direkt daraus. Gleichzeitig will ich aber dabei nicht das grenzenlose Potential meines Bewusstseins übersehen.

            Denn wenn der Mensch nicht von einer außerhalb von ihm stehenden, höheren Macht erschaffen ist, sondern als die verkörperte Manifestation seiner eigenen geistigen Qualitäten gesehen wird, dann ist seine höchste Entwicklung nur beschränkt durch seine eigene Vorstellung wie diese höchste Entwicklung beschaffen sein könnte.
            Hier gehe ich wieder von einem grenzenlosen Potential des menschlichen Bewusstseins aus, welches einerseits nur durch die herkömmlichen Denk- und Gefühlsprozesse beschränkt wird, andererseits aber auch durch die Erkenntnis der Beschränkung im eigenen Denken und Fühlen die Möglichkeit birgt, diese zu überschreiten.

            Mit Grüßen
            Sam

          • “Dass wir alle drei (auch Lilly) an der Umsetzung scheitern,” (Michael)

            Es kommt auch immer wieder die Frage auf: Wie kann ich nur wieder gutmachen, was ich angerichtet habe?!

          • PS zu mir selbst: Wer wollte sich schon rühmen, ein Durcheinanderbringer zu sein?

          • Lieber Sam,
            als ich 20 war, hätte ich Ihren Ausführungen auch noch zugestimmt. Aber heute, wo meine intellektuellen und körperlichen Fähigkeiten zusammen mit der Haarfülle abnehmen, bin ich mir meiner (auch zeitlichen) Begrenzung nur zu bewußt. Das einzige, was sich scheinbar unbegrenzt erweitern läßt, ist mein Bauchumfang, aber ich hoffe nicht.
            Viele Grüße
            Michael

          • Lieber Michael,
            Bitte verfallen Sie doch nicht wegen der Fülle des Bauches, und des schütterem Kopfhaars in resignative Zustände. Sie sind doch mehr als diese Lächerlichkeiten!
            Wir brauchen Sie! Sie wissen die rechten Töne anzuschlagen!
            Sie merken es doch: Nichts nährt uns mehr als eine Vision, eine Inspiration, eine Haltung mit der wir für das noch nicht Dagewesene Ausschau halten, ein sich erinnern, dass wir mehr sind als sich dem Auge offenbart.

          • “Zwar übernehme ich die Verantwortung für meine unvollkommene „menschliche“ Wahrnehmung (vor allem anderer Menschen) und doch will ich nicht übersehen, dass auch diese Wahrnehmung meiner menschlichen Unvollkommenheiten nur GEDACHT ist, und keine absolute Wahrheit in sich birgt.” etc.

            Lieber Samboga,

            Das war ein beeindruckender Kommentar!! Es ist sehr interessant, Michael und Sie zu lesen, vielen Dank.

            PS: Behalten Sie doch den -boga! :-)

          • There are spiritual teachings which emphasize that suffering arises from a wrong vision of reality, which means, that it is hard for us to realize that all things are impermanent. And I would add, that all things are in a state of becoming.

            I had the impression there had been a process of insight which led up to a new level of approaching each other? And I was delighted and inspired that this could happen through a medium of communication unknown to me until now. Yes, initially I was shocked and hurt by how you reacted to my first input and I retaliated blindly, which I regretted immediately.

            Und jetzt? Die trügerische Nähe ist nur dann trügerisch, wenn das Neue noch unbekannt ist und ich mich auf bislang unbekannten Grund bewege. Und wenn ich etwas Altes ablege und etwas Neues ausprobiere, mag das wohl bei meinem Gegenüber gegen den Hintergrund des „bereits Erfahrenen“ als „falsch“ ankommen. Von einer gesunden Grenze für mich persönlich halte wenig. Sie dient immer nur dem Selbstschutz und der schränkt mich zu sehr ein. Dass ich verletzt werden könnte, muss ich dabei in Kauf nehmen.

            Was ich so spannend finde in der Kommunikation im „formlosen Raums“ ist, wie direkt und persönlich ich vom Äußeren betroffen bin, obwohl da nichts und keiner ist, der mich persönlich kennt und meint. Spannend ist auch bei den Diskussionen, wie sehr ich mich an meinem Selbstbild und meinen Überzeugungen festhalte, denn sonst würde mich wenig tangieren.

            As you notice, as I am trying to avoid the „Sie“ or „Du“ in German I end up talking about myself only. How is that for a try?

        • @ Lily
          Schön von Ihnen zu hören.
          Ist es nicht erstaunlich was wir auch „entkörpert“, oder besser „formlos“ und ganz gewiss „namenlos“ in Bewegung setzen können? Was für eine Erfahrung! Mir kommt da immer wieder : „Am Anfang war das Wort“
          Nachdem Sie mich gleich bei meinem ersten Geh-Versuch auf dieser Plattform um einen Kopf kürzer gemacht haben und mich auch kurznamig angesprochen haben, dachte ich mir es wäre mal eine interessante Übung einen Kopf kürzer mit verkürzten Namen herumzulaufen.
          Übrigens könnten wir ruhig wieder zum Du zurückkehren. Aber beim „Sam“ bleibe ich, denn -boga klingt wie bogus.
          Sam
          Mehr demnächst

          • @ Sam Lewis

            Ich verstehe. Ich kann erklären, wie es gekommen ist, dass ich mir mit dem “Du” schwertue. Zum einen begegnen sich hier Menschen, die einander im wahren Leben vielleicht nicht einmal die Hand schütteln wollen würden, und da schafft das “Du” eine trügerische Nähe, die die gesunde Grenze zum Du verwischt.

            Sie hatten mich zuerst geduzt, und ich hatte es – skeptisch – hingenommen.
            Später dann nahmen Sie bezug auf einen Austausch zwischen Katja und mir und suggerierten, so verstand ich es, ich habe “egomanische und andere Menschen entwertende Hirngespinste”. Und dann erklärten Sie, ich benutze mein Wissen als Waffe. ‘Einerseits ist er freundlich und duzt, dann aber beisst er unvermittelt zu wie ein Skorpion.’ In diesem “formlosen” Raum, wie Sie es nennen, kam mir von Ihnen eine gewisse Doppelzüngigkeit entgegen. Daher meine Rückkehr zum “Sie”.

            We could give it a try in English, maybe? :-)

  6. Klasse! Humor die 1/4 Miete , um diese Welt zu verstehen, wo nicht gelacht wird , wird geweint !

  7. das was Esther sagt!

    und:
    der joke wäre nur witzig, wenn man ihn auf solche geschichten wie südtirol und italien umschreiben würde. aber in dem kontext muss er echt nicht sein.

    und das eine video das ich mir angeschaut habe, ist einfach nur schlecht. “we make the world believe the IDF is Jack the Ripper”, diese einfallslosigkeit zieht sich durch das ganze video.

    • ich persoenlich finde dieses video genial. man stellt die sogenannte “friedensflotilie” bloss. es war ein haufen islamisten und europaeischen “nuetzlichen ideoten”.

      • Wirklich witzig Ariel: europäische nützliche Idioten. Sehen Sie zuerst einmal zu, daß Sie Ihr Deutsch verbessern, bevor Sie sich so weit aus dem Fenster lehnen!

        • @heidi

          wollen sie mich etwa belehren, dass man in einem dt. blog richtig dt. schreiben sollte? sonst was? sonst werden sie mir nicht mehr antworten? oder werden sie mir dann bei diskussionen nur die haelfte der punkte geben? abgemacht.

      • gut dass ichs doch noch lese. kann heidi nur zustimmen.
        Würde es mehr von diesen “nützlichen europäischen idioten geben”, hätte also die weltöffentlichkeit schon länger und in größerer zahl hingeschaut, dann hätte nun israel einige probleme weniger, ganz zu schweigen von den palästinensern. außerdem hätten wirklich radikalislamische diktatoren/agitatoren ein paar propaganda-mittel weniger.
        also überlegen sie sichs, bevor sie solchen geistigen müll schwarz auf weiß bringen.
        ich schätze sie als so einen typ ein, der seinem namensvetter sharon als erster feiert, dass er auf dem tempelberg rumspringt.

        • @jakbo

          woher wollen sie wissen, ob ich mich selbst nach sharon genannt habe oder es meine eltern gemacht haben, noch lange bevor sharon seine bekanntheit erlangte? es kann ja auch sein, dass ich ein ganz grosser fan der kleinen meerjungfrau bin oder meine unterhose mit ariel waschpulver wasche.

          wollen sie mir wirklich erklaeren dass der name ariel vorbelastet ist?

          lassen sie uns jetzt zur sache kommen:

          “außerdem hätten wirklich radikalislamische diktatoren/agitatoren ein paar propaganda-mittel weniger.”

          koennen sie mir nur einen bsp. nennen, wo ausgerechnet “nuetzliche idioten”(und ich hoffe wirklich sie verstehen die bedeutung dieser worte) etwas weltbewegendes erreicht haben? ich nicht, aber ich lasse mich in dieser sache gern belehren.

  8. @ Lilly

    Dein Beitrag dient nicht dem gegenseitigen Verstehen. Dieses Bild der Israelis das du hier zeichnest macht mir angst. Meiner Meinung nach ist niemand auf dieser Erde auserwaehlt, niemand wandelt auf dem Pfad der Wahrheit. Ich denke die Wissenschaft ist gut dabei die Wahrheit zu finden aber sie gibt wenigstens zu, wenn sie sich geirrt hat.

    “Israelis wissen, dass der Konflikt des Nahen Ostens nicht „sinn-los“ ist, sondern dass sie selbst ins Zentrum des Konflikts berufen wurden. Das ist für sich genommen bereits eine tragikomische Tatsache – und ein Segen und Glück zugleich.”

    ‘Segen und Glueck zugleich..’, ja was kann den da noch schiefgehen..die Israelis muessen ja uebersprudeln vor Freude diesen Konflikt am Hals zu haben.
    Du hast das Bild eines kranken Menschen gezeichnet der eine Therapie benoetigt um wieder einigermassen mit der Realitaet um sich herum klarzukommen und sich und andere Menschen nicht gefaerhdet.

    • liebe katja, zwar stimme ich den meisten aussagen von lily nicht zu, aber an “und ein Segen und Glück zugleich” ist etwas wares dran.

      wer staendig in gefahr lebt, hat zwar die selbe glueckvorstellung, aber er kann sich auch mit weniger zufrieden geben. so sind die israelis nach den letzeten umfragen die gluecklichsten unter OECD mitglieder. danach folgen laender aus skandinavien. das hat viele ursachen. eine davon ist, dass sie das eigene land sehr lieben. eine andere erklaerung koennte sein, dass sie sich mit weit “weniger glueck” viel gluecklicher sind. das liegt wahrscheinlich an der juedsichen erziehung.

      da die meisten israelis in der armee dienten sind sie viel mehr risikobereit, als die restliche welt. sie nutzen mehr chancen und gehen mehr risiken ein. ein israelisches traum ist es ein start up hi tech unternehmen zu gruenden um es dann fuer viele millionen an us firmen zu verkaufen. so was gibt es in dtl. nicht. diese risikobereitschaft macht sie viel beweglicher, als den rest der westlichen welt.

      natuerlich sollte frieden die hoechste prioritaet haben. aber die israelis leben nach 100 jahren krieg nach dem motto: wenn die araber mit uns nicht im frieden leben wollen, so werden wir in frieden ohne araber leben.

      nach 2000 jahren vorfolgung und vernichtung, haben die juden gelernt, immer nur die vorteile in der eigenen lage zu sehen.

      • “liebe katja, zwar stimme ich den meisten aussagen von lily nicht zu, aber an “und ein Segen und Glück zugleich” ist etwas wares dran.” (ariel an Katja, mich übergehend)

        @ariel

        So. Sie finden diesen “Witz”, den Schneider da zitiert, über die Iraner und die Palästinenser, wohl LUSTIG?! Und Sie meinen, dass den Israelis solche Art Humor wohl zustehe? Und diese Spassbacke oben im Bild gefällt Ihnen sicher auch! [Kann man eigentlich jedes Körperteil mit solch einer Projektion ankleiden?? Dazu würde ich ja auch gerne mal das oberste Rabbiner-Dingsbums hören. In den Kommentarrichtlinien konnte ich dazu nichts finden!] Die Rabbiner [Moderatoren] sind doch so superstreng und kontrollieren alles. Wie können da wohl solche “Witze” [sie kamen doch aus der re-dak-tioon…] durchgehen, hein?

        Hauptsache es steht Ihrem Glücklichsein nichts im Wege. Und sicher sind Sie auch noch stolz auf Ihren Waschmittelnamen!!

        “wenn die araber mit uns nicht im frieden leben wollen, so werden wir in frieden ohne araber leben.” (ariel)

        Lesen Sie eigentlich manchmal, was Sie so für’n Zeugs verzapfen? Jetzt haben Sie sich doch glatt im Kampfgebrüll vergriffen! Es sind DIE ARABER, die OHNE SIE leben wollen (werden)[So ganz kann man es ihnen wohl nicht verdenken, wenn ich Sie hier so lese!]!! – Nicht umgekehrt!!! SIE WOLLEN in FRIEDEN mit den Arabern zusammenleben. [Sie können’s im Drehbuch nachlesen, BITTE.] —-

        • “So. Sie finden diesen “Witz”, den Schneider da zitiert, über die Iraner und die Palästinenser, wohl LUSTIG?!

          ja

          Und Sie meinen, dass den Israelis solche Art Humor wohl zustehe?

          ja

          Und diese Spassbacke oben im Bild gefällt Ihnen sicher auch!

          ganz besonders

          [Kann man eigentlich jedes Körperteil mit solch einer Projektion ankleiden??

          ganz bestimmt

          Hauptsache es steht Ihrem Glücklichsein nichts im Wege. Und sicher sind Sie auch noch stolz auf Ihren Waschmittelnamen!!

          ja

          Lesen Sie eigentlich manchmal, was Sie so für’n Zeugs verzapfen?

          ab und zu

          Jetzt haben Sie sich doch glatt im Kampfgebrüll vergriffen!

          volle absicht, wie immer

          Es sind DIE ARABER, die OHNE SIE leben wollen(werden)

          was habe ich damit zu tun?

    • Hallo Katja,

      wenn Du mich nicht verstehst und mir das sagst, so ist es doch bereits ein Schritt in Richtung Verstehen. ;-)

      Warum macht Dir das Bild, das ich von „den“ Israelis zeichne, Angst? Denkst Du: Es hat schon andere gegeben, die das Monopol des Himmelreichs in Händen hielten – und was ist daraus geworden? – Ja, ich weiss. Die Juden/Israelis aber definieren sich durch ihre Auserwählung, und zwar schon immer, und wen haben sie damit bedroht? Was ist mit der gewaltsamen Judaisierung der Welt?

      Und dann sagst Du, niemand wandle auf dem Pfad der Wahrheit, und die Wissenschaft sei dabei, die Wahrheit zu finden. Du nimmst also doch an, dass es eine Wahrheit gibt, und Du traust ausschliesslich Naturwissenschaftlern zu, etwas darüber erfahren zu können.

      Damit hast Du Dir nun selbst eine Falle gestellt, denn wir sprachen ja von Israelis und ihrer Auserwählung und damit von einer übergeordneten Wahrheit. Und ich hatte gesagt, dass diese Auserwählung von gläubigen Juden als WISSEN verstanden wird. Anders als blind Glaubende lieben die Israelis nicht nur das Wissen um ihr Auserwähltsein, sondern Wissen überhaupt, und Wahrheit und Wissen kommen in Israel offenbar bestens miteinander aus! Jüdischen Mystikern war schon weit früher bekannt, dass die Erde keine Scheibe sondern eine Kugel ist, und heute, da so viele der Erkenntnisse der Mystik im Internet für jeden zugänglich sind, sprengt zugleich die Wissenschaft die Grenzen des rational Erfassbaren. Beschäftige Dich doch einfach mal ein bisschen mit der „string theory“ auf Youtube. Wissen wird immer mehr zu einem staunenden Schauen des Unfassbaren, was uns wieder zum wundersamen Ausgangspunkt der Auserwählung bringt.

      Du meinst, bei so viel Segen und Glück müssten die Israelis ja vor Freude übersprudeln, dass sie diesen (middle-east) Konflikt am Hals haben. – Ich hatte auch und zwar zuerst die Tragik solcher Auserwählung genannt! Was das Übersprudeln vor Freude betrifft, so denke ich, dass jeder Israeli diese Situation anders erlebt, dass der eine zum Beispiel hadert mit solcher Auserwählung, während der andere darin aufgeht, und wieder ein anderer gar nichts darüber weiss oder wissen will. Ich denke, dass diejenigen, die sich als auserwählt verstehen und annehmen, die Freude einer hochschwangeren Frau in den Wehen empfinden. –

      PS: Du sagst, die Wissenschaft gebe zu, wenn sie sich geirrt hat. NICHTS fällt der Wissenschaft schwerer als das!

      • Wie ich schoneinmal gesagt habe, meiner Meinung nach ist NIEMAND auf dieser Erde auserwaehlt. Die Menschen die von sich behaupten, von irgendwem oder eben wie hier Gott auserwaehlt zu sein leben in einer Illusion. Sie koennen gerne in dieser Illusion leben solange sie anderen ihre Freiheit lassen oder eben fuer sich selbst gefaehlich werden. Das gilt fuer ALLE Menschen auf dieser Erde.

        Du gehst schon davon aus, dass die Juden ein Auserwaehltes Volk sind. Und behauptest das ist die Wahrheit. Wo es doch so viele viele andere Menschen mit verschiedenen Glauben gibt. Haben die dann keinen Zutritt zum ‘Himmelreich’. Moechte dieser Gott dann nichts mit den Menschen zu tun haben die nicht an ihn Glauben? Das waere dann ein nicht sehr netter Gott, meiner Meinung nach.

        Wie auch immer, Wahrheit ist fuer jeden was anderes. Aber die Wahrheit darueber, dass es die Erdanziehungskraft giebt, kann jedes kleine Kind testen. Alles faellt zu Boden. Die Wahrheit darueber, dass die Erde die Sonne umkreist ist Wahrheit und diese Wissen haben wir von der Wissenschaft und von Menschen, die sehr hart gearbeitet haben. Auf dem weg zu diesem Wissen hat jeder einzelne Mensch auch mal einen Fehler gemacht aber durch den Wissensdrang und viele viele Tests und Mathematik und lernen koennen wir als Menschheit auf dem Mond landen.

        • Katja,

          Du bist vollkommen frei anzunehmen, NIEMAND sei auserwählt.

          Ob Du das nun aber so siehst oder nicht… Da IST nun einmal dieses Volk, das davon ausgeht, dass es auserwählt wurde.

          Wie willst Du mit deren Selbstverständnis umgehen? Du sagst: „Sie koennen gerne in dieser Illusion leben solange sie anderen ihre Freiheit lassen oder eben fuer sich selbst gefaehlich werden“ – War das nur ein Versprecher? Wäre es Dir lieb, wenn solche Menschen für sich selbst gefährlich würden?

          Und findest Du nicht, dass es ganz schön anmassend von Dir ist, anderen ein solches Selbstverständnis des Auserwähltseins abzusprechen? Woher WEISST Du so sicher, dass niemand auserwählt ist? Du kannst wohl sagen, dass Du Auserwählung selbst nicht erfahren hast, aber wie willst Du das Erleben eines anderen widerlegen, und steht Dir solches zu?

          „dass die Juden ein Auserwaehltes Volk sind. Und behauptest das ist die Wahrheit.“

          Ich behaupte, dass sie „das“ und nicht „ein“ auserwähltes Volk sind. Damit sage ich nicht, sie seien Übermenschen. Sie sind vielmehr Eingeweihte, die Gott in besonderer Weise an seinem Plan mit uns hat teilhaben lassen bzw. sie selbst sind auch eins mit diesem Plan. Die Geschichten der Bibel, der Torah, beschreiben ja auch ihre eigene Geschichte.
          Mit meiner blossen Behauptung erschaffe ich keine Wahrheit. Ich habe gesucht, geprüft, gefragt, gegrübelt und wieder und wieder gefragt und bin zu dem Schluss gekommen, dass es die Wahrheit ist, dass die Juden Gottes auserwähltes Volk sind, ja.

          „Wo es doch so viele viele andere Menschen mit verschiedenen Glauben gibt.“

          Jeder Mensch kann nur in dem Mass glauben, in dem er die Wahrheit erkennt. Menschen werden in viele verschiedene Kulturen und Religionen hineingeboren, haben völlig unterschiedliche Voraussetzungen, Wahrheit zu entdecken und Gott zu erfahren. Wir alle gemeinsam sind zuerst einmal zum Menschsein berufen. Das heisst, wir sollen das Denken nicht anderen überlassen, sondern unsere eigene Intelligenz benutzen, um nach der Wahrheit zu suchen.

          Wenn ich etwas als wahr erkenne, so hat das zuerst einmal nichts mit dem zu tun, was andere an einem anderen Ort erfahren und erkannt haben. Ich mag dann zwar denken, dass die anderen nicht an das „richtige“ glauben, oder ich fühle mich vielleicht auch selbst in Frage gestellt, aber wer bin ich, über ihren „Fehler“ oder vielmehr ihre andere Erkenntnis zu urteilen? Ich kann sie an dem teilhaben lassen, was ich erfahren habe, so wie sie mich umgekehrt auch. Mehr nicht.

          „Haben die dann keinen Zutritt zum ‘Himmelreich’.“

          Meinst Du die „Hölle“ mit „keinen Zutritt zum Himmelreich“? Auf einer tieferen Ebene sind wir alle miteinander verbunden und niemand ist da ausgeschlossen. So wie wir im Leben ernten, was wir säen, so wird auch der nächste Übergang bestimmt werden durch die Gedanken, Entscheidungen, Taten unseres Lebens. So weit ich weiss, hat auch die „Hölle“ im Judentum nicht dieselbe Bedeutung wie im Katholizismus des Mittelalters und auch heute noch für viele. Denk‘ einfach an ein paar weniger rühmliche Dinge, die Du in Deinem Leben bisher gemacht hast. Vielleicht weiss ja nicht jeder davon. Stell‘ Dir vor, das würde alles offenbar werden und wie Du Dich dann fühlst bzw. fühlen würdest. Oh Schreck! Das wäre vielleicht ein bisschen wie die Hölle, zumindest eher unangenehm. Die Hölle ist in erster Linie ein Ort der Läuterung und Klärung.

          Und wie ich bereits erwähnte, glaube ich auch, dass es Wiedergeburt gibt und Menschen wieder in ein neues Leben kommen können zum Wohl ihrer Seele.
          „Moechte dieser Gott dann nichts mit den Menschen zu tun haben die nicht an ihn Glauben? Das waere dann ein nicht sehr netter Gott, meiner Meinung nach.“
          Ich habe einmal gelesen: „Gott braucht uns nicht, und doch wäre er ewiglich unglücklich ohne uns.“ Gott „braucht“ unseren „Glauben“ nicht. Er hat uns ja erschaffen. Wir sind seine Geschöpfe. Gott sehnt sich aber danach, eine Beziehung zu uns, seinen Geschöpfen zu haben.

          Wir können Gott nicht sehen. Wenn wir ihn direkt sehen und erfahren könnten, so könnten wir nicht glauben, weil wir ihn ja schauen würden. Wir sind aber frei. Gott hat uns die Freiheit geschenkt, so zu leben, als gäbe es ihn nicht. Oder wir können Ihn suchen und danach streben so zu leben, wie Gott uns gemeint hat.

          Gott möchte immer mit allen Menschen etwas zu tun haben. Wir selbst sind frei, Gottes Nähe zu suchen oder uns von Ihm fernzuhalten, auch wenn Er immer da ist.
          „Glaube“ ist kein volkstümliches und naives Glauben an etwas, das man sich nicht vorstellen kann, sondern Nachfolge, das heisst Gehorsam Gott gegenüber aufgrund der Wahrheit, die wir erkannt haben

          Du erwähnst, wie die Wissenschaft uns auf den Mond gebracht hat. Ja, solche Dinge sind natürlich direkt erfahrbar und damit tun wir uns dann weniger schwer. Es handelt sich dabei jedoch um ein Wissen, das unser Handeln nicht in direkter Weise beeinflusst wie das Wissen um die Wahrheit Gottes.

        • PS: “meiner Meinung nach ist NIEMAND auf dieser Erde auserwaehlt.”

          1. “Niemand ist auserwählt” ist das Credo der Antisemiten.

          2. Glaubst Du, dass das mit der Auserwählung die Idee der Menschen sei, oder KÖNNTE es auch die Idee Gottes sein? “Darf” Gott Unterschiede machen, oder muss Gott, um wirklich Gott sein zu können, alle gleich haben wollen?

          3. Ist Gott denn noch Gott, wenn wir ihn nur nach unserem eigenen Bild von ihm sehen wollen und nicht als den, der er wahrhaftig IST? – In der Bibel nennt man solch selbst erschaffene Gottesbilder Idole/Götzen. Dass wir Gott nicht “begreifen” können, autorisiert uns nicht, Ihn in unsere Wunschform zu giessen, um Ihn handlicher zu machen. Es ist ja die Natur Gottes, dass sein Name YHVH ist, der sich nicht aussprechen, nicht greifen und erfassen lässt.

          • Weisst du, Lily, fuer mich gibt es keinen Gott und keine uebergeordnete Wahrheit. Fuer mich gibt es nach dem Tod nichts. Deshalb denke ich, dass niemand auserwaehlt ist, weil da niemand ist der auswaehlt. Das duerfte dir Punkt 1 beantworten und die Behauptung die du da so in den Raum stellst haettest du dir sparen koennen.
            Meiner Meinung nach sind alle Menschen gleich, alle zusammen. Niemand ist hoeher niemand niedriger. Wir haben dieses eine Leben, das macht das Leben fuer mich sehr kostbar. Und ich muss mich nicht um die Gunst eines Gottes bemuehen.

  9. Super, Herr Schneider! Habe mich wirklich sowas von totgelacht: Erdogan, der Terrorist. Suuuperwitzig! Wenn türkische Komiker den Netanyahu diese Zeilen singen lassen würden, würde die halbe Welt (wieder) “Antisemitismus” krächzen, dann wäre es GANZ SICHER NICHT LUSTIG (man hat ja Ihre durch und durch “sachliche” Reaktion auf Grass’ Gedicht gesehen…).

    Israel hat die türkischen Aktivisten ermordet und nicht andersrum! Dieser Sachverhalt wird auch durch den tollen “Humor”, den sie hier zeigen, nicht besser. Welcher Rechtsstaat auf der Welt ermordet denn so mir nix dir nix einfach Bürger anderer Staaten? Wie wäre es mit rechtsstaatlichen Verfahren? Wenn diesen Leuten Straftaten nachzuweisen sind/ waren, dann stellen Rechtsstaaten üblicherweise Haftbefehle aus und bringen die Verbrecher hinter Gittern. Nur der “Rechtsstaat” Israel beugt in aller Selbstverständlichkeit sämtliches Recht, schießt einfach darauf los und knallt die “türkischen Terroristen”, die natürlich des Existenzrecht Israels (mit einem duzend Eisenstangen) voll krass bedrohen (und die das dritte Video zum Spott zeigt), einfach vorsorglich ab. Welch ein Rechtsstaat, Herr Schneider! Einfach prachtvoll!

    Aber so: die Israelis machen sich über den Rest der Welt lustig: hahahaha – wirklich sehr, sehr lustig!!! Für die israelische Politik gilt ein anderes Maß, ja, wir wissen das… schon klar… Wenn Israelis über Terror singen, sollten sie wohl zuerst vor der eigenen Tür kehren, bevor sie sich über die “bösen” Schurken in den unmittelbaren und mittelbaren Nachbarländern lustig machen, meinen sie nicht auch? Oder was war das letztens mit den Soldaten, die die guten, guten Siedler nicht zurückgehalten haben, als diese Palästinenser jagen wollten, die Haaretz war doch voll davon… ??? Haben Sie’s nicht gelesen? (und das ist nur die Spitze des Eisberges!) Darüber berichten Sie interessanterweise nicht in ihrem Blog, stattdessen aber über die so, so lustigen israelischen Komiker… hahahaha, wirklich lustig!

    P.S. Machen Sie doch eine kleine Untersuchung: wieviele Menschen wurden in den letzten 10 Jahren durch staatliche Gewalteinwirkung getötet? Israel sollte in diesem Vergleich nicht schlecht abschneiden, denke ich, der Assad ist sicherlich besser… ach, wie blasphemisch, Israel zu vergleichen, mit diesen Terroristenuntermenschen… was für eine Blasphemie!

    • ich glaube kaum, dass wir die vor zwei Jahren ausführlich geführte Debatte über die von der türkischen Terrorunterstützerorganisation IHH gecharcherte und von türkischen Islamisten und Nationalisten und allerhand internationalen Linksradikalen (dazu gab es damals einen guten Film bei Report Mainz) bevölkerte “Mavi Mamara” noch einmal aufwärmen müssen. Nur so viel; Es gab dazu Untersuchungen in Israel und bei der UNO und auch die Palmer-Komission hat festgestellt, dass die Israelis in Übereinstimmung mit internationalem Recht gehandelt haben, und dass der Rechtsbruch von Seiten der Organisatoren und Teilnehmer der Flottillien-Aktion erfolgt ist. Es bleibt ferner festzustellen, dass es auf 6 der 7 Schiffe weder verletzte israelische Soldaten noch verletzte oder tote “Aktivisten” gab. Warum?, weil nur auf einem der Schiffe, nämlich der Mavi Mamara, Gewalt gegen israelische Soldaten ausgeübt wurde. Die ersten Bilder blutüberströhmter israelischer Soldaten hat übrigens die türkische Zeitung Hyriet veröffentlicht….Über diesen Vorfall gab es eine breite, hitzige israelkritisch- bis feindliche Debatte im Deutschen Bundestag, vor der UNO etc. Israel ist dafür in den eigenen nationalen wie in den internationalen Medien an den Pranger gestellt worden. Über Wochen war “Mavi Mamara” Thema auch bei der Tagesschau,

      Ähnliches Thema zum Vergleich: Israelis wie Türken haben es mit Terroristen zu tun, die Israelis u. a. mit der Hamas die Türkei mit der PKK. Wenn es die Terroristen von Hamas u. a. wieder einmal mit Raketenterror übertreiben, fliegen die Israelis Angriffe auf deren Stellungen und treffen auch ziemlich häufig genau diejenigen, die sie treffen wollen, nur sehr selten gibt es bedauernswerter Weise zivile Opfer. Wenn das aber passiert, gibt es in den deutschen und israelischen Medien tagelang anklagende Berichte gegen das israelische Militär und die israelische Politik und es wird der Eindruck erweckt, als wären dieser ganze Staat und seine Bürger unmoralische Monster .

      Vor einigen Monaten gab es einen Anschlag vermutlich der PKK auf türkische Soldaten. Daraufhin hat Erdogan Einsätze gegen PKK-Stellungen im türkisch-irakischen Grenzgebiet – unter Inkaufnahme der Verletzung der Souveränität des Iraks – befohlen, bei einem dieser Bombenangriffe sind, das sei zugestanden, – aus Versehen – 300 Bewohner eines Dorfes getötet worden.

      Hat es darüber eine wochenlange Debatte in den deutschen und internationalen Medien gegeben? Hat der deutsche BT darüber debattiert und dazu eine einstimmige Türkei-kritische Resolution verabschiedet? Hat es eine Untersuchung zu diesem Vorfall bei der UNO gegeben? Nein. Jedenfalls ist mir nichts der Gleichen bekannt. In den vergangen Wochen hat der Iran 80 unter z. T. absurden Umständen zustande gekommene Todesurteile u. a. gegen (vermeintliche) Räuber, Drogendealer, aber auch gegen politisch Unliebsame vollstreckt. Haben Sie in einem der deutschen Leitmedien etwas darüber gelesen? Nein? Stimmt ja. Die Medien bei uns waren ja damit beschäftigt, das Ende der israelische Demokratie herbei zu schreiben, weil irgend so ein widerwärtiger Idiot, ein Anhänger einer antizionistischen Sekte, in Beit Shemesh ein Mädchen angespuckt hat.

      Und über genau dieses Ungleichgewicht an Empörung; über das Schweigen der Welt – auch und gerade der “Friedensbewegung” (Lybien Syrien, Iran etc,) gegenüber den allerschlimmsten Menschenrechtsverletzern; und das maßlose sich Erregen über israelische Politik und Gesellschaft machen die Jungs und Mädels von Latma Sendungen. Sehr gute und sehr treffende übrigens!

      • Jörg, Du bist aber eine Intelligenz- bzw. Realitätsbestie: 1400 (in Deiner Sprache) “ziemlich genau getroffene Palästinenser” (hahahaha – klingt krass lustig! :-D) im Gazakrieg, unter denen mehrere hundert Zivilisten waren, im Vergleich zu ca. einem Duzend ziemlich ungenau getroffenen Israelis…

        Die Bedrohung des Existenzrechts Israels durch ca. ein Duzend Eisenstangen im Vergleich zu einem Duzend toter türkischer Aktivisten.

        Die Bedrohung der jüdischen Bevölkerungsmehrheit durch 60.000 afrikanische Flüchtlinge (Worte mehrerer rechter israelischer Kommentatoren).

        P.S. Daß die Menschenrechtsbilanz von Erdogan auch zu wünschen übrig läßt, mag richtig sein. Aber es geht in diesem Blog um Israel, falls Du das noch nicht bemerkt hast. Es geht hier nicht um die Türkei oder die Friedensbewegung oder das Schweigen der Welt… nein, um Israel.

      • @Jörg J.
        Danke Jörg für die fundierte und für mich erhellende Information.

        • Ayse,

          ich verzichte hier im Gegensatz zu Ihnen auf pers. Diffarmierung…Es ging in diesem Blogeintrag (!) um die Gegenstände der politischen Satire von Latma TV und genau dazu habe ich mich geäußert.

          Auch im Gaza-Krieg gab es zivile Opfer. Hier wie bei allen ihren Operationen hat die israelische Armee große Anstrengungen unternommen, zivile Opfer zu vermeiden. Nur leider ist es so, dass die Hamas-Propaganda gerade darauf setzt, dass es zivile Opfer gibt, um Israel an den Pranger stellen zu können und die Empörungmachinerie in Gang setzen zu können, und wie man sieht klappt es…und weil das so gut klappt, wird die Hamas auch weiterhin (rechtswidirig) Raketen von Schulhöfen und aus dicht-besideltem Gebiet abschießen und die israelische Armee wird weiterhin alles tun, um zivile Opfer zu verhindern und wird jeden toten Zivilisten, der sich in der Nähe von Terrorbasen aufgehalten hat, weiterhin als Katastrophe betrachten. Die Raketen islamistischer Terroristen zielen bewusst auf israelische Zivilisten und jede einzelne der bisher ca. 12.000 Raketen wird mit dem Ziel abgefeuert zu töten, dass die Israelis ein ausgeklügeltes Alarmsystem haben, dass jedes Vorschulkind schon lernt, wie es sich im Falle eines Raketenangriffs zu verhalten hat, um möglichst zu ´überleben, dass die Israelis Millionen von Shekel, die man sicher auch an anderer Stelle verwenden könnte (etwa im Sozialwesen) in Raketenabwehrsysteme und Schutzräume investieren, sich also schützen, wird man ihnen wohl kaum zum Vorwurf machen können.

          • Lieber Herr Jarolimeck,

            ich bewundere es, dass Sie Ihre kostbare Zeit investieren, um auf Ayshes Kommentare zu antworten.
            Es ist doch egal, welche Fakten Sie vorbringen, ich glaube nicht, dass sich Ayshes Einstellung Israel gegenüber ändern wird. Es ist reine Zeitverschwendung – obwohl Nein, stimmt nicht. Für andere User hier sind Ihre Kommentare sehr interessant.

            Viele Grüße
            Katja2

      • @ Jörg

        Ja, auch ich habe darüber gelesen. Aber sehen Sie die Sache positiv: zumindest haben die Iraner sie vor Gericht gestellt. Das israelische Militär knallt – unter wesnetlich absurderen Umständen – uns Palästinenser ohne Festnahme, Anklage oder Prozeß ab. Sie werden sagen: ja, Israel ist besser als der Iran, ein Rechtsstaat, ohne Todesurteile. Nun, darin stimme ich ihnen zu: es gibt in Israel keine durch gerichte ausgestellte Todesurteile. Das Militär entscheidet einfach spontan, wer den Tot verdient – welch ein durch und durch rechtsstaatliches Verfahren! Man erscheißt halt die Palästinenser mal schnell einfach so. Suchen Sie doch auf Google unter “Nabi Saleh” zum Beispiel und schauen Sie sich die Videos auf Youtube an, gehen Sie auf die Seiten der unzähligen israelischen Menschenrechtsorganisationen und schauen Sie sich deren Einschätzung zur Lage der Menschenrechte in Israel und den besetzten Gebieten an. Glauben Sie, die israelische Menschenrechtsorganisationen wie Betselem machen ihre Arbeit ohne Anlaß und geben Tausende und Millionen Schekel aus, um solche Szenen nachzustellen/ zu erfinden?

        Daneben zweifele ich daran, ob Sie sich ein Urteil über das iranische Rechtssystem angesichts mangelnden Wissens jenseits persönlicher Ressentiments und Vorurteile erlauben können. Wie intensiv haben Sie sich mit diesem Land beschäftigt? 5 Minuten?

        Ich möchte Ihnen ganz zum Ende einen Denkanstoß für die kritische Reflexion ihrer Argumentation geben – ob Sie ihn aufnehmen, ist Ihre Angelegenheit: jeder, der sich den Menschenrechten verpflichtet fühlt, weiß um die vielfältigen und schweren Menschenrechtsverletzungen im Nahen Osten. Es besteht eine erhebliche öffentliche Diskussion bis in hächste politische Ebenen, die versuchen, diesen Mißständen Abhilfe zu schaffen (Ihr “Ungleichgewicht an Empörung” ist leider ein Hirngespinst.) Aber rechtfertigt eine katastrophale Menschenrechtsbilanz in den islamischen Ländern des Nahen Ostens ebensolches Verhalten in Israel? Schließlich nimmt Israel für sich in Anspruch, “die einzige Demokratie in Nahmen Osten” zu sein. Sie wollen offensichtlich die Schwere der Menschenrechtsverletzungen vergleichen (deshalb benutzen Sie sprachlich den Komparativ und gar den umgangssprachlich gesteigerten Superlativ “allerschlimmsten Menschenrechtsverletzern”), um nachzuweisen, daß Israel entgegen der wegen dem “Ungleichgewicht an Empörung” geäußerten “Behauptungen” nicht an erster Stelle des von ihnen gern gesehen Menschenrechtsverletzungrankings steht.

        Entschuldigen Sie, aber das ist albern. Ein Land, das eine “Demokratie” sein will, kann nicht – nun mittlerweile fast schon seit einem halben Jahrhundert – dichtbevölkerte, nicht zu seinen Staatsgebiet gehörende Landstriche besetzen und damit und dabei zunehmend gegen grundlegendes internationales Recht verstoßen, in absolut willkürlicher (und daher vollkommen nicht mit rechtsstaatlichen Verhaltensrichtlinien zu vereinbarender) Manier Land enteignen und Wasser- und Besitzrechte bescheiden, die Bewegungsfreiheit der Menschen der besetzten Gebiete in unmenschlichem Maß einschränken und die dort lebenden Menschen absolut willkürlich (viele davon am Konflikt unbeteiligt und schuldlos) militärischer Gewalt in all ihren Facetten (von – meist herabwürdigenden – Personenkontrollen bis zum Erschießen) aussetzen. Das ist genausowenig zu befürworten, wie die Vorgänge in Syrien und anderswo. Nur eben beschäftigt sich dieses Blog mit Israel, also sollte darauf der Fokus liegen.

        • “Die istaelische Armee knallt uns Palästinenser einfach ab”

          aber klar doch…

          machen Sie sich keine Sorgen, ich kenne durchaus die “Arbeit” von Betselem. Ich habe sogar schon einen Vortrag dieser Gruppierung in Jerusalem gehört, und weiß das einzuordnen….ich lese israelische Medien, die durchaus sehr regierungs- und militärkritisch sind. Ich habe nie gesagt, dass es keine Gewalt von jüdischen Bewohnern der Westbank gegen Palästinenser gibt (umgekehrt gibts das natürlich auch), dass die israelische Armee ohne Fehler ist Ich lese (etwa bei Haaretz) übrigens genau so, dass bei ihnen in den pal. Autonomiegebieten Blogger eingesperrt werden, die sich kritisch über die PA und Abbas äußern. Ich lese auch, wie es sonst um die Meinungsfreiheit bei Ihnen bestellt ist.
          Gerade war zuderm zu lesen, dass wieder mal ein schwuler Palästinenser in Israel um Asyl gebeten hat, weil ihm in den PA-Gebieten aufgrund seiner offen gelebten Homosexulität empfindliche Übel drohen.

          Bei der von Ihre Regierungen ( über Gaza reden wir besser nicht) geschaffenen präkären Menschenrechtslage, habe ich großes Verständnis, das sie selbst in der Anomytät, nicht zu einer kritischen Reflexion in der Lage sind, und hier nur die erwartetete antiisraelische Platte abspielen, wie wir sie kennen. Ja es geht in diesem Blog um Israel aber auch um die palästinensischen Autonomiegebiete, aber gut dort will man halt keine Demokratie sein, und kann sich deshalb alles herausnehmen, sowohl im Inneren wie ggü. Israel.

        • ahmed, in manchen sachen koennte ich ihnen recht geben. aber die arabische allgemeinheit blendet fast immer aus, dass die israelis nichts einfach so machen.

          vor der zweiten intifada konnten sich die palaestinenser frei bewegen. die einschraenkungen sind eine direkte folge der gewalt.

          und ganz bestimmt wird keiner wilkuerlich einfach so erschossen. waere das so, gaebe es jeden tag hunderte tote. man kann darueber lange diskutieren.

          was die vergleiche angeht, so kann man nur schwer vergleichen, da keiner weisst, was z.b. dtl. gemacht haette, wenn es taeglich mit raketen und selbstmordattentaeter aus polen zu tun haette.

  10. Nationalistische bzw. nationalreligiöse Ideologie und humanistischer Humor gehen nicht zusammen, wie die Clips von “LatmaTV” (eines nicht umsonst im nicht-israelischen Ausland unbeachteten PR-Gimmicks) beweisen.

    Den Todfeind zu verunglimpfen und lächerlich zu machen, ist sicher ein probates psychologisches Mittel, um ihn zu entmenschlichen und sich selbst auf eine moralisch höhere Stufe zu stellen (wie von den Seiten im Israel-Palästina-Konflikt ja hinreichend betrieben). Ein humoristischer Mehrwert ergibt sich daraus nicht. Das ist einfach plakativ und zynisch.

    Wer anspruchsvollen, weil abgründigen, mehrschichtigen und selbstkritischen, israelischen Humor kennenlernen möchte, sollte sich z. Bsp. Clips von “HaHamishia HaKamerit” oder TV-Serien von Sayed Kashua (“Avodah aravit”) ansehen. Sogar in den überangepassten und zahnlosen Sketchen von “Eretz Nehederet” (dem israelischen Pendant der ZDF-Heute-Show) findet sich hin und wieder etwas Humoriges.

    ED

    • “Nationalistische bzw. nationalreligiöse Ideologie und humanistischer Humor gehen nicht zusammen, ”

      lieber ed, ich kann ihnen nicht zustimmen. waere chaplin ein rechter gewesen, waere sein film “der grosse diktator” nicht lustig oder unpassend gewesen? oder waere latma tv linksradikal, haetten sie ueber die videos lachen koennen?

      mehrere nutzer hier, haben behauptet, dass die israelis nicht darueber gelacht haetten, wenn iraner oder araber die selben witze andersrum gemacht haetten. aber der springende punkt dabei ist, dass die iraner oder araber solche witze nicht machen! sie machen genau die selben aussagen und meinen es todernst. erst vor paar tagen hat der oberste befehlhaber der iransichen streitkraeften gesagt, dass das oeberste ziel der armee, die vernichtung israels ist.

      haben nazis ueber juden witze gemacht? nein, es gab nur propagandafilme. wer witze macht, hat nicht vor zu toeten.

      • @ariel

        Ach, so blöd: Die ganze große böööööse Welt will das kleine arme Israel vernichten… “Sie meinen es todernst”? Ach wirklich? Wie und woher willst DU denn das wissen? Hast Du irgendwelche Ahnung vom Nahen Osten? Mit wievielen Arabern bist Du befreundet? Ach so, ja, ist ja gefährlich, das sind wilde Terrorungeheuer, die alles und jeden, der nicht ihre Religion hat, auf der Stelle dschihadisieren wollen.

        Wann warst Du das letzte Mal in einer Moschee? Ach so, stimmt, das sind ja die Labore des Terrors, besser nicht reingehen…

        Wieviele arabische oder muslimische Länder hast Du bereist? Ach ja, stimmt, kann man ja gar nicht rein, weil dort der Terror wütet und jeder Eindringling am nächsten Baum, und sei er durch eine Fata Morgana geschaffen, aufgeknüpft wird.

        Wann hast Du zum letzten Mal eine iranische, irakische oder libanesische zeitung gelesen? Sind sind voll von Witzen und Karikaturen von Israel. Aber die hast Du bestimmt übersehen, als Du die Worte Ahmadenidschads in Dich aufgesogen und Dich fürchterlich gefürchtet hast!!!

        Rechts, linksradikal… wow, Du fährst ja ein erhebliches politische Spektrum auf!! Wovon Du nicht alles Ahnung hast – Ma-shah-allah! Nun dumm, daß Humanismus etwas ganz anderes ist… aber das wirst Du vielleicht nicht verstehen.

        Ja, Nazis haben über Juden Witze gemacht. Die Medien waren voll davon.

        Welche eine (Binsen-) Weisheit: “wer witze macht, hat nicht vor zu toeten.” – Dumm nur, daß die, die die Witze machen, andere Leute sind als die, die die Marsch- und Schießbefehle geben. Wieviele Staatenlenker kennst Du,, die im Zweitberuf Komiker sind?… Aber naja, in Deinem Kopf scheint ja so manches durcheinander geraten zu sein – Ma-shah-allah!

        • @samir

          von der polemik und verallgemeinerung abgesehen, die sie da von sich gegeben habe, habe ich folgende frage. sind die karikaturen von juden und israelis (die fast immer als religioese juden daregestell werden), welche man in den iransichen und arabischen zeitunge findet, tatsaechlich als witz gemeint?

          ganz abgesehen davon, dass ein kariatur nicht zwingend witzig sein muss, macht es einen riesenunterschied, wenn solche aussagen von kommiker abstammen und als satire gemeint sind. auf der arabischer und iranischer seite stammen solche aussagen nicht von komiker, sondern von angesehen staatsmaenner und journalisten. machen sie sich nichts vor.

          • @ariel

            Hahaha – selten so herzhaft gelacht!!

            (rassistische und absolute rechts-außen) Witze von Israelis über reale und imaginäre Feinde sind voll die Schenkelklopfer und krass lustig, und stellen außerdem sicher, dass nicht getötet wird (“wer witze macht, hat nicht vor zu toeten”), aber die Witze von denen über die Israelis sind eigentlich gar keine Witze? Also machen die irgendwas, was gar kein Witz ist (wie immer man es auch bezeichnen möge dann…), sondern nur getarnt als solcher, was impliziert, daß die bösen, bösen Araber und Iraner töten, nichts als töten wollen?

            Und plötzlich sind die Karikaturen von der anderen Seite “nicht zwingend witzig”? Aber die im Beitrag erwähnten israelischen Witze sind “zwingend witzig”? Ach so, bei den Arabern und Iranern machen die Staatsmänner und Journalisten Witze! Und wer macht in Israel die Witze? Wie zum Beispiel die in den erwähnten Beiträgen?

            Gott-sei-Dank, daß Du Dich so gut in der Welt auskennst! Und wenn ich behaupte, es seien Witze, die denen der Israelis über diese 1:1 entsprechen, mache ich mir etwas vor? Ich kann jedoch nicht so ganz das Argument/ den sachlichen Beweis in dieser, nun ja, wirren Gedankenkette erkennen. Kannst Du mich bitte aufklären?

            Also ich schließe aus Deinen Erklärungen folgendes: in Israel sind Witze Witze, auch wenn sie nicht lustig sind. In Arabien und dem Iran sind Witze per se keine Witze, unabhängig davon ob sie witzig sind oder nicht, denn sie stammen nicht von Komikern und sind nicht als Satire gemeint. Außerdem machen dort nur angesehene Staatsmänner und Journalisten Witze, die aber nicht “tatsächlich als Witz gemeint” sind. Meine offenen Frage dazu:

            1. Wer macht dann in Israel Witze?
            2. Wer macht die lustigen und wer die nicht lustigen?
            3. Und was machen die nicht angesehenen Staatsmänner in arabischen Ländern und dem Iran?
            4. Machen dort alle Journalisten Witze, die ja keine sind, da sie tatsächlich nicht als Witz gemeint sind, wie Du erklärst?
            5. Was machen die nicht angesehenen Journalisten dort? Nichts? Schlechte Witze, die allerdings lustig sind? Oder schlechte Witze, die “tatsaechlich als witz gemeint” sind?
            6. Und was machen die angesehenen und weniger angesehenen Politiker und Journalisten in Israel, wenn sie keine Witze machen?
            7. Gibt es in Arabien und dem Iran Komiker?

  11. PS:
    zwei TV Sendungen in Israel sind meisterlich in der Selbstvera…. der Israelis:
    “Avoda Aravit” des israelisch-arabischen Schriftstellers und Autors Sayed Kashua und “Eretz Nehederet”, in der jede Woche die gesamte israelische Politik und Mentalität durch den Kakao gezogen wird. Das Problem hier: Beide Sendereihen sind auf Hebräisch, man kann den Witz leider nicht übersetzen und, wie in jedem Kabarett, Satire, etc. wird mit Konnotationen gespielt, die der Einheimische versteht, der Zuschauer aus dem Ausland ohne entsprechendes Wissen leider nicht. Aber für die, die Hebräisch können: beide Sendungen ein “must” :)

    • Lieber Herr Schneider,

      Sie schreiben: „in der jede Woche die gesamte israelische Politik und Mentalität durch den Kakao gezogen wird.“

      Was zeichnet die „israelische Mentalität“ aus?

      Mir gefällt z.B. sehr, dass Juden die Dinge (auch die unbequemen, oder gerade die unbequemen) beim Namen nennen und individualistisch sind. Wenn z. B. in deutschen Talkshows ein jüdischer Gast mitdiskutiert, dann sind seine Beiträge viel interessanter, sie enthalten nicht diese nervige politische Korrektheit.

      Gibt es DIE israelische Mentalität? Israel ist ein Land der Einwanderer. Kann man in Bezug auf die jüdische Bevölkerung Israels bereits von einem melting pot wie in den USA sprechen?

      Ich würde mich freuen, wenn auch Ariel oder Jörg Jarolimeck etwas dazu schreiben könnten.
      Danke im Voraus!

      Viele Grüße
      PTL

      • “Mir gefällt z.B. sehr, dass Juden die Dinge (auch die unbequemen, oder gerade die unbequemen) beim Namen nennen und individualistisch sind. Wenn z. B. in deutschen Talkshows ein jüdischer Gast mitdiskutiert, dann sind seine Beiträge viel interessanter, sie enthalten nicht diese nervige politische Korrektheit.”

        Was Herr Schneider unterschlagen hat, ist, dass Latma TV von Caroline Glick vom US Center for Security Policy ins Leben gerufen wurde als Antwort auf die die Wahrheit verzerrenden und politisch korrekten ISRAELISCHEN Medien. Latma TV soll die Israelis vor sich selbst schützen, indem es sie für die (auch unbequeme) Wahrheit zu sensibilisieren.

        Israelis in Israel sind weniger individualistisch als die Israelis/Juden der Diaspora.

        Ein Interview mit Caroline Glick wäre sehr interessant!

    • Also zumindest »Avoda Aravit« funktioniert m.E. auch wunderbar für Leute, die kein Hebräisch verstehen, aber die englischen Untertitel der DVDs lesen können.

      Ich fände es jedenfalls schade, die Serie nur wegen mangelnder Hebräischkenntnisse nicht anzuschauen.

  12. Esther: »Halbwegs witzig wäre es, wenn sich die Israelis selbst zum Gegenstand des Witzes machen und so eine gewisse Selbstironie zeigen würden.«

    Machen sie doch. Der Witz ist doch extrem selbstkritisch, da die eigentlich absurde These »Palästinenser töten = Vergnügen« die Gleichgültigkeit bis hin zur Schadenfreude in den Fokus bringt, mit der viele Israelis der alltäglichen Erniedrigung der Palästinenser begegnen. (Das Video in diesem Blog, das auf unbewaffnete Palästinenser schießende Siedler zeigt, während israelische Soldaten teilnahmslos daneben stehen, illustriert das eindrucksvoll.)

    Andererseits kann es vielleicht erhellend sein, mal die Gegenprobe zu machen. Wie würden diejenigen, die bei diesem Witz lachen, reagieren, wenn es iranische Soldaten ginge, die debattieren, welchen gefangenen jüdischen Israeli sie zuerst exekutieren sollten: den Haredi oder den schwulen Säkularen aus Tel Aviv? Wäre das auch witzig – oder vielleicht doch ganz ekliger Antisemitismus?

    • @ TOM

      Ist es nun unpassender, die schwulen Säkularen aus Tel Aviv mit Palästinensern gleichzusetzen oder die Haredim mit ultraorthodoxen Iranern?

  13. man kann sich ueber andere lustig machen, ohne sich dabei auszumalen, welche genugtuung die vernichtung des anderen bereiten wuerde.

  14. @Lilly
    Liebe Lilly, ich spreche nicht von „dem Wissen“ sondern über deinen Umgang mit deinem Wissen. Das erachtete ich tatsächlich als gefährlich.

    • Hi Sam nochmal –

      Und in welcher Weise ist mein Umgang mit meinem Wissen (oder Nichtwissen) denn so “gefährlich”?? Was macht Dir daran angst? Und für wen ist das gefährlich? Eine Volksgruppe, das Blog, Dich, mich, den (welchen) Staat, den Frieden, Gross oder Klein, Gläubige oder Falschgläubige ;-)… ? –

      Ich gebe sogar zu, dass ich mich manchmal selbst davor fürchte, aber das ist dann so insgesamt wieder ein anderes Thema, oder vielleicht auch nicht.

      Bin gespannt auf Deine Antwort.

      • Indem du Menschen wie mich verletzt.
        indem du Menschen wie mich entmutigst sich weiterhin zu beteiligen.
        Indem du, falls du das (obige) nicht willst, dich selbst verletzt.
        Das geschieht wenn Wissen als Waffe gebraucht wird um sich über andere zu erheben.

        • @ S. Lewis

          Samboga, in welcher Weise nutze ich mein „Wissen“ als Waffe, mit der ich mich über andere erheben würde, hmm? Kann es sein, dass es Sie schlicht und ergreifend stört, was ich sage und es Ihnen lieber wäre, wenn ich fortginge?

          Können Sie konkret anhand eines Zitats belegen, wo und wie ich Wissen als Waffe benutzt habe? Seien Sie nicht beleidigt, wenn Sie keines finden können. Einfach vorsichtiger sein mit Ihren Unterstellungen! Sonst hört Ihnen bald keiner mehr zu, ob Sie sich nun weiterhin beteiligen oder nicht.

          Bis bald -

  15. Lieber Admin,
    gehen bei Ihnen persönliche Diffamierungen durch wenn sie mit einem Smiley versehen sind?

  16. Ich bin das erste Mal über ein Video (“Weihnachten in Eurabien”) von Latma TV gestolpert, als ich mich wegen der entsprechenden Berichterstattung mal auf der Homepage von PI umgeschaut habe. Beschrieben wird Weihnachten im inzwischen muslimisch dominierten Europa im Jahre 2019.

    Ich weiß nicht, die dieser Clip in Israel aufgefasst wird. Meiner Meinung nach bedient er (westliche?) Überfremdungsängste (“We´ll make Big Ben a Mosque”; “We´ll all obey Sharia”; “We shall bow our head with grace if it is still resting in its place”) und Vorurteile gegenüber Muslimen.
    Ein norwegischer Vater rät zum Beispiel seiner Tochter: “Here in Oslo, hear my daughter (…)/ Hide your hair, or they get hotter (…)/ When they rape you, don´t object/ For that´s politically incorrect/ But don´t worry, daddy´s clever (…)/ Here´s my advice: Just avoid our streets forever and life is nice!”

    Diesen Clip finde ich einfach nicht witzig. Der Kontext, in dem ich auf ihn gestoßen bin, hat auch nicht besonders geholfen. Bei all den verschiedenen Problemen, die es gibt (Integrationsprobleme, gewalttätige Salafisten, Anschläge in Toulouse …) – eine Art “europäisches Kalifat” am Horizont, diese “Political Correctness”, die muslimische Straftäter vor Strafverfolgung schützt??? Das ist einfach zuviel und nervtötend. Der “Boden” für die Übertreibungen fehlt für mich.

    Europäer eben als “a bunch of dummies” – und ohne Humor.

    PS: Ein sehr interessantes Blog von Ihnen allen! Vielen Dank an die Korrespondenten!

    • Liebe Lilian, ‘Weihnachten in Eurabien’ von Latma ist brilliant, weil unglaublich viel Wahrheit drinsteckt.

      Als Europäer im Exil finde ich es erschreckend wie dumm, naiv, ignorant, politisch korrekt verbloedet und feige ein Grossteil der Europäer heute ist – da ist “a bunch of dummies” noch eine harmlose Beschreibung.

      Henryk M. Broder hat es mal auf den Punkt gebracht, als er sagte, “die Europäer wollen an den Moslem wieder gutmachen, was man an den Juden verbrochen hat.”

      Und das wird eines Tages schlimme Folgen haben.

    • “Der “Boden” für die Übertreibungen fehlt für mich.” (Lilian)

      Den Israelis fällt solche Imagination (über die Araber) natürlich leichter als den Europäern, und sie erlauben sich solche Fantasien und zeigen damit Mut. Sie haben nicht Angst vor ihrer eigenen Imagination und muten sie auch anderen zu. Sie leben so ihre Meinungsfreiheit, da Europäer gerne an das denken, was die anderen denken, ehe sie sich trauen, ihre Gedanken selbst zuende zu denken, und so bleiben besonders die schöpferischen Ideen oft in der Schleusse stecken und kommen nicht heraus. Das ist traurig.

      Ich LIEBE das, wenn Menschen da nicht mitmachen. Das Leben kann nicht schöner sein, als wenn man sich “dennoch” traut. Wenn das Leben alt geworden ist, so denken wir am liebsten zurück an solche Momente, da man wahrhaftig gelebt, das heisst die eigene Freiheit ergriffen hat.

      Deswegen auch sind die Israelis trotz all ihrer Probleme so glückliche Menschen – denke ich.

  17. “Liebe Lilian, ‘Weihnachten in Eurabien’ von Latma ist brilliant,” (Veritas)

    Indeed.

  18. “Weisst du, Lily, fuer mich gibt es keinen Gott und keine uebergeordnete Wahrheit. Fuer mich gibt es nach dem Tod nichts. Deshalb denke ich, dass niemand auserwaehlt ist, weil da niemand ist der auswaehlt. Das duerfte dir Punkt 1 beantworten und die Behauptung die du da so in den Raum stellst haettest du dir sparen koennen.
    Meiner Meinung nach sind alle Menschen gleich, alle zusammen. Niemand ist hoeher niemand niedriger. Wir haben dieses eine Leben, das macht das Leben fuer mich sehr kostbar. Und ich muss mich nicht um die Gunst eines Gottes bemuehen.” (Katja weiter oben)

    “1. “Niemand ist auserwählt” ist das Credo der Antisemiten.” (mein Punkt 1)

    Liebe Katja,

    Du glaubst an keinen Gott und keine übergeordnete Wahrheit. Okay. Du kannst die Welt so verstehen. Wenn Du aber sagst, niemand sei auserwählt, so beraubst Du alle anderen Menschen der Freiheit, es anders zu erleben, an Gott zu glauben und sich daher anders zu verhalten als „alle“, und da Du damit meinen Punkt 1 beantwortest, bekennst Du Dich als Antisemitin (denn Auserwählung kann es Deiner Ansicht nach nicht geben), und meine Feststellung hätte ich mir NICHT „sparen“ können. Sie war berechtigt.

    Wenn Du sagst, alle Menschen seien gleich, so weisst Du sicher, was Du unter „gleich“ verstehst. Gleich = genauso wie Du? Welches ist das Mass für unser Gleichsein? Gibt es wirklich keinen Gott, oder willst Du ihn nicht finden, weil Du lieber ganz allein selbst bestimmen willst, wie das Leben zu sein hat? –

    An dieser Stelle verläuft sich unser Austausch im Sand.

    • Ich moechte mein Leben ganz alleine bestimmen und diese Regeln dabei genauestens beachten:

      Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland :

      I.
      Die Grundrechte

      Art 1 
       
      (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
      (2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
      (3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

      Art 2 
       
      (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
      (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

      Art 3 
       
      (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
      (2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
      (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

      Art 4 
       
      (1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
      (2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
      (3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

      Art 5 
       
      (1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.
      (2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.
      (3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

      • Ausgezeichnet. Die beste Antwort auf obige egomanische und andere Menschen entwertende Hirngespinste die du finden kannst. Jedes weitere Wort wäre überflüssig.

        • @ S. Lewis

          Ja, damit hat Katja überzeugt.

          Es wäre dennoch für die Debatte hilfreich, wenn Sie es unterlassen könnten, von “obigen egomanischen und andere Menschen entwertenden Hirngespinsten” zu sprechen ohne Angabe von Zitaten.

          Ich nehme an, Sie spielen darauf an, dass ich “Antisemitismus” aus Katjas Worten las bzw. Nährboden dafür in ihren Worten fand.

          Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Ich halte dieses Ding mit der “Gleichheit” in mehr als einer Hinsicht für problematisch, da gleich sein vor dem Gesetz häufig missverstanden wird als ein Gleich-sein-Müssen.

          Man könnte da das Beispiel der Rolle der Frau in der Gesellschaft anführen oder auch Konflikte in der Religionsausübung, da diese mit sonstigen gesellschaftlichen Interessen kollidiert, wenn zum Beispiel jemand einen hohen religiösen Feiertag an einem “Arbeitstag” einhalten möchte und ähnliches.

          Deer Weg von der Theorie des Gesetzes hinein in die Praxis des zwischenmenschlichen Alltags bedeutet immer eine Gratwanderung zwischen Freiheit, Verantwortung und Einschränkung derselben.

          Erneut: Gleichsein vor dem Gesetz bedeutet nicht, dass alle gleich sein müssten, aber die Menschen lesen es gerne so, da man sich durch das Anderssein des anderen leicht in Frage gestellt fühlt und dem anderen daher nicht gerne sein Anderssein zugesteht. … – Und diese Sorte “ALLE sind gleich” habe ich in Katjas Worten gewittert.

          @ Katja

          Entschuldigen Sie, dass ich Ihre Worte anders aufgefasst habe als sie gemeint waren.

          Eine Frage habe ich noch: Wie würden Sie mit der Herausforderung Jerusalems umgehen, da eine wachsende Gruppe Ultraorthodoxer ihre Freiheit in der Religionsausübung lebt? Vor dem Gesetz sind sie genauso gleich wie die Säkularen, nötigen denen aber ihre religiösen Interpretationen auf und fühlen sich selbst gestört durch die Freiheit, die die Säkularen für sich beanspruchen… –

          Wie gleich ist die Freiheit des einen, des anderen?

      • man sollte sich in diesem zusammenhang eine ganz andere frage stellen. wird es dieses gesetz in seinem kern genau so in 50 jahren geben? in 100? ich kann mir vorstellen, dass manche von euch angst haben so weit hinzugucken. aber die frage ist dennoch berechtigt.

        wird dieses gesetz es schaffen, sich weitere 100 jahren durchzusetzen. wird dieses gesetz dazu beitragen, dass in der bundesrepublik lebende menschen, es fuer richtig halten werden, seine kinder dazu zu erziehen, dieses gesetz zu halten?

        die zeit wird zeigen, ob die heutige wirtschaftliche und politisch ordnung ueberlebensfaehig sind. kapitalismus und demokratie existieren in europa seit 1789. in ganz europa erst seit wenigen jahrzehnten. das ist keine grosse zeitspanne. perser, griechen und roemer existierten mehrere jhd. die aegypter und babylonier sogar jahrtausende, bis sie untergingen.

        die gesammten weltlichen gesetze haben einen hacken. sie dienen alleine der selbsterhaltung. es ging noch nie darum eine gesellschaft besser zu machen. es gibt kein gesetz, der menschen verpflichtet moralisch oder freundlich zu sein. es gibt keinen gesetz, das verbietet menschen auszulachen oder gesellschaftlich auszugrenzen. wenn eine gesellschaft bei einem punkt ankommt, wo sie sich nicht mehr erhalten will, dann bleibt nichts uebrig. weder die menschenrechte noch die moral.

        wenn es ausser der selbsterhaltung sonst keine ziele gibt, wozu dann das ganze? selbssterhaltung fuer selbsterhaltung. welchen sinn hat das?

        • @ ariel

          Das sind sehr gute Gedanken. Mich hat auch eine gewisse Traurigkeit befallen, als ich Katjas Worte las… Diesem Leben auf den Tod hin, das sie so sehr wertschätzt, fehlt der Sinn. Sie erzählte nichts Näheres über sich, aber ich denke, dass niemand ohne Sinn lebt. Wenn er/sie ihn nicht aus seiner/ihrer Beziehung zu ‘einem’ Gott ableitet, so wird er/sie sich einen Ersatz schaffen, eine Illusion, der sie/ihn glauben lässt, es gehe ohne eine höhere Macht bzw. es gebe sie nicht.

          Es ist vielleicht so, dass diese Selbsterhaltungs-Gesetze eines Mindestmasses an Wohlstand bedürfen, so dass es genug “Ersatz” gibt. In Zeiten der Krise und des Mangels tendiert eine Gesellschaft dann leicht zu Extremismen und sucht auch gerne die Schuld bei denen, die nicht aufgeben, an diesem Schöpfer festzuhalten, den die wenigsten wirklich suchen wollten, weil es ihnen auch so gut gegangen war… (oder so ähnlich)

        • Hallo Ariel,

          Ob es das schaffen wird? Das will ich doch hoffen.

          Die Verfassung demokratischer Staaten ist der Mentalität eines Großteils seiner Bürger weit voraus, so dass jeder Radikalinski im Denken und Handeln sich an einer Norm die ihm voraus ist, reiben muss. So funktioniert es zumindest gegenwärtig und es lohnt sich dafür zu kämpfen. Ich würde schon sagen, dass die Orientierung nach einer Norm die dem niedrigsten allgemeinen geistigen Niveau vieler Bürger voraus ist, eine Möglichkeit ist, den einzelnen Menschen weniger hemmungslos gehässige Impulse am andern auszuleben zu lassen und das könnte man doch als „ein die Gesellschaft besser machen“ verstehen.

          Stell dir vor, was passieren würde (und das kennen wir doch schon) wenn ich ungehemmt jeden vernichten könnte, der mir nach meiner Sicht im Wege steht? Jetzt kann sich Zynismus und den anderen lächerlich machen (welches dir ja in diesem Blog zur Genüge widerfahren ist) noch als amüsant verkaufen. Aber die geistige Haltung die da hinter steht, nämlich sich auf Kosten des anderen selbst als den Besseren darzustellen, könnte dann noch ungehemmtere Ausdruckformen annehmen und dann Gnade uns Gott.

          Es kann auch ungünstig sein, sich zu sehr auf die Vergangenheit zu beziehen und das als die Grenzen des Möglichen zu betrachten. Es kann darüber hinaus ungünstig sein, sich mich mit den eigenen Meinungen allzu sehr zu identifizieren, da sie sich meist aus herkömmlichen Denkmuster erstellen und darauf beschränkt sind.

          Wenn ich seit 5 Jahren Heuschnupfen habe, muss ich in diesem Jahr nicht auch Heuschnupfen haben. Dass geschieht aber leider tendenziell so, weil ich in der Gegenwart mich an einen Glaubenssatz festhalte, den ich für wahr halte. Dabei ist es vielleicht die Überzeugung in der Gegenwart vielmehr als die „Fakten“ des bereits Vergangen die das Zukünftige hervorbringt.

          Das verflixte daran ist, dass ich mein Denken für „wahr“ halte, da ich davon ausgehe, dass es einer Wirklichkeit entspricht, während es sicherlich eher den Gesetzmäßigkeiten des Denkens als den Gesetzmäßigkeiten der Wirklichkeit entspricht.

          Jedenfalls „denke“ ich, dass in diesem Umgang mit mir selbst der Schlüssel liegt, der mich befähigt meinen Teil beizutragen, damit die Gesellschaft eine bessere wird.

          Aber ich bin bereit etwas dazuzulernen….

          • hi sam!

            sie haben voellig recht, aber mein schwerpunkt lag anders, auch wenn ich es nicht eindeutig erwaehnt habe. und es ging mir um die aussage, dass die ersten punkte des grundgesetzes “ueber alles” stehen, da sie uns freiheiten garantien.

            garantieren uns diese punkte eine gute zukunft? garantieren sie uns das ueberleben der westlichen werte? ich habe so meine zweifel. die meisten buerger europas sind nicht willig (und das ist eine der wenigen punkten, von denen ich voellig ueberzeugt bin) ihre freiheit mit allen mitteln zu verteidigen. und einer der gruende ist, dass sie zu pazifistisch erzogen wurden. wir leben heute in einer gesellschaft, die nicht bereit ist das leben der einzelnen individuen, die zu dem system gehoeren zu riskieren um das system zu retten.

            wir halten patriotismus fuer dumm und rueckwaertsgewandt. das wird uns einmal die zukunft kosten. es kann nicht sein, dass wir auf der einen seite, an dem grundgesetzt halten, aber auf der anderen seite ihn nicht bereits sind zu schuetzen.

            wenn man schon das leben an sich, als ziel des lebens betrachtet, so sollte man wenigstens das mit allen mitteln schuetzen.

          • @Ariel
            Danke für die Erläuterung. Das war sehr hilfreich. Ich habe im ersten Moment dein Anliegen wirklich nicht aus deinen Zeilen heraushören können und verstehe jetzt erst um was es dir geht. Ich teile deine Sorge.

  19. Hallo Herr Schneider,
    Mich interessieren die buddhistischen Bewegungen in Israel und vor allem das steigende Interesse in Israel an buddhistischen Praktiken zur Introspektion und Selbsthinterfragung. Wäre es möglich einen Bericht über Dharma in Israel zu bringen?