Frauenpower an der Sperrmauer

Foto 06Sie nennen sich “Machsom Watch” (Kontrollpunktbeobachter), arbeiten ehrenamtlich und brennen für ihre Überzeugung. Die meist pensionierten Damen von Machsom Watch beobachten und protokollieren seit 2001alles rund um die Checkpoints und die Sperrmauer. Tag und Nacht. Beharrlich, oft unbequemund unabhängig. Oft ecken sie an. Oft haben sie aber auch Erfolg und können zwischen Armee und Palästinensern vermitteln. Ich bin bei einer Tour rund um Jerusalem mitgefahren.  Die Photos sind bei Kalandia und der Siedlung Pisgat Zeev gemacht worden.  Wir haben auch entdeckt wie einfach man über die Sperranlage kletttern kann (Photo: bei Bir Nabala)  und wie schwierig es ist zwischen zwei Siedlungen, in einer Art Käfig zu leben (Photo: bei Bei Jiza). Sehr interessant. Man kann an Touren in die Westbank und Jerusalem teilnehmen. Etwas vier Mal im  Monat geht das. Die Plätze sind aber begrenzt. http://www.machsomwatch.org/ + http://www.ngo-monitor.org/article/machsom_watch

 

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  1. Ach lassen Sie es doch bitte Herr Rosch, sie haben sich da schon oft genug die Flügel verbrannt. Ist immer eine Frage des Blickwinkels, wer in einem Gefängnis lebt. Wer sich selbst ins gefängnis begeben muss, um ein bisschen mehr Sicherheit zu haben vor dem Vernichtungswahn rundherum!
    Auch wenn manch einer das hier schon reklamiert hat, wann berichten Sie endlich mal über wahre Friedensstifter? Ohne politische oder religiöse Agenda? Ohne Selbstbeweihräucherung, ohne politisch korrekte Angst dem Mainstream schön den P… zu präsentieren?

    • Die Moderatoren zensieren offenbar nicht die Namenwahl der Teilnehmer!

      “wann berichten Sie endlich mal über wahre Friedensstifter? Ohne politische oder religiöse Agenda?”

      Gibt es die denn?

    • Sehr geehrter Herr Kotzen, ich weiß gar nicht was Sie wollen? Es scheint doch sehr ausgeglichener Artikel zu sein die Hr. Rosch geschrieben hat. Er schreibt von Frauen die ihrer Freizeit dokumentieren was die israelische Armee doch macht. Nicht mehr und nicht weniger. Ist das gut oder schlecht, da ist keine Wertung da. Zum Jahresende gibt es einen schönen Bericht von den Frauen.

      • und einen Kalender mit den schönsten Motiven, nach Art des Pirelli-Kalenders

        • Was ist das denn für ein Argument? Auch wenn ein Bericht neutral verfasst ist, ist die trotzdem die Auswahl des Themas Partei-ergreifend. Und da kann man sich schon fragen, warum Herr Rosch immer Themen auswählt, bei denen man sich nur an den Kopf greifen kann. Weil sie neutral formuliert und deshalb sehr sehr eigen zu Interpretieren sind. Dagegen, sich einen eigenen Kopf zu machen, ist erstmal nichts einzuwenden, allerdings sprechen diese Artikel doch nur immer die gleichen Idioten an, die sich dann in dieser Idiotie auch noch bestätigt fühlen. Mein Senf.

          boker tov

    • @ zum kotzen: du gehörst zu der privilegierten Klasse von Menschen denen man den Spiegel nicht vorhalten darf. Es sieht so aus, dass Israel nur noch von Leuten wie du bevölkert ist. Man kann und will nicht sehen, nicht hören und am liebsten auch nichts fühlen. Und in der Tat, nur wenn man sich diese Bilder anschaut, dann kriegt man das Grauen. Sieh dir die Mauer an, sie ist hässlich. Sie dir die heimtückischen, niederträchtigen vergitterten Gänge an, durch welche ein unterdrücktes Volk sich hindurchwursteln muss, wenn es zur Arbeit will, in die Schule oder Familie auf der anderen Seite besuchen will. Das riecht nicht nach Freiheit, dass stinkt nach Besetzung und Unterdrückung. Und du willst es nicht sehen!!! Und wenn man es trotzdem zeigt, dann ist das ein Angriff, es wird als Diffamierung verstanden, die Wahrheit nicht dulden und gar nicht vertragen kann. Aber sei getrost, du bist in guter Gesellschaft. Ein Netanyahu würde das auch als Hetze bezeichnen. Mit so einer Wahrnehmungsgabe ist es schwierig sich vorzustellen, wie es jemals Frieden geben sollte. Die Bilder erinnern lebhaft daran, wer wirklich Sicherheit benötigt. Es ist beschämend.

  2. Meines Wissen soll die Sperranlage nicht unüberwindbar sein. Es auch kein absolut ausbruchsicheres Gefängnis. Wer will, der findet einem Weg. Und Menschen im Gefängnis Zeit sich was nachzudenken. Vielmehr soll die Sperranlage nur der erste Punkt eines Grenzregime sein. Die eigentlichen Festnahmen sollen dann im Hinterland erfolgen.

    • @ da kann man ja nur sagen, das ist eine beeindruckende Strategie einem Volk die Freiheit zu nehmen. Aber wen stört das schon. Oder?

  3. Ich erinnere mich an einen Artikel in der Jerusalem Post über „Hofjuden im jüdischen Staat“ (Court Jews in the Jewish State). Das Foto ist mir in Erinnerung geblieben und der Ekel, den ich damit verbinde. Das Foto zeigt die Sprecherin von Machsom Watch, Raya Yaron, wie sie die Mutter der Mörder der Familie Fogel umarmt.

    Zur Erinnerung: Am 11.03.11 ermordeten 2 Brüder aus dem benachbarten arabischen Dorf Awarta, Hakim und Amjad Awad, 5 Mitglieder der Familie Fogel. Sie massakrierten nicht nur die Eltern, sondern auch 3 ihrer Kinder. Das jüngste Kind war gerade einmal ein paar Monate alt.

    Bis dahin habe ich Machsom Watch für eine durchaus ehrenwerte kleine NGO gehalten, deren Mitglieder – israelische Frauen im gesetzteren Alter – deeskalierend an Checkpoints wirken.

    Das Foto hat mich veranlasst, mich über Machsom Watch etwas eingehender zu informieren. Das rate ich auch Herrn Rosch.

    Eine NGO, die sich um die Mutter der Mörder kümmert und der die verwaisten überlebenden Kinder der Familie Fogel schnurzpiepegal sind, hat einen Erklärungsnotstand. Oder etwa nicht?

    Aber Herr Rosch titelt für Machsom Watch „Frauenpower an der Sperrmauer“. Ist das genau die Frauenpower, der sich ein Mitglied des ARD-Studios in Tel Aviv verpflichtet fühlt?

  4. “Sie nennen sich “Machsom Watch” (Kontrollpunktbeobachter), arbeiten ehrenamtlich und brennen für ihre Überzeugung. Die meist pensionierten Damen von Machsom Watch beobachten und protokollieren seit 2001alles rund um die Checkpoints und die Sperrmauer. Tag und Nacht. Beharrlich, oft unbequemund unabhängig. Oft ecken sie an. Oft haben sie aber auch Erfolg und können zwischen Armee und Palästinensern vermitteln.” (M. Rosch)

    Das klingt ganz gut und nach Friedenstiften…

    Es lohnt, den angegebenen Link dazu anzuklicken, denn die Infos dort hinterlassen einen ganz anderen Eindruck. Dort ist explizit die Rede von, und ich zitiere aus dem link:

    “Reports, photos, and videos are published in Hebrew and English, employing emotive and politically charged language that contributes to the demonization of Israel.
    Frequently interferes with and provokes IDF soldiers. A YouTube video shows activists harassing a soldier at a checkpoint, haranguing him for engaging in “apartheid.””

    Hier ist die Rede von der Dämonisierung Israels, vom Stören und der Provokation von Soldaten der IDF durch diese ehrenamtlichen, überzeugten, unbequemen und unabhängigen meist älteren Damen.

    Zweifelhafte Frauenpower… – und die “Vermittlung” zwischen Palästinensern und Israelis scheint diesen israelischen Damen (sind es überwiegend arabisch-israelische Damen?) kein ernstes Anliegen zu sein.

    • @Lily: checkpoints sind Monumente der Unterdrückung. Es gibt Menschen in Israel, die das auch so sehen und versuchen mit ihren Mitteln als Beobachter an diesen Checkpoints ein Zeichen zu setzen. Wenn das jemand als Dämonisierung Israels versteht, dann kommt ein solcher Kommentar von einem bestimmten politischen Lager. Jeder sieht es wie er es sehen will. Universelle Werte gibt es nicht? Doch, das glaube ich schon und Unrecht einfach wegreden zu wollen, ist Teil einer anderweitig ausgestorbenen Kolonialisierungsideologie.

  5. @Lily, der von M. Rosch angegeben Link führt zu einer Organisation (NGO Monitor), deren genanntes Ziel die Unterstützung der Politik der isr. Regierung ist. Das muß nicht per se schlecht sein, weckt aber den Verdacht der Einseitigkeit. Sieht man sich dann die Namensliste der Unterstützer an sowie die Informationenen zu dem Präsidenten der Organisation, Prof. G. Steinberg, so wird dieser Verdacht sehr bestärkt.
    Ich fürchte, das es nur sehr wenige Organisationen gibt, die (immer) objektiv das Verhältnis Israel-Palästine darstellen. Man muss schon aus vielen Quellen schöpfen. Und für mich sind unsere Korrespondenten C. Schneider und M. Rosch Quellen mit hohem Score (:-).

    • @rbohi

      “der von M. Rosch angegeben Link führt zu einer Organisation (NGO Monitor), deren genanntes Ziel die Unterstützung der Politik der isr. Regierung ist.”

      Klicken Sie immer alle links an, auf die in Artikeln verwiesen wird? – Ich nicht. Man kann natürlich den Gesamtbeitrag – Herrn Roschs Kurzpräsentation der NGO zusammen mit dem angegebenen Link – “objektiv” nennen. Ist es aber ein Zeichen von Objektivität, wenn Herr Rosch sich unkritisch auf der Seite dieser NGO und damit gegen die Interessen der israelischen Regierung positioniert?

      Bei meinem ersten Lesen des kleinen Artikels habe ich vermutet, dass ich über den Link erfahre, wie und wo ich mich für eine Tour durch das ‘Sperrgebiet’ anmelden kann. Darin lag nun aber die Regierungskritik versteckt.

      Dieses Vorgehen kommt (bei mir) so an, als fürchte Herr Rosch Zensur, als verpacke er seine eigentliche Botschaft aus diesem Grund in dem kleinen Link. Die Frage ist, wessen Zensur er fürchtet? Die der israelischen Regierung kann es nicht sein. Hat er Angst vor den Aktivistinnen, die ihm die Augen auskratzen könnten, wenn er ausspricht, wie er in Wahrheit über sie denkt? – Oder denkt er vielleicht wirklich so wie sie und verleiht seiner Position den objektiven Anstrich durch die Angabe eines regierungsnahen Links?

      Es ist nur gut, dass es hier eine investigative Leserschaft gibt! 😉

  6. @Markus Rosch: Aus welcher Sprache (also Arabisch oder Iwrith) ist das Wort Machsom? Danke vorab-User Fränd
    Wie man immer auch zur Idee selbst steht: Alles, was Menschen machen zu können glauben, kann und wird besichtigt werden!

  7. Frauen sind (auffällig) oft diejenigen, die Unrecht und Unheil abwenden wollen, transformieren und den Schwachen eine Stimme geben.
    In dem Fall sind es israelische Frauen, denen nicht genug gedankt werden kann. Auch gibt es palästinensische Frauen, die sich organisieren, um das Alltagsleben und Überleben, eine Entfaltung und Entwicklung der Menschen zu ermöglichen. Tolle Frauen! Hut ab und weiterhin viel Kraft, Durchhaltevermögen, ein frohes Herz und Hoffnung.