Was geschieht mit “Kollaborateuren”

Spät liefern wir hier die Geschichte nach, was mit 6 “Kollaborateuren” geschah in Gaza in diesen Tagen. Das Wort “Kollaborateur” ist deswegen in Anführungszeichen gesetzt, weil wir nicht wissen, ob sie wirklich mit Israel zusammengearbeitet haben – eine Todsünde natürlich, wenn man Palästinenser in Gaza ist. Aber ist die Exekution dieser Menschen das, was man von einer “Regierung” erwartet?

Hier der Bericht aus Haaretz. Uns wurde in Gaza bestätigt, wie diese Menschen getötet wurden.

 

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  1. Dieser Vorfall wurde auch schon von einem anderen Kommentator hier erwähnt.

    Nur: Was sollen wir mit der Information anfangen? Natürlich widert uns diese Barbarei an. Ganz offensichtlich funktioniert Hamas nicht als Rechtsstaat, sondern bedient sich der Methoden von Lynchjustiz, Willkür und Terror gegen die eigene Bevölkerung.

    Es ist leider wahr, dass es kaum eine Gruppe gibt, die das Leben von Muslimen ganz real so sehr bedroht wie ihre eigenen Radikalinskis. Klar tötet Boko Haram hier und da Christen und Al Qaida auch mal einen amerikanischen Botschafter. Aber die ganz überwiegende Mehrzahl von Opfern der Islamisten sind Muslime: vermeintliche Kollaborateure, angebliche Ehebrecherinnen, anonym angezeigte Gotteslästerer und, und und.

    Kein Kuklux-Clan, keine Nazi-Bande, keine noch so radikale Siedlerbewegung ist so gnadenlos effektiv im Muslime töten, wie ihre eigenen Fundamentalisten. Die Zahl geht in die Tausende und Zehntausende – und die einzigen, die sich darüber aufregen, sind wir Nicht-Muslime – so hat man zuweilen den Eindruck.

    Im Gegenteil: Ha’aretz berichtet über die begeisterte Zustimmung der Gaza-Bevölkerung für dieses brutale Vorgehen, die einzigen Beschwerden, die zu Protokoll gegeben werden, sind: Dass das Vorgehen der Lynchmörder noch zu human und schmerzlos gewesen sei.

    Nur: das ist das ganze Dilemma. Hamas *ist* die demokratisch legitimierte Regierung von Gaza (ja, sie hat sich an die Macht geputscht, aber sie wurde ja zuvor auch gewaltsam um ihren Wahlsieg gebracht).

    Es gibt keinen anderen Verhandlungspartner, wenn man irgendeine Normalisierung der Verhältnisse anstreben will, als diese Terrorbande. Ich persönlich kann nur meine Anerkennung ausdrücken, dass trotz solcher Barbareien die israelische Regierung nicht darauf zurückfällt, den Dialog ganz abzubrechen.

    Es wäre ja so einfach: Das sind Monster, keine Menschen, mit denen *kann*, ja *darf* man gar nicht reden – und dann? Wegbomben? Aus dem Land jagen? Ins Meer treiben? Abriegeln und sich selbst überlassen? Es wurde ja schon manches probiert.

    Nein, wer irgendwie in Richtung Frieden weiterkommen will, muss prinzipiell bereit sein, mit dem Teufel selbst zu verhandeln (und das gilt auch für die andere Seite, in deren Sicht Israel ja ohnehin der kleine Satan ist).

    Heidelbaer

    • ja aber warum um alles in der welt soll eigentlich israel dieses problem lösen? Es ist nicht sache der viel beschworenen “arabischen nation”, oder wenigstens der früheren Besatzer Ägypten? Aber, dass ihnen die Verantwortung über Gaza, über dieses chaotische Terrornenst, jenes sammelbecken von djihadisten alle rart, zufällt, das fürchten die Ägypter wie der Teufel das weihwasser, deshalb haben die Ägypter jedenfalls unter Sadat und Mubarack heftig abgewunken, als die Israelis ihnen den Gaza angeboten haben. Außerdem haben auch die ägypter, die blockade bislang recht streng aufrecht erhalten, ohne, dass die weltöffentlichkeit sie dafür auch nur annähernd, so gegeißelt hätte, wie das die internationale öffentlichkeit im bezug auf die israelische Blockade getan hat. Einer Blockade freilich, bei der ziemlich viele Güter nach Gaza gelangt sind und palästinenser – auch während des jüngsten Krieges – in israelischen Krankenhäusern behandelt worden sind.

      Also ich würde sagen, Israel muss Gaza so schnell wie möglich loswerden. Entweder als selbstständiger Hamasstaat, zu dem man dann seine Grenze dichtmacht, oder eben als – wie auch immer autonomer -Teil – Ägyptens.

    • Viel wichtiger als die „was dann“-Frage finde ich zunächst die Feststellung, gegen wen Israel tatsächlich kämpft: Es war ja kein Krieg Israel gegen die Palästinenser, sondern Israel gegen die Hamas! Und: Verhandlungspartner? Natürlich, das wird verlangt. 3 Seemeilen mehr für die Fischer, okay. Aber die Hamas hat aktuell schon ausrichten lassen: Kontrolle der Grenzen und Tunnel, damit keine Waffen mehr reinkommen, sei nicht Bestandteil des Waffenstillstand-Abkommens. Was logisch ist, steht doch die Vernichtung Israels nach wie vor auf der Agenda.

      Wenn westliche Staaten in Krisengebieten intervenieren (wollen), lautet eine immer wiederkehrende Kritik (auch im Falle des Irans, z.B., gerade von linken Gruppen, aber nicht nur): Revolutionen müssen von innen kommen. Wenn das so ist: Warum sollte das nicht auch für die Palästinenser gelten?

      Ich denke, Israel ist gut beraten, sich um seine eigenen Belange zu kümmern, d.h. seine Bürger zu schützen, so gut es geht. Und die Palästinenser vorsichtig zu stützen, die tatsächlich ein Leben in Würde und gegenseitiger Achtung anstreben, mit den Juden, mit Israel. Alles andere, so grausam es ist (ist es im Iran aber auch, oder in Syrien): Alles andere ist Aufgabe der Palästinenser. Ihre Verantwortung für sich selbst. Sie wollen die menschenfeindlichen und korrupten Terroristen nicht mehr in der Regierung sehen? Fein. Stürzt sie, jagt sie zum Teufel, Unterstützung dürfte gewiss sein. Lieber die Juden als Sündenbock benutzen? Okay, das passiert seit 60 Jahren, oder seit 100, oder genau genommen schon immer, nothing new.

  2. Guten Morgen Herr Schneider,
    habe den Artikel gelesen und das Foto gesehen. Schockierend! Weshalb tun Menschen so etwas? Nein, keine Regierung sollte dies tun! Klar, die Hamas Führung macht es sich leicht, in dem sie ein paar Halbstarken Waffen in die Hand gibt und sie somit zum Vollstrecker macht. In der Gruppe fühlen sie sich stark! Jedoch einen toten Körper durch die Strassen zu ziehen, barbarisch, abstoßend! Auch noch vor den Augen von Kindern, so wie im Artikel beschrieben. Nicht akzeptabel!
    Ist die Hamas Führung so dumm und glaubt dadurch irgendetwas außerhalb Gaza zu erreichen?! Das kleine Pflänzchen Verständnis, was man den Palästinensern entgegenbringt, ist somit obsolet.
    liebe Grüsse und hoffentlich ein ruhiges weekend
    M.G.

  3. Wieso wird man hier überschüttet von Haaretz Artikeln ? Einer ultralinken Zeitung die ein Ableger der Pravda aus der Soviet-Zeit sein könnte.
    Die Macher und Redakteure haben sich zur Aufgabe gemacht Israel in den Abgrund zu stürzen , Niemand aber wirklich Niemand , weder in Deutschland noch Frankreich oder England würde so eine Zeitung lesen, die das Allgemeinwohl mehr gefährdet als die Feinde Israels.
    Ich bin eher ein Ynet , Jerusalem Post ,und Israel Hayom ( Gratis) Leser.
    Ein Bekannter Rabbi in Israel sagte vor drei Tagen folgendes :
    Rabbi Melamed accuses media of idolatry
    Prominent Religious Zionism rabbi blames Israeli Left for security situation which led to Gaza conflict, says media biased. ‘Their idol is Peace Now and they are responsible for all our troubles,’ he argues

    Das schlimmste ist er hat recht !

    • Oha. Wo genau muss man seinen Standpunkt einnehmen, um eine linksliberale Zeitung linksradikal zu verorten? Also, rein geometrisch betrachtet, natürlich. ;)

    • vielleicht weil die redakteure und kommentaren der ha’aretz im gegensatz zu denen der von ihnen aufgezählten medien nicht immer nur die selbe vermeintliche lösung des israelischen sicherheitsdilemmas anbieten – mehr militär und abschreckung, was ja seit jahrzehnten israels sicherheitspolitik massgeblich prägt, aber israel faktisch bis heute nicht einen deut sicherer gemacht hat. gerade deshalb finde ich es schade, dass nicht viel mehr israelis ha’aretz lesen und die zeitung derzeit in so einer schweren krise steckt. dass ha’aretz mit seiner berichterstattung in irgendeiner weise versucht, israels sicherheitsinteressen zu gefährden, kann ich absolut nicht sehen – nicht unbewusst, und bewusst schon gar nicht.

      aber mensch liest halt meist, was er lesen möchte, um seine weltanschauung bestätigt zu sehen. die von ihnen aufgezählten medien sind nicht populärer als ha’aretz, weil sie in sicherheitsthemen mehr recht hätten als ha’aretz, sondern weil sie sich vermutlich bereitwilliger nach den wünschen ihrer leser richten. aber das ist ja kein spezifisch israelisches phänomen. nur in israel dürften irgendwann die auswirkungen dieses phänomens deutlicher zu spüren sein als anderswo, weil diese themen großteils existenzielle themen sind. in deutschen medien z.b. geht es selten um wirklich existenzielle themen. da ist es nicht so tiefgreifend, wenn sich ein medium z.b. in der frage des betreuungsgeldes oder der kita-plätze nach seiner leserschaft richtet.

      • simon: “aber israel faktisch bis heute nicht einen deut sicherer gemacht hat”

        Da möchte ich wissen, welche Fakten Sie da vor Augen haben. Tatsächlich geht das israelische Sicherheitskonzept ja auf. Hisbollah hält die Füße still, blutige Anschläge, wie früher an der Tagesordnung, hat man jahrelang nicht mehr gesehen, der Raktetenterror der Hamas ist auch kein so wirksames Druckmittel mehr, seit Iron Dome einen Großteil auch der als “Wunderwaffe” teuer importierten Iran-Raketen abfängt – und die damit verbundenen Radarsysteme die Abschussorte so genau orten, dass mit Artillerie, Luftwaffe oder Drohnenangriff selbst mobile Rampen noch getroffen werden können, bevor sie wieder im Versteck verschwinden. Hamas ist ja möglicherweise auch deshalb auf den Waffenstillstand eingegangen, weil sonst womöglich spürbar geworden wäre, dass sie erheblich Feuerkraft eingebüßt hätten, und der Beschuss von Israels Süden auch ohne Bodenoffensive einfach mangels einsetzbaren Materials versiegte. Da schließt man lieber eine heldenhaft siegreiche Waffenruhe.

        Meine Beobachtung ist jedenfalls, dass die Fakten (ärgerlicherweise) für das israelische Konzept sprechen – wozu aber auch immer wieder gehört, Kompromisse zu schließen, Gebiete zu räumen, Land gegen Frieden zu tauschen. Das fällt bei Sinai und Gaza freilich leichter als bei Judäa und Samaria, und erst recht bei Jerusalem.

        Dennoch gebe ich Ihnen recht: Ha’aretz ist unverzichtbar, wenn man geistig beweglich halten möchte, und hier und da den wörtlichen Blick über den Zaun riskieren möchte, denn diese Zeitung hat tatsächlich Korrespondenten “drüben”, und kann damit den Israelis auch vermitteln, wie bestimmte Aktionen und Entscheidungen auf der anderen Seite wahrgenommen und empfunden werden.

        Ach wäre es schön, gäbe es so etwas auch auf palästinensicher Seite, dann wäre mir viel wohler. Aber so wie ich das beobachte, haben die nicht einmal einen “sandmonkey” der ihnen ab und zu mal den Irrsinn ihres eigenen Treibens, die Verlogenheit der regierungsoffziellen Propaganda und einen kritisch distanzierten Blick auf ewige Dogmen ermöglicht.

        *seufz*
        Heidelbaer

        • @heidelbaer:

          ich zweifle daran, ob man das so sehen kann. letztlich ist die israelische bevölkerung die massgebliche größe, das zu beurteilen. wenn es – wie zuletzt – jedoch wieder bombenanschläge in israelischen großstädten gibt, hamas-raketen erstmals auch tel aviv und jerusalem erreicht haben und hamas für ihren bewaffneten kampf so viel politischen rückhalt wie nie zuvor bekommen hat, dann ist dieser eindruck, dass israel mit dem aktuellen sicherheitskonzept und dem der letzten jahrzehnte deutlich sicherer geworden ist, doch mindestens diskussionswürdig. dass die hizbullah ihre füsse still hält, kann man kaum auf militärische mittel der israelis zurückführen, denke ich. da steckt vielmehr politisches kalkül der hizbullah dahinter. ein gewaltiges waffenarsenal, das mit dem von hamas wohl kaum zu vergleichen ist, hat sie.

          ich denke auch, dass hamas innenpolitisch im gazastreifen immer einen schmalen grat gehen muss, wenn sie ihre legitimation unter den palästinensern dort behalten will. sie muss in regelmäßigen abständen ihre fähigkeit zum bewaffneten kampf unter beweis stellen, um nicht von den radikaleren palästinenserfraktionen auf die machtprobe gestellt zu werden. gleichzeitig kann hamas sich aber keinen dauerhaften kriegszustand leisten, um ihre legitimation im gazastreifen aufrechtzuerhalten, da das für die bevölkerung dauerhaft eine wirtschaftliche und soziale katastrophe wäre, die auf dauer auf hamas zurückfallen würde. und legitimation ist letztlich ja alles, worum es innenpolitisch und international geht, weil es die grundlage für politische macht bedeutet.

          recht gebe ich ihnen, wenn sie sagen, dass militärisches abschreckungspotenzial dazugehört. vor allem um politischen druck auf den gegenüber aufbauen zu können. aber militärische mittel allein werden es niemals zu dauerhafter, stabiler sicherheit für israel bringen können. die politische vision ist es, die der israelischen regierung fehlt. dass israel enorme militärische fähigkeiten und kapazitäten hat, steht außer zweifel. aber damit im verbund fehlt seit rabins ermordung in jeder israelischen regierung eine politische vision.

        • Manchmal fragt man sich beim Lesen eigener Texte, was man da eigentlich geschrieben hat. Das “ärgerlicherweise” obwohl in Klammern, muss ganz gestrichen werden. Denn zunächst ist es ja gut und nicht ärgerlich, dass die Israelis in den letzten Jahren zunehmend unbehelligt von Terror leben konnten.

          Ärgerlich ist nur, dass am erfolgreichsten Israels einseitige Maßnahmen waren, während Verhandlungen mit den palästinensischen Vertretern im Ergebnis oft nur mehr Gewalt gebracht haben. Als Pazifist und Demokrat wünsche ich mir doch eine Verhandlungslösung.

          Es wird hier oft gefragt, warum Israel die Hamas “belohne”, weil diese nach dem Raketenterror nun aufgewertet sei, und den friedliebenden Abbas bestrafe, weil der nun noch mehr an Einfluss verloren habe.

          Abgesehen davon, dass das ein schiefes Bild ist, weil die Westbank schon lange gegenüber Gaza priveligiert ist, gerade *weil* man dort einen kooperationsbereiten Partner hat, und die “Belohnung” die die Hamas für die *Einstellung* des Raketenterrors bekommt, nur eine Linderung der Sanktionen ist, also der Schlechterstellung Gazas gegenüber der Westbank.

          Aber davon abgesehen wäre es auch interessant, die Frage umzudrehen: Warum “belohnen” die Palästinenser einseitiges, aggressives Verhalten der Israelis mit Frieden, und “bestrafen” Verhandlungsangebote mit Terror?

          Heidelbaer

  4. Was da zu sehen ist, ist barbarisch.
    Aber im Anzug am Schreibtisch sitzen und über Fernbedienung Menschen auslöschen, das ist dann Bestandteil der Hochkultur?
    Nein, tut mir Leid, für mich ist der, der die Drone führt und die Irren auf dem Bild identisch. Beide sind Barbaren! Beide vergiften sich selbst, ihr Umfeld, ihr Land.
    Traurig nur, dass bei Herrn Schneider das Gift auch bereits durchschimmert.
    Zum Glück gibt es Herrn Rosch und Herr Teichmann – ein wenig Gegengift.

    • Florensa says:”Traurig nur, dass bei Herrn Schneider das Gift auch bereits durchschimmert.” Das ist sehr unsachlich und ungerecht!!!

    • Mir fällt hier immer wieder auf, wie sehr es darauf ankommt, wie jeder einzelne sein Objektiv einstellt. Wenn wir die unsichtbare Seite der Bilder ausser Acht lassen, bleibt der Blick mitten aus dem Geschehen heraus oder die etwas distanziertere Betrachtung bis hin zur Vogelperspektive und dem Blick aus dem All.

      Es werden immer wieder “apples and oranges” verwechselt, z.B. diese öffentlichen Hinrichtungen in Gaza und das militärstrategische Vorgehen Israels, das sich auch am Computerbildschirm abspielt.

      In beiden Fällen werden Menschen getötet. In dem einen soll die Schlagkraft des selbst erklärten Feindes ausgeschaltet werden, und leider werden dabei auch unschuldige Menschen verletzt und getötet. Die Täter bedauern dies und handeln so, um auf mittlere/lange Sicht den Verlust von noch mehr Menschenleben zu verhindern. Im anderen Fall wird durch die Tötung, die eine brutale Hinrichtung ist, ein Exempel statuiert, bei dem hässliche Gefühle im Zentrum stehen und die Menschen verschreckt werden sollen.

      Die Ultrarechten, Ultraorthodoxen lehnen das Töten ‘zur Prävention’ per Knopfdruck genau wie Sie ab.

      Ich denke immer wieder, dass es an der Zeit ist, Israel da rauszuholen, so dass die Waffen Israels ganz schweigen können. Aber was wäre dann? Frieden?

  5. Guten Abend,

    ich verfolge das Blog schon von Anfang an und finde Ihre Arbeit beeindruckend. Und ich bin immer wieder aufs Neue erschüttert, wie schrwierig diese ganze Thematik ist.
    Mit ist beim Lesen des Artikels noch ein anderer Aspekt aufgefallen, ganz unabhängig davon, welche Zeitung ihn geschrieben hat und mit welcher Absicht. Er zeigt sehr drastisch das Ausmaß des Hasses, der gegen Israel entstanden ist.
    Ich will wirklich nicht darauf hinaus, ob das gerechtfertigt oder nachvollziehbar ist, oder was die Gründe dafür sind, und warum es so gekommen ist. Das wird hier genug diskutiert. Was mich beschäftigt ist die Frage, wie man sich als Israeli fühlen muss, wenn man so viel Hass (ich mag dieses Wort nicht und benutze es kaum, aber hierfür fällt mir nichts anderes ein) spürt, und das nicht nur von der Hamas und Hamas-Anhängern, sondern auch von Menschen aus anderen Ländern (inklusive dem arabischen Land, in dem ich gerade lebe). Ich kann nachvollziehen, wieso die Leute hier Israel als Feind sehen (weil ich die Sprache studiere und die Medien sehe), aber ich kenne die israelische Seite nicht.
    Wie fühlt man, wenn man in Israel aufwächst und weiß, dass die Nachbarländer einem feindlich gesonnen sind. Und wenn man an die jüdische Vergangenheit denkt und sieht, dass man auch fast immer bedroht war? Und wenn man für alles, was in Israel geschieht oder was die Regierung beschließt, verantwortlich gemacht wird?
    Das sind keine rhetorischen Fragen! Ich bin fernab von Bedrohung aufgewachsen und kann bestenfalls raten, wie ich die Dinge empfinden würde, wenn ich in Israel aufgewachsen oder auch nur jüdisch wäre und an einem anderen Ort leben würde. Wie geht man mit all diesen negativen Gefühlen verschiedenster Art um, die man von außen zu spüren bekommt? Und wie schwer muss es sein sich mit dieser Lage auseinander zu setzen, ohne zu stark von der Wucht dieser Feindseeligkeit zu stark in Mitleidenschaft gezogen zu werden? Wie kann man dem standhalten?

    Das Urteil, dass jemand “vergiftet” ist, finde ich viel zu hart und außerdem unpassend gewählt. Gift ist etwas, das von außen eindringt und Dinge im Menschen zerstört. Sind hier mit “Gift” Gefühle gemeint, die durch extreme Bedingungen wie im Nahost-Konflikt wachgerufen werden, oder verstehe ich das falsch?
    Sollte das gemeint sein, dann haben wir alle die Veranlagung dazu, nur manche haben das Glück(?), davon nichts mitzubekommen, weil sie nie in Umständen gewesen sind, die diese Dinge zum Vorschein gebracht hätten.

    Ich habe sehr sehr große Achtung vor all denen, die diese schlimme seelische Belastungen auferlegt bekommen und trotzdem nicht aufhören, sich für Verständigung einzusetzen und sich gegen das wehren, was die anderen als unmenschlich erscheinen lässt.

    Halten sie durch, Herr Schneider, und passen Sie auf sich auf!!!

    • @Studentin

      Sie schreiben “Ich kann nachvollziehen, wieso die Leute hier Israel als Feind sehen”. Könnten Sie mir / uns das etwas genauer ausführen? Ich wohne nicht in einem arabischen Land und bin aber an der dortigen Sicht interessiert. Das meiste, das ich kenne, kommt aus dritter oder vierter Hand.

  6. Die Hamas – das moegen fuer unwissende Westler ‘Barbaren’ sein, wenn sie 6 ihrer eigenen Leute Mitten auf der Strasse exekutieren und ihre Leichen schaenden.

    Tatsache ist, dass die Hamas nicht etwa eine Verzerrung, sondern eine Verkoerperung des realen Islam ist, wie er im Koran und den Hadithen vorgeschrieben bzw. vom Proleten Mohammed vorgelebt wurde. Jede noch so brutale Handlung der Hamas, kann man auf eine Sure oder Hadith beziehen. Ihre Israelvernichtungs- bzw. Judengenozid-Fantasien sind in ihren Statuten, Kapitel 7, aufgeschrieben – quasi 1 : 1 das Zitat einer Hadith.

    Die Hamas wird in den westlichen Medien – auch von der ARD, auch auf diesem Blog – viel zu milde dargestellt, weil man sich – typisch westlich, typisch politisch korrekt – um ein journalistisch ‘ausgewogenes’ Bild bemueht, das allerdings wenig mit der Realitaet zu tun hat. Denn an der Hamas gibt es nichts schoen zu reden. Hamas – das ist die Manifestation islamischen Nazitums, ideologisch, verbal, visuell. Nur dass die Nazis bedeutend mehr Respekt fuer ihr eigenes Volk und ihre Kinder hatten, als sie schon in den Windeln zu kuenftigen Maertyrern fuer ihren Kult zu stilisieren.

    Wer einen Einblick in die Hamas bekommen will, dem sei die Website bzw. der YouTube-Kanal von MEMRI empfohlen, die al-Aqsa-TV, das Staatsfernsehen dieser Terrorbande, staendig beobachten und hinterher Ausschnitte ins Internet stellen. Dagegen war Goebbels und seine Juden hetzende Propaganda ein Dreck!

    AUFWACHEN, Europa!

    • “vom Proleten Mohammed”

      derart rspektlose und provokante Formulierungen werden wohl kaum zu einer Annäherung führen.

      Ich lese die Kommentare hier im Blog aufmerksam und wundere mich immer wieder, wie oft auf eine Verhärtung der inneren (gedanklichen und emotionalen) sowie äusseren Fronten im Nahen Osten hingewiesen wird ohne dass bemerkt wird, dass auch wir User aufpassen müssen – auch in der Diskussion hier zeigen sich doch immer wieder – teilweise sogar extrem – verhärtete Fronten.

      Blockaden im Nahen Osten sollen gelockert werden, Angriffe ein Ende haben, Schuldzuweisungen unterlassen werden, Köpfe und Herzen sollen sich öffnen, damit sich das misstrauische gegenseitige Beäugen zu einem gemeinsamen Blick nach vorne wenden kann …. das alles erhoffen wir von den Betroffenen.
      Und dabei gelingt es uns doch nicht mal selbst ….. traurig.

      Im Koran findet man neben Destruktivem auch Heilendes – wie in allen Religionen. Annäherung wird dann möglich, wenn man den Blick auch auf das
      richtet, was beim andern positiv sein könnte, statt sich nur darauf “einzuschießen”, was bei ihm schlimm und schuldhaft war, ist und deshalb vermeintlich unweigerlich weiterhin so sein wird.

      Fangen wir doch bei uns selbst an – hinterfragen wir doch wenigstens ab und zu unsere eigenen Gedankenmuster, reißen wir doch die Blockaden im eigenen Hirn ein, öffnen wir doch unsere eigenen Herzen und hören wir auf uns gegenseitig verbal zu beschießen! Im angehängten Text, der meist dem Talmud zugeordnet wird, wird auf die Gefahr im eigenen Kopf hingewiesen.

      Von der Destruktivität der GeSINNungen ist der Weltfrieden nicht nur durch muslimische Köpfe bedroht.

      Achte auf Deine Gedanken,
      denn sie werden zu Worten.

      Achte auf Deine Worte,
      denn sie werden zu Handlungen.

      Achte auf Deine Handlungen,
      denn sie werden zu Gewohnheiten.

      Achte auf Deine Gewohnheiten,
      denn sie werden Dein Charakter.

      Achte auf Deinen Charakter,
      denn er wird Dein Schicksal.

        • @ Sam Lewis –
          – off topic –
          ?! :-o Warum nur klingt Ihr einfaches “danke” in meinen Ohren so, wie es klingt?! Können Sie nicht einmal ein einfaches “danke” hervorbringen, ohne so sehr von sich selbst eingenommen zu sein?!! Je mehr Sie dagegen ankämpfen, desto schlimmer wird es. Ich glaube, ich muss mit meinem Therapeuten darüber sprechen… – [seufz — ;)]

          • Gab’s so was nicht schon mal? Dass jüdisches „subversives“ Denken andere in Rage gebracht hat?

          • @ Sam

            Sie haben mich nicht in Rage gebracht…

            Ich lese Sie ja eigentlich ganz gerne und finde Ihre Gedankengänge interessant und nachvollziehbar.

            Ihre ‘subversiv’-pedantische Rhetorik (trifft es das?) ist provozierend und soll es sein, und ich sehe mir dabei zu, wie ich mich dadurch provozieren lasse, was mich zuweilen ‘heiter’ verzweifeln lässt. So ist mein Kommentar zustande gekommen. Nichts für ungut.

            Gerne weiter so!

      • Hallo Studentin und Pia,

        „Fangen wir doch bei uns selbst an – hinterfragen wir doch wenigstens ab und zu unsere eigenen Gedankenmuster“
        ourjaEndlich ein paar Töne die von Selbstreflexion zeugen! Vielen Dank dafür. Gut dass Sie beide auf dieser Plattform sind. Denn hier sind dringend Stimmen nötig die sich nicht nur mehr oder weniger geistreich über äußere Gegebenheiten austoben sondern auch wissen was es heißt sich selbst zu hinterfragen.
        Weiter so! Nur so kann innerlich UND äußerlich Frieden geschaffen werden.

        • @Sam Lewis,

          Sie kennen bestimmt das Sprichwort “Der Klügere gibt nach”. Heißt das aber nicht auch, dass die Dummen regieren?

          • Sind Sie sicher, Sie können das beurteilen? Ich meine, wer wirklich dumm ist?

            Könnte die gezeigte Dummheit nicht das kluge Mittel sein um sich von Dummen Gehör zu verschaffen?

            Mit unseren Gedanken lässt sich die Wirklichkeit nicht erfassen.

          • Lieber Michael, Ich habe noch ein wenig nachgespürt woher Ihre Frage kommen könnte.

            1. Ist es Angst, dass wenn ich nachgebe, mich die „Dümmeren“ bestimmen?

            2. Ist es eine Rechtfertigung des eigenen Fehlverhaltens? Ist es leichter sich zu rechtfertigen als sich zu entschuldigen?

            3. Steckt die Angst dahinter dass ich handlungsunfähig werde, wenn ich meine eigenes Bewusstsein beobachte von dem aus ich alles (äußeres und inneres) erlebe?

            Ich hoffe ich trete Ihnen mit meinen Überlegung nicht zu nahe.
            en

          • Lieber Sam,
            eigentlich habe ich Ihnen die Frage nur gestellt, um über ein Problem zu diskutieren. Selbstreflexion ist gut und richtig. Nur wenn man in der Lage ist, eigene Fehler einzugestehen, ist man in der Lage, diese zu überwinden.
            Auf der anderen Seite beobachte ich häufig, dass Menschen mit einer großen Fähigkeit zur Selbstreflexion unsicher werden, und dementsprechend unreflektierte Akteure die Handlung bestimmen. Sprich die Dummen (oder Skrupellosen) regieren.
            Neben wir das Beispiel Yitzchak Rabin. Er war ein reflektierter Mensch. Nicht fehlerfrei, aber in der Lage, eigene Fehler einzugestehen. Jigal Amir war kein reflektierter Mensch. The rest is history…

          • Lieber Michael,

            Natürlich kann es oft so aussehen, als wären die Besonnen die Verlierer und die anderen, die Dummen, die Gewinner. Das hat ja auch die jüngere deutsche Geschichte gezeigt.

            Auch unter Meditierenden ist es ein großes Thema, ob die Innenschau nicht zur Passivität im Äußeren führt und man unfähig wird zu agieren, und für andere aktiv einzustehen. Siehe u.a. Thich Nhat Hanh.

            Aber es ist nicht Selbstreflexion die ausschlaggebend ist wenn man sich gegen von blinden Impulsen Getriebenen nicht durchsetzen kann und dann Gefahr läuft, dass die „Dummen“ zum Zug kommen. Vielmehr hängt diese Unfähigkeit mit anderen Merkmalen zusammen, z.B. dem Bedürfnis nach Zustimmung und Anerkennung anderer, bzw. der Angst anzuecken. Kann ich wiederum solche Merkmale bei mir selbst erkennen und überwinden steht meiner Handlungsfähigkeit, meiner Fähigkeit für andere einzustehen, nichts im Wege.

            Ich persönlich möchte mich vorerst an Pias Ausführungen halten, auch wenn sie dazu führen könnten, dass ich den Augen der Welt als unfähig gelte: „Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten…“
            Viele Grüße

  7. Sehr geehrte Frau G.,
    vielen Dank fürs Zurechtsweisen! Sie haben völlig Recht, es ist unsachlich und ungerecht.
    Ich wünschte, die Pferde wären mit mir nicht durchgegangen.

  8. @Florensa:

    Sie begehen leider den Fehler einiger Zuschauer und Leser: Berichte, die nicht auf Ihrer politischen Linie sind, werden als verzerrt oder nicht neutral dargestellt.

    Ich kenne kaum einen Journalisten, der in dem Konflikt im Nahen Osten eine solch neutrale Berichterstattung leistet wie Herr Schneider. Er zeigt das Negative und Positive auf beiden Seiten und verzweifelt merklich am gordischen Knoten, der dort unten fester und fester gezogen wird.

    Wenn Sie nur Journalismus als Gut erachten, der Ihre eigene Meinung bestätigt, sollten Sie einen Nachrichtensender wie “Fox-News” in den USA gründen. Der berichtet wirklich nur die Dinge, die für die Eigner politisch opportun sind und mit Vorliebe werden diejenigen live runtergemacht, die sich trauen eine andere Meinung zu haben.