Erlebnisse auf dem Weg zum Dreh im Westjordanland

Ich bin das erste Mal im Studio Tel Aviv. Für mich ist im Moment noch sehr vieles neu. Allein schon die Fahrt zum Dreh ins Westjordanland ist für mich spannend und eindrucksvoll.

 

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  1. Dieser Blog übertrifft nun aber alles. Völlig uninteressant und unkompetent. Wenn sie schon nie zuvor da waren, überhaupt keine Erfahrung mit Israel haben, sich nicht auskennen, und jede kleine Wartezeit für sie ein großes Weltereignis darstellt dann bitte glauben sie nicht auch noch bloggen zu müssen und verschonen sie uns. Sitzen sie die Urlaubsvertretung hab, oder nutzen sie die Zeit sich erst mal irgendein Wissen anzueignen, dass sie qualifizieren würde aus Israel und den pal. Gebieten zu berichten. Eine Frechheit so jemanden unwissenden überhaupt als Urlaubsvertretung zu schicken.

    • aber aber warum so aggressiv? Sie sind wohl schon mit dem heutigen Wissen auf die Welt gekommen?

    • Nicht aggressiv, nur verärgert, dass jemand als Korrespondent nach Israel geschickt wird, der über keinerlei Kenntnis oder Erfahrung verfügt.

    • ganz Ihrer Meinung. Und das mit unseren Steuergeldern!
      Die aufgeklärte Hofberichtungs-Elite feiert sich selbst, aber irgendwann wird jeder Ast abgesägt auf dem man so gemütlich sitzt und – vor lauter Verachtung für seinen eigentlichen Joblieferanten (nämlich die Bürger) – ahnungslos und blind in der eigenen Wahrnehmungsstörung auf den (harten) Boden der Tatsachen zurückgleitet. Und es ist höchste Zeit dazu!
      Einige verdiente Journalisten unter den Lesern und Kommentieren hier hätten die Urlaubsvertretung sicher mal mit etwas Sinnvollem nutzen können. Hat die Zensur Angst davor, oder denken Sie das kann nur ein gestandener ARD Hofberichterstatter?

    • @namenlos2:
      Mir gefällt gerade die Unvoreingenommenheit dieser Korrespondentin. Die Schilderungen der Anfangserlebnisse über die ausgeübte Willkür der Besatzer sind doch genauso wichtig wie die routinierten, relativierenden Darstellungen der erfahrenen Fachleute. Erfahren insbesondere in Hinblick auf die Reaktion der Leser.
      Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Tweet von Herrn Gabriel bei seinem Besuch in Hebron, in dem er seiner Erschütterung über die demütigende Behandlung der Palästinenser zum Ausdruck brachte. Auch ein aufrichtiges Anfangserlebnis, was er wahrscheinlich nicht mehr so beschreiben wird, aber sicherlich noch lange erinnern wird. Hoffentlich!

  2. ganz Ihrer Meinung. Und das mit unseren Steuergeldern!
    Die aufgeklärte Hofberichtungs-Elite feiert sich selbst, aber irgendwann wird jeder Ast abgesägt auf dem man so gemütlich sitzt und – vor lauter Verachtung für seinen eigentlichen Joblieferanten (nämlich die Bürger) – ahnungslos und blind in der eigenen Wahrnehmungsstörung auf den (harten) Boden der Tatsachen zurückgleitet. Und es ist höchste Zeit dazu!
    Einige verdiente Journalisten unter den Lesern und Kommentieren hier hätten die Urlaubsvertretung sicher mal mit etwas Sinnvollem nutzen können. Hat die Zensur Angst davor, oder denken Sie das kann nur ein gestandener ARD Hofberichterstatter?

  3. ach ja, die Wartezeit lag sicher an den bösen israelischen Terroristen, die die armen sogenannten arabischen Palästinenser nach Lust und Laune schickanieren! Fragen Sie einfach die Herren Wagner und Teichmann, oder ziehen Sie eine Intelektuellen-Interpretation der Schneider’schen Ha’Aretz Clique zu Rate, die werden es wissen 😉

    • “israelischen Terroristen, die die armen sogenannten arabischen Palästinenser nach Lust und Laune schickanieren.”

      Genau das ist die Besatzungsrealität. Wenn sie mal eine Weile durch die Westbank reisen werden sie es vielleicht auch einsehen.

    • Ich würd sie nciht als Terroristen bezeichnen, aber eine gewisse Willkür kann man nicht immer abstreiten.
      Ich finde den bericht net schlecht, da solche Wartezeiten öfters vorkommen, wenn man sichin Palestina bewegt und sie sonst nicht zur Sprache kommen. Das man an einem Checkpoint warten muss OK, aber diese spontanen “Kontrollen”, wo die meisten einfach druchgewunken werden, sind bei den meisten nicht Palestinensern doch eher unbekannt.
      Sachlab ist schon was sehr feines.

    • Ha, hab ich es also ganz gut getroffen, nicht wahr 😉 ?
      Tut mir leid dass ich Sie beiden ein bisschen ärgere indem ich mit so einem Nonsense Ihnen zuvorgekommen bin!
      PS: Ich reise nicht nur “dort durch”, ich lebe auch immer wieder dort und habe in Israel viele jüdisch-palästinensische wie auch arabisch-palästinensische Freunde…

  4. Also ich finde es gar nicht unintressant. Arabische Christen im Westjordanland. Mich würde intressieren, ob diese Menschen lieber in einem muslimischen Palästina leben wollen oder im jüdischen Israel, angesichts das ihre Glaubensbrüder im Nachbarland Syrien gerade abgeschlachtet werden. Ich finde da wird immer nur von den muslimischen Palästinenser gesprochen, die vielen Minderheiten in diesen Gebiet werden mit keinen Wort erwähnt.

    • Na dann fragen sie sich mal warum die PFLP von Christen gegründet wurde und viele der Flugzeugentführer Christen waren. Sie werden von den Zionisten genauso unterdrückt wie Muslime und wurde genauso vertrieben also beteiligen sie sich genauso am Wiederstand gegen das zionistische Terrorregime …

    • na das ist definitiv eine extrem billige und platte Lüge!

    • Wadi Haddad auch bekannt als Abu Hani, war ein führender Terrorist der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). Haddad wurde als Sohn griechisch-orthodoxer Eltern in Safed im heutigen Israel geboren.

      George Habash, Sohn griechisch-orthodoxer Eltern war von 1968 bis 2000 Generalsekretär der PFLP.

      u.s.w. u.s.w.

      Der Unwissende sind leider Sie ….

    • Lieber Herr Stolpe,

      Sie haben hier eine völlig berechtigte und ernsthafte Frage gestellt und verdienen, dass man versucht – alles menschliche Tun ist Stückwerk – Ihnen anständig und nicht derart propaganda-aufgeladen (wie Free)) zu antworten,:

      1) Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, in dem die Zahl der Christen in absoluten Zahlen wächst
      2) in allen anderen Ländern und Gebieten des Nahen Osten auch in den palästinensischen Autonomiegebieten nimmt die Zahl dramatisch ab. Der Exodus von Christen aus den Ländern des Nahen Osten ist als dramatisch zu bezeichnen. Dass Darüber bei uns in den Medien kaum berichtet wird, und dass es auch den Kirchen bei uns nicht besser gelingt, auf die verzweifelte Lage vieler Christen in vielen mehrheitlich muslimischen Ländern hinzuweisen, ist eine Schande
      3) Der Druck von Seiten der muslimischen Mehrheitsgesellschaft auf Christen im Westjordanland ist z. T. massiv. Im Gazastreifen gehen die Hamas-Behörden massiv gegen die verschwindend geringe christliche Minderheit vor.
      4) Die Frage ob die christlichen Palästinenser lieber in einem palästinensischen Staat ungewissen Charakters leben wollen oder lieber in der israelischen Demokratie, lässt sich nicht seriös beantworten, jedenfalls ist mir zu dieser Frage keinerlei empirische Untersuchung bekannt. Vielleicht kann das Team des ARD-Studios hier etwas beisteuern.
      5) In Israel selbst ist die Lage differenziert zu sehen. Es gibt sicherlich auch unter den arabischen Christen eine Minderheit, die dem Staat Israel ablehnend gegenüber steht, andererseits gibt es eine zunehmender Zahl arabischer Christen in Israel, die (z. T. glühende) israelische Patrioten sind und sich mit dem israelischen Staat identifizieren. Dies sieht man etwa daran, dass es unter den arabischen Christen dort immermehr junge Leute gibt, die sich freiwillig zum Armeedienst in den israelischen Verteidigungsstreitkräften melden, oder “Community Service” ableisten.
      Interessant in dem Zusammenhang ist vielleicht auch, dass Umfragen belegen, dass eine Mehrheit der Araber die heute in Israel leben, angeben auch in Zukunft unter israelischer und keinesfalls unter palästinensischer Herrschaft leben zu wollen.
      Insbesondere gibt die Mehrheit der Jerusalemer Araber an auch künftig unter israelischer Herrschaft und keinesfalls im Herrschaftsgebiet eines palästinensischen Staates leben zu wollen; ein Szenario, das ja durchaus droht, sollte die Stadt Jerusalem im Rahmen einer “Friedenslösung” tatsächlich wieder wie (nur) in den Jahren 1948- 1967 entlang der Demarkationslinie von 1948 widernarürlich geteilt werden.

    • endlich mal ein sinnvoller Kommentar. Herr Free, aufmerksam lesen 🙂

    • Dann haben sie wohl andere palästinensische Christen kennengelernt als ich und wenn die Christen so patriotische Israelis sind, warum werden sie dann von den Zionisten unterdrückt und ihre Kirchen geschändet?

    • “Der Exodus von Christen aus den Ländern des Nahen Osten ist als dramatisch zu bezeichnen. Dass Darüber bei uns in den Medien kaum berichtet wird, und dass es auch den Kirchen bei uns nicht besser gelingt, auf die verzweifelte Lage vieler Christen in vielen mehrheitlich muslimischen Ländern hinzuweisen, ist eine Schande” (Jörg)

      Dass es auch den Kirchen bei uns nicht besser gelingt… – BEMÜHT man sich denn, auf die Situation hinzuweisen? – Es ist mein Eindruck, dass sich die christlichen Kirchen Westeuropas (protestantisch/katholisch) wenig bis gar nicht verbunden fühlen mit den orthodoxen Kirchen des Ostens (griechisch-orthodox, Kopten). Vielleicht gibt es eine gewisse Identifikation unter russland-deutschen orthodoxen Christen, aber das wäre dann nur eine marginale Erscheinung.

      Das Leid der Christen in diesen Ländern wird zwar wahrgenommen, aber kaum anders als das Leid an anderen Orten generell und nicht stärker, da “Christen” betroffen sind. Es sind Christen anderer Konfession aus einem anderen Kulturkreis. Sie werden als fern und fremd und teilweise auch als archaisch und unaufgeklärt empfunden.

      Und selbst, wenn es anders wäre: Welcher europäische Christ würde es wohl freiwillig mit beispielsweise den Muslimen Ägyptens aufnehmen wollen??

  5. Nun wissen wir schon mal, was eine der unabdingbaren Voraussetzungen für die Einstellung beim BR ist: Kein einziges Wort Arabisch zu können.
    Schon sehr befremdlich das.
    Wenn man bedenkt, dass Ausländer in Deutschland stets vorgehalten bekommen, würden Deutsche ins Ausland gehen, dann könnten sie aber die Sprache.
    Wenn von “bildungsfernen Schichten” verlangt wird, dass sie auf B2-Niveau Deutsch zu können haben, um in Deutschland arbeiten zu dürfen. (Und das ist dann kein so wunderbarer Job, wie für den BR arbeiten zu dürfen, sondern eher als Putzfrau in einem Hotel.)
    Dann weiß man: Selbstbild und Realität klaffen sehr, sehr weit auseinander.
    Wie so oft in Deutschland.

    • Och, die gute Frau muss doch kein Arabisch koennen, nur weil sie jetzt ein paar Wochen im BR-Buero die Aushilfe macht. Wie man sieht gibt es in der West Bank durchaus Araber, die Deutsch parlieren koennen – es werden ja auch genug vom dt. Steuerzahler endlos-alimentiert.

      Und dass Frau Stauss keine Ahnung hat, warum es in der WB Check Points und Mauern gibt und man nicht einfach von A nach B durchfahren kann, ist sogar irgendwie putzig. Bin mal gespannt, ob sie’s rauskriegt, ehe es wieder nach Hause geht.

  6. Typisch deutsch… die Kommentare hier. Ihr verlangt also von einer Urlaubsvertretung, dass sie Hebräisch und Arabisch spricht? Nur damit sie 2 Wochen pro Jahr, dass ganze dann auch mal anwendet. Wahrscheinlich würdet ihr euch dann beschweren, dass der BR ja total überqualifizierte bezahlt und es ja wohl auch ne billigere Lösung geben würde.

    Und zum Video, also ich finde es mal ganz interessant. Und dieser Blog ist ja nunmal dafür da, über Tagesschau irrelevante Dinge zu berichten.

  7. Eine gute Zeit Frau Stauss und Ihnen und uns (wahrscheinlich nicht uns allen…) viel Spaß mit den Blogbeiträgen!

    MfG

  8. @ die Skeptiker

    Die Nahostkorrespondenz ist ein schwerer Brocken. Im Grunde muss ein Korrespondent/eine Korrespondentin neben der Ausbildung zum Journalisten/zur Journalistin Politikwissenschaften, Religionswissenschaften mit Schwerpunkt: Judentum und Islam, Geschichte, Hebräisch/Arabisch/Englisch und am besten noch Psychologie studiert haben und mutig und abenteuerlustig sowie ebenso tolerant wie robust sein. Landeskenntnis und ein persönliches Netzwerk vor Ort sind ein zusätzliches Plus. 😉

    Es gibt keine Person, die all diese Qualitäten in sich vereint. Der/die eine findet das Abenteuer spannend und kann mit der Politik umgehen, ein anderer bringt die Sprachen mit, ein anderer kommt als Theologe, und wieder ein anderer ist zu allererst Journalist, und das ist auf jeden Fall die Minimalvoraussetzung für den Job. Ein Kenner des Ortes, der nicht gleichzeitig auch Journalist ist, wird den Job nicht machen können. Frau Stauss erfüllt die Minimalvoraussetzung, ohne ein Schwergewicht in den anderen Gebieten zu sein, aber so schlimm finde ich das nicht.

    Sie entdeckt, etwas unbedarft, den Ort mit der Wahrnehmung der Zielgruppe. Die deutschen Fernsehzuschauer oder Internet-User wissen nämlich auch nicht unbedingt wer? was? wie? wo? in Nahost: Warum muss man denn da im Stau stehen, und warum gibt es denn da mitten im Land Grenzen? –

    Die Beiträge können entsprechend nicht dasselbe Gewicht haben wie die Schneider-Interviews oder Markus Rosch an der syrischen Grenze oder in Gaza. Wenn man einen der beiden Herren nun nach Tokyo, Sao Paulo oder Shanghai zur Urlaubsvertretung schicken würde, müssten sie sich genau wie Frau Stauss in Israel auf ihre Fähigkeiten als Journalisten verlassen. Für den Zuschauer – besonders für die Dauer einer Urlaubsvertretung – ist solch ein frischer Blick auf jeden Fall auch interessant. Dennoch Vorsicht!, denn „frisch“ ist nicht gleichbedeutend mit objektiv und unvoreingenommen. –

    Viel Spass @ Frau Stauss und erholsame Ferien und ein schönes Fest @ Markus Rosch!

    • @ Lily

      Danke für den einzigen Kommentar zum Thema, der entspannt, sachlich, wohlwollend, verständnisvoll und unaufgeregt daherkommt.
      Dieses Praktikantenbashing ist in keiner Weise hilfreich.

    • @benno – Ich fand den Beitrag interessant. Vielleicht war es verständnisvoll und unaufgeregt, aber nur wenn man sich nicht für seine Mitmenschen interessiert. Deswegen war die Dokumentation der Strassensperre und das lange Warten aufschlussreich. Es ist tägliches Brot für die Palästinensische Bevölkerung. Nichts als Schikane. Es zeigt die Willkür einer Besatzungsmacht in Aktion als Macht der unterdrückenden Gewohnheit.

    • Der ideale Nahostkorrespondent (m/w) braucht also “Ausbildung zum Journalisten/zur Journalistin Politikwissenschaften, Religionswissenschaften mit Schwerpunkt: Judentum und Islam, Geschichte, Hebräisch/Arabisch/Englisch und am besten noch Psychologie studiert haben und mutig und abenteuerlustig sowie ebenso tolerant wie robust sein. Landeskenntnis und ein persönliches Netzwerk vor Ort sind ein zusätzliches Plus.”
      Und sie behaupten:
      “Es gibt keine Person, die all diese Qualitäten in sich vereint.”

      Doch: Richard C. Schneider.
      😀
      Heidelbaer

    • Lieber Heidelbaer,

      Herr Schneider kann kein Arabisch. 😀
      (sagt er zumindest immer ‘mal wieder…)

  9. Liebe Stephanie Stauss,
    erstmal willkommen an Board. Soviel Höflichkeit muss sein.
    Ich freue mich auch über Ihre zunächst spontane und etwas unbedarfte Art. Gerade die Blogposts sollen ja nicht die vollends austarierte journalistische Erkenntnis wiederspiegeln, sondern persönliche Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke vermitteln. Dafür vielen Dank.

    Genauso wie User rbohi vermute ich, dass Sie sich bald nicht mehr so sehr über Straßensperren und Kontrollen wundern werden, allerdings aus dem einfachen Grund, weil Sie bald bemerken, dass Sie nicht mehr im sicheren Europa unterwegs sind, sondern das Pulverfass Naher Osten bereisen. Das ist Teil des Kulturschocks. Da unten ist Krieg, es gibt kaum Vertrauen, es gibt viel Hass und böse Propaganda.

    Sehen Sie, die Palästinenser nehmen diese Kontrollen auch gelassen. Irgendwer hat irgendwem den Tipp gegeben, dass da ein Laster mit falsch deklarierter Ladung unterwegs ist oder eine gesuchte Person in einem PKW oder was immer. Dann wird erstmal der ganze Laden aufgehalten, dann stellt man fest, stimmt oder stimmt nicht – und dann geht es normal weiter.

    Manche Kontrollen haben sicherlich auch eine rein schikanöse Funktion, zu zeigen, wer eigentlich Herr im Land ist. Es gibt eine inoffizielle Währung der Feindschaft zwischen Israelis und Palästinensern. Sie lautet Angst und Demütigung. Israelis sehnen sich nach Sicherheit, Palästinenser nach Würde und Anerkennung. Immer wenn die Palästinenser Israels Sicherheit angreifen, bekommen sie eine Demütigung retour. Und umgekehrt.

    Die Kontrolle kann also Teil eines Maßnahmenkataloges wegen eines versuchten oder gelungenen Anschlags auf Israels Sicherheit gewesen sein. Ohne weitere konkrete Gründe.

    Heidelbaer

    • “Es gibt eine inoffizielle Währung der Feindschaft zwischen Israelis und Palästinensern. Sie lautet Angst und Demütigung. Israelis sehnen sich nach Sicherheit, Palästinenser nach Würde und Anerkennung. Immer wenn die Palästinenser Israels Sicherheit angreifen, bekommen sie eine Demütigung retour. Und umgekehrt.”

    • Komisch, da wurde ein Teil meines Textes gestrichen. Was ich sagen wollte, war, dass sich auch die Palästinenser nach Sicherheit sehen. Das wird jedoch ausgeblendet. Es geht immer nur um die Sicherheit der Besatzer, nie um die Sicherheit der Unterdrückten.

    • Logo. Aber Sicherheit können die Palästinenser sofort haben, nur eben nicht in Freiheit und Selbstbestimmung. Das ist das Problem.

    • “Logo. Aber Sicherheit können die Palästinenser sofort haben, nur eben nicht in Freiheit und Selbstbestimmung. Das ist das Problem.”

      Achso Sicherheit ohne Freiheit und Selbstbestimmung. Wie soll das aussehen. Sie fühlen sich wahrscheinlich auch sehr sicher, wenn sie in einem israelischen Foltergefängnis sitzen, weil sie einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren und irgendein rassitischer IDF Soldat der Meinung war, dass er sie Heute mal völlig willkürlich zusammenschlägt und dann wegsperrt. Das ist leider die Realität in Palästina. Das die IDF völlig willkürlich handelt sollte ihnen doch bekannt sein, oder?

  10. @Heidelbaer: – Ich war auch einmal sehr blauäugig. Ein typischer Stereotyp ist der von Israels Sicherheitsbedürfnis und das Bedürfnis der Palästinenser auf Anerkennung und Würde. Genauer betrachtet muss ein Koloniegründer, der eine einheimische Bevölkerung vertreibt, enteignet, deren Dörfer mit eigenen Wohnstätten und Plantagen ersetzt immer so lange auf der Wacht sein um natürlichem Widerstand entgegenzutreten, bis man ernsthaft versucht gütlich miteinander eine Ordnung für ein friedliches Zusammenleben zu finden. Das passiert jedoch nicht und deswegen bleibt Besatzungsmacht eben nichts anderes als eine unterdrückende Gewalt, die wehrlose Palästinenser schikaniert. Dass die Palästinenser die Kontrollen gelassen hinnehmen ist doch keine Begründung, dass eine Besatzungsmacht ein zeitlich unbefristetes Recht auf Kontrolle über andere Menschen hat. Wenn sie sich wehren würden, würde man auf sie schießen oder damit würden sie nur ihre ’terroristischen’ Neigungen unter Beweis stellen. Die Soldaten befinden sich im Westjordanland und da gehören sie nicht hin. Jüdische fanatische Siedler dürfen frei mit ihren Gewehren herumlaufen. Wer kontrolliert den die? Palästinenser brauchen nicht Anerkennung und Würde, die sollte man wohl jedem Menschen zustehen ohne Unterschied auf Rasse oder Religion. Nein, sie brauchen ihre Freiheit, Recht über ihr Eigentum zu bestimmen und Recht in ihrer Heimat wohnen zu dürfen. Ein blah, blah, blah, das versucht sich mit schwammiger Ausgewogenheit zu präsentieren, verkennt das täglich sich ereignende Unrecht. Es ist erstaunlich, dass man dem Unterdrücker mehr Rechte einräumt als den Unterdrückten.

    • “ein Koloniegründer”

      Eine Kolonie setzt immer auch einen Heimatstaat voraus. Die Koloniegründer in Amerika, Asien und Afrika waren die Europäer.

      Wer also ist der Heimatstaat, der die Kolonie Israel gegründet hat? Europa? Der “große Satan” USA?

    • “Eine Kolonie setzt immer auch einen Heimatstaat voraus. Die Koloniegründer in Amerika, Asien und Afrika waren die Europäer. [Rainer Unsinn]”

      Soweit richtig.

      “Wer also ist der Heimatstaat, der die Kolonie Israel gegründet hat? [Rainer Unsinn]”

      Wer (außer Ihnen) schrieb was von “Kolonie Israel”? Koloniegründer(!) Israel, Kolonie Westbank/Gaza und schon wird ein Schuh daraus!

      SCNR und schönen Tag noch!

      Hanns

      “Kolonie

    • Kann man auch ohne Leder Schuhe machen?

      Können Kolonien überhaupt in unmittelbarer Nachbarschaft gegründet werden? Ist das Elsass also eine französische Kolonie?

      Und seit wann ist Gaza wieder besetzt? Wenn aber nicht besetzt, wieso Kolonie?

      Von der Berufswahl Schuhmacher würde ich abraten.

      SCN(either)R

    • Hm, den Vorwurf des “blah, blah, blah” könnte man auch auf Ihr Posting münzen. Bringt nur nichts.

      Es geht Ihnen darum (Zitat) ” ernsthaft versucht gütlich miteinander eine Ordnung für ein friedliches Zusammenleben zu finden”

      Dazu müssen sie darauf verzichten die eine Seite zu dämonisieren, und sie müssen die elementaren Wünsche und Bedürfnisse wenigstens zur Kenntnis nehmen.

      Sonst reden Sie nämlich doch einer Gewaltlösung das Wort, die sie zwar in die gerechtigkeits-heischende Formulierung “Widerstand gegen Unterdrückung” kleiden, aber in Wahrheit die Spirale von Blut, Leid und Tränen weiter dreht.

      Das “Würde-Ding” der Palästinenser wird genau in Freiheit und Selbstbestimmung ausgezahlt. Und das “Sicherheits-Ding” der Israelis in anerkannten Grenzen und Gewaltverzicht.

      Ließe sich noch ausführen, aber nicht heute.
      Heidelbaer

    • Also wollen sie damit sagen, dass die Israelis solange das Recht haben die Palästinenser zu vertreiben, zu unterdrücken und zu ermorden bis diese aufhören Widerstand zu leisten? Sie scheinen zu vergessen, dass es äußerst selten gewalttätigen Widerstand der Palästinenser gibt. Die Unterdrückung der Israelis ist aber täglich und andauernd. Die Vertreibung wurde nicht gutmacht oder umgekehrt. Das Recht auf Rückkehr lässt auf sich warten. Sorry, aber sie sehen einfach nicht, dass es hier um einen Konflikt zwischen Besatzern und Besetzten handelt und die Besetzten sind die einheimischen Palästinenser und die Besatzer sind die eingewanderten europäischen Besatzer. Dann das Recht der Besatzer und Einwanderer auf Sicherheit an höchste Stelle zu stellen und das Verlangen nach Sicherheit der Unterdrückten einheimischen zu ignorieren ist einfach unglaublich.

  11. Für den Außenstehenden ist sehr schwer einzuschätzen welche Rolle die palästinensischen Christen im Nahostkonflikt spielen. In folge des arabischen Frühling wurde vor allen eins gemacht, jagt auf die Andersdenkenden und Anderesgläubigen. Ob Ägypten oder Syrien, Christen stehen auf der Abschussliste. Patriotisch waren die Christen schon immer, aber mittlerweile mutieren sie zu Superpatrioten, mit dem Glauben ihr Glauben würde dadurch im neuen Palästinenserstaat geschützt. Ob die ein Schuss in die Hosen darstellt, lässt sich noch nicht sagen. Ich persönlich glaube, Palästina kommt ohne Christen aus. In Bethlehem leben heute schon 80 % Muslime. Und stört es das Weihnachtsgeschäft? Nein! Für die paar Wochen stellt man gerne den Muezzinruf ab und die Kirchenglocken an, bringt das doch Geld ins arme Land. Dazu braucht man kein christliches Personal, dass ist Weihnachten nach europäischen Maßstab, nicht die Geburt Christi, sondern ein dicker Weihnachtsmann und mit Geschenken.

  12. Sehr geehrte Frau Strauss,
    Danke für Ihren Bericht und die damit verbundene Fahrt durch das Westjordanland nach Zebbabdeh. Als noch im Land kann ich Ihnen versprechen, dass Sie noch viele ähnliche Erfahrungen wie am Checkpoint neben der jüdischen Siedlung Shave Shomron machen werden müssen. Zu Ihrem Kommentar oben vom Hügel von Sebastia – ” Letztendlich sind wir ja ganz gut durch die Kontrollen gekommen, wir mussten keine Pässe zeigen……” nur eine Bemerkung: Falls Ausländer in diese israelischen Kontrollen hineinkommen, ist es genau immer diese Reaktion: Aufatmen, nichts passiert, gut durchgekommen …. und die ganze nervöse Aufregung ist vergessen. Warum regen wir uns nicht auf regen wir uns nicht auf? Warum machen wir nicht internationalen Protest mit Konsequenzen? Warum stellen wir uns nicht auch öffentlich eindeutig an die Seite der Palästinenser, die im eigenen Land diese Besatzungschikane täglich über sich ergehen lassen müssen? – Auch diese spontane “Vergeßlichkeit” und fehlende Protestreaktion ist ein Grund dafür, dass sich nichts ändern, sondern im Gegenteil nur noch schlimmer wird!
    Aber trotzdem herzlichen Dank für diesen Bericht. Ich wünsche Ihnen viel Mut für Ihre weitere Berichterstattung aus Israel und Palästina und hoffe und wünsche mir, dass Sie sich dann von Druckreaktionen von den verschiedensten Seiten nicht einschüchtern und mundtot machen lassen. Die Wahrheit darf und muss gesagt werden! – Und nichts anderes wollen Sie ja schließlich, als Fakten zu berichten.