15 Kilometer.

Möglicher palästinensischer Korridor. CAMERA

Jetzt diskutieren wir also darüber, ob die jüngsten Pläne der israelischen Regierung zum Siedlungsbau tatsächlich das Westjordanland in zwei Teile aufspalten könnten. Um Korrektur bittet die US-Organisation CAMERA. Die haben ihr Lineal herausgezogen und nachgemessen. Ergebnis: Es bleiben den Palästinensern 15 Kilometer zwischen israelischem Sperrwall (geplant) und dem Toten Meer. Keine Spaltung. Alles gut. Oder doch nicht?

Der Siedlungsbau um Ost-Jerusalem und in E1 verhindere keinen palästinensischen Staat, sagen der israelischen Ministerpräsident Netanjahu und CAMERA. Die US-Organisation verweist darauf, dass das israelische Staatsgebiet, nördlich von Tel Aviv nach der Linie von 1967 an einigen Stellen auch nur 15 Kilometer breit ist.

Israelischer Korridor bis 1967. CAMERA

Dabei war die Enge des Land-Korridors zwischen Küste und Westjordanland ursprünglich ein Argument der israelischen Seite, um Siedlungen, die dort auf palästinensischem Gebiet liegen, zu halten. Weil 15 Kilometer keine Sicherheit bedeuten. Gilt das nicht für Palästinenser?

Zurück ins Westjordanland: Die 15 Kilometer östlich von Ma’ale Adumim gehören nicht zum palästinensischen Autonomiegebiet. Die Palästinenser haben dort nichts zu sagen, zu planen oder zu bauen (auch keine Umgehungsstraßen). Nach derzeitigem Stand wird sich daran nichts ändern.

Keine Autonomie

Die israelische Regierung möchte im Fall einer Zwei-Staaten-Lösung, dass israelische Soldaten entlang des Jordan stationiert bleiben. Also auch auf palästinensischem Gebiet am Toten Meer? E1-Siedlungsbau, Sperrwall und Soldaten – kommt das in der Summe nicht doch einer faktischen Teilung des Westjordanlandes gleich?

Im Ergebnis betonen israelische Politiker ein historisches Recht des jüdischen Volkes dort zu bauen. Die internationale Gemeinschaft spricht von einem verheerenden Signal. Und die Palästinenser sehen darin einen weiteren Beweis für die Willkür der Besatzungsmacht Israel. Die Aussichten für 2013 sind wenig hoffnungsvoll.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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  1. «E1-Siedlungsbau, Sperrwall und Soldaten – kommt das in der Summe nicht doch einer faktischen Teilung des Westjordanlandes gleich?»

    Und eine „faktische Teilung Israels“ wäre angemessen, Herr Teichmann?

    Ich zitiere mal den Historiker Yaacov Lozowick: „When it comes to E1, he [Daniel Seidmann] said, the Israelis and Palestinians are competing to see who gets the balloon and who gets the string. Jewish West Jerusalem, Maaleh Adumim, Rammallah and Bethlehem are all there to stay. Whoever ends up controlling E1 will have a comfortable land corridor between their two balloons while the other side will be left with a road through the other’s territory: a string. If Israel controls E1, the Palestinians will have a north-south road through it; if the Palestinians own E1, the Israelis will have an east-west road through it.“

    Die Frage ist: Wenn man quasi einhellig davon ausgeht (und erwartet), Israel könne ganz selbstverständlich auf die Hälfte seiner Hauptstadt (Jerusalem) und vor allem auf die für Juden immens wichtigen heiligen Stätten (die Westmauer des Tempels, hier oft: die Klagemauer) verzichten — warum gilt das nicht umgekehrt? Warum soll Frieden nur dann möglich sein, wenn der jüdische Staat Verzicht übt — und nicht die Palästinenser? Was spricht gegen eine palästinensische Hauptstatt Ramallah? Und nachdem viele Deutsche schmerzhaft erfahren mussten, was die Teilung der Hauptstadt für viele Familien bedeutete: Warum wollen so viele Deutsche unbedingt, dass das, was wir überwunden haben, nun im jüdischen Staat Wirklichkeit wird: Eine geteilte Stadt? (Und warum sprechen so viele Deutsche den palästinensischen Führern das Wort, wenn es ein „judenreines“ Palästina anstrebt?)

    Ach, übrigens: Das neue Logo der „gemäßigten“ Fatah zeigt über dem Wort „Sieg!“ ein Palästina vom Mars bis an die Memel, äh, vom Fluss bis ans Meer, also vom Jordan bis ans Mittelmeer, ohne Israel: Und nun, Herr Teichmann, erzählen Sie bitte noch mal, nach den Erfahrungen der Juden über Jahrhunderte und den Erfahrungen der Israelis über Jahrzehnte, Israel solle auf Soldaten entlang des Jordans und anderer explizit sicherheitsrelevanter Orte verzichten?

    • “Eine geteilte Stadt? (Und warum sprechen so viele Deutsche den palästinensischen Führern das Wort, wenn es ein „judenreines“ Palästina anstrebt?)”

      Angestrebt haben die Zionisten schon immer ein Araberfreies Israel. Die Vertreibung und Landnahme waren von Anfang an geplant. Sie sollten die Rassisten auf beiden Seiten suchen. Die Palästinenser waren schon immer in Palästina, die Zionisten sind dort hin, um die einheimischen zu vertreiben und ihnen das Land zu stehlen. Wer ist da besser? Und das mit dem judenreinen Palästina ist völliger Bullshit. Es gibt noch einige Juden die sich als Palästinenser sehen und die wurden bisher nicht vertreiben oder ermordet und werden es auch in Zukunft nicht. Die Rassisten sind die Zionisten!

      • «Angestrebt haben die Zionisten schon immer ein Araberfreies Israel.»

        Darum leben auch etwa 20% israelische Araber im Land — Ich bin mir sicher, Sie plädieren auch für 20% jüdischer Einwohner in einem zukünftigen palästinensischen Staat?

        _____
        (@Blog-Betreiber: Nichts gegen kontroverse Meinungen, aber muss es wirklich sein, dass die Kommentarspalten auch hier mit Propaganda vergiftet werden? Sonst wird das Lesen der Kommentare nämlich auch hier bald nicht mehr möglich sein, zumindest für mich. Was für das Blog vielleicht nicht schlimm wäre, aber eben schade für mich. ;))

        • “Darum leben auch etwa 20% israelische Araber im Land — Ich bin mir sicher, Sie plädieren auch für 20% jüdischer Einwohner in einem zukünftigen palästinensischen Staat?”

          Wenn sie sich die Statements von Herzl, Ben Gurion und Co. durchlesen werden sie das vielleicht verstehen. Und ja ich habe kein Problem damit wenn Juden in Palästina leben. Es haben schon immer Juden In Palästina gelebt. Womit ich aber ein Problem habe ist das Israel verhindert, dass Palästinenser in Palästina leben. Sie lassen gegen internationales Recht die Vertriebene nicht zurück ins Land und versuchen alles, damit es immer weniger Araber werden.

  2. das gebiet wird also doch nicht geteilt…was fuer ein wunder. was wuerden wir bloss ohne der us-organisation CAMERA machen, die zufellig im besitz von einem lineal sind…

    “Weil 15 Kilometer keine Sicherheit bedeuten. Gilt das nicht für Palästinenser?”

    nein, denn die juden haben nur das meer zum ausweichen, die palaestinenser dagegen das befreundete jordanien.

    “Die israelische Regierung möchte im Fall einer Zwei-Staaten-Lösung, dass israelische Soldaten entlang des Jordan stationiert bleiben.”

    ist es schon eine beschlossene sache? hat der gemaessigte abas bereits zugestimmt?

    “Also auch auf palästinensischem Gebiet am Toten Meer? E1-Siedlungsbau, Sperrwall und Soldaten – kommt das in der Summe nicht doch einer faktischen Teilung des Westjordanlandes gleich?”

    ja aber auch von E1 hatte israel nie vor abzuziehen. was hat sich also seit der ankuendigung dort zu bauen gaendert?

  3. Sandkastenspiele… 15 cm hier, 15 cm da, eine Pfütze hier, ein Schutzwall da, rettende Nachbarn, feindliche Nachbarn…

    Wir können ja einmal eine Blogwette abschliessen: Wieviele Blogbeiträge werden sich in 2013 von nah oder fern um E1 drehen? – Weniger als 30, 30 – 60, 60 – 90 oder 90 und mehr?

    Vielen Dank für diese wohltuend klare Darstellung des Sachverhaltes!

    • Korrektur: “31 – 60, 61 – 90, 91 und mehr” muss es heissen.

  4. Das Irrwitzigeste an der Gegenüberstellung ist für micht, daß Israel auf den Siedlungen besteht, obwohl es den Fakt des 15-km-Flaschenhalses 1967 mit dem Sechstagekrieg beseitigt hat, während in Palästina ein solcher Fakt mit akribisch, mit List und Tücke, geschaffen werden soll!

    Auge um Auge, Zahn um Zahn? Wie Du mir, so ich Dir? Kindergarten für Große?

    Schönen Tag noch!

    Hanns

    • du glaubst also tatsaechlich, dass sich die israelis hingesetzt und ueberlegt haben, wie man einen flaschenhals schaft, der genau so gross ist, wie der von israel. aha. und du wirfst anderen “kindergarten” vor?

      uebringes, hat auge um auge und zahn um zahn nichts mit “wie du mir, so ich dir” zu tun. es bezieht sich dem talmud zu folge auf geldentschaedigung im wert von dem beschaedigtem koerperglied. in der thora wird es auch im zusammenhang mit geldentschaedigung erwaehnt, wenn auch nicht direkt, aber doch kontextentsprechend.

      • Und darüber hinaus heißt es auch noch:
        “Entsteht ein dauernder Schaden, so sollst du *GEBEN* Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde.”
        2. Mose 21:23-25

        Wird immer wieder falsch zitiert.

      • 15km hier, 15km dort, glauben Sie an Zufälle?

        “Die Israelis” haben sich sicher nicht “hingesetzt und überlegt”, aber sandkastenspielenden Schreibtischstrategen traue ich noch ganz andere Dinge zu!

        Aber vielleicht haben Sie ja eine sinnmachende Erklärung für die nach Osten reichende “Beule” im geplanten Schutzwall, aus der der Flaschenhals resultiert!

        Ich sehe nur noch, daß mit “Beule” die Abzweigung der Straße 458 von der Straße 1 nach Norden (nach Palästina!) dann unter israelischer Kontrolle wäre…

        Oder ist es der geheimnisumwitterte 3.Tempel, der, Gerüchten zufolge, bei oder in Mitzpe Jericho errichtet werden soll?

        Leider ist die CAMERA-Karte in der Wiedergabe sehr klein und damit sehr ungenau geraten.

        Schönen Tag noch!

        Hanns

        • Ich halte nichts von spekulationen, besonders nicht wenn sich diese wie verschwoerung anhoeren.

        • “Oder ist es der geheimnisumwitterte 3.Tempel, der, Gerüchten zufolge, bei oder in Mitzpe Jericho errichtet werden soll?”

          Ist es in der neuen Zeitrechnung einerlei, wo der hingebaut wird? Das ist ja ein Ding.

  5. zum Glück ist es noch andere “objektiv” denkende Menschen, die nicht Ihren rechtsradikal-populistischen Texten verfallen! Es gibt ja nur eine Wahrheit, das ist die westlich-demokratisch-aufgeklärte Sichtweise, Ihre Herr Teichmann. Warum sind Sie eigentlich in diesem Land und verprassen unsere Steuergelder, wenn Sie dieses Land so abgrundtief verachten? Warum leben Sie nicht im Gaza-Streifen z.B.?

    • schalten sie das hirn mal ein, lesen sie ihren beitrag noch mal durch, und dann fällt auch ihnen vielleicht auf, was sie da für einen aufgeregten mist geschrieben haben

  6. Lieber Piet, lieber Ariel,

    ihrer beider Argumentation hinkt an entscheidenden Punkten. Weshalb sehen sie beide es als selbstverständlich an, dass die Israelis ihre – nach internationalem Recht vom ersten Moment an illegalen Siedlungen behalten dürfen? Die Vorstellung, dass die “normative Kraft des Faktischen” recht zum Bleiben stiftet, empört mich. Israel hätte weder in Ostjerusalem noch im Westjordanland bauen dürfen.
    Sie, lieber Ariel suggerieren in ihren Beiträgen als gäbe es keine Unterschiede zwischen den Arabern, die Palästinenser können nicht nach Osten ausweichen ohne in ein anderes Land zu gehen, auch wenn sie in Jordanien die Bevölkerungsmehrheit stellen, die Macht haben sie dort (absehbar noch lange) nicht. Im Libanon sind wiederum sie seit über 60 Jahren nur geduldete Ausländer. Anstatt integriert zu werden, werden sie in ihrem Flüchtlingselend immer mehr.
    Letztlich wäre ein möglichst großer Palästinenserstaat im Interesse der Israelis, stattdessen wird die Zweistaatenlösung durch den Siedlungsbau immer unwahrscheinlicher – dies steckt letztlich hinter der E1-Diskussion. Gegen E1 zu sein ist also FÜR die Zukunft Israels zu sein. Die Nichtexistenz eines Palästinenserstaats, in welchem sie sich selbst beweisen müssten, ist langfristig die größte Gefahr für den Staat Israel. Ein lebensfähiges Nachbarland wäre also im ureigenen Interesse der Israelis.
    Letztlich erschüttert mich die selbstzerstörerische Politik der Israelis. Eigentlich könnte es mir egal sein, denn ich bin Europäer, ich habe keine Probleme mit meinen Nachbarn, aber wie wollen die Isrelis jemals in guter Nachbarschaft mit ihren arabischen Nachbarvölkern leben, wenn sie so eine Politik betreiben? Diese Frontier-Mentalität wird in 2-3 Generationen dazu führen dass vom einstigen Jischuf nur noch Menschen mit Exrempositionnen übriggeblieben sind und die anderen resigniert nach Amerika auswanderten, weil sie nicht auf ewig in einer Insel, umbrandet von Hass leben wollen und können.

    • ” illegalen Siedlungen behalten dürfen?”

      auch wenn die ganze welt die siedlungen als illegal betrachtet, macht es die siedlungen nicht illegal. bis 1967 wurde westbank als teil jordaniens angesehen. die dort lebenden menschen wurden bis 67 NIE als palaestinenser betrachtet. bis vor der staatsgruendung wurden NUR juden, die unter britischem mandat lebten als palaestinenser bezeichnet. die anderen einwohner waren araraber. keiner waere auf die idee gekommen sie als palaestinenser zu bezeichnen. nach dem sech tage krieg wurde der begriff “palaestinenser” auf araber uebertragen um auf diese weise einen staat foerdern zu koennen.

      zurueck zu den umstrittenen gebieten. da diese gebiete rechtlich gesehen entweder keinem souveraen oder den jordaniern gehoerten, koennen die dort lebenden araber es nicht rechtlich gesehen als eigenen staat ansehen. sie haben einen anspruch darauf, nicht mehr und nicht weniger. und die israelis stellen auch anspruch auf diese gebiete. der un teilungsplan, der von den araber abgelehnt wurde, legitimiert keinen arabischen staat. israel leitet seine legitimation aus anerkennung durch un als vollwertiges mitglied, was die in den umstrittenen gebieten lebenden araber nicht haben.

      die nicht anerkennung des rechts israels auf die umstrittene gebiete macht die siedlungen noch lange nicht ilegal. welches recht soll den juden verbieten dort zu siedeln? nur derjenige wem das land gehoert kann es verbieten. das land auf dem die siedlungen gebaut sind, gehoert aber im juristischem sinne nicht den araber. wieso soll es also verboten sein dort zu siedeln.

      schau mal. ich habe nichts dagegen, wenn man es als kontraporduktiv, schaedlich usw. bezeichnet. aber illegal sind die siedlungen ganz bestimmt nicht.

      ” aber wie wollen die Isrelis jemals in guter Nachbarschaft mit ihren arabischen Nachbarvölkern leben, wenn sie so eine Politik betreiben? ”

      zwischen 49 und 67 gab es keine “besatzung” und jerusalem war vollstaendig unter arabsicher kontrolle. wieso wollten die araber nicht im frieden mit israel leben?!

      die israelis werden langsam davon ueberzeugt, dass die araber keinen staat als ziel, sondern als nebenprodukt der zerstoerung israels wollen. gruende dafuer gibt es mehr als genug. in so einer situation macht es sehr viel sinn die loesung auf eigene weise anzustreben.

  7. Dem historischen Recht des jüdischen Volkes auf palästinenschem Boden zu bauen sollte man endlich den Zahn ziehen, das heisst, israelische Politiker müssen endlich in ihre Schranken verwiesen werden. Die einheimische Bevölkerung von Palästinensern hat ein Recht gehört und nicht einfach von einer Kolonialmacht vertrieben zu werden. In diesen Tagen verstehen die Stützen bisheriger israelischer Politik hoffentlich,dass Israel eine ganz normale und daher brutale Kolonimacht ist. Was anscheinend dazu gehört, ist die unglaubliche Gleichgültigkeit den Palästinensern gegenüber, die mit der Wilkür einer imperialistischen Politik einhergeht. Wer kann und will allen Ernstes dieses elendige und armseleigs Ghetto Gaza, die unmenschlichen und erniedrigenden Kontrollen an Strassensperren im Westjordanland, den willkürlichen Bau einer hässlichen und menschenentfremdenden Mauer, die Willkür der Übergriffe von Siedlern auf palästinensche Bauern, den Siedlungsbau auf enteignetem Boden weiterhin mit einem Axelzucken abtun?? Was sollen diese zynischen Spiele mit der Aufteilung und Besiedelungs des Landes, das vollständig über die Köpfe der Menschen hinweggeht, die dort aber wohnen, leben und auch meinen, das Land gehöre ihnen. Und ein Zweistaaten- gebilde auf israelisch heisst Kontrolle, alle möglichen Überwachungsvorkehrungen, Wachttürme, elektronische Absicherungen, Soldaten hier und Soldaten da, Verzicht auf eigene Waffen (doch die Koloniemacht darf !), usw. Israelische Politik blendet die Existenz der Palästinenser völlig aus. Hoffentlich wird sich die internationale Gemeinschaft endlich besinnen und dem menschenunwürdigen Expansionsdrang israelischer Politk Einhalt gebieten.

  8. Berichtigung: Dieser Beitrag ist von Michael K. (fälschlicherweise mit Michael R. abgeschickt, bitte um Berichtigung)

    Dem historischen Recht des jüdischen Volkes auf palästinenschem Boden zu bauen sollte man endlich den Zahn ziehen, das heisst, israelische Politiker müssen endlich in ihre Schranken verwiesen werden. Die einheimische Bevölkerung von Palästinensern hat ein Recht gehört und nicht einfach von einer Kolonialmacht vertrieben zu werden. In diesen Tagen verstehen die Stützen bisheriger israelischer Politik hoffentlich,dass Israel eine ganz normale und daher brutale Kolonimacht ist. Was anscheinend dazu gehört, ist die unglaubliche Gleichgültigkeit den Palästinensern gegenüber, die mit der Wilkür einer imperialistischen Politik einhergeht. Wer kann und will allen Ernstes dieses elendige und armseleigs Ghetto Gaza, die unmenschlichen und erniedrigenden Kontrollen an Strassensperren im Westjordanland, den willkürlichen Bau einer hässlichen und menschenentfremdenden Mauer, die Willkür der Übergriffe von Siedlern auf palästinensche Bauern, den Siedlungsbau auf enteignetem Boden weiterhin mit einem Axelzucken abtun?? Was sollen diese zynischen Spiele mit der Aufteilung und Besiedelungs des Landes, das vollständig über die Köpfe der Menschen hinweggeht, die dort aber wohnen, leben und auch meinen, das Land gehöre ihnen. Und ein Zweistaaten- gebilde auf israelisch heisst Kontrolle, alle möglichen Überwachungsvorkehrungen, Wachttürme, elektronische Absicherungen, Soldaten hier und Soldaten da, Verzicht auf eigene Waffen (doch die Koloniemacht darf !), usw. Israelische Politik blendet die Existenz der Palästinenser völlig aus. Hoffentlich wird sich die internationale Gemeinschaft endlich besinnen und dem menschenunwürdigen Expansionsdrang israelischer Politk Einhalt gebieten.

    • “Dem historischen Recht des jüdischen Volkes auf palästinenschem Boden zu bauen sollte man endlich den Zahn ziehen”

      Wieso denn eigentlich? die Palästinenser berufen sich doch auf das gleiche historische Recht.

    • Das musste mal gesagt werden. Krawall! Genau lassen Sie’s raus. So viele Plattitüden und Parolen auf so engen Raum, muss man auch erst einmal unterbringen. Auch das ist eine Leistung, allerdings sehr viel leichter als sich mit den Details zu beschäftigen.

      • Noch ein paar ‘Platituden': Es sitzen tausende Palästinenser in israelischen Gefängnissen. Täglich dringen israelische Militärkolonnen in palästinensisches Gebiet ein, um meistens junge Menschen gefangen zu nehmen. Das ohne weitere Erklärung. Man erinnere sich an den Fall Shalit und die ganze Welt stand Kopf. Heute äusserte sich Netanyahu, dass ihm die UNO ganz einfach ‘Wurst’ ist. Ein guter Beitrag zur Verständigung der Völker undereinander? Wohl kaum! ich kann hier keine Bücher schreiben. Ich liste was ich als Tatsache empfinde auf. Was ich erschreckend finde ist, dass die Situation der Palästinenser in israelischer Politik überhaupt keine Rolle spielt. So zynisch ist Politik geworden und gerade deutsche Politik kann sich kaum angemessen dazu verhalten.

        • “Es sitzen tausende Palästinenser in israelischen Gefängnissen”
          ja und?

          In Verwaltungshaft, das ist das was Sie möglicherweise bemängeln können, befinden sich derzeit noch 178 Palästinenser. Aber das sind so Details…

          Dass Sie hier den Fall des aus Israel entführten Soldaten Gilad Shalit, der fünf Jahre ohne Rotkreutzkontakt- und Familienbesuch bei Mangelernäherung, ohne Tageslicht, ohne Versorgung seiner Wunden als Geißel gehalten wurde, und für dessen Freilassung Schwerstverbrecher (Etwa die Hinterleute des Park-Hotel-und des Sbarro-Restaurant-Anschlags, die ihre Mordtaten in keiner Weise bereuen, sondern stolz darauf sind) freigepresst wurden, ins Spiel bringen, zeigt schon wie empfänglich Sie für Propaganda sind. Da stören Details natürlich nur.

          Frohe Weihnachten @all.

  9. Ich danke Ihnen herzlich für diesen Blog!

    Auch die Vielvalt an Kommentaren die zugelassen wird, ist wirklich erfreulich. Der BR leistet wirklich schöne, zeitgemäße Arbeit!
    Auf Tagesschau.de herrscht, seit der von der Bush-Regierung 2007 geplante Sturz Assads im Frühjahr 2011 losbrach, ein starker Zensurgeist.

    Allen ein erfreuliches Weihnachtsfest und ein Stück Frieden!

  10. Ob mit Lineal oder Zirkel, es bleibt nicht wirklich einsichtig wie man sich mit welcher Begründung gegenseitig aus dem Feld schlagen möchte. Dass ein Land, das selbst geteilt war eine Teilung gutheißen kann scheint traurig; wird es aber allen Bewohnern von irgendwelchen Nachbarn in diesem Küstenstreifen in Vorderasien verunmöglicht ihre Maximalforderungen gegen den jeweils Anderen (und damit ohne den Anderen) zu wenden, so werden die zu beobachtenden Auseinandersetzungen immer mehr Frustrationskriege, die zwangsläufig auf einen riesen Knall hinführen.
    Und das kann keiner wollen, weil dann dort nichts mehr steht wofür irgendjemand noch Garantien abgeben oder sein Leben einsetzen kann.