Schweres Erbe

mandela

Shimon Peres und Nelson Mandela bei den Vereinten Nationen

Das politische Israel tut sich schwer mit dem Gedenken an Nelson Mandela. Erst hat Ministerpräsident Netanjahu seine Teilnahme an der Gedenkfeier in Südafrika abgesagt, aus Kostengründen. Die Begründung nimmt ihm in Israel so recht keiner ab und es wird viel diskutiert, ob sich Israel zunehmend international isoliert.    

Also warum ist Netanjahu nicht nach Johannesburg geflogen? Ein Erklärungsversuch ist: Er wollte nicht auf US-Präsident Obama treffen, die Beziehungen sind wegen Iran und den Nahostgesprächen momentan arg belastet. Der andere Erklärungsversuch geht weiter: Israels politisches Spitzenpersonal sieht sich mit der Frage konfrontiert, was denn Mandelas Vermächtnis für den Konflikt mit den Palästinensern bedeutet. Natürlich ist es unsinnig, einfache Vergleiche zwischen südafrikanischem Apartheid-Regime und der israelischen Besatzung zu ziehen. Aber die Frage: “Was können Israel und die Palästinenser von Mandela lernen?” liegt auf dem Tisch.

Mit einigen Tagen Verzögerung graben die israelischen Zeitungen auch Belege für die früher recht intensive Zusammenarbeit zwischen Israel und Südafrika in den 70er und 80er Jahren aus. Da wurden Mittelstreckenraketen und Atomwaffen-Know-How nach Südafrika geliefert. Israel hätte gerne große Mengen Panzer ans Kap geliefert. Im Gegenzug gab’s Uran aus südafrikanischen Minen für Israel. Und deshalb steht der Vorwurf im Raum, Israel habe mit seiner Politik das Apartheid-Regime in Südafrika länger am Leben gehalten, damit auch die Haft Nelson Mandelas verlängert.

In den Abendnachrichten haben die israelischen Fernsehzuschauer dann auch noch gehört, wie bei der Trauerfeier im Stadion von Johannesburg versehentlich Benjamin Netanjahu und Shimon Peres angekündigt wurden. Der Ministerpräsident hatte – aus Kostengründen – abgesagt und der Staatspräsident lag erkältet im Bett. Tatsächlich war Israel durch Parlamentspräsident Edelstein vertreten.

 

 

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  1. Aber die Frage: “Was können Israel und die Palästinenser von Mandela lernen?” liegt auf dem Tisch.

    Die Frage ist leicht beantwortet: Gar nichts (zumal es weit und breit keinen palaestinensischen Mandela gibt). Mandela hat dafuer gesorgt, dass es zwischen schwarz und weiss eine Art “let bygones be bygones” Aussoehung ohne Blutvergiessen gab (auch wenn inzwischen immer mehr Weisse von schwarzen Rassisten ermordert werden und Suedafrika ueber kurz oder lang wohl ein zweites Simbabwe wird….).

    Wenn Israel sich aus der West Bank zurueckziehen wuerde, gibt es aber keine Aussoehung und schon gar keinen Frieden. Dann ging der Terror der Araber erst so richtig los, die das Territorium alsbald in eine zweite Raketenbasis verwandeln wuerden. Und der Fatah-Chef-Terrorist Abbas hat (in den arabischen Medien) ja oft und deutlich genug verlauten lassen, dass es ein “judenreines” Palaestina geben wuerde, sollten die Israelis je so doof sein und abzuziehen.

    P.S.: Dass weder Bibi noch Peres zu Mandelas Begraebnis fliegen, ist schon OK. Mandela war kein Freund Israels, bezeichnete den Terrorhalunken Arafat als “mein Bruder”, und faselte Duennpfiff wie “unsere Freiheit ist nicht komplett, wenn die Palaestinenser nicht frei sind.” – Dass die sog. Palis vorallem von ihren eigenen Eliten unterdrueckt, verarscht und in Armut gehalten werden, hat der gute Nelson offenbar nie registriert.

    • @Veritas: dass es keinen Frieden geben wird, wenn israel sich aus der West Bank zurückziehen sollte, ist doch blanker Unsinn der von Leuten verbreitet wird, die nichts Gutes im Sinne haben, die sich als herrschende Klasse aufspielen und aus verschiedenen, nicht zu rechtfertigenden Gründen einer anderen Gruppe Menschen nocht gleiche Rechte einräumen. Im Klartext, sie verstossen gegen Menschenrechte und machen sich herzlich wenig daraus.

      Es ist einfach der Versuch der vorsätzlichen Täuschung, wenn die Veritas’ dieser Welt behaupten, dass die West Bank sich zu einer Raktenbase entwickeln würde. Sag doch wie es ist. Du liebst es andere Menschen zu unterdrücken mit Hilfe eines Terrors der vom Staat organisert wird. Deswegen versteht du auch gar nicht was der Begriff Frieden bedeutet. Das ist sehr problematisch und Netanyahu ist deswegen mit Recht von der Trauerfeier in S.A. weggeblieben. Es wäre heuchlerisch gewesen, nur gute Maske zu schlechtem Spiel. Unterdrücker kümmern sich nicht um die Armut die sie generieren, solange die Underdrückten sich ruhig verhalten. Eine ‘grossartige’ Lebensphilosophie, oder?

    • “Es ist einfach der Versuch der vorsätzlichen Täuschung, wenn die Veritas’ dieser Welt behaupten, dass die West Bank sich zu einer Raktenbase entwickeln würde.”

      Nee, is klar, weil aus Gaza wurde nach dem Abzug der Israelis ja auch ein Ableger von Mutter Teresas Hilfswerk – wie kann man da den WB-Palis boese Absichten unterstellen, sollten sie dort jemals schalten und walten wie sie wollen? – Herr K., Sie sind entweder unfassbar naiv oder Sie wuenschen Israel schnellst moeglich die Vernichtung. Which one is it?

      “Unterdrücker kümmern sich nicht um die Armut die sie generieren, solange die Underdrückten sich ruhig verhalten. Eine ‘grossartige’ Lebensphilosophie, oder?”

      In der Tat. Fuer die Hamas und Fatah-Elite funktioniert sie wunderbar.

    • @Veritas: Du hast es fast begriffen. Gaza hätte in der Tat ein Ableger des Mutter Therese’s Hilfswerks werden kônnen, wenn man der Bevölkerung Gaza’s die Freiheit gegeben hätte, auf die jeder Mensch ein Recht hat. Schändlicherweise hat man nach dem Abzug der Siedler nur die Besatzung von innen nach aussen verlegt, während die Ghettoisierung bedenkenlos weiter geht und die freie Beweglichkeit von Mensch und Waren mit Füssen getreten wird. Und das passiert nur, weil eine israelische Kolonie schaltet und waltet, wie sie es gerade will.

      Du und deinesgleichen begreifen einfach nicht , dass niemand vernichtet wird, wenn man Frieden will und darüber ehrlich verhandelt. Das muss man wollen. Will ein Lieberman das? Nein Wer keine friedliche Koexistenz will, der lügt sich und anderen lieber etwas vor und überträgt die eigene Unwilligkeit lieber auf den anderen. Man ist mit den besten Waffen ausgerüstet und setzt sie hemmungslos gegen eine unbewaffnete und wehrlose Bevölkerung ein, aber jammert über deren Pfeil und Bogen Technologie, die oft nur die Antwort auf aggressive Übergriffe der Besatzungsmacht sind. Kolonieherren fühlen sich immer im Recht,
      Und nur sie können tun, wie es ihnen gedünkt.

  2. “Natürlich ist es unsinnig, einfache Vergleiche zwischen südafrikanischem Apartheid-Regime und der israelischen Besatzung zu ziehen.”

    Ja natürlich, was die beiden Propagandisten K und “Free” aber nicht daran hindert sie immer wieder zu ziehen.

    • ““Natürlich ist es unsinnig, einfache Vergleiche zwischen südafrikanischem Apartheid-Regime und der israelischen Besatzung zu ziehen.”

      Ja natürlich, was die beiden Propagandisten K und “Free” aber nicht daran hindert sie immer wieder zu ziehen”

      Vergleichen kann man alles. Und es gibt auf jeden Fall Parallelen zwischen dem Südafrikanischen Apartheidregime und dem zionistischen Terrorregime, aber natürlich auch Unterschiede …

    • es gibt auch parallelen zwischen BRD und suedafrika, aber natuerlich auch unterschiede.

      es gibt auch parallelen zwischen manchen usern und dem pinocio, aber natuerlich auch unterschiede.

    • Vergleichen kann man natürlich auch die BRD und Süd Afrika, aber ich bin froh, dass die BRD kein so rassistischer Unterdrücker- und Terrorstaat wie Israel ist. Hier gibt es zwar auch Rassismus und es läuft einiges falsch, aber Deutschland besetzt wenigstens nicht völkerrechtswidrig das Land von anderen und setzt geächtete Waffen gegen Zivilisten ein.

    • “was rassismus ist, verstehst du anscheinend auch nicht.”

      Sie langweilen mich. Haben sie noch etwas zu dem Vergleich zwischen dem Apartheidregime in Südafrika und dem Terrostaat Israel zu sagen oder beschränken sie sich darauf hier weiterhin nur Kleinkriege zu führen? Ist es ihrer Meinung nach den nicht rassistisch, wenn zionistische Europäer das Land von Arabern stehlen, die Araber vertreiben und ermorden, nur weil sie der Meinung sind, dass die Araber alle Barbaren sind und deswegen minderwertig gegenüber den europäischen Zionisten sind?

    • @Joerg: ziemlich anstrengend so zu argumentieren. Der Vergleich, dass es im Prinzip keinen Unterschied gibt zwischen den Schwarzen in Südafrika und den Palestinensern ist doch so offensichtlich. Eine herrschende und militärisch gut ausgerüstete Klasse (hier sind es europäische Siedler und dort sind es europäische Siedler) haben sich aus was für welchen Gründen auch immer zu Herren über ein anderes Volk gemacht und behandeln sie als Bürger 2.Klasse. Wer das verneint, muss auf dem Mond leben. Tägliche Übergriffe der Besatzungsmacht, checkpoints, die tägliche, drangsalierende Kontrolle mit der Bevölkerung, die Vorliebe die Bevölkerung in Ghettos zu halten, ein diskriminierendes ‘permitsystem’, Grenzziehungen und Mauerbau, etc sind Zeugnis einer ungerechten Politik, einer Politik, die sich an territorialer Bemächtigung orientiert, aber kein Gespür für Menschenrechte und das Schicksal unterdrückter Menschen hat.

      Im übrigen finde ich deine Argumentation, dass der oder diejenigen, die nicht deiner Meinung sind, als Propagandisten zu bezeichnen nicht sehr intelligent.

    • die boesen europaeischen siedler, waeren sie bloss alle in hitlerdeutschland und zarren- bzw. stalinrussland geblieben. so ein pech, dass es heute kaum mehr juden in arabischen staaten gibt, welche so gern untermenschen in islamischen koenigreichen gewesen sind.

      michael k, ich kann deinen schmerz fuehlen.

    • “so ein pech, dass es heute kaum mehr juden in arabischen staaten gibt, welche so gern untermenschen in islamischen koenigreichen gewesen sind.”

      Sein eigenes (oder jemandes) Verhalten mit dem Verhalten Anderer zu erklären, wir zwar gerne als Argumentation verstanden, ist allerdings nichts weiter als Unsinn.

      Generell zu diesem Israel=Apartheits Ding, was ja immer wieder aufkommt (nicht nur hier, sondern in allen Gesprächen über den Nahostkonflikt), muss ich im Bezug auf den Beitrag sagen, dass richtig lesen hilfreich wäre.
      Herr Wagner schreibt:
      “Natürlich ist es unsinnig, einfache Vergleiche zwischen südafrikanischem Apartheid-Regime und der israelischen Besatzung zu ziehen.”
      Man sollte die Worte “einfache Vergleiche” beachten. Einfache Vergleiche wie Michael K. sie macht und die Politik der beiden Staaten einfach gleich zu setzt, sind Unsinn. Angefangen bei der Intention der Politik bis zu den tatsächlichen Auswirkungen gibt es deutliche Unterschiede (bin gerade etwas zu faul, um da genauer drauf ein zu gehen). Allerdings kann niemand der nicht völlig von der Polemik der einen oder anderen Seite indoktriniert ist bestreiten, dass es Paralleln gibt. Es gibt einige Beispiele, hier mal nur eins: Es ist bei palästinensischen Jugendlichen gängige Praxis sie zu verhaften, zu inhaftieren und nach verbüsster Haftstrafe (wenn es eine gab) zu überwachen, wenn sie Steine nach Autos oder Soldaten der Zahal werfen. Auf der anderen Seite bezweifele ich stark, dass Haredim, die am Shabbat fahrende Autos und Polizisten, die versuchen diese zu schützten mit Steinen bewerfen mehr als eine Nacht im Gefängnis verbringen (zugegeben, ich weiß nicht genau, was mit denen geschieht, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die die selbe Strafverfolgung mitmachen wie Palästinenser). Das ist ein recht deutliches Zeichen für eine zwei Klassen Justiz, die im früheren Südafrika auch zu finden war und passt nicht so recht zu einem Land, dass sich immer wieder gerne mit stolzgeschwellter Brust die einzige Demokratie im Nahen Osten nennt.

    • zuerst einmal, habe ich die umgehensweise mit juden in islamischer umgebung nur angespochen um zu zeigen, wieso judischen gemeinden so gern diese laender verlassen haben… und nicht um irgendwas in israel zu rechtfertigen. ausserde war es eine sarkastische antowrt auf michaels wunsch (auch wenn er es nicht direkt sagt) keine juden in israel zu haben.

      zweitens, wenn man vergeliche zieht, SO WILL man denjenigen mit wem man es vergleicht in eine bestimmte ecke setzen. punkt!

      wenn man israel mit apartheid vergleicht, so will man in israel eine apartheid sehen. wenn man gaza mit gheto vergleich, so will man aus juden nazis machen.

      solche vergleiche haben sind NIE polemik frei und koennen nie etwas objektives haben. solche vergleiche sind nichts anderes als eine absichtliche demonesierung.

      apartheid bedeutet in erster linie rassentrennung, die ueberall durchgesetzt wird – getrennte toileten, straende usw.

      ein weitere grund, wieso michael und free so gern mit dem wort apartheid rumwerfen, ist ihr wunsch von der reelen gefahr des palaestinensischen terrorismus abzulenken. sie wollen weissmachen, dass israel sie kontrolliert nicht, weil diese als gefahr angesehen werden, sondern aus rein rassistischen gruenden.

      was die steinewerfende araber und ultraorthodoxen angeht, so geht es in erster linie um die gefahren, absichten und intensitaet. bei den ultraorthoxen ist es extrem selten, es gibt kaum verletzte, es geht ihnen um sachbeschaedigung. die palaestinenser machen das organisiert, intensive, in grossen gruppen, an schnellstrassen, mit der absicht zu verletzen. es gibt tote und schwerverletzte. vor zwei wochen lag ein vierjaehriges maedchen in koma, weil sie am kopf getroffen wurde.

      und wenn du sanftes umgang der polizei mit den ultraorthodoxen beklgast, so hast du keine ahnung von der realitaet.

    • “zweitens, wenn man vergeliche zieht, SO WILL man denjenigen mit wem man es vergleicht in eine bestimmte ecke setzen. punkt!”

      Ach deswegen vergleichen die Israelis alles und jeden mit Hitler? Vergleichen kann man, wenn es Gemeinsamkeiten gibt und die gibt es definitiv zwischen dem israelischen Terrorstaat und dem Südafrikanischen Apartheidstaat und sogar auch mit Nazi-Deutschland. Ob dir das gefällt oder nicht. Es ist einfach so. Natürlich gibt es auch Unterschiede, aber ein Vergleich ist nichts verwerfliches ….

  3. ein Versuch. von Herrn Wagner. Schon die Auswahl der Frage zeigt seine Gesinnung. kein Komment
    Ich will echten Journalismus!

  4. „Erst hat Ministerpräsident Netanjahu seine Teilnahme an der Gedenkfeier in Südafrika abgesagt, aus Kostengründen. Die Begründung nimmt ihm in Israel so recht keiner ab“

    Geschenkt. Die Begründung ist zu 50% politisch korrekt und vielleicht sogar ein absichtlicher „pun“ (Schlag), der in beide Richtungen geht: an die eigene Bevölkerung, die sich regelmässig über die Ausgaben des PM echauffiert und an Südafrika selbst, an jene, die Israel mit dem Apartheids-Label verleumden, an jene, die sich gegen Israel und für einen Palästinenserstaat einsetzen und jene, die Israel die Kollaboration mit dem eigenen Apartheids-Regime nachtragen. Die anderen 50% der Begründung sind korrekt, denn die hohen Kosten wären durch die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen – ohne Sicherheitsgarantie – entstanden.

    „und es wird viel diskutiert, ob sich Israel zunehmend international isoliert.“

    Was für ein törichter Satz, vor allem in diesem Zusammenhang. Die israelische Regierung ist in Südafrika sehr unbeliebt. Warum wird umgekehrt erwartet, dass die israelische Regierung umgekehrt Südafrika eine grosse Liebe entgegenbringt bzw. was sollte daran schändlich sein, über Nelson Mandela aus guten Gründen anderer Ansicht zu sein als die Masse der anderen?

    Netanjahu hat nicht persönlich an den Trauerfeierlichkeiten teilgenommen – und DAS soll Israel international weiter isolieren? Wenn es so ist, sagt es erneut sehr viel mehr aus über diejenigen, die Israel isolieren oder die diese Isolation herbeireden und damit einen Trend andeuten, einen Trend, der beschreibt, was toleriert, angesagt und erwünscht ist.

    Und das haben sich Netanjahu und seine rechte Regierung natürlich selbst zuzuschreiben. Ha, ha, ha.

  5. Die Extremisten beider Meinungsseiten hauen sich jetzt gegeseitig auf die Nase.^^

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