Weihnachtsgeschichte.

Was heißt eigentlich Friedliche Weihnachten auf Aramäisch? Im Dorf Dschich – ganz im Norden Israels – lebt eine kleine Gemeinde maronitischer Christen. Seit diesem Jahr lernen die Grundschüler von Dschich wieder Aramäisch. Also die Sprache, die Jesus und seine Jünger sprachen, wie die Bewohner ihren Gästen stolz erklären.

Kareen - Gebet auf Aramäisch. TeichmannDas arabisch-israelische Dorf Dschich. TeichmannNadim - Arak zu Weihnachten. Teichmann

Kareen konnte mir die Frage nach dem Weihnachtsgruß auch nicht beantworten. Aber die Schülerin stimmte sofort ihr Sonntagsgebet an. Da wir aber in einem Beitrag immer nur einen Ausschnitt von dem senden können, was wir mitgeschnitten und erfahren haben, habe ich Kareen in voller Länge an den Anfang dieses Blogs gestellt.

Den ganzen Radiobeitrag und weitere Weihnachtsgeschichten hier!

Weihnachten in Dschich/ 24.12.2012/ ARD-Studio Tel Aviv/ Torsten Teichmann

Bethlehems erste Oberbürgermeisterin/ 22.12.2012/ ARD-Studio Tel Aviv/ Tim Assmann

Die Mauer vor der Krippe/ 16.12.2012/ ARD-Studio Tel Aviv/ Tim Assmann

 

 

 

 

 

Kommentieren:

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  1. hm… interessant ist, welche buchstaben fuer aramaeisch diese gemeinde benutzt. um das erste jahrhundert hat man die hebraische buchstaben benutzt. es gibt aber viele aramaeische dialekte, die wahrscheinlich andere (aber auch quadratische) schrift benutzt haben.

    alle rabbiner und die meisten talmud studenten beherrschen aramaeisch. deswegen wuerde ich nicht vom “aussterben” sprechen. schliesslich ist talmud zum groessten teil in aramaeisch verfasst. aramaeisch ist dem hebraischen sehr nah. im modernem hebraisch gibt es erstaunlich viele aramaeische ausdruecke. wie z.b. “tartei maschma” – zweideutig. oder sogar moderne ausdruecke wie “tlat meimad” – dreidimensional. fuer 12 sagt man oft “treisar”.

    ich fand es komisch, dass trotz meiner hebraischkenntnisse und bescheidene aramaeischkenntnisse auch nach zwei mal hinhoeren ich kein wort von dem verstanden haben. wahrscheinlich hat sich das gesprochene aramaeisch in den 2000 jahren veraendert, waehrend geschriebene sprache gleich geblieben ist.

    letzte woche hat das israelische nationalmuseum zusammen mit google nach langer arbeit alle (?) fragmente der qumran rollen online gestellt. ich habe mir paar texte angesehen und fand es erstaunlich und spannend, dass diese texte auch fuer leute, die hebraeisch sprechen “lesbar” sind. die texte sind auf hebraeisch, interessant ob da auch welche auf aramaeisch gibt. man koennte einen beitrag dazu machen.

  2. zu dem letztem video… waere ein juedisches kind heute in bethlehem zur welt gekommen… wie lange haette er wohl dort leben koennen? man kann ja auch drei heiligen schnitzeln, die mit sprenstoffbefuehlten taschen zur besuch kommen.

    • Ariel,
      “Aramäisch” ist, wie Sie ja wahrscheinlich auch wissen, ein großer Sammelbegriff für Sprachen, die alle aus dem Altaramäischen abstammen. Das wäre so, als wenn man zu Spanisch oder Französisch einfach weiter nur “Latein-Sprache” sagen würde. Das Aramäisch der Bibel, das der Targumim und das der verschiedenen orientalischen christlichen Kirchen sind jeweils verschiedene Entwicklungsstufen und -zweige. Von denen sind manche in der Tat aussterbend. Ich kann nur Biblisches Aramäisch, und das sehr unvollkommen. Aber nach allem, was ich verstehe, ist der von T. Teichmann als “Gebet” vorgestellte Text des Mädchens ziemlich eindeutig zu identifizieren: Es ist das “Gebet Jesu”, das Vaterunser. Das Mädchen kann es als den von ihr zuerst gelernten aramäischen Text natürlich auswendig.
      Gruß, Pannikowski

      • hi! nein, ehrlich gesagt, war mir nicht bewusst, dass aramaeisch so wie sie es sagen, eine bezeichnung fuer sehr grosse zum teil bereits weit entfernte sprachgruppe ist.

        ich wusste zwar, dass es viele dialekte gab und gibt. z.b. buch daniel, talmud und zohar sind in verschiedenen aramaeisch dialekten geschrieben. man kann diese dialekte aber ziemlich gut vergleichen. aber aramaeisch verbinde ich immer mit talmud-aramaeisch, eine sprache also, die um die zeit der roemischen besatzung israels gesprochen wurde.

  3. Zur “politischen” Krippe der O-Ton eines Chinesen zum Thema Weihnachten: “This Jesus is the western god of Commerce.” (Jesus ist der westliche Gott des Handels).
    Bevor wir “Christen” uns über die Zweckentfremdung der Symbole für irgendwelche politische Propaganda echauffieren, sollten wir uns vielleicht mal fragen, wofür wir die Symbole missbrauchen.

  4. @ ariel – OT

    Leider ist mein Kommentar von gestern zum geschlossenen Schneeball-Thread nicht durchgekommen. Ich wollte nur kurz sagen, dass ich “Jewish and Christian Ethics…” von Benamozegh aufrüttelnd gut verstehe. Ich stimme nicht allem uneingeschränkt zu bzw. das Christentum hat sich seit Erscheinen dieser Schrift zumindest in Teilen zurück zu den Ursprüngen weiterentwickelt. Dennoch bleibt eine Menge “food for thought”, gerade auch an Weihnachten.

  5. Das aramäische “Sonntagsgebet” ist in der Tat das Vaterunser… Es klingt in der Tat ein wenig anders als das talmudische Aramäisch, dennoch ist die sprachliche Nähe unüberhörbar. Irgendwie hört sich das auch immer an wie der “missing link” zwischen Arabisch und dem heute gesprochenen Hebräisch. Und geschrieben wird es heute selbstverständlich in arabischen Buchstaben – wobei es auch sehr leicht in hebräischen Buchstaben ginge…
    Der Redaktion in Tel Aviv ein gesegnetes neues Jahr und Dank für die gute Arbeit. Uwe

    • ” Irgendwie hört sich das auch immer an wie der “missing link” zwischen Arabisch und dem heute gesprochenen Hebräisch. ”

      stimmt ueberhaupt nicht. eher ist die hebraische sprache eine verbindung zwischen aramaeisch und arabisch.