Warum tötete Israel Jabari?

 

Jabari und Meshal in Kairo im Oktober. Rechte: dpa

Warum hat Israel den Militärführer der Hamas, Jabari (links im Bild) getötet? Die Frage wirft noch einmal Reuven Pedatzur auf, Dozent an der Tel Aviv Universität und Militäranalyst der Haaretz. Und warum stellt er die Frage? Weil es Hinweise gibt, dass Israel und die Hamas einen langfristigen Waffenstillstand in Kairo ausgehandelt hatten. In Gaza hieß es vergangene Woche, Jabari habe den Entwurf erhalten, kurz vor seiner Tötung durch die israelische Luftwaffe.

Die Treffen in Kairo sind belegt. Gesandte waren der Hamassprecher Ghazi Hamad aus Gaza und von israelischer Seite Gershon Baskin. Baskin hatte bereits die Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Shalit für die israelische Regierung ausgehandelt. Man kannte sich. Auch damals war der israelischen Seite bewusst, dass Jabari im Hintergrund der Verhandlungspartner war.

Israelische Regierung im Bild

Baskin habe seine Fortschritte für einen Vertragsentwurf an ein spezielles israelisches Komittee übermittelt, eingesetzt von Verteidigungsminister Barak, schreibt Pedatzur. Soll heißen, die israelische Regierung war im Bilde. Kurz vor seiner gezielten Tötung habe Jabari den Entwurf noch erhalten, erklärten auch Palästinenser in Gaza. Man habe mit seiner Zustimmung gerechnet, so Pedatzur.

Warum aber war ein Abkommen am 14. November nicht mehr vorteilhaft für die israelische Regierung und Ministerpräsident Netanjahu. Was hatte sich in der Einschätzung der Lage verändert? War es der Anschlag auf einen Militärjeep in der Woche zuvor durch Mitglieder einer palästinensischen Splittergruppe aus Gaza? Wenn ja, warum wurde dann Jabari das Ziel? War er kein Verhandlungspartner mehr?

Abschreckung

Erschien es Mitte November plötzlich wichtiger, die militärische Abschreckung wieder herzustellen, wie Verteidigungsminister Barak erklärte? Wäre ein Abkommen mit der Hamas ohne Angriffe ein Zeichen der Schwäche gewesen? Oder andersrum: Die Verhandlungen die jetzt in Kairo laufen, werden im Zeichen israelischer Stärke abgehalten?

 

 

 

 

Kommentieren:

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  1. die lieblingszeitung der auslaendischen nahostkorrespondenten scheint zu einer satire von sich selbst zu muttieren…

    “Weil es Hinweise gibt, dass Israel und die Hamas einen langfristigen Waffenstillstand in Kairo ausgehandelt hatten. ”

    nichts als eine vermuttung

    “In Gaza hieß es vergangene Woche, Jabari habe den Entwurf erhalten, kurz vor seiner Tötung durch die israelische Luftwaffe.”

    eine sehr unzuverlaessige quelle

    “Die Treffen in Kairo sind belegt. ”

    keiner hat eine ahnung um was es ging.

    “Baskin habe seine Fortschritte für einen Vertragsentwurf an ein spezielles israelisches Komittee übermittelt, eingesetzt von Verteidigungsminister Barak, schreibt Pedatzur. ”

    pedatzur scheint der einzige zu sein, der diese super geheimen infos bekommen hat. aber angenommen.

    “Man habe mit seiner Zustimmung gerechnet, so Pedatzur.”

    reine spekulation

    “Warum aber war ein Abkommen am 14. November nicht mehr vorteilhaft für die israelische Regierung und Ministerpräsident Netanjahu.”

    jetzt nach paar annahmen, spekulationen und kaffeesatzleserei, scheint der “militaeranalyst” die leser genug vorbereitet zu haben um ploetzlich so zu tun, als ob es um gesicherte tatsachen gehen wuerde. wer auf so was reinfaellt, ist selber schuld.

    und jetzt zu den fakten. ahmed jabril war schon mehrmals als ziel markeirt worden. mehrmals konnte er entgehen. israel wurde kurz vor der militaeroperation intesiv beschossen worden. erst wurde ein soldat getoetet. kurz danach wurden vier zum teil lebensgefaehrlich verletzt. hamas hortete waffen, die tel aviv erreichen konnten.

    es ja nicht so, dass jabril erst durch eine drohne anvesiert wurde, und dann einen runden tisch gab, bei dem beschlossen wurde gruenes licht zu geben. er war wahrscheinlich schon laenger fuer toetung freigegeben. die armee und geheimdienst haben bei der ersten moeglchkeit ihn aus dem verkehr gezogen.

    “Die Verhandlungen die jetzt in Kairo laufen, werden im Zeichen israelischer Stärke abgehalten?”

    100% . hamas ist zwar nciht vernichtet(dank der eu und anderen freunden), aber ihre spielzeuge ist sie auf lange zeit los.

    • “hre spielzeuge ist sie auf lange zeit los.”
      Da wäre ich mir nicht so sicher. In iranischen Häfen wurden schon Schiffe gesichtet, die Raketen verladen.

      Worin soll denn die Position der Stärke für Israel bestehen? Eigentlich haben sie doch den meisten Forderungen der Hamas prinzipiell zugestimmt. Natürlich werden die Verhandlungen im Radio-Eriwan-Modus ablaufen: “Im Prinzip ja, aber …” und am Ende wird nichts Brauchbares rauskommen. Bis dann zur nächsten Runde, in der die Raketen der Hamas bis nach Haifa fliegen…

      • michael. es wird immer schwieriger fuer iran waffen nach gaza zu schaffen. nach “auslaendischen angaben” wie man in israelischen medien gerne sagt, werden regelmaessig waffenconvoys, fabriken oder sogar kleinere schiffe von der israelischen luftwaffe in sudan und dem roten meer bombardiert.

        hamas musste 4 jahre lang seine militaerische kraft ausbauen. mit einer waffenlieferung wird er sich nicht wiederaufbauen. ich erlaube mir eine kleine hoffnung, dass aegypten mehr tun wird um waffenschmugel zu unterbinden.

        israel hat fuer die hamas kaum was gemacht. die fischereizone wurde etwas erweitert. und die bauern duerfen etwas naeher ran an die grenzanlage kommen. das wars auch. es mag uns erscheinen, dass die hamas stark geblieben ist, da sie nach aussen staerke zeigt. ich lasse mich von so einer propaganda nicht beeinfluessen.

    • Ariel, ich kann Ihnen nur zustimmen.

      Man kann nur mit dem Kopf schüteln, ob der Verklärung des Herrn Jabari durch einige deutsche Journalisten. Das ZDF poträtierte Ihn als “liebevollen Familienvater”. Herr Teichmann und andere machen Ihn zum großen Friedensvermittler und und zum Shalit-Befreier.

      Just for the: Ahmad Jabari war ein Erzterrorist, der als Komandeur von Terroreinheiten direkt verantwortlich ist für den Tod hunderter Israelis, für das Abfeuern tausender Raketen auf Israelis, der obendrein verantwortlich war die ENTFÜHRUNG des Wehrpflichtigen Gilad Shalit aus Israel in den Gazastreifen, und für die Ermordung von 4 Soldaten im Zuge der Shalit-Entführung, für die mehr als 5 ´jahre andauernde rechtswidrige Geiselhaft. Ja in der Tat war es auch Jabari, der mehr als 1000 palästinensische Gefangene freigrepresst hat, darunter die Hinterfrauen/-Männer grausamer Terroranschläge. Erst als Israel diesem teuflischen Deal zugestimmt hatte, durfte Gilad Shalit zu seiner Familie zurückkehren, aber macht all das Jabari zu einem guten, netten Kerl?

      Jabari musste ahnen, dass er auf einer bestimmte Liste der Israelis ziemlich weit oben steht. Das gehört bei dem Job, den er sich erwählt hat, sozusagen zum Berufsrisiko. Die entscheidende Frage, die mich sehr viel brennender interessieren würde, lautet, wer hat den Israelis den Tipp gegeben, dass sich Jabari an genau dieser Stelle, zu genau diesem Zeitpunkt aufhalten und auch noch selbst am Steuer sitzen würde? Rivalen aus dem engsten Führungszirkel der Hamas? Würde mich nicht wundern.

    • @ariel

      “100% . hamas ist zwar nicht vernichtet(dank der eu und anderen freunden), aber ihre spielzeuge ist sie auf lange zeit los.”

      Schieben Sie bitte nicht immer alles (vermeintlich) schlechte auf die EU, in diesem Fall war die USA die treibende kraft und nicht die EU. Nach dem Bombenanschlag auf denn Bus in Tel Aviv dachten die meisten Menschen das jetzt die Bodenoffensive kommt, aber ein Anruf von Obama bei Netanjahu hat dann scheinbar alles verändert und zu dem für diesen Zeitpunkt überraschenden Waffenstillstand geführt. Ob Mann denn Waffenstillstand jetzt gut oder schlecht findet sei mal dahin gestellt, aber die EU ist dieses mal nicht dafür verantwortlich sondern Obama und die USA.

  2. In der Tat liest sich das alles wie eine Verschwörungstheorie – und da hilft auch der Professorentitel nicht wirklich weiter. Aus gesicherten Erkenntnisen, ein paar Gerüchten vom Hörensagen und spekulativen Vermutungen wird da etwas zusammengekocht, was natürlich die Leser fasziniert.

    Dabei könnte die Antwort auf die Frage: ‘warum musste Jabari sterben?’ recht schlicht ausfallen.

    1. Er hat Gilat Shalit nicht etwa befreit, er hat ihn entführt und ihn seiner Freiheit beraubt, und war nur zu einem horrend anmutenden Preis bereit, dieses Verbrechen zu beenden. Dass die Israelis bei solchen “Spielchen” recht schlechte “Verlierer” sind, ist hinlänglich bekannt.

    2. Ein Frieden *mit* Jabari hätte bedeutet, dass Hamas ihre Raketen behalten hätte, und nur versprochen hätte, sie nicht mehr einzusetzen. Sie hätte weiter mit der Illusion punkten können, bei Bedarf jedes beliebige Ziel in Israel terrorisieren zu können.

    3. Erst hier kommt Abschreckung ins Spiel. Dieser Waffengang noch unterhalb einer Invasion und Bodenoffensive hielt die Risiken für Israel in Grenzen, konnte aber zeigen, dass nicht etwa nur die Hamas sich technologisch verbessert hatte, und statt der “selbstgebastelten” Kassam nun auch “moderne” Fadschr Raketen angeschafft hatte – sondern dass auch Israel nachgerüstet hatte, und nicht nur die Raketen in der Luft, sondern auch die Rampen und Basen am Boden sehr viel schneller und effektiver orten und zerstören konnte als je zuvor.

    Heidelbaer

  3. Haaretz ist eine linksextreme Zeitung,die in Israel kaum gelesen wird und sich zur Aufgabe gemacht hat Israel zu zerstören.
    Die Zeitung ist vergleichbar mit “Unsere Zeit“ (UZ) eine wöchentlich publizierte Zeitung ,die dem Parteiorgan der DKP unterliegt mit einer kleinen Auflage.
    Zeitungen wie Israel Hayom und Yedioth Ahronoth haben neutralere Redakteure bessere Artikel ,gute Analysen und verbreiten keine schädliche Israel feindliche Fantastereien.
    Solche Zeitungen sind in Ländern wo das Nationalgefühl nicht gefestigt ist wahres Gift.
    In Ländern wie Deutschland, Frankreich oder England haben sie keine Chance weil die Bevölkerung dieser Länder per se nationalistisch orientiert ist und jegliches Unheil für die eigene Bevölkerung ablehnen.
    In Länder wie Russland oder Israel, die in der Hinsicht leider nicht so gefestigt sind und viele feinde haben, sind solche Zeitungen Gift. Sie werden von den Feinden benutzt, um die uneinige Bevölkerung von innen zu zerstören.
    Man muss sich nur den Rummel der internationalen Presse um die “vermeintliche” Frauen Band in Russland anschauen , um zu verstehen wie Agitation von innen funktioniert. die Mädels sind ein gelungenes Produkt der “National Endowment for Democracy” eine Propaganda Abteilung der CIA.
    Die Haaretz funktioniert nach dem selben Prinzip, selbsthassende Juden, verantwortungslose Bürger und gewissenlose bezahlte Schreiberlinge auf Gehalt werden angestachelt Israel Schaden zuzufügen.

    • Ich frage mich wieso es so viele “selbsthassende Juden” gibt? Vielmehr hassen sie doch nicht sich selbst sondern die rassitische Politk des israelischen Staates. Vielleicht sollten sie diese Menschen Israel hassende Juden nennen.

      • @ free

        “Selbsthassende Juden” werden so genannt, weil sie ihre eigene schwierige auserwählte Rolle genauso wenig verstehen und akzeptieren und bis hin zur Selbstzerstörung hinterfragen, wie es neidende Nichtjuden tun.

        Immer wieder wird Israel Rassismus vorgeworfen. Es werden Unterschiede zwischen Menschen gemacht, weil die Menschen nicht alle verschieden sind. Aber Rassismus? Welches ist denn die jüdische Rasse? Die müsste zuerst klar identifizierbar sein, um andere Rassen von der eigenen abgrenzen zu können, so das denn die Absicht ist.

        • “weil die Menschen nicht alle verschieden sind”

          weil die Menschen alle verschieden..! (sorry)

        • “Selbsthassende Juden” ist ein Begriff der zionistischen Propaganda für Juden, die die israelische Politik kritisieren. Ein Versuch des Systems, sich selbst zu erhalten und Abweichler zu diskreditieren.

          • selbsthassende juden gab es bereits im 19 jhd. kein andere als theodor lessing veroeffentliche das buch “juedischer selbsthass”.

            es ist natuerlich sehr einfach das als propaganda zu diskreditieren um sich mit diesem phenomen nicht beschaeftigen zu muessen.

          • “es ist natuerlich sehr einfach das als propaganda zu diskreditieren um sich mit diesem phenomen nicht beschaeftigen zu muessen.”

            Es ist auch sehr einfach jüdische Israelkritiker als selbsthassende Juden zu diskreditieren, um sich nicht mit ihren Aussagen beschäftigen zu müssen.

    • Nanana…Mal ganz langsam. Die Masse muss nicht Recht haben, so wie die Minderheit nicht unbedingt Recht haben muss.
      Das Zentrale bei der “Sache Jabari” ist eher darin zu suchen, ob Israel ihn einfach auf diese-ungewöhnliche-Weise los werden wollte. Für ernsthafte Verhandlungen, die zukünftig geführt werden könn(t)en scheint das eher hinderlich, weil sich die andere Seite (wer auch immer) geködert fühlen kann.
      Das links-rechts-Schema “auf unserer Seite” scheint mir hier nicht das Gütesiegel für eine “gut/ böse-böse/gut” (oder umgekehrt)-Einteilung zu sein und die “böse Linke” ist genauso real wie “Killertomaten”!

  4. Kein schlauer Vergleich mit Russland. Israel ist eine vitale Demokratie. Russland ist ein autoritärer Sumpf. Die Unzufriedenheit der russischen Bürger mit der korrupten, illegitimen und gesetzlosen Bürokratie ist hoch und komplett verständlich.

    Der Nationalismus in Russland ist weitaus mehr ausgeprägt, als in “Dtld., Frankreich und England”. Da braucht man sich nicht einmal zu streiten. Die Komplexe dort sind stärker als hier.

    Haaretz ist leider zu einer Anlaufstelle für diverse Fantasten geworden, die tatsächlich nur allzu gerne den Kontext ausblenden und sehr auf vermeintliche und tatsächliche Fehler der jeweiligen israelischen Regierung fixiert sind. Bis zu einem bestimmten Grad ist es gut und hilfreich, aber oft ist die Grenze überschritten. Verleumdungen haben dann nichts mit Meinungs- und Pressefreiheit zu tun. Die Bevölkerung, die stark unterschiedlich gestrickt ist, realisiert dies und Haaretz befindet sich schon lange auf dem absteigenden Ast. Ihre Existenz ist bedroht, weil kaum jemand sie kauft. Früher eine große Zeitung europäischer Juden hat sie sich heute selbst marginalisiert.

    Selbsthassende Juden sind ein Phänomen, das nicht erst seit Israels Gründung bekannt ist. Sie sind in der modernen Welt praktisch immer im linken gesellschaftlichen und politischen Spektrum verortet. Like fassen sich ja nicht als Traditionalisten auf, sondern als progressive Kraft, die eigentlich die staatlichen Grenzen überwunden hat. Wenn man ein konkretes staatliches Gebilde für nicht so wichtig hält, hat man auch kein Interesse für seine Belange, übersieht aber geflissentlich, dass hinter diesen Belangen die Belange der Menschen stecken. Zumindest, solange es um Demokratien geht. Folglich schaut man lieber auf die Situation eines vermeintlich schwachen Menschen und reisst seine Lage aus dem Gesamtkontext heraus. Das ist der modus operandi der Linken. Bei Juden oft verbreitet, daß sie sich von anderen Juden oder vom kollektiven Juden(staat) distanzieren müssen, um objektiv zu wirken. Das ist ihre Vorstellung. Sie wollen sich auch als Teil der Bevölkerung betrachten, inmitten welcher sie leben. Sie fassen sich z.B. nicht als Juden auf, sondern als Engländer oder Franzosen. Aus der sowjetischen Geschichte haben sie keine Lehren gezogen, wo Juden keine Juden, sondern Sowjetbürger der ersten Stunde sein wollten. In Israel sind sie eben “Bürger dieser Welt” und Israel ist für sie sekundär. Sie fassen linke Ideen aus Europa auf und leben damit, die Realität ausblendend. Sie wollen einfach nicht daran glauben, daß Gegner des Staates Israels einfach keine guten Menschen sein können. Uri Avnery lehnt ja bis heute vehement ab, daß Arafat und seine Behörde korrupt waren/sind und hält es für eine israelische Erfindung. Sein Glaube daran ist wirklich stark. Seine Gefolgschaft in Israel fast nicht existent. Dafür ist er in Dtld. bekannt und beliebt, obwohl er niemanden repräsentiert. Ihm ist egal, ob in Israel Linke oder Rechte an der Macht sind. Er mag sie allesamt nicht. Ein sozialistischer binationaler Staat, das wäre was für ihn.

    Israel hassen – was ist so gut daran? Rassistische Politik? Worin soll sie sich äußern? In 1.5 israelischen Arabern mit allen Rechten, aber weniger Pflichten? In der Schließung aller nichtjüdischer Kultstätten und Bildungseinrichtungen? Diskriminierung nach ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit?

    Die nichtjüdischen Bewohner der Gebiete der PA sind keine Israelis. Sie haben auf Arbeit oder sonstiges In Israel (haben es aber lange Zeit genossen, weshalb ihre wirtschaftliche Lage die beste in der gesamten arabischen Welt mit Ausnahme der Öl-Emirate war). Sie leben quasi im Niemandsland, auf welches sie eigentlich kein Anrecht haben. Um ihren Status endgültig zu regeln, müssen sie eine Übereinkunft mit den Nachbarstaaten treffen. Betroffen sind vor allem Israel, dem ggü. sie feindlich gesinnt sind und Jordanien, das als unabhängiger Staat künftig aufhört zu existieren (maximal zwei Generationen). Solange sie nicht Israel als jüdischen Staat akzeptieren und an Friedensverträge halten, wird Israel keinen weiteren feindlich gesinnten Staat an seiner Grenze zulassen. Theoretisch kann die PA einen unabhängigen Staat schon morgen aufrufen. Wie wird aber seine Grenze verlaufen? Mehr noch, Terroristen werden ihr Handwerk nicht niederlegen. Davon leben sie und ihre Ideologie fordert kein Palästina, sondern die Vernichtung Israels. Also wird aus dem unabhängigen Palästina Israel angegriffen. Casus belli. Dann kommt es zu einem Krieg. So gut? Wer soll auf der pal. Seite die Verantwortung übernehmen? Wer kontrolliert die Waffen? Das Gesetz? Wenn man all dies im Auge hat, ist man nicht Rassist, sondern Realist. Billige Polemik hilft da niemandem weiter.

    • Sie reden hier als würde es Israel schon seit tausenden von Jahren geben. Wenn sie Realist sind, sehen sie ein, dass Die Zionisten die Araber vertrieben und massakriet haben und ihr ach so tolles Israel nur durch zionistischen Terrorismus und Rassismus entstehen konnte. Durch die verletzung von unzähligen UN-Resolutionen, Menschen- und Völkerrechten. Und das mit den tollen Rechten der israelischen Araber ist völliger Schwachsinn. Reden sie mit den Leuten. Sie fühlen sich ungleichberechtigt und unterdrückt. Israel ist keine Demokratie sondern Apartheidsstaat.

      Wer den Palästinensern das Recht auf ihrem Land zu leben nehmen will ist für mich Rassist. Und wenn sie hier erzählen, dass die Palästinenser die Vernichtung Israels fordern dann müssen sie sich klar werden, dass Israel schon dabei ist Palästina und die Palästinenser zu vernichten, oder wie die Zionisten gerne sagen, sie ins Meer zu treiben.

      • Eine ganze Fülle der üblichen Schlagwörter, hinter welchen nichts steckt.

        Den modernen Staat Israel gibt es erst seit 1948. Eine jüdische Präsenz gibt es seit Jahrtausenden und Juden sind die einzigen, die auf diesem Gebiet zuletzt einen Staat gehabt haben. Einen arabischen Staat hat es nie gegeben.

        Terrorismus und Rassismus unterfallen per definitionem und per factum weder der israelischen Politik noch dem gelebten Alltag. Durch solchen Gebrauch werden seriöse Bezeichnungen nur devalviert.

        Resolutionen der UN-Vollversammlung haben keinen Rechtscharakter und sind nicht mehr als heisse Luft. Man untersteht keiner Pflicht, sie zu befolgen und wie sie in diesem Hort der Diktatoren enstehen ist hinlänglich bekannt.

        Israelische Araber haben alle bürgerlichen Rechte, aber nicht alle bürgerlichen Pflichten. Das ist ein Faktum, um das kein Weg drumherum führt. Es sind sowohl gesetzlich so, als auch Alltag.

        Apartheid: (Dieser Link wurde vom Administrator entfernt. Links dürfen laut Netiquette nicht verwendet werden)

        Araber, die auf dem ehemaligen Mandatsgebiet leben können ihr Recht auf dieses Land auf nichts zurückführen. Es wurde ihnen einmal angeboten und sie haben es nicht angenommen. Trotzdem gehen alle Bestrebungen der nichtmuslimischen Welt dahin, dort einen weiteren arabischen Staat zu schaffen. Auch Israel macht da mit.

        Ich erzähle hier nichts. Charta der PLO lesen und ihre Taten beachten. Charta der Hamas lesen und ihre Taten beachten.

        Ins Meer treiben funktioniert schon rein geographisch in diesem Fall nicht. Eine Vernichtung, bei der die Bevölkerung wächst und vom Vernichter mit allem täglich versorgt wird? Ohne Gegenleistungen? Das überstrapaziert die Definition.

        Mein Tipp: weniger der Fantasie freien Lauf geben und genauer hinschauen. Wenn das nicht hilft, dann hilft nichts mehr.

        • “Resolutionen der UN-Vollversammlung haben keinen Rechtscharakter und sind nicht mehr als heisse Luft. Man untersteht keiner Pflicht, sie zu befolgen und wie sie in diesem Hort der Diktatoren enstehen ist hinlänglich bekannt.”

          Dann informieren sie sich mal über die Resolutionen des Sicherheitsrates.

          (Dieser Absatz wurde vom Administrator entfernt. Wir müssen Sie auffordern, sich an die Netiquette zu halten! Keine Kraftausdrücke bitte!)

        • “Araber, die auf dem ehemaligen Mandatsgebiet leben können ihr Recht auf dieses Land auf nichts zurückführen. Es wurde ihnen einmal angeboten und sie haben es nicht angenommen. Trotzdem gehen alle Bestrebungen der nichtmuslimischen Welt dahin, dort einen weiteren arabischen Staat zu schaffen. Auch Israel macht da mit.”

          Achso, dass sie und ihre Vorfahren dort schon tausende von Jahren leben gibt ihnen also kein Recht dazu dort zu leben wo sie schon immer gelebt haben. Warum haben denn dann europäische Juden das Recht dort zu leben wo sie niemals gelbt haben und auch ihre Vorfahren nie gelebt haben?

        • “Ich erzähle hier nichts. Charta der PLO lesen und ihre Taten beachten. Charta der Hamas lesen und ihre Taten beachten.”

          Sie sollten mal die Aussagen von den ganzen zionistischen Vordenkern lesen und sich die Taten der jüdischen Terrororganisationen angucken.

          Immerhin hat Ben Gurion dazu gelernt:

          “When we say that the Arabs are the aggressors and we defend ourselves —- that is only half the truth. As regards our security and life we defend ourselves. . . . But the fighting is only one aspect of the conflict, which is in its essence a political one. And politically we are the aggressors and they defend themselves.” (Righteous Victims, p. 652)

          • Die Uno und die Verbrecherstaaten (Mehrheit) in der Uno haben ihre moralische Legitimität verloren. Einfach mal mit der UNO beschäftigen, Stichwort Durban …

      • Free, Sie sind hier im Blog einer der penetrant lustigsten.

        Nur mal zur Info – Israel haette aus jedem sogenannten ‘Palästinenser’ schon laengst ein Haeufchen Staub machen koennen, wenn deren Vernichtung ihr Ziel waere. Tatsache ist, dass Israel noch nie die Absicht hatte, die sog. ‘Palästinenser’ ins Meer zu treiben – Sie verwecheln hier ganz offensichtlich die Seiten.

        Die Palis bekamen 1948 ihren Staat – er hiess damals Transjordanien, den sie aber ausschlugen, weil es fuer sie gar nicht um ihren eigenen Staat ging, sondern darum, den Juden ihren (viel kleineren) Staat abzujagen bzw. ihn zu verhindern, weil der Islam jedes Stueck islamisch besetztes Land auf alle Ewigkeit als ‘dar al-Islam’ betrachtet und daraus nie wieder ‘dar al-harb’ werden darf, was mit der Gruendung Israels passiert ist.

        Dar al-Islam vs. dar al-harb – das ist die zentrale Wahrheit, die diesem Konflikt zu Grunde liegt, die aber weder von Politikern noch von den Medien ausgeprochen wird, weil damit der Kuffar und Juden hassende Charakter des Islam auf den Tisch kommen wuerde, was man unbedingt zu verhindern versucht.

        Der Judenhass der Nazis basierte auf der nationalsozialistischen Ideologie bzw. ‘Mein Kampf’. Der Judenhass der Araber basiert auf der islamischen Ideologie bzw. dem Koran. Und solange die Mohammedaner diesem koranischen Hass nicht abschwoeren, wird es keinen Frieden geben.

        • Der Judenhass der islamischen Staaten beruht auch auf den dt. Nazis. Nach verlorenen Krieg sind viele der deutschen NS Kader nach Ägypten, wurden dort gefeierte Minister unter Nasser. Es gab einen breiten personellen und idiologischen Transfer aus Dtl. in die arabischen Staaten.

          Daher auch bspw. die bruchlos übernommene NS-Propaganda in arabischen Staaten. Dtl. ist halt Exportweltmeister.

  5. Naja, Hamas braucht 2-3 Jahre, dann sind die Lager unter den Kindergärten wieder voll mit Raketen.

    Jetzt zur Haaretz:
    Haaretz ist nicht “antinational” (wie manch andere Linke) sondern wirklich “antiisraelisch”.

    Das zeigt bspw. deren Veröffentlichungen von dezidiert, antiisraelischen Erhebungen, welche gravierende methodische Mängel hatten.

    Sowohl die Indikatoren für Apartheid, als auch die Auswertungen in der Haaretz waren haarsträubend, dazu kamen noch Suggestivfragen und ein methodisch unzulässiger Fragebogen. Alles in allem ein absolutes NoGo für jeden Sozialwissenschaftler und jede Zeitung. Aber wer veröffentlicht diesen Mist:

    Haaretz, junge welt (in Dtl.) und diverse Blogs (electronic Intifada und Co.). Und genau in diesem Millieu ist die Haaretz auch anzusiedeln.

    Ich staune immer wieder, dass die Haaretz so oft, selbst in der ARD zitiert wird. Ihr übernehmt doch sonst eure Infos nicht von der Jungen Welt, Freitag und Co.

    Wenn irgendetwas gegen Israel geht, dann ist der Haaretz alles egal, da kann sie auch mal schnell auf Methoden sozialwissenschaftlicher Erhebungen pfeifen. Dieser Vorgang vor einigen Tagen hat mir klargemacht, mit was für einen Blättchen wir es bei der Haaretz zu tun haben.

    Ich bin selbst nach einem Soziologiestudium nicht ganz unbedarft, was Erhebungsverfahren angeht. Und als ich die Haaretz, sowie deren Fragen, Indikatoren und Auswertung ihrer “Apartheidsstudie” mir mal zu Gemüte geführt hatte, dachte ich einfach nur, Wahnsinn.

    Klarer Indikator für mich, diese Zeitung ist nicht satisfaktionsfähig.

    • Hallo Ann-Marie,

      “Sowohl die Indikatoren für Apartheid, als auch die Auswertungen in der Haaretz waren haarsträubend, dazu kamen noch Suggestivfragen und ein methodisch unzulässiger Fragebogen. Alles in allem ein absolutes NoGo für jeden Sozialwissenschaftler und jede Zeitung. Aber wer veröffentlicht diesen Mist”

      Gideon Levy, der aus dieser Umfrage in Ha’aretz eine absurde Geschichte gezimmert hat, ist deshalb in Israel inzwischen , auch wenn er sich zähneknirschend für seine katastrophale Fehlleistung entschuldigt hat, völlig diskreditiert, aber immer noch einer der Lieblingsinterviewpartner deutscher Medien und eine ihrer “zuverlässigsten Quellen”

  6. Naja, wenn es im linken Schmierenblatt Haaretz steht, dann muss es wohl stimmen. Der phoese Bibi laesst Hamas-Friedensengelchen liquidieren, weil er kein Interesse an Frieden hat.

    Herr Teichmann, bis die Hamas nicht ihre Charter, in der die Vernichtung Israels verankert ist, als null und nicht erklaert, sollte man kein Wort aus dem Mund dieser Halsabschneider glauben. Warum tun Sie es?

  7. Es gibt Leute,die mögen Haaretz nicht. Ich kann nur sagen, wo wären wir ohne Haaretz. Der Artikel über Jabari zeigt doch was für ein Paria-Staat Israel geworden ist. Hätte man früher die Palästinenser fairer behandelt, dann hätte es wahrscheinlich gar keine Hamas gegeben. Eine rücksichtslose Besetzung machte eine starke Hamas erst möglich.

    In diesem Sinne

    • Herr K. mit verlaub Sie sind ein ziemlich ekelhafter Zyniker.

    • Mit Verlaub, welche “rücksichtslose” Besetzung? Vor 1987 gab es gar keine Checkpoints, Palästinenser konnten frei nach Israel zur Arbeit fahren, wirtschaftlich ging es ihnen prächtig. Die Hamas ist ein Ableger der Muslimbrüder und die gibt es schon seit 1928. Der Artikel von Haaretz zeigt nicht mehr, als Haaretz selbst zeigen will – einige Mutmaßungen, keine Beweise und nach Möglichkeit beide Augen vor der Realität verschließen: wer Jabari war und wofür er stand. Aber das ist nichts Neues für diese Zeitung. Deswegen ist sie auch so marginal in einem Land, wo es viel linkes Gedankengut gibt, die meisten Menschen aber immer noch wissen, wer sie und wer ihre Widersacher sind. Von einem Paria-Staat kann hier nicht gesprochen werden. Es ist ebenso nichts Neues, daß Israel für sich alleine einstehen muss, weil bei Europäern wirtschaftliche Interessen, politische Korrektheit und ganz Einfach Angst überwiegen.

  8. Natürlich hat die Haaretz ihre Berechtigung. Genauso wie die Junge Welt in Dtl. Wunderlich ist nur deren gehypte, expertokratische Rezeption. Als ob die Haaretz im Ausland eine Art besondere Referenz hätte für Israel zu sprechen.

    Angesichts der Art und Weise ihrer Berichterstattung plädiere ich einzig dafür, dass diese Zeitung den Platz zugewiesen bekommt, der einem solchen journalistischen Produkt auch gebührt. Und dieser Platz beinhaltet, angesichts der beschriebenen Art und Weise der vermittelten medialen Konstrukte, nicht weltweite Expertenfunktion. Soll doch die Haaretz die israelische junge Welt sein und bleiben, aber bitte nicht mehr.

    Oder ist das, was Horkheimer und Adorno vor Jahrzehnten in der Dialektik der Aufklärung feststellten, dass unter den Juden vor allem jene wohlgelitten sind, die das Volksvorurteil über die anderen Juden sich zueignen und bestätigen, auch auf jüdische Zeitungen übertragbar.

    Für eine globalisierte Welt mit nun jüdischen Staat würde dies heißen:

    “Unter den jüdischen Zeitungen sind vor allem jene wohlgelitten, die die weltweiten Vorurteile über den jüdischen Staat sich zueignen und bestätigen.”

    Dies würde jedenfalls den Haaretz-Hype ausserhalb Israels erklären.

    • Die Haaretz ist einfach ein bisschen weniger anfällig für die Indoktrination die in Israel bereits in der Schule beginnt. Das erklärt auch, warum sie in aufgeklärten Ländern, in denen freies, unabhängiges Denken eine Tugend ist, gerne zitiert und befragt wird.

      Die meisten Beiträge über die Haaretz machen eines deutlich:

      “Wer die Wahrheit spricht, hat wenig Freunde.”

      • ja natuerlich. und diese von anfang bis zum ende ausgedachte geschichte, die hier veroeffentlicht wird ueber ahmed jabril kaufen sie der zeitung ohne weiteres ab? haaretz scheint fuer viele “das denken” uebernommen zu haben.

        • Es ist auf jeden Fall hilfreich, dass haaretz auf Englisch und nicht in hebräischer Sprache vordenkt.

          • jerusalem post und israel hayom gibt es taeglich auf englsich. genau so wie ynetnews.

        • Warum sollte ich? Ich kaufe überhaupt keine Geschichten!

          Ich nehme sie zur Kenntnis.

          Ihre Meinung im Übrigen auch. Jedoch wird deutlich, dass sie sich vielmehr wünschen, dass die Geschichte von Haaretz ausgedacht sei, als dass sie tatsächlich Gründe für diese Annahme haben. Das hilft bei der kopfinternen Wertung der Gegenüberstellung Ihrer und der Geschichten von Haaretz natürlich ungemein.

          Seit dem 29.12.12 wird vieles nicht mehr so einfach funktionieren, wie mancher es sich im Nahen Osten wünscht.

          • ich wuensche mir, hamas waeren friedensengel. das sind sie aber nicht. und es gibt keine rechtfertigung dafuer geschichten mit einem wahrheitsgehalt der gegen null tendiert an das volk so zu verkaufen als ob sich um wahrheit handeln wuerde.

          • “Seit dem 29.12.12 wird vieles nicht mehr so einfach funktionieren, wie mancher es sich im Nahen Osten wünscht”

            Was wird ab dann anders sein?

          • @Schneekoppe
            1. Die Haaretz hat viele Freunde, es is die isreaische Zeitung mit den meißten Freunden weltweit (warum das so sein könnte, hab ich oben eine These geschrieben). Was soll dieser von dir konstruierte Opferstatus für angebliche Wahrheitsblower, die doch so Mainstream wie Bohlen sind.

            2. Die Haaretz ist nicht frei von Indoktrination, wie mein erster Titel bechreibt.

            3. Der Popanz den du hier aufbaust von einer verfolgten Unschuld und Tugendhaftigkeit … und den freien, aufgeklärten westlichen Ländern im Gegensatz zum regressiven Judenstaat … lass ruhig stecken …

            “Seit dem 29.12.12 wird vieles nicht mehr so einfach funktionieren, wie mancher es sich im Nahen Osten wünscht.”
            Och nee… lesen sie weniger Augstein und co. Gerade diese Formulierung ging als vorgedachtes Schema durch Spiegel usw. Selber denken, Hintergründe recherchieren … Fehlanzeige bei ihnen. Sie übernehmen ja sogar fast wortwörtlich vorgemachte Formulierungen. Die Freude darüber, dass nun endlich Schluss sei, ist ihnen deutlich rauszuhören.

            Ihre Argumentation ist irgendwas zwischen NPD und den hegemonialen “links-liberalen” Verschwörungsschreiberlingen von Taz bis Augstein. Und als wenn diese Argumentation irgendwo marginalisiert wäre, konstatieren sie nach , Infokrieg-Manier eine “Wahrheit” die niemand aussprechen darf ohne zu merken, dass sie eigentlich der Mehrheit nachplappern.

      • @schneekoppe

        Sie zeichnen hier – weil sie wohl etwas zu viel Haaretz gelesen haben – eine Karrikartur von Israel. Ist Israel etwa kein aufgeklärtes Land, gibt es dort kein freies unabhängiges Denken? Und wenn das so ist wie sie – bar jeder Ahnung behaupten – wie kommt Israel denn zu seinen Spitzenleistungen in Hightech, Wissenschaft und Forschung? Wie kommt es, dass Deutschland und Israel im Hightech- und Wissenschaftsbereich kooperieren? (Übrigens ein Ergebnis der dt.-isr. Regierungskonsuktationen, über das kaum berichtet wurde) Wie kommt Israel zu seinen Forschungseinrichtungen von Weltruhm etwa dem Technion, der Hebräischen Universität oder der BGU im Negev? Wie eklären sie sich, dass es mehr Buchveröffentlichungen in hebräisch als Beispielsweise in arabisch gibt? Darunter viele internationale Bestseller von Spitzenautoren durchaus kritische Geister. All das soll in einem Land geschehen, in dem es – wie von Ihnen behauptet – kein freies Denken gibt. Unterhalten Sie sich mal mit Israelis. Sie mögen nicht mit allen in allen Punkten übereinstimmen, aber eines ist unbestritten, die meisten Israelis können sehr gut argumentieren und Standpunkte darlegen.

        Solche verzerrenden Beiträge wie die von “Schneekoppe” sollten auch deutschen Nahostkorrespondenten zu Denken geben, denn auch sie tragen wohl dazu bei, dass ein derart schräges Israelbild entstehen kann, wobei – das sei hier wie so oft lobend erwähnt . gerade in diesem Blog ja auch ein Stück von der Kulturellen Vielfalt Israels gezeigt wird und immer wieder gezeigt wird wie auch kritisch diskutiert wird, nicht nur in Haaretz auch in anderen Medien. Das ist ja auch gut so. Nur muss sich Haaretz genau wie die ARD eben auch begründete Kritik an der Art und Inhalt der Berichterstattung gefallen lassen. Jedenfalls nach Abdruck bzw. Ausstrahlung. Auch das ist Teil der demokratischen Auseinandersetzung in den aufgeklärten, pluralen Gesellschaften Deutschlands und Israels.

    • ich nicht. und es ist gut dass sie keine sind. als friedensengel haetten sie nicht mal eine stunde ueberlebt. und das meine ich ernst.

      • Stimmt da haben sie sich lieber mit ein paar Massakern und Vertreibungen neue Freunde gemacht und erfreuen sich jetzt seit Jahrzehnten an den Folgen …
        Aber ich wusste garnicht, dass vor dem Zionismus alle Juden in Palästina abgeschlachtet wurden. Wie passt das dann zusammen mit den Geschichten als Juden und Muslime noch friedlich nebeneinader gelebt haben. Warum gibt es immer noch die Samariter und warum bezeichnen diese sich als Palästinenser und nicht als Israelis, obwohl sie Juden sind?

  9. “jerusalem post und israel hayom gibt es taeglich auf englsich. genau so wie ynetnews.” (ariel)

    Hi!

    Es ist sehr interessant, was weiter oben über Haaretz gesagt wird und auch in der Vergangenheit immer wieder kritisiert wurde.

    Ich lese regelmässig jpost.com, und es überrascht mich nicht, dass Haaretz in Europa populärer ist. Hier heisst es immer wieder, dass es Haaretz mehr um die palästinensische Sache gehe; in Europa wird sie daher vielleicht als “objektiver”, neutraler gewertet, da sie weniger “nationalistisch” ist als beispielsweise die Jerusalem Post.

    Nationalistisches und – noch schlimmer – religiös-nationalistisches Gedankengut wollen wir im aufgeklärten Europa nicht haben. Damit können und wollen wir nicht umgehen. Daher lesen wir lieber Haaretz. Haaretz ist unserem eigenen Bedürfnis nach antiseptisch-laizistischer Berichterstattung einfach näher. Wir können uns leichter damit identifizieren. (“Wir” schliesst mich nicht mit ein.)

    Gestern habe ich ein wenig auf den anderen englischsprachigen sites (israelhayom und ynetnews) gelesen. Der erste Artikel, den ich auf israelhayom las, war “Greeks and Palestinians, then and now – Our enemies want to destroy our identity” von Nadav Shragai. Ich “verstehe” den Artikel. Er gefällt mir. Aber der Durchschnittseuropäer kann und will nichts mit einer national-religiösen Identität anfangen können müssen. “National-religiös” ist “uns” zuwider und geht runter wie Lebertran. Damit gewinnt keine Zeitung Leser, kein TV-Sender Einschaltquoten. “National-religiös” geht überhaupt nur, wenn es als böses, als auszurottendes Übel präsentiert wird. Und darum sind die europäischen Medien eifrig bemüht.

    Haaretz ist voll solcher “selbsthassenden” Juden, die ihre nationale Identität lieber als alles von der religiösen befreit wüssten. “Auserwählung”? – Welch Fluch, welch Übel!!

    Shragai stellt in seinem Artikel die Rolle der Griechen während Hanukka der der Palästinenser für Israel heute gegenüber. Er sagt über die Griechen: ” The Greeks, [...] focused less on the physical destruction of the Jews than on the destruction of their identity and culture” und über den aktuellen Konflikt: “There are those in this generation as well who continue to believe that our conflict with the Arabs is over territory or sovereignty. They tend to ignore that the conflict is based on religion, our Judaism and our identity as a people.”

    Kann man solche Worte übersetzen? Sollte man wagen, Europäer solchen Worten auszusetzen?

    Ich denke, ja, unbedingt. Denn zum einen KANN der Konflikt ohne diese Sicht nicht verstanden werden. Zum anderen geht die Aera der europäischen Friedensinsel einem Ende entgegen, und die Menschen werden nicht in der Illusion einer aufgeklärten Existenz ohne Gott verharren können, sondern müssen mündig werden und lernen, sich selbst im religiösen Kreuzfeuer der Politik zu positionieren.

    • Nun man mag diesen Artikel in Israelhayom kritisieren, ja sicher warum nicht?
      Ynet hat oft in der gleichen Internetausgabe zwei in unterschiedliche Richtung gehende Kommentare zum gleichen Thema. Das finde ich gerade gut. Ansonsten informiert ynet recht neutral und mit wenig Schaum vor dem Mund, den man manchmal bei Haaretz beklagen muss. Mein Eindruck ist dass ynet und auch die “Internetzeitung” timesofisrael solide informieren und den Lesern das Denken selbst überlässt, während Haaretz für die Leser vordenkt und zwar überwiegend nur in eine – nämlich in die linke – Richtung. Gut das mag ja auch für den ein oder anderen Leser (in Europa) bequem sein.

      Zurück zu dem von ihnen zitierten Artikel, den ich jetzt nicht mehr finde. Dennoch muss man doch eines zur Kenntnis nehmen: Der Anlass ist doch offenbar der biblisch-historische Hintergrund des derzeit stattfindenden Channukah-Festes. Schade, dass es hier keinen Hintergrundbericht gibt, wobei wahrscheinlich alle, die hier mitkommentieren wissen warum es dabei geht. Dass man solche Traditionen ernstnimmt und aufrecht erhält, biblische Texte kennt und mal mehr oder weniger gelingen auslegt, mag in einem Land Befremden auslösen, in dem man noch nicht mal weiß, was Weihnachten -theologisch gesehen – eigentlich bedeutet.