Wahlabend

 

 

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  1. sehr guter beitrag mal wieder! Auch gut dass nicht übersetzt wurde. Ich bau gerne Untertitel in adobe director für heb/eng auf deutsch ein ;)

  2. Wieder ein toller Film, danke! – leider wieder nur für die Freaks unter uns zu finden…

    Ein sehr erfrischendes Wahlergebnis!

  3. herr schneider, hiermit haben sie gegen israelisches wahlgesetz verstossen und sich somit strafbar gemacht. an dem tag der wahlen duerfen vor dem wahllokalen schliessung keine umfragen (egal ob offiziell oder nicht) veroeffentlicht werden. sie haben yair lapid eine sundte vor dem wahlende bereits als zweitstaerkste kraft bezeichnet. das war verboten.

    • Veröffentlicht in der 20:00-Uhr(MEZ!)-Ausgabe der Tagesschau, d.h. nach 21:00 Uhr Ortszeit Tel Aviv.

      Haben die Wahllokale tatsächlich erst 22:00 Uhr Ortszeit geschlossen?

      Schönen Tag noch!

      Fragend: Hanns

        • [/Sarkasmus ein] Aha. Dann müssen Sie ja nur noch erklären, wie die ARD einen derartigen faux-pas begehen und in Deutschland gegen israelisches Recht verstoßen konnte! Und Israel müßte das Internet und den Satellitenempfang zensieren. Am Wahlergebnis hätte es sicher nichts geändert. ;-) [/Sarkasmus aus]

          SCNR!

          Schönen Tag noch!

          Hanns

          • es spielt keine rolle, ob es was aendert oder nicht. fakt ist, dass israelisches fernsehen sich auf minute genau daran gehalten hat, waehrend herr schneider eine stunde zu frueh berichtet hat und so mit gegen das geltende recht verstossen hat.

            aber wieso schreibt herr schneider selbst nichts zu diesen vorwuerfen?

        • sind nicht die offiziellen hochrechnungen um 21uhr ortszeit da gewesen?

          und abgesehen davon: kennen sie wayne?

          • Ich ja! Aber die Frage sollte ja vielleicht an Ariel gehen, er brachte das Thema ins Spiel! ;-)

            Schönen Tag noch!

            Hanns

  4. Vielen Dank für die tolle Berichterstattung! Eine Übersetzung ist für mich nicht notwendig.

    Liebe Grüße und weiter so!

  5. Wie ist das nun: Ist klar, dass es eine Regierungskoalition aus den Parteien Jair Lapids, Bennetts und Netanjahus geben wird, oder ist ebenso denkbar, dass Netanjahu anstelle von Bennetts Partei, Kadima mit ins Boot nimmt, womit es zu einem Linksruck käme?

    Es würde/wird auf jeden Fall interessant, wenn Lapid “auf jeden Fall” die Zivilehe und eine Zweistaatenlösung durchsetzen wollen würde und Bennett “auf keinen Fall” die Zivilehe, dafür aber “auf jeden Fall” die Stärkung der Siedlungen. Wie sollen denn da Kompromisse geschlossen, eine gemeinsame Linie gefunden werden?

    Nach der Wahl ist wie immer vor der Wahl…

    • Lapid ist nicht die Avoda oder Meretz, er wird nicht “auf jeden Fall” eine Zweistaatenlösung durchsetzen wollen, das hat er bereits mehrmals zu verstehen gegeben.

      • Danke. Hat er das bereits während des Wahlkampfs dahingehend geäussert?

    • Wie sieht eigentlich das Programm von Yesh Atid und Yair Lapid aus? Nach der Onlineausgabe der Basler Zeitung von heute wird die Partei als “liberal” und “gemäßigt “beschrieben. Außerdem wird dort erwähnt, Yair Lapid wolle die Friedensgespräche mit den Palästinänsern wieder aufnehmen. Stimmt das?
      Andere Frage: Wie kann eine Partei, die stärkste Fraktion mit 28 Sitzen war, an der 2% Klausel scheitern? Gemeint ist die Kadima. Gleichzeitig zieht eine Shaul Mofaz unterlegene ehemalige Parteivorsitzende mit einer neuen Partei mit 7 Sitzen in die Knesset. (???)

      • Scheinbar hat Kadima, wenn ich das richtig verstehe, die 2%-Hürde genommen, wenn auch nur knapp. Allerdings halte ich Ihre Frage für sehr berechtigt. Ich würde mich freuen, wenn Herr Schneider vielleicht kurz erklären könnte, weshalb es zu diesem drastischen Absturz gekommen ist…

  6. Mich interessiert: wie hoch war die Wahlbeteiligung bei den arabischen Israelis und wem haben sie wie viele Stimmen gegeben. Gibt es dazu Zahlen?

  7. In der Tat ein sehr interessanter Beitrag, wie die anderen Blogs auch. Außerdem war der Film mit Herrn Strenger (“Zwischen Mittelmeer und Jordan”) sehr informativ hinsichtlich seiner Einschätzungen, was ein mögliches Wahlergebnis bedeutet.

    Gibt es in Israel etwas vergleichbares wie ein offizielles Wahlergebnis? Wann ist damit zu rechnen? Welche Aussicht besteht bei den Koalitionsverhandlungen?

    • Steht auf Haaretz.com. Diesmal sogar ohne Anmeldung sichtbar.

  8. Drei nachrichten:
    1. Likud ist geschwächt
    2. Lapid hat die Überraschung geschaftt
    3. Bennett ist – wie bereits ausführlichst zerkaut – auch stark.
    Braucht man dafür 20 min Eigenwerbung oder ist dies vielleicht einfach nur narzistische Selbstwerbung?
    Ja, wir brauchen neue Köpfe, auch wenn daran keiner glaubt. Das Geld kriegen zumindest mal Andere. Ja, wir glauben nicht an eine Lösung mit dem Islam, das nennt man “angekommen in der Realität”. Ganz im Gegensatz zur aufgeklärten Meinung des selbstherrlichen “Westens”. Praktisch heisst dies aber, hier wird versucht friedlich zumindest intern klarzukommen und das “Feindbild” existiert für Israelis nur in Euren Köpfen! Vielleicht wäre das auch mal zu bedenken, anstatt in einer selbstherrlichen Traumblase zu verharren.
    Ein Zitat von Lauryn Hill: ““See fantasy is what people want, but reality is what they need.” Hier hat man sich – zumindest was die vom friedlichen Westen gepredigten Themen sind, recht gut an die Realität gewöhnt!

    • nicht “dran glauben” heisst übrigens meiner Einschäzung nach für die grosse Mehrheit trotzdem, dass sie sich dies sehr wünschen.

  9. Vielen Dank für den schönen Beitrag auch von mir.

    Was die Übersetzung angeht, … ich finde, man sollte nicht a priori von irgendetwas ausgehen. Ich weiss es jetzt z. B. nicht ob ich mir dafür schämen soll dem Englisch nicht so mächtig zu sein. Naja… paar Worte und vielleicht den Sinn habe ich verstanden. Muss aber zugeben, dass es selbst englischen Untertitel hätten mir viel weiter gebracht ;-)

    • Ich bin auch der Meinung, dass der Mehraufwand nicht so groß wäre, würden die Äußerungen der interviewten zumindest kurz zusammengefasst. Für mich persönlich ist es im Prinzip kein Problem gewesen, ich habe wohl alles verstanden, denke ich, aber genauso, wie ich darauf angewiesen bin, dass Sie die hebräischen Texte übersetzen ist dies bei anderen Usern wohl bei englischen Interviews der Fall. Von daher denke ich, dass es besser wäre, wenn Wie nicht dadurch, dass Sie etwas als gegeben voraussetzen, was nicht ohne weiteres vorausgesetzt werden kann, von vorne herein einige Nutzer ausschließen.

      Wie gesagt, für mich ist es recht unproblematisch, insofern solls mir notfalls auch so recht sein, wie Sie es in diesem Video gehandhabt haben…

  10. Vielen Dank wiedereinmal für einen sehr guten, sehr interessanten Beitrag!
    Untertitel finde ich persönlich angenehmer als Übersetzungen, denn dadurch wird keine Zeit verschwendet. Dies fällt in diesem Beitrag auch gut auf. Das Englische Interview ist (wahrscheinlich für die meisten) direkt zu verstehen, bei den Übersetzungen der hebräisch Interviews ist immer ein Bruch drin. Da wären Untertitel sehr angenehm, falls technisch machbar!

  11. Das ist natürlich wirklich ärgerlich, dass Sie nicht bei Yair Lapids Yesh Atid waren. Es haben sich doch Viele von diesem Benett-Hype, wo manche gesagt haben, er würde mit seiner Partei sogar zweitstärkste Kraft werden, blenden lassen. Am Ende des Tages hat er gerade mal 11 Sitze und ist viertstärkste Kraft.Die Demoskopen, die noch nicht einmal die Reihenfolge der Parteien richtig vorausgesagt haben, können wohl einpacken. Ja es werden auf jeden Fall spannende Zeiten. Das Interview mit Dana Weiß ist klasse und hat meinen Verdacht bestätigt, dass es bei dieser Wahl vor allem um innenpolitische, soziale, wirtschaftliche Themen ging, und Außenpolitik nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Mein Eindruck ist, dass in der internationalen Öffentlichkeit überhaupt nicht wahrgenommen wird, dass es in Israel auch noch andere (Alltags-)Themen als den palästinensisch-israelischen Konflikt gibt, der derzeit nebenbei bemerkt, ohnehin nicht lösbar erscheint. Carlo Strenger hat dazu überraschend Kluges im Montagsblog angemerkt,

    Sowohl dieser Film als auch der Montagsblog waren wiedermal klasse….weiter so!

  12. Der Film war interessant, insbesondere der Einblick in die Arbeit von Herrn Schneider.

    Eine Bitte an Herrn Schneider: Bitte von Englisch auf Deutsch übersetzen, weil es auch Leute gibt wie mich, die nicht so gut Englisch können. Ansonsten ist so jemand wie ich zukünftig teilweise ausgeschlossen.

    Zum Schluss noch ein Kompliment an Herrn Schneider. Ich höre ihm gerne zu, weil ich das Gefühl habe, hier spricht jemand, der Ahnung hat von was er spricht.

    • Hallo Robert,
      ich fand es gut, dass Herr Schneider das Interview nicht übersetzt hat, da ich gerne den englischen Originalwortlaut höre.

      Ein Vorschlag wären deutsche und vielleicht auch englische Untertitel, die möglicherweise auch deaktiviert bzw. gewechselt werden können.

      Gruß
      Stefan

    • Hallo Robert, die ungefähre Übersetzung des Interviews:

      RCS: Dana, in Kürze, was bedeutet diese Wahl für das Land?

      DW: Diese Wahl bedeutet, dass die israelische Öffentlichkeit cleverer ist als man denkt. Alle kleinen Parteien – raus. All die alten Establishments – raus. Die israelische Öffentlichkeit interessiert sich für ihr Leben, für die Lebenshaltungskosten. Sie wollen neue Politiker. Sie wollen nicht rechts – links, sie wollen nicht mit der Palästinenserfrage das dem Hauptthema beschäftigen. Sie wollen das Gesamtpaket. Sie wollen jemand, der sich um die Belange der jungen Israelis kümmert, die ihnen auf den Nägeln brennen: Dienst in der Armee, wer muss, wer muss nicht? Warum bekommen die Ultra-Orthodoxen mehr Geld als die Menschen, die arbeiten? Was ist mit der Mittelschicht? Dies war die erste bürgerliche Wahl, die wir seit einer langen Zeit hatten. Und es interessant, denn wir bekamen diese Wahl wegen Iran und dem Haushaltsplan. Iran – hast Du darüber in den letzten Tagen irgendwas gehört? Nichts!

      RCS: Bist Du optimistisch für die Zukunft?

      DW: Ich bin immer optimistisch. Wie Du weißt, hat unser Präsident, Shimon Peres, gesagt, Optimisten und Pessimisten sterben gleich, aber leben unterschiedlich. Deshalb ist es besser als Optimist zu leben. Aber ich glaube, dass diese Wahlen ein gutes Zeichen für die Politik sind. Gute Menschen gingen in die Politik. Menschen verließen gute Positionen, um Parlamentsmitglied zu werden. Das ist ein gutes Zeichen, denn für viele Jahre bedeutete ein Politiker zu sein, dass man sonst nicht Vernünftiges zu tun hatte. Für viele Jahre war Politik ein Beruf für solche, die sonst nichts zu arbeiten hatten. Dieses Mal waren die Listen voll mit erfolgreichen, jungen, unternehmerischen Menschen, die etwas zu verlieren haben, und die sich entschieden haben, in die Politik zu gehen. Das ist ein gutes Zeichen. Es ist frisches Blut für alle Parteien – außer dem Likud.

      RCS: Vielen Dank!

      • Danke, das ist eine sehr gelungene Übersetzung.

        Nur bei “civil election” bin ich mir nicht sicher. “bürgerlich” ist richtig übersetzt, aber hat bei uns so einen Klang nach “bürgerlichen” im Sinne von Bourgeoisie. Hier vermute ich fast, dass “civil” mehr als Gegensatz zu “military” steht, weil gerade keine Kriege im Mittelpunkt stehen und deshalb Generäle gewählt wurden. Dann müsste man – ganz faul – von den ersten “zivilen” Wahlen in Israel sprechen. Aber das ist natürlich Erbsenzählerei…

        Den Beitrag selber fand ich übrigens auch klasse, und den Stil, keine Synchronisation zu bieten, sondern die O-Töne stehen zu lassen, und gegebenenfalls zusammenzufassen, finde ich auch klasse. Und dass “unser” Korrespondent in Tel Aviv fließend Ivrith spricht, macht mich auch ein bisschen stolz. Ich persönlich finde das total wichtig, dass man die Landessprache spricht, wenn man mit Menschen dort wirklich auf Augenhöhe kommunizieren will, selbst wenn alle relevanten Leute auch Englisch können.

        Heidelbaer

  13. Ich komm ein bisschen ins Schleudern mit den ganzen Parteien und deren Namen.
    Neulich habe ich ein Bericht über Tzipi Livni gesehen und war überrascht über diese tolle Politikerin !
    Kann mir vielleicht jemand sagen wie sie abgeschnitten hat ?
    Ich finde Israel braucht mehr solcher mutigen Frauen und Männer.

    • sie hat schlecht abgeschnitten, da sie sich aus stolz geweigert hat bei den letzten wahlen eine koaltion mit bibi einzugehen. 4 jahre lang hat sie nichts gemacht und hat jetzt die quittung bekommen.

    • Hallo Toddel, da mir die Antwort von Ariel nicht ausreichen würde, da sie meines Erachtens nur darauf ausgelegt ist, politische Stimmung zu verbreiten, von mir mal eine Ergänzung: Bis 2012 war Livni Mitglied der Kadima-Partei, diese hat mit 2,10 Prozent die 2-Prozent-Hürde knapp übertroffen und erhält zwei Sitze in der nächsten Knesset. Livnis eigene Partei, die Hatnuah, hat mit 4,99 Prozent ebenfalls die Sperrklausel überschritten und erhält im neuen israelischen Parlament insgesamt sechs Plätze. Das jetzt alles mal ganz wertungsfrei.

      • Man kann ihren Namen auch bei Wikipedia eingeben, und dort weitere Informationen finden. Wichtig zu erwähnen wäre, dass sie eben *vor* ihrer Karriere bei Kadima und vor ihrer eigenen Parteigründung ein prominentes Mitglied von Likud, der Partei Benjamin Netanjahus war. Innerhalb des Likud, als der noch so etwas wie eine rechtskonservative Volkspartei war, galt sie als Vertreterin des “linken”, also moderaten und kompromissorientierten Flügels. Sie war Außenministerin (die erste Frau seit Golda Meir), und gilt mit als Architektin des einseitigen Rückzugs Israels aus Gaza. Dieser spaltete bekanntlich den Likud und führte zur Gründung der Kadima-Partei, die allerdings ein Zweckbündnis war, und nachdem der Abzug aus Gaza zwar viele blutige Zwischenfälle rund um die Siedlungen dort beendete, konnte er spätestens nach dem Sieg der Hamas und dem Raketenbeschuss Südisraels von dort aus nicht mehr so recht als Erfolg verbucht werden. Das hat auch Kadima erheblich geschadet, genauso wie der Verlust der Führungsfigur von Ariel Scharon. Von daher gilst Livni trotz ihrer Vergangenheit derzeit als linksliberale, die sich in dem dort sehr zersplitterten Spektrum eine Nische suchen muss – was nicht eben leicht ist.

        Heidelbaer

        • Apropos Scharon. Er ist mittlerweile 85 Jahre alt und befindet sich seit über 7 Jahren im Koma. Wäre zu erwarten, dass sein Tod irgendwelche politische Wellen schlagen würde?

  14. Tja die Außenpolitik hat also keine Rolle gespielt! Lapid , Dass ich nicht lache.
    Dieses Land steuert in den Abgrund . Die Leute sind viel zu Israel-zentrisch und linksgerichtet , blenden vielleicht durch Gewöhnung , die historische Gefahr in der das Land steckt.
    O tempora, O mores !!!!!!! Sagte mal Cicero
    Shir Sagi die HaBayit HaYehudi Sprecherin, ist ein Parade Beispiel für israelische Höflichkeit, gelangweilt , genervt, desinteressiert , an sich mit einem unsympatischen Gesichtsausdruck , sagt weder Hallo noch Tschüss. Entfernt sich einfach ,um unwichtiges zu machen , denn ein anderer Reporter wartete nicht. Ein Wunder ,dass Bennett mit solchen Leuten so weit gekommen ist. In den USA oder Europa wäre sie längst gefeuert worden. Eine Sprecherin , die sich keine Gedanken und Sorgen macht, dass Die Bilder irgendwo in der Welt gesendet werden schadet nur ihren Boss.
    Man bin ich froh nicht mehr in diesem Land zu leben.

    • Hallo AlexP,

      Warst Du also live an diesem Abend dabei oder urteilst Du nur, was Du in diesen paar Sequenzen quasi mit den Augen des Kameramanns gesehen hast? Und das Mädel war doch hier bei R.Schneider nur zwischen 60 und 90 sec sprechend zu sehen.
      Na ja, vielleicht kennst Du sie näher…..Und während der Schneider für uns schnelles Deutsch sprach, hat sie vielleicht auch nicht alles verstanden und hat währendessen halt so einem anderem schnell was mit 2 Worten gesagt.

      Wahlabend, spannend, nervig, die (innere) bange Frage, hat sich mein Einsatz gelohnt – so läufts doch bei uns auch – da gibts schon auch uneinstudierte Gesten und Versprecher, davor sind weder Newcomer noch routinierte Polit- und TV-Fuzzis
      gefeit.

      tempera mutantur et nos mutamur in illis. Ewartest Du etwa eine ausgefeilte
      Neujahrsrede?

      Liebe Grüße
      carolynn

    • Sorry, habe mich beim Latein verschrieben. Es mus heißen: tempora

      • Ich habe 20 Jahre in Israel gelebt und dort mein Militärdienst abgeleistet, mein Leben riskiert und viel für dieses Land getan. Ich weiß wovon ich rede. Ich muss nicht an diesem Abend dabei gewesen zu sein. Dafür war ich aber bei Begräbnissen in Russland geborenen Kameraden und musste dabei zusehen dass, sie “außerhalb” der Friedhofsmauern als Menschen zweiter Klasse begraben wurden, nur weil das Rabbinat aus irgendwelchen idiotischen Gründen, vielleicht nur Vater Jude keine Ahnung, sie nicht als Juden anerkannte. Ihr Leben Opfern kein Problem , aber selbst im Tod waren sie benachteiligt.
        Diese Insensibilität ist allgegenwärtig innerhalb der Israelischen Gesellschaft.
        Mit ein Grund warum man sich international Freunde zum Feinde macht , vor dem Flotilla Vorfall hat Beispielsweise Peres in einem Fernsehinterview Erdogan angeschrien, Erdogan sagte nur reden Sie nicht in diesem Ton mit mir stand auf und ging, davor hatte Danny Ayalon den türkischen Botschafter öffentlich gedemütigt, das war der Anfang vom Ende einer Jahrzehnten guten Freundschaft. Ganze Gemeinden in der Diaspora kommen mit der israelischen Mentalität nicht klar, in den USA und Lateinamerika haben sich die Juden sehr, sehr weit Entfernt von Israel.

        • Danke für Deine Antwort, lieber AlexP,
          Es hätte mich auch gewundert, wenn Du nur aufgrund des Video-Auftritts von Schir Sagi mit R.Schneider zu so einer Aussage kommst, sie sei ein Parade-Beispiel usw.
          Die Bedrohung Israels von allen Seiten außerhalb, die vielen mannigfaltigen Probleme innerseits – ich glaube, manche Überheblichkeit wird schon noch gedämpft . Aber ich möchte wirklich nicht, auf keinen Fall, dass es dem Abgrund zusteuert.
          LG Carolynn

    • Nun ja, also nach ihrer letzten Antwort sagte Richard Schneider freundlich “toda”, und soviel Ivrith kann ich dann doch noch, dass das “Danke” heißt. Und “Danke für’s Gespräch” ist hierzulande auch das Ende jedes Interviews. Also soooo unhöflich kam das für mich nicht ‘rüber. Aber insgesamt habe ich schon von mehreren Leuten gehört, die länger in Israel zu tun hatten, dass sie den Ton dort als relativ rau empfunden haben.
      Heidelbaer

  15. Interessanter Film. Durch die Schnitte im Interview mit der blonden Parteisprecherin bekam man den Eindruck, dass sie – einmal gefragt – stundenlang quasseln konnte ohne auch nur einmal Luft holen zu müssen. War das wirklich so, oder nur ein optischer Trick, um diesen Eindruck zu erwecken?

  16. Wieder ein sehr guter VideoBlog. Danke für diese hautnahe und in vielerlei Hinsicht wertvolle und auch interessante Berichterstattung. Ich fühlte mich richtig “drin”.
    Auch wenn mein Englisch nicht so gut ist, alles verstanden zu haben, denke ich, den Kern der Aussagen verstanden zu haben.
    Und politisch: alles Gute für das Land und seine Bevölkerung und seine Nachbarn und der Region.

  17. Vielen Dank, dass Sie auf die Englisch-Übersetzungen verzichtet haben! Unsägliche Synchron-Übersetzungen a la Tagesschau, Untertitel oder zeitraubende Nachübersetzungen – das alles brauchts hier wohl wirklich nicht, ist der Blogosphere-affine Leser doch reif genug, die Originalquelle nutzen zu können.

    Als jemand, der noch nie dort war, würde mich mal interessieren, wie es mit Englisch in Israel bzw. den Medien generell aussieht (Das Engl. der Moderatorin war ja auf einem Native-Speaker-Niveau) Ich nehme an, es hat als Zweitsprache einen noch deutlich höheren Stellenwert als in Dtld.?

    • auf jeden fall anders als bei uns ;)

      eine israelische freundin lacht mich immer aus, dass ich filme synchronisiert anschaue, weil das dort unüblich ist und nur für kinderfilme gemacht wird. das selbe gilt für simultanübersetzungen bei interviews oä.
      das ist der “nachteil”, wenn zu deiner sprachgruppe 100 millionen gehören (statt unter 10): erziehung zur faulheit ;)
      ganz generell können (wohl auch dadurch bedingt) viele israelis gutes konversationsenglisch.

      • die filme sind wahrscheinlich ein hauptfaktor fuer gutes englisch der bevoelkerung. aber es wird einfach mehr wert auf englisch gelegt. es gibt keine zweite zwangs fremdsprache, wie in den dt. schulen. mein vater lachte immer darueber, wieso man NOCH eine fremdsprache lernen muss – “das wird dann noch eine sprache die du NICHT sprechen wirst.” reine zeitverschwendung. psichometrie – die uni pruefung, wie sie es in usa gibt, beinhaltet englisch. die fachliteratur gibt es nur fuer grundfaecher auf hebraisch, alles andere ist englisch. oft werden studenten an israelischen unis gezwungen praesentationen und berichte auf englisch zu verfassen, obwohl beides auf hebraisch vorgetragen wird. in manchen faechern sind die hausaufgaben auf englsich.

        auf der einen seite wird sehr viel wert auf die reihnheit der hebraischen sprache gelegt. auf der anderen seite, muss man englsich koennen da israel sehr viel mit ausland zusammenarbeitet.

    • Auf jeden Fall hat Englisch dort einen höheren Stellenwert. Man muss allerdings dazusagen, daß Israel ein Einwanderungsland ist und “nur” acht Millionen Einwohner hat. Außerdem kommen so viele Besucher ins Land, dass man es sich einfach nicht leisten kann, nur Hebräisch oder Arabisch zu sprechen. Deutschland hat nun einmal den Vorteil, daß Deutsch die Muttersprache mit den meisten Sprechern in Europa ist. Dann nimmt man sich wohl auch einmal eine Synchronisation heraus.
      Und jakbo hat auch recht, dass viele ein gutes Konversationsenglisch haben. In Israel und auch in Palästina spricht man in jedem Supermarkt und Bäcker in irgendeinem Dorf noch so gut Englisch, daß man als Ausländer klarkommt. Davon kann man in Deutschland nur träumen.

      • “spricht man in jedem Supermarkt und Bäcker in irgendeinem Dorf noch so gut Englisch, daß man als Ausländer klarkommt. Davon kann man in Deutschland nur träumen.”

        Das stimmt nicht. Ich kenne genügend Ehefrauen, die sich keine Mühe machen “für die 5 Jahre, die mein Mann hier ist” Deutsch zu lernen, weil in unseren Großstädten auch jede Bäckereifachverkäuferin oder Fahrkartenkontrolleur Englisch kann.

        Gabriele

        • da gibt es sicher ein stadt-land-gefälle.
          wobei auch wohl ganz einfach in der (fh-/uni-)stadt viele studenten in solchen jobs ala bäckerei arbeiten. von denen kann muss man erwarten dass sie sich in englisch unterhalten können

  18. Ein interessanter und locker, gut gemachter Beitrag,

    den ich nicht als Informationsquelle über die Wahlen, Umfragen, Ergebnisse etc. gesehen habe, sondern schlicht und einfach als Reportage über die Arbeit/Berichterstattung am Wahlabend.

    Unter diesem Aspekt habe ich die 20 Minuten sehr gerne gesehen.

  19. wie ich diese armee-heroisierung hasse (bennett lässt als ersten satz etwas über die tollen soldaten heraus).
    genauso schlimm, wie wenn in deutschland die ganzen zeitungen voll von im einsatz gestorbenen sind und das boulevard und andere die als helden überstilisiert. dann in zukunft auch jeden dachdecker, der vom gerüst fällt, als deutschen helden feiern.

    • Sie sollten verstehen ,dass zwischen der völligen Vernichtung von weiteren 5 Millionen Juden und Rettung nur die Israelische Armee steht und Stand. Sie werden mit Sicherheit kein Finger krumm machen um jüdische Israelis zu retten oder sich davor stellen oder doch ? Aus dem Grunde werden die Soldaten als Garanten von Leben und als Helden gesehen.

      • sofern es im entferntesten in meiner reichweite steht, werde ich mir jeden finger auch abbrechen, wenn ich einem menschen das leben retten kann – jüdischer israeli miteingenommen. daher weise ich diese frage als unterstellung zurück.

        “dass zwischen völligen vernichtung…” – ab 48 verständlich (aber wer stand 48 den terrorisierten arabern bei, als hagana u.a. zuschlugen). aber schluss mit der vergangenheit.
        nun ist israel sicher ein anderer fall als dtl wo wir ja die freiheit am hindukusch verteidigen können um dann effektheischend iwelche in ihrem beruf verunfallte als helden hochstilisieren können.
        nixdestotrotz: ich finde es nicht so heldenhaft, wenn die armee irgendwo bei einem outpost zuschaut, wie einwanderer aus dem anderen ende der welt die ansässige bevölkerung terrorisiert.
        nochmal abgesehen davon: billigster populismus ist das, wenn ein politiker es als für das wichtigste hält, an einem wahlabend den soldaten zu danken – noch dazu, wenn quasi jeder ein soldat ist/war, weil keiner dem auskommt. als nächstes danke ich noch allen söhnen und töchtern, die eltern haben oder hatten. und der luft, weil wir sie atmen dürfen. wobei das schon fast wieder philosophisch wäre.

        armee bedeutet für mich: staat im staate, geschlossenes weltbild, ewiggestrig, unkontrollierbar,antidiplomatisch, selbsterfüllende prophezeiungen, zu schnittpunkten mit der politik kommt es wenn die armee zu populismuszwecken instrumentalisiert werden kann.

    • Wunderschön durchkomponiert dieser Beitrag!
      Grüße in den Schneideraum!

      Gabriele

  20. Aber wie viele Wahlberechtigte in Israel schauen schon die deutsche Tagesschau ?

  21. Zum Thema Übersetzung/Untertitel:

    Ich denke, man wird es nie allen recht machen können. Ich höre die Leute immer gerne im Original reden und dann ggfs. – in meinem Fall bei Hebräisch – eine Übersetzung hinterher, aber damit geht natürlich Zeit verloren. Untertitel können auch okay sein, aber dann kann man den Bildern (Mimik, Gestik, Stimme) des Redners weniger gut folgen. Für den vollen Effekt müsste man die Clips zweimal ansehen.

    Eine andere Frage ist die, ob es wohl mehr interessante Interviews gäbe, wenn der Aufwand mit den Übersetzungen wegfallen würde. Das würde eine Entscheidung in dieser Frage zugunsten “übersetzungsfreier” Interviews erleichtern.

  22. Ebenfalls zum Thema Übersetzung: Für mich war das Schlimmste die Szene mit der Bennet-Sprecherin! Zum Einen die doppelt vergeudete Zeit (die Life-Übersetzung brachte dann ja auch nichts, das man nicht schon wüßte, auch ohne Hebräisch/Ivrit verstehen zu können. :-D )

    Untertitel sind IMHO wohl das flexibelste, Auch wenn man den Clip dann ggf. zweimal ansehen muß [lily]. Und ein guter “Schneider” (sorry, “Cutter”! :-) ) sollte das auch ohne tragischen Zeitverlust unterbringen können.

    Persönlich würde ich englische UT’s einfach überlesen, vor allem, wenn ich vom Englisch einer Dana Weiss angenehm überrascht werde. So ein “schönes” Englisch habe ich zuletzt bei Verhandlungen mit Norwegern gehört. Und das ist gute 10 Jahre her!

    Das israelische (und noch schlimmer das palästinensische) Englisch ist teilweise sehr schlecht zu verstehen, weil stark amerikanisch “verslangt”. Bei meiner ersten Israelreise mußte ich meinen Sicherheitsinterviewer als erstes fragen, welche Sprache er denn spricht, ich wußte nur, es konnte kein Deutsch sein. Hätte auch schlecht ausgehen können! :-)

    Der Gepäckkontolleur auf “Ben Gurion” fragte demgegenüber bei der Ausreise, in welcher Sprache ich mit ihm reden wolle, neben Hebräisch war mindestens Englisch, Französisch, Deutsch, Russisch und Polnisch “im Angebot”! Aus Gewohnheit und vor lauter Überraschung sagte ich Englisch, hinterher dachte ich, es wäre auch interessant gewesen, Deutsch oder Russisch mit ihm zu reden. So bunt ist die Welt und ich ich finde es gut…

    Schönen Tag noch!

    Hanns

    • Das “Zum Anderen” habe ich ganz vergessen: Eigentlich hätte ich bei einer so ambitionierten Partei auch eine ambitioniertere Interviewpartnerin erwartet, zumindestens eine, die auch passabel Englisch spricht.

      Wie schon in einem anderen Kommentar erwähnt, im Ausland keine gute Reputation für diese Partei.

      Nochmals schönen Tag noch!

      Hanns

      • Deutsch und Russisch wird von Muttersprachlern gesprochen, allerdings zu verlangen russisch zu sprechen mit einem deutschen Pass , keine gute Idee.
        Sie hätten sich gefragt wieso und das Ganze hätte nur irgendwelche Verdächtigungen ins Leben gerufen und sie hätten unnötig Ärger gehabt.

      • Warum die grosse Erregung über diese beiden Damen in diesem Forum? Es gibt bestimmt auch überdurchschnittlich viele fliessend Englisch sprechende Israelis aufgrund der starken Verbindung zur amerikanischen Diaspora. Ich finde es nicht überraschend, dass Dana Weiss sehr gutes Englisch spricht. Mir ist, als Frau?, jedoch aufgefallen, dass sie eine recht harte, positiv gesehen: markante, Stimme hat. Ich glaube, das ist recht typisch für Israelinnen(?) – Andererseits habe ich mir heute morgen einen Audiobeitrag von C. Wagner angehört, bei dem eine israelische Interviewpartnerin zu hören war, deren Stimme sehr viel französischer klang. ;-) Letzteres finde ich angenehmer.

        Zur anderen Dame in blond: Vielleicht hätte sie ja passabel Englisch gesprochen, wenn Herr Schneider Sie auf Englisch angesprochen hätte. ;-) Es fehlte auch der Rahmen eines formellen Interviews. Es war ja eher eine ad hoc-Situation, bei der Herr Schneider sie vielleicht recht spontan angesprochen und um ein Interview gebeten hatte, und sie erklärte sich multi-taskend bereit zu antworten. Dass sich Herr Schneider dann von ihr ab und auf Deutsch sprechend der Kamera zuwandte, fand sie vielleicht ebenfalls unhöflich und sauste dann wieder davon, als sie den Eindruck hatte, das Interview sei abgeschlossen.

        • @Lily
          “Mir ist, als Frau?, jedoch aufgefallen, dass sie eine recht harte, positiv gesehen: markante, Stimme hat. Ich glaube, das ist recht typisch für Israelinnen(?) – Andererseits habe ich mir heute morgen einen Audiobeitrag von C. Wagner angehört, bei dem eine israelische Interviewpartnerin zu hören war, deren Stimme sehr viel französischer klang. ;-) Letzteres finde ich angenehmer. ”
          Ja die Sprache und das Gehabe sind sehr männlich, allerdings für einen Franzosen , Italiener, Spanier oder US-Amerikaner oder Lateinamerikaner würden
          Marietta Slomka,Anne Will oder Gabi Bauer genauso männlich rüber kommen.
          Weiblich neutral fast süß für Israelische Verhältnisse, wirkt beispielsweise, die Likud Politikerin Tzipi Hotovely , aber das ist ja selten der Fall.
          Es gibt Interviews mit ihr auf YouTube.

          • “Ja die Sprache und das Gehabe sind sehr männlich,”

            AlexP,

            ?! Ich habe Dana Weiss ihren Charme nicht absprechen wollen und kann auch kein “männliches Gehabe” erkennen. ;-)

            Es ging mir um die Klangfarbe der Stimme, die ich ein bisschen beispielhaft für die Frau in der israelischen Gesellschaft finde, die sehr viel mehr “ihren Mann stehen” muss – wenn sie säkular und nicht ultraorthodox ist als “die” europäische Frau (s. verpflichtender Wehrdienst). Aber ich drohe mich hier in Klischees zu verlieren, erspare dem Forum lieber weitere Ausführungen meiner Betrachtungen zu diesem Thema.

  23. Zum Thema Übersetzung: die Italiener sagen “traduttore, traditore” (Übersetzer = Verräter). Von daher finde ich es gut, dass die Texte im Original stehen bleiben. Ich kenne aber auch Leute, die nicht genug Englisch verstehen, um dem folgen zu können.
    Von daher würde ich Untertitel bevorzugen. Oder die Übersetzung im Blog-Text, so wie bei dem HaHipsterim-Spot.

  24. Wenn es mehr Inhalt dafür gibt, bin ich auch dafür, keine englischen Aussagen zu übersetzten, anders ist es dann doch mit Hebräisch.

  25. Vielen dank mal wieder für die tolle Berichterstattung.
    Ich empfinde es nicht als störend, wenn Sie uns ein Interview in Englisch nicht übersetzten.
    Machen Sie und das Team weiter so.

  26. Hallo Richard C. Schneider & Team:
    Super Reportagen vom Wahlabend – leider nicht als live stream, trotzdem gut.
    Ich empfinde es als sehr angenehm, die Interviewpartner im Oriiginal (Englisch) zu hören… freilich: das gilt nur für die englisch sprechenden!

  27. eine sache scheinen viele nicht verstanden zu haben. es gibt kein links und rechts in israel mehr. d.h. die meisten menschen denken nicht mehr links und rechts, da keiner ernsthaft glaubt, dass die palaestinenser auf lange sicht an einem frieden mit israel interessiert sind.

    • Da es in Deutschland keine Palästinenserproblematik gibt, gibt es also auch nicht links und rechts? ;-)

      Rechts bedeutet in Israel nach der Wahl wie vor der Wahl Nähe zur Torah, und je weiter Sie nach links rücken, desto grösser wird der Abstand von der Torah, bis hin zur Bereitschaft sich mit der Ideologie versöhnen zu wollen, die das ‘Torahvolk’ (metaphorisch zu verstehen) vernichten will.

      Rechts und links gibt es weiterhin, aber sowohl die radikal vertretenen Interessen palästinensischer Israelis (bzw. der Palästinenser) stellen eine Minderheit links aussen sowie das fundamentalistischere Judentum eine Minderheit rechts aussen.

      Die “ideologiefreie” bürgerliche Mitte ging gestärkt aus diesen Wahlen hervor.

      Ich glaube allerdings nicht, dass es “ideologiefrei” gibt.

      Verhandlungen mit den Palästinensern finden zwischen Jerusalem und Ramallah statt, nicht zwischen Tel Aviv und Ramallah. Ich könnte mir den ‘ideologisch freien’ Jair Lapid nur schwer mit Abbas gemeinsam am Verhandlungstisch vorstellen.

      Was bedeutet eine rechts-Mitte-links Regierung? Die Zweistaatenlösung ruht; ultraorthodoxe Kräfte werden gemässigt, und es bleibt ein gemässigteres, der Welt angepasstes Israel. Von aussen betrachtet ist jedoch jedes Israel, das nicht Anstrengungen in Richtung einer Zweistaatenlösung unternimmt, extremistisch und kriegstreiberisch. Ich denke weiterhin, dass Bennett mittelfristig am besten mit diesem Israel gefährdenden Anspruch von aussen umgehen könnte.

      Wir werden sehen…

      • “Von aussen betrachtet ist jedoch jedes Israel, das nicht Anstrengungen in Richtung einer Zweistaatenlösung unternimmt, extremistisch und kriegstreiberisch.”

        Das liegt doch nicht allein daran. Vor allem liegt es an der unmenschlichen Besatzung, der Brüche internationalen- und Menschenrechts und dass UN Resolutionen ignoriert werden. Außerdem werden dauern undschulgige Palästinenser ermordet, wie gestern z.b. oder 4 alleine die Woche davor. Das alles sind Gründe warum Israel extremistisch und kriegstreiberisch ist.

    • “da keiner ernsthaft glaubt, dass die palaestinenser auf lange sicht an einem frieden mit israel interessiert sind.”

      Und das ist der Grund warum es wohl nie Frieden im Nahen Osten geben wird. Weil keiner dem anderen über den Weg traut. Die Palästinenser sind mehrheitlich auch der Meinung, dass die Israelis keinen Frieden wollen, sondern nur mehr Land und die Palästinenser komplett vertreiben wollen. Genau dieses Misstrauen gillt es zu überwinden.

  28. Zum Thema Englisch und Übersetzung: Ich meine, um sich halbwegs ordentlich über das Thema Israel informieren zu können ist es schon sinnvoll englisch zumindest lesen und verstehen zu können. Dankenswerter Weise haben sehr viele israelische Medien zumindest englischsprachige Internetausgaben mit einem recht großen Angebot. Eine wunderbare Sache für Nicht-Ivrit-Sprecher, die dennoch die politische Diskussion sozusagen aus erster Hand verfolgen wollen. Hinzu kommt, dass es nicht wenige Israelis vor allem Neueinwanderer und Araber, die so ihre Schwierigkeiten mit Ivrit haben.

    In Israel – so meine Erfahtung – kommt man mit Englisch, sehr gut zurecht und das Niveau ist immer noch sehr hoch. Jedenfalls höher als hierzulande. Beispiel: Ich war mit einer Gruppe bei meinem letzten Aufenthalt in einem neueröffneten Restaurant in Haifa, das noch keine englisch-sprachige Speisekarte hatte und spontan haben uns die Besitzerinnen, zwei junge sehr freundliche Damen, die Speisekarte ins Englische übersetzt. In welchem deutschen, zufällig, spontan ausgewähltem Restaurant erhält ein Ausländer/ein Tourist einen solchen Service? Wie ist es wohl um die Englischkenntnisse deutscher Kellnerinnen und Kellner bestellt?

    Diese Parteisprecherin, die keinen Grund hat auf englisch zu antworten, wenn sie auf hebräisch gefragt wird, hat sich in der Tat unproffessionell verhalten am Ende.
    ABER die Einschätzung, die man auch immer wieder in Reiseführern liest, die Israelis seien per se schroff und unfreundlich, teile ich überhaupt nicht.

    • “ABER die Einschätzung, die man auch immer wieder in Reiseführern liest, die Israelis seien per se schroff und unfreundlich, teile ich überhaupt nicht.” [joerg jarolimeck]

      Ob “per se” weiß ich auch nicht, aber die schroffe und desinteresseirte Art der Dame ist in meinen Augen schon nicht sooo selten. Man darf natürlich nicht Verkäufer auf “Ben Gurion” oder in großen Einkaufstempeln als Vergleich heranziehen, aber beim Bäcker, beim Kauf von Eintrittskarten und sonst auf der Straße hatte ich oft diesen Eindruck.

      Andererseits: Eine Bekannte, die ein oder zwei Semester in Jerusalem studierte, erzählte von Vorlesungen in Hebräisch (das sie nicht kann), in denen sich immer einige israelische Studenten fanden, die den Vortragenden quasisimultan leise für die Ausländer ins Englische übersetzten. Anfangs hat sie das ständige Gemurmel im Hörsaal irritiert, aber das ist wohl allgemein so üblich und für sie war es doch recht nützlich.

      Andere Länder, andere Sitten halt.

      Schönen Tag noch!

      Hanns

      • Das ist problematisch. Wenn man in Deutschland studiert und kein Deutsch kann, ist man auch aufgeschmissen. Da kann man frog sein, wenn man Komolitonen findet, die einem das Vorgretagene ins Englische übersetzen. Ich würde nicht in Israel studieren, wenn ich die Landessprache nicht beherrsche. Oder ich würde mich vorher informieren, ob auch Vorlesungen in Englisch angeboten werden. Das ist ja nicht selten der Fall. Darüber hinaus -gibt es án fast jeder israelischen Uni soweit ich weiß,- “international Schools” wo speziell für Studierende aus dem Ausland Vorlesungen und Seminarprogramme in englischer Sprache angeboten werden. Wer richtig studieren will, der wird jedoch nicht umhinkommen die Landessprache zu lernen…Es ist ja für den Alltag außerhalb des Hörsaals versteht, was Eiheimische unter einander reden.

        Ja und unfreundliche Verkäufer mag es geben

        • Bei meiner Bekannten war “Studieren” (im herkömmlichen Sinne) vielleicht der falsche Begriff, vielleicht wäre für diese Vorlesungsreihe “Gasthören interessenshalber” besser gewesen. Ein paar “Scheine” aus Jerusalem hat sie aber wohl trotzdem zu ihrem Abschluß in Deutschland mit vorgelegt. Ob und was es gebracht hat, entzieht sich allerdings meiner Keinntnis! ;-)

          Interessant und erwähnenswert fand sie seinerzeit und ich jetzt die Selbstverständlichkeit, Nicht- oder Schlecht-Hebräisch/Ivrit-”Verstehern” in entsprechenden Vorlesungen “nebenbei” mit Englisch aushelfen zu können und es auch zu tun.

          Schönen Tag noch!

          Hanns

          • ja das finde ich auch interessant und sehr nett. Also Danke. dass Sie diese Anekdote hier geteilt haben-

    • Naja, aber das letzte Wort von RCS zu dieser Parteisprecherin war ja “toda” (“danke”) gewesen (soweit reicht mein Hebräisch gerade noch), und dann hat er sich abgewendet von ihr, um in die Kamera zu sprechen. Das konnte man ja durchaus so interpretieren, als ob das Gespräch vorbei sei. War wohl eher von beiden Seiten her etwas dumm gelaufen.

      Englisch im O-Ton finde ich toll. — Ich würde mich darüber hinaus sehr freuen, wenn auch immer öfter mal ein paar Brocken Hebräisch mit Verständnishilfen eingestreut würden (in Videos und hier im Blog), so dass man da quasi nebenbei auch noch seine Sprachkenntnisse aufstocken kann. Als Beispiel dafür würde ich die Parteinamen anführen. “Beitenu” (“unser Haus”) verstehe ich seit meinem Rosetta Stone Sprachkurs, aber die Bedeutung von “Yesch Atid” (“es gibt eine Zukunft”) musste ich mir woanders suchen. Wenn solche Dinge hier auch noch ganz unauffällig :) mit einfließen könnten, fände ich die Seite perfekt. :)

      • “Naja, aber das letzte Wort von RCS zu dieser Parteisprecherin war ja “toda” (“danke”) gewesen (soweit reicht mein Hebräisch gerade noch), und dann hat er sich abgewendet von ihr, um in die Kamera zu sprechen. Das konnte man ja durchaus so interpretieren, als ob das Gespräch vorbei sei. War wohl eher von beiden Seiten her etwas dumm gelaufen. [conni]”

        Vielleicht ist das ja tatsächlich der normale Umgang, der ja auch auf Journalisten “abfärben kann! ;-) Dann ist es halt so, es gibt Schlimmeres!

        Schönen Tag noch!

        Hanns

      • UPS, oben habe ich fast wortgleich eine ähnliche Replik geschrieben, da hatte ich Ihren Beitrag wohl übersehen (oder hing er noch in der Moderation?), jedenfalls bin ich auch hebräischer Brockenkundler. Könnte tatsächlich mal etwas für einen unpolitischen tv-blog sein, Hebräisch/Arabische Begriffe, die man unbedingt braucht. Rega, jalla, slicha, toda und Co. :D

        • Ihren Kommentar habe ich auch eben erst gefunden, ich hatte ja “conni” zitiert. ;-)

          “Könnte tatsächlich mal etwas für einen unpolitischen tv-blog sein, Hebräisch/Arabische Begriffe, die man unbedingt braucht. Rega, jalla, slicha, toda und Co. [Heidelbaer]”

          Da wäre ich auch für! Wobei ich aber eher arabischer “Brockenkundler” bin, wenn ich das hier schreiben darf… ;-)

          Schönen Tag noch!

          Hanns

          • Genau, und dann noch ein paar Häppchen Jiddisch, und wir hätten “The Bluffers Guide through Israel and Palestine” zusammen. An die Arbeit meine Herren!
            :)
            Heidelbaer

  29. @tlv-blog:
    Danke für die gelungenen Bilder von der Wahl.
    Habe auch das Interview mit Herrn Strenger gelesen, doch wo bleibt der Kommentar zur Wahl vom tlv-blog?