Der Bustrip – Von Jerusalem nach Ramallah

Eigentlich nur eine kurze Fahrt. Von Ostjerusalem ins benachbarte Ramallah. Dann hats aber doch länger gedauert. Ein Selbstversuch während des Ramadans.

 

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  1. Für Besucher ist ein Problem, dass es in J’lem keine Busfahrpläne gibt.

    • wie auch?
      Die Buse fahren wenn sie voll sind. Man könnte höchstens hinschreiben welche Linie wohin fährt, aber da fragt man besser die Personen die rumstehen, falls sie einen nicht zuerst fragen, wo man hin möchte.

    • Hallo Nomis,

      “Wie auch?” – Na, mitttels eines Busfahrplans!;-) Es geht natuerlich auch ohne, wenn man von der oder einer zentralen Bushaltestelle abfährt, aber wenn man sich “irgendwo” befindet und nur sieht, dass da die Nr. 13, 5 und 7 halten, ohne Angabe, welches ihre Route ist, dann ist das wenig hilfreich.

      Naja, andere Länder, andere Sitten. Vielleicht ist’s absichtlich so, denn die Busse werden quer durchs Land auch von den IDF-Soldaten benutzt, und dahat man vielleicht nicht so gerne, wenn neben Soldaten, Siedlern, Religiösen und Säkularen auch ‘Systemfremde’ die etwas komplizierte Busgesellschaft durcheinander bringen.

      Eine andere Frage, die mir gerade durch den Kopf geht: Wie gross ist das Falschgeldproblem in Israel? Es sind offenbar sogar gefaelschte 10-Schekel-Münzen im Umlauf. Das entspricht 2 €. Der Aufwand lohnt wohl kaum…

    • @ Lily – Siedler und Soldaten haben Systemfremde vertrieben und wollen nun mit ihren Religösen und Säkulären alleine sein. Gut dass man von Freunden so gut mit militärischer Schlagkraft versorgt wird. Da gefällt man sich in Arroganz als ein erhabenes Lebensgefühl. Bei deinen Kommentaren frage ich mich immer was deine Religösität und deine Moral nährt, die dich verächtlich von Systemfremden sprechen lässt. Menschen mit solchen Meinungen werden nicht in der Lage sein Frieden zu wollen. Da ist ein Apartheidsstaat gerade gut genug. Welch eine grandiose Fehlentwicklung und du bist da ja leider nicht ganz alleine.

    • @ Michael K.

      Das mit den “Systemfremden” war provokativ gemeint… – Schön, dass Sie das verstanden haben! 😉

    • Wenn ichc michrecht errinere hängen für die Egged Busse, also vond er Israelischen Bus gesellschaft schon Fahrpläne aus und wer des hebräischen Mächtig ist, kann diese auch lesen. Ich hatte nei das Gefühl, das irgend jemand Probleme hatte mit meienr Anwesenheit, im großen und ganzen, weshalb ich nicht verstehen kann, wie du auf solche Gedanken kommst.
      für die Arabsichen Buslinien gab es zumindest zu meiner Zeit keine Fahrpläne. Was die Sache mit den Fahrplänen auch erschwerte, war das es nicht Bushaltestellen, wie man sie kennt gab, sondern man hat dem Busfahrer klar gemacht, das mein einsteigen will und er hat angehalten, wenn noch Platz war. Beim Aussteigen war es ähnlich. Also wo könnte man Fahrpläne aufhängen?
      Aber ich hatte gegen ende meiner zeit das gefühl, das sich da was entwickelt. Immer hin existierten dann schon vereinzelt Wartestellen.

      Die Überlegung mit dem Falschgeld, ist durch aus gut. Davon gibt es glaub einiges, blos viele Fälschungen sind so schlecht, das man die Münze nur in dem Hand nehmen muss und man merkt sofort, das sie gefälscht ist, auf grund des Gewcihts.

    • Ich habe dort weder auf der einen, noch auf der anderen Seite je Busfahrpläne vermisst. Im Gegenteil. Ich wünschte, wir hätten ein solches System hier. Ich habe in der Nachbarschaft der Central Bus Station nach Ramallah gearbeitet und bin fast täglich daran vorbei oder von dort aus irgendwohin gefahren. Jede Fahrt war anders…ich wünschte, ich wäre jetzt gerade da. Es würde Trubeln vor der Tür, hupen und rumpeln. Die Menschen würden rumlaufen und leben – soweit es geht. Ich mochte die Ecke rund um das Damaskustor und kann kaum erwarten wieder dort zu sein, im Land, in dem keine Buspläne existieren und ich trotzdem immer irgendwie angekommen bin. Es ist eine Kunst des Lebens Warten nicht als verlorene Zeit zu betrachten – sondern als Chance auf ein gutes Gespräch mit dem Mensch der neben dir steht – auf ein Gespräch oder einen Kaffee.

    • @Bettina am 30/07/2013 um 20:32:
      Ich ergänze mal: Als Stammkunde stellt man sein Auto mit Schlüssel am Parkplatz gegenüber der Busstation in der Einfahrt ab, winkt dem Wächter zu und geht zum Dienst. Abends steht das Auto günstig zum Einsteigen und Losfahren wieder dort oder in der Nähe!

      Danke für Ihren Beitrag!

      Schönen Tag noch!

      Hanns

    • @ Nomis

      Zum Falschgeld: Es ist doch eine witzige Ironie, dass man oder vielmehr ich auf Reisen stets bemüht bin, nicht zum Opfer von Taschendieben zu werden, und dann nehme ich völlig unkritisch Blüten entgegen und verstaue sie sicher in meinem Geldbeutel. Mit insgesamt 50 Schekel war der Preis für die Lektion glücklicherweise nicht zu hoch.

    • @Bettina und @Nomis

      Es ist jetzt nicht nötig, einen Sturm im Wasserglas zu veranstalten wegen der Busfahrpläne, die ich als Tourist vermisst habe. Im Nachhinein fiel mir ebenfalls ein, dass mich das Lesen/Verstehen der Pläne wahrscheinlich überfordert hätte. Es war dennoch interessant, wie mir jemand von diversen Bushaltestellen in der Nähe erzählte, ohne eine Ahnung davon zu haben, wo die entsprechenden Busse die Passagiere hinbringen, und bei der Tourist information wurde ich doch glatt ausgelacht, als ich nach Fahrplänen/dem Streckennetz fragte, hmm.

  2. Die stärkere Kontrolle der Palästinenser, besonders bei der Einreise nach Israel ist verständlich. Das Damaskustor ist eines von 7 Stadttoren. Vor 10 Tagen wurde dort ein Orthodoxer von einem “Unbekannten” mit mehreren Messerstichen überfallen. Vor wenigen Tagen wurden 12 Personen in einem Bus durch Steinwerfer teilweise krankenhausreif verletzt, darunter mehrheitlich Kinder.

    • @ Lily – ‘Die stärkere Kontrolle der Palästinenser, besonders bei der Einreise nach Israel ist verständlich’.

      Da die Gesinnung, die sich dahinter verbirgt verständlich ist, ist es auch verständlich, dass Menschen zu Messern und Steinen greifen. Die Palästinenser sind arme Schweine, denen fehlen eben lasergesteuerte Appache Hubschrauber, um sich gegen Bevormundung, Unterdrückung und Landenteignung zu wehren. Solches Kriegsgerät darf man nur als Besatzungsmacht besitzen. Grossartig! Und die Bundesregierung schickt noch avancierte U-Boote hinterher. Dann muss ja alles in bester Ordnung sein.

    • @ Übrigens war in dem Film die Ansicht der Mauer beieindruckend. Oder? Und die Wachtürme! Da fragt man sich was da für eine Denkweise dahintersteckt. Eine Betonmauer und ein Beobachtungsturm! Sieht aus als würden die in Serien hergestellt. Es gibt sie ja auch an vielen Stellen. Und die meisten Menschen haben sich daran gewöhnt und finden das fast ganz normal. Und keiner schämt sich!!!!

    • Ja, das ist alles ganz, ganz schlimm. Noch schlimmer ist, dass durch diese Abgrenzungen arabische Sprengglaeubige keinen ungehinderten Zugang mehr zu Juden haben, um sie feige in den Tod zu reissen.

    • 😀

      Israel hat den Mauerbau der ehemaligen DDR perfektioniert! Steckt da eventuell die gleiche Denkweise dahinter? Und lauert dahinter vielleicht der gleiche Denkfehler? Die DDR wollte sich auch nur gegen den Imperialismus (der Feind von Außen!) schützen!

      OK, Unterschiede gibt es, die Reifentöter in den Checkpoints funktionieren anders herum als die meisten in den Grenzübergangsstellen DDR-BRD! Und in der DDR haben die Meisten die offiziellen Parolen NICHT geglaubt!

      😀

      Schönen Tag noch!

      Hanns

    • “Israel hat den Mauerbau der ehemaligen DDR perfektioniert! Steckt da eventuell die gleiche Denkweise dahinter? ”

      Nein.

      Die Sperranlage, die nur zu einem sehr kleinen Teil aus einer Mauer besteht, dient dazu, damit Leute wie Sie wenn sie in Israel zu Besuch sind, bedenkenlos mit dem Bus fahren oder gechillt im Café sitzen können oder über sich über Sicherheitsmaßnahmen live vor Ort erregen können. Es soll niemand unkrontrolliert hinein kommen, der Schaden anrichten könnte, der Café-Besucher. Diskogänger oder Busfahrgäste in die Luft sprengen könnte…Sehen sie einen Unterschied zu DDR? Die Mauer in der DDR sollte DDR-Bürger an der Ausreise hindern notfalls mit Waffengewalt, die israelische Sperranlage, die Anfang der 2000er Jahre nachdem es heftige Anschläge gab mit viel israelischem Steuergeld und mit palästinensischem Zement errichtet worden ist, dient dem Schutz der Bürger und Besucher Israels ganz egal, ob es sich um Araber Juden, oder deutsche nichtjüdische Touris handelt. Also Sie merken, sie dient auch Ihrem Schutz.

      SCNR

      MFG

    • “Die Sperranlage, die nur zu einem sehr kleinen Teil aus einer Mauer besteht, dient dazu, damit Leute wie Sie wenn sie in Israel zu Besuch sind, bedenkenlos mit dem Bus fahren oder gechillt im Café sitzen können oder über sich über Sicherheitsmaßnahmen live vor Ort erregen können. [Jörg]”

      Wer so einen Quatsch schreibt, war noch nie richtig “da”, auch wenn er schon mal mit “nachdenklichen und reflektierten” IDF-Soldaten gesprochen hat. Man merkt an Ihren Beiträgen immer wieder, wie heute Feindbild-Gestaltung funktioniert.

      Und “Ja”, ich bin möglicherweise öfter dort als Sie je waren, sowohl im Kernland als auch in der Westbank und im Golan. UNSICHER bzw. BEDROHT habe ich mich NIRGENDS gefühlt, in den Siedlungen durchweg UNWOHL schon!

      Und ich bin auch alt genug, um die DDR-Zeit in vollen Zügen “genossen” zu haben! Deshalb kann ich auch mit Fug und Recht als UNTERSCHIED zu Israel herausstellen, “in der DDR haben die Meisten die offiziellen Parolen NICHT geglaubt!”.

      Schönen Tag noch!

      Hanns

    • Haben Sie auch inhaltlich etwas beizutragen? Der Vergleich trifft einfach nicht zu. Sie haben sich verrannt. Wer die DDR-Mauer, an der Schießbefehl herrschte, die freiheitsliebende am Davonlaufen hindern sollte, mit der Sperranlage der Israelis, die als Folge blutiger Terroranschläge errichtet wurde, der ist in der Tat nicht ganz ernst zu nehmen. Weil das Thema Terrorismus hier fast nie eine Rolle spielt, heißt es ja nicht, dass es ihn nicht gibt. Und wenn die von ihnen geschmähten und von mir geschätzten IDF-Soldaten Terrorzellen ausheben und Anschläge verhindern, bekommen Sie das ja auch nicht mit.
      Bedroht gefühlt habe ich mich auch noch nie, und zwar deshalb weil ich weiß, dass alles Menschenmögliche für meine und Ihre Sicherheit getan wird. Wie oft Sie schon da waren, weiß ich nicht, es interessiert mich auch nicht. Sie wissen ja auch nicht wie oft ich schon da war, und ob ich richtig (!) – was ist das bitteschön für eine Kategorie? – da war können Sie wohl kaum beurteilten.

    • Mir ist nicht bekannt, dass in den 50er Jahren hundertfach Terroristen aus der BRD in die DDR gereist wären, um sich dort in DDR-Kneipen, -Clubs oder im Konsum in die Luft zu sprengen, so, dass die DDR Grund gehabt hätte wie die Israelis Ihre Bürger und Besucher zu schützen.

    • @ Michael K.

      Ihrer Logik folgend: Warum hat die Shoah die Juden dann nicht zu Massenmördern gemacht?

      Die stärkere Kontrolle dient einzig und allein der eigenen Sicherheit (der Israelis) und nicht der Demütigung der Palästinenser. Natürlich müssen auch friedliebende Palästinenser stärkere Kontrollen über sich ergehen lassen.

    • “Die stärkere Kontrolle dient einzig und allein der eigenen Sicherheit (der Israelis) und nicht der Demütigung der Palästinenser. Natürlich müssen auch friedliebende Palästinenser stärkere Kontrollen über sich ergehen lassen.”

      Und was ist mit der Sicherheit der Palästinenser? Die müssen sich von Siedlern und Soldaten terrorisieren lassen. Die müssen es hinnehmen wenn ihre Olivenhaine abgeackelt werden, wenn ihre Häuser zerstört werden, wenn ihre Kinder gefolter und eingesperrt werden, wenn Moscheen und Kirchen angezündet werden, wenn weißer Phosphor und Bomben fliegen. Solange es keine Sicherheit für die Palästineser gibt, sondern nur unmenschliche UNterdrückung werden auch die Israelis nie in Sicherheit leben können.

  3. Man darf auch keinen Sex haben, jedenfalls tagsüber im Ramadan.

    • Gilt das nur auf der Straße, oder wie wird das kontrolliert? 😉

    • Wird das nur in Gaza und der West Bank oder auch in Israel kontrolliert? 😮

  4. Das wird Herrn Rosch jetzt wohl hoffentlich nicht sehr einschränken.

  5. Bin ich der Einzige, der bei Markus Rosch den Unterschied in der Diktion von “Ramallah” im Kommentar und gegenüber dem Busfahrer heraushört? 😀

    Ein schöner Bericht, der bei mir Erinnerungen weckte! Zwei kleine Details habe ich allerdings vermißt: Zum Einen, die Mauer, die von Jerusalem nach Qalandia “neben” der Straße steht, steht eigentlich auf dem Mittelstreifen einer ehemals vierspurigen Straße zwischen Atarot (Israel) und Al-Ram (Westbank) und teilt diese so in zwei zweispurige Straßen! Der Bus fährt “vor” der Mauer auf israelischer Seite entlag der (israelischen) Siedlung Atarot *), vom Bus aus gesehen “hinter” der Mauer fährt man fast genauso entlang der (arabischen) Ortschaft Al-Ram, nur daß man da lang Richtung Süden nicht (mehr) nach Jerusalem kommt…

    Und zum Anderen: 35 min für die Fahrt vom Damaskusgate nach RamAllah ist eine gute Zeit, wir haben schon deutlich mehr gebraucht! Leider hat Herr Rosch am Ende die Dauer seiner Rückfahrt nicht mehr erwähnt… 🙁 Zur Illustration für Alle, die die Gegebenheiten nicht kennen: Die Rückfahrt dauert normalerweise nochmal deutlich länger als eine deutlich längere Hinfahrt! 😛

    Ich habe schon meine Bekannten von RamAllah aus mit dem Auto über den (Siedler-)Checkpoint bei Hizma zur nächstliegenden Straßenbahnhaltestelle gefahren und die waren so insgesamt(!) schneller am Damaskusgate als der Bus. 🙂

    BTW: Für Palästinenser mit Jerusalem-Permit ist das KEINE Alternative!

    @ Markus Rosch: Ist es jetzt normal, daß bei der Rückfahrt nur noch die Mitfahrer mit “grüner ID” aussteigen müssen und die “Anderen” im Bus bleiben dürfen? Ich habe (allerding schon vor einiger Zeit) auch erlebt, daß ALLE durch den “Raubtiergang” mußten…

    Schönen Tag noch!

    Hanns

  6. Danke fur diese Reportage, Herr Rosch – interessant, diese Reise-Situation mal veranschaulicht zu bekommen.

    Schade, dass man von israelischer Seite diese Mauern bauen und Kontrollposten hat einrichten muessen, aber solange es dermassen viele Sprengglaeubige gibt, geht es leider nicht anders. Und die Eindaemmung des ganzen Terrors gegen Zivilisten durch diese Massnahmen gibt den Israelis ja auch recht.

  7. Übrigens finde ich es komplett unmöglich, als Voraussetzung für Friedensverhandlungen die Freilassung von Friedenstörern/Kriminellen zu erpressen. Die USA erwarten dieses Zugeständnis selbstverständlich, obwohl sie selbst gegen ‘Verbrecher’ mit unnachgiebiger Härte vorgehen undsich niemals zur Freilassung von Straftätern nötigen lassen würden. Nun steckt Israel jedoch in der Sackgasse, denn wenn sie nicht “ja” sagen, dann wird es heissen, Israel sei für das Scheitern der Verhandlungen verantwortlich.

    • Das liegt vermutlich daran, dass die NSA sie nicht in den israelischen Gefängnissen überwachen kann. Zu hohe Sicherheitsstandards ;).