Mission impossible? Rami Hamdallahs Kampf mit der eigenen Regierung

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Viele kennen die Situation: Da hat man stundenlang konzentriert gearbeitet, Akten auf dem Schreibtisch hin und her gewälzt, Konzepte geschrieben und telefoniert – alles zum Wohle der Firma oder der Behörde. Und dann ist es einfach mal Zeit für eine kurze Pause. Einmal kurz durchschnaufen, sich vielleicht sogar einen dieser neumodischen Power-Naps gönnen, die Arbeitsökonomen empfehlen, damit man anschließend umso effizienter weiterarbeiten kann. Also, klarer Fall: Den Stuhl etwas zurückgeschoben, die Rückenlehne gelöst, die Füße auf den Schreibtisch gehievt und die Augen geschlossen. Und ausgerechnet in diesem Moment steht der Chef in der Bürotür. Wie unangenehm!

Da bleibt nur die Flucht nach vorn, also der exakte Bericht darüber, was man in den vergangenen Stunden alles geleistet hat. Und bloß nicht stottern dabei, sonst schaut einem das schlechte Gewissen aus jedem Knopfloch. Wie unangenehm aber auch für den Chef. Was soll er tun? Aus dem Hemd springen, um der Ausbreitung verlotterter Sitten im Betrieb Einhalt zu gebieten? Oder nachsichtig so tun, als hätte er nichts gesehen, um keinen Konflikt vom Zaun zu brechen? Legionen von Chefs und einfachen Angestellten überall auf der Welt haben sich schon in diesem Dilemma befunden. Den Ausweg daraus – den weisen jetzt geradezu prototypisch die Mitarbeiteraus des palästinensischen Erziehungsministeriums in Ramallah. Wie der aussieht – dazu später.

Die Wirtschaft im Westjordanland ist trotz gewaltiger Anstrengungen ausländischer Geldgeber in einem erbarmungswürdigen Zustand. Hohe Arbeitslosigkeit, geringe Produktivität, keine boomende Branche weit und breit, nicht einmal der Tourismus in diesem Teil des Heiligen Landes floriert. Klar, unter israelischer Besatzung ist es nicht leicht, die Konjunkturlokomotive unter Dampf zu setzen. Das hat die Autonomiebehörde in dieser Woche noch einmal schwarz auf weiß bekommen. Und zwar von der Weltbank. 3,4 Milliarden Dollar verliert die Ökonomie in der Westbank jährlich, weil – wie es im Weltbank-Bericht heißt -das „Regime der Restriktionen“, das Israel in dem besetzten Gebiet ausübt, der Entwicklung privater Unternehmen im Wege steht. Auch die Folgen dieses Regimes waren dieser Tage ein Thema in Ramallah: Kleinlaut ließ Präsident Mahmoud Abbas wissen, dass er seinen Bediensteten inklusive Polzisten und Lehrer im November wohl die Gehälter schuldig bleiben muss. Und zwar, weil das Geld in der Staatskasse so knapp ist wie das Wasser in der judäischen Wüste.

Der Mann, der mit diesem Problem umgehen muss, heißt Rami Hamdallah. Bis zum vergangenen Juni war der Linguistik-Professor Präsident der Al-Najah-Universität in Nablus. Dann wurde er zum Ministerpräsidenten der Westbank ernannt. Nach nur 18 Tagen reichte er seinen Rücktritt ein, weil ihm die alten Fahrensleute der Fatah nicht genug „Beinfreiheit“ einräumen wollten – um ein Schlagwort aus dem letzten Bundestagswahlkampf aufzugreifen. Hamdallah ließ sich zum Bleiben überreden, ist nun geschäftsführend im Amt und hat sich bei den Palästinensern durchaus Ansehen erworben – ohne allerdings die gravierenden Wirtschafts- und Finanzprobleme lösen zu können. Aber er bemüht sich.

Und damit zurück zum Ausgangspunkt der Geschichte. Wie die Mitarbeiter des Erziehungsministeriums ihrem obersten Chef, dem Ministerpräsidenten, die Peinlichkeit ersparen, sie bei einer kleinen Büropause zu erwischen – das lernte Hamdallah dieser Tage. Um einfach mal nach dem Rechten zu sehen, schaute der Regierungschef unangemeldet im Ministerium vorbei. Und was er sah, war – weitgehende Leere. Kaum jemand da. Kein Minister. Kein Stellvertreter. Fast niemand. Um halb neun in der Früh. So also sieht der Ausweg aus dem eingangs beschriebenen Dilemma aus: Um sich nicht inflagranti beim Nichtstun im Kontor erwischen zu lassen, sind die Ministerialen einfach zu Hause geblieben.

Erst zögerlich, dann ausführlicher, berichteten palästinensische Zeitungen. Nüchtern beschrieben die Kollegen den Vorfall. Ohne Wertung, ohne Kommentar. Den lieferten dann allerdings die User der Online-Auftritte der Zeitungen. Ghada aus Ramallah brachte die Misere so auf den Punkt: „Keinen Cent“ verdienten die Mitarbeiter des Ministeriums für das, was sie tun. Beziehungsweise nicht tun.

Ob Ministerpräsident Hamdallah die Ministerialen wohl davon überzeugen kann, dass es besser ist, hin und wieder eine Pause zu machen, statt gar nicht zur Arbeit zu kommen? Wer weiß. Barak Ravid muss ja nicht Recht behalten. Ravid ist Kolumnist bei der israelischen Zeitung Haaretz. Als Hamdallah seinen Job antrat, schrieb Ravid über den neuen Regierungschef: „Ein guter Mann – auf einer Selbstmord-Mission.“

 

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  1. “Den Ausweg daraus – den weisen jetzt geradezu prototypisch die Mitarbeiteraus des palästinensischen Erziehungsministeriums in Ramallah.”

    Besatzung macht bekanntlich erfinderisch….

    “Ob Ministerpräsident Hamdallah die Ministerialen wohl davon überzeugen kann, dass es besser ist, hin und wieder eine Pause zu machen, statt gar nicht zur Arbeit zu kommen?”

    Na sicherlich wäre es aber “leichter” sie zu überzeugen, ohne “israelischer Besatzung”…

  2. Da muss man schon sehr zwischen den Zeilen lesen, um die ironisch gewürzte Kritik zu goutieren. Aber sie schmeckt ziemlich fein.

    Denn tatsächlich stellt Herr Kapern hier nichts weniger als ein Dogma infrage, das von Weltbank, IWF, UNO, EU und wem sonst alles beharrlich proklamiert wird: An der ganzen Misere des Westjordanlandes ist immer nur die Besatzung schuld. Ausschließlich. Sie erstickt jede Eigeninitiative, jedes Wachstum, jeden wirtschaftlichen Erfolg.

    Warum wird dieses Dogma tagaus tagein quer über den Erdball rauf und runtergebetet? Weil es eben so einfach ist, so einsichtig und so bequem zu glauben. Es erübrigt alle Nachfragen, Nachforschungen und Recherchen.

    Nur Hamdallah selbst glaubt offenbar nicht, was seine präsidiale Führungsriege permanent verlauten lässt, und wagt das Unerhörte: Er zweifelt. Er hält für möglich, dass es möglicherweise noch andere Ursachen für Wirtschaftsflaute, Stillstand, Rückschritt und Dauerkrise geben könnte.

    Möglicherweise erinnert er sich – oder hat es unter sieben Verschwiegenheitssiegeln gesteckt bekommen – dass es zu Zeiten, wo israelische Besatzung noch diesen Namen verdiente, und die bösen Zionisten tatsächlich die gesamte Westbank kontrollierten, komischerweise wirtschaftlich besser aussah, als heute, wo die PNA das Banner der Selbstverwaltung über große Teile der Gebiete flattern lässt.

    Und dann tut er das Unglaubliche, geradezu Undenkbare: Er guckt nach. Er glaubt nicht den Dogmen, sondern will seinen eigenen Augen, seinem eigenen Verstand vertrauen. Eine geradezu kopernikanische Wende, ein Galileo-Galilei-Moment. Nur steht an dessen Ende nicht: Sie bewegt sich doch – sondern: sie bewegt sich nicht. Die palästinensiche Selbstverwaltung.

    Da werden Millionen von israelischen, europäischen und internationalen Hilfsgeldern in die Palästinensische Verwaltung gepumpt, und sie tut: Nichts. Nicht etwa, dass sich die Herren und Damen Bürokraten den Hintern in den auslandsfinanzierten Bürosesseln plattsitzen und ihre Leistungsfähigkeit in immer neuen Leveln der CandyCrushSaga beweisen – nein, sie kommen gar nicht erst.

    Vielleicht hat der ein oder andere noch schnell einen Dienststempel mit nach Hause genommen, um als Ich-AG ein paar offizielle Schreiben am Küchentisch gegen Backschisch auszugeben, so dass der Anschein einer tätigen Verwaltung erweckt werden könnte. Doch sie ist ein Zombie.

    Und damit ist sie weit gefährlicher für das Projekt Palästinensischer Staat als alle Truppen der IDF, alle Geheimdienste Israels und alle islamistischen Terroristen zusammen.

    Wenn Machmud Abbas es partout nicht lassen kann, Verräter an der eigenen Sache standrechtlich erschießen zu lassen, dann sollte er mit solchen Saboteuren gleich anfangen.

    Aber besser wäre es wahrscheinlich, einfach den exekutiven Bankrott zu erklären, und die Israelis zu bitten, die Verwaltung der A- und B-Zonen wieder komplett zu übernehmen, bis sich palästinensische Strukturen gebildet haben, denen man eine Zivilverwaltung auch anvertrauen kann.

    Sonst ist Palästina gescheitert, ein failed state, bevor er überhaupt angefangen hat zu existieren.

    Heidelbaer

    Da werden Millionen von Dollar in teuerste Designerklamotten investiert, und der Kaiser ist nackt. Und sein ganzes Gefolge.

  3. es koennte stimmen, dass die palaestinenser ohne der besatzung mehr verdienen wuerden – das will ich nicht abstreiten… ABER wie viel profetieren die palaestinenser von dem israelischem markt und israelischen arbeitsgeber? und damit meine ich nicht nur die autos welche zu jaehrlich zu tausenden geklaut und in die pa gebiete gebracht werden.

    es waere doch interessant von dem weltbank irgendwelche zahlen zu bekommen.

    ” Nach nur 18 Tagen reichte er seinen Rücktritt ein, weil ihm die alten Fahrensleute der Fatah nicht genug „Beinfreiheit“ einräumen wollten”

    natuerlich, vor so viel korruption kann man nur kapitulieren. ganz zu schweigen von den beamten in gaza, welche seit dem machtergreifen der hamas vor 6 jahren nicht mehr arbeiten, aber immer noch geld (von der eu natuerlich, was sonst) bekommen.

    eu und andere geldgeber muessen verstehen, dass dort wo “kostenloses geld” gibt, wird es immer korruption geben. eu darf die beamten nicht bezahlen, sonst wird es immer mehr, die nicht arbeiten und nur fuer die loehne da sind. eu muss direkt bestimmte projekte unterstuetzen UND kontrollieren.

    • Zum Thema “palästinensische Beamte in Gaza sitzen zu Hause und werden von der EU bezahlt”, gibt es einen ARD-‘Tagesthemen’-Beitrag, der auf YouTube als ‘Beamtenparadies Gazastreifen’ eingestellt ist. 70,000 Beamte kassieren seit Jahren das dreifache (!) eines üblichen Monatslohns und lassen es sich auf Kosten des EU-Steuerzahlers gutgehen. Ein Wahnsinn!

      • Veritas, ich schätze nur wenige deiner Beiträge, aber der Hinweis auf den Youtube Link war wirklich informativ, Danke dafür.

        Oliver Mayer-Rüth ist ja auch hier im TLV-Team des BR großgezogen worden, und dann ins Hauptstadtstudio gewechselt – da hat Uli Deppendorf doch einen guten Riecher gehabt.

        Leider liegt dadurch für Herrn Rosch als seinem Nachfolger die Latte noch ein klein wenig höher.

        Könnten wir wissen, wie die Situation heute aussieht? Unverändert? Sind also unglaublichen 60.000 Beamten 36 weitere Monatsgehälter ausgezahlt worden für den reinen Standby-Betrieb?

        Bei im Schnitt 350 Euro Gehalt pro Monat sind das 756.000.000 Euro, mit den bereits gezahlten drei Jahren das Doppelte, also bummelig mal 1,5 Milliarden Euro.

        1.500.000.000,00 Euro für nix.

        Liebes ARD-Team: Bitte klären Sie uns auf!
        1. Besteht dieser unhaltbare Zustand fort?
        2. Wie ist die “Beamtendichte” von einem Beamten auf 21,25 Bürger zu erklären?
        3. Gibt es diese Beamtendichte auch in der Westbank?
        4. Wie viele Beamte pro Kopf gibt es im Vergleich dazu in Israel?

        Ich fasse es wirklich nicht. Ich möchte gar nicht anfangen über Dinge wie Staatsquote, über Korruption und Effizienz zu reden.

        Nur bekommt man Verständnis für die Kollegen in der Westbank: Wenn gleichbesoldete Beamte in Gaza das Gleiche Geld für Nichtstun bekommen, warum sollten sie arbeiten?

        (Meine Güte, selbst die Kostgänger mit Luftbrücke aus Gaza zu holen und in der WB zu beschäftigen wäre ja billiger gewesen. Und überhaupt: Wo bleibt das ganze Geld? Davon werden dann die KFC-Lieferungen aus dem Tunnel bezahlt, oder was?

        Fassungslos
        Heidelbaer

        • @ Heidelbaer: Man könnte Bücher schreiben. Erstmal, uns fehlen genauere Angaben über die Abwesenheit der Beamten im Erziehungsministerium um die es hier geht. Es gibt andere Erfahrungen und P.K’s Beitrag muss kein typisches Bild der öffentlichen Verwaltung im besetzten Palästina sein. Keine Frage, der öffentliche Sektor in Palästina ist viel zu groß, aber auch Ausdruck eines fehlenden privaten Sektors, der sich nicht frei entfalten und zum wirtschaftlichen Aufschwung beitragen kann. In der palästinensischen Wirtschaft dominiert der öffentliche Sektor und ein Grossteil der öffentlichen Ausgaben wird für Gehälter und verwandte Kosten angewandt. Für öffentliche Investitionen ist da wenig Platz. Die Möglichkeit den öffentlichen Sektor zu optimieren sind zweifelsohne sehr groß und erforderlich.

          Doch ein Staat der von militärischer Kontrolle beengt wird, dessen Bevölkerung täglichen Schikanen und einer dauernden Behinderung der Bewegungsfreiheit von Mensch und Waren ausgesetzt ist, dem wird es nicht gelingen sich wirtschaftlich zu entwickeln. Obwohl das einige Strategen und Politiker glauben, ohne Freiheit kann eine staatliche Gemeinschaft nicht wachsen und sich entwickeln. Nur eine Lösung des Israel-Palästina Konfliktes kann die Vorraussetzungen für eine gesunde Ordnung in Politik und Wirtschaft herbeiführen.

          Die Zahlen die du hier berechnest sind nicht richtig.Der gesamte Lohn- und Gehaltsanteil der öffentlichen Hand macht lt. IWF etwa 17% des BIP aus (also etwa € 1,3 Milliarden).Die Arbeitslosigkeit ist groß. Wollte man den öffentlichen Sektor optimieren, würde die Arbeitslosigkeit steigen. Statt Gehälter müsste man dann Arbeitslosengeld zahlen. Also ohne bessere Möglichkeiten der wirtschaftlichen Entwicklung auch kaum Möglichkeiten die öffentlichen Finanzen zu sanieren. Da insbesondere Europe nur wenig Einfluss auf den Konflikt ausüben kann oder will, es an sich auch weiß was Recht und Unrecht ist, ist es lieber bereit Hilfsgelder zu zahlen, als eine starke Position zu vertreten, die die Länge des Konfliktes verkürzen könnte. Besonders schlimm ist die Lage in Gaza, wo eine Wirtschaft völlig zu Grunde liegt und man dem Ghettodasein einer Bevölkerung untätig zusieht.

          Ich würde mich weniger über die finanziellen Ungereimtheiten des öffentlichen Sektors aufregen, als vielmehr über die größeren Summen der Hilfsgelder, die für die militärische Aufrüstung einer Besatzungsmacht ausgegeben werden. Letzteres ist die wesentliche Ursache der finanziellen Misere in Palästina und deren öffentlichen Ausgaben. Eine ziemlich zynische internationale Arbeitsteilung. Der eine (USA und teilweise Deutschland mit seinen U-Booten) zahlt für die Militärausgaben um eine Volk in Schach zu halten und eine Wirtschaft sich nicht entfalten zu lassen, während der andere (EU und aber auch die USA) die Rechnung für die daraus entstehende wirtschaftliche Fehlentwicklung zahlt.

          • Nein Michael, das Schönreden hilft nichts. Wenn ein leitender Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verlässt, sollte jemand wissen, warum, wieso und wohin.

            Nämlich sein Chef.

            Ich muss mich auch “oben” abmelden, wenn ich nicht an meinem Arbeitsplatz bin. Es ist müßig zu spekulieren, was der Minister (!) seine Staatssekretäre, Ministirialdirigenten, Abteilungsleiter, Beamten und Angestellten alles für wichtige Auswärtstermine hatten.

            Denn Hamdallah hätte es wissen müssen. Er ist aber – sonst macht das alles keinen Sinn – an einem ganz normalen Arbeitstag in die Behörde gekommen, an dem eben nichts besonderes anlag. Und die Leute waren nicht da. Weil sie einfach zuhause geblieben sind.

            So schlicht und schrecklich ist die Wahrheit.
            Heidelbaer

  4. Nur gut, dass die West Bank von den Israelis besetzt ist, sonst hätten diese selbsternannten Palästinenser längst keine Ausreden mehr für ihre legendäre Korruption, Unfähigkeit und Faulheit. Es ist eine Schande, dass diesen Menschen vom Westen alljährlich Milliarden an Hilfsgeldern in den Rachen geworfen werden und diese kollektive Hängematte einfach weiterfinanziert wird, obwohl inzwischen jeder weiss, was sich dort abspielt.

  5. Woher kommen die Motorräder, mit denen so gerne geschändete Leichen durch die Strassen gezogen werden ? Wie kann ein junger Mann sich so etwas leisten ? , während in Spanien und Portugal, Griechenland und Italien viele Menschen in diesem Alter bei Mutti wohnen und froh sein können ein Fahrrad zu besitzen ? Ja, ich weiss, solche Fragen DARF man gar nicht stellen, weil die ja unfair, demagogisch und manipulativ sind, gell ?
    Wir sollten syrische Flüchtlinge aufnehmen und nicht Terroristen päppeln.
    Schalom

  6. Von einer Hängemagge (siehe Kommentar @Veritas) zu sprechen wäre vielleicht übertrieben, wenn der Rest der Palästinenser im Westjordanland nicht dafür verantwortlich sein könnte, dass es in einem Ministerium nichts abzuarbeiten gäbe (wobei pikant ist, dass ein ehemaliger Universitätspräsident-ich gehe jetzt mal davon aus, dass diese Uni funktioniert-im Erziehungsministerium Erziehungsarbeit leisten muss…). Oder liegt beides-die weitgehende Absenz der Mitarbeiter sowie der Kontrollgang von Herrn Hamdallah-daran, dass Herr Hamdallah nur geschäftsführend im Amt ist?

  7. Die Kommentare sind wieder einmal grenzüberschreitend. Dass der Prime Minister für einen Überraschungsbesuch sich sein Erziehungsministerium aussucht und kaum Mitarbeiter vorfindet ist mir völlig egal. Gut wäre zu wissen, warum sie nicht auf ihrem Arbeitsplatz sind. Vielleicht hatte das Ministerium gerade eine Konferenz, vielleicht waren einige der Mitarbeiter Opfer der täglich oder nächtlich stattfindenden Überfälle der IDF auf palästinensische Dörfer und Wohngemeinschaften, vielleicht sind einige Mitarbeiter an irgendeinem Checkpoint hängen geblieben, vielleicht haben die Beamten seit einigen Monaten kein Gehalt erhalten, was sich ja nicht gerade positiv auf die Arbeitsmoral auswirkt. Es gibt viele mögliche Gründe, warum Leute nicht auf ihrem Stuhl sitzen.

    Doch was aus den Kommentaren hier herausklingt ist eine erniedrigende, verachtende und überhebliche Haltung einer mitleidlosen und gleichgültigen Leserschaft, die Unrecht und Besatzung verzweifelt versucht legal und annehmbar erscheinen zu lassen. Nicht nur Yeshayahu Leibowitz hat davor gewarnt, dass die Beibehaltung der Besetzung Palästinas für Israel einen moralischen Werteverlust mit sich führt. Wie Recht er hat! Und es ist moralischer Verfall, wenn man gar nicht mehr sieht, was Unrecht ist und Unterdrückung und damit der wirtschaftliche Stillstand und Rückgang einer Bevölkerung mit dummem Geschwätz heruntergespielt wird.

    Welch ein Unding sich über die Institutionen und die Wirtschaftsentwicklung zu mokieren, ohne aber die Ungeheuerlichkeit einer scheinbar nicht endenden Besatzung zu berücksichtigen. Da schreibt einer, dass Palästina von Israel wirtschaftlich profitiert. Dümmer geht es nicht. Menschen wollen frei sein und sich nicht einem anderen Volk unterordnen müssen. Ja, die Besatzung ist ein Verbrechen und ist an der Misere der Palästinenser schuld. Wie die Palästinenser sich im Übrigen einrichten ist deren Sache. Eine unrechtmäßige Besatzung muss mit Widerstand rechnen.

    Ein Eintrag der nicht viel Beachtung findet, aber der sehr bezeichnend ist. Vandalisierende Überfälle von israelischen Siedlern auf palästinensische Bauern und deren Olivenhaine gerade in den Erntemonaten sind üblich und zahlreich, was mit Zerstörung und Verbrennung von tausenden von Olivenbäumen einhergeht. Das ist die Lebensgrundlage vieler Menschen. Aber man sieht es nicht, schweigt nur und übt sich im Daherplappern von Korruption und Misswirtschaft als Ursacheerklärung. Solange der Westen sich mit der Besatzung und der weiteren illegalen Besiedlung auf palästinensichem Boden abfindet, muss er selbstverständlich zahlen. Das ist doch nur Bussgeld für Unbequemlichkeiten, die man nicht in Kauf nehmen will.

      • @ariel: ich weiss, es passt dir wohl nicht. Aber es ist die Taktik eines Kolonialstaates unpassende Fakten zu verneinen.

    • @ Michael K.

      “die Unrecht und Besatzung verzweifelt versucht legal und annehmbar erscheinen zu lassen. Nicht nur Yeshayahu Leibowitz hat davor gewarnt, dass die Beibehaltung der Besetzung Palästinas für Israel einen moralischen Werteverlust mit sich führt.”

      … undsoweiter.

      Warum bemerkt niemand, dass Palästinenser im Land des Besatzers frei leben können, während ein palästinensischer Staat SELBSTVERSTÄNDLICH komplett von Juden befreit sein müsste?

      Warum nimmt niemand Anstoss an diesem alternativlosen palästinensischen Staatsmodell, in dem Juden von vornherein nicht weniger Rechte, sondern überhaupt keinen Platz haben?

      Warum wird und darf in einem palästinensischen Staat jüdisches Leben nicht möglich sein?

      Kommen israelische Politiker auf die Idee, diesen Einwand in die Diskussion um den Frieden einzubringen? Wenn ja, gutso. Wenn nein, warum nicht?

      Warum kann es nicht möglich sein, die Bewohner aller Siedlungen weiterhin leben zu lassen, wo sie jetzt wohnen und das Gebiet unter palästinensische Hoheit zu stellen, genauso wie es palästinensische Dörfer in Israel gibt?

      • “Warum nimmt niemand Anstoss an diesem alternativlosen palästinensischen Staatsmodell, in dem Juden von vornherein nicht weniger Rechte, sondern überhaupt keinen Platz haben? ”

        Wie kommen sie darauf? Wer sagt, dass in einem Staat Palästina keine Juden leben dürfen? bevor die Zionisten nach Palästina gekommen sind, haben Christen, Juden und Muslime friedlich zusammengelebt. Nur leider hatten die Zionisten den rassistischen Plan aus Palästina einen Judenstaat zu machen, wofür sie die muslimische Mehrheit vertreiben mussten. Und erzählen sie nicht, dass Muslime in Israel geleichberechtigt wären. Sie sind maximal Staatsbürger 2.ter Klasse und der Rassismus ihnengegenüber ist enorm.

        • Achso und um ihnen nochmal den unterschied klar zu machen. Die Palästinenser in Israel haben da schon immer gelebt. Die zionistischen Siedler in der Westbank sind dort hingezogen, uman Großisrael zu arbeiten und so viel Land wie möglich zu stehlen. Diebe sind nirgends willkommen …

          • @ free

            UN- Resolution 242 von 1967 .
            Einfach mal lesen.
            Wenn ich das schon höre: GROSSISRAEL !!!!
            DIEBE !!!!!
            Mann, mann, mann.
            Ein Land von der Grösse Hessens wird hier aufgebläht zum imperialistischen Monster….ein Land, das 100.000en Menschen das Überleben gesichert hat ( unter anderem unzähligen Arabern).
            Ihr Weltbild ist von unfassbarer Schlichtheit:
            Böse Juden überfallen ein Land, das ihnen nicht gehört und sperren liebe Palästinenser in ein Gefängnis. Punkt.
            Arbeiten Sie mal ehrenamtlich, kümmern sich um Alte oder Kranke oder benachteiligte Kinder bei uns und suchen sich ein neues Hobby.
            Wie wär das ???

          • Free, unser Mitposter benno muss das noch lernen: Sie probieren hier rhetorisch einen ziemlich billigen Trick: Weil in der konkreten Sachfrage einfach kein Blumentopf zu gewinnen ist, weil die Tatsachen so offensichlich sind, versuchen Sie die Diskussion wieder in Richtung ideologischer Grundsätzlichkeiten zu verlagern, wo jeder seine Glaubenswahrheiten und Dogmen über den Konflikt zum 758ten Mal verkünden kann, und der Leser zu meinen scheint: Naja, da kann man ja dieser und jener Meinung sein.

            Kann man nicht. In der Frage der bürokratischen Zombies in der PNA gibt es keine zwei Meinungen. Das ganze Projekt Palästinenserstaat ist dadurch in Gefahr.

            Man kann darüber diskutieren, ob die personell und materiell üppig ausgestatteten Sicherheitskräfte nicht in der Lage sein müssten, den Terror und die Gewalt auch ohne Mauer und Stacheldraht in den Autonomiegebieten in den Griff zu bekommen.

            Man kann darüber diskutieren, ob mehr Bewegunsfreiheit für die Bürger, mehr Handlungsfreiheit für die Verwaltung, nicht auch Spannungen und Probleme abbauen hülfe, die viel Frust und Leiden verursachen, was sicher nicht zur Deeskalation beiträgt.

            Aber das Verhalten von gut bezahlten Beamten und Behördenmitarbeitern, vom Minister bis zum Aktensortierer, einfach die elementarsten Pflichten eines Arbeitnehmers, nämlich physisch zur Arbeit zu erscheinen, schlicht zu ignorieren – das ist indiskutabel.

            Das wissen Sie, und deshalb WOLLEN Sie das nicht diskutieren. Sie können da gar nicht hinsehen, und lenken den Blick und die Diskussion lieber wieder Richtung Landraub, Rassismus und andere Felder, wo Sie sich sicher fühlen.

            Aber das wird die Realität nicht daran hindern, Realität zu sein. Diese Missstände existieren, und sie zerstören das letzte Fünkchen Vertrauen, das man in die palästinensische Seite noch haben könnte.

            Mag sein, dass man aus rationalen Erwägungen den Palästinensern ihren Staat zugesteht. Aber schon jetzt scheint sicher, dass sie ihn zugrunde richten werden. Mit ihrer eigenen Verwaltung, die mit fremdem Geld personell, technisch und finanziell voll ausgestattet ist, ja für weit größere Einheiten völlig ausreichen würde – und schlichtweg nicht funktioniert, weil die Beteiligten nichts tun.

            Mein Mitleid und Mitgefühl gilt nicht der PNA, sondern den armen Palästinensern, die nicht nur mit einer militärischen Besatzung, sondern auch noch einer unfähigen und unwilligen Verwaltung bestraft sind.

            Und dieses Mitleid ist echt, denn die Lage ist hoffnungslos.
            Heidelbaer

          • “Ein Land von der Grösse Hessens wird hier aufgebläht zum imperialistischen Monster….ein Land, das 100.000en Menschen das Überleben gesichert hat ( unter anderem unzähligen Arabern).”

            Die Zionisten haben 1947/48 fast 1 Million Palästinenser vertrieben und tausende ermordet. Sie haben 50% der Bevlölkerung vertrieben. Aber das ignorieren sie wie es ihnen beliebt. Ich bin einfach nicht so blind wie sie. Ich blende die zionistischen Verbrechen nicht aus. Israel wurde durch zionistischen terrorrismus gegründet und hat hunderttausende Leben dabei zerstört. Leider glauben sie lieber den zionistischen Märchen als der Wahrheit …

          • “Mein Mitleid und Mitgefühl gilt nicht der PNA, sondern den armen Palästinensern, die nicht nur mit einer militärischen Besatzung, sondern auch noch einer unfähigen und unwilligen Verwaltung bestraft sind.”

            Hier sind wir uns einig. Ich bin auch kein Freund der PA und auch kein Freund der Hamas. Beide schaden den Palästiensern, aber der Schaden den diese Beiden Gruppen anrichten ist doch nicht annähernd in irgendeiner Weise vergleichbar mit dem Schaden, den Israel den Palästinensern zufügt. Außerdem ist es ein Unterschied, ob man Hilfsgelder veruntreut oder Menschen ermordet, vertreibt, foltert, ihren besitz zersört oder ihr Land stiehlt. Es gibt kaum eine palästinensische Familie von der nciht schon ein Familienmitglied in einem Israelischen Gefängniss war. Die überwältigende Mehrheit davon völlig unschuldig …

          • “der Schaden den diese Beiden Gruppen anrichten ist doch nicht annähernd in irgendeiner Weise vergleichbar mit dem Schaden, den Israel den Palästinensern zufügt. ”

            Inwiefern? Meinen Sie, weil das verschiedene Ebenen sind, einmal Schaden von innen und einmal Druck von außen, und man schlicht nicht sagen kann, was schlimmer ist – oder meinen Sie, weil der Druck von außen so viel schlimmer ist dass es jeden Vergleich pulverisiert, und der Schaden im innern dadurch nicht weiter ins Gewicht fällt?

            Im Ersteren Fall haben Sie natürlich recht, deshalb habe ich Sie ja auch ermahnt, nicht wieder mit Birnen zu werfen, wenn wir uns über Äpfel unterhalten.

            Weil sie das aber tun, nehme ich an, Sie meinen Zweiteres – und das ist ein gefährlicher Fehler! Die Ablenkung des Blicks von inneren Problemen auf einen äußeren Feind hat noch nie einen Staat gesund gemacht.

            Und mir geht es nicht um veruntreute Hilfsgelder in dem Sinne, dass ich meinem Geld hinterhertrauere, dass die EU in die PNA investiert hat.

            Es wäre jeden Cent wert, wenn damit dem palästinensischen Volk eine funktionierende zivile Verwaltung geschenkt würde. Es wäre auch gerecht und billig, einem Land, das wegen des in Teilen fortbestehenden Besatzungsrechtes nicht in vollem Maße selber Ressourcen generieren kann, für die Aufrechterhaltung seiner Kernfunktionen Hilfe von Außen zu geben.

            Sie sollten eine reale Chance bekommen zu zeigen, dass sie es ernst meinen. Dass sie sich selbst regieren wollen und das können. Und an fehlenden Ressourcen sollte es nicht scheitern, deshalb war man spendabel: sagt was ihr braucht und wir stellen es zu Verfügung.

            Sie haben Recht: der Schaden, den die Arbeitsverweigerung, die Korruption und das Missmanagment anrichten ist ein ganz anderer. Aber er ist vereheerend. Nicht nur für die Betroffenen, die einfach schlecht verwaltet werden, also Baugenehmigungen, Kindergartenplätze, Steuerbescheide usw. gar nicht bekommen, fehlerhaft oder nur gegen Bares.

            Verheerend ist es auch für das ganze Projekt, denn der Beweis schlägt fehl, und nun heißt es: sie können und wollen gar nicht. Es gibt da ein paar Führer, die wollen gern Präsident spielen, wollen nach Washington, Berlin und Moskau fliegen, wo man ihnen den roten Teppich ausrollt. Sie wollen goldene Uhren, dicke Autos und ein Dutzend Leibwächter haben, sie wollen gerne einen Präsidialen Amtssitz haben und ihr Konterfei auf allen öffentlichen Plätzen und Gebäuden sehen.

            Aber sie wollen nicht Verantwortung übernehmen. Sie wollen kein funktionierendes Gemeinswesen schaffen, sie wollen keinen Staat, jedenfalls keinen demokratischen Rechtsstaat – sondern irgendeine arabo-islamische Bananenrepublik die ihnen die Taschen füllt, und all ihren Günstlingen, Clanmitgliedern und Frauen.

            Jeder, der bei Trost ist, wird unter diesen Umständen das Projekt “Palästinenserstaat” mit nicht all zu viel Eile angehen.

            Und nein, an diesem Problem sind nicht die Israelis schuld, nicht die Amerikaner – und sie können es auch nicht lösen. Das muss das palästinensische Volk tun.

            Und dazu braucht es Freunde, die ihm nicht immer erklären, dass alle Probleme von den bösen Israelis kommen, und man die heldenhaften Freiheitskämpfer der PNA, Hamas oder weiß ich wen noch bloß nicht kritisieren darf, weil das, was die Israelis tun, ja viel viel viel schlimmer sei.

            Heidelbaer

          • “Und dazu braucht es Freunde, die ihm nicht immer erklären, dass alle Probleme von den bösen Israelis kommen, und man die heldenhaften Freiheitskämpfer der PNA, Hamas oder weiß ich wen noch bloß nicht kritisieren darf, weil das, was die Israelis tun, ja viel viel viel schlimmer sei.”

            Ich glaube wir liegen mehr auf einer Wellenlänge als sie annehmen. Sie haben Recht mit dem was sie sagen, aber es macht eben einen enormen Unterschied, ob es um die körperliche und psychische Unversehrtheit geht, die täglich durch israels Terrorarmee und radikale Siedler angegriffen wird, oder das finanzielle Wohlergehen geht, dass sowohl durch Israels rassitische Besatzung als auch die Korruption von Palästinensischen Politikern und Terrorgruppen beeinträchtigt wird.

        • @ Free

          Ich habe Ihnen unter “Freude und Trauer…” geantwortet.

        • “Wer sagt, dass in einem Staat Palästina keine Juden leben dürfen?”

          Na, z.B. der Pali-Haeuptling Abu Mazen, aka Mahmud Abbas! Zitat (ich hoffe du verstehst ein Minimum an Englisch: “We have frankly said, and always will say: If there is an independent Palestinian state with Jerusalem as its capital, we won’t agree to the presence of one Israeli in it.” – Pressekonferenz in Ramallah, Dezember 2010

          Zitat 2: “In a final solution, we would not see the presence of a single Israeli — civilian or soldier — on our lands.” – Pressekonferenz in Kairo, Juli 2013

          Diese Art von Statements gibt Abbas schon seit Jahren regelmaessig von sich – nur wollen sie realitaetsresistente Pali-Fetischer eben nicht wahr haben und blenden sie konsequent aus.

          • Wenn hier wer kein Englisch kann dann anscheinend sie oder warum setzen sie Israeli mit Jude gleich? Die Juden in Palästina würden dann Palästinenser werden und nicht mehr Israelis bleiben.

          • Nee, is klar, Free – wenn Abbas “Israeli” sagt, kann er unmoeglich “Juden” meinen. Sag mal, wie dumm willst du hier die Leute verkaufen?

          • “Nee, is klar, Free – wenn Abbas “Israeli” sagt, kann er unmoeglich “Juden” meinen. Sag mal, wie dumm willst du hier die Leute verkaufen?”

            Wenn er Juden gemeint hat, warum hat er dann nicht Juden, sondern Israelis gesagt?

          • Weil Abbas nicht ganz dumm ist und er genau weiss, dass gegen Israelis zu laestern legitim ist und auch im Westen bestens ankommt, gegen Juden zu laestern aber rassistisch ist und er sich und seiner Sache damit keinen grossen Gefallen tut.

            Letztendlich meint er aber natuerlich trotzdem Juden, denn den 20% der israelischen Buerger, die Araber und keine Juden sind, wuerde er ganz bestimmt nicht den Zugang bzw. die Niederlassung in einem Palaestienserstaat verwehren.

      • @Lili: die Frage hast du schon öfters gestellt, dabei ist die Antwort doch ganz einfach. In Europa herrscht Frieden und man ist übereingekommen, dass sich z.B. EU-Bürger frei bewegen und sich in jedem Land der EU niederlassen können.

        In Palästina nehmen sich Siedler das Recht Land sich anzueignen, dass ihnen nicht gehört und dann dem Eigentümer zu erklären er soll sich gefälligst nicht mehr auf seinem Grundstück zeigen. Da es sich um einen jüdischen Siedler handelt wirst du das als rechtmässig empfinden, die meisten Menschen haben jedoch ein anderes Rechtsempfinden, das nichts mit einer Eroberungsmanie anfangen kann. Mir viel Verspätung sehen sich im übrigen viele frühere Kolonialmächte auch genötigt, sich für ihr früheres Fehlverhalten zu entschuldigen.

        • @ Michael K.

          Ihre Antwort geht an meiner Frage/Kritik vorbei.

          Ich frage in den Raum hinein, WARUM das Lebensrecht der Palästinenser IM Staat Israel nicht in die Waagschale geworfen wird, wenn es darum geht, einen palästinensischen Staat ohne Juden zu gestalten, wenn das Staatsprojekt nur mit einem “Juden raus!” funktionieren soll. Meine Frage richtet sich besonders an die israelische Führung, die in diesem Sinne besser für ihre eigenen Rechte eintreten sollte.

          “In Palästina nehmen sich Siedler das Recht Land sich anzueignen, dass ihnen nicht gehört und dann dem Eigentümer zu erklären er soll sich gefälligst nicht mehr auf seinem Grundstück zeigen.”

          Israel befindet sich latent im Krieg. Solche Handlungen gehören in dieses Bild. Dass die Palästinenser darunter konkret zu leiden haben, ist traurig, bedauerlich usw., aber Krieg ist niemals der Himmel auf Erden.

          “Mir viel Verspätung sehen sich im übrigen viele frühere Kolonialmächte auch genötigt, sich für ihr früheres Fehlverhalten zu entschuldigen.”

          Welches ist Israels Stammland, von wo aus es seine kolonialen Feldzüge unternimmt?

          Eroberung und aggressive Landnahme eines Kolonialherren sieht anders aus. Israels Vorgehen mag kolonialistische ZUEGE haben, aber im Zentrum stehen dabei drei Dinge, die andere Argumente für die Landnahme liefern: 1. Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum (der AUCH für Palästinenser geschaffen wird!: Sie arbeiten UND wohnen dort.) 2. Strategische Grenzsicherung (die Siedlungen sind zugleich die Festungen, die Israels Grenze zum Osten hin sichern und 3. Die VISION von einem Land, das Gott Israel versprochen hat. Israel existiert und agiert in Abhängigkeit dieser ‘höheren, höchsten Gewalt’.

          Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

          • “im Zentrum stehen dabei drei Dinge, die andere Argumente für die Landnahme liefern: 1. Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum (der AUCH für Palästinenser geschaffen wird!: Sie arbeiten UND wohnen dort.) 2. Strategische Grenzsicherung (die Siedlungen sind zugleich die Festungen, die Israels Grenze zum Osten hin sichern und 3. Die VISION von einem Land, das Gott Israel versprochen hat. Israel existiert und agiert in Abhängigkeit dieser ‘höheren, höchsten Gewalt’.”

            Und diese Argumente sollen die Vertreibung von 50% der damaligen Bevölkerung Palästinas rechtfertigen? Es wurden fast 1 Million Menschen von den Zionisten vertrieben, tausende ermordet und ihr Land und ihr Besitz gestohlen. Ihre Rechtfertigung könnte fast genauso von den Nazis für die Schaffung von Lebensraum im Osten verwendet werden. Was die Zionisten in Palästina gemacht haben war und bleibt ein Verbrechen!

    • “was aus den Kommentaren hier herausklingt ist eine erniedrigende, verachtende und überhebliche Haltung einer mitleidlosen und gleichgültigen Leserschaft”

      Jetzt im Ernst: Wir sollen mit den Beamten, die für absichtliches und in flagranti bewiesenes Nichtstun unser Geld bekommen MITLEID haben?

      Das hat was.
      Heidelbaer

  8. @ free

    jewish virtual library
    “zwischen den kriegen ”
    um zwischen mythos und wahrheit zu unterscheiden, unbedingt nach der lektüre der resolution ebenfalls lesen.

  9. @ Free

    Sehr geehrte Befreiungskämpferin, sehr geehrter Befreiungskämpfer,

    Die drei Punkte, die ich nannte, beziehen sich auf die Gegenwart, obgleich diese Argumente bereits zur Staatsgründung in etwas anderer Form im Raum standen. Sie leben offenbar in der Vergangenheit.

    Sie sprechen zum wiederholten Mal von fast 1 Million Vertriebenen (50% der Bevölkerung), Tausenden Ermordeten und Landraub.

    1. Ob Unabhängigkeitskrieg oder Nakba, sowohl Fakten als auch Bewertung des Geschehenen sind heftig umstritten, da der diesem Krieg zugrunde liegende Konflikt nie gelöst wurde. Manche Fakten sind jedoch bekannt…

    2. Israelische und arabische Milizen lieferten sich bereits vor der Staatsgründung Israels, als Israel noch britisches Mandatsgebiet war, Grabenkämpfe.

    3. Mit der Staatsgründung 1948 gingen diese Kleinkämpfe über in einen Gross-KRIEG, der von Israels arabischen Nachbarn angezettelt wurde, die mit der Grenzziehung und dem jungen jüdischen Staat Israel nicht einverstanden waren.

    4. In Kriegen werden Kräfte gemessen. Verlust und Eroberung. Flucht, Tod (Mord) und Verfolgung charakterisieren Kriege.

    4a. Im Laufe dieses Krieges haben Araber ihre Wohnorte aus unterschiedlichen Gründen verlassen. Sie sind freiwillig geflohen in der Hoffnung zu einem späteren Zeitpunkt zurückkehren zu können, oder sie wurden gezielt vertrieben. Beides hat stattgefunden. Auf diese Weise haben bis zu 750.000 (nicht fast 1 Million!) Araber in mehreren Wellen ihren Wohnort verlassen. Sie waren nicht Eigentümer des Landes im modernen Sinn.

    Es herrschte Krieg. Die Israelis sind nicht zähnefletschend und säbelschwingend durchs Land gezogen, um die Araber zu vertreiben. Es hat weder Pogrome noch eine Inquisition durch Israelis gegen Araber gegeben.

    Im Rahmen des Krieges wurden durch israelische Soldaten Massaker in Galiläa verübt. Ziel war die Vertreibung der arabischen Befreiungsarmee.

    4b. Parallel zu diesen Ereignissen sind zwischen 1948 und den 70er Jahren 800.000 – 1 Million Juden aus arabisch-islamischen Ländern geflohen oder vertrieben worden. Seit dem Kippurkrieg gibt es in Afghanistan und Pakistan praktisch keine Juden mehr. Die Juden sind vor allem nach Israel und in die USA geflohen. Diese Menschen flohen teilweise vor Pogromen.

    5. Juden haben den Nahen Osten zu keinem Zeitpunkt von Arabern befreien wollen. Sie haben nur ihre eigene Existenz verteidigt. Umgekehrt haben sich Israels arabische Nachbarn Israel und die Juden seit seiner Staatsgründung von der Landkarte weggewünscht.

    6. Die Juden mussten fliehen und wurden vertrieben, und ich spreche hier nicht einmal von unserer deutschen Geschichte (!). Sie mussten aus muslimischen Ländern fliehen, aber niemals haben sie darauf gepocht, in ihre alte Heimat zurückzukehren. Sie haben die persönliche Tragödie jeweils auf sich genommen, sich nicht gegen die Geschichte gestellt und an einem anderen Ort eine neue Existenz aufgebaut.

    Warum sind es nur Araber, die heute rechtlos in Flüchtlingslagern leben?
    Wäre das gleiche geschehen, wenn es einen Krieg nicht zwischen Arabern und Juden, sondern zwischen beispielsweise arabischen Yemoniern (die gibt es nicht, ich weiss!) und anderen Arabern gegeben hätte? Absurde Vorstellung – nicht wegen der Yemonier, sondern weil solche Flüchtlingsstützpunkten strategisch völlig uninteressant wären.

    Es gäbe kein Flüchtlingsproblem, und man hätte sich nach der Flucht von Anfang an mit dem konstruktiven Gestalten der eigenen Gegenwart und Zukunft beschäftigt.

    Ja, Sie wissen das: DIE JUDEN sind ja das Problem. Ich sage es gerade selbst. Aber nicht die Juden sind das Problem, sondern das ARABISCHE-PROBLEM-mit-den-Juden.

    7. Von 1. – 5. beschreibe ich nur eine Dimension des Konflikts. Um den Konflikt fair einordnen zu können, ist es nötig, sich die Problematik unter mindestens zwei weiteren Gesichtspunkten anzusehen:

    – Auf der einen Seite die globalen wirtschaftlichen Interessen in der Region. Für die USA ist Israel beispielsweise das Tor, durch das es den Konflikt pragmatisch zur Realisierung eigener Interessen nutzen kann.

    – Auf der anderen Seite die spirituelle Bedeutung des jüdischen Volkes, seines Landes und seiner Religion.

    8. Im Grunde könnte man den von manchen so sehr ersehnten Frieden haben: Die Juden gehen alle nach Israel, so dass ein judenfreies islamisches ‘Grossreich’ bleibt (ist bereits fast vollständig realisiert), und im Gegenzug lassen die Araber Israel und die Juden in Israel in Ruhe.
    Aufgrund von s. 7. bleibt diese Friedensidee Utopie.

    • Anm.:
      2. Ich weiss nicht, ob “Grabenkämpfe” das richtige Wort ist.
      3. “Grosskrieg” ist wohl nicht der richtige Begriff. Gemeint ist ganz einfach Krieg und nicht kleine Scharmützel (wie schreibt man die?)
      6. muss heissen: “… solche Flüchtlingsstützpunkte”
      7. muss heissen; “von 1. – 6.”

      ——
      Themenvorschlag:
      Es wäre schön, einmal sachlich mehr über das Thema “Landraub” zu erfahren. Wie ist/sind Israel/die Juden im Einzelnen zu seinem/ihrem Landbesitz gekommen? (Welche Rolle spiel(t)en dabei die Rothschilds?) Dazu wurde hier in der Vergangenheit immer wieder einmal etwas gesagt, aber eine entzerrende, klärende, chronologische Übersicht, die sowohl das israelische Kernland als auch die West Bank umfasst, wäre toll.

      Denn “umstritten” und “strittig” impliziert immer, dass da etwas ist, das nicht gewusst werden kann, und so bleiben nur die Erzählungen der einen und der anderen sowie Resolutionen, die wertlos sind, da sich beide Seiten nur selektiv daran halten. Hinter diesem Dickicht liegen die nicht von “Interessen” verzerrten nüchternen Fakten…

      Ohne diese harten Fakten bleibt immer dieses dumpfe Gefühl, dass die Juden “nur” aus religiösen Gründen in dem Gebiet zwischen Mittelmeer und Jordan leben und dass die ‘Wiedereroberung’ der Region kriegerisch motiviert, kolonialistisch oder sonst “nicht rechtens” gewesen ist. Das ist nicht der Fall, aber darüber wird zu wenig gewusst.

  10. “3. Mit der Staatsgründung 1948 gingen diese Kleinkämpfe über in einen Gross-KRIEG, der von Israels arabischen Nachbarn angezettelt wurde, die mit der Grenzziehung und dem jungen jüdischen Staat Israel nicht einverstanden waren.”

    Den Krieg hat Israel durch seine Massaker in den Jahren 1947/1948 ausgelöst und die Araber haben darauf reagiert.

    “4a. Im Laufe dieses Krieges haben Araber ihre Wohnorte aus unterschiedlichen Gründen verlassen. Sie sind freiwillig geflohen in der Hoffnung zu einem späteren Zeitpunkt zurückkehren zu können, oder sie wurden gezielt vertrieben. Beides hat stattgefunden. Auf diese Weise haben bis zu 750.000 (nicht fast 1 Million!) Araber in mehreren Wellen ihren Wohnort verlassen. Sie waren nicht Eigentümer des Landes im modernen Sinn.”

    Es gibt Schätzungen in denen es deutlich mehr als 750.000 sind. Wirklich wichtig ist die genau Zahl nicht. Bleiben wir dabei, dass die Zionisten fast die Hälfte der einheimischen Bevölkerung vertrieben oder ermordet hat, um eine jüdische Mehrheit in einem mehrheitlich Muslimischen Land zu schaffen. Zionistische Terroristen, die mehrere Massaker an Palästinensern verübt haben, sind durch die Dörfer gefahren und haben mit Lautsprechern gedroht, dass jedem der nicht flieht das selbe passiert wie den Menschen in Deir Yassin. Wären sie geblieben?

    “4b. Parallel zu diesen Ereignissen sind zwischen 1948 und den 70er Jahren 800.000 – 1 Million Juden aus arabisch-islamischen Ländern geflohen oder vertrieben worden. Seit dem Kippurkrieg gibt es in Afghanistan und Pakistan praktisch keine Juden mehr. Die Juden sind vor allem nach Israel und in die USA geflohen. Diese Menschen flohen teilweise vor Pogromen.”

    Das war leider die Reaktion auf den zionistischen Terror. Wirklich furchtbar für die vertriebenen Juden, da sie überhaupt keine Schuld an den zionistischen Verbrechen hatten. Hätten die Zionisten jedoch nicht ihren rassitischen Plan entwickelt, durch Vertreibung und Mord an den Einheimischen, in Palästina eine jüdische Mehrheit zu schaffen, wären die Juden nie aus den arabischen Ländern vertrieben worden.

    “5. Juden haben den Nahen Osten zu keinem Zeitpunkt von Arabern befreien wollen. Sie haben nur ihre eigene Existenz verteidigt. Umgekehrt haben sich Israels arabische Nachbarn Israel und die Juden seit seiner Staatsgründung von der Landkarte weggewünscht.”

    Tut mir leid, aber das entspricht einfach nicht der Wahrheit. Es gab dutzende europäische Juden, die die Araber vertreiben wollten und kein Intresse daran hatten mit ihen zu leben. Herzl selber wollte mit der Gründung des Judenstaates ein Bollwerk gegen die Barbarei errichten. Wer die Araber als Barbaren bezeichnet und ein Bollwerk gegen sie errichten wollte hatte sicher nicht den Plan friedlich mit ihnen zusammen zu leben. Es gibt unzählige Zitate die die rassitischen Absichten von zionistischen Führern beweisen, sie müssten nur etwas danach suchen, um von der zionistischen Propaganda zur Wahrheit zu gelangen. Der Wunsch vieler Araber die Juden bzw. Zionisten los zu werden entstand erst durch die rassistischen Pläne der Zionisten!

    “Ja, Sie wissen das: DIE JUDEN sind ja das Problem. Ich sage es gerade selbst. Aber nicht die Juden sind das Problem, sondern das ARABISCHE-PROBLEM-mit-den-Juden. ”

    Nein, nicht die Juden sind das Problem. Der zionistische Rassismus ist das Problem. Die ersten jüdischen Einwanderungswellen wurden problemlos in Palästina aufgenommen, erst als die rassitischen Absichten der Zionisten ans Licht kamen, erhob sich der arabische Widerstand.

    “8. Im Grunde könnte man den von manchen so sehr ersehnten Frieden haben: Die Juden gehen alle nach Israel, so dass ein judenfreies islamisches ‘Grossreich’ bleibt (ist bereits fast vollständig realisiert), und im Gegenzug lassen die Araber Israel und die Juden in Israel in Ruhe.”

    Bevor die Zionisten nach Palästina gekommen sind, gab es keine großen Problem zwischen Christen, Juden und Muslimen in Palästina. Die Koexistenz funktionierte solange bis die Zionisten kamen, um die Muslime und Christen zu vertreiben. Warum verschwinden diese zionistischen Rassisten nicht einfach wieder und lassen die semitischen Juden wieder friedlich mit den Christen und Muslimen zusammenleben, wenn es dafür nicht leider schon zu spät ist 🙁

    Nicht die Muslime oder die Christen hatten rassistische Pläne. Es waren die europäischen Zionisten, die Palästina so jüdisch machen wollten wie England englisch ist …

    • @ free

      „Den Krieg hat Israel durch seine Massaker in den Jahren 1947/1948 ausgelöst und die Araber haben darauf reagiert.“

      Dazu gibt es unterschiedliche Darstellungen. Ich habe den Krieg nicht studiert, aber meine Quelle besagt, dass Kriegsgrund die Staatsgründung selbst gewesen sei.
      Wer weiss mehr?

      “…dass die Zionisten fast die Hälfte der einheimischen Bevölkerung vertrieben oder ermordet hat“

      Ihre Wortwahl ist irreführend und verleumderisch. „Vertrieben und ermordet“, so wie die Weissen die Rothäute einst vertrieben und ermordet haben, ja? Wir sprechen hier von einem Krieg, in dem immer Menschen vertrieben und getötet werden. Mord und Vertreibung war meines Wissens nicht Teil eines zionistischen Planes.

      „…um eine jüdische Mehrheit in einem mehrheitlich Muslimischen Land zu schaffen.“

      „Land“? Mehrheiten sind relevant in einer Demokratie, und eine Demokratie ist relevant in einem Staat. Es gab dort weder eine Demokratie noch einen wie auch immer gearteten Staat.

      „Zionistische Terroristen, die mehrere Massaker an Palästinensern verübt haben, sind durch die Dörfer gefahren und haben mit Lautsprechern gedroht, dass jedem der nicht flieht dasselbe passiert wie den Menschen in Deir Yassin. Wären sie geblieben?“

      Jetzt kommen Sie mir gleich noch und erzählen mir, dass die auch wirklich echte Waffen hatten und gefährliche Fahrzeuge, und die haben sogar geschossen, was man eben so macht, wenn man sich im Krieg befindet.

      [“4b. Parallel zu diesen Ereignissen sind zwischen 1948 und den 70er Jahren 800.000 – 1 Million Juden aus arabisch-islamischen Ländern geflohen oder vertrieben worden.“ (ich)
      „Das war leider die Reaktion auf den zionistischen Terror. Wirklich furchtbar für die vertriebenen Juden, da sie überhaupt keine Schuld an den zionistischen Verbrechen hatten.“] (free)

      Ach so!

      „Es gab dutzende europäische Juden, die die Araber vertreiben wollten und kein Intresse daran hatten mit ihen zu leben. Herzl selber wollte mit der Gründung des Judenstaates ein Bollwerk gegen die Barbarei errichten. Wer die Araber als Barbaren bezeichnet und ein Bollwerk gegen sie errichten wollte hatte sicher nicht den Plan friedlich mit ihnen zusammen zu leben. Es gibt unzählige Zitate die die rassitischen Absichten von zionistischen Führern…“

      Warum sprach Herzl von „Barbaren“ und „Barbarei“? —
      Kann es sein, dass die Zionisten und Herzl fürchteten, dass ein friedliches Miteinander nicht möglich sein könnte?

      „Der zionistische Rassismus ist das Problem. Die ersten jüdischen Einwanderungswellen wurden problemlos in Palästina aufgenommen, erst als die rassitischen Absichten der Zionisten ans Licht kamen, erhob sich der arabische Widerstand.“

      Ich glaube, ich weiss jetzt, was Sie unter den „rassistischen Absichten“ der Zionisten verstehen. Die Araber fühlten sich von Anfang an durch den jüdischen Staat provoziert. Dafür genügte seine blosse Präsenz. Mohammed hatte bereits unter der eigenen Geringschätzung durch die Juden gelitten. Und da hatten sie nun ihren Staat – ein direkter Affront gegen den wahren Islam.

      „Die Koexistenz funktionierte solange bis die Zionisten kamen, um die Muslime und Christen zu vertreiben.“

      Sie kamen nicht, UM Muslime und Christen zu vertreiben. Weil sie sich nicht für Vertreibung und Mord interessieren, leben sie – anders als ihre arabischen Nachbarn – auch zum Grossteil friedlich mit diesen zusammen in Israel. Denken Sie doch einmal darüber nach.

      „Warum verschwinden diese zionistischen Rassisten nicht einfach wieder und lassen die semitischen Juden wieder friedlich mit den Christen und Muslimen zusammenleben,…“

      Es sind auch nicht viele Christen in den arabischen Nachbarländern geblieben. Sind die etwa auch „zionistische Rassisten“ und müssen deswegen verjagt werden? Ihre zionistischen Rassisten sind auch nur semitische Juden, und sie bleiben, wo sie sind, weil Gott das so haben will.

      „Nicht die Muslime oder die Christen hatten rassistische Pläne. Es waren die europäischen Zionisten, …“

      Sie hatten keine rassistischen Pläne. Ihnen ging es darum, den Juden eine Heimat zu geben.

      • “Ihre Wortwahl ist irreführend und verleumderisch. „Vertrieben und ermordet“, so wie die Weissen die Rothäute einst vertrieben und ermordet haben, ja? Wir sprechen hier von einem Krieg, in dem immer Menschen vertrieben und getötet werden. Mord und Vertreibung war meines Wissens nicht Teil eines zionistischen Planes.”

        Die massaker durch zionistische Terrororganisationen wurden lange vor der Kriegserklärung der umliegenden Arabischen Staaten verübt. Vor Kriegsbeginn wurden schon unzählige von den Zionisten ermordet und vertrieben. Sie sollten sich vielleicht mal etwas mehr mit den Jahren 1947/48 beschäftigen.

        “„Land“? Mehrheiten sind relevant in einer Demokratie, und eine Demokratie ist relevant in einem Staat. Es gab dort weder eine Demokratie noch einen wie auch immer gearteten Staat.”

        Ah ok, also wenn ein Land keine Demokratie ist darf man die Bevölkerung ermorden und vertreiben wie man lustig ist? Dann sollte man vielleicht mal im Vatikan so richtig aufräumen, was meinen Sie? Oder hätten die Araber die Zionisten nur schnell genug ermorden müssen bevor sie ihren Staat gründen konnten? Fänden sie das OK? Ihr Argument ist einfach nur schwachsinnig. Menschen vertreibt und ermordet man nicht, egal ob in einer Demokratie, oder einem Staat oder eben nicht !

        “Warum sprach Herzl von „Barbaren“ und „Barbarei“? —
        Kann es sein, dass die Zionisten und Herzl fürchteten, dass ein friedliches Miteinander nicht möglich sein könnte?”

        Also stimmen sie Herzl zu, dass die Araber Barbaren sind? Das ein friedliches Miteinander nicht möglich ist wenn man kommt, um die einheimischen zu vertreiben und auf ihrem Land einen rassistischen Judenstaat zu gründen ist auch nichts verwunderliches. Aber ist ja mal wieder klar, dass diejenigen Schuld sein sollen die schon da waren, dass es kein friedliches Zusammenleben gibt und nicht die, die gekommen sind. Vor allem wenn das friedliche Zusammenleben funktioniert hat bis die Zionisten gekommen sind!

        “Sie kamen nicht, UM Muslime und Christen zu vertreiben. Weil sie sich nicht für Vertreibung und Mord interessieren, leben sie – anders als ihre arabischen Nachbarn – auch zum Grossteil friedlich mit diesen zusammen in Israel. Denken Sie doch einmal darüber nach.”

        Klar, dass immer mehr Araber aus Ost-Jerusalem vertrieben werden nennen sie natürlich friedliches Zusammenleben. Solange die Zionisten die Muslime und Christen unterdrücken ist das anscheinend Friede für sie, es dürfen nur keine Juden zu Schaden kommen, dann fängt anscheinend der Konflikt erst für sie an. Wie in den Jahren 1947/48. Da fängt der Krieg für die Israelfans auch erst 1948 mit der Kriegserklärung der Araber an, nicht schon mit den Massakern der Zionisten an Arabischen Zivilisten in den vorangehenden Monaten.

        “Sie hatten keine rassistischen Pläne. Ihnen ging es darum, den Juden eine Heimat zu geben.”

        Das ist eben der Mythos. Aber einen Judenstaat kann man nicht gründen, wenn auf dem Land, dass man sich dafür ausgesucht hat hunderttausende Muslime leben, die die Zionisten als minderwertige Barbaren ansahen und vertreiben mussten, um ihren Traum vom Judenstaat zu verwirklichen. Sie träumten vom Land ohne Volk für das Volk ohne Land.