Wir haben Europa verloren – müssen wir Deutschland verlassen?

Zwei Reaktionen machen mich in diesen Tagen nachdenklich. Da ist zum einen der Satz “Wir haben Europa verloren”, den ein israelischer Diplomat geäußert hat, natürlich anonym, um zu erklären, wie es kommen konnte, daß fast kein EU-Mitglied mit “Nein” in der UN gegen den Antrag der Palästinenser gestimmt hat.

Und: da sind Anrufe einiger jüdischer Bekannte aus Deutschland, die mich ernsthaft fragen, ob man nun auswandern  müsse, weil doch Deutschland statt mit “Nein”, wie zunächst angekündigt, doch mit einer Enthaltung reagierte, was eigentlich einem “Ja” gleichkomme.

Beides sind hysterische Reaktionen. Beide zeigen, daß sie die Lage völlig verkennen, beide zeigen aber auch, wie sehr noch immer der Holocaust als Parameter für alles, was im Jahr 2012 geschieht, häufig auf jüdischer Seite gesehen wird. In Zeiten der Diaspora, als es noch keinen jüdischen Staat gab, wurde Politik von der jüdischen Minderheit weltweit subsummiert auf die Frage: “Ist das nun gut für die Juden oder schlecht?” – Und diese Frage war berechtigt, hatte man doch über Jahrhunderte keinerlei Einfluß auf die Politik der Länder, in denen man lebte. Man war Spielball der christlichen Mehrheit. Und wenn diese entschied, den Juden mal wieder das Leben zur Hölle zu machen, dann geschah dies.  Also konnte, ja mußte jede politische Entwicklung im jeweiligen Land, in dem man lebte – und nicht nur dort – unter diesem Aspekt gesehen werden: Werden wir jetzt gleich  wieder verfolgt? Geteert, gefedert, abgeschlachtet, vergast?

Das Trauma sitzt tief, so tief, daß immer noch viele Juden nicht begriffen haben, daß sie längst Akteure im politischen Geschehen geworden sind. Zumindest für den jüdischen Staat gilt das. Israel ist ein Akteur, hat – bis zu einem gewissen Grad – die Möglichkeit unabhängig zu entscheiden, was es tut oder nicht. Und muß mit den Konsequenzen leben.

In diesem Fall heißt das: Man verliert die Unterstützung der Europäer. Zumindest wenn es um die Frage geht, ob man einen palästinensischen Staat akzeptiert oder nicht. 

Nun muß israelische Politik sich sicher nicht nach den Wünschen der Europäer richten. Die Europäer haben keine Ahnung, was es heißt, sich in einer Nachbarschaft zu befinden, die grundsätzlich feindlich gesinnt ist, was es heißt, sich stets im Kriegszustand zu befinden und damit auch stets bedroht. Real bedroht und auch, wenn man das so sagen will: “metaphysisch”, denn der Holocaust schwingt immer  immer immer im Hintergund aller realen und irrationalen Ängste der Israelis mit. Was für die Europäer längst Geschichte ist, was vor allem für so manche Europäer (und Deutsche) eine so unangenehme Vergangenheit ist, daß man sie am liebsten vergessen möchte, ganz weit wegdrängen, das ist für Israelis immer noch im kollektiven Bewußtsein “präsent” und somit Teil des Präsens, der Gegenwart. Daß Politiker, allen voran Premier Netanjahu, diese Angst gern auch schüren, um ihre Politik durchzusetzen, ist klar. Daß der Likud und andere rechte Parteien nun im israelischen Wahlkampf alles daransetzen werden, das Thema “Bedrohung und Sicherheit” zum entscheidenden Thema zu machen, um sich nicht mit den sozialen Mißständen im eigenen Land auseinanderzusetzen, versteht sich von selbst. Daß man gerne mit Außenpolitik von innenpolitischen Problemen ablenkt, ist ja nicht nur Sache der Israelis, sondern aller Politiker überall auf der Welt.

Dennoch – daß dieses Ablenkmanöver in Israel stets so gut funktioniert, hat mit der realen Bedrohung, die immerzu existiert, zu tun und natürlich auch: daß es auf  fruchtbaren Boden fällt. Die Shoah. Sie ist immer da. Egal, ob das nun ein nichtjüdischer Europäer für Blödsinn erachtet oder nicht. Denn Israel weiß: Die Araber können es sich leisten viele Kriege zu verlieren, Israel aber nicht einen einzigen.

Entsprechend müßte europäische Politik auch ausfallen. Tut sie allerdings oftmals nicht. Der ehemalige amerikanische Botschafter in Israel Sam Lewis (trotz seines Namens k e i n Jude), erzählte mir in einem Interview, daß George Bush senior ihn einmal fragte, wie man die israelische Regierung (damals die “No”-Regierung von Shamir) in Bewegung bekommen könnte, damit im Friedensprozeß etwas weitergehe. Lewis erklärte ihm, daß dies ganz einfach sei: “Mr. President, legen sie ihren Arm um die Schulter des israelischen Premiers, geben sie ihm das Gefühl, daß sie sein Freund sind, und dann ziehen sie ihn langsam auf die Seite, auf der sie ihn haben wollen. Aber nehmen sie dabei nur ja nie den Arm von seiner Schulter!”

Genau dies hat Obama in seiner ersten Amtszeit nicht getan. Es wäre so leicht gewesen. Nach der Kairo-Rede einfach nach Jerusalem fliegen und öffentlich sagen: Hey, ich will den Ausgleich mit den Muslimen, ja, aber ich bin bei euch, laß euch nicht im Stich, keine Sorge. Er hätte vielleicht Bibi nicht auf seine Seite bekommen, aber sicherlich das israelische Volk – und das hätte viel verändert. Es scheint, daß Obama das nun zumindest begriffen hat – im letzten Gaza-Krieg war er ganz bei den Israelis, öffentlich zumindest, und erreichte dadurch schnellstens einen Waffenstillstand. Immerhin.

Auch Kanzlerin Merkel scheint dies begriffen zu haben. Sofort nach der Abstimmung erklärte sie, daß Deutschland weiterhin der Sicherheit Israelis verpflichtet sei. Für viele Deutsche mag dies wie ein Einknicken vor Netanjahu erscheinen, doch das ist es bei weitem nicht. Wer ein bißchen hinter die Kulissen gucken durfte in den letzten Jahren, weiß, daß sich das Verhältnis zwischen Merkel und Bibi merklich abgekühlt hat, daß sie enttäuscht ist von den ewigen Versprechungen Bibis, die ja doch nicht eingehalten werden. Und so werden die israelisch-deutschen Regierungskonsultationen am kommenden Mittwoch/Donnerstag in Berlin sicher nicht nur eine Honeymoon-Reise für die Politiker aus Jerusalem sein.

Doch was anderes kann, soll und muß Deutschland und die EU Israel eigentlich sagen? Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, daß man Israels Sicherheit garantiert – und das ist doch kein Widerspruch dazu, daß man politischen Entscheidungen in Jerusalem ablehnen kann, daß man wahrlich nicht alles richtig finden muß, was die aktuelle Regierung entscheidet. Und deswegen in jüdischen Kreisen das Gefühl zu bekommen, man müsse Deutschland verlassen, weil es “wieder losgehe”, ist schlicht Unsinn. Da wäre der Umstand, daß die  Sicherheitsorgane in Deutschland auf dem rechten Auge blind gewesen zu sein schienen (siehe: NSU) weit eher ein ernster Anlaß zur Sorge  als die Enthaltung der Bundesrepublik bei der Abstimmung in der UN.

Nun aber zur israelischen Haltung: “Wir haben Europa verloren”. Ein schlicht blödsinniger Satz, denn er tut so, als ob dies in toto stimmen würde, was es nicht tut. Ja, es ist bekannt, daß die Briten und die Franzosen traditionell der arabischen Welt näher stehen als Israel, ebenso wie Deutschland aufgrund seiner Geschichte Israel im Prinzip näher steht. Und ja, es ist auch wahr, daß die Europäer häufig nicht begreifen können, wie problematisch die Lage Israels in dieser Region ist. Ich erinnere mich, wie man in Europa Netanjahu Anfang 2011 heftig dafür kritisierte, daß er den “Arabischen Frühling” als “Islamischen Winter” bezeichnete, daß er schon im Frühjahr 2011 sagte, die Islamisten werden gewinnen, während sich die Europäer noch der Illusion hingaben, es könnte nun schlagartig die Demokratie in der arabischen Welt ausbrechen. Und in deutschen und europäischen Medien wurde damals bösartig gefragt, ob Israel nur mit Diktatoren könne und nicht mit demokratisch-frei gewählten Volksvertretern. Nun – diese Dummheit und Arroganz in Europa wurde längst durch die neue Realität beispielsweise nun in Ägypten eines Besseren belehrt.  Sogar Bibi sagt manchmal richtige Dinge, ganz egal, ob man ihn mag oder nicht.

Aber ist Europa nun verloren oder nicht? In der Meinung des Volkes vielleicht. Da haben viele schon lange entschieden, daß die “Schwachen” = Palästinenser = die Guten sind, während die Starken = Israel = die Bösen sind. Ok. So Schwarz/Weiss kann man sich die Welt leicht- und schönreden, mit der Realität hat das nichts zu tun, aber “das Volk” muß ja auch nicht politische Entscheidungen treffen, sondern die Regierungen.

Und was machen diese? Die agieren zunächst einmal nach ureigenem Interesse, klar. Und nach der eigenen Einschätzung der Lage, die ja nicht immer nur falsch sein muß, weil sie mehrere Tausend Kilometer vom Ort des Geschehens gemacht wird.

Und wenn Israel als Reaktion auf den UN-Gang mit der offiziellen Ankündigung reagiert, man werde weitere 3000 Wohneinheiten in den Siedlungen bauen, dann könnte man in diesem Fall auch mit der klassischen Diaspora-Frage reagieren: “Ist das gut oder schlecht für die Juden?”

Israel ist Akteur in der Politik. Das Problem: Viele in der heutigen Regierung haben Selbstkritik, Selbstreflexion lange schon hinter sich gelassen. Sie fragen sich nicht, ob die Entscheidungen, die man trifft, richtig oder falsch sind, sie fragen sich nicht, ob man vielleicht das objektive Palästinenserproblem anders angehen könnte oder müßte, denn viele heute sind mehr von ihrer Ideologie getrieben als von dem Wunsch mittels eine pragmatischen Realpolitik zumindest das Mögliche zu erreichen.

Insofern sind diese “Ideologen” in der israelischen Regierung und Politik längst ein integraler Bestandteil des Nahen Ostens geworden, der sich leider mehr auf Ideologien insgesamt verläßt als auf Realpolitik.

Es wäre zu wünschen, daß Jerusalem erkennt, daß es eine Diaspora-Mentalität nicht braucht, nicht haben darf. Daß es Akteur ist und wissen muß: das eigene Handeln löst Reaktionen aus. Manchmal auch negative. Keine Regierung aber kann es sich leisten, Europa als “verloren” aufzugeben und sich nur auf die USA zu verlassen. Auf eine Karte allein setzen, ist ein Risiko, daß sich Israel in seiner Situation nicht leisten kann.

 

Kommentieren:

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  1. Lieber Herr Schneider,

    Sie beleuchten sehr schön die Situation Israels, der Juden in Europa und das Verhältnis Israel/USA/Europa. Man muss nicht in allem ihrer Meinung sein, aber das ist ja normal.
    Was ich aber vermisse, ist eine Reflektion zu dem Thema “objektives Palästinenserproblem”. Sie schreiben, dass “viele in der heutigen Regierung … Selbstkritik, Selbstreflexion lange schon hinter sich gelassen” haben. Das ist ein hartes Urteil, zu dem sie Belege schuldig bleiben.
    Wie ist das mit den Palästinensern? Haben sie nicht die Oslo-Verträge gebrochen, als sie die Anerkennung über die UN beantragten? Ist nicht die fehlende Selbstreflektion der Israelis auch eine Folge der jahrelangen Kämpfe der Palästinenser gegen Israel, die A sagen und B tun? Sie beschweren sich – zu Recht – über die gebrochenen Versprechen der israelischen Regierungen. Aber wo schreiben Sie über die gebrochenen Versprechen der Palästinenser? Oder sind das keine gleichwertigen Partner, so dass man ihnen das nachsehen kann?

    Ich glaube, dass neben dem Holocaust noch ganz andere Sachen die Israelis antreibt:
    – Die Angst vor der erneuten Vernichtung (Hamas, Hisbollah, Iran)
    – Der Wunsch, in Frieden zu leben, der von der arabischen Welt seit Jahrzehnten mit einem 3fachen “No!” beantwortet wird
    – Der mehrjährige Terror gegen die eigene Bevölkerung.

    Nur wenn man sich dieses Gesamtpaket anschaut, wird man verstehen, warum die Israelis von Europa so enttäuscht sind. Was war hier in Deutschland für eine verständliche Panik, als es hier Terroranschläge gab. Den Israelis aber sieht man es nicht nach.

    Wir sitzen hier im friedvollen Europa und maßen uns an, Israel Ratschläge zu erteilen. Eine Frau Merkel ist enttäuscht von Netanjahu? Ihre Enttäuschung über Abbas und Hanija habe ich bisher nicht wahrgenommen. Traut sie sich nicht? Ist sie nicht enttäuscht? Warum äußert niemand Enttäuschung über das Verhalten der Palästinenser?
    Ich glaube nicht, dass Netanjahu oder sonst eine Regierung Europa “verloren” geben wird. Sie beklagen nur den Verlust des Rückhaltes, den “Arm um die Schulter”.
    Warum hat Deutschland sich bei der UN enthalten? Der Vorstoß verstieß wie gesagt gegen die Oslo-Verträge. Ein “Nein” wäre völlig nachvollziehbar und richtig gewesen.

  2. “Wer ein bißchen hinter die Kulissen gucken durfte in den letzten Jahren, weiß, daß sich das Verhältnis zwischen Merkel und Bibi merklich abgekühlt hat, daß sie enttäuscht ist von den ewigen Versprechungen Bibis, die ja doch nicht eingehalten werden.”

    welche versprechen? habe ich etwas verpasst???

    ““Wir haben Europa verloren””

    nicht aufregen. israel hat die europa bereits kurz nach 67 verloren. und wenn ich mir die beziehungen jetzt aunschaue, ist israel heute in einer viel besseren lage.

    “Insofern sind diese “Ideologen” in der israelischen Regierung und Politik längst ein integraler Bestandteil des Nahen Ostens geworden, der sich leider mehr auf Ideologien insgesamt verläßt als auf Realpolitik.”

    erstnens wuerde ohne ideologien keine regierung auf der welt ueberleben.

    “Es wäre zu wünschen, daß Jerusalem erkennt, daß es eine Diaspora-Mentalität nicht braucht, nicht haben darf.”

    genau das hat die israelische regierung nicht! das ist doch das worueber sich die welt und auch SIE aufregen. die juden haben nicht mehr diese ghetto opfer mentalitaet. seit dem anfang der 2. intifada und kollaps der friedensverhandlungen sagen alle israelischen regierungen folgendes: “ihr koennt uns das buckel runterrollen, aber wir werden nur das tun, was wir fuer richtig halten.”

    israel ist ein problem fuer den westen, nicht wegen seiner politik, sondern weil die laender drum herum sich von israel(seinen leistngen, erfolg in jedem bereich und das JUDENTUM) provoziert fuehlen und es viel einfacher fuer den westen waere israel aufzugeben. es geht hier nicht um recht oder unrecht, sondern um einen stoerfaktor. israel stoert – so denkt es sich im europaeischen geiste.

    • ohne es zu wissen: gab es nicht immer und immer wieder, versprechen, den (provokanten und überflüssigen) siedlungsbau zu stoppen? doch zumindest den usa gegenüber gab es die (vllt auch noch von sharon-zeiten) doch, oder?

      “europa bereits kurz nach 67 verloren (usw)” – genau das spricht herr schneider doch an, dass das keine gute einstellung ist. den nächsten satz müssen sie mal erklären.

      “ohen ideologie keine regierung überleben” – sie unverbesserlicher polemiker nehmen ein wort des anderen und stürzen sich darauf. dass herr schneider ideologie als gegensatz zum realpolitiker nennt, zum pragmatiker, nennt, übersehen sie dabei geflissentlich

      provoziert von
      “leistung” – stimmt.die erste leistung die provoziert hat, war aber mal gewiss die diplomatische von 1917 und folgende
      “erfolg in jedem bereich?” sie äußern sich lächerlich und kindisch. welcher staat hat schon erfolg in JEDEM bereich??eben, und israel offensichtlich auch nicht.
      “dem judentum” – ihrem großschrieb ein dickes NAJA entgegen. das judentum war den arabern herzlich egal bei den einwanderungen im kleinen stil. einen traditionellen arabischen judenhass gibt es nicht. juden, sfaredim, hatten es in arabischen ländern traditionell um vieles besser als in christlichen breiten.
      “buckel runterrollen” – halten Sie das ehrlich für eine gute einstellung, sie alter diplomat?

      “der europäische geist” – sie kennen mich, meine familie, meine freunde, meine nachbarn, meine französischen, spanischen, tschechischen,muslimischen,jüdischen,christlichen usw. usf. freunde und mitbürger ja seeeeeehr gut.
      diese aussage und ähnliche pauschalisierungen sehe ich als frechheit und beleidigung unserer intelligenz.

      Was Anderes: Sie, oder “sie”, sind ja in diesem mikrokosmos des forums/blogs hier sowas wie ein prominenter dauergast, daher darf ich mir mal erlauben, ihnen eine direkte frage zu stellen,oder? Mich würde sehr interessieren wie sie zu Arur Goldstein stehen und weiterhin zu Personen, die auf dessen grab steine nieder legen. Gaaaaanz grundsätzlich, ohne Bezug zu jedweder hier genannten thematik!

      • keine regierung hat jemals versprochen siedlungsbau einzustellen.

        “dass herr schneider ideologie als gegensatz zum realpolitiker nennt, zum pragmatiker, nennt, übersehen sie dabei geflissentlich”

        sie liegen falsch. realpolitik ist eine kurzzeitstrategie. das hat nichts mit pragmatismus zu tun. ideologie ist das was die menschen bewegt. jede regierung handelt ideologisch. wie pragmatisch ist die dt. oekopolitik? geht es da nicht mehr um ideologien? sind menschenrechte keine ideologie? du kannst nicht nachvollziehen, wieso juden jerusalem brauchen. und ich kann nicht nachvollziehen, wieso man in dtl. BIO anbettet.

        “erfolg in jedem bereich?” israel war im jedem bereich erfolgreicher als arabische nachbarn. nennen sie mir doch etwas, wo die araber wenigstens eine halbe nase vorne haben.

        es ist witzig, wie immer behauptet wird, dass es den juden unter den araber gut ging. sie schreiben da, dass es den sephardischen juden unter moslems viel besser als unter christen ging. na und? wuerden sie in einem land leben wollen, wo sie besser behandelt werden, als in einem anderen land? nein, denn das heisst nichts anderes, dass sie immer noch weniger rechte als die anderen haben werden. die juden waren unter araber nie gleichberechtigt, was in europa teilweise der fall gewesen ist. es gab pogromme, noch lange bevor zionismus. das kann dir jeder jude aus nordafrika erzaehlen.

        “ie kennen mich, meine familie, meine freunde, meine nachbarn, meine französischen, spanischen, tschechischen,muslimischen,jüdischen,christlichen usw. usf. freunde und mitbürger ja seeeeeehr gut.”

        ach kommen sie, was wollen sie mir vormachen?

        “Was Anderes: Sie, oder “sie”, sind ja in diesem mikrokosmos des forums/blogs hier sowas wie ein prominenter dauergast”

        ich bin hier nur um auf dt. zu schreiben, sonst habe ich keine gelegenheit. ich bin besonders jetzt sehr beschaeftigt.

        “Mich würde sehr interessieren wie sie zu Arur Goldstein stehen ”

        und hier wird das ganze ausmass ihrer verfehlung deutlich. was glauben sie denn wie ich zu ihm stehe? ein man ermordet 20 unschuldige menschen und sie erlauben sich zu glauben, dass ich das gut finden koennte? das ist ein armutszeugniss fuer sie.

        • freut mich zu hören! trau schau wem.
          “hier wird das ganz ausmass ihrer verfehlung deutlich” –
          gibt es leute, die die tat gut finden/fanden? ja. (angesichts der teils offensichtlichen verehrung leider zu viele.)
          haben die zugang zum internet? wohl ja.

          “ach komm was wollen sie mir vormachen” – interessante frage, die ich direkt zurückgebe: was will ich ihnen denn vormachen?
          nur eines: ich würde genausowenig vom israelischen geist schreiben. pars pro toto ist immer falsch und würde ich sie persönlich kennen, würde ich in einem gespräch eine solche aussage als beleidigung empfinden. so oafach.

          “nennen sie mir einen bereich, wo die arabischen nachbarn besser waren als israel” – allein den gesetzen der wahrscheinlichkeit folgend, gibt es den.

          “es ist witzig, wie immer behauptet wird, dass es den juden unter den araber gut ging. ” – es gibt ganz einfach keinen so gern heraufbeschworenen traditionellen islamischen/arabischen antisemitismus. es gab in diesen breiten immer hohe jüdische “beamte”, in zumindest einem mir bekannten fall bis zum großwesir. pogrom ist mir vor 1929 keines bekannt.

          “sie liegen falsch”- sagen sie und widerlegen mich danach nicht. ich redete davon, in welchem zusammenhang herr schneider den begriff gebrauchte. der pragmatiker sieht sich den stand der dinge an und entscheidet sich für das, was er am besten hält, in der fortsetzung dessen ist er aber “weich”, also durchaus frei, sich nach stand der dinge umzuentscheiden. der Ideologe, negativ konnotiert, ist verblendet ob seiner felsenfesten grundüberzeugung und eingefahrenen denkmustern.
          in politik übersetzt ist der der pragmatiker für mich der realpolitiker. fakt ist, dass sie herrn schneider offenbar falsch verstehen wollen: klar sind überall ideologische ansätze enthalten. maßhalten heisst aber das zauberwort. aurea mediocritas. so oder so ähnlich will sich herr schneider verstanden wissen (denke ich!).

          darüberhinaus: ich verstehe sehr wohl, wie sehr ein GLÄUBIGER jude jerusalem und unbedingten zugang zur westmauer braucht. EBENSO verstehe ich, wie sehr ein gläubiger muslim jerusalem und unbedingten zugang zur alaqsa braucht. (ob ich VERSTÄNDNIS für die ausgangssituation habe, steht auf einem anderen Blatt)
          (“bio anbetet”: schlechtes beispiel und falsch – zudem bin ich mir nicht sicher, ob sie mit “bio” überhaupt das ausdrücken was sie meinen)

          • “angesichts der teils offensichtlichen verehrung leider zu viele.”

            bloedsinn. bis auf paar hundert spinner werden sie nicht finden. dagegen werden in palaestina strassen, schule und ferienlager nach selbstmordattentaeter und anderen moerdern genannt.

            “allein den gesetzen der wahrscheinlichkeit folgend, gibt es den.”

            sie haben internet, finden sie es heraus.

            ” es gibt ganz einfach keinen so gern heraufbeschworenen traditionellen islamischen/arabischen antisemitismus.”

            jetzt ist es voellig egal ob das was es heute gibt eine tradition oder neuerfindung ist. bevor die juden nicht nach europa kamme, gab es dort auch keinen antisemitismus.

            ” pogrom ist mir vor 1929 keines bekannt.”

            internet? ;)

            “der pragmatiker sieht sich den stand der dinge an und entscheidet sich für das, was er am besten hält, in der fortsetzung dessen ist er aber “weich”, also durchaus frei, sich nach stand der dinge umzuentscheiden. der Ideologe, negativ konnotiert, ist verblendet ob seiner felsenfesten grundüberzeugung und eingefahrenen denkmustern.”

            ein ideologe kann also grundsaetzlich keine realpolitik fuehren oder richtige entscheidungen treffen, ein pragmatiker dagegen schon? ok, ich bin einverstanden jetzt bleibt nur einen pragmatiker zu finden, der von nicht beeinfluesst wrid. so was werden sie nicht finden. und solange jeder von irgendwelchen ideologien beeinfluesst wird, hat er keinen vorteil. und auch wenn man jemanden so programmiert, so wird man ihm richtlinien geben muessen. es gibt zeiten, wo man sich leisten kann den menschen im mittelpunkt zu stellen. in anderen situationen, kommt man nicht drumherum und eine gruppe wird ueber einzelne gestellt. wer entscheidet, dass ein mensch als einheit wichtiger als eine gruppe-einheit ist?

            in einer sache muessen sie mir zustimmen. es gibt probleme die unloesbar sind. wenn es zwei unfallopfer gibt und nur einen arzt, so gibt es keinen kompromiss und einer wird sterben, weil man nur einen behandeln kann. sollte der arzt die zeit zwischen beiden teilen, werden beide sterben. so laeuft es im krieg. ein anderes bsp., dass z.b. im talmud erwaehnt wird, ist eine gesetz, dass man eine tagesration wasser nicht zwischen zwei menschen teilen darf. derjenige wer sie hat, muss es fuer sich behalten. so kann einer ueberleben, anders werden beide sterben.

            wie kann man so eine situation so loesen, dass alle zufrieden oder “gleich unzufrieden” zind? kann man nicht!

            genau das gleiche passiert im nahen osten. das problem ist unloesbar, da es keinen minimum gibt, auf den man sich einigen kann. wenn das so ist, so sollte man wenigstens der seite helfen, welche die besten moeglichkeiten zu “ueberleben” hat. es macht keinen sinn die palaestinenser weitere 60 jahre in der warteschleife zu halten. haette man vor 67 den araber klar gemacht, dass das die situation ist, an der man nichts aendern kann, wenn sich also die europaer klar auf israels seite gestellt haetten, noch bevor israel die gebiete besetzt hat, waere der konflikt schon damals zu enden.

            niemanden kann garantieren, dass es am enden einen palaestinenserstaat geben wird. auch wenn sie davon ueberzeugt sind, so wuerden sie trotzdem nicht das gesammte vermoegen auf diese karte stellen, auch wenn es einen dreifachen gewinn gaebe.

            nicht fuer jedes problem gibt es eine loesung. genau das sollte man erkennen.

    • Sorry Ariel,
      aber da muss ich etwas widersprechen. Israel stört nicht an sich, d. h. läge Israel innerhalb Europas, wäre es aufgrund seiner Leistungen ähnlich beliebt wie Deutschland in der Finanzkrise. ;)

      Das Problem ist, dass Europa Geschäftsbeziehungen mit den arabischen Ländern hat, weil sie einerseits das Öl wollen, andererseits Produkte verkaufen, die sie mit dem Öl hergestellt haben (z. B. die Panzer für die Saudis).

      Da Israel einerseits mit den Arabern im Dauerclinch liegt, und andererseits die Araber dank ihrer Umma-Mentalität gewisse Solidaritätsbestrebungen haben, wenn ein arabisches Land in Konflikte gerät, kommt es immer wieder zu Störungen im Geschäft. Für Europäer ist das unverständlich, denn für viel Geld würden wir alle unsere eigene Mutter verkaufen. Sie Lybien-Konflikt, wo die Franzosen und Engländer Gaddhafi angegriffen haben, denn er hatte mit den Deutschen die besten Verträge, und das sollte geändert werden.

      Insofern stört Israel nur deshalb, weil wir bei den Geschäften aufpassen müssen, dass nicht die arabische Seite die Fähigkeit gewinnt, um Israel (genauer: den Absatzmarkt dort) zu vernichten. Außerdem: solange sich die Araber an Israel abarbeiten, haben wir in Europa einigermaßen Ruhe vor ihnen. Von daher liegt ein Fortbestand Israels im ureigensten Interesse Europas.

      Damit übrigens die Araber den Europäern und Amerikanern nicht den Wohlstand neiden, haben wir Autokraten installiert, die wir darin unterstützen, das eigene Volk und Land auszuplündern. Dann richtet sich der Zorn der Bevölkerung eher gegen die Diktatoren. Deshalb haben wir auch nicht die Demokraten in der Arabellion unterstützt, sondern die muslimischen Extremisten. Damit kann man nämlich zwei Probleme auf einmal erledigen – die Bevölkerung ablenken und die Islamisten diskreditieren, weil die sich auch nur dekadenten Vergnügungen hingeben und die Bevölkerung aussaugen. Wäre das nicht auch ein Geschäftsmodell für Israel?

  3. In Deutschland wird Gewalt gegen Juden vor allen als Gewalt von südländisch aussehenden Menschen mit Migrationshintergrund erlebt. Es sind gewaltbereite muslimische Jugendliche. Juden fühlen sich heute nicht mehr so sicher wie es noch vor ein paar Jahren war. Die Zurückhaltung Europas empfinden die Juden so, Europa stellt sich politisch auf die Seite der arabischen Länder. In diese Hinblick finde ich es nicht überzogen, wenn Sie gefragt werden, ob man nach Israel auswandern soll.

  4. „Man war Spielball der christlichen Mehrheit“

    Und was tut die christliche Mehrheit heute? Diejenigen, die in Machtpositionen sind und Israel unterstützen könnten gegen die Verlogenheit der „Palästinenser“ (siehe den Kommentar von Veritas: „Abbas ist ein expliziter Luegner, der den westlichen Medien erzaehlt was sie hoeren wollen und dann ‘seiner’ Presse etwas ganz anderes erzaehlt.“)

    enthalten sich und sind enttäuscht.

    Dann gehen diese Leute ins Kaufhaus in geben sich dem Weihnachtskonsum hin, ohne nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es ohne Israel niemals Weihnachten geben würde und sie gar nichts zu feiern hätten (wobei sie wahrscheinlich auch keinen Gedanken daran verschwenden, warum sie überhaupt Weihnachten feiern).

  5. Europa und Israel welch schwieriges Kapitel, welch
    schwierige Beziehung! Dass es Wirtschaftbeziehungen und Interessen gibt ist ja klar, dass hat jedes Land, jeder Kontinent. Dass es ums liebe arabische Öl geht weiß auch jeder. Israel ist aber auch der ewige reminder an die eigene hässliche Geschichte. Und wie antisemitisch Europa immer schon war und weiterhin ist, kann man ganz leicht an Wahlergebnissen ablesen die zu Gunsten rechter Parteien gehen und dies immer häufiger. Europa hat immer noch nicht verstanden dass sie im Grunde Israel sind wenn man den Nahen Osten betrachtet. In allen Ländern leiden Nichtmuslime und Menschen die sich nach echter Demokratie sehnen. Israel steht für europäische Werte und Lebensweise.
    Noch eine kleine Anmerkung, da ich jobbedingt die offizielle palästinensische diplomatische Aussendung gelesen habe. Das Logo der Palästinenser enthält die Karte von ganz Israel in Grün – nicht ein Teil oder eine andere Form. Wer immer noch glaubt man wolle Zweistaaten Lösung von dieser Seite ist ein Realitäsverweigerer. Abbas hat in seiner UN Rede nicht ein einziges mal das Wort “Israel” benutzt!

  6. Realpolitisch könnte man heucheln, das ein rein jüdischer Staat von Anfang an dort keinen Platz hatte. Was wir dort sehen, sind die verfehlungen imperialer Bestrebungen und Versprechen aus dem letzten Jahrhundert. Nur Anzuerkennen das das falsch war und ist, dazu fehlt den meisten der Mut.

    Und dann müsste generell, die Situation dort anders gesehen und gelöst werden, aber eine wahre Demokratie (mit zwei Kulturen in einem Land?) nicht mit den Israeli!

    • “Realpolitisch könnte man heucheln, das ein rein jüdischer Staat von Anfang an dort keinen Platz hatte. Was wir dort sehen, sind die verfehlungen imperialer Bestrebungen und Versprechen aus dem letzten Jahrhundert. Nur Anzuerkennen das das falsch war und ist, dazu fehlt den meisten der Mut.

      Und dann müsste generell, die Situation dort anders gesehen und gelöst werden, aber eine wahre Demokratie (mit zwei Kulturen in einem Land?) nicht mit den Israeli!”
      Sie verkennen die ganze antisemitische hetze Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, die in die Vernichtung des europäischen Judentums kulminierte.
      Sie verkennen auch die Geschichte des jüdischen Volkes ,die in Israel ihren Anfang fand.
      wenn ihrer Meinung nach , der jüdische Staat keinen Platz “dort” hatte, wo der jetzt ist.
      Wo sollte der denn aufgebaut werden ? in Ausschwitz ????
      Gerade Leute wie sie , die uns Juden einen Staat im historischen Ursprungsland unseres Volkes, verwehren. Demaskieren sich als das was sie sind.
      Und sorgen für unsere Überzeugung bedroht zu sein, wenn sie , genau wie die Araber unsere Legitimation wegnehmen, was bleibt am Ende übrig ? Krieg !
      Deswegen und aus diesem Grunde besitzt fast jedes Land dieser Erde eine Armee , auch Deutschland, damit keiner auf die Idee kommt ihr Existenzrecht in Frage zu stellen.Exakt Ihre Haltung und die Haltung der Araber , nämlich den Juden ihr Existenzrecht innerhalb des heiligen Landes abzusprechen verhindert den Frieden.
      und nichts anderes.

    • “eine wahre Demokratie (mit zwei Kulturen in einem Land?) nicht mit den Israeli!!”

      Waren Sie ein einziges Mal in Israel? Fahren Sie gleich im nächsten Urlaub mit der ganzen Familie am besten hin. Und vergessen Sie nicht, nicht nur Tel-Aviv, Jerusalem und Haifa zu besuchen, sondern auch Aschkelon und Aschdod.

      Es existieren dort mehr als zwei Kulturen seit Anfang an, da Menschen aus aller Welt (nicht nur Juden!!!) dorthin ziehen. Es sind minimum drei Große Religionen (ohne die Bahaei, Hindu und andere zu erwähnen) am selben Punkt und leben aufgrund israelischer Politik friedlich zusammen.
      Sogar die muslimische Fluchtlinge aus Sudan und Eritrea werden jetzt aufgenommen, ohne darauf zu achten, dass es eigene Probleme innen- und außenpolitisch gibt.

      “ein rein jüdischer Staat von Anfang an dort keinen Platz hatte”

      Und bevor sie solche Sätze schreiben und dem jüdischen Staat adjektive wie “rein” dazufügen, lesen Sie bitte ein wenig SELBST in den Geschichtsbüchern nach, was es mit dem jüdischen Staat auf sich hat, bilden Sie sich ihre EIGENE MEINUNG und papageien Sie bitte nicht die Linke Szene nach, die aus Stimmen der Emigranten ihr nutzen zieht.
      Denn von “REIN jüdischem Staat” war NIE die Rede… das sind Begriffe wir alle wissen wocher…

      Aber werden Sie es hören? Denn fremde Parollen nachsprechen, ist viel einfacher als eigene Meinung bilden.

      • Was haben wir linken damit zu tun? Die, die ich kenne (mich eingeschlossen) sind zwar nicht glücklich über den Nahostkonflikt und würden uns darüber freuen, wenn eine gute Lösung gefunden würde, aber Israel hat sein Existenzrecht, das es auch verteidigen muss.

        Ja, ich bin gegen Krieg, trotzdem fürchte ich, dass meine Sicht dort nicht funktioniert.

        Also bitte kein Linkenbashing, wir sind nette Leute:)

        • Die Leute sind nett, das möchte ich auch nicht bestreiten. Die Ansichten sind auch nicht schlecht, wenn es um “Frieden in der ganzen Welt” wie im Kommentar von Kris Wolf steht. Es ist aber leider sehr naiv, gefährlich-infantil und sehr europäisch, wo wir alle im warmen, netten, alten Europa sitzen, uns auf Weihnachten freuen und die Information nur aus den Medien bekommen, die zur Zeit leider sehr einseitig sind.
          Ich bin in der Sowjet Union geboren und bin (die Wesis werden es vieleicht nicht glauben) mit den Parollen wie “Frieden für die ganze Welt” aufgewachsen. Meine Familie ist sehr international und schließt um die fünf Nationalitäten ein. Frieden – das ist ja alles Schön und Gut. Die Realität sind aber keine Parollen, vor allem im Nahen Osten nicht.
          Die größte Problemme von Europäern sind
          1.Scheuerklappen, die viele Meschen haben,
          2.dass man nur Schwarz oder Weiß sehen möchte und
          3.zu wenig Information, um eigene Meinung zu bilden und nachzudenken.

          Israel ist grundsätzlich das Böse, da es gute Lebensqualität seiner Bevölkerung bietet.
          Palistinänser sind die Guten, da sie in den Fluchtlingslagern miserabel leben.
          Es ist aber viel komplizierter.

          Der Nahostkonflikt ist sehr einfach zu Erklären:
          (Der Link wurde vom Administrator entfernt. Bitte keine Links posten! Danke!)

          Aber sehr schwer, beinahe unmöglich zu lösen, da es nicht gelöst werden möchte und nicht von israelischer Seite aus.
          Nur ein winziger Aspekt davon:
          Na überlegen Sie, wer wird Millionen von Dollar und Euro ablehnen, wenn es dir einfach so gegeben wird. Du musst nichts machen, als deine eigene Bevölkerung arm und schmutzig lassen. Und wenn “der Konflikt” gelöst wird, dann wird doch kein Geld mehr von den “Reichen” fließen. Es ist ja jetzt gelöst, jetzt seit ihr auf sich allein gestellt, wie alle anderen Länder in der Welt auch.

          • Schade dass der Link entfernt wurde. Was stand denn drin, zumindest im Überblick?

  7. An alle Experten und Insider: all weapons need to be dropped. tar down the wall. make love not war,,,

  8. Westerwelle hat sehr gute Gründe genannt, warum ein solcher im Widerspruch zu den Osloer Verträgen stehender Schritt der PLO, der obendrein zu keinerlei Veränderung der Situation “on the ground” führt, falsch ist, dass Showveranstaltungen vor der UN, bilaterale Gespräche zwischen Israel und der der PLO, bei denen beide (!) Seiten zu Kompromissen bereit sein müssen, nicht ersetzen können, und dass ein solcher palästinensischer Schritt sogar zu weiteren Verhärtungen führen kann. Alles richtig, warum man dann nicht “Nein” zu diesem falschen Antrag der Palästinenser gesagt hat, erschließt sich mir nicht. Eine Enthaltung ist keine Haltung!

    Ob Israel Europa verloren hat? Maybe. Aber hatte Israel jemals Europa? Ist Israel wirklich auf dieses Europa in seinem derzeitigen erbärmlichen Zustand angewiesen? Ein Europa, das es noch nicht einmal schafft in Griechenland eine effiziente Steuerverwaltung einzuführen, und dort und die Korruption zu bekämpfen, ein Europa, bei dem Mit Recht Institutionenversagen beklagt wird, ein Europa, das die Wirtschaft im eigenenen Beritt nicht in Gang bekommt, wo die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt bei über 20% liegt, will ernst genommen werden beim Thema “Nationbuilding” in Nahost. Vielleicht sollte Europa erst einmal die eigenen Brände löschen, bevor man sich der großen Weltpolitik zuwendet. Ach ja und übrigens auch Spanien, das ja bekanntlich keine anderen Sorgen hat, hat mit “ja” gestimmt. Man darf gespannt sein, wie sich Spanien verhält, wenn demnächst Katalonien und das Baskenland, auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker pochend, einen Antrag auf Anerkennung bei der UN stellen. Und wie hat eigentlich Belgien, der europ. “failed state”, abgestimmt. Wird das Volk der Flamen demnächst auch einen UN-Antrag stellen, und was ist eigentlich mit dem Hawaiianischen Volk? Werden sich die USA auf die Grenzen vom 6. Juli 1898 zurückziehen und dem Selbstbestimmungsrecht der Hawainer endlich zur Geltung verhelfen?

    Was Europa angeht, würde ich mir eher Sorgen um den ansteigenden handfesten Antisemitismus machen (Schweden, Belgien, Frankreich (!) Ungarn (!!!)) machen. Und auch die mit absurder Heftigkeit gegührte deutsche Beschneidungsdebatte war sicher nicht immer frei von antisemitischen Ressentiments, was Charlotte Knoblauch zu jener berühmten Frage geführt hat: Wollt ihr uns noch?
    Andererseits, was die Regierung Merkel betrifft, besteht m. E. trotz der falschen UN-Abstimmungsverhaltens kein Grund zur Panik. Die deutsch-israelische Rüstungs- und Militärkooperation läuft so gut wie nie, das gleiche gilt für den dt.-isr. Wissenschaftsaustausch.

    • du sprichst da ein ganz anderes problem an. die voellige inkompetenz der eu allgemein und den fuehrenden laender wie england und dtl. in einzelnen irgendwelche konflikte loesen zu koennen.

      der einzige konflikt, welcher in nachkriegseuropa “geloest” wurde, war jugoslawien. und es wurde durch waffengewalt geloest.

    • Guter Kommentar, Jörg Jaromileck! Mir geht der Enthalterismus Deutschlands zunehmend auf den Keks. In Syrien schon, und jetzt in der UN-Vollversammlung wieder. Eine souveräne, glaubwürdige und ernstzunehmende Außenpolitik sieht anders aus. Es ist eine gefährliche Phantasie der Deutschen, sie könnten sich als eine Art blockfreie Großschweiz in einer Zone immerwährender Neutralität bewegen und es damit allen recht machen. Das führt notwendig in eine Isolation, die für Deutschland pures Gift ist. Nein, erfolgreich war Westerwelle mit seinem Einsatz für die Waffenruhe gerade dadurch, dass er sich offen und öffentlich auf die Seite Israels gestellt hat, ebenso wie Obama/Clinton. Merkel hat die Existenz Israels zur Staatsräson erhoben. Der Bruch der Oslo-Verträge durch die Palästinenser kann nicht einfach so durchgewunken werden, und es wäre klug gewesen, sich an den Rat eines jüdischen Rabbis zu halten: Eure Rede sei Ja Ja oder Nein Nein, alles andere ist vom Übel.
      Heidelbaer

      • Guter Beitrag. Trifft meine Meinung. Ich hätte auch lieber ein Nein gesehen als eine Enthaltung.

        • Leider konnte ich Ihnen nicht antworten, da kein Reply möglich ist. Aber wenn Sie bei YouTube “Prager University: The Middle East Problem” eingeben, gleich im ersten Beitrag werden Sie es sehen können.

          • Danke, ich habe es angesehen. Ein guter Beitrag, er benennt klar die Fakten. Schade nur, dass auch so etwas diejenigen nicht zum Nachdenken über die eigene Position bringen wird, die ihren abgrundtiefen Judenhass unter angeblichem Mitleid mit den armen Palästinensern verstecken.

  9. Vielleicht sollten wir als Europäer uns einfach mal überlegen was wir aus unserer Geschichte gelernt haben.
    Das Israel heute wieder existiert ist und bleibt eine Folge des Gipfels der Verfolgung unter dem Nazi Regime.
    Die besondere Verantwortung der Europäer (auch der Kirchen) gegenüber den Juden
    die Jahrhundertelang verfolgt und ermordet wurden- sollte uns bewusst sein.
    Das sich Teile der Islamistischen Welt, die Beispiele der Verfolgung und Ermordung
    als Vorbild nehmen sollte uns deshalb bitter aufstoßen.

    • lieber shagy, danke fuer deinen kommentar, aber es geht nicht um europaeische verantwortung, sondern um gesunden verstand. wenn es keine besondere vernatwortung gaebe, wuerde es heissen, dass man gegen israel sein “darf”?

      man koennte denken, dass die juedische weltmachtuebermacht gerade dabei ist islamische demokratien zu zerstoeren.

      waeren die europaer zu mehr als nur zu leeren worten faehig, haetten sie es nie zugelassen, dass israel nach seiner gruendung irgendeiner gefahr ausgesetzt sein wuerde. nach dem von den araber provozierten krieg gab es einen waffenembargo nicht nur von frankreich, sondern auch von dtl.

    • Uns sollte bitter aufstoßen, dass Israel die Palästinenser vertrieben hat und wir Israel immer noch unterstützen.

    • Genauso bitter sollte ihnen aber auch aufstoßen, dass Palästinenser von Israel vertrieben und ermordet werden. Es gab leider schon mehr als genug Massaker an Palästinensern durch jüdische Terroristen und den Staat Israel.

  10. Wie die Geschichte sich doch unaufhörlich zu wiederholen scheint! Ich kann es mir nur kopfschüttelnd mitansehen.

    Antisemitismus, der bis ‘gestern’ zumindest noch beim Namen genannt werden konnte, bedient sich heute zahlreicher Deckmäntelchen. Antisemiten sind kluge Israelkritiker oder Rechtsverteidiger oder Helfer der sozial Schwachen, der Ausgegrenzenten (aka Palästinenser). Man kann nicht mehr sagen, wo der Hase wirklich langläuft. Die Wahrheit ist – einmal wieder – nicht politisch korrekt.

    In diesen Tagen ist mir danach, dem einen oder anderen “Du Nazi!” ins Gesicht zu schreien, aber das wäre Verleumdung. Die Verdrehungen des Verleumders hingegen werden als wahr anerkannt. Die Wahrheit gibt es nicht mehr; sie wurde pervertiert, ihr Sinn verdreht. Wir kennen das. Es ist alles schon dagewesen.

    Es ist müssig, vergebene Liebesmüh’, mit dem Verdreher und Verführer zu diskutieren, immer bessere Argumente und Fakten vorzubringen, die er nur benutzt, um ihre Bedeutung ins Gegenteil zu verkehren.

    Ich weiss nicht, was es Besseres zu tun gibt. Mir fällt nur Beten ein, die Quelle aller Wahrheit suchen und auf Hilfe hoffen.

  11. Mit dem Verstehen des erlittenen Leides der Juden bin ich aufgewachsen (man sollte sich immer wieder fragen, wie so etwas geschehen konnte und daraus lernen). 1967 saß ich gespannt vor dem Radio und hoffte, dass der Krieg für Israel gut ausgehen würde. Viel später habe ich viele Jahre lang die Zusammenarbeit mehrerer Nationalitäten u.a. auch zwischen Israelis und Palästinensern im Nahen Osten fördern dürfen. Schwierig? Nein, da im Grunde wir Menschen nicht so verschieden sind und Zusammensein und –leben, wenn man das will, ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Problematisch war nur, dass es im politischen und Sicherheitsbereich kaum ein Gespür dafür gab, dass man gerade die Zusammenarbeit zwischen Menschen massiv fördern sollte, damit man einander versteht und lernt miteinander zu leben. Stattdessen werden Ideologien gelebt, es werden Angstsituationen herbeigeredet, die blind machen und die die Region in eine immer schwierigere Lage geführt hat. Die Menschen in der Region leben sich auseinander, statt dafür zu arbeiten, dass – wie es so schön im deutschen Grundgesetz verankert ist – die Menschenwürde ein unantastbares Gut ist, das zu achten und schützen Verpflichtung aller staatlichen Gewalt ist. Einhaltung der Menschenrechte sollte Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft sein, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

    Ich vermisse sehr in der Region, dass es in der Politik an den oben genannten Grundeinstellungen fehlt und dass manche Fragen einfach nicht gestellt werden. Zum Beispiel höre ich immer den Hinweis auf Terror, Hamas und Hizbollah, Verhaltensweisen und Organisationen, die ja irgendwo einen Ursprung haben müssen, den es zu suchen gibt, um das Problem zu lösen und in Zukunft zu vermeiden.

    Ich habe nach einiger Zeit z.B. nicht verstanden, dass man nicht einmal die Geschehnisse um 1947/48 aufarbeitet, die für viele Juden ein neues Land versprach, für Palästinenser aber eben eine Katastrophe war, da sie ihre Häuser und Heimat verloren, weil man möglicherweise irgendwo eine Entscheidung getroffen hat, ohne die Palästinenser in diesen Prozess einzubinden. Rein menschlich ist Widerstand natürlich und mit einem solchen Problem muss man schon arbeiten. Dass Menschen diesem Umstand nachtrauern ist verständlich. Aber genau das wollte ein Knesset vor nicht so langer Zeit gesetzgeberisch sogar gegen Strafe und Haft erreichen. Meiner Meinung nach ist das völlig daneben und Vorraussetzung für eine Versöhnung.

    Für die Siedlungspolitik Israels gilt gerade für die Menschen, die dort einmal gelebt haben oder noch leben, dass das als eine grobe Verletzung ihres Rechtbewusstseins empfunden wird, wenn man deren Land enteignet und erobert und Siedlungen baut. Als Nichtjüdischer Beobachter kann man nicht anders, als zur Kenntnis nehmen, dass gerade die jetzige Regierung an einem weiteren Ausbau der Siedlungen interessiert ist. Man kann sich auch nicht des Eindruckes erwehren, dass die jetzige Regierung kein Interesse an wirklichen Friedensverhandlungen hat, da das den jetzigen Status Quo in Frage stellen würde. Und der Siedlungsbau geht weiter ohne Rücksichtnahme auf die Gefühle der Palästinenser. Schon mal von täglichen Übergriffen von Siedlern auf palästinensische Bauern gehört?

    Ich hätte nie geglaubt, dass es möglich ist eine Mauer zu bauen, um ein Volk regelrecht einzusperren. Es wird viel über die Sicherheitsbedürfnisse der Israelis gesprochen. Ich habe es menschenunwürdig gefunden, wie man das System der Straßensperren immer mehr ausgebaut hat und wie man mit Palästinensern umgeht. Israel ist bestens bewaffnet und hat kaum ein Sicherheitsrisiko. Einem Beobachter kann nicht entgehen, dass es für die Palästinenser keine Sicherheit gibt. Israelisches Militär erlaubt sich laufend im Westjordanland Palästinenser zu inhaftieren (sogar Mitglieder des Parlaments), ohne dass da viel Fragen gestellt werden.

    Ich glaube Israel und dessen Freunde sollten sich viel kritischer mit ihrer ziemlich sturen Regierung auseinandersetzen. Man überlässt zu viel militärischen und sicherheitsmäßigen Instanzen, anstatt das Miteinanderleben und die Achtung aller Menschen zu fördern. Ich glaube nicht an die feindlichen Nachbarn. Aber ich bin überzeugt, dass mit mehr Entgegenkommen den Palästinensern gegenüber das kalte Verhältnis Israels Nachbarn gegenüber sich schnell positiv ändern würde.

    In den Kommentaren vermisse ich die Sicht auch auf die Palästinenser, die auch viel Leid erfahren haben und immer noch unter einer Besetzung zu leiden hat. Es ist nicht normal besetzt zu sein. Deswegen finde ich das europäische ’Nein’ wichtig. Bitte nicht Deutschland verlassen. Aber man muss auch Nein sagen können, rechtzeitig und oft viel früher.

    • @Michael (meinen Doppelgänger):
      Wir sollten uns auf unterschiedlichen Namen einigen, um Verwechslungen vorzubeugen.

      “In den Kommentaren vermisse ich die Sicht auch auf die Palästinenser, die auch viel Leid erfahren haben”

      Zugegeben, die Sicht einiger Kommentatoren ist einseitig Pro-Israel. Allerdings: welches “Leid” haben die Palästinenser wirklich erfahren und wie viel davon ist selbst verschuldet?

      Wenn z. B. Palästinenser von “65 Jahren ethnischer Säuberung” reden, dann ist das eine unverschämte Lüge, weil es das Leid der Menschen, die tatsächlich ethnische Säuberungen erfahren haben (Tutsi in Ruanda, Albaner, Armenier und ganz besonders die Juden in Europa) herabwürdigt. Palästinenser (zumindest diejenigen, die sich öffentlich in den Medien äußern dürfen) sind lamoyant.

      Darüber hinaus sind Araber oft rachsüchtig und gewalttätig und lassen dabei jedes Gefühl für Verhältnismäßigkeit vermissen. Ich habe in Deutschland schon Szenen erlebt, bei denen ich froh war, dass da in der Nähe Polizisten mit MPs standen.

      Insofern vermisse ich bei den “Anwälten” der Palästinenser häufig die Reflexion über die Verhaltensweisen, die zu den angeblichen Untaten der Israelis geführt haben – wie das auch in Deutschland ist, wenn über Polizeigewalt berichtet wird, und dabei das vorhergehende Geschehen, das dazu führte, ausgeblendet wird. Ich stehe auf dem Standpunkt, dass jemand der mit Molotow-Cocktails wirft, den Schlag mit dem Gummiknüppel seitens der Ordnungsmacht redlich verdient und kein Recht hat, sich zu beschweren.

      • Einig, ich werde mich mit Michael K. Melden. Ich habe nicht von ethnischen Säuberungen gesprochen. Also soll ich nicht vom Leid der Palästinenser sprechen? Das was ich gesehen habe, hat mich mehr als bestürzt. So geht man nicht miteinander um. Ich würde auch bestimmt nicht die charktereigenschaften der Menschen einer volksgruppe generalisieren. Vielleicht sollten sie mal ergründen, warum manche Menschen sind wie sie sind.

        • Schön dass wir uns einig sind, dann bin ich nicht mehr überrascht, was ich alles so schreibe ;)

          Sie dürfen gerne von Leid der Palästinenser sprechen, wenn Sie es nicht – wie leider häufig üblich – als Begründung dafür verwenden, warum man (genauer: die Palästinenser) Israelis Leid zufügen muss.
          In diesem Konflikt müsste man – wie in jedem Konflikt – beide Seiten sehen, aber genau das unterbleibt hier meist. Dann gibt es nur die bösen Israelis und die guten Palästinenser, oder die guten Israelis und die bösen Palästinenser.

          Generalisieren würde ich auch keine Eigenschaften, sondern Verhaltensweisen. Diese sind bedingt durch die kulturelle Sozialisation. Deshalb gibt typisch deutsche (oder israelische oder palästinensische) Verhaltensmuster.

          Übrigens habe ich auch nicht gesagt, dass Sie von der ethnischen Säuberung gesprochen haben. Das war Teil eines Beitrags aus diesem Blog. Das zeigt eine typisch palästinensisch-arabische Verhaltensweise, eigenes erlittenes Unrecht als das schlimmste auf der Welt zu überzeichnen. Und diese Verhaltensweise ist mir zuwider.

          • Dann verstehe ich nicht wie sie gutheißen können, dass die Zionisten Palästina erobert haben. Die Vertreibung und die Massaker an Palästinensern wird doch auch mit der Judenverfolgung in Europa legitimiert.

  12. Man kann doch das Eine tun ohne dabei das Andere zu lassen. Israel stark unterstützen und gleichzeitig die Spannungen versuchen zu entschärfen in dem man ebenfalls den friedlichen Teil der Palästinenser unterstützt.

    Ich teile dabei weder die radikale Meinung der einen (z.B. @ariel) noch der anderen (z.B. @Alex H) Seite. Beide Extreme führen zu keiner Lösung, denn es wird der anderen Konfliktpartei jegliche Verhandlungswürdigkeit und Existenzberechtigung abgesprochen. Keine gute Voraussetzung für eine Lösung.

    Warum Israel nicht mit Abbas schon lange enger kooperiert hat ist mir ein Rätsel. Der Siedlungsbau (vor allem der jetzt geplante) ist für strategische Dümmlichkeit wirklich ein Paradebeispiel. Anheizung des Konfliktes und Versperrung einer zukünftigen Lösung. Das Westjordanland wird immer mehr zerstückelt und ein zusammenhängender Staat in W-Jordanland fast unmöglich gemacht.

    Wie soll das in Zukunft gehen ? Wieviel Militär wird es brauchen um die ganzen Siedlungen zu schützen ? Wäre es nicht ein gutes Zeichen, auf die Fatah in WJ zuzugehen ? Zu sagen: Wir wollen einen echten Neuanfang mit Euch ? Eine Vision von Zusammenarbeit aufbauen, die vielleicht erst in Jahrzehnten vollkommen wahr wird, aber als Leitbild dienen kann ? Man aufeinander zugeht und sagt: “Ok…wir haben beide Fehler gemacht aber lass uns schauen, dass wir in Zukunft (!) möglichst keine mehr machen.”. mehr Austausch zwischen den Menschen. Schüleraustausch. Gemeinsame Feste. Keine Ahnung…alles ausprobieren, was man noch nicht probiert hat. Vielleicht naiv, aber was hat die “Real”politik bisher
    an Entspannung gebracht ?

    Wie heisst es in “Cloud Atlas” so schön: Was ist ein Ozean anders als eine Vielzahl von kleinen Tropfen ?

    Auf der anderen Seite die Hamas und Ägypten. Die Hamas suhlt sich ja gerade ob ihres “Sieges” über Israel. Die eigene Bevölkerung steht zwar unter dem Joch ihrer Alleinherrschaft und Geld wird wohl eher für Waffen ausgegeben, aber grosse Töne spucken und auf “dicke Hose machen” kann die Hamas. Man kann nur hoffen, dass die Ägypter unter den Muslimbrüdern hier nicht auf die totale Unterstützung der Hamas setzen. Sonst ist zumindest ausgehend von Gaza nur mit Ärger und blinder Konfrontation in Richtung Israel zu rechnen. Ein Grund mehr, sich wirklich um Abbas zu kümmern und somit indirekt die Hamas abzuwerten. Man kann von denen aktuell wohl keine wirkliche Kooperation in Richtung Entspannung erwarten.

    Nun ja…das Thema wird wohl noch ne Weile aktuell bleiben.

    P.S.:
    Herr @Schneider. Die Kritik, die Sie immer von Vertretern der Extrempositionen erhalten, sollte für Sie eine Bestätigung sein, dass Sie Ihre Sache wirklich gut machen, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf :)

    • “Die Kritik, die Sie immer von Vertretern der Extrempositionen erhalten, sollte für Sie eine Bestätigung sein, dass Sie Ihre Sache wirklich gut machen, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf” – André

      Die Diskussionen hier sind sehr viel ausgewogener als die in den Kommentarbereichen der Leitartikel, die immer sehr den Charakter eines meinungsbildenden und polarisierenden Schlagabtauschs haben, an dessen Ende eine Gruppe der Stärkeren als Sieger aus dem Kampf hervorgeht, die mit der grösseren Anzahl an Kommentaren punkten konnten. Die Qualität des Austauschs ist zweitrangig.

      Hier ist Raum für ‘quality over quantity’. Daher ist dies hier der Ort, der reflektierte Meinung ermöglicht und der andere läuft Gefahr, das Denken williger Useropfer zu manipulieren.

    • Guter Beitrag. Eigentlich war das bislang auch mein Ansatz. Aber mit dem Krieg hat sich bei mir die Frage in den Vordergrund gedrängt, ob das “Schwamm drüber, wir haben beide Fehler gemacht” überhaupt möglich ist.

      An sich müsste es eine Art Schiedsrichter geben, den beide Seiten akzpetieren und der die Möglichkeit hat, Verstöße gegen geltende Regeln mit Sanktionen zu ahnden. Doch die Frage ist, ob eine solche für eine Seite nachteilige Aktion nicht dazu führen würde, dass der “Schiedsrichter” sofort nicht mehr als unparteiisch akzeptiert würde.

      Darüber hinaus stellt sich die Frage, warum eine Seite überhaupt einen “Schiedsrichter”, der ja damit übergeordnet wäre, akzptieren sollte? Sie würden sich ja damit in eine Abhängigkeit begeben, die ihnen den eigenen Gestaltungsspielraum nimmt.

      Welche reellen Lösungsmöglichkeiten abgesehen von Appellen (“man müsste”) sehen Sie?

  13. Was dort (Naher Osten) verloren wurde, ist der Verstand. Und das leider auf den Führungsebenen jeder Seite.

    • Und das wirfst du den israelis vor als buerger eines landes, das nicht in der lage ist streit wegen bahnhoff bzw flughafenbaus zu loesen.

      Europa hat noch nie selbstaendig ein problem geloest.

      • Um das nochmal klar zu sagen:
        Die Größe des Projekts wird irgendwann unentscheidend, wenn einfach zu viele Maximalpositionen aufeinander stoßen und diese Positionen von Leuten verkörpert werden (wollen), die einfach schön weiter ihre eigenen Leute gegeneinander aufhetzen. Da muss gebremst werden.
        Unsere (Meine?) Probleme hier sind bestimmt klein im Vergleich zu einer Krisenregion. Alles weiter machen zu wollen wie bisher (also schön weiter aufeinander schießen etc.) wird niemanden glücklich machen AUßER DIE FALSCHEN.

  14. Her Schneider, nur kurz 2 Dinge:

    1) Netanjahu braucht nicht extra Angst zu schüren, um seine Politik durchzusetzen, wenn man Nachbarn wie die Hamas (“wir werden Israel niemals akzeptieren und bringen euch Juden alle um!”) und die Fatah (“wir werden Israel niemals akzeptieren, aber fuer dumm-naive westliche Politiker und Medienfuzzis fressen wir gerne Kreide und erzaehlen ihnen das Maerchen von einer friedlichen 2-Staatenloesung. Aber unter uns gesagt – weg mit Israel und diesen Juden!”) hat. Von der Hezbollah im Libanon, den Moslembrudern in Aegypten und den Wahnsinnigen im Iran ganz zu schweigen.

    2) Ihre jüdischen Bekannten müssen nicht aus Deutschland auswandern, weil die Europaeer – dumm wie Brot deren Politiker nunmal sind – in der UNO fuer die Palis gestimmt haben. Sie werden auswandern muessen, weil der eingeschleppte mohammedanische Antisemitismus in ganz Westeuropa (dank einer voellig perversen Einwanderungspolitik) inzwischen verheerende Ausmasse angenommen hat. Wie sagte der ehemalige hollaendische EU-Kommissar Frits Bolkenstein vor noch nicht allzu langer Zeit: “Orthodoxe oder ,,bewusste“ Juden täten gut daran, die Niederlande zu verlassen und nach Israel oder Amerika zu emigrieren. Für sie gibt es hier keine Zukunft mehr wegen des wachsenden Antisemitismus, vor allem unter marokkanischen und unter türkischen Jugendlichen. Und die Anzahl dieser antisemitischen Jugendlichen steigt ständig.“

  15. Ein interessanter Beitrag.

    Ich habe dieses Wochenende gelernt, einfach mal die Dinge beim Namen zu nennen, das Verhalten der israelischen Regierung ist in meinen Augen einfach nur dumm. Man kann ja die Palästinenser für den UN-Antrag kritisieren wie man will, da mag vielleicht auch der eine oder andere Funke richtig dran sein, vielleicht ist es eine Provokation, vielleicht hätte es auch ein Anschub für neue Verhandlungen sein können. Doch selbst wenn es eine Provokation wäre, kann man die auch schlicht ignorieren oder nach anderen Wegen suchen (beispielsweise sich darum bemühen Verhandlungen wieder aufzunehmen).

    Im Übrigen ist es schon paradox, vielleicht fällt es ja niemandem auf: Mit den radikalen Kräften schließt man Waffenstillstandsabkommen und mit den friedlichen Kräften führt man – überspitzt formuliert – Krieg. Insofern bestätigt sich vielleicht die These, dass nur rechte Politiker Frieden schließen können – vielleicht sind aber auch gerade sie es, die erst den Krieg wollen und – solange bis sie sich durchgesetzt haben – den Frieden blockieren. Es ist sogar nahezu vorhersehbar, dass die radikalen Kräfte im Westjordanland durch die aktuelle israelische Politik nun noch an Zuspruch gewinnen werden, denn die friedlichen Kräfte werden nun als Verlierer dastehen. Mit denen kann man dann ja nach dem nächsten Krieg zumindest ein Waffenstillstandsabkommen schließen, die derzeitige Situation also wiederherstellen. Wieder dumm.

    Darüber hinaus halte ich den Vergleich des Abzugs aus Gaza mit einem möglichen aus dem Westjordanland für problematisch. Nicht einmal, weil ich die Gefahr nicht nachvollziehen kann, sondern vielmehr, weil man daraus auch andere Konsequenzen ziehen könnte. Die Ausbildung von Sicherheitskräften, die Unterstützung bei Grenzkontrollen, der Aufbau von Bildungszentren und Wirtschaftshilfe könnten dazu beitragen, dass man am Ende keinen zweiten, größeren Gazastreifen hat. Dazu könnte die internationale Gemeinschaft, die NATO, die EU – wer auch immer – beitragen.

    Das Argument Herrn Schneiders hinsichtlich des “Arabischen Frühlings” teile ich im Übrigen nicht uneingeschränkt. Es ist vollkommen richtig, dass die derzeitige Situation in Ägypten abschreckend ist. Zugleich sieht man dort auch momentan, dass Mursis Pläne nicht nur auf Gegenliebe, sondern vielmehr auf breite, demokratischere Büdnisse stoßen, die diese ablehnen und dies auch sehr stark an die Oberfläche tragen. Aber: Die Aufstände in Ägypten sind nicht alleine der “Arabische Frühling”. Schaut man nach Libyen sieht man sogar ein bislang recht erfolgreiches Beispiel, wie der “Arabische Frühling” ebenfalls aussehen kann. Dort sind es gerade liberale Kräfte, die derzeitig die Machtpositionen einnehmen, obwohl der Staat massiv und auch die liberalen Kräfte stark islamisch geprägt. Und in Tunesien bleibt abzuwarten, was nun weiter aus der Arabellion wird – zumindest aber gibt es dort ein gemischtes Bündnis aus Linksliberalen und Muslimbrüdern, das bei der Arbeit an der Verfassung dann doch recht intakt zu sein scheint. Worum es mir letztlich damit geht ist, dass das Bild nach den Revolutionen von Staat zu Staat recht unterschiedlich ist und meines Erachtens kaum miteinander vergleichbar, sodass mir derzeit eine Pauschalisierung als nicht richtig erscheint.

    • @Tobald

      “Im Übrigen ist es schon paradox, vielleicht fällt es ja niemandem auf: Mit den radikalen Kräften schließt man Waffenstillstandsabkommen und mit den friedlichen Kräften führt man – überspitzt formuliert – Krieg.”

      Diese Argument wurde schon von mehreren Journalisten, u. a. Clemens Verenkotte, gebracht. Ich halte es für falsch. Und zwar aus zwei Gründen:
      a) weil es keine “friedlichen” Kräfte gibt. Die PLO oder Fatah ist zwar derzeit etwas weniger aggressiv als die Hamas, aber die Ausrichtung ist feindlich.
      b) die PA wurde bislang von Israel finanziert. Ohne diese Zahlungen wäre die PA – die kein güliges Mandat mehr hat, aber seit knapp zwei Jahren nicht wählen lässt – längst zusammengebrochen. Und eine Finanzierung ist doch ein friedliches Mittel, oder?

  16. Ich wundere mich insgesamt über die Aufregung auch in der deutschen Regierung wegen des Siedlungsbaus der Israelis als Antwort auf den Bruch der Oslo-Vereinbarungen durch Abbas und die PNA. Natürlich ist das eine zusätzliche Hypothek für eine Friedenslösung – wenn man denn diese immer noch in Form einer Zwei-Staaten-Lösung anpeilt. Aber Israel war und ist immer bereit, auch Siedlungen komplett wieder zu räumen, wenn es ein Friedensvertrag erfordert, siehe Sinai, siehe Gaza. Der Siedlungsbau ist ein ganz klares Signal an die Palästinensische Seite: Klar könnt ihr einseitige Schritte unternehmen – nur: das können wir auch. Der Preis für den Frieden wird höher, wenn man lieber mit der UN als mit uns redet. Denn diese neue Siedlung werdet ihr uns durch andere Zugeständnisse wieder “abkaufen” müssen, und werden womöglich dafür etwas anderes nicht bekommen, was sonst verhandelbar gewesen wäre. So einfach könnte das aussehen.

    Heidelbaer

    • “Bruch der Oslo-Vereinbarungen durch Abbas…

      Heidelbaer,

      beschreibt noch irgendjemand ausserhalb dieses Forums den Antrag auf einen Beobachterstatus Palästinas bei den VN als Vertragsbruch? Falls überhaupt, so wird der Vertragsbruch in der Regel als zwingend notwendig angesehen – und daher übersehen – angesichts des unerträglichen.. jüdischen Siedlungsbaus.

      • ja, selbstverständlich z. B. Herr Schneider in seinem aktuellen Montagsblog, und alle Leute, die sich einmal die Mühe gemacht haben, das Oslo-II-Abkommen und insb. seinen abschließenden Artikel 31 unter der überschrift “final clauses” einmal zu lesen, täte man das würde man auch feststellen, dass man wie Sie den “jüdischen” – sie meinen vermutlich den israelischen – Siedlungsbau zwar unerträglich finden kann, dass dadurch aber nicht das Osloer Abkommen verletzt wird und dadurch keine Änderung am Status der Gebiete in der Westbank und im Gazastreifen vorgenommen werden.
        Zudem ist, das entscheidende das die internationale Gemeinschaft dem Vertragsbruch von Abbas zugestimmt hat, und dass obwohl sie selbst etwa durch die EU und Ägypten per Unterschrift zugesagt hat, das Abkommen zu bezeugen. Unglaubwürdiger kann man sich nicht machen, dillitantischer kann man sich nicht anstellen. Wie will man denn künftig noch Einfluss ausüben, wenn man die Verträge, die man selbst per Unterschrift bezeugt hat, in die Tonne tritt.

  17. Lieber Herr Schneider,
    ein Teil Ihres Artikels lässt mich derzeit nicht los: Sie schreiben, dass für jüdische Menschen der Holocaust jederzeit präsent ist, und dass sie deshalb ständig das Gefühl brauchen, dass man ihnen freundlich gesinnt ist. Das kann ich gut nachvollziehen, weil ich aus eigener Erfahrung weiss, wie es ist, aufgrund von Merkmalen, auf die man keinen Einfluss hat, ausgegrenzt und angegriffen zu werden.
    Deshalb weiß ich auch, dass das zu einem tiefen Mißtrauen gegenüber allen Menschen führt, weil man instinktiv fürchtet, erneut verletzt zu werden. Und ich wünschte, ich müsste nicht sagen, dass diese Gefahr für jüdische Menschen in Deutschland immer noch besteht. Und auch die Enttäuschung über die Enthaltung statt dem Nein verstehe ich gut.
    Dennoch: Was kann man Ihrer Meinung nach als (politisch und medial unbedeutender) Deutscher in Deutschland tun, um an diesem Gefühl der jüdischen Bevölkerung zu ändern?

  18. Israels Politik scheitert an Menschlichkeit, an einer Zweiklassen-Gesellschaft und an der Unfähigkeit eigene Fehler sehen zu wollen. Es fehlt der Wille zum Frieden, der Wille schlechthin. Die Anderen sind die Dummen, jedoch Israels Politik ist rein und ohne Fehl. Ja, so einfach kann die Welt sein. Ich kann es nicht mehr hören und lesen: Antisemitismus. Ein Kunstwort. Auch Araber sind Semiten. Sie können keine Antisemiten sein. Auch Christen (im geistlichen Sinne) sind Semiten. All die Gewalt und Grausamkeiten, das Unterdrücken und Quälen, trägt nur einen Namen: nämlich Unmenschlichkeit. Es gibt keinen Antisemitismus, sondern eine weltweite Unmenschlichkeit, die verschiedene Gesichter trägt. Überall sind es Menschen, die Menschen quälen. Aus einer Ideologie heraus, das Eigene über den Anderen zu stellen.

    Ich wünsche Israel (Politiker!) die Einsicht und den Mut, eigene Fehler zu erkennen, die die Situation, die so viel Leid bewirkt, endlich sehen zu wollen.
    Damit weder israelische wie palästinensische Kinder weinen müssen. Denn diese Tränen haben auch israelische Politiker zu verantworten.
    Gebraucht endlich eine Sprache der Liebe und nicht eine Sprache des Hasses.