Ikrit – das verlassene christlich-palästinensische Dorf

 

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  1. angebliche Sicherheitsprobleme. Ja Herr Schneider! Angeblich. Nun ja, ich schlage vor Sie ziehen mal dorthin und dann schauen wir mal ob sie sich sicher fühlen, ob Sie vielleicht sogar gerne die Israelische Armee zur Hilfe rufen und die ein oder andere Strassensperre nicht nur verstehen, sondern sogar gut finden! Ich spende gerne den ersten 100er für Ihre neue Wohngelegenheit dort, ein Stück echter Journalismus könnte daraus entstehen, ist das nicht was?

    • @sorglosarglosgnadenlos: – ein kurzer Bericht und doch so erschütternd. Aber von deiner Seite nur Kaltherzigkeit und Gleichgültigkeit. Du scheinst den Bericht als wenig plausibel anzusehen. Könntest du dir vorstellen, dass die Palästinenser in diesem Dorf sich gut mit ihren libanesischen Nachbarn vertragen könnten? Ich schon. Sie hätten also gar keinen Grund die Armee zur Hilfe zu rufen. Bezeichnend ist, dass die Armee gegen den Willen der Gerichte sich verbrecherisch aufführt. Wie kann man allen Ernstes einfach ein Dorf zerstören? Viele Menschenschicksale wurden damit auch zerstört. Welcher Mensch mit gesundem Menschenverstand kann Strassensperren gut finden. Den zu vergebenen Hunderter solltest du dir lieber an den Hut stecken.

      • “Könntest du dir vorstellen, dass die Palästinenser in diesem Dorf sich gut mit ihren libanesischen Nachbarn vertragen könnten? Ich schon.”

        Völlig unmöglich ist das nicht. Wenn man sich aber an den libanesische Bürgerkrieg erinnert oder sich anschaut, wie Palästinenser auch heute noch im Libanon leben müssen, dann kommt man schnell zu dem Schluss, dass das eher unwahrscheinlich ist.

      • “und doch so erschütternd”

        Erschüttern dich auch die Schicksale von Otzenrath, Holz, Spenrath, Immenrath und Pesch? Oder ist dir das egal?

        • Ähnliches ging mir unter anderem auch durch den Kopf, als ich Michaels Beitrag gelesen habe. Aber ich propagiere in diesem Blog immer wieder, dass das Verhalten einer Partei nichts mit dem einer Anderen zu tuen hat und dabei bleibe ich auch (egal wie konsequent das von den schwarz-weiß-“Denkern” hier ignoriert wird).
          RWE und seine Gesinnungsgenossen können so viel Dörfer dem Erdboden gleich machen (oder einfach ertränken; Beispiel: Staudammprojekte weltweit) wie sie wollen, das hat nichts mit dem was in Israel geschieht zu tuen. Ergo: solche Vergleiche sind hinfällig…
          (und wehe irgendwer kommt jetzt mit dem Argument, ich hätte ja den Apartheit=Israel Vergleich als zumindest im weitesten Sinne nachvollziehbar bezeichnet und müsse deswegen auch Vergleiche wie den hier angesprochenen hinnehmen; da gebe ich mein zweit-liebstet Zitat als Antwort: “Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern”)

          • “mein Geschwätz”

            Wen du das so nennst – ich hätte mich das ja nicht getraut 😀

            Die Kernfrage: worum geht es K.? Erschüttert ihn das Leid der Betroffenen? Dann sollte es keinen Unterschied zwischen Immerath und Ikrit für ihn geben. Oder das Vorgehen, dass man trotz Gerichtsurteil nichts tut? Auch da gibt es viele andere vergleichbare Beispiele. Oder ist es etwas anderes, das ihn empört? Honi soit…

    • Sehr geehrter Herr Sorglos, freilich ist die Begründung der israelischen Armee der zynische Vorwand der “Sicherheitsprobleme” für die palästinensischen Christen. Ich frage mich nur, warum diese “Fürsorge” nicht für die viel mehr gefährdeten jüdischen Siedlungen auf dem von Israel besetzten Golan gilt. In Kirat Schmona, in oder Kefar Gilat z.B. spielt dieses Argument keine Rolle. Da wird gesiedelt und werden Siedlingshäuser gebau, was das Zeug hält. Hört doch endlich auf, mit zweierlei Maß zu messen. Dass Christen nicht zurückkehren dürfen in ihre alten Dörfer, ist absolut keine Frage der Sicherheit – denn dieses Problem hätten allein die zurückkehrenden christlichen Bewohner für sich zu entscheiden, ob sie dort leben wollen – sondern einer schickanösen israelischen Machtpolitk.

      • die christen an der grenze waren das sicherheitsrisiko, deswegen wurde es ihnen nich erlaubt dort zu bleiben. man konnte es sich nicht erlauben solche infiltrierunspunkte zu lassen.

  2. Mr. Haddad spricht gegen Ende des clips von den “Israelis” (gemeint: das israelische Militär?). Die Bewohner wurden aus ihrem Dorf vertrieben, aber es sind keine Flüchtlinge, sondern sie sind freie israelische Staatsbürger, die nun andere israelische Dörfer bewohnen, mit allen Rechten (ausser dem, “ihr” Dorf bewohnen zu dürfen) und freiwilliger Wehrpflicht. Verstehe ich das richtig?

    Haben die Jugendlichen aus dem Dorf keine andere Perspektive im Leben, als das Dorf zu besetzen?

    Ich habe mir die Lage des Ortes auf einer Karte angesehen. Es ist ganz offensichtlich, dass er genau in der israelischen militärischen Pufferzone zum Libanon liegt. Die Menschen dort scheinen diese Tatsache – und Gefahr! auszublenden. Sie wollen sich lieber an der Sonne verbrennen…

    • @Lily : Du sagst es, die Palestinenser wurden vertrieben mit anderen hunderttausenden Palästinensern. Und die Dörfer wurden vernichtet, das war in diesem Fall 1951, also bevor Hizbollah existierte. Als Vertriebene leben sie in ihrem eigenem Land gezwungener Massen als Staatsbürger Israels. Grossartig,dass sie frei sind. Man sollte dich ‘mal in die Wüste schicken, dann könnte man über dein Schicksal berichten und dich als freien Menschen beglückwünschen.

      Verstehe nicht warum du von ‘ihrem’ Dorf in Anführungszeichen sprichst. Es ist ein Menschenrecht nicht einfach vertrieben zu werden. Erschüttert es dich gar nicht dass man einfach ein Dorf in die Luft jagt? Dorf besetzen? IHR Dorf. Die Menschen (Palästinenser) blenden nichts aus, du bist es, die etwas ausblendet. Es ist wohl nur ein Pappenstiel ein Dorf in die Luft zu sprengen? Wie kann man nur so blind sein.

      • @ Michael K.

        Die Theatralik, die diese Menschen veranstalten, ist lächerlich. Leider lässt sich Herr Schneider als ihr Sprachrohr gebrauchen.

        “Als Vertriebene leben sie in ihrem eigenem Land gezwungener Massen als Staatsbürger Israels.”

        Das Dorf dieser Menschen ist kriegerischen Auseinandersetzungen zum Opfer gefallen und befindet sich nun in einer militärischen Sperrzone an der Grenze zum Libanon. Solche Dinge geschehen…

        “Grossartig,dass sie frei sind.”

        Ja, das ist grossartig. Sie hätte auch ein hartes Schicksal treffen können.

        “Man sollte dich ‘mal in die Wüste schicken, dann könnte man über dein Schicksal berichten und dich als freien Menschen beglückwünschen.”

        Diese Menschen wurden nicht “in die Wüste” geschickt. Sie haben in Nachbardörfern ein neues Zuhause gefunden. Wie schlimm ist das?
        Sie sind doch auch ein Deutscher. Wie viele Dorfbewohner bleiben in Deutschland heute noch über Generationen hinweg in ihrem “Heimatdorf” wohnen?

        Diese besondere Ortshaftung ist Israel/Palästina-spezifisch und für unsereiner (ich schliesse Sie da gerne mit ein) nicht normal, jedoch Lebenssinn und -inhalt für Viele in Nahost.

        Ich kenne ein solches Gebundensein an einen Ort nicht. Ein sicheres Zuhause und Verbundenheit mit anderen Menschen, ja. Das sind Dinge, die mir auch wichtig sind, aber diese Sehnsucht zurück an einen alten Ort ist mir fremd. Vielleicht wünschen sich diese Leute nicht wirklich zurück in diesen Ort, sondern eine Reise zurück in die Vergangenheit und hinein in die alte Dorfgemeinschaft, die einmal im Monat begleitet von nostalgischem Gefühl wiederbelebt wird.

        Jesus sagt, “Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber folge mir nach.” (Mt. 8, 22 u. Lk. 9,60). – Ist das nun die Nachfolge Jesu, dass die früheren Dorfbewohner und ihre Nachkommen ihre Toten an ihrer Kirche begraben, nach den vielen Jahren noch immer dem verlorenen Heimatdorf nachtrauern und über dieses “Elend”, diese Tragödie, die Gegenwart versäumen? Es könnte recht leicht sein, die Gegenwart zu verstehen und zu akzeptieren: Ein Blick auf die Landkarte genügt.

        “Verstehe nicht warum du von ‘ihrem’ Dorf in Anführungszeichen sprichst.”

        Es existiert kein Dorf mehr, nur eine Kirche. Sie halten fest an einem Dorf, das sie als das ihre verstehen, obwohl es das Dorf nicht mehr gibt. Diese Menschen trauern einer längst verlorenen Vergangenheit nach.

        “Es ist ein Menschenrecht nicht einfach vertrieben zu werden. Erschüttert es dich gar nicht dass man einfach ein Dorf in die Luft jagt?”

        Über diese Dinge ist mittlerweile viel Gras gewachsen. Vertreibungen, die mich erschüttern, gibt es anderswo. Die ehemaligen Bewohner dieses Dorfes haben alle ein neues Zuhause gefunden, und es fehlt ihnen an nichts bzw. nicht an mehr oder weniger als ihren mittlerweile nicht mehr ganz neuen Nachbarn.

        Interessant wäre es, sich genauer anzuschauen, warum diese Leute die Situation als ein so unbeschreibliches Elend empfinden. Wie geht es ihnen an ihren jeweils ‘neuen’ Wohnorten? Fühlen sie sich dort wohl und wenn nicht, welches sind die Gründe? Liegt es daran, dass sie zuvor eine homogene christliche Gemeinschaft bildeten und heute vielleicht als Minderheit in mehrheitlich muslimischen oder jüdischen Dörfern leben? Es wäre ganz interessant, dieser Frage nachzugehen, aber auch nicht wirklich weltbewegend.

        • “Ich kenne ein solches Gebundensein an einen Ort nicht. Ein sicheres Zuhause und Verbundenheit mit anderen Menschen, ja. Das sind Dinge, die mir auch wichtig sind, aber diese Sehnsucht zurück an einen alten Ort ist mir fremd. Vielleicht wünschen sich diese Leute nicht wirklich zurück in diesen Ort, sondern eine Reise zurück in die Vergangenheit”

          Wenn sie so denken. Was zum Teufel machen dann die Zionisten in Palästina?

          • “Wenn sie so denken. Was zum Teufel machen dann die Zionisten in Palästina?” (Free)

            Die Zionisten in Palästina haben nichts mit meinem So-Denken zu tun.

            Ich verstehe aber, was sie meinen: Wenn “man” (ich) so denkt, wenn jeder so denkt, dann hat der Zionismus keine Grundlage.

            Die Verbundenheit mit einem Dorf und seiner Geschichte betrifft die Dorfbewohner und die Vergangenheit, die sie – jetzt unmittelbar – teilen. Die Dorfgeschichte ist keine Geschichte der Offenbarung Gottes.

            Die Sehnsucht der Juden nach Israel ist grösser und umfasst nicht nur die an dieses Land gebundene Geschichte eines Volkes, sondern die an Gott, den Schöpfer gebundene Geschichte dieses Volkes, der ein Versprechen gegeben hat. Die Sehnsucht nach dem Land ist transzendent und teilweise irrational, da auch Menschen diese Sehnsucht verspüren, ohne in Israel geboren zu sein und ohne das Land jemals betreten zu haben.

            Innerhalb des Heiligen Landes kleben die Menschen dann aber nicht so sehr an ihrem spezifischen Dorf, dem Geburtshaus o.ä.

            Es ist dennoch interessant und geradezu hysterisch zu beobachten, dass alle Bewohner Israels bzw. des geografischen Palästinas eine besondere Beziehung zu dem Land oder ihrem jeweiligen Heimatort haben.

            In der gesamten zivilisierten Welt gibt es Landflucht, und die Menschen ziehen in die Städte. Wenn noch vorhanden, so zerfällt der alte Familienbund in der ländlichen Gesellschaft, aber in Palästina ist das Land immer wie die Quelle des Lebens selbst.

            Das ist das “Thema” der Region. Die Deutschen recyclen ihren beseelten Müll zu einem stetig wachsenden Prozentsatz, und im geografischen Palästina ist die Erde selbst Seele, âme (fr) und damit Gegenstand von Liebe, Verbundenheit: am-our.

          • es gibt und gab keine bindung der nichtjuedischen bewohner zu dem heiligen land, welche groesser ist, als es sonst ueblich ist.

            seit dem eroberung des heiligen landes durch die osmanen, (und eigentlich schon davor) haben sich die moslems einen feuchten dreck ueber das land gekuemmert.

            das land welche vor 2000 jahren fruchtbar gewesen ist, was sowohl roemische, als auch andere quellen belegen wurde nach dem uebername des landes durch islam nach und nach vernichtet. islamangenommene nomaden konnten endlich ungehindert in dem land fussfassen. ihre kleinvieh-haltung welche noch zu juedischen zeiten verboten war, machte aus grossen teilen suedens und teilen nordens einode.

            norden wurde zu einem malarieverseuchten sumpfgebiet. das typische wassermangel erlaubte kaum landwirtschaft. lediglich in den juedaeischen bergen konnte man in den trockenen fluesbetten etwas anbauen.

            aber nichts bezeugt, die unwichtigkeit des landes in den augen der araber, wie die stadt jerusalem. 19 jahre stand jerusalem unter jordanischer kontrolle. 19 jahre lang hat kein arabischer herrscher sie besucht um in der al-aksa mosche zu beten.

          • Und genau deswegen muss man den vertriebenen Palästinensern das Recht auf Rückkehr gewähren und da spielt es überhaupt keine Rolle, ob dadurch die demographische Lage in Israel verändert wird. Es ist einfach ihr Recht. Diese Menschen wurden völlig zuunrecht von zionistischen Terroristen vertrieben und wenn jemand das Recht hat dort zu leben dann bitte die vertriebenen und nicht die Terroristen, die diese Menschen vertrieben haben. Diese Terroristen gehören in den Knast, aber die Israelis haben sie leider zu ihren Ministerpräsidenten gemacht, anstatt sie ins Gefängniss zu schicken.

          • “es gibt und gab keine bindung der nichtjuedischen bewohner zu dem heiligen land, welche groesser ist, als es sonst ueblich ist.” (ariel)

            Mag sein, dass Nichtjuden diese “Bindung” heute lediglich imitieren, um politische Ziele durchzusetzen.

            Die Bindung der Dorfbewohner an ihr altes, verlorenes Dorf/die alte Heimat ist ungewöhnlich stark. Und auch die Bindung palästinensischer Flüchtlinge an ihre alte Heimat ist so gross, dass sie von Generation zu Generation weitergegeben wird.

            Was die Araber mit dem Land verbinden, ist nicht dasselbe wie das, was religiöse Juden dort empfinden. Dennoch ist die Bedeutung dieser Erde auch für die Araber sehr stark, möglicherweise und zu allen Zeiten nur, weil sie nicht wahrhaben wollen und akzeptieren können, dass Gott dieses Fleckchen Erde ‘unfairerweise’ den Juden und nicht ihnen versprochen hat.

            Daher war ihnen das Land auch egal, solange die Juden fort waren.

  3. Gerade jetzt vor Weihnachten sollten wir uns an das Schicksal der Palästinenser erinnern. Genau wie Maria und Josef, die vor über 2000 Jahren in Palästina den weiten Weg durch dieses Land irrten, um endlich in Betlehem eine Herberge fanden, um dort ihren Sohn zur Welt zu bringen. So ergeht es heute vielen Menschen in diesem Land, die keine Herberge finden, die aus ihrer Heimat vertrieben werden und ihre Menschenrechte mit Füßen getreten werden.
    Mögen wir besonders an Weihnachten daran denken!

    • waeren maria und josef heute nach bethlehem unterwegs, wuerden sie feststellen, dass die beiden als juden in der stadt nicht willkommen sind.

      und ist es so, dass es irgendwo zwischen jordan und mittelmeer menschen gibt, welche kein ort zum schlafen haben? oder sollte man als tatsache erkennen, das die palaestinenser die privilegiersten fluchtlinge weltweit sind. es gibt einen un-hilfswerk fuer palaestinenser und einen fuer alle andere fluchtlinge.

      • @ ariel

        Wohnen die früheren Bewohner dieses Dorfes sowie ihre Nachkommen heute in Flüchtlingslagern (haben sie einen Flüchtlingsstatus?), oder sind es heute gleichberechtigte Bewohner anderer Dörfer?

          • @ariel: du könntest sie ja ‘mal fragen. Normale israelis sind sie nicht, da sie aus ihrem Dorf gegen ihren Willen vertrieben wurden. Aber koloniale Herrscher kümmern sich nur um ihre eigenen Leute, Palästinenser sind dagegen etwas Fremdes, Menschen, die man schon einmal durch die Gegend treiben kann, denen man in manchen Fällen sogar Wasser und Strom verweigert, weil sie wohnen wollen, wo sie sich zu Hause fühlen.

          • michael, es wird immer langweiliger mit dir zu diskutieren. deine argumente und argumentationsweise wird immer der von free aehnlicher. wenn mir jemand geld geben wuerde, wenn ich genau sagen kann ob du und free eine und die selbe person seid, so haette ich lange ueberlegen muessen.

            gibt es in israel sonst keine menschen, welche vertrieben wurde? so um die paar hunder tausend sephardische juden oder die antiken gemeinden, welche in gaza und hebron noch vor 48 gegeben hat. oder die israelis, welche erst 2005 aus gaza von der israelischen armee vertrieben wurden. die wunden sind noch frisch. in gegensatz zu den menschen in bericht, welche unter anderem in haifa leben, sind viele von den gazavertriebenen immer noch “unterwegs”.

          • @ariel: im grunde habe ich andere Dinge zu tun, aber wenn ich hier die erniedrigenden und abfälligen Kommentare über die Palästinenser lese, deine verherrlichenden Kommentare über die unterdrückende, israelische Armee, wenn ich bedenke mit welcher Arroganz hier über die Palästinenser gerichtet wird, deren natürlicher Wille frei zu sein durch kaltherzigen Egoismus mit Gleichgültigkeit begegnet wird, dann geht mir des öfteren wirklich der Hut hoch. Ich verstehe nicht, warum man gleichgültig die Unterdrückung eines Volkes hinnehmen sollte, deren fortsetzende Enteignung, wilkürliche Hausabrisse und allgegenwärtige Diskriminierung.

            Dass Juden aus anderen arabischen Ländern vertrieben wurden, kannst du den Palästinensern nicht anlasten. Abgesehen davon, so habe ich den Eindruck bekommen, dass der Staat Israel diesen Prozess bewusst beeinflusst hat (Ausnahme Ägypten). Israel brauchte Bürger und sollte aufgefüllt werden. Die Heinrich-Böll Stiftung wollte einmal zu einem Treffen einladen und diesen Aspekt darstellen. Jüdische Stimmen haben darauf aufmerksam gemacht, dass die Böll-Leute da etwas verkehrt in den Hals bekommen haben. Ich lasse mich da aber noch gerne belehren.

            Du sprichst von Geld…, was meinst du? (Erklärung ist unnotwendig). Ich bin nicht Free, du aber wohl ariel, Veritas, benno, sagenlos, namenlos und gnadenlos.

            Es ist wirklich erschütternd mit welcher Rotzigkeit das Leiden der Menschen in Gaza heruntergespielt wird. Du sprichst von priviligiertesten Flüchtlingen….eine erschütternde Charakteristik einer Situation von Menschen, denen es nicht erlaubt und gegönnt ist, sich zu entwickeln, sich frei zu bewegen und die statt dessen zusehen müssen, wie ihre Gesellschaft dem langsamen Verfall entgegen geht.

            Die wenigen jüdischen Siedler, die von der israelische Armee aus Gaza vertrieben wurden, hatten sich Enklaven im Gazastreifen eingerichtet, das beste Land sich angeeignet und ein Grossteil des knappen Wassers für sich beansprucht. Ausserdem besiedelt man nicht Land das einem nicht gehört oder dass man meint sich aneigenen zu können, nur weil man dazu die notwendige militärische Überlegenheit mitbringt.

            Sei beruhigt, solange für dich die Palästinenser nur Terroristen sind, werde ich dich weiter langweilen (angenommen, das Ard Studio wird nicht müde von mir). Gerade wieder gelesen; es kommt zu täglichen, provokativen Übergriffen auf und Arrestationen von Palästinensern in der West Bank. Wer terrorisiert hier wen????

          • @ Michael K.

            Ich kann Ihnen versichern, dass ariel nicht gleich benno ist. Wo benno draufsteht ist auch benno drin.
            Was wiederum nicht bedeutet, dass benno ariel nicht in den meisten Fällen zustimmt, weil ariel in der Geschichte Israels bessere Kenntnisse hat als benno.

            Sie werfen Andersdenkenden regelmässig Kälte und Mitleidlosigkeit und Arroganz gegenüber den Palästinensern vor.
            Es gibt zur Zeit Millionen Menschen, die auf der Flucht sind ( meistens vor Islamisten), in Syrien werden Christen buchstäblich geschächtet ( bei lebendigem Leib) und das Blut wird in Flaschen abgefüllt und für sechsstellige Dollarbeträge an reiche Saudis verkauft, die sich darin die Hände waschen, weil sie glauben, dadurch selbst an der Tötung der “Ungläubigen” beteiligt zu sein und einen Platz im Paradies bekommen.Es wird allerhöchste Zeit, sich dieser Verbrechen anzunehmen.Selbst die Kirchen “schlafen” hier( was Lily schon an anderer Stelle angemerkt hat). Ein Riesenskandal. Da geht es den Palästinensern verhältnismässig gut.Auf die Geschichte des Konflikts will ich hier nicht eingehen.Andere sind da kompetenter ( alle von Ihnen gescholtenen könnte man summarisch sagen)

            Die Fokussierung auf die Palästinenser muss einen Grund für Sie haben. Geht es wirklich um das Elend der Menschen ( in erster Linie verursacht durch die Hamas) oder nicht doch darum, den Juden ihre Existenzberechtigung und ihren Staat abzusprechen ?

            Im Übrigen: Als jemand, der 17 Jahre seines Lebens im sozialen Bereich tätig war, und zwar an der “Front” und nicht am Schreibtisch….prallen solche Vorwürfe bzgl. Kaltherzigkeit und Co. an mir ab.

            Was tun Sie konkret um den Palästinensern zu helfen ? Über Netanjahu ( und die “Besatzer” und “Kolonialisten” usw. im Internet schimpfen bringt ja wohl eher gar nichts), zumal hier einige Leute mitkommentieren, denen man mit dieser alten Masche nicht beikommen kann.

            Mein Motiv hier mitzukommentieren, kann ich gerne erklären: in meiner Jugend bin ich naiv und blind der Mehrheitsmeinung gefolgt, die Juden hätten sich das Land der Palästinenser widerrechtlich angeeignet. Seitdem sind Jahrzehnte vergangen und eine gründliche Beschäftigung mit dem Thema hat mir schrittweise die Augen geöffnet. Sie sehen, es ist nie zu spät.

            Frohes fest

          • ich habe dein text genommen und nur wenige woerter ersetzt. und das ist dabei herausgekommen:

            @Michael: im grunde habe ich andere Dinge zu tun, aber wenn ich hier die erniedrigenden und abfälligen Kommentare über die Israelis lese, deine verherrlichenden Kommentare über die unterdrückende, Hamas und Fatach, wenn ich bedenke mit welcher Arroganz hier über die Siedler gerichtet wird, deren natürlicher Wille sicher auf ihrem Land zu leben durch kaltherzigen Egoismus mit Gleichgültigkeit begegnet wird, dann geht mir des öfteren wirklich der Hut hoch. Ich verstehe nicht, warum man gleichgültig die Bedrohung eines Volkes hinnehmen sollte, deren fortsetzende Anfeindung, wilkürliche Terroranschlaege und allgegenwärtige Demonisierung.

            Dass Palaestinenser durch den Krieg welchen die Araber anzettelten vertrieben wurden, kannst du den Israelis nicht anlasten. Abgesehen davon, so habe ich den Eindruck bekommen, dass die arabischen Staaten diesen Prozess bewusst beeinflusst haben (um den arabischen Armeen weg frei zu raeumen).

            ….

            Es ist wirklich erschütternd mit welcher Rotzigkeit das Leiden der Menschen in Israel heruntergespielt wird. Du sprichst von reichen Siedlern….eine erschütternde Charakteristik einer Situation von Menschen, denen du nicht goennst, sicher zu leben, sich in Jehudea und Samaria frei zu bewegen und die statt dessen zusehen müssen, wie das Land ihrer Vorfahren Ihnen genommen wird.

            Sei beruhigt, solange für dich die Zionisten nur Diebe und Unterdruecker sind, werde ich dich weiter langweilen (angenommen, das Ard Studio wird nicht müde von mir). Gerade wieder gelesen; es kommt zu täglichen, provokativen Übergriffen auf Israelis in der West Bank und Gaza. Wer terrorisiert hier wen?

          • “Geht es wirklich um das Elend der Menschen ( in erster Linie verursacht durch die Hamas) oder nicht doch darum, den Juden ihre Existenzberechtigung und ihren Staat abzusprechen ?”

            Wie bitte? In erster Linie verursacht durch wen? Haben sie überhaupt eine Ahnung wann die Hamas gegeründet wurde? Aber logisch weiss doch jeder, dass die Probleme im Nahen Osten erst 1987 mit der Gründung der Hamas entstanden sind. Israelische Massaker, Vertreibung, Unterdrückung ist in ihrer Realität ja nie passiert. Sie sollten endlich die Augen aufmachen und sich nicht hinter ihren zionistischen Propagandalügen verstecken. Bester Beweis, dass die Palästinenser denken, dass die Hamas für das Elend verantwortlich ist, haben ja die Wahlen 2006 bewiesen, in denen sie komischerweise genau die Hamas gewählt haben. Komisch irgendwie passt das alles doch nicht so zusammen. Ach wurscht, wenn zionitische Märchenonkel wie sie das behaupten wird das ja schon stimmen …

      • @ Ariel
        die Palästinenser besonders im Gazastreifen, sind so privilegiert, das sie in dem größten Freiluftgefängnis der Welt leben dürfen und das sich das UN- Flüchtlingshilfswerk
        einen Dreck darum schert.

        • ich finde, dass der groesste freiluftgefaengniss immer noch nordkorea ist. da ist gaza doch viel freier.

          was der palaestinensische fluchtlingshilfswerk angeht, so ist er in vieler hinsicht interessant. erst mal sieht er sich fuer menschen zustaending, welche nach der internationaler definition keine fluechtlinge sind. zweitens ist es ein hilfswerk NUR fuer palaestinenser mit einem eigenen budget. und sie bekommen viel mehr geld pro “fluchtling” als alle andere fluchtlinge bekommen.das sit eine sache.

          eine andere sache ist, die weigerung der hamas den europaeischen zoellner die arbeit zu erlauben. diese wurden gleich nach der gazauebernamme der hamas vertrieben. seit dem es keine zoellner gibt, kommen keine waren aus aegypten.

          da bleibt nur die moeglichkeite eines haffens, aber es ist ein zu grosses sicherhetis risiko, da es der hamas ermoeglichen wuerde waffen im groesserem still zu schmuggeln. die gazablockade wird uebrigens durch UN als ligitime action in einem konflikt angesehen.

          ich sehe nur die moeglichkeit an aegypten zu appelieren, menschenverkehr zu erlauben.

    • 12 bis 14 Millionen Deutsche wurde nach dem 2. Weltkrieg aus ihrer Heimat im Osten vertrieben. Das Leben geht trotzdem weiter. Und es ist nunmal kein Wunschkonzert. Wer muesste diesen Palaestinensern in Ikrit den Arsch retten, wenn es von libanesischer Seite her zu einem Angriff der Hezbollah kaeme? – Die israelische Armee natuerlich.

      • @veritas: nein, es ist kein Wunschkonzert von einer Besatzungsmacht unterdrückt zu werden. Warum sollte das palästinensiche Dorf von Hizbollah angegriffen werden? Die existierten gar nicht zu diesem Zeitpunkt. Nein, der Eroberer ist um seine Sicherheit besorgt, da spielt das Leben einer einheimischen Bevölkerung keine Rolle. Deine Logik ist die eines Kolonieherren, der sich nicht viel auf moralische Ansprüche einlassen kann, da sein Vorhaben sonst nicht durchführbar wäre. Die Palästinenser haben keine Angriffe von libanesischer Seite zu fürchten, wohl aber die von einem unterdrückendem, israelischen Militär.

    • Es ist unerträglich wie an Weihnachten immer wieder biblische Texte vergewaltigt werden und wie hier mit Hilfe der Bibel Propaganda gegen den jüdischen Staat getrieben wird.

      Wenn man mal den biblischen Text zur Hand nimmt, wird man feststellen, dass Joseph mit seiner Frau Maria aus der damals jüdischen und heute arabischen Stadt Nazareth nach Betlehem, der Stadt Davids im jüdischen Land in Judäa gezogen ist – einer Stadt in der heute Juden nicht mehr willkommen und nicht mehr sicher sind und von der palästinensischen Polizei an deren Checkpoints zu Ihrer eigenen Sicherheit zurück geschickt werden, wenn sie versuchen sollten nach Betlehem einzureisen.

      Herr Franke Ihr Standpunkt ist Ihnen unbenommen, aber lassen Sie doch bitte Maria und Joseph und Weihnachten aus dem Spiel.
      An Weihnachten geht es zu allerletzt um Nahostpolitik, sondern dass Gott nach christlicher Vorstellung Mensch geworden ist, dass ‘Gott sich ganz auf den Menschen einlässt, sich sozusagen herablässt Ein Kind, das im Dreck geboren ist, ist für gläubige Christen der Erlöser Das ist die Botschaft zu Weihnachten: Gott ist den Menschen unfassbar nah. Für mansche ist das eine Provokation. Ich finde diese Vorstellung nach wie vor faszinierend, daran erinnere ich mich gerne an Weihnachten.
      Die politische Instrumentalisierung von Weihnachten ist mir ein Graus.

      “Du König der Ehren, Herrscher der Heerscharen
      du ruhst in der Krippen im Erdental….
      Ja, dir, der du heute Mensch für uns geboren
      Herr Jesu, sei Ehre und Preis und Ruhm”

      (Aus dem Weihnachtslied: Herbei O Ihr Gläub’gen Friedrich Heinrich Ranke (1798 – 1876)).

      In diesem Sinne weiterhin frohe Weihnachten!

      • „Ein Kind, das im Dreck geboren ist, ist für gläubige Christen der Erlöser Das ist die Botschaft zu Weihnachten: Gott ist den Menschen unfassbar nah. Für mansche ist das eine Provokation.“ (Jörg)

        – Gott ist den Menschen in diesem Kind unfassbar nah.
        – Und wo ist das Kind nun?
        – Ah, wie?
        – Es ist bei uns durch den Heiligen Geist, der uns von ihm geblieben ist.
        – Der Heilige Geist und das Kind, der Mensch, der Erlöser, Gott, sind Eins.
        – Das Kind bringt uns den Geist.
        – Und ohne das Kind?
        – Ohne das Kind und den Menschen kein Heiliger Geist, und Gott kann uns Menschen nicht so unfassbar nah sein.
        – Den Heiligen Geist, Gottes Nähe und unsere Erlösung haben wir auch nur durch das Kind.

        – Und was ist mit denen, die keine gläubigen Christen sind?

        Für manche ist das eine Provokation.

  4. Wer verliert schon gerne seine Heimat, sein Heimatdorf, erzwungenermaßen? Jemanden die Heimat wegnehmen, ist ein Verbrechen und hinterlässt Schmerz und Kummer. Die Alten haben aufgegeben, in den jungen Menschen wirkt (noch) ein Fünkchen Widerstand, der vielleicht sagt, “Heimat ist etwas wert”, es lohnt sich zu widerstehen, obwohl die Aussicht auf Rückkehr hoffnungslos ist und bleibt.

    Die Kirche steht noch und die Toten ruhen in den Gräbern. Was bleibt, sind die Erinnerungen und der Gottesdienst in der Kirche.

    Mitfühlen, nicht urteilen.

    schalom

    • “Wer verliert schon gerne seine Heimat, sein Heimatdorf, erzwungenermaßen? Jemanden die Heimat wegnehmen, ist ein Verbrechen und hinterlässt Schmerz und Kummer.” (Thea)

      In Anlehnung an “Home is where your heart is” habe ich gerade gefunden:

      “Where we love is home, home that our feet may leave, but not our hearts.” – Oliver Wendell Holmes

      Das bedeutet nicht, dass es unbedeutend und immer einfach wäre, “Heimat” verlassen zu müssen, aber wichtiger als ein Heimatort ist doch die innere Heimat im Geborgensein in Gott und im liebenden Verbundensein mit anderen Menschen.

      • Lily, Heimat ist, was Heimat ist. Eine neue Heimat finden, wenn die alte Heimat verloren scheint oder letztlich auch bleibt, erleben Menschen überall auf der Erde. Früher wie jetzt. Ich nehme Dich jetzt beim Wort, denn dieses besagt, dass es keine Heimatböden braucht, um in der Welt – hier auf Erden – beheimatet zu sein. Wir sehen und hören uns um, und vernehmen, wie erbittert doch Menschen vertrieben werden, da sie ja anscheinend keine Berechtigung an einer konkreten Heimat haben. Jemand entscheidet darüber, wer bleiben darf oder gehen muss. Menschliche Hybris? Wenn wir unsere Heimat in uns tragen und voll Vertrauen dem Leben, also Gott, vertrauen, wozu also jeglicher Nationalismus, der auf Blut (Herkunft) und Boden beharrt? Nicht nur die momentan installierte Wirtschaft (System) kann töten, sondern auch Ideologie, wozu ich jede Religion zähle, die Menschen auseinander dividiert, einteilt, ausgrenzt. Ja, Ausgrenzung ist Scheidern am Menschensein, die Frage nach Sünde, dem Bösen, wird bekommt hier ein konkretes Gesicht. Lily, herzliche Grüsse von Thea

        • Hallo Thea,

          “Wir sehen und hören uns um, und vernehmen, wie erbittert doch Menschen vertrieben werden, da sie ja anscheinend keine Berechtigung an einer konkreten Heimat haben.”

          Wir sind nicht reine Geistwesen und müssen irgendwo auf dieser Erde leben und wollen uns als Mensch entfalten. Sie haben Recht: Jedes Fleckchen Erde ist mit einer Ideologie behaftet, die unserem Wesen, unseren Werten und unserem Glauben mehr oder weniger entspricht und unser Leben entsprechend hindert oder fördert.

          Wichtiger ist dennoch die innere Heimat des Menschen. Diese Tatsache lässt den Umkehrschluss NICHT zu, dass die Menschen „keine Berechtigung an einer konkreten Heimat haben“ und daher willkürlich vertrieben werden dürfen. WENN Vertreibung (oder Verlust der Heimat durch Naturkatastrophen oder aus anderen Gründen) aber stattfindet, so ist es den Menschen ein Trost, dass ihnen niemand ihre innere Heimat – in der Beziehung zu Gott und anderen Menschen – nehmen kann.

          Wenn Menschen ihre innere Heimat verlieren – die Beziehung zu Gott und den Mitmenschen, werden sie irre und verlieren sich selbst. Der sichere Heimatboden kuriert die Krankheit nicht. Wenn Menschen aber all ihr Hab und Gut und ihre Heimat verlieren, nicht aber ihre transzendente Beziehung zu Gott, dann können sie alles überstehen.

          • Hallo Lily,
            gerade die Beziehung zu den Mitmenschen, sehe ich eben durch die Wegnahme einer konkreten Heimat, bedroht. Kinder brauchen ein Zuhause, Raum für Spiel und Entfaltung, Sicherheit; der Bauer benötigt Boden für die Aussaat…Zukunft. Auf was Du hinweisen willst, ist schon klar erkennbar, doch öffnet das Tür und Tor für raumgreifenden Terror. Es dreht sich hier nicht um Spiritualität, Lily, es geht um Achtung, Respekt und Würde, das Recht, einen Platz zum Leben beanspruchen zu dürfen.
            Relativieren wir Heimat auf eine innere Heimat – die es ohne Zweifel gibt -, wird es schwierig. Denn damit erteilt man den Aggressoren, eine fadenscheinige Legitimation, Grenzen zu überschreiten, Land zu nehmen, die Menschen zu vertreiben.
            Von welcher Krankheit sprichst Du, Lily? Menschen zu vertreiben, ist Krankheit. Menschen in Lager zu sperren, ist Krankheit und doch so normal geworden.
            Die Krankheit hat einen Namen, Unmenschlichkeit, Macht, über andere Menschen zu bestimmen, ihnen wegnehmen zu dürfen, was sie Heimat nennen und dann noch sich im Recht fühlen, das ist eine schier unheilbare Krankheit. Ich-Sucht, Egoismus, denn der Andere gehört ja nicht in meine “Gruppe”.
            Arno Gruen beschreibt das in einem Interview folgendermaßen, als er plötzlich von Unterschieden, die es scheinbar unter und zwischen den Menschen gibt, hörte. Christen, Juden, Engländer, ect., pp… Er dachte, er gäbe ausschließlich Menschen. Gedanken eines Kindes, wohlgemerkt. Gruß Thea

          • Hallo Thea,

            mit der “Krankheit” meinte ich das psychische Verlorensein, wenn die “innere Heimat” verlorengeht.

            Sie haben natürlich Recht damit, dass diese Tatsache missbräuchlich interpretiert werden kann.

            PS: Ich kann im Moment nicht auf alles/allen antworten. Ein Glück, dass wir keine Tamagotchis der ersten Generation sind!

  5. Sehr geehrter Richard Schneider,

    gibt es zu Ihrem Video von heute noch einen Beitrag hier? Als protestantischer Christ gab mir diese Gruppe aus dem Piet-Kong ja reichtlich Grund zum Fremdschämen. Aber Sie sprachen davon, dass es sich um Arbeiten für einen größeren Dreh handelte, der diese Siedlungsproblematik aufgreift.

    Denn ich hätte manche Fragen: Stimmt das, dass das Land gekauft wurde? Von wem? Gibt es Palästinenser, die tatsächlich Land an Siedler verkaufen? Oder verkauft der israelische Staat Flächen, für die es keinen anderen Besitzer gibt? Und wer bezahlt? Gibt es in der Siedlerbewegung ein eigenes Kreditwesen für diese hochriskanten Investments? Wer sorgt dort für Sicherheit, haben die eine eigene Miliz oder übernimmt das die IDF? Was ist mit polizeilichen Aufgaben, , Verwaltung, Jurisdiktion und so? In welcher Zone liegt dieser “Vorposten” A, B oder C?

    Alles Fragen, die auch ohne die Busladung aus dem Schwarzwald schon interessant gewesen wären. Natürlich auch interessant, ob sich der Herr Pastor und seine begeisterten Mitreisenden diese Fragen überhaupt stellen. Das war auch das, was mich am meisten erschütterte: Dass sich die lieben Mitbürger es sich so geradezu brutal einfach machten: steht in der Bibel, ist so. Gerade von Pastoren, die hierzulande ja akademisch ausgebildet werden, will man ja erwarten dürfen, dass sie sich intensiv Gedanken machen können, und denen, die sie dann als Gemeindeglieder leiten und begleiten auch daran teilhaben lassen. Stattdessen erlebte ich den Pastor in der Rolle des obersten Chef-Vereinfachers.

    Das ist ein viel zu hartes Urteil, wenn man nur diese winzigen Schnipsel eines Blogbeitrages zu Gesicht bekommt. Wahrscheinlich ist Pastor Gerd Rodewald ein ganz besonnener, und erfahrener Seelsorger mit einem etwas unterreflektierten Spleen für das Heilige Land. Kann ja sein.

    Allerdings habe ich ihn mir dann doch noch mal gegoogelt. Und ein bisschen bin ich dann doch beruhigt: Gerd Rodewald ist NICHT Pastor der Evangelischen Kirche Deutschlands oder einer ihrer angeschlossenen Landeskirchen, sondern Prediger einer kleinen, fundamentalistischen “Versammlung bibelgläuber Christen” in Schömberg-Bieselberg. Das ist wirklich der äußerste rechte Rand des freikirchlich-evangelikalen Spektrums unserer Religionslandschaft, ultrafundamentalistisch würde man das wohl im journalistendeutsch nennen.

    Die Pastoren dort haben keine akademische Ausbildung, sondern nur eine Bibel-Schule absolviert, die streng antiwissenschaftlich und kritikfeindlich arbeiten, also mehr als Kaderschmieden fungieren denn als Raum des freien Denkens und Diskutierens. Der Kontakt zum Rest der Welt ist tatsächlich begrenzt, wir Normalsterblichen kommen als Gesprächspartner für diese Leute nur als “Missionsobjekt” in den Gesichtskreis, wenn sie ihre Zeltmission betreiben. Ansonsten eine fremde Welt.

    Und mitten in der Wüste zwischen “Judäa und Samaria” treffen dann diese beiden Welten zusammen, der Journalist und die Fundichristen aus dem Schwarzwald. Extrem kurios.

    Aber noch ein mahnendes Wort zum Schluss: Kopfschüttelnd konstatieren Sie am Ende, dass nach einer halben Stunde Besuch diese Leute nun meinen, über die Lage dieser Vorpostensiedlung informiert zu sein. Vorsicht! Denn Journalisten neigen noch viel mehr zum Vereinfachen als Pastoren (selbst von Freikirchen), und es ist immer Ihre Aufgabe, uns Zuschauer in noch weit weniger als 30min auf einem Niveau zu halten, das wir als “informiert” betrachten sollen.

    Da muss man Hochachtung vor Leuten haben, die hinfahren, und sich das ansehen, die mit den Menschen reden und es ja auch nicht bei den 30min belassen, sondern über Jahre immer wieder kommen, Kontakte pflegen usw. Dass sie dabei – ihrer speziellen Bibelauslegung folgend – sehr selektiv vorgehen und die palästinensischen Glaubensgeschwister ausbledenden, das steht freilich auf einem anderen Blatt.

    Heidelbaer

    • Danke Heidelbaer für die Recherche.
      Mein Eindruck war auch, dass dieser Pfarrer nicht mehr alle Tassen im Schrank. Dass er nicht akademisch ausgebildet ist, lässt ein wenig aufatmen, dann hätte ich an unserer Universitätstheologie gezweifelt.

      Aufhorchen lässt folgender übersetzter Satz: “Dieses Land gehört nicht den Juden, es ist Gottes Land und bisher haben sich alle göttlichen Prophezeiungen erfüllt.” Das ist Mission durch Umarmung, das müsste auch den jüdischen Bewohnern dieser Siedlung zu denken geben. Letztlich wollen Sie diese Juden auch nicht Juden sein lassen, sondern erwarten, dass sie früher oder später Jesus als ihren Messias anerkennen (“die Erfüllung alttestamentlicher Prophezeiungen”) und sich zum Christentum – oder, was diese Schwarzwälder dafür halten. bekehren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Gruppierung die EKD-Mehrheitsposition, wie sie beispielsweise Präses Schneider überzeugend begründet hat, – die Absage an jegliche Judenmission – teilt.

      Abschließend: Auch ich halte aus politischen Gründen es weder für gut mitten im Westjordanland weitere Siedlungswohnungen und illegale Außenposten zu bauen, noch halte ich es für gut alle israelischen Bürger, die jenseits der grünen Waffenstillstandslinie von 1949 leben als hinterwäldlerische, verblödete, böswillige Radikalinskis zu verdammen, wie das immer wieder – nicht unbedingt durch Herrn Richard Schneider – geschieht. Explizit mit Geld unterstützen würde ich sie jetzt nicht, von einem Boykott jüdischer Geschäfte und Unternehmen egal wo auf der Welt halte ich allerdings auch nichts.

      • Lieber Jörg
        Meinen Kommentar zu Heidelbaer können Sie ja lesen, dann brauche ich nicht alles wiederholen. Sie beide passen gut zusammen! Tatsächlich kommen mir Zweifel auf an ihrer Universitätstheologie, die Sie belehrt andere Pastoren, die nicht so ticken wie Sie dazu zu verurteilen “nicht mehr alle Tassen im Schrank zu haben.
        Aber wie nahm es doch einer von uns so schön mit Humor hin: nach neuesten Erkenntnissen hat unserer Pastor tatsächlich nicht mehr alle Tassen im Schrank – die sind jetzt in der Vitrine.

        Und schon wieder einer, der uns so gut kennt. . . . wenn Ihre Recherchen nur darauf beruhen, anzunehmen, was andere Ihnen vorsagen, dann wundert es mich allerdings nicht und dies gilt dann wahrscheinlich auch auf andere Gebiete, wie man ja in Ihrem letzten Absatz sehen kann. Es ist nicht unsere Aufgabe Juden ihr Judentum abzusprechen und wir betreiben auch keine Judenmission. Das Wort Gottes ist diesbezüglich eigentlich sehr deutlich.

        So, dann werde ich mal zu dem nächsten Bericht von Heidelbaer gehen. . . .

    • Lieber Heidelbaer
      Ich bin jetzt mal durch alle Berichte durchgegangen und habe ihre Kommentare zu dem Bericht “Christliche Hilfe für jüdische Siedler”
      durchgelesen.Schade das nicht alle Berichte auf einer Seite sind, aber ich versuche mal nach und nach alle zu beantworten.

      Sie nehmen ja den Mund ziemlich voll und halten sich nicht damit zurück Menschen zu verurteilen und mit Wörtern zu bewerfen, die mich sehr in Frage stellen lassen, was sie unter Christ-sein verstehen.
      Ausserdem steht es im Wiederspruch zu dem, was sie in einem anderen Blog gesagt haben: “Ich befürworte ausdrücklich ein strenges Regiment, was die FORM und den STIL der Beiträge angeht. Foren und Kommentarspalten, in denen man sich gegenseitig oder irgendwelche anderen nach Herzenslust mit Dreck bewerfen kann, gibt es doch genug.”

      Ich möchte auf keinen Fall mit Dreck werfen, aber ich möchte mir die Freiheit heraus nehmen, Ihre Kommentare zu beantworten. Ich gehöre ausserdem zu der, wie Sie uns verurteilen, “Piet-Kong” Gruppe. Ein sehr abwertendes Wort, was noch nicht einmal zu uns passt – aber Entschuldigung, Sie scheinen uns ja sehr gut zu kennen.

      Aber jetzt mal nach und nach zu Ihren Kommentaren:
      “Denn ich hätte manche Fragen” – ist ja schön zu sehen, wie Sie andere Menschen verurteilen und selber absolut keine Ahnung haben. Ich könnte Ihnen zwar einige Antworten geben, aber bei Ihrer Einstellung uns gegenüber, werden Sie diese wahrscheinlich noch nicht einmal annehmen.
      Ja, der Pastor stellt solche Fragen und hat auch Antworten, ebenso seine begeisterten Mitreisenden :o)
      Die Bibel ist nun mal der Maßstab unseres Glaubens und wir versuchen auch danach zu leben. Wir glauben dem Wort Gottes vom 1. Buch Mose bis zur Offenbarung. Wenn Sie damit Schwierigkeiten haben, ist das ja ok, aber verurteilen Sie keine Christen, nur weil sie das Wort etwas mehr durchforschen wie Sie es vielleicht tun.

      “Obersten-Chef-Vereinfachers” – Sie sind ja sehr Ideenreich – aber wie gesagt, kennen tuen Sie uns absolut nicht, was auch Ihr nächster Kommentar unserer kleinen “fundamentalistischen” Versammlung widerspiegelt. Dazu kann ich mich nur dem Zitat von Corrie ten Boom anschliessen: Ein halber Christ ist ein ganzer Blödsinn!

      Bevor Sie sich erlauben unsere Versammlung so in den Dreck zu ziehen, sollten Sie mal lieber vor Ihrer eigenen Haustüre kehren. Ich weiß ja nicht, wo Sie sich die Informationen unserer Gemeinde herholen, aber die sind alles andere als Richtig, von der Bibelschule, über den Andersdenkenden, bis hin zur fremden Welt. Aber Sie können Sich applaudieren, denn Sie hatten Erfolg: Ihre “Recherche” wurde gleich von anderen Lesern übernommen.

      Zugute halten muss ich Ihnen dann doch tatsächlich Ihren vorletzten Absatz: ein mahnendes Wort zum Abschluss.
      Ein Vorurteil lassen Sie dann aber gleich wieder los, indem Sie uns dazu verurteilen “selektiv vorzugehen”.

      So dann werde ich mal bei nächsten weiter machen. . . .

      • Liebe Ines, auch hier versuche ich mich kurz zu fassen, ausführlich lesen Sie im Neujahrs-Thread von mir.

        Zunächst: Piet-Kong war gerade bei Schwarzwald-Pietisten ein Titel, der zum Teil von den Leuten dort selbst mit Stolz selbst verwendet wurde: kleine, eingeschworene Gemeinschaften mit absoluter Hingabe für ihren (geistlichen) Kampf, unbesiegbar, unausrottbar, und ein Alptraum für die Großmacht/Großkirche, die meint, es müsse doch möglich sein, hier die Kontrolle zu gewinnen. Vergesst es, Bischöfe und Landeskirchenämter, Universitätsprofessoren und Pfarrherren: Dieser Widerstand ist nicht zu brechen.

        Als Beleidigung war das genauso wenig gemeint, wie wenn ich Sie mit Hobbits oder Jedi-Rittern verglichen hätte. Aber falls sie diesen Filmen gegenüber ähnlich kritisch gegenüber stehen wie andere Geschwister aus dem evangelikal-freikirchlichen Spektrum, hätte ich Sie damit auch beleidigt?

        Dass Sie am Ende doch das Gespräch verweigern: Ich lese Ihr Posting übersetzt: “Ich *könnte* Ihnen antworten, aber ich tu’s nicht, ätsch” – und natürlich bin ich daran schuld, weil ich ja ganz offensichtlich die Bibel nicht gelesen und erforscht hätte (aha?, woher wissen Sie das?), und ohnehin voller Vorurteile gegen Sie und Ihre Gruppierung eingestellt sei.

        Ja nee, is klar – würde man bei uns in Norddeutschland sagen. Darf ich ehrlich sein: Sie tun in diesem Posting doch genau das, was Sie mir vorwerfen. Sie beschimpfen mich als Ignoranten, Verleumder und Pseudo-Christen. Und Sie verweigern gleichzeitig den Dialog, der mir weiterhelfen würde, Sie besser und vorurteilsfreier zu verstehen.

        Stattdessen fordern Sie sogar indirekt, man möge meine Anfragen wegen ihres Stils und ihrer Form zensieren. Das ist allerhand. Ich wünsche mir sehr eine lebhafte Diskussion mit Ihnen, aber dazu gehören zwei.

        Ich persönlich bin ziemlich neugierig geworden, und hoffe, dass von Ihnen noch Substantielles kommt. Dann reden wir weiter.

        Liebe Grüße
        Heidelbaer

  6. Hinweis: “Netanjahu’s Headache” von Nahum Barnea auf ynetnews.com. – Eine sehr klare und erschreckende Bestandsaufnahme der Friedensproblematik, in der Netanjahu Entscheidungen treffen muss – oder auch nicht. Mit negativen Konsequenzen auf allen Seiten.

  7. nur so zur info. palaestinenser gebiete stehen auf platz 34 wenn es um christenverfolgung geht. (laut dem weltverfolgungsindex WVI)

    damit ist die christneverfolgung in palaestinensergebieten schlimmer als in ver. arab. emiraten, china, kuwait, marokko, bangladesh, niger usw.