Syrien und Iran drohen mit Vergeltung

Markus Rosch, Tagesschau 20:00 Uhr, 31.01.2013

 

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  1. “Die wollen alles zerstören und uns umbringen”

    Diese Frau hat eindeutig zuviel von Free`s Kommentaren gelesen.

    • Da kann man sehen, was Eindruck macht. Das Monopol in Sicherheit leben zu durfen, besitzen wohl nur Israelis.Deshalb können sie auch überall zuschlagen wo es ihnen gerade passt. Die Strategie muss dann sein, militärische Vorherrschaft zu bewahren, damit man immer die Kontrolle über die Nachbarstaaten und die Ghettos Palästinas und Gaza beibehalten kann. Menschlichkeit und Frieden gehören wohl in die Steinzeit?

      Ansonsten ist die Situation selbsverständlich schwierig.Anstatt nur immer zu reagieren, müsste man sich selbstverständlich fragen, ob man einigen Ereignissen hätte zuvorkommen können. Barak verhandelte Frieden mit Syrien um etwa 2000 (?). Abgesehen davon, kann man nicht einfach hinfliegen und zerstören wo und wie man Lust hat. Dann sollte man dhin gehen, wo solche Probleme zu lösen sind, nämlich zur UNO. Vielleicht hofft man sogar auf Vergeltungsschläge, damit man dann mit aller Macht zurüchschlagen kann. Doch das ist ein gefährliches Spiel.

      Schade, das Israel immer noch zionistische Politik führt, die Palästinenserfrage links liegen lässt, anstatt sich als Idealstaat anzubieten, der von Menschlichkeit und nicht Siedlungsbau beseesen ist, der viel Wissen einbringt, mit guter Staatsführung Beispiel ist und sich als Vorzeigemodell anbietet für ein friedliches Zusammenleben in der Region. Viel Arbeit wäre zu tun.

      Die Araber wollen nicht. Unsinn! Vernünftige Politiker sollten den Militaristen

      • ….( Satz ergänzen)…………..

        Die Araber wollen nicht. Unsinn! Vernünftige Politiker sollten das Ruder nicht den Militaristen überlassen (IDF, Sicherheitssysteme).

      • “Dann sollte man dhin gehen, wo solche Probleme zu lösen sind, nämlich zur UNO.”

        You made my day! Hahahahhahaha!

        • @Michael : Probleme mit und durch die UNO zu lösen war doch nur ein Scherz von mir. Wo kämen wir den dahin, wenn man bei jedem Problem zu Pontius und Pilatus laufen müsste. Nein, man muss militärisch stark sein, sich militärische Überlegenheit aneignen und diese beibehalten, damit man darauf fixiert sein kann, keine militärische Konkurrenz aufkommen zu lassen und immer bereit sein, zuschlagen zu können. Gott seinDank wird so in Europa nicht mehr gedacht. Die beste Abwehr ist nun einmal eine Friedenspolitik und die setzt Wille zur Koexistenz voraus. Aber alle Welt wird wohl verstehen, dass man in Israel eben sehr mit dem Siedlungsbau beschäftigt ist und auch noch über 4 Millionen Menschen kontrollieren muss. Da müssen die Belange anderer Menschen ein bisschen warten. Recht witzig, oder?

    • Ja noch können sie lachen, solange Israel weiterhin ungestraft Morden, Vertreiben und Unterdrücken kann. Wenn der Westen endlich aufhört die Verbrechen zu decken und endlich anfängt sich für einen fairen Frieden im Nahen Osten einsetzt ansatt die Kriegstreiber aus Israel weiterhin für ihre Verbechen zu belohnen.

      • es fällt mir schwer, ihre meinung zu teilen. vielleicht lese ich die falschen medien- aber dass der westen israels “verbrechen deckt”, kann ich nicht erkennen. im gegenteil. wie immer wird hier der zeigefinger erhoben und israel für eine eventuelle eskalation der situation verantwortlich gemacht. natürlich wäre es haarschneiderei zu behaupten, dass die militanten gruppen in und um syrien bereits an der eskalation arbeiten. könnte man doch eigentlich aufschreie im westen erwarten- hmm. für mich sieht eher dies nach deckung aus- mindestens aber ist es ignoranz.

        • Das ist nichts anderes als Ermüdung hier im Westen. “Der Konflikt ist schon so alt und weit weit weg.”
          Schreien tut man erst, wenn man selber betroffen ist und bevor es soweit ist zählen die besten Bilder (damit meine ich die Propagandeschlacht zwischen Israelis und co.).

      • Dass “die Israelis” nicht die Absicht haben, alle Syrer zu töten und alles zu zerstören, werden aber sogar Sie zugeben müssen, oder? So berechtigt Kritik in Israel in mancherlei hinsicht auch ist, es ist absurd, eine solche Aussage als berechtigt zu verteidigen.

  2. Ich habe eine Frage: Beim Gazakrieg hatte ‘man’ eine gewisse Vorstellung davon, wie so ein Krieg verlaufen könnte – Szenario mit oder ohne Einsatz von Bodentruppen. Wie sehen solche Planspiele aus, wenn es an der Nordgrenze brennt? Soll, kann, könnte man hoffen, dass ein Ende der Waffenruhe, dem wir gerade zusehen, ebenfalls zu einem zeitlich und geografisch begrenzten Kampf führen würde, oder ist die Wahrscheinlichkeit eines Flächenbrandes hier grösser, oder sind entsprechende Prognosen überhaupt nicht möglich?

    —–
    In Israel lebt man wohl am besten im Wohnmobil. Wer im November in den Norden gezogen ist, sollte sich nun wieder gen Süden des Landes auf den Weg machen.

    Und trotz der Gefahren aus allen Richtungen strömen weiterhin Juden aus dem Rest der Welt auf der Suche nach Sicherheit nach Israel.

    • Die Prognosen sind ungleich schwieriger, weil die Lage noch instabiler ist. Bei dem Gaza-Konflikt konnte man noch davon ausgehen, dass sich Ägypten heraushält. In Syrien ist derzeit alles möglich – bis dahin, dass sich Regime und Opposition gegen Israel verbünden, denn nichts eint so sehr wie ein gemeinsamer Feind. Wenn Assad jetzt (militärtaktisch eigentlich Selbstmord) eine zweite Front gegen Israel aufmacht, kriegen die Oppositionsgruppen ein Riesen-Problem, weil man als Araber nicht jemanden angreift, der gerade den Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen führt.

      In jedem Fall mit im Spiel: Hisbollah und Iran. Der wiederum hat (siehe Fordo) eigene Probleme, aber möglicherweise auch Motive, Israel für die (mutmaßliche) Katastrophe verantwortlich zu machen. Deshalb sind auch hochrangige Vertreter Israels in Moskau und Washington gewesen, um diesen Schritt abzustimmen. Wenn Washington signalisiert, dass es das israelische Verhalten deckt und Moskau seinen Verbündeten sagt, dass es zwar Vergeltungsschläge tolerieren, aber keinen großen Krieg unterstützen werde, dann wird es bei der Rhetorik im Großen und Ganzen bleiben.

      Heidelbaer

      • “Wenn Assad jetzt (militärtaktisch eigentlich Selbstmord) eine zweite Front gegen Israel aufmacht, kriegen die Oppositionsgruppen ein Riesen-Problem, weil man als Araber nicht jemanden angreift, der gerade den Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen führt.”

        mal angenommen, assad würde diese zweite front aufmachen – was ich nicht glaube -, dann würden die kapazitäten des syrischen militärs zum einsatz im inland gegen die aufständischen erheblich schwinden. das würde gleichzeitig bedeuten, dass die chancen, in damaskus die politische macht zu übernehmen, mit eröffnung dieser zweiten front für die aufständischen erheblich steigen würden. ich denke, gerade dann würden die aufständischen alles mobilisieren, um gegen assad in die entscheidende offensive zu gehen. denn auch die aufständischen wissen nicht, ob sie jemals wieder so eine chance bekommen würden, um assad endgültig zu stürzen. und mit zunehmender bürgerkriegsdauer muss man auch davon ausgehen, dass das vorhaben der aufständischen unter der bevölkerung immer mehr an legitimität einbüßt.

        • Welche andere Reaktion bleibt Assad den anderes über, als dem bösen Israel mti Vergeltung zu drohen?
          In seiner jetzigen Lage wäre eine Begrüßung des Luftschlags doch ncihts anderes als Selbstmord.

          • aus assads perspektive ist die reaktion auf den luftschlag sicherlich ein ziemlich schmaler grat. auf der einen seite kann er die aufmerksamkeit von seinen eigenen innersyrischen problemen auf einen gemeinsamen äußeren feind lenken und versuchen, damit wieder ein wenig einheit zu beschwören. das dürfte ihm vielleicht gelegen kommen. auf der anderen seite besteht für ihn die gefahr, dass sein letztes wirksames abschreckungspotenzial – chemische oder biologische waffen – durch die israelis vernichtet werden und letzte hemmungen bei den aufständischen fallen. widerstand kann er sich aber aufgrund begrenzter militärischer kapazitäten nicht leisten. deshalb wird es über drohgebärden seitens assad wohl kaum hinaus gehen, zumindest was eine direkte konfrontation angeht.

            mal davon abgesehen fällt mir aber auch auf die schnelle kein szenario ein, unter dem ein führender politiker eines staates einen luftschlag auf dem boden seines staates öffentlich begrüßen würde oder könnte.

      • Danke, Heidelbaer – sowie danke auch an Michael und simon für ihre reflektierten Einsichten und Einschätzungen.

        Es wird befürchtet, dass B- und C-Waffen in die Hände der Rebellen fallen. In dem Fall wäre denkbar, dass weder das Regime Assads noch sein Regime gemeinsam mit den Rebellen die weitere Front gegen Israel eröffnen. Es könnte jedoch im Interesse der Rebellen sein, dies im Alleingang zu tun. Die Frage ist, wie wahrscheinlich eine solche Möglichkeit ist.

        Die andere Befürchtung, dass diese Waffen ausser Landes in den Libanon zur (shiitischen) Hisbollah transportiert werden, um nicht in die Hände der (Sunni-)Rebellen zu fallen, ist der inoffizielle Grund für den nicht klar bestätigten Angriff vonseiten Israels.

        Das heisst: Da Assad die Kontrolle über diese Waffen verliert, ist klar, dass Israel in jedem Fall handeln muss – entweder um zu verhindern, dass die Rebellen diese Waffen gegen Israel richten – oder die Hisbollah.

        Ob diese Waffen mit Rhetorik im Grossen und Ganzen allein jedoch wieder sicher unter Kontrolle (Kontrolle durch wen?) gebracht werden können??

    • hallo lily,

      keine angst, diesmal fass ich mich kürzer. ;) für antworten in unserer langen diskussion hatte es übrigens zeitlich nicht mehr gereicht.

      ich kann mir nicht vorstellen, dass es zu einer zwischenstaatlichen konfrontation zwischen assads syrien und israel kommen wird. assad hat innerhalb syriens momentan alle hände voll zu tun und wohl kaum die kapazitäten, noch einen offenen krieg mit israel zu führen. man hat ja auch gesehen, dass er schon vor monaten als es an der syrisch-türkischen grenze zu heftigen spannungen kam, ziemlich kleinlaut war und einen krieg mit der türkei um jeden preis verhindern wollte. ausserdem wüsste assad, dass usa, europäer und türkei kaum zuschauen würden und würde damit sein endgültiges todesurteil unterschreiben. deshalb glaube ich, geht von syrischem boden momentan keine direkte gefahr aus. das laute aufschreien und die drohungen der syrer würde ich so einschätzen, dass sie die internationale aufmerksamkeit versuchen ein wenig weg vom syrischen bürgerkrieg zu lenken und über aussenpolitisches säbelrasseln innersyrisch die reihen wieder ein bisschen zu schliessen. ich glaube auch, dass die israelischen verantwortlichen selber momentan der ansicht sind, dass sie nach wie vor besser damit bedient sind, wenn assad den dschihadisten-aufmarsch in syrien noch ein wenig hinhält als assad in einer direkten konfrontation zu stürzen und den dschihadisten damit in die hände zu spielen, indem israel ihnen damit den weg nach damaskus ebnet.

      gleichzeitig muss man natürlich auch sehen, dass syrien und iran ein anderes kaliber als hamas ist. die geheimdienstarme syriens und irans und ihr einfluss im ausland sind lang. ich sehe deshalb eher die gefahr militanter operationen gegen israelische oder jüdische einrichtungen im ausland und die gefahr eines erneuten krieges an der grenze zum libanon. da im libanon meines wissens bald wahlen anstehen, könnte es sein, dass hizbullah bedarf sieht, in dieser richtung nochmal stärke zu demonstrieren.

      • “ich glaube auch, dass die israelischen verantwortlichen selber momentan der ansicht sind, dass sie nach wie vor besser damit bedient sind, wenn assad den dschihadisten-aufmarsch in syrien noch ein wenig hinhält”

        Geht es nicht genau darum, dass Assad diesen Aufmarsch nicht steuern kann, dass er dabei ist, die Kontrolle (ganz) zu verlieren und um die Gefahr, dass er diese Waffen mithilfe des Iran an die Hisbollah weitergibt, oder aber sie fallen in die Hände der Rebellen. Beides ist brandgefährlich für Israel.

        Sie meinen, die Hisbollah werde für den eigenen Wahlkampf ‘einfach so’ ein bisschen Israel angreifen?

        “für antworten in unserer langen diskussion hatte es übrigens zeitlich nicht mehr gereicht.”

        Es war doch ganz gut, dass “Höhere Gewalt” diesen Verfransungen ein Ende gesetzt hatte. ;-)

        • “Sie meinen, die Hisbollah werde für den eigenen Wahlkampf ‘einfach so’ ein bisschen Israel angreifen?”

          nein, das könnte als ein faktor aber einfluss darauf ausüben.

          “Geht es nicht genau darum, dass Assad diesen Aufmarsch nicht steuern kann, dass er dabei ist, die Kontrolle (ganz) zu verlieren und um die Gefahr, dass er diese Waffen mithilfe des Iran an die Hisbollah weitergibt, oder aber sie fallen in die Hände der Rebellen. Beides ist brandgefährlich für Israel.”

          ja, beides ist brandgefährlich, gefährlicher als der status quo in syrien auf jeden fall. solange die dschihadisten in syrien mit assads sicherheitsapparat beschäftigt sind, werden sie sich wohl kaum israel zuwenden können. bevor die israelis sich mit den dschihadisten in syrien auseinander setzen müssen, ist es doch die bessere alternative für die israelis, assad nicht endgültig zu stürzen und ihm dieses problem so lange wie möglich zu überlassen. klar, das ist alles andere als optimal für israel, eigentlich nur hinauszögern des problems. aber andere alternativen gibt es derzeit kaum.

          • Danke, simon. Es bleibt also die Hoffnung, dass die schlimmen Waffen nicht in die Hände verantwortungsloser Böser fallen mögen – und im Übrigen, den Konflikt weiter auszusitzen. Das heisst, die Welt und das potentiell bedrohte Israel werden dem Bürgerkrieg, dem täglichen Blutvergiessen, weiter zusehen und sich auf eine weitere Eskalation vorbereiten. Waffenruhe – Fehlanzeige.

            Dass Israel im Syrienkonflikt gleichermassen mit den USA und Russland verhandelt, ist ‘interessant’, gibt zu denken. Die USA wollen den Sturz Assads, Israel den Erhalt eines status quo unter Assad (inklusive der Kontrolle der B/C-Waffen) und zieht so in diesem Konflikt mit Russland an einem Strang.

            Warum sind die USA so erpicht auf den Sturz Assads angesichts der dramatischen Implikationen für die Stabilität der Region? Klar, Assad-Blutvergiessen, Assad-Iran connection… es gibt Erklärungen, aber WIE wollen die USA für die Sicherheit Israels nach dem Sturz Assads garantieren? – Gar nicht.

            Und Assad wird – früher oder später – zu Fall kommen.

            Darauf hat das Training der ARD zum Schutz vor B- und C-Angriffen offenbar vorbereitet, hmm.

            Sehr bedenklich finde ich (s. Münchener Sicherheitskonferenz), wie dieser syrische Oppositionsführer, Al Khatib, mit u.a. auch Dschihadisten im Rücken als ‘seriöser Demokrat’ für die Unterstützung der Rebellen wirbt.

          • man muss auch dazu sagen, dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass nach einem sturz des assad-regimes der blutige machtkampf in syrien noch einmal zunimmt. die gesamte syrische aufstandsbewegung ist so dermaßen zersplittert, zerstritten und teilweise verfeindet, dass sie momentan nur durch das gemeinsame ziel “assads sturz” einigermaßen zusammengehalten wird. wenn dieses ziel erreicht sein sollte und damit nicht mehr als einigende klammer herhalten kann, ist es nicht unwahrscheinlich, dass der bürgerkrieg in syrien weitergeht, dann aber nicht mehr mit so vermeintlich klaren fronten wie momentan. dann stehen sich da alte alawitische regimekräfte assads, kurden mit sezessionsbestrebungen, militante sunnitische islamisten, in ihrer existenz bedrohte christen und drusen, liberalere oppositionskräfte etc. in wahrscheinlich wechselnden allianzen gegenüber – ein zweiter irak quasi, in dem es an jeder ecke knallt. das ist nicht unwahrscheinlich, wenn die internationale gemeinschaft auf lange sicht weiterhin keinen gemeinsamen weg findet und danach sieht es ja momentan aus.

            die usa stecken natürlich irgendwie in einem dilemma. auf der einen seite müssen sie ihre demokratischen werte propagieren und für den abtritt assads eintreten, wenn sie da glaubwürdigkeit behalten wollen. auf der anderen seite sehen sie, dass die aufstandsbewegung immer mehr von militanten islamisten unterlaufen wird, die sich dem us-einfluss entziehen und israel in zukunft existenziell zu gefährden drohen. deshalb bleibt es auf us-seite vermutlich auch bei rhetorischer unterstützung, wenn auch mittlerweile zurückhaltender als am anfang, sowie aufklärungs-/informationstechnik und eben keine waffen für die aufstandsbewegung. waffenlieferungen übernehmen aber die qataris und saudis, die ihren einfluss in syrien eher durch sunnitische islamisten vertreten sehen.

            ich denke, der vorsitzende des syrischen oppositionsbündnisses wird auch nicht glücklich darüber sein, dass die aufstandsbewegung von militanten islamisten so massiv unterlaufen wird. erstens im hinblick auf die unterstützung aus dem westlichen ausland, die aufgrund zunehmender skepsis deshalb überdacht wird und zweitens im hinblick auf die verhältnisse in einem post-assad-syrien, in dem der ursprünglichen aufstandsbewegung dort die politische macht durch die miltanten islamisten streitig gemacht wird, vermutlich sogar blutig.

            noch schnell aus israelischer sicht: auch da dürfte es ein dilemma geben. aus erwähnten gründen dürfte israel daran interessiert sein, assad im kampf gegen die aufstandsbewegung noch zu halten, um sich das problem der dschihadisten noch vom hals zu halten. im hinblick auf den atomkonflikt mit dem iran dürfte israel aber eher daran interessiert sein, den iranischen einfluss in syrien zurückzudrängen, indem mit einem assad-sturz die achse iran-irak-syrien-hizbullah aufgebrochen wird. der irak wird ja gerne vergessen. auch dort sitzt ein shi’it im präsidentenpalast, gegen den sunniten und kurden in den letzten wochen immer stärker protestieren. und diese achse bedeutet bislang ja barrierefreie wege für waffenlieferungen von teheran bis in den südlibanon. mit einem regimewechsel in damaskus wären diese barrierefreien routen durchbrochen und der engste verbündete irans im atomstreit mit israel wäre hinfällig und seine militärische unterstützung im kriegsfall damit auch. das dürfte auch ein amerikanisches interesse am assad-sturz sein.

    • Liebe Lily,
      vielleicht noch ergänzend zu den Vorrednern: Assad geht gerade die Munition aus. Er lässt schon Seeminen und selbstgebastelte Sprengsätze auf die Gegner abwerfen, weil er keine Raketen, Granaten und Bomben mehr hat.
      Von daher glaube ich nicht, dass Syrien in der Lage ist, konventionell militärisch zu reagieren. Durch den Einsatz von chemischen Waffen würde er die Amerikaner ins Boot holen und gleichzeitig die Unterstützung der Russen und Chinesen verspielen. Größere Sorgen macht mir deshalb der Iran, der indirekt über die Aufrüstung der Hibollah die Lage im Norden destabilisieren könnte.

      • “Größere Sorgen macht mir deshalb der Iran, der indirekt über die Aufrüstung der Hibollah die Lage im Norden destabilisieren könnte.”

        Und für wie gross halten Sie die Gefahr, die von den Rebellen ausgeht? Es hatte da vergangenes Jahr bereits ein paar Irrläufer am Golan gegeben.

        In welcher Weise übt oder könnte der Iran Einfluss auf die syrischen Rebellen ausüben? Man spricht ja von einem Stellvertreterkrieg in Syrien. Läuft so etwas nur über die Unterstützung des Regimes, oder auch mittels versteckter Operationen unter den Rebellen selbst? Ist es möglich, sich eine Vorstellung davon zu machen, wie dieser Krieg hinter den Kulissen geführt wird?

        • “Und für wie gross halten Sie die Gefahr, die von den Rebellen ausgeht?”

          Solange die niemand mit mehr als Maschinengewehren und kleinen Luftabwehrraketen ausstattet, ist die Gefahr eher gering. Zudem gibt es in Syrien so viele verschiedene Akteure und Hintermänner, dass dort auf längere Zeit kein Frieden möglich scheint.

          “In welcher Weise übt oder könnte der Iran Einfluss auf die syrischen Rebellen ausüben?”

          Er kann versuchen, sie mit Waffen zu versorgen, die ihnen einen Vorteil gegenüber anderen Gruppen bieten. Und er könnte Kommandoaktionen unterstützen, die versuchen, die Arsenale mit chemischen Waffen unter die Kontrolle zu bringen.
          Problematisch ist außerdem, dass sich durch wechselnde Allianzen mit Assad auch Gruppen Zugang dazu verschaffen könnten, die sonst nicht in die Nähe kämen.

          “Ist es möglich, sich eine Vorstellung davon zu machen, wie dieser Krieg hinter den Kulissen geführt wird?”

          Ich glaube, dass nicht einmal jemand genau weiß, was da vor den Kulissen abläuft, geschweige denn dahinter.

          • Lieber Michael,

            zum jetzigen Zeitpunkt sind sich alle darin einig, dass die Konflikte verworren und unklar sind und bleiben. So viel Klarheit herrscht immerhin. Das ist wohl besser als nichts.

            [In welcher Weise übt oder könnte der Iran Einfluss auf die syrischen Rebellen ausüben?” (ich)

            Er kann versuchen, sie mit Waffen zu versorgen, die ihnen einen Vorteil gegenüber anderen Gruppen bieten. (Sie)]

            Sie sagen damit, dass der Iran auf der einen Seite das Regime unterstützt und auf der anderen eventuell ebenfalls die Rebellen?!

            “Ich glaube, dass nicht einmal jemand genau weiß, was da vor den Kulissen abläuft, geschweige denn dahinter.”

            … womit Sie ebenfalls das eingangs von mir Gesagte bestätigen.

            Ich habe die Berichterstattung zur Mü. Sicherheitskonferenz vor allem auf der TS Hauptseite verfolgt, und Herr Verenkotte scheint davon auszugehen, dass die verfahrene Situation in Syrien nur zu lösen sei, indem sich Moskau und Washington aufeinander zubewegen.

            Ich zweifle an, dass sich dadurch etwas entscheidend an der ausweglosen Situation in Syrien ändern würde. Ohne Ausweg aber wird Syrien immer weiter im Chaos versinken, mit welchem Ergebnis? Ich frage mich (nicht Sie, denn ich denke, es gibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Antwort), welchen Ausgang sich Washington auf der einen und Moskau auf der anderen Seite erhoffen.

            Und wie werden in den USA Israels Verhandlungen mit Moskau sowie seine Hoffnungen Für den (vorläufigen) Erhalt des Assad-Regimes aufgenommen? (Darauf gibt es wohl auch keine klar erkennbare Antwort; man kann es sich denken).

            Ich vermute, dass Washington ganz gut mit der Fortsetzung des syrischen Blutbades leben kann, da das Ende Assads mit sicherem Kalkül irgendwann eintreten wird. Dem wird dieselbe Entwicklung folgen, die wir bisher überall im Arabischen Frühling gesehen haben, und fundamentalistische, islamistische Kräfte aka “Opposition” werden die Führung übernehmen. – Im besten Fall wird Israel bis dahin die Waffenarsenale Syriens vollständig zerstört haben. Das aber werden sich weder die Rebellen noch Hisbollah, noch die Reste des syrischen Regimes einfach so gefallen lassen.

            Entweder es gibt Krieg (gute Wahrscheinlichkeit), oder alles kommt noch ganz anders.

            Bereits jetzt ist das für die Syrer entsetzlich und für nahestehende Beobachter ungeheuer nervenaufreibend.

          • PS: In einem sehr interessanten Artikel auf israelhayom von Dr. Reuven Berko werden die sehr undurchsichtigen Vorgänge vor oder hinter den Kulissen von verschiedenen Seiten beleuchtet. Die Schlussfolgerung ist, dass die Schwächung Assads die “schiitische Achse des Bösen” ebenfalls erheblich ins Wanken bringe.

            Da der Iran ausserdem zunehmend unter den Handelsbeschränkungen leidet, wird ein Angriff “des Westens” in der Form von Raketen auf Israel durch die Hisbollah wahrscheinlicher. – Und was dabei herauskommen könnte – lässt sich nicht vorhersehen.

          • Liebe Lily,

            “Sie sagen damit, dass der Iran auf der einen Seite das Regime unterstützt und auf der anderen eventuell ebenfalls die Rebellen?!”

            Ja. Wobei nicht “die Rebellen”, sondern eine oder mehrere Gruppen. Quasi als Notnagel, wenn Assad stürzt (was schon länger absehbar ist). In Afghanistan hatten die Mudschaheddin anfangs ja auch gemeinsame Ziele, und als die Russen abgezogen sind, fingen sie an sich untereinander zu bekriegen. Bis dann die Taliban kamen.

      • xD
        Wo haben Sie das denn her? Er schmeißt jetzt also diese “kleinen, kompakten” Seminen mit Magnetfeldzünder oder Akustikzünder aus einer fliegenden Herkules oder dem russischem Gegenstück davon ab, damit sie beim Aufprall detonieren?

        • Suchen Sie mal nach Daraya und “sea mine”. Wurde übrigens auch in der Tagesschau zitiert.
          Im Übrigen überschätzen Sie die Größe der Seeminen gewaltig.