Die erste Hochrechnung.

Freude für Bibi und den Likud. Foto: Teichmann

Vergangene Woche wurde in Israel bereits gewählt. Klar, es sind noch sechs Wochen bis zur Parlamentswahl. Aber Schüler der Blich-Schule in Tel Aviv haben ihre Stimme bereits abgegeben – in einer Art Testwahl. Das Ergebnis der Abstimmung war in einem Punkt überaschend.

Die Wahl an der Blich-Schule ist eine der bekanntesten Politiksimulationen in Israel. Die Schüler lagen in der Vergangenheit häufig richtig. Deshalb berichten auch Fernsehen und Zeitung über den Stimmungstest – zum Teil sogar live. Zum anderen hat die Politik den Termin fest im Wahlkampfkalender. Die Stunde vor der Abstimmung ist ein lautes, buntes Spektakel.

Kamera oder Politiker – wer war zuerst da?

Auch Oppositionsführer Shaul Mofaz ist auf den Schulhof gekommen. Fotos mit Schülern, aber sonst ungelenkt wie immer. Um es kurz zu machen, Mofaz bekommt auch an der Blich-Schule kein Bein mehr auf den Boden. Seine Kadima-Partei erhält keine Stimmen.

Schülerin wartet auf Bild mit Itzik Shmuli. Foto: TeichmannSchlachtfeld nach Wahlkampf. Foto: TeichmannShaul Mofaz ist politisch erledigt. Foto: Teichmann

Andere Namen laufen besser: Itzik Schmuli – früher Studenten- und Protestführer, jetzt Kandidat der Arbeitspartei. Auch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat seine Anhänger. Aber ein anderer gewinnt mit knappen Vorsprung: Kolumnist, Fernseh-Moderator und Freizeit-Dandy Yair Lapid mit seiner Partei Yesh Atid.

Der Mann aus dem Fernsehen gewinnt. Foto: Teichmann

Ausschnitt einer Abstimmung: 27 Prozent für Lapid, 25 Prozent für Netanjahu und Liebermann und 23 Prozent für die Arbeitspartei.

 

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  1. Wenn das stimmt dann ist Netanjahu nicht mehr 1. Mann. Von meinen Gefühl her hat Israel den Krieg nicht verloren, nur verschoben. Meiner Meinung nach hat aber Benjamin Netanjahu den Krieg verloren. Um seine politsche Macht zu erhalten hätte er einmaschieren müssen. Glücklichweise hat er es dem Menschen erspart, sowohl den Israelis als auch den Palästinensern. Israel wird noch einmal ran müssen an Palästina. Doch dieser Krieg wird unter ganz anderen Vorzeichen geschehen.

    • @ Axel Stolpe

      “Israel wird noch einmal ran müssen an Palästina. Doch dieser Krieg wird unter ganz anderen Vorzeichen geschehen.”

      Können Sie das bitte näher ausführen?

  2. “es gibt eine zukunft” und “arbeiterpartei” haben zusammen 50% der stimmen. was fuer ein witz. sie werden zusammen nicht mehr als 25 bekommen.

  3. Wie sind Sie denn drauf? Ein Ruf nach einem “starken Mann”? Finden Sie das zeitgemäß?

    Ich hoffe, daß aus der Wahl ein KLUGER Mann hervorgeht, der mit neuen Ideen und Kompromißbereitschft einen neuen Friedens(!)prozeß auf die Beine stellen kann. Daß die derzeitige Situation auch für den Staat Israel nicht ohne Folgen bleibt, haben andere kluge Menschen dort auch schon bemerkt, u.a. die, die vor einiger Zeit in Tel Aviv gegen die Verschlechterung der Lebensumstände protestiert haben. Das war kein aufgeputschter Mob, sondern Mittelständler, Akademiker und andere durchaus Bessergestellte, die u.a. bemerkt haben, daß die unsäglichen Militärausgaben in Israels Staatshaushalt auf die Dauer drastisch an dem Lebensniveau ALLER Israelis rütteln werden!

    Versucht hat das schonmal ein Ministerpräsident, Jitzchak Rabin. Er war in seinem Leben hochrangiger Militär und Verteidigungsminister, bevor er wohl zu dem Schluß kam, daß es anders gehen muß. Seine zweite Amtszeit stand jedoch unter einem zunehmend schlechten Stern bis hin zu einer Minderheitenregierung und leider hat er mit dem Leben bezahlt, ermordet von einem rechtsradikalen ultraorthodoen Juden, Israeli!

    Vielleicht muß man mal nachdenken, wo und mit welchem Einfluß damals die Gegner des Friedensprozesses angesiedelt waren! Und ob in den fast 20 Jahre seither sich das “kollektive Bewußtsein” des israelischen Volkes vielleicht nicht doch geändert hat.

    Schönen Tag noch!

    Hanns