Krippe mit Mauer

Krippe mit Mauer.br

Verträgt die traditionelle Krippenszene über die Geburt Christi eine politische Aktualisierung? Ja haben mehrere Olivenholzschnitzer in Bethlehem entschieden und die israelische Mauer, die Bethlehem und seine Nachbargemeinden an mehreren Seiten umgibt, in ihre Krippenszenen mit eingebaut. Mal steht die Mauer wuchtig wirkend hinter der Krippe. Mal trennen Mauerelemente mit Turm die heiligen drei Könige von Maria, Josef und dem Neugeborenen. “Politische Krippe” nennen die Schnitzer das.

Verkaufsschlager

Die Krippe mit Mauer werde immer mehr nachgefragt – vor allem von Europäern, erzählt ein Souvenirhändler in der Altstadt von Bethlehem. Die deutsche Touristen wüssten gleich worum es gehe. Sie hätten ja selber mal eine Mauer gehabt. Jack Giacaman ist einer der Schnitzer die die Idee hatten. Er hat mittlerweile mehr als 20 unterschiedliche Motive im Programm. Selbst israelische Offiziere hätten die Krippe mit Mauer schon gekauft, sagt der Olivenholzschnitzer. Man habe nichts erfunden, betont Giacaman. Die Mauer sei schließlich Alltag in Bethlehem. Sein Verkaufsschlager ist eine Version, in der man die Mauerelemente herausnehmen kann. Schließlich sei nichts für immer, so Giacaman.   Alles könne sich ändern und man wisse nicht  wann Gott den Menschen helfe Frieden zu schließen.

 

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  1. Ja,
    auf diese Weise seine Kritik am israelischen Mauerbau auf palästinensischem Gebiet kundzutun halte ich für eine gute Idee.

  2. An Gott liegt es nicht, das der Friede nicht da ist. Der Mensch ist dran alleiniger Verantwortlicher.

  3. Einerseits originell, andererseits traurig. Dass dieser Alltag Eingang in die Arbeit von bildenden Künstlern/ Handwerkern findet, kann man ihnen nicht verdenken. Dass allerdings die Mauer noch ein gewisses “Eigenleben” (ob, wie in dieser Version, herausnehmbar oder nicht) führen wird, steht zu erwarten.

  4. Kein Wunder, dass wir Wessis darauf abfahren. Das ist doch mal Protest mit kreativen Mitteln und vor allem: mit Humor. Insgesamt sind die Christen auf beiden Seiten dieses Konfliktes immer auch so etwas wie meine heimliche Hoffnung, und ich bete dafür, dass sie nicht das Bauernopfer bei der Versöhung von Hamas und Fatah sind (denn bislang hatten sie in der PLO einen recht guten Stand).

    Heidelbaer

  5. Mehr Zynismus geht kaum. Mit Anschlägen und Terror zwingen Palästinenser den Israelischen Staat, für seine Bürger einen Schutz zu bauen. Diese „Mauer“ genannten Hindernisse, die mal aus Zäunen, Straßensperren oder eben auch Mauern bestehen, kosten sehr viel Geld, welches Israel eigentlich nicht hat und sorgen international wieder einmal für viel Kritik. Zwei Nebenziele, die die zweite Intifada, also den nationalistischen Widerstand der Palästinenser „Vom Fluss bis an das Meer“, bis heute wirksam sein lässt. Dass diese „Mauer“ also nicht in Israels Interesse liegt, liegt auf der Hand, wird aber in Kauf genommen, weil es viele Menschenleben rettet.

    Dass ausgerechnet Europäer und insbesondere wohl Deutsche (wer sonst ist so bescheuert) diese den jüdischen Staat (als Ersatz für „die Juden“) anklagende Polit-Krippe kaufen, entsetzt mich zwar, wundert mich aber nicht. Der Jahrhunderte alte Antisemitismus, auch der christliche, ist nie ausgestorben, einzig: Antisemiten, die gibt es selbstverständlich nicht mehr. Man wird doch wohl noch… z.B. auf das „größte Freiluftgefängnis der Welt“ hinweisen dürfen, und überhaupt, wir (!) haben ja aus dem Holocaust gelernt, aber diese Juden — haben sie? Frohe Weihnachten!

    • Die Mauer wäre nicht notwendig wenn die Zionisten nicht als Eroberer nach Palästina gekommen wären. Leider hatten sie das Ziel eine jüdische Mehrheit zu schaffen und die Araber zu vertreiben. Das man auf diese ************ (vom Administrator enfernt. Halten Sie sich an die Netiquette!! Keine Beschimpfungen, ansonsten müssen wir Ihren Account sperren!) nicht immer friedlich reagiert sollte verständlich sein. Oder sprechen sie den Palästinensern das Recht sich zu verteidigen ab?

    • Ich denke, das Hauptproblem an der Mauer ist (habe ich zumindest aus bisherigen Beiträgen so verstanden), dass sie sich nicht an farbige Linien auf der Landkarte hält (hab vergessen, welche von den vielen es war, ich glaube die grüne) sondern weit in das Territorium hereinreicht, das von der Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft noch als palästinensisch angesehen wird. Außerdem, ja, kreativer Protest. Auch wenn ich es platt finde (bin aber auch erst vier gewesen, als die Mauer in Berlin fiel, und die hieß wohl auch nicht Niemand-Kommt-Raus-Mauer sondern im damaligen Amtssprech (lt meiner Geschichtsbücher) Antifaschistischer Schutzwall) und ich in diesem Fall sogar Grund und Berechtigung für diese Anlage sehe.

      Über Ihren zweiten Eintrag habe ich mich köstlich Amüsiert, danke dafür:)

    • was soll diese vehemente anklageschrift? diese krippe sagt überhaupt nichts über die konstellation von ursache und wirkung aus, die hier wieder einmal gegenstand einer heißen diskussion sein könnte. die krippe bildet lediglich einen ist-zustand ab, die ihren marktwert durch die unwirklichkeit des bildes bekommt. freuen sie sich doch einfach, dass die israelische sperranlage soviele bomben- und selbstmordanschläge verhindert haben soll, anstatt hier den einfallsreichtum des palästinensischen handwerker- und unternehmertums zu tadeln. unmut über die sperranlage auf diese weise loszuwerden, ist allemal besser als tagelang schwelende ausschreitungen an kontrollpunkten. ich nehme an, sogar die israelischen soldaten, die ihren dienst an diesen punkten verrichten müssen, sehen das ähnlich. und die müssten eigentlich über den verdacht von antisemitismus erhaben sein. auch diejenigen israelischen offiziere, die laut diesem eintrag eine solche krippe gekauft haben. ich denke, das würden auch sie den soldaten nie unterstellen.

      wenn die sperranlage nur israelischen sicherheitsinteressen dient, habe ich mich schon oft gefragt, warum sie nicht auf der grünen linie errichtet wurde, sondern zu großen teilen in den palästinensergebieten selber. bisher konnte mir das noch niemand allein aus der perspektive israelischer sicherheitsinteressen überzeugend erklären. vielleicht können sie es. ich vermute, dass es für die errichtung auf weiten teilen der palästinensergebiete noch ein anderes interesse gibt, das den bau der sperranlange nach wie vor so anrüchig und anfällig für internationale kritik macht. vermutlich wäre bei errichtung der sperranlage auf der grünen linie die internationale kritik nicht so groß gewesen.

    • Piet: Nun mal langsam. Wenn die Palästinenser Raketen schießen, Tod Israel skandierend durch die Straßen ziehen – dann kann ich Ihre Empörung ja verstehen. Aber das hier?

      Erstens sind die bethlehemitischen Palästinenser zum großen Teil selber Christen. Einem Moslem ist es übrigens verboten, Krippen zu schnitzen, weil er erstens damit der christlichen, im Islam verbotenen, Anbetung Jesu als Sohn Gottes Vorschub leistet und zweitens darf Jesus als Prophet des Islam natürlich nicht dargestellt werden. Gehen Sie also ruhig davon aus, dass wir es mit einem christlichen Künstler – naja, Kunsthandwerker – zu tun haben.

      Zweitens: Sie schildern die Sperranlagen als großen Nachteil für Israel. Das ist wirklich ziemlich bizarr. Denn natürlich sind die Kosten belastend, und es ist bedauerlich, dass man jetzt Billiglöhner von woanders einfliegen muss, weil die Palästinenser von nebenan es nicht mehr rechtzeitig zur Arbeit schaffen. Aber jetzt mal ganz ernsthaft: Für die Westbank sind diese Anlagen eine Katastrophe. Menschen verlieren dadurch ihre Arbeit, Familien werden durch weiträumige Umwege voneinander getrennt, Kontakt oder gar Besuch bei Angehörigen mit israelischem Pass ist extrem kompliziert geworden. Von der optischen Verschandelung von Landschaften und sogar Innenstädten mal ganz zu schweigen.

      Drittens: Unter der Mauer leiden alle Palästinenser, auch die unschuldigen (ja die gibt es!), und glauben Sie mir: die christlichen Palästinenser in Bethlehem und Beit Jala haben wirklich wenig Freude an islamistischen Djihadisten, Al-Aqsa-Märtyrern und wer da noch alles Krieg spielen möchte. Die Angriffe auf Gilo starteten die schwarz maskierten Widerstandskräfte immer gerne von Gemeindehäusern und Kindergärten der Christen in Beit Jala aus. Wenn die Israelis zurückgeschossen haben, konnten sie sagen: Böse Israelis, schießen auf Kindergärten und Gemeindehäuser – und den Christen drehten sie angesichts der Ruinen, die einmal voller kreativen Lebens waren, eine lange Nase und sagten: fragt doch Eure Brüder im Westen, ob sie euch das wieder aufbauen.

      Zuletzt: Ich gebe Ihnen recht, dass diese Sperranlagen bei der derzeitigen Sicherheitslage ein wohl notwendiges Übel sind. Aber das ändert ja nichts daran, dass sie ein Übel sind, und es muss doch wohl denjenigen, die am meisten unter diesem Übel leiden müssen, erlaubt sein, gegen dieses Übel zu protestieren.

      Macht endlich Frieden, damit die Mauer weg kann!

      Heidelbaer

      • Natürlich ist denen welchen die “Mauer” Schwierigkeiten bereitet erlaubt dagegen zu demonstrieren. Genauso ist denjenigen deren Leben sie erhält, erlaubt immer wieder daran zu erinnern, warum sie überhaupt notwendig war. Das wird nämlich häufig “vergessen”. Es mag auch sein, dass das Schnitzen solcher politischer Krippen Ausdruck eines kreativen, sicher von der Kunstfreiheit gedeckten Protestes ist. Wie wir alle wissen, wird der Kunst-, Meinungs- und Demonstrationsfreiheit auch ansonsten in der arabischen Welt und den palästinensischen Autonomiegebieten ein hoher Stellenwert eingeräumt. :-) .
        Es wird auch sicherlich ob dieses Missbrauchs der christlichen Religion nicht zu scharfen Demonstrationen und Ausschreitungen in mehrheitlich christlichen Ländern kommen.

        Aber es ist doch kein Ausdruck besonderer intellektueller Reife, wenn Deutsche und Europäer, die in keiner Weise negativ von den Auswirkungen der israelischen Sperranlage betroffen sind, sonern in Gegenteil von ihrer Existenz profitieren, wenn sie sich als Touristen in israelischen Restaurants, Cafés und Bussen aufhalten, das propangadistische Ausschlachten des Weihnachtsgeschehens und der Figur des Jesus v. Nazareth auch noch toll finden. Etwas mehr kritische Reflexion darf man doch wohl hier erwarten.

        Dafür dass es bald Frieden gibt, spreche ich mich übrigens auch aus. Dringlicher ist das freilich gerade in Syrien; auch für die dort lebenden Palästinenser.

        • “ob dieses Missbrauchs der christlichen Religion”

          Wenn wir es mal ganz streng nehmen, dass ist auch die Krippe allgemein ein Mißbrauch. Der Ochse und der Esel, die darin immer dargestellt sind, sind eine Hinzufügung, die als Anspielung auf Jesaja, Kapitel 1 Vers 3 zu verstehen ist:
          “Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn; aber Israel kennt’s nicht, und mein Volk versteht’s nicht.”

          Es war also der Versuch, die jüdischen Menschen zu verspotten. Von daher ist die Mauer nur eine konsequente Fortsetzung mittelalterlichen Handelns – obwohl ich sonst so meine Probleme mit der Zweckentfremdung religiöser Symbole habe.

        • Ich weiß nicht, was Sie vom Christentum wissen, aber wenn man nicht mehr im Namen dieser Religion gegen Ungerechtigkeit protestieren darf, dann ist meiner Ansicht nach die Seele des Christentums weit größer in Gefahr, als durch einen Protest, der vielleicht stark vom subjektiven Erleben einer objektiv notwendigen Maßnahme geprägt ist.

          Also Missbrauch der Religion sehe ich hier nirgends, und das Jesus je nach Kultur schwarz, weiß, palästinensisch oder eben doch jüdisch dargestellt wird, ist auch soooo neu nicht. Auch das kann er ab. Ich bin sogar ziemlich sicher, dass Jesus – der natürlich vom Stamme Judas ein Jude reinsten Wassers ist – ein großes Herz für die Palästinenser und das Leiden ihres Volkes hat. Die natürlich, da gibt es nun wenig dran zu deuteln, keineswegs allein durch die Gründung des jüdischen Staates verursacht werden, sondern derzeit vor allem durch die Unfähigkeit ihrer Führer und arabischen Nachbarn, mit dieser Tatsache konstruktiv umzugehen.

          Heidelbaer

          • seien sie beruhigt, was wissen sie über mich, dass mir unterstellen, ich wisse zu wenig über das Christentum?

            Ich weiß nicht, ob Sie sich jemals mit dem Kairos-Palästina-Dokument mit den Schriften von Naim Ateek und Mitri Raheb und der dort vertretenen palästinensischen Ersatztheologie kritisch auseinandergesetzt haben. Wenn Sie das nachgeholt haben reden wir weiter über das Thema religiös verkleideter Politpropaganda und Missbrauch von Religion und biblischer Texte.

          • darüberhinaus habe ich gerade nicht gesagt, dass es illigitm sei auf diese Weise gegen gefühltes Unrecht zu protestieren….aber Sie werden mir schon überlassen müssen, wie ich diese Art des Protestes bewerte, und dass auf den Kauf einer solchen Krippe verzichten würde, Das Geld würde ich dann lieber an lifegate in Beit Jala spenden, eine tolle von Caritas und Diakonie getragene Organisation, über deren wichtige Arbeit auch hier schon kurz berichtet wurde.

            In diesem Sinne frohe weihnachten!

          • Frohe und gesegnete Weihnachten auch Ihnen!

            Vielmals Entschuldigung für eine Unterstellung die gar nicht so gemeint war. Die Aussage: “Ich weiß nicht” war tatsächlich so gemeint wie sie da steht. Und danach habe ich bewusst “meiner Ansicht nach” geschrieben im Bewusstsein, dass es auch andere gibt. Sollte es trotzdem zu offensiv ‘rübergekommen sein, und das merke ich an ihrer Reaktion, war das nicht meine Absicht.

            Ersatztheologie ist als solches vom Teufel, haben wir allerdings auch recht spät bemerkt. Es finden sich natürlich viele Schnittstellen in Bibel und Torah für palästinensische Christen, sich als *das* leidende Gottesvolk zu identifizieren.

            Wie gesagt: Anders als der Koran ist die jüdisch-christliche Tradition sehr loser-freundlich. Aber tatsächlich kenne ich Mitri Raheb und Naim Ateek nur vom Hörensagen. Ich höre davon gerne mehr, auch ihre Stellung zum Thema Gewalt.

            Frustrierend ist insgesamt bei vielen Drittwelttheologien, dass zur Zeit des Kalten Krieges ausgerechnet Moskau eine linke Theologie der Diakonie über Kirchen des eigenen Machtbereichs entwickeln ließ, und über diese Schiene als ökumenische Bewegung gegen die kapitalistischen Westländer einschleusen wollte.

            Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung: Da fällt einem schon auf den ersten Blick auf, dass das irgendwie etwas linkslastig sein könnte. (Freiheit, Würde und Tradition – die klassischen Themen der Liberalen oder Konservativen fehlen, und – wenig überraschend, wenn man weiß wo es herkommt – Glaube, Liebe und Hoffnung sowieso.

            Es wird höchste Zeit, dass da jetzt etwas nachwächst, was auf eigenen Füßen stehen kann, und kritisch auch mit der eigenen vergangenen Theologie umgehen lernt – ohne jetzt alles eigene aufzugeben, das wär fad.

            Aber gut, zum theologischen Fachsimpeln ist hier vielleicht doch nicht der richtige Ort.

            Deshalb siehe oben: Frohe Weihnachten!!!

            Heidelbaer

          • sorry Heidelbaer, habe mich vielleicht etwas im Ton vergriffen.

            Ich habe mich im Studium tatsächlich mal intensiv mit Rahebs Werk “Christ und Palästinenser” beschäftigt. Ein furchtbares Machwerk. Im Kairos-Palästina-Dokument werden Texte entzionisiert. Bei Ateek wird explizit dazu aufgerufen. Texte der hebräischen Bibel zu “entjuden” und zu entzionisieren. Besonders auffällig ist das bei dem Zitat von Jesaja 2,2- 5 im Kairos-Dokument, wo einfach vers 3, der bekanntlich lautet: ”
            “Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs, dass er uns aufgrund seiner Wege belehre und wir auf seinen Pfaden gehen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem.” (Elberfelder Übersetzung) ausgelassen. Bei Raheb kann man u. a, lesen, dass nicht etwa die Kirche – was nach heutigen Stand borniert genug wäre – söndern das palästinensische Christentum an die Stelle des Volkes Israels getreten sei. Und das kommt von jemanden, der in Marburg promoviert ist, der es eigentlich besser wissen könnte. Aber das ist eben auch ein Gutteil politische Propaganda…Und dann gibt es noch viele andere Dinge wie eben die Rechtfertigung” von sogenannten Terrorismus” durch Ateek, Raheb und andere,,,Aber das geht jetzt vielleicht wirklich ein wenig zu weit..

            Naja das Kairos-Dokument, in dem an keiner Stelle von einem Existenzrecht Israels die Rede ist, hat mich wirklich mal eine Zeitlang beschäftigt…ich kenne den Text nahezu auswendig und eine ganze Reihe von Stellungnahmen dazu.

            beste Grüße

  6. Kleiner Nachtrag: Ob wohl die Kirchen, ob wohl die Christen weltweit protestieren gegen diesen politischen Missbrauch ihrer Religion? Es braucht da gar keine brennenden Fahnen, keine Massenaufläufe weltweit, keine Tumulte mit Toten nach sonntäglichen Gottesdiensten. Aber die Synoden, die Kirchenoberen, der Papst: Ob sie wohl deutliche Worte finden? Oder ist es ihnen egal?

    • Piet,
      mir konnte bisher niemand erklären, weshalb Israels jeweilige Regierung die Sperranlage nicht auf der grünen Linie gebaut hat, wo sie ja ihrem eigentlichen Sinn als Schutz entsprechend hingehört.

      Stattdessen schneiden die Sperranlagen bis zu 20 km tief in palästinensisches Gebiet ein.
      Ein Schelm, wem da die Bezeichnung ‘De-Facto-Landnahme’ in den Sinn kommt.

      Israel jedenfalls stünde viel glaubwürdiger da, würde es tatsächlich die Sperranlage auf der grünen Linie angelegt haben.

      Im Jahr 2004 hat Israels Oberster Gerichtshof die Änderung einer Route von 30 km der Sperranlage nordwestlich von Jerusalem angeordnet, um die Beeinträchtigungen für die palästinensische Bevölkerung zu reduzieren.
      Nach den Vorgaben des Gerichts darf die israelische Sperranlage u.a. keine ungerechtfertigte Verletzung der Lebensqualität der palästinensischen Bevölkerung verursachen.
      Die israelische Regierung hat angekündigt, diesem Urteil Folge zu leisten und den Verlauf der Anlage zu ändern.
      Und da warten wir alle auch heute – 8 Jahre später – noch drauf. Soviel zur Glaubwürdigkeit der (zwischenzeitlich sogar mehrfach gewechselten) israelischen Regierungen.

      • ich kann es dir erklaeren.

        die gruene linie hat ueberhaupt keine rechtliche bedeutung und ist NUR eine waffenstillstand linie von 1949. es ist keine grenze, da auf der anderen seite kein staat existiert.

        es hat aber auch praktische gruende. an vielen stellen sind die gebiete im osten hoeher als die im westen und die anlage waere damit schwerer zu verteidigen. und man wollte natuerlich auch paar siedlungen durch diese anlagen schuetzen, was dann die verteidigungskosten sinkt.

        das manche mit diesen punkten nicht einverstanden sind, kann ich sehr gut nachvollziehen.

        “Und da warten wir alle auch heute – 8 Jahre später – noch drauf. Soviel zur Glaubwürdigkeit der (zwischenzeitlich sogar mehrfach gewechselten) israelischen Regierungen.”

        es gibt auch sehr viele arabische haeuser, die von dem gerichtshoff zu abriss freigegeben wurden. solche zurueckhaltung ist eine zwischenloesung. so lange es relativ ruhig ist, sollte man keine schritte unternehmen, die zu gewalt fuehren koennten.

      • Nunja, erstens ging es auch um den Schutz von “grenz”nahen Siedlungsgebieten. Außerdem hätte die einseitige Anerkennung der grünen Linie von Israel ja bedeutet, dass die Palästinenser ohne Zugeständnisse bereits das maximal mögliche gewinnen könnten. Der Deal läuft aber nur so, dass die grüne Linie von beiden akzeptiert werden muss. Und solange eine Seite sich ziert, überhaupt den UN Teilungsplan von 48 anzunehmen, wird eben gezeigt, dass man dadurch nicht Land gewinnt, sondern Land verliert. So läuft es im Prinzip schon lange.

        Heidelbaer

  7. wichtiger Beitrag, der zeigt, wie Weihnachten propagandistisch missbraucht wird. Das gleiche gibt es übrigens für Osten in noch viel krasserer Form; An Ostern können Sie ja dann einen Beitrag bringen, auf dem Sie die palästinensischen Grußkarten verlinken, die zeigen wie Jesus, der angeblich erste Palästinenser, von den Juden ans Kreuz geschlagen wird.

  8. Dass diese Krippe mit Mauer vor allem bei Europäern immer mehr gefragt ist, verwundert mich kein bisschen. Europäer sind mit solchem anti-israelischen Stuss genauso leicht manipulierbar wie irgendwelche Steinzeitaraber in Sachen Islam, obwohl sie es weiss Gott besser wissen sollten, als auf sowas reinzufallen.

  9. Mehr Zionisum geht kaum!
    Ob das Kaufen einer solchen Krippe ein Zeichen von Antisemitismus ist möchte ich wohl bezweifeln.
    Genauso die Sinnhaftigkeit, sich für die Stimmen einer Minderheit Siedlungen im “Feindesland” zu errichten und sich dann über die Baukosten der Sicherheitseinrichtungen zu beschweren.
    Außerdem hängt mir dieses Gejammer “keiner mag uns” echt zum Hals raus.
    Selbst wenn es so wäre, ich würde mich an einem gewissen Punkt fragen ob es nicht vielleicht auch an mir liegt.
    Das Problem sind und bleiben die Menschen die nicht ohne ihre Götter können. Die zu schwach sind (oder zu faul) selber Verantwortung für Ihr Handeln zu übernehmen.

    • «Außerdem hängt mir dieses Gejammer “keiner mag uns” echt zum Hals raus.
      Selbst wenn es so wäre, ich würde mich an einem gewissen Punkt fragen ob es nicht vielleicht auch an mir liegt.»

      Stellen Sie diesen Satz mal bitte in den Kontext der Shoah. Ich hoffe, ihr Satz bleibt Ihnen im Halse stecken.

      • Langsam wird es Zeit den Holocaust hinter sich zu lassen. Es kann nicht ewig als Ausrede gelten. Es wird wirklich Zeit, dass die Israelis ihr Handeln und ihre Handlungen in der Vergangenheit überdenken. Die Vertreibung der Palästinenser war einfach ein Verbrechen und es wird Zeit sich dafür zu entschuldigen und widergutmachung zu leisten.

        • «Langsam wird es Zeit den Holocaust hinter sich zu lassen.»

          Das ist der Kitt, den sog. „Pro-Palästina“-Aktivisten mit allen anderen Antisemiten bis hin zu den neuen Nazis gemein haben: Die Last aus der Verantwortung für die mörderische Vergangenheit möchte man gerne los werden. Die einen durch Leugnen, die anderen durchs Ablegen des „Büßerhemdes“ — im Endeffekt mit gleichem Ergebnis.

          Richard C. Schneider formulierte an dieser Stelle vor wenigen Tagen, dass der Holocaust nach wie vor Bestandteil des Denkens der Juden sei (als Teil der Geschichte Jahrhunderte alter Verfolgung), ob Nicht-Juden das nun verständen oder nicht.

          Und ich möchte ergänzen: Die Deutschen , so sehr sie es auch zu verdrängen suchen, werden stets daran gebunden sein, in Verantwortung aus der Geschichte ihre Verantwortung für die Zukunft wahrzunehmen. Viele halten das für eine große Last. Ich halte das für eine große Chance.

          • “Die Deutschen , so sehr sie es auch zu verdrängen suchen, werden stets daran gebunden sein, in Verantwortung aus der Geschichte ihre Verantwortung für die Zukunft wahrzunehmen. Viele halten das für eine große Last. Ich halte das für eine große Chance.”

            Die meisten halten das für eine Last. Ich stimme Ihnen aber zu: Es ist eine grosse Chance.

          • “„Pro-Palästina“-Aktivisten mit allen anderen Antisemiten”

            Ach wie schön dass wir alle Antisemiten sind, wenn wir uns für ein entrechtetes und unterdrücktes Volk engagieren. Die Israelis sollten sich wie gesagt mal an die eigene Nase fassen und sich ihre Verbrechen gegenüber den Palästinensern eingestehen anstatt andere immer wieder an den Holocaust zu erinnern.

  10. JAJA und Jesus war Palästinenser…

    Die palästinensischen Christen sind noch nerviger als das restliche Umma-Brüllvieh vor Ort. Verkorkste Theologie, hoch subventioniert und hoch gebildet und trotzdem ziemlich daneben.

    Komisch, dass die nicht thematisieren, dass Christen in der Westbank dauernd Anfeindungen ausgesetzt sind. Naja… die europäische Nachfrage bestimmt halt vermittelte Wahrheiten und eben auch den verkauften Touri-Kitsch Schrott.

    • Was soll Jesus denn sonst gewesen sein? Jesus wurde nunmal in Palästina geboren. Ist doch egal ob er Jude war. Es gibt genug jüdische Palästinenser.

  11. «die krippe bildet lediglich einen ist-zustand ab»

    Die Krippe zeigt ein historisches Bild, nämlich zur Geburt Jesu Christi. Es gab damals keine Mauer, oder? Wenn Palästinenser also, egal welcher Religion, diese Mauer in das Krippenspiel einbauen, bildet es Anti-Israelischen Protest ab, was denn sonst! DAS ist Missbrauch der Christlichen Geschichte! Dass dieser Antiisraelismus, der meist auf Antisemitismus beruht, in Europa viele Freunde findet, ist traurig, aber wahr.

    • Und die Vertreibung der Palästinenser und die eroberung Palästinas durch die Zionisten ist Missbrauch der jüdischen Geschichte ^^

    • mit dem ist-zustand habe ich mich auf die sperranlage in der krippe bezogen. dass die sperranlage tatsächlich vor ort steht, zweifeln sie auch nicht an, denke ich. tut mir leid, wenn ich mich da vielleicht nicht eindeutig ausgedrückt habe.

      können sie mir folgende frage beantworten: wie kann kritik an der israelischen politik geäussert werden, damit sie nicht im verdacht eines unterschwelligen antisemitismus steht? gibt es überhaupt kritik an israelischer politik ohne antisemitismus?

  12. mach ich aber nicht… kannst übrigens ruhig Du sagen… für mich sind nämlich alle menschen gleich

  13. Ja, ja wir werden den Juden Auschwitz nie verzeihen. Schlimm, dass die Juden immer wieder an die massenhafte, in technischer Perfektion ermordeten Eltern, Großeltern Urgroßeltern erinnern und das öfter als wir Deutsche es ihnen zubilligen, schließlich haben wir – die Nachfahren der Täter – dafür extra den 9. November und den 27. Januar reserviert. Das muss doch an Zugeständnis reichen oder? Ja und diese Juden haben aus Ihrer Geschichte nichts gelernt im Gegensatz zu uns.
    Vielleicht doch, dass man sich am Ende des Tages nur auf sich selbst verlassen kann, dass man einen wehrhaften Staat braucht, dass man Vernichtungsdrohungen ernstnimmt, dass man sich (wie dereinst) nicht auf das Gerede von wohlmeinenden Diplomaten, auf eine UN auf eine EU, auf eine Null wie diese Baronesse Cathrine Ashton verlassen kann. Hätten sich die Israelis in der Vergangenheit auf die viel beschworene Internationale Gemeinschaft verlassen, hätte der Staat Israel – sehr zur Erleichterung des Users “Free” – keine Woche lang existiert. Und heute, heute, was macht die internationale Gemeinschaft heute im Nahen Osten? Antwort: Sich lächerlich. 50.000 Raketen im Libanon trotz Unifil, die libanesische Hisbollah wird von der EU nicht auf die Anti-Terrorliste gesetzt. Die EU-Poliziemission am Grenzübergang Rafah ist seit der gewaltsamen Machtübernahme der Hamas im Gaza ausgestzt, die EU-Grenzschützer, die einst dort waren, um das nach dem Rückzug der Israelis aus Gaza zwischen Israel und der Autonomiebehörde geschlossene Abkommen zu überwachen, sind abgehauen, der kümmerliche Rest versieht seine “Mission” aus einem Hotel im israelischen Ashkelon, 20 Kilometer vom Gazastreifen entfernt, aber immerhin in Raketenreichweite. Die Hamas hat erst kürzlich erklärt, dass sie auch weiterhin keine europäische Polizisten und Grenzschützer in Rafah sehen will, na dann, dann muss die internationale Gemeinschaft natürlich Rücksicht nehmen. Und was macht die Spitzendiplomatie noch so? außer sich über israelischen Siedlungsbau zu empören? Sie reißt die Osloer Verträge in Fetzen, wundert sich über die israelische Reaktion, und sie ist nicht in der Lage das Blutvergießen an Israels Nordgrenze – etwa im Wege einer syrischen Drei-Staaten-Lösung – zu beenden.

    Von der menschenverachtenden Diktatur im Iran lässt man sich seit mindestens 15 Jahren – in Sachen Atomprogramm – an der Nase herumführen und Bundestagsdelegationen reisen trotz Sanktionen weiterhin in den Iran, um die kulturellen Beziehungen mit einem Regime zu vertiefen, das die Oposition brutal unterdrückt, Filmschaffende, Literaten, Musiker verfolgt, Journalisten ins Gefängnis wirft und Homosexuelle an Baukränen aufhängt.

    Aber man erwartet weiterhin ernst genommen zu werden.

    • Fanatismus ist die einzige Willensstärke der Schwachen (Friedrich Nietzsche).