Olivenernte bei Hebron – Bauern, Siedler und Soldaten

Bei der Recherche außerhalb von Hebron sind mir gleich vier Geschichten begegnet. Die erste ist die der Familie Tamimi. Etwa einhundert Mitglieder hat sie, erzählt mir Shaker Tamimi, 64. Er hat rund 200 Olivenbäume. Und das Öl, das er jetzt im Herbst aus seinen Oliven pressen lässt, reicht nicht ganz ein Jahr.    

Deshalb hat er gerade 100 Oliven-Setzlinge bestellt. Die kosten umgerechnet immerhin rund 7 Euro das Stück. Shaker kann es sich leisten, zu investieren, denn er ist Unternehmer. Er hat eine Betonfirma, Häuser, eine Textfertigung … und die Olivenbäume für den Eigenbedarf. Von den jungen Bäumen werden erst seine Kinder ernten, denn so ein junger Baum braucht mindestens zehn Jahre bis zu ersten Oliven-Ernte.

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Man braucht einen langen Atem als Olivenbauer, einen noch längeren im Westjordanland. Denn die Geschichte der Tamimis ist eine von täglichen Repressalien durch israelische Soldaten und durch die Jungs von ein paar Siedler-Familien. Das ist die zweite Geschichte. Die Siedler haben vor sechs Jahren angefangen, auf dem Land der Tamimis Wohncontainer zu stellen, oberhalb seines Olivenhains. Ein weiteres Haus wird gerade gebaut, die Siedler kommen dafür immer in der Nacht.

Der alte Shaker erzählt, dass immer wieder Olivenbäume umgeschnitten oder angezündet werden. Er vermutet auch, dass in die Bäume Gift gesprüht wurde, wodurch ein großer Teil der Oliven verschrumpelt ist und unter den Bäumen liegt. Die Tamimis erzählen, dass sie die Jugendlichen aus den Siedler-Familien nicht nur in ihrem Olivenhain sehen, sondern ihre Gesichter, ihre Namen kennen. Man redet hebräisch miteinander. “Die brüsten sich damit, was sie gerade wieder gemacht haben”, sagt Shukri, der Neffe. Und dazu gehört auch die Geschichte von der vergifteten Wasser-Zisterne. Ernsthaft krank waren danach nicht nur die Schafe, sondern auch die Tamimi-Kinder; acht von ihnen waren mit Vergiftung im Krankenhaus.

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Ich wollte das tun, was man tut, wenn man von solchen Vorwürfen hört: Die andere Seite fragen. Oben in der Container-Siedlung mit dem Namen Havat Gal, haben mich die Bewohner sehr ungläubig angeschaut. In diesen “Außenposten”, eine wilde Tochtersiedlung von Kiryat Arba, kommt normalerweise niemand, der dort nicht wohnt. Die Männer und Frauen, die ich auf der Straße angesprochen habe, sind nach kurzer Zeit in Panik verfallen. Sie haben einen Soldaten gerufen, der mich abgeführt hat. Er hat gedroht, er könne mich auch festnehmen, wenn ich nicht mitkomme.

Und das ist die dritte Geschichte. Die Soldaten bewachen Havat Gal, das keinen Zaun und kein Ortsschild hat. Trotzdem setzt mir der junge Rekrut sehr aufgeregt auseinander, dass ich dort nichts zu suchen habe. Über sein Funkgerät gibt er erste Informationen weiter: “Er hat einen Rucksack dabei. Und er ist kein Jude. Wahrscheinlich ein Linker. Keine Ahnung, wer ihn hergebracht hat. Soll ich ihn festhalten?”

Mein Reisepass mit Arbeitsvisum, meine Pressekarte, ausführliche Erklärung – hilft alles nichts: Ich muss da weg. “In Ordnung, er wird nicht zurückkommen”, meldet der junge Soldat aus Tel Aviv seinem Vorgesetzten. Kurz darauf treffe ich wieder Shukri (der übrigens Englisch-Lehrer ist). Der Neffe vom alten Tamimi fährt mich in einem klapprigen Auto zurück in die Stadt, wo ich mein Auto an einer der vielen Barriere-Schranken stehen lassen musste.

Ach ja, die vierte Geschichte ist die von Becca aus Großbritannien und Hans aus Dänemark. Die beiden sind Anfang 20 und mit einer palästinensischen Hilfsorganisation in Hebron. Sie hocken an dem sonnigen November-Vormittag mit den Tamimi-Kindern unter den Bäumen und sammeln auch ein paar Eimer trockene Oliven vom Boden. Aber eigentlich geht es nur darum, dazusein, als Augenzeugen von außen. Vielleicht einen Übergriff zu verhindern. “Aber wir wissen ja nicht”, sagt Becca, “wie es ohne unsere Anwesenheit wäre”.

 

 

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  1. Teil 1/2

    Die jungen Leute, die bei der Olivenernte schützend mithalfen, gehören sicher der Organisation „CPT Christian Peacemaker Teams“ an. Diese Organisation ist seit 2004 in der Gegend von Hebron aktiv. Sie unterhalten weltweit verschiedene Projekte, z.B. in Kolumbien oder für die Aborigines in Australien. Auf ihrer Website kann man einen Film (8 min) ansehen, in dem das Palästina-Projekt erläutert wird. Sie arbeiten zusammen mit Palästinensern – und israelischen Partnern, z.B. der MK Haneen Zoabi.

    Ideologisch gehören sie zur freikirchlichen protestantischen Bewegung Nordamerikas: Church of the Brethren, Mennonite Church Canada + USA, Baptist Peace Fellowship if North Amerika, Presbyterians… Die Organisation beschreibt sich selbst so: „Christian Peacemaker Teams (CPT) is an organization gathered in the reconciling love of God, identified with Jesus of Nazareth and led by the Spirit. Renouncing violence and dominative power, CPT seeks the Gospel liberation of all people through the power of forgiveness and nonviolence.”

    Der o.g. Film schliesst mit den Worten einer muslimisch-palästinensischen Aktivistin, die erklärt, ihre Kraft schöpfe sie aus ihrem Glauben, der Hoffnung und der Liebe. Sie glaubt an: „Love the enemy“ und den gewaltlosen Widerstand – gegen die „Besatzung“.

    Im Film werden Bauern, Schulkinder, einfache Hirten mit ihren Schafen gezeigt – und schwer bewaffnete israelische Soldaten.

  2. Teil 2/2

    Es geht um gewaltlosen Widerstand gegen die ‚böse‘, aggressive Besatzungsmacht Israel, verkörpert durch gewalttätige, aggressive Siedler und schwer bewaffnete Soldaten, die einer hilflosen, friedliebenden Landbevölkerung gegenüberstehen.

    CPT gibt sich politisch neutral. Liebe und Frieden sind universal; sie heizen den Konflikt nicht an, sondern helfen dem Schwachen. So will CPT gesehen und verstanden werden.

    CPT geht es nicht um die Politik auf der Makroebene. Ihrem Verständnis nach ist die Unterdrückung von Schwächeren, wie sie gegenüber den Palästinensern in der Gegend um Hebron zu beobachten ist, niemals gerechtfertigt.

    Ist CPT jedoch wirklich politisch neutral? Erkennen die Träger der Organisation, die die Unterstützung des palästinensischen Projekts fördern, den jüdischen Staat überhaupt an? Die jüdische Identität? Verstehen sie Israel? George W. Bush, Baptist, unterstützt beispielsweise „Jews for Jesus“, eine Anstrengung, die von den meisten religiösen Juden antisemitisch verstanden wird. Die muslimische Frau im Film der Website von CPT propagiert „Feindesliebe“.

    Der gewaltlose Widerstand gegen „die Besatzung“ ist weder ideologisch noch politisch neutral. Ein von aussen definiertes Verständnis von „Frieden“ und die Solidarität mit einer der beiden Seiten bedeutet aktive Einmischung in den Konflikt. Die Einmischung mag „gewaltfrei“ sein. Das bedeutet nicht, dass sie deeskalierend und Frieden fördernd wirkt.

    Die christliche Botschaft wird hingebracht, wo sie (aufgrund eigener pragmatischer Interessen) gehört wird. Die Gegend um Hebron eignet sich gut dafür, Gaza, der Iran, Ägypten oder Saudi Arabien weniger. –

    • @Lily: ich muss sagen, ich bin bestürzt. Hast du etwas anderes gesehen und gehört als ich? In meinem Video standen Soldaten vor Läden deren Eigentümer Juden waren und die Menschen daran hinderten in den Laden einzutreten, eben weil sie Juden waren Ich habe Läden gesehen, wo auf Schaufenstern stand ’Juden raus’ oder wo Schaufenster mit Steinen oder Holzknüppeln eingeschlagen wurden. Die Würde und die Rechte von Menschen, die ganz normale Bürger waren, die wohnten wo sie wohnten und einfach Teil des Ganzen waren, sollten von einer irrsinnigen Ideologie ins Aus getrieben und sogar vernichtet werden. So einfach kann die Geschichte erzählt werden, die ich gehört habe, obwohl es mir wirklich schwerfällt Vergleiche anzustellen. Wir Deutsche wollten diese Geschichte am liebsten schnell vergessen, aber verneint haben wir sie nicht und geschworen, dass so etwas nie wieder passieren sollte.Und dieses ’Nie wieder’ muss übertragbar auf alle Menschen sein.

      Und ich frage mich, warum du nicht gesehen hast was ich in diesem Video gesehen und gehört habe. Diese furchtbaren Übergriffe finden schon seit Jahren statt als Teil eines Systems der Vertreibung und Kolonialisierung Palästinas. Was die Siedler da tun mit Unterstützung der so ’humanen’ IDF und ohne dass die Regierung eingreift, das finde ich ungeheuerlich.Dass du dich stattdessen seitenlang über eine Organisation mit dem Namen CPT auslässt ist schon ziemlich absonderlich. Diese Organisation wurde mit keinem Worte erwähnt. Es gibt nämlich immer noch Menschen, die nicht unbedingt eine Botschaft verkündigen wollen, sondern sich schützend vor Menschen stellen, einfach weil sie Unrecht erleiden. Das hat nicht mit einer falsch verstandenen christlichen Botschaft zu tun, sondern sollte.eine natürliche menschliche Reaktion sein, die sich einstellt wenn Unrecht begangen wird, was auch in Menschenrechten und internationalem Recht verankert ist. Sogar Juden beteiligen sich an Protestaktionen gegen Übergriffe von Siedlern und der IDF:

      Man muss sich auch wundern, dass die internationale Staatengemeinschaft das einfach akzeptiert. Man stelle sich vor, ein Palästinenser vergiftet das Trinkwasser einer jüdischen Familie und der Wirbel der dann verständlicherweise entsteht. Was Siedler tun, gerät schnell in Vergessenheit, was Palästinenser tun wird dagegen aufs heftigste gebrandmarkt und dient dem Argument, dass Israels Sicherheit gefährdet ist. Ich hoffe, du kannst dir wenigstens vorstellen, wer hier wirklich Sicherheit benötigt. Wie äußerte sich ein früherer israelischer Vize-Premier (Dan Meridor) kürzlich? – Israelische Gesetzgebung versucht gegen Araber und Flüchtlinge zu diskriminieren was auf einen Apartheid Staat hinausläuft. Ansprüche auf Territorium verdrängen die Einhaltung von Menschenrechten, Demokratie und Gleichberechtigung.Nur weiter so?

    • ganz davon abgesehen, dass es unabhaengig davon, ob die geschichte stimmt oder frei erfunden ist, veruteile ich die einzellfaele der gewalt, welche von juden kommt…aber mit deinem nazivergleich machst du dich selbst zu einem.

      aber man muss schon ein schwaches herz fuer antisemiten haben um einen landkonflikt mit der vernichtungsidelogie der nazis zu vergleichen.

      zu deinem info… diesem monat gab es bereits mehr als 700 ueberfaelle der palaestinensischen “normalbuerger” auf juden. darunter schiesserein, steinwerfen auf fahrende autos usw. dir ist es schlicht egal.

      daher beeindruckt mich diese geschichte, welche nicht nachweisbar ist, kaum.

    • @ ariel: – Nazivergleich: So eine Aussage musste ja her. Typisch deine skeptische Haltung, die mit Einzelfällen der Gewalt heruntergespielt wird. Ich habe mich bewusst auf die Überfalle auf Läden/Geschäften in den 30’er Jahren beschränkt, also die Aktionen, die die Zerstörung der Lebensgrundlage von Menschen zur Folge haben sollten. Wenn du die Geschichte dieses Videos richtig mitgehört hast, dann ging es auch hier um die langsame Zerstörung der Lebensgrundlage der dort lebenden einheimischen Bevölkerung. Das ist kein Einzelfall, dass ist System, wenn Olivenbäume verbrannt oder gefällt werden, nur um oft sehr armen Menschen das Leben schwer zu machen und sie dazu zu bewegen ihr Land zu verlassen. Und die IDF und daher offizielle Politik spielt da eine unrühmliche Rolle. Kaum jemand wird jemals dieser Übergriffe wegen verurteilt (ca. 3%).

      Es ist vollkommen widersinnig Scheußlichkeiten und Boshaftigkeit bei Vergleichen auch noch graduieren und normieren zu wollen. Was anderen Menschen schadet und sie erniedrigt ist niemals annehmbar. Dass in diesem Konflikt immer mit zweierlei Maß gemessen wird, das finde ich empörend. Und es passt eben, dass eine sehr plausible Berichterstattung keinen Eindruck hinterlässt, wahrscheinlich weil die einheimische Bevölkerung bei dir nicht hoch im Kurs steht. Deswegen gibt es auch keinen Aufschrei in Israel über die zwangsweise Umsiedlung von 30.000 – 40.000 Beduinen. Ganz abgesehen davon, dass an jedem zweiten Tag immer neue Siedlungspläne verkündet werden. Sollte man nicht ein schwaches Herz haben für Menschen, die wehrlos immer wieder Übergriffen ausgesetzt sind und Recht von einer unrechtmäßigen Militärgerichtsbarkeit abhängig ist.

      Hast du irgendeine Idee, wie es mit dem Frieden weitergeht, wann sich die Palästinenser wie ganz normale Menschen in Freiheit bewegen können?

    • du bist einfach unbelehrbar

      “Deswegen gibt es auch keinen Aufschrei in Israel über die zwangsweise Umsiedlung von 30.000 – 40.000 Beduinen.”

      ich habe nicht vergessen, dass du bereits deine ahnunglosigkeit dieser geschichte jedem zur schau gestellt hast. indem du einst behauptet hast, sie wuerden landwirtschaftliche etwas anbauen. besonders die beduinengeschichte zeigt deutlich, dass israel in deinen augen immer unrecht hat. egal was, egal wann, egal in welchem kontext. ich sehe die geschichte auch als unrecht, weil die beduinen 7% der negevwueste als privatland bekommen, obwohl es ihnen nicht gehoert!

      wieso muessen normale israelis das land durch erwaerb kaufen, waehrend beduinen es umsonst bekommen? israel versucht mit allen moeglichen mittel seit jahrzehnten beduinen ansaessig zu machen, weil nomadenleben in einem modernen staat nicht funktionieren kann. beduinen benehmen sich wie einst im wildem westen und das ist keine uebertreibung. aber dich interessiert es nicht, weil dich das leben der juedischen israelis schlicht nicht interessiert.

      “Hast du irgendeine Idee, wie es mit dem Frieden weitergeht, wann sich die Palästinenser wie ganz normale Menschen in Freiheit bewegen können?”

      du meinst, das recht der palaestinenser auf frieden ist wichtiger, als das der juden auf leben? meinst du das?

    • Lieber MK,

      Zu Ihrem ersten Absatz… „obwohl es mir wirklich schwerfällt Vergleiche anzustellen…“

      Sie hätten sich die vielen Worte, die Sie mir einleitend „zum Vergleich“ unterschieben wollten, schenken können, denn die Vergleichbarkeit ist in der Tat nicht gegeben.

      Das, was Juden in Deutschland erlebten, betraf sie als in Deutsche innerhalb der deutschen Gesellschaft, als deutsch-jüdische (religiöse) Minderheit, die jedoch voll integrierter Teil dieser Gesellschaft war. Jüdische und nichtjüdische Deutsche sprachen eine gemeinsame Sprache, und die meisten Juden waren mit dem Rest der deutschen Gesellschaft in den Gedanken der Aufklärung im Einklang. Es gab keinen Territorialkonflikt.

      Das „Juden-raus-Deutschland“ hat gar nichts gemein mit der Konfliktzone „West Bank“.

      Treten Sie einfach einen Schritt zurück. Dann können Sie das leicht erkennen.

      „Diese furchtbaren Übergriffe finden schon seit Jahren statt als Teil eines Systems der Vertreibung und Kolonialisierung Palästinas. Was die Siedler da tun mit Unterstützung der so ’humanen’ IDF und ohne dass die Regierung eingreift, das finde ich ungeheuerlich.“

      Es gibt Aggressionen in beide Richtungen von und gegen Siedler, von und gegen Palästinenser. Wer wem mehr antut, kann ich nicht beurteilen.

      Es ist bekannt, dass die IDF gegen solche Übergriffe durch die Siedler vorgeht. Wie konsequent sie darin sind, weiss ich nicht. Die Gegend um Hebron ist offenbar besonders brisant in diesem Konflikt. Auf der Seite von CPT ist die Rede von einer „Firing Zone 918“, einem Gebiet, das die IDF für Trainingszwecke nutzen möchte, ein Gebiet, in dem Palästinenser leben. Es ist also ein akuter Konfliktherd.

      Sandkastenspiele im Schützengraben (s. Herr Wagner mit dem Rucksack) scheinen dennoch von der IDF toleriert zu werden; das ist vom „Besatzer“ recht bemerkenswert, finden Sie nicht?

      „Diese Organisation wurde mit keinem Worte erwähnt.“

      Es ist schade, dass diese Hintergrundinformation fehlte. Googeln Sie einfach “Havat Gal”. Die ersten drei Einträge führen Sie direkt zu dieser Friedens-NGO.

      „Es gibt nämlich immer noch Menschen, die nicht unbedingt eine Botschaft verkündigen wollen, sondern sich schützend vor Menschen stellen, einfach weil sie Unrecht erleiden.“

      Das zweifle ich nicht an. Diese helfenden Menschen begeben sich jedoch allesamt in die Obhut einer Organisation, die mit einer ganz eigenen Botschaft kommt. Es ist unerheblich, ob es sich dabei um eine „falsch verstandene“ oder einfach „nur“ um eine christliche Botschaft handelt – in diesem Konflikt zwischen Juden und hauptsächlich Muslimen. Die christliche Botschaft hat keinen höheren Neutralitätsanspruch als die des Islam oder des Judentums.

      „Sogar Juden beteiligen sich an Protestaktionen gegen Übergriffe von Siedlern und der IDF“

      So what? – Es ist ihr gutes Recht, Partei zu ergreifen, wie sie es für richtig halten, denn sie sind dort zu Hause.

      Bitte differenzieren Sie zwischen Übergriffen von Siedlern und Übergriffen der IDF. Übergriffe von Siedlern finden vereinzelt statt und werden allgemein verurteilt, in der Regel auch von der IDF. Solche Übergriffe gibt es von der Armee NICHT. Sie beziehen sich wahrscheinlich auf gezielte Hausdurchsuchungen u.ae. im Rahmen der Terrorbekämpfung. Soldaten der IDF haben nicht den Ruf, Wasser zu vergiften oder Olivenbäume auszureissen.

      „Was Siedler tun, gerät schnell in Vergessenheit, was Palästinenser tun wird dagegen aufs heftigste gebrandmarkt und dient dem Argument, dass Israels Sicherheit gefährdet ist.“

      Nichts wird vergessen, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass das erste, was im Krieg stirbt, die Wahrheit ist, und die Zustände in und um Hebron sind zumindest kriegsähnlich. Daher ist es recht schwer, sich ein objektives Bild von der Situation dort zu machen. Wenn ein Interview mit den Siedlern dieses kleinen Outposts Havat Gal möglich wäre, würde man die Lage vielleicht ein wenig besser einschätzen können.

    • Liebe Lily,

      **Sie hätten sich die vielen Worte, die Sie mir einleitend „zum Vergleich“ unterschieben wollten, schenken können, denn die Vergleichbarkeit ist in der Tat nicht gegeben.**

      Das habe ich versucht schon dem @ariel zu erklären. Die Lebensgrundlage von Menschen zu vernichten ist grob, unmenschlich und einfach unannehmbar. So hatte das damals in Deutschland angefangen. Und das ist das schäbige Ziel einiger Siedlergruppen. Das Böse gibt es überall und in vielen Schattierungen. Und die Übergriffe der Siedler auf arme, wehrlose palästinensische Bauern sind zahlreich, sie sind System, ausgeübt von einer aggressiven Gruppe von Menschen, die auch noch vom israelischen Militär meistens unterstützt werden. Es gibt Geschichten darüber, die sind unglaublich und doch machen sie kaum Eindruck. Sind wir wirklich so abgestumpft und absolut nicht imstande zu lernen und mit geläuterten Augen zu sehen? So, die Vergleichbarkeit ist auf jeden Fall gegeben; was unvertretbar ist, bleibt unvertretbar. In dem einen Fall geht es um Geschäfte, deren jüdische Eigentümer man die Lebensgrundlage entziehen wollte. Und das ist genau was palästinensische Bauern laufend erfahren, ohne dass das viel Eindruck in Israel macht. Obwohl einige meinen, sie haben Vorzugsrechte, so hat sich die internationale Staatengemeinschaft auf mehrere universelle Rechtsgrundlagen geeinigt. Dieser ganze Siedlerkomplex wird bekanntlich als nicht legitim und legal angesehen.

      **Das, was Juden in Deutschland erlebten, betraf sie als in Deutsche innerhalb der deutschen Gesellschaft, als deutsch-jüdische (religiöse) Minderheit, die jedoch voll integrierter Teil dieser Gesellschaft war.**

      D.h. im Klartext, was Palästinenser in Palästina (in ihrer Heimat) erlebten, betraf sie als Palästinenser innerhalb der palästinensischen Gesellschaft, als …………usw. – Keine Frage, Juden waren voll in Deutschland integriert, ja assimiliert. Sagte ich ja. Aber willst du wirklich der einheimischen palästinensischen Bevölkerung das Recht absprechen dort zu wohnen und ihren Lebensunterhalt zu verdienen, wo sie schon seit Jahrhunderten gelebt haben? Es kann schwierig sein, dass zu akzeptieren, aber ich glaube wir sollten die Kirche im Dorf lassen und nicht Tatsachen verdrehen wer hier zu Hause ist und wer als Gast dazugekommen ist.

      **Juden-raus-Deutschland hat nichts gemein mit der Konfliktzone Westbank. **

      Wenn man richtig hinschaut, dann ist die Vertreibung der Palästinenser ein andauernder Prozess. 1947/48 hat man etwa 750.000 Menschen aus aus ihrer Heimat vertrieben. Siedler und fortwährender Siedlungsbau tun das ihre. Rechtlich haben sie Anspruch auf Rückkehr, aber man hat kein Interesse in Israel.Wie kann man Frieden wollen, wenn man nicht einmal die Geschichte aufarbeiten will und keinen Gedanken aufwendet, wie man Vergangenheit bewältigen will. Wie gesagt, ich zitierte Dan Meridor (breit ausgelegt): Die Vereinahmung des Territoriums ist oberstes Gebot, nicht Menschenrechte, Demokratie und Gleichheit.

      Es ist ziemlich müßig sich mit ‘kann ich nicht beurteilen’, ’weiß ich nicht’ oder ’es ist also ein Konfliktherd’ abzufinden. Mit den richtigen Brillen und einem nicht korrupten Willen geht das schon ganz gut. Ich masse mir z.B. an, diese ’Firing Zone 918’ als eine nicht zu akzeptierende Aktion anzusehen. Das ist einfach eine willkürliche Schikane einer Besatzungsmacht. Die haben überhaupt kein Recht dort einen militärischen Übungsplatz zu errichten. Und die (IDF) tun das wahrscheinlich nur um die dort wohnenden Palästinenser zu verscheuchen und den dort illegal niedergelassenen Siedlern ihren erhofften Lebensraum schaffen. Das Konzept ist gleichbedeutend mit einer Palästinenser-raus Kampagne. Das kann man schwerlich abstreiten.

      **Es ist bekannt, dass die IDF gegen solche Übergriffe durch die Siedler vorgeht. Wie konsequent sie darin sind, weiß ich nicht.**

      Nein, es ist vielmehr bekannt, dass IDF nicht gegen solche Übergriffe durch Siedler vorgehen. In nur ganz wenigen Fällen kommt es zu einer Verurteilung. Oft werden die angegriffenen Palästinenser in Gewahrsam genommen (die können sich ja nicht wehren) Erinnert mich an eine Jauch Sendung.Da war eine in England wohnende und aus D stammende Jüdin, die auf Rundreisen über den Holocaust aufklärte und die meinte, dass Israel bezichtigt wird Nazimethoden anzuwenden. Der Abschlusskommentar war, dass doch wohl niemand richtig wüsste, was da in den Palästinensergebieten vor sich geht. Interessant! Kommt irgendwie bekannt vor; ’man wusste ja nichts’.Jauch ging darauf nicht ein. Der wusste vielleicht nicht, dass man genau weiß, was in den Palästinensergebieten (West Bank und Gaza) vor sich geht.Alle Botschaften und UN-Organisationen wissen über Alles bestens Bescheid.

      **Sandkastenspiele im Schützengraben werden von der IDF ’toleriert’. **

      Es ist doch vollkommen richtig, dass man auch die Gegenseite hinterfragt( wie Wagner ausreichend dokumentiert). Klarer kann die Antwort nicht ausgehen. Die IDF interveniert, weil ein friedlicher Journalist daher kommt und versucht sich zu erkundigen. Ist Israel nicht das Vorzeigebild der Demokratie im Mittleren Osten? Es zeigt den ganzen moralischen Abgrund einer Besatzungsmacht. Wie kannst du so etwas verteidigen?

      **Es ist schade, dass diese Hintergrundinformation fehlte. Googeln Sie einfach “Havat Gal”. Die ersten drei Einträge führen Sie direkt zu dieser Friedens-NGO.**

      Sie beziehen sich hier auf die CPT-Organisation und meinen, dass diese Organisation alle möglichen Aktionen inszeniert. Nein, es gibt viele Organisationen und Menschen, die sich hier engagieren, international und auch auf jüdischer Seite.Ich habe es nicht gelesen, aber ich bin mir sicher, dass der Google-Eintrag sehr plausible ist.

      **…..helfenden Menschen begeben sich jedoch allesamt in die Obhut einer Organisation, die mit einer ganz eigenen Botschaft kommt.**

      Sagt was? Ist die Botschaft gut oder schlecht? Die amerikanische Armee u.a. (eine Organisation), befreite bekanntermaßen Deutschland. Gut oder schlecht? Entscheidend ist nicht die eigene Botschaft, sondern dass diese eigene Botschaft den Prozess der Befreiung beinhaltete. Also ein Leersatz mit dem du argumentierst.

      **Übergriffe von Siedlern finden vereinzelt statt und werden allgemein verurteilt, in der Regel auch von der IDF. Solche Übergriffe gibt es von der Armee NICHT. Sie beziehen sich wahrscheinlich auf gezielte Hausdurchsuchungen u.ae. im Rahmen der Terrorbekämpfung.**

      Ûbergriffe der Siedler finden regelmäßig statt. Ûbergriffe auf palästinensische Dörfer, Familien finden regelmäßig statt. Was heißt hier im Rahmen der Terrorbekämpfung?. Hier geht es im Grossen und Ganzen darum Widerstand gegen eine Besatzungsmacht zu unterdrücken. Statt der einheimischen Bevölkerung ihre Rechte und die Freiheit zu geben, terrorisiert eine IDF diese Bevölkerung. So kann man und muss man es auch sagen und sehen.

      **Schließlich: Nichts wird vergessen, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass das erste, was im Krieg stirbt, die Wahrheit ist,…. Daher ist es recht schwer, sich ein objektives Bild von der Situation dort zu machen.**

      Ich engagiere mich hier nicht aus Spaß an unheiligen Einflüssen, sondern weil ich eine Zeitlang in der Region gelebt habe und gerne eine Position beziehe. Es ist nicht schwer sich ein Bild von der Situation zu machen. Ich habe die Arroganz der Macht kennen gelernt und diese diskriminiert in unmenschlicher Form gegen die einheimische Bevölkerung der Palästinenser. Als Sigmar Gabriel vor nicht so langer Zeit aus Hebron zurückkam, da war seine erste Reaktion, ’das ist ein Apartheid Staat’. Er ruderte aber zurück, wie alle, die sagen was sie sehen, um später der politischen Korrektheit zu entsprechen.

    • Lieber Michael K.,

      Axel Stolpe hat hier einen wichtigen Einwurf gemacht: Auf dem ‘besetzten’ Gebiet herrscht heute Militärrecht. (Auch das war im Vorkriegsdeutschland nicht der Fall.)

      Ich hatte gesagt, dass *ich* nicht klar beurteilen kann…, und Sie korrigieren mich, da sehr wohl ganz genau bekannt sei, wer wo was mache. “Es” ist vielleicht bekannt, aber *mir* nicht, und wenn Sie und ich hier diskutieren, können Sie sich und ich mich nur auf die Fakten stützen, auf die wir persönlich Zugriff haben.

      Sie können in diesem West Bank-Ding einen lokal begrenzten Territorialkonflikt sehen, die Palästinenser als die Schwächeren ausmachen und sich auf deren Seite schlagen. Ich sympathisiere mehr mit der ‘Besatzer’seite, aber das hilft dem Konflikt wenig, und ich habe kein Interesse, mit Ihnen hier einen Stellvertreterstreit auszufechten. Steht es uns zu, den Streit für uns zu beanspruchen?

      Das ist das, was die “internationale Gemeinschaft” macht. Daran wird klar, dass über diesen räumlich sehr begrenzten Territorialstreit weiter reichende Konflikte ausgetragen werden: Auf der einen Seite haben Sie arabische Unterstützer, die das palästinensische Anliegen, judenfrei leben zu wollen, fördern und auf der anderen Seite Israel und ‘den Westen’. Der Westen ist jedoch wankelmütig und wechselt gelegentlich die Seite, so dass sich das starke Israel im Zweifelsfall zwar gut bewaffnet, dennoch menschlich auf sich selbst gestellt alleine behaupten muss.

      Wissen Sie, es ist nicht schön, das Wasser für die Tiere des Nachbarn zu vergiften. Die wilden Siedler und die Palästinenser führen einen Kleinkrieg gegeneinander. Was geht Sie oder mich das an? WENN Sie die Motivation der beiden Seiten genauer untersuchen, werden Sie feststellen, dass es zahlreiche arabische Staaten gibt, in denen die Palästinenser zu Hause sein könnten, aber es gibt nur einen jüdischen Staat. (Ja, das ist ein etwas abgedroschenes Argument, daher jedoch nicht minder gültig.)

      Die Juden wollen ihre Existenz (überhaupt und insgesamt) behaupten, und für die Palästinenser kommt der Wunsch nach einem eigenen Staat und das Verschwinden der Juden als Doppelpack, denn im palästinensischen Staat haben die Juden kein Existenzrecht (s. Gaza).

      Welche Seite ist aufs Ganze bezogen stärker bedroht?

    • Liebe Lily, (Antwort auf 27/11)

      Der Einwurf ’auf dem ‘besetzten’ Gebiet herrscht heute Militärrecht’ sei wichtig, kann ich nicht nachvollziehen. Klar, die Kolonie versucht sich vor der einheimischen Bevölkerung zu schützen, kontrolliert sie, unterdrückt sie mit Checkpoints und Verordnungen, die sie in Schach halten sollen. Das ist was eine Besatzungsmacht sich leistet aber im 21.Jahrhundert bestimmt kein Recht dazu hat. Es ist reine Macht, die hier ausgeübt wird. Das ist keine Ordnung des friedlichen Zusammenlebens.

      Du meinst, man kann sich nur auf die Fakten stützen, auf die wir persönlich Zugriff haben. Da bin ich mit dir einig. Aber warum verneinst du die Fakten? Das Video war eine Ansammlung von Fakten, aus denen man ohne weiteres Schlüsse ziehen konnte, ja musste. Ich verstehe nicht, warum das so wenig Eindruck gemacht hat.

      Sollte man wirklich feststellen können, dass es zahlreiche arabische Staaten gibt, in denen die Palästinenser zu Hause sein könnten, aber es gibt nur einen jüdischen Staat? Ein Argument, das man öfters hört. Dazu ist zu sagen, es gibt viele Staaten, in denen Juden zu Hause sein könnten, aber es gibt nur einen palästinensischen Staat (das Gebiet in dem Palästinenser wohnen oder wohnten) Warum sollten die Palästinenser, die in ihrer Heimat aufgewachsen sind, die ihre Heimat und ihren Boden lieben, warum sollten die vertrieben werden. Deine Argumentation führt in einen Abgrund, er ist unmenschlich, unrechtmäßig und im Grunde rassistisch.

      Für die Palästinenser kommt der Wunsch nach einem eigenen Staat und das Verschwinden der Juden als Doppelpack, denn im palästinensischen Staat haben die Juden kein Existenzrecht (s. Gaza). Das ist die Erfindung der Kolonialisten und damit gaukeln sie sich vor, berechtigt zu sein den einheimischen Palästinensern das Existenzrecht abzustreiten. Bei Friedensgesprächen geht es ja gerade darum, das Existenzrecht der Juden und der Palästinenser zu regeln. Leider ist Netanyahu daran nicht interessiert!!!! ………….würde ich sagen.

    • Das stimmt so pauschal gesagt erstmal nicht. Ich weiß viele halten sich für Naostexperten. Die Menschen merken nicht, wie sehr sie sich nur von der Propaganda der einen oder der anderen Seite beinflussen lassen. Man muß unterscheiden. In israelischen Kernland werden die Araber so behandelt wie die Juden auch. Sie unterstehen der Gerichtsbarkeit des Staates Israel. Israel hat ein an das englische Recht angelehnte Rechtssystem. Ein anderes Problem ist die besetzten Gebiete. Doofes Wort, fällt mir nur nix besseres ein. In diesen Gebiet gilt nicht israelisches Recht sondern Miltärrecht, Besatzungsrecht. Eine gerechte Forderung wäre es, in den besetzten Gebieten Zivilrecht einzuführen für die Zeit bis ein Nachfolgerrechtssystem des jeweiligen Landes dort in Kraft tritt.

    • @Michael K.,
      Ihre Darstellung ist sehr eindrucksvoll und ich teile sie.
      Vor 75 Jahren war Kolonialismus noch positive besetzt. Heutige akzeptiert die Mehrheit der westlichen Welt den Siedler-Kolonialismus nicht mehr, kann sich aber gegen die Vetos der USA nicht durchsetzen.
      Die Zionisten, wie z.B. Jabotinski und Ben Gurion habe die Verdrängung der nichtjüdischen Bevölkerung als Notwendigkeit bezeichent und die nachfolgenden israelischen Regierungen praktizieren sie weiterhin. Yitzhak Rabin erwähnte während seiner Zeit als Botschafter in den USA, dass man in Israel Bedingungen schaffen kann, “die eine natürliche Migration der Bevölkerung zum östlichen Ufer (des Jordan) verursachen werden”.
      Der Beitrag von Herrn Wagner zeigt wie das abläuft und was die wahre Aufgabe der Siedler im besetzten Palästina ist.

    • @ Liebe Lily

      Es ist richtig, dass Sie hier die Sachlage differenzieren und Näheres zu der Organisation beitragen, die wahrscheinlich da vor Ort ist, aber, sollte es wahr sein dass Wasser vergiftet worden ist und Bäume vernichtet wurden, ist das nicht in Ordnung.
      DAS TUT MAN NICHT, hätte mein Oppa aus Essen ( Bergmann und Nazihasser) gesagt.
      “Trotzdem” Danke für die Hintergrundinfos.
      Jetzt müssen schon Unternehmer mit unzähligen Kindern beschützt werden. Eine echte Herausforderung für so manchen Linken, gell ?! das klassische OPFER sieht eigentlich anders aus. Na ja.
      Gibt es eigentlich gute Literatur über die israelische Siedlungspolitik der letzten Jahre ?
      Bin für jeden Tipp dankbar.
      @ ariel und andere
      Und das “der Westen” vorm Iran eingeknickt ist, finde ich auch zum kotzen. Vielleicht könnte Herr Grass mal ein neues Gedicht dazu verfassen, über die tollen Mullahs und ihren Friedenswillen und dass es dem Juden mal so richtig gezeigt wurde.
      Man hört nix mehr von dem alten Knaben.

    • @benno: Lily differenziert nicht, sondern versucht uns auf ein Seitengleis zu führen. Es gibt viele Organisationen und Einzelpersonen, die sich in diesem Konflikt engagieren. Es ist irreführend, anzunehmen, dass die von Lily genannte CPT Organisation eine exklusive Rolle in Hebron spielt (von der im Video überhaupt nicht die Rede war). Eine israelische Organisation, die aus in Hebron gemachten Erfahrungen hervorgegangen ist und hauptsächlich aus ehemaligen israelischen Soldaten sich rekrutiert, ist die ‘Breaking the Silence’ Gruppe. Mit Google wirst du klüger.

    • “dass die von Lily genannte CPT Organisation eine exklusive Rolle in Hebron spielt” (Michael K.)

      Von Exklusivrechten habe ich nicht gesprochen. In Hebron sind zahlreiche NGO’s aktiv. Das ist bekannt. Bezogen auf diese 10 israelischen Container hatte ich speziell Hinweise auf CPT gefunden. Glauben Sie, dass sich gleich ein Dutzend Organisationen gleichzeitig um diesen kleinen Outpost kümmern?

  3. ” israelischen Partnern, z.B. der MK Haneen Zoabi. ” ( Eine arabische Abgeordnete , die sich die Auflösung Israels wünscht )
    Allein das ist ein Widerspruch in sich.

    Wen interessiert die Olivenernte, die Welt hat gerade den Iranern die Bombe geschenkt und ist Israel in den Rücken gefallen.

    Es bleibt nur eins die Anzahl der Kernwaffen verdreifachen und Trägersysteme auch, so dass man China und Russland mit in den zweiten Holocaust nimmt, die beiden wiederum kümmern sich um den Rest der Welt.

    Allerdings bezweifle ich , dass Schwächlinge wie Netanyahu und Livni
    und co…. Stark genug sind so etwas durchzuziehen.

    Ich verstehe jetzt und heute mehr als nie , wie die Judenräte funktioniert haben, Juden die so schwach waren , dass sie andere Juden in den Tod schickten , mitorganisierten und mitmachten , alles für ein Paar Kartoffel mehr und für ein Paar Tage länger am Leben. Anstatt zu kämpfen wurden viele zu Kapos und schlugen auf die eigene Leute ein.
    Das ist die alte jüdische Krankheit schlimmer als Krebs, das eigene Schicksal in die Hände von Fremden zu legen und hoffen. Hoffen auf was denn ?
    Da sich seitens Meir Dagan (Ex Mossad Chef) , Gabi Ashkenazi ( Ex IDF Chef ) and Yuval Diskin ( Ex Schin Bet Chef ) nur Verrat gezeigt hat.
    Kann man davon ausgehen , dass große Teile des israelischen Etablishments voller Verräter ist. Netanyahu falls er nicht mit von der Partie ist kann ( oder will ) sie durch eine Purge nicht los werden, weil Israel ja “Eine Demokratie” ist. Ergo = Israel wird demokratisch sterben.
    Seit September (Offiziell) wusste Netanyahu , dass die USA mit Iran heimlich verhandeln und er hat nichts dagegen machen können oder wollen.
    Läuft wie so ein Hilfloses Kind von Präsident zu Präsident und bettelt.
    Hätte er Schneid müsste er mit der Obama Administration brechen , Israel muss auch ohne Veto und wenn es sein muss mit Sanktionen leben müssen, bis ein neuer Präsident in den USA gewählt worden ist.

    Ich hoffe sie haben sich heimlich nicht auch noch auf eine Reduktion der Kernwaffen durch Obama “überreden” lassen. Denn dies war ein erklärtes Ziel Obamas , Israel zu entwaffnen.
    Russland ließ sich von Obama veräppeln und reduzierte. Das Abwehrschild wird trotzdem gebaut und effizienter sogar , Russland bereut.

    Was Oliven angeht ich esse spanische Oliven , diese schmecken mir am besten.

    • @Refporus Zen : Du bringst es auf den Punkt::

      **Wen interessiert die Olivenernte, die Welt hat gerade den Iranern die Bombe geschenkt und ist Israel in den Rücken gefallen.**

      Wen interessiert die Olivenernte (und die Übergriffe auf wehrlose, palästinensiche Bauern), wenn Israels gestohlenen Atombomben einen Mitkonkurrenten bekommen und Israel eine militärische Vorherrschaft mit einem anderem Staat teilen muss. Die Welt will weder Besatzung nich Atomwaffen. Also Frieden eine Chance geben und die Atomwaffen in der ganzen Region verschrotten. Dann dem Atomsperrvertrag beitreten (Iran und Israel). Israel hat sich bei den Iranverhandlungen kindisch aufgeführt, als ob es keine Besatzungsmacht wäre. Israel sollte sich lieber für Frieden und Wohlstand in der eigene Region einsetzen. So einfach wäre das!

    • Ref, ich glaube Bibi hat den Umstaenden entsprechend das getan, was er tun konnte.

      Tatsache ist, dass Israel in der Welt so isoliert ist wie niemals zuvor. Obama und Kerry sind beide keine grossen Freunde Israels (auch wenn sie immer wieder das Gegenteil beteuern) und sympathisieren mit den Palis und den Verbrechern, die sie regieren. Dazu kommt, dass Amerika im Nahen Osten generell auf dem Rueckzug ist, weil man schon in ein paar Jahren nicht mehr auf das arabische Oel abgewiesen ist. Der amerikanische Fokus verlagert sich nach Ostasien. Und zu stoppen ist das iranische Atomprogramm eh nicht mehr – Perser sind im Gegensatz zu den Arabern technologisch keine dummen Steinzeitmenschen.

      Den meisten Europaeern ist Israel ebenfalls ziemlich egal – auch dort gibt es Pali-Fetischer zu Hauf und mit dem Iran will man endlich wieder so richtig dick wirtschaftlich ins Geschaeft kommen. Ob die jetzt eine Bombe haben, mit der sie potentiell den Judenstaat ausloeschen koennen, ist da zweitrangig. Am besten gleich noch die restlichen Puzzleteile liefern die dazu fehlen. Und ueberhaupt, die Israelis sollen sich nicht so empoeren, schliesslich haben sie selbst Atomwaffen.

      So ist die Welt 2013. Israel wird sich warm anziehen muessen, denn auf die Unterstuetzung des Westens wird man nicht mehr zaehlen koennen, wenn es hart auf hart geht.

    • “Selbst die grösste Unsicherheit ist nicht so gefährlich wie falsche Sicherheit.” (Andreas Tenzer)

    • @veritas

      ” Und ueberhaupt, die Israelis sollen sich nicht so empoeren, schliesslich haben sie selbst Atomwaffen. ”

      Genau daran zweifle ich mittlerweile, die Regierenden in Israel benehmen sich nicht als ob sie 400 Kernwaffen parat hätten.

      Alles deutet daraufhin , dass Israel militärisch sehr schwach ist.

      Möglicherweise existieren die israelische Atomwaffen nicht mehr, oder die Zahl ist verschwindend gering.

      Es gab genug idiotische israelische Regierungen , die viele Dummheiten begangen haben. Ließen sich ein Haufen Unannehmlichkeiten aufschwatzen für leere Sicherheitsversprechungen.

      Es kann sein , dass Israel ein Großteil der Kernwaffen verschrotten ließ, für leere Versprechungen. Medwedjew ließ sich auch auf so einen idiotischen Deal.

      Während des Jom Kipur Krieges , setzte Israel die Atomwaffen erfolgreich als Druckmittel ein und das gegen die Sowjets und den USA.
      Warum nicht jetzt ?
      Eine ernstgemeinte Drohung einen Erstschlag auf den Iran auszuführen , sollten diese nicht ihren Atomwaffenprojekt Stoppen würde ausreichen.
      Warum das Ganze Theater ?
      Wenn mitten im Kalten krieg Golda Meir es konnte , warum nicht Netanjahu 2013 ?

      Das Ganze stinkt zum Himmel Irgendwas stimmt nicht………

    • “Irgendwas stimmt nicht………” (Refporus Zen)

      Wollen Sie es spannend machen? Wissen Sie mehr?

      Vielleicht ist das einzige, was jetzt nicht (mehr) stimmt, dass “Abschreckung” im Fall des Iran nicht zieht. Es wird immer wieder gesagt, dass die Mullahs selbst vor gar nichts zurückschrecken, und wenn sie die Möglichkeit haben, Unheil anzurichten, werden sie es ohne Rücksicht auf Verluste (auch die eigenen) tun.

      In dem Fall ist es dann egal, wie stark Israel bewaffnet ist, wenn man in der Lage ist, es per Knopfdruck zu vernichten, oder sehen Sie noch etwas anderes?

    • @Lily

      “Vielleicht ist das einzige, was jetzt nicht (mehr) stimmt, dass “Abschreckung” im Fall des Iran nicht zieht.”

      Was Iran will ist egal

      !In dem Fall ist es dann egal, wie stark Israel bewaffnet ist, wenn man in der Lage ist, es per Knopfdruck zu vernichten, oder sehen Sie noch etwas anderes?”

      Ja , die Weltmächte haben keine angst mehr von Israel, beziehungsweise keine angst davor , dass Israel die Samson-Option anwendet.
      Warum wohl ?
      Damals war sogar ein atomarer Angriff auf die Sowjetunion geplant im Falle einer vernichtenden Niederlage Israels.

    • @ Refporus Zen

      “Ja , die Weltmächte haben keine angst mehr von Israel, beziehungsweise keine angst davor , dass Israel die Samson-Option anwendet.
      Warum wohl ?
      Damals war sogar ein atomarer Angriff auf die Sowjetunion geplant im Falle einer vernichtenden Niederlage Israels.”

      Sie sagen, was der Iran will sei egal und dass die Weltmächte keine Angst mehr vor Israel haben.

      Warum? Sie suggerieren, dass die Waffen Israels entweder nicht (mehr) kampftauglich oder nicht vorhanden sind. Oder Sie spielen darauf an, dass niemals jemand Angst vor Israel hatte, jedoch vor den USA, die Israel heute den Rücken kehren. Israel als Flugzeugträger der USA und die USA als atomare Abschreckung auf der Seite Israels haben ausgedient, ja?

      Ich weiss wohl, dass Israels Atomwaffen ein offenes Geheimnis sind. Zugleich würde es mich nicht wundern, wenn es sie nie gegeben hat.

  4. Hat von den “Gespenstern” aus der Containersiedlung eigentlich jemand eine Ahnung, was durch sie bzw. was mit ihnen geschieht? Und wo kommt es her, dass sie sich nicht erklären wollen?

    • Sie können Outpost-Siedlern beim Reden zuhören unter “Renegade Jewish Settlers” (5teilig) auf dem bekannten Filmportal. Die Perspektive ist pro-palästinensisch und gegen die Siedler, deren “Argumente” angehört, aber im Sinne von “ungültig” abgelehnt werden.

      Es heisst immer, man müsse “nahe herangehen”; dann könne man von einem Konflikt sicher mehr verstehen. Manchmal braucht das Verstehen den Abstand. Dieser Konflikt kann nur unter Berücksichtigung all seiner vielen Dimensionen verstanden werden,

      – historisch, gegenwärtig, visionär
      – aus der Sicht der Menschen jeder Seite im und auf dem Land und ausserhalb
      – auf dem Boden, in der Erde, in Ausgrabungen und Funden, Hütten und Siedlungen
      – mit unseren fünf Sinnen und jenseits unserer Sinne
      – zwischen Mensch und Gott.

      Diesem Anspruch wird der Dokumentarfilmer selbst nicht gerecht, aber jeder, der sich den Film anschaut, ist eingeladen zu entdecken, was gesagt wird und was ausgeblendet wird und welche Bilder und Worte sich nicht einfangen lassen. “Renegade” Outpost-Siedler kommen zu Wort, und das ist sehr interessant.

    • Der Blick durch die Kamera führt in der Regel zur folgenden Wahrnehmung:

      Die Palästinenser leben seit Generationen auf diesem Land. Sie sind die rechtmässigen Bewohner dieses Landes, was in den Oslo-Verträgen bestätigt wurde; sie wurden von beiden Seiten (Israel und palästinensische Seite) unterzeichnet.

      Im Siedlungsbau demonstrieren die Israelis (Juden), dass sie sich nicht an die Vertragsvereinbarungen halten und die Rechte der Palästinenser missachten. Die Argumente der Juden für ihr Siedeln sind irrational: Sie rechtfertigen ihren Besitzanspruch mit archäologischen Funden und ihre Verbindung zu dem Land, die über 2000 Jahre zurückreichen.

      Die Kamera wird auf die Ungerechtigkeit gegen die Palästinenser gehalten, auf steinewerfende Siedler. Die Gegenseite: palästinensische Übergriffe gegen Juden/Siedler werden nicht oder nur am Rande erwähnt. Dass Juden in der Vision von einem palästinensischen Staat gar keinen Lebensraum hätten, wird ebenso wenig thematisiert wie die Entwicklung in Gaza, vor allem seit dem Abzug Israels.

      Es fällt nicht auf, dass beispielsweise von Israel als militärisches Sperrgebiet erklärtes palästinensisches Land von Alte und Kindern besetzt wird, die dann von Soldaten der israelischen Armee vertrieben werden. Es fällt dabei nicht auf, dass diese Alten und Kinder so wenig Respekt vor den schwer bewaffneten Soldaten haben, dass sie es wagen, sich zum Sitzstreik auf militärischem Sperrgebiet zu versammeln. Wenn es in Gaza brenzlig wird, sieht man nur Männer auf der Strasse. Die Palästinenser schicken die Alten, Frauen und Kinder vor, weil sie wissen, dass ihnen nicht ernsthaft Leid zugefügt wird und dass jedes Schubsen, jeder leichte Tritt Sympathisanten medienwirksam zugespielt werden kann.

  5. Mal ‘ne Frage: Fuer welche pro-Palaestinenser-NGO hat Christian Wagner gearbeitet ehe er zur ARD kam?

  6. @Veritas:
    Vielen Dank. Sie zeigen mit Ihrer pointierten Frage die ganze Problematik der offiziellen Berichterstattung auf. „Fuer welche pro-Palaestinenser-NGO hat Christian Wagner gearbeitet ehe er zur ARD kam?“ Das ist die Frage.

    Herr Christian Wagner bedient sich ganz ungeniert völlig unbewiesener Pali-Anschuldigungen gegen Israelis, die bis zur Brunnenvergiftung gehen. „Siedler“/Juden /Israelis vergiften Brunnen. Ist doch alles nichts Neues. Juden als Brunnenvergifter sind auch den Palis nicht unbekannt. Die Palis bedienen sich gerne solcher Stereotype. Und dann will er noch seine vermeintliche Objektivität dadurch beweisen, dass er mit den „Siedlern“ sprechen will, aber die „Siedler“ nicht mit ihm.

    Was für ein Schuldeingeständnis der „Siedler“ erwartet Herr Wagner? Und die „Siedler“ verfallen auch noch in Panik. „Sie sind nach kurzer Zeit in Panik verfallen“. [sic!] Das ist dann auch für Herrn Wagner der endgültige Beweis für die Brunnenvergiftung – eine Panik, die Herr Wagner diagnostiziert.

    Wäre ich ein „Siedler“, ich würde mit Herrn Wagner nicht sprechen wollen. Wer will sich schon von einem Fremden, dessen desavouierende Absicht offensichtlich ist, zu einer Rechtfertigung seines Tuns drängen lassen? Der israelische Soldat scheint gut geschult zu sein. „Wahrscheinlich ein Linker.“ Kürzer und pointierter kann man es nicht ausdrücken.

    Aber jetzt zu den Fakten, die Herrn Wagner nicht interessieren:

    Das Land, das die Familie Tamimi für sich beansprucht, liegt im C-Gebiet. Das untersteht zur Gänze israelischer Herrschaft, solange bis ein Friedensvertrag etwas anderes regelt. Am 7. November 2013 wurde das Grundstück genau deswegen von israelischen Beamten vermessen und entsprechend der vorliegenden dokumentierten Eigentumsverhältnisse festgestellt, dass ein Teil davon nicht im Eigentum der Familie Tamimi steht, sondern seit der osmanischen Herrschaft öffentliches Gut ist. Der Streit um dieses Stück des Grundstückes, auf dem die Siedler von Havat Gal Container aufstellten, liegt jetzt vor israelischen Gerichten. Dort wird sich erst erweisen, ob die Eigentumsansprüche der Tamimis zu Recht oder zu Unrecht bestehen.

    Die emotional gefärbte Berichterstattung von Herrn Wagner, die seine Sympathie für die Anliegen der Palis nicht verhehlt, ist die einer propalästinensischen NGO. Eine ARD-Reportage müsste eigentlich anders aussehen.

    • vielen dank fuer deine recherche! das ist nicht das erste mal dass die palaestinensische grossfamilien sich gebiete andichten, welche ganz klar nicht ihr eingetum darstellen.

      wagner sollte tatsaechlich mehr hintergrundinfos aneignen, bevor er sich fuer solche reportagen entschliesst. einfach nur peinlich, was man sich ard alles erlaubt.

      mir war aus einem ganz anderem grund voellig klar, dass das land nicht der familie gehoert. waere es anders, wuerden die palaestinenser in kuerzester zeit vor dem israelischem gericht recht bekommen und die paar huetten waeren von den soldaten schon laengst demontieret gewesen. die “peace now” bewegung, welche in solchen faellen die palaestinenser vor den gerichten vertritt hat schon in faellen recht bekommen, wo palaestinsner nicht einwandfrei nachweisen konnten, dass bestimmte grundstuecke privates land ist. waere es in diesm fall um privatland gegangen, haette “peace now” viel leichteres spiel.

    • @Caldonazzi – Danke fuer diese Infos! Die ARD sollte Sie diesem Herrn Wagner als Research-Assistent zur Seite stellen – vielleicht kommt dann bei seinen Berichten mal etwas anderes als plumpe Palaestinenser-Propaganda raus!