Zurück zur Normalität?

Liebe User, Zuschauer, Zuhörer dieses Blogs,

kann es sowas wie ein “Zurück zur Normalität” geben nach einem Krieg? Natürlich nicht. Und doch versuchen alle Seiten: Israelis, Palästinenser – jeder in seiner Art und Weise – ein Stück “Normalität” zu leben, was immer auch das heißen mag, wie immer auch man “Normalität” definieren kann. Wir wissen alle: Das Leben hier in Nahost ist für niemanden “normal”, wenn wir den Frieden und die Art und Weise, wie wir in Deutschland seit den Jahren seit 1945 leben durften als “normal” bezeichnen wollen: ein Leben in Freiheit, Frieden, ohne Krieg, ohne einen einzigen Schuß, ohne militärische (ernsthafte militärische) Bedrohung. Ein Leben in Würde also. Und doch: Israelis und Palästinenser sind zu “ihrer” Normalität zurückgekehrt. Das mag angesichts der Lebensverhältnisse in Gaza zynisch klingen, ist es aber nicht. Auch dort versuchen die Menschen wieder ein Leben zu führen, das normal zu sein scheint. Die Schulen sind wieder geöffnet, man versucht irgendwie seinen Lebensunterhalt zu verdienen, irgendwie weiterzumachen und wenn es nur das Wiederaufbauen der zerstörten Häuser und Wohnungen ist. Im Augenblick heißt in Gaza und im Süden Israels “normal”: Es fliegen keine Raketen, es fallen keine Bomben. Immerhin. Das ist sehr, sehr viel. Das reicht nicht, wir alle wissen das, aber immerhin.

Nun – auch wir Journalisten des ARD Studios Tel Aviv kehren zurück zu unserer “Normalität” – und wir wissen, daß das für uns eigentlich nichts anderes bedeutet als weiterhin mit vollem Einsatz zu arbeiten, denn hier geschehen soviele Dinge, die berichtenswert sind, über die man berichten muß, daß wir kaum Zeit zum verschnaufen haben, aber immerhin – wir können vielleicht nun doch mal wieder ab und an ein wenig mehr Zeit mit unseren Freunden und Familien verbringen.

Der Krieg ist vorbei – die Folgen des Krieges noch lange nicht.

Aber wir werden jetzt hier ab kommenden Montag zurückkehren zur “Normalität” unseres Blogs und das heißt: Ab Montag werden wieder im Wechsel –  wir Kollegen von Hörfunk und Fernsehen –  jeweils ein Post schreiben, filmen, aufnehmen und ins Blog setzen und sie so wieder über viele große und kleine Dinge in Israel und in Palästina informieren.

Wir alle – die Korrespondenten, die hier in Tel Aviv ständig stationiert sind, ebenso wie diejenigen, die jetzt während des Krieges als Verstärkung dazu kamen – wir alle möchten uns bei Ihnen bedanken: Dafür, daß Sie dieses Blog so intensiv benutzt haben, daß Sie uns geschrieben habe, daß Sie uns mit Lob und Zustimmung, mit Kritik und interessanten Ideen auf vieles, was wir in Zukunft berücksichtigen werden, aufmerksam gemacht haben.

Für uns war die Erfahrung, mittels dieses Blog ein zusätzliches Informationsforum vor allem jetzt in Zeiten des Krieges zu schaffen, neu. Und wir alle sind sehr stolz und glücklich, daß Sie unser Angebot so zahlreich genutzt haben.

Bleiben Sie uns treu – gerade auch in Zeiten der “Normalität”. Sie wissen ja: Nichts ist normal im Nahen Osten. Und es bleibt spannend und aufregend und interessant. Wir von Hörfunk und Fernsehen sind weiter für Sie da. In den Hörfunkkanälen, in den Fernsehprogrammen, in meinem Videoblog “Zwischen Mittelmeer und Jordan” und natürlich und selbstverständlich auch hier: in unserem Daily Blog “Israel – Palästina”

 

 

Kommentieren:

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  1. Danke für Ihren unermüdlichen Einsatz!

    Ich hoffe, dass Sie nun alle ein wenig entspannen können und freue mich schon auf die nächsten Posts.

  2. Danke für die schnelle Anwort…

    und viele Grüße in das sonnige Tel Aviv…

    Elke Wickel…

  3. Lieber Herr Schneider,
    auch von meiner Seite vielen Dank an Sie und alle, die in Israel “stationiert” sind. Interessant, dass Sie diesen militärischen Ausdruck verwendet haben.
    Auch wenn es durch die Vielzahl von Posts nahezu unmöglich war, die eigenen Kommentare zu verfolgen, war die Aktualität des Blogs und die neben den “offiziellen” Beiträgen eingesteuerten eigenen Beobachtungen, Betrachtungen und Bewertungen immer wieder interessant. Insbesondere die provozierenden Fragestellungen, mit denen Sie die Kommentatoren immer wieder herausgefordert haben, auch die eigene Position zu hinterfragen, waren eine Bereicherung.
    Auch wenn sich in der Zukunft die Dramatik weiter verdichten dürfe, wünsche ich Ihnen, dass Sie weiterhin auf sich aufpassen und behütet bleiben.

  4. Hallo,
    wir sind Ihnen Dankbar, dass sie alle (das ganze Team) so im Einsatz waren und für die User dieser Medien täglich, wenn nicht sogar eher stündlich die aktuellsten Informationen hochgeladen haben. Für mich war und ist dieser Blog sehr Informativ, Interessant und stimmt oft Nachdenklich. Es ist wie ein Fenster, wodurch man als Außenstehender in den Nahen Osten blicken kann. Ich hoffe, dass sich irgendwie (wie, keine Ahnung) Frieden herstellen lässt zwischen Israel und den Palästinensern.
    Ich denke, das Sie Ihre Arbeit sehr gut machen und freue mich auch auf alle weiteren Beiträge von Ihnen.
    In diesem Sinne Danke und weiter viel Erfolg!

  5. Lieber Herr Schneider,

    Danke nochmal allen Korrespondenten für Ihren Einsatz und die vielen aktuellen Nachrichten. Es sind jetzt nur noch 2 Wochen, dann fliege ich selbst nach Israel um Freunde zu besuchen und freue mich darauf.
    Das Blog Israel – Palästina habe ich erst neu entdeckt als ich auf der Suche nach Beiträgen zur aktuellen Situation war. Seitdem schaue ich öfter rein und bin sehr dankbar für die vielen Informationen. Machen Sie weiter so!

  6. Hallo ARD-Korrespondenten-Team!

    Sie (und alle Zivilisten dort) haben viel mitgemacht und haben sich jetzt den “Frieden” verdient.
    Zur Berichterstattung vielleicht trotzdem noch eine Frage: Die Orte des Geschehens, an die Sie sich immer wieder begeben, können Sie dort eigentlich auch “ungestört” von Privatleuten arbeiten? Die Polizei, das Militär/ die Miliz kann einen Bereich abriegeln, sonst gibt es Zäune; aber sind Sie dort, wo Sie drehen/ Befragungen von Passanten durchführen und wo kein Zaun/ keine Absperrung ist auch Forderungen (keine schlechte/ gute Nachricht über die andere Seite u.ä.) ausgesetzt?
    Weiterhin Hals- und Beinbruch!