Kein Wasseranschluss in Susiya

Man stößt immer wieder auf diese seltsamen, dicken schwarzen Leitungen im Hügelland südlich von Hebron. Sie sind einfach über die Felder gelegt und sie führen zu den israelischen Siedlungen, hoch auf die Hügel. Wasser, jede Menge Wasser wird da durchgepumpft, erzählt Nasser. Er ist 31 und wohnt in Susiya, einem palästinensischen Hüttendorf direkt neben der Siedlung. Nassers Dorf bekommt keinen Wasseranschluss, obwohl eine Leitung über den Acker direkt am Dorf verlegt wurde.    

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Über die Wasserversorgung der Palästinenser im besetzten Westjordanland wird wieder geredet, seit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz das Thema am Mittwoch in der Knesset, dem israelischen Parlament, aufgeworfen hat. Dabei hat er Zahlen genannt. Und die israelischen Abgeordneten, die Schulz der Lüge bezichtigen, sagen, die Zahlen seien falsch. Zahlen zur Wasserverteilung gibt es von der Weltbank oder den Vereinten Nationen (siehe unten). Übereinstimmend kommen sie zum Ergebnis, dass die israelischen Siedler im Westjordanland fünf mal so viel Wasser verbrauchen wie ihre palästinensischen Nachbarn.

Und in Susiya, dem Dorf ohne Wasseranschluss, kann man sehen, dass die Palästinenser in dieser trockenen Region nicht freiwillig auf Wasser verzichten. Bis ins Frühjahr hinein kommen Nasser und die anderen Dorfbewohner mit dem Wasser aus Zisternen aus. Wenn es mal regnet, dann wird das Wasser durch kleine Erdwälle am Boden in Sammelbecken geleitet. Wenn die Becken voll sind, dann ist das Wasser an der Oberfläche auch einigermaßen sauber, der Dreck setzt sich am Boden ab. Auch der Tee, den wir am Wassertank bekommen, ist mit Wasser aus der Regen-Zisterne gemacht.

Wenn der Winter so trocken bleibt wie in diesem Jahr, dann muss aber schon bald der Tankwagen kommen. Wegen der langen Transportwege ist dieses Wasser so teuer, dass viele Familien bis zu 40 Prozent ihres monatlichen Einkommens dafür aufbringen müssen. Deswegen wären die Zisternen eine gute Alternative, zumindest für die Versorgung der Schafe und Ziegen im heißen Sommer.

Aber rund 25 der alten Zisternen können die Leute in Susiya nicht mehr erreichen, sie liegen zu nah an der israelischen Siedlung. Andere sind vom israelischen Militär blockiert. Und zwei Zisternen direkt am Dorf wurden unbrauchbar gemacht: Mit einem Bulldozer, erzählt Nasser, haben Soldaten vor Jahren ein Autowrack in die Zisterne gedrückt. Öl und Rost vergiften das Wasser, das sich darin sammelt. Ein anderes Becken ist durch große Betonbrocken blockiert. Die dürfen die Palästinenser nicht wegräumen, das wären unerlaubte Bauarbeiten.

Ich habe dann noch gefragt, ob denn nicht mal jemand auf die Idee gekommen ist, die Wasserleitung, die da im Acker liegt, einfach anzuzapfen. “Zu gefährlich”, sagt Nasser. “Wenn sie dich erwischen, gehst du dafür ins Gefängnis.”

Mehr Zahlen zur Wasserverteilung kann man hier bekommen:

 

 

 

 

Kommentieren:

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  1. Und neue Zisternen so weit weg von den jüdischen Siedlungen auszuheben, dass diese immer noch auf dem “eigenen Grund” wären? Ist das auch eine unerlaubte Baumaßnahme? Seltsamer Ort und seltsame Methoden Leute zu vergraulen.

  2. Grundsätzlich muss man sagen. Susiya liegt im C-Gebiet. Verschweigt Hr. Wagner. Dort bekommen Palästinenser keine Baugenehmigung und dürfen auch kein Land kaufen, also gibt es auch keine Wasserleitung. Juden dürfen im Autonomiegebiet auch kein Land kaufen. Die Reportage ist schon sehr einseitig populistisch. Es ist klar, wenn man das Wasser aus den Tankwagen kaufen muss, dann ist es extrem teuer. Der Vergleich zwischen Wasser aus der Wasserleitung und aus dem Tankwagen, ist wie ALDI-Wasser und PERRIER Wasser.

    • Das ist aber eine sehr fragwürdige Einstellung, lieber Axel!
      “Achja, ich wohne nunmal im C-Gebiet, dann muß ich eben ohne Wasser auskommen, Inshallah…”

    • Ich lebe in Bir Zeit in Palästina.Wir bekommen im Winter 2 Mal die Woche Wasser und im Sommer 1 Mal ,die Siedler bekommen jeden Tag Wasser.

    • “Verschweigt Hr. Wagner.”

      In diesem blog läuft ein echt lustiges spielchen ab:

      1. Die korrespondenten stellen regelmäßig einen polemischen pro-palästinenser-propaganda-bericht rein und die user versuchen dann, das dargestellte bild objektiver zu gestalten und zu entmanipulieren, indem sie verschwiegene fakten ergänzen.

      2. Anschließend werden die korrespondenten dann aufgerufen, endlichen ihren job ordentlich zu machen und gründlich zu recherchieren bzw. in ihren aussagen keine pali-propaganda zu verbreiten.

      3. Das Problem besteht aber leider darin, dass die korrespondenten absolut nicht vorhaben, sich zu bessern und sich von irgendwelchen no-name-kommentatoren, die eh nix zu melden haben, belehren zu lassen.

      4. Also folgt ein paar tage später der nächste (ggf. etwas getarnt) antiisraelische bericht und das spielchen geht von vorne los.

      “irgendwie lustig” 🙁

    • Ich lade sie nach Palästina ein.Ich kann gar nicht verstehen,was manche Leute für Kommentare schreiben und noch nie in Palästina waren

    • Das Problem ist, das viele Kommentatoren extrem Proisraelisch sind und so fast allem einen Heiligenschein verpassen möchten. Die Korrespondenten machen ihren Job richtig.

    • @Axel:- Also erst einmal die Frage, wie viele jüdische Siedler, die sich eigenmächtig und illegalerweise auf palästinensischem Boden eingenistet haben, werden mit Wasser aus Tankwagen besorgt? Diese illegalen Kleinkolonien müssen nicht auf Tankwagen warten, sondern es wird dafür gesorgt, dass über eigens für diese Siedlungen gebaute Leitungen Wasser zugänglich ist. Niemals dienen solche Wasserleitungen der Versorgung von Palästinensern. Und meistens sind das arme Menschen, die für ihr eigenes Wasser, dass ihnen vorenthalten wird, dann auch noch mehr bezahlen müssen, als die Bewohner der illegalen Siedlung. Welche Worte findest du für eine solche niederträchtige Handlungsweise? Ich würde mich schämen. Führt man sich so auf?

      Die Juden dürfen kein Land im Westjordanland kaufen? Was willst du damit sagen? Man sollte wohl erst einmal die Besatzung beenden und zurückgeben, was einem nicht gehört. Und weil Palästinenser von einer unrechtmässigen Besatzungsmacht keine Baugenehmigung bekommen, dann bekommen sie auch kein Wasser, obwohl sie dort leben und sie doch kein Wasser haben? Zynischer geht es nicht. Wo bleibt hier die Menschlichkeit? Hier geht es nicht um Perrier oder Aldi, sondern um Wasser aus der Pfütze für die einheimische Bevölkerung im Gegensatz zum eigens und ausschliesslich für jüdische Siedler geliefertes Leitungswasser. Das ist wohl was mit Apartheid gemeint ist. Puh!

    • Hallo Axel,
      aus Ihrer Erklärung heraus ist es mir nicht klar-ob man für oder gegen die eine oder andere Seite ist oder nicht-, weshalb dann in diesem Gebiet überhaupt künstliche Wasserleitungen (hier also oberirdisch) verlegt werden.

  3. “…weil unser Dorf als illegal gilt…”

    Gibt es auch illegale Dörfer, nicht nur illegale Siedlungen?

  4. Es ist ein Skandal, wie die Welt tatenlos zu sieht wie ein ganzes Volk verdurstet.
    Israel stiehlt den Palästinensern Wasser, um es den sog. Siedlern, die auf palästinensischen Gebiet leben, billig zu verkaufen, während die Palästinenser den fünf fachen Preis für ihr gestohlenes Wasser bezahlen müssen! Was wäre, wenn genau das Gegenteil passieren würde?
    Würde der Westen dann auch weg sehen?

  5. Das alte Klischee vom wasserraubenden Juden, was hier einfach aus den Mündern der im Internet kursierenden Antisemiten sprudelt.
    Alle behaupten Sie, die bösen Israelis rotten die Palästinenser aus und klauen ihnen Wasser. Aber mit den Fakten möchte man sich nie auseinandersetzen, denn das stört die sich wahnhhafte artikulierende Neurose des Antisemitismus. Die Fakten besagen so Beispielsweise, dass “Israel […] das Westjordanland mit jährlich 53 Millionen Kubikmeter Wasser, etwa 22 Millionen Kubikmeter mehr als in den Oslo-Verträgen […]” von 1995 ” […] vorgesehen”, versorgt. Aber nicht nur das: Israel baut außerdem an der Infrastruktur der palästinensischen Gebiete weiter, also werden sie Finanziel auch gefördert. Ebenso wie von der EU. Eigentlich müssten genügend Gelder in der PA und Gaza vorhanden sein, allerdings rüsten sich die Rackets gegenseitig hoch, um sich gegenseitig und ihre eigene Bevölkerung zu attackieren und zu bekämpfen. In den ganzen palästinensischen Gebieten gibt es eine einzige Kläranlage, keine Recykling des Abwassers. Man kann das ganze bis ins unermässliche weiterführen, denn all diese Behauptungen von Wasserraub usw. treffen nicht zu und spielen der alten antisemitischen Behauptung des Brunenvergifters usw. in die Hände. P.S.: Der Wasserverbrauch pro Kopf in Deutschland liegt bei etwa 140l, in den palästinensischen Gebieten bei 124l, das nur 1,21 mal mehr ist als der Verbrauch in Israel 150l.

    • “antisemitisch” ? Wir reden hier über ein Land, präziser: Eine Regierung. Kritik an Israel ist kein Glaubenshass oder sind Berichte gegen die Bundesrepublik / Bundesregierung christenfeindlich? Wer so polemisch daher redet braucht das Wort der Objektivität gar nicht erst in den Mund zu nehmen.

    • @Rasmus K.

      ““antisemitisch” ? Wir reden hier über ein Land, präziser: Eine Regierung. Kritik an Israel ist kein Glaubenshass oder sind Berichte gegen die Bundesrepublik / Bundesregierung christenfeindlich? Wer so polemisch daher redet braucht das Wort der Objektivität gar nicht erst in den Mund zu nehmen.”
      Oh bitte hören Sie auf , die Intelligenz der Leute in diesem Forum zu beleidigen.
      Kritik an eine Regierung ist immer Kritik an das gesamte Land samt Bevölkerung.
      Die , Franzosen , die Engländer , die Juden , die Amerikaner.
      man meint niemals eine Regierung allein wenn Kritik ausgeübt wird , sondern das gesamte Kollektiv.
      Und bitte hören sie auf unsere Jüdische Identität nach Gusto zu verunstalten , wir sind ein Volk genetisch verwandt mit einem glauben, das nur durch Geburt weiter gegeben werden kann.
      eine Konversion ist unmöglich bis langwierig , kann in manchen fällen bis zu 20 Jahren dauern.
      Früher war es noch strikter , spanische Juden beispielsweise haben niemals Konversionen zugelassen.
      Judentum als Religion zu propagieren dient den Antisemiten als Vorwand , zu sagen , das sind keine Israeliten es sind Europäer oder Chasaren oder Klingonen , oder Ogers und haben kein Anrecht auf das Land.
      Hier geht es ,um Delegitimierung.
      wenn man kein Land hätte, dann wäre man plötzlich wieder ein Volk von Geldgierigen fremden Juden , die ihre schlechte Gewohnheiten genetisch weiter vererben.
      Antisemiten reimen sich , ihre Geschichten nach Bedarf , um Juden zu schädigen.
      Mit Antisemitismus beschäftigen sich dutzende von Universitäten , Wissenschaftler ( Anthropologen, Historiker, Psychiater, Politiker , Philosophen, Soziologen , Religionswissenschaftler , Ökonomen ,Verhaltensforscher etc….. )
      Wir wissen wie Antisemitismus funktioniert und kennen aller Erscheinungsformen und Strategien.
      Und Ausflüchte, die drei beliebtesten Lügen :
      „Ich bin kein Antisemit ich habe jüdische Freunde“ „Ich bin selber Jude“ „Man darf Freunde und die israelische Regierung kritisieren“

    • Was lernen wir daraus? Man darf die Verbechen des israelischen Staates nicht kritisieren. Nur die Israelis dürfen andere Menschen/Staaten (außer andere Israelis/Juden/den Staat Israel) kritisieren (sosnt sind sie selbsthassende Juden). Die Israelis sind die einzigen. Sie haben aber nicht nur das Recht zu kritisieren. Sie haben auch das Recht zu vertreiben wen und wo sie wollen und zu ermorden wen auch immer sie wollen. Wer das kritisiert … sorry Kritik verboten 😉

  6. Es gibt nur eine Sache, die Israel total vermasselt hat. Seine PR. Der Trickserei von Pallywood sind die Israelis wohl nicht gewachsen.
    Auch Herr Christian Wagner ergreift hier Partei , ohne auf Fakten Rücksicht zu nehmen.

    Das palästinensische Dorf Susiya gibt es erst seit den 1980er Jahren. Die heutigen arabischen Bewohner von Susiya kommen in Wahrheit aus Yatta. Erst als israelische Ausgrabungen dort antike jüdische Besiedlung zu Tage förderten, begannen sich Araber für Susiya zu interessieren und es für sich zu reklamieren. Das ist wohl auch der Grund, warum uns Herr Wagner das Dorf nicht zeigt.

    Und jetzt zum Wasser: Bis zum 67er-Krieg gab es im damals von Jordanien (erst seit 1946 ein souveräner Staat) besetzten „Westjordanland“ keine Infrastruktur. Keine öffentliche Wasserversorgung und auch keine Kanalisation. Nennenswerte Kanalisation gibt es auch bis heute nicht. Darauf pfeifen die Palis. Erst die Israelis haben nach 1967 begonnen, das Gebiet infrastrukturell zu erschließen.

    Wer die Links von Herrn Wagner sorgfältig liest, wird dort auch jede Menge von Kritik an der Pali-Administration finden. Man muss es nur lesen.
    Dass sich Herr Wagner dann noch dazu versteigt, illegale Leitungen einfach anzapfen zu sollen, ist für einen Berichterstatter eines staatlichen deutschen Mediums höchst dubios.

    Die ganze Wasserdebatte ist eine Scheindebatte. Israel liefert mehr Wasser, als es seit Oslo müsste, um es danach in nicht vorhandener palästinensischer Infrastruktur versickert zu sehen. Wenn ich mir die Bonzenvillen der Pali-Funktionäre mit ihren Swimmingpools so anschaue, kommt mir der Verdacht, dass die Palis noch nicht richtig erkannt haben, wer ihr Feind ist.

    • @Caldonazzi- ja, du hast Recht das israelische PR-system ist dabei zusammenzubrechen. Es gibt deren Unwahrheiten zu viele und auf die Dauer ist es schwer, den Überblick zu behalten. Die Wasserdebatte als Scheindebatte anzusehen entspringt der Unfähigkeit und dem fehlenden Willen sehen und verstehen zu wollen. Dass du übrigens meinst, Israel liefert mehr Wasser als es seit Oslo sein müsste, ist einfach unerhört. Wem glaubst du wohl gehört das Wasser? Die Herrschermentalität der Besatzungsmacht macht blind und die PR-Maschine versucht mit Unwahrheiten von der Wahrheit abzulenken. Swimmingpools haben illegale Siedlungen, aber finden sich nicht in Palästina. Das würde die IDF wohl auch niemals dulden.

    • @W. Caldonazzi

      Einer der größten Fehler der Hasbara ist , Russland als Unrechtsstaat, das sich alles Leisten kann (In Tschetschenien beispielsweise, und nicht sanktioniert wird) zu kritisieren. Dabei leiden die Russen genau so an Terrorismus und werden vom Westen bedrängt wo man nur kann.
      Da vergießt Israel , dass Russland eine Großmacht ist, mit der man solche Dummheiten nicht veranstalten kann. Die Propaganda Abteilung Israels ist wirklich drittklassig, leider.

  7. @ Christa Zubaidi

    Danke für die einladung, aber ich kenne schönere reiseziele als jordanien.
    Ich weiss, diese antwort wird ihnen nicht gefallen, aber mir gefällt es auch nicht, wie israel von den medien, der uno usw. dämonisiert wird. Der hass und die mordphantasien der muslime gegenüber israel gefallen mir ebenfalls nicht. Der raketenbeschuss aus gaza und die iranischen angriffssimulationen, die im iranischen staatsfernsehen gezeigt wurden, erst recht nicht.

    • @ Lustig:- Israel könnte ja einen Beitrag leisten, indem es sich humaner aufführt. Das hat nichts mit Dämonisierung zu tun, sondern damit, dass Israel ein Volk gefangen und besetzt hält, was dich wahrscheinlich nicht sehr berührt. Versuche es einmal mit eigenem Denken und Sehenwollen. Das hilft meistens. Im übrigen ist Jordanien bestimmt eine Reise wert.

    • Diese Geschichte mit den Swimmingpools ist ein derart abgedroschenes schon tausendmal erzähltes Propaganda-Märchen, dass man Leute es zum tausendundersten Mal verbreiteten und den Eindruck erwecken alle Siedler hätten Swimmingpools und in den A-Gebieten gäbe es keine solchen, nicht mehr so richtig ernst nehmen kann.

      Schon bei einer einfachen Google-Recherche ergibt, dass Städten wie Jericho, Betlehem, Nablus, Ramallah und Gaza, wasserspiele, teils üppige Pool-Landschaften und Schwimmbäder gibt.

      Ich behaupte, die Wassersituation der Palästinser ist weitaus besser als die Propaganda suggeriert, es mag gleichwohl sein, dass es an der ein oder anderen Stelle noch verbesserungsbedarf gibt, das gilt aber vor allem dort, wo die Palästinenser selbst Verantwortung tragen (ja so etwas gibt es!). Man sollte bei dem Thema Wasser i. S. der Menschen dort kooperativ vorgehen. Die Israelis sind dazu bereit, die PA offenbar nicht sie braucht das Thema als Propaganda-Waffe und hat damit anscheinend bei einigen Leuten Erfolg, dabei besteht objektiv auch beim Thema Wasser zur Dämonisierung Israels kein Grund.

    • @ joerg, mit deinen Brillen muss Besatzung, sind Checkpoints und ein Dasein hinter Sicherheitszäunen und -mauern wahrscheinlich paradiesisch. Wo lernt man so etwas?

    • “Wo lernt man so etwas? [Michael K.]”

      In der Troll-Schule? SCNR!

      Schönen Tag noch!

      Hanns

    • “Schon bei einer einfachen Google-Recherche ergibt, dass Städten wie Jericho, Betlehem, Nablus, Ramallah und Gaza, wasserspiele, teils üppige Pool-Landschaften und Schwimmbäder gibt. [joerg]”

      Aus dem Kontext des Beitrages läßt sich unschwer entnehmen, daß es eben NICHT um diese Einrichtungen ging, sondern um Wasserversorgung/-verbrauch im Vergleich von (palästinensichen) Dörfern und (israelischen) Siedlungen in C-Gebieten! Und da kann man den Wasserverbrauch auf privaten(!) Anwesen sehr schön vergleichen, indem man nur mit OFFENEN Augen durch die Straßen geht: Grünanlagen, Blumen, Rasen und (Privat-)Pools findet man dort NUR UND AUSSCHLISSLICH in (israelischen) Siedlungen!

      Tip: Selber hinfahren, Scheuklappen runter, weg vom Tunnelblick und Gehirn einschalten!

      SCNR!

      Trotzdem schönen Tag noch!

      Hanns

    • Ich mach hier mal die Ingrid!

      Die von Ihnen, joerg, angeführten Orte sind BTW alles A(!)-Gebiete und damit unter palästinensischer(!) Verwaltung (selbst Nablus mit seiner Sonderstellung zu weit über 95%)! Wie paßt das zu diesem Zitat: “…dass es an der ein oder anderen Stelle noch verbesserungsbedarf gibt, das gilt aber vor allem dort, wo die Palästinenser selbst Verantwortung tragen… [joerg]”.

      Eigentor?!? 😛

      Schönen Tag noch!

      Hanns

    • @Hans auch wie habe ich diesen oberlehrerhaften Ton vermisst?

      Ich war schon dort und mein Gehirn ist immer eingeschaltet, meine Augen immer offen.keine Angst…. Vorhandene oder nicht-vorhandene Blumenbeete sind für mich allerdings keine Grundlage zur Beurteilung einer komplexen politischen Situation, dort ist es manchmal auch hilfreich Aspekte mit zu bedenken, die man nicht sieht Wer die Situation allein aus dem Augenschein und dem subjektiven Eindruck beurteilt, der wird manches nicht mitbekommen. Ich habe lediglich auf den Beitrag des Users K geantwortet, der sich zu der These verstiegen hat, es gäbe in “Palästina” keine Swimmingpools, sondern lediglich in den israelischen Siedlungen, und das stimmt nun einmal nicht.

    • “@Hans …. Vorhandene oder nicht-vorhandene Blumenbeete sind für mich allerdings keine Grundlage zur Beurteilung einer komplexen politischen Situation, [joerg]”

      Immer schön beim Thema bleiben: Es ging um WASSER, und wer sich in dieser Gegend grünen Rasen, blühende Blumen und Pools im Garten hält, muß davon ausreichend haben. Das ist trivial!

      “…dort ist es manchmal auch hilfreich Aspekte mit zu bedenken, die man nicht sieht… [joerg]”

      Die da konkret wären?

      “Ich habe lediglich auf den Beitrag des Users K geantwortet, der sich zu der These verstiegen hat, es gäbe in “Palästina” keine Swimmingpools [joerg]”

      Ah ja! Wo? Zitat?

      BTW, Hans Hanns (auch zitieren will gekonnt sein)!

      Schönen Tag noch!

      Hanns

  8. @Christian Wagner: Sie schreiben: »Zahlen zur Wasserverteilung gibt es von der Weltbank oder den Vereinten Nationen (siehe unten). Übereinstimmend kommen sie zum Ergebnis, dass die israelischen Siedler im Westjordanland fünf mal so viel Wasser verbrauchen wie ihre palästinensischen Nachbarn.«
    1) Unter den aufgeführten Quellen fehlen die Vereinten Nationen, oder habe ich etwas übersehen?
    2) »Weltbank (S. 10,[…])« scheint die falsche Seite zu sein, oder? Aber auch ein, zwei Seiten weiter werde ich nicht fündig.
    3) »amnesty international (S. 13)« schreibt auch nichts dazu, aber vielleicht habe ich da etwas nicht richtig verstanden?
    4) »Wasser-Hilfsorganisation EWASH« belegt diese Aussage ebenfalls nicht, aber möglicherweise habe ich etwas übersehen?
    Es würde mich freuen, wenn Sie mir da auf die Sprünge helfen würden. Herzlichen Dank!

    • Amnesty International seite 12 nicht 13 müssen sie gucken. Ansonsten sollten sie vielleicht einfach genauer lesen und nicht überfliegen, dann werden sie einige Informationen finden 🙂

    • Ich habe S. 12 noch einmal genau gelesen, aber dort steht nicht, »dass die israelischen Siedler im Westjordanland fünf mal so viel Wasser verbrauchen wie ihre palästinensischen Nachbarn«. Vielleicht reicht mein English dafür nicht aus. Welchen Satz genau meinen Sie? Besten Dank.

    • “The inequality in access to water between Israelis and Palestinians is striking. Palestinian
      consumption in the OPT is about 70 litres a day per person – well below the 100 litres per
      capita daily recommended by the World Health Organization (WHO) – whereas Israeli daily
      per capita consumption, at about 300 litres, is about four times as much. In some rural
      communities Palestinians survive on far less than even the average 70 litres, in some cases
      barely 20 litres per day, the minimum amount recommended by the WHO for emergency
      situations response.”

      Ob es jetzt genau 5 mal so viel ist oder knapp weniger spielt ja keine Rolle. Wichtig ist, dass Israel den Palsätinensern das Wasser von ihrem Land vorenthält, um es ihnen dann wieder teuer zu verkaufen. Ausbeutung par excellence.

    • Besten Dank für Ihre Mühe, auch wenn sie letztlich fruchtlos war – von israelischen Siedlern ist da ja gar keine Rede, und eine Quelle für die ai-Zahlen gibt es glaube ich auch nicht. Vielleicht finden Sie noch belastbare Zahlen für israelische Siedler und ihre palästinensischen Nachbarn?

      Nach den Zahlen der Bundeszentrale für Politische Bildung von 2007 beträgt der Faktor bei der Pro-Kopf-Wasserentnahme übrigens nicht einmal drei, und Syrien steht wiederum mit fast dem dreifachen Wert gegenüber Israel in der Tabelle [1]. Ich bin kein Wasserexperte, aber großflächige Pro-Kopf-Vergleiche sind hinsichtlich ihrer Aussagekraft vielleicht mit Vorsicht zu genießen.

      Ich warte einfach weiter auf Herrn Wagner, er wird ja wissen, an Hand welcher Quellen er den Text geschrieben hat.

      Noch einmal vielen Dank!

  9. Ein Reporter macht sich auf nach Susya – und berichtet was er sieht.
    Das ist in der Tat sehr erfreulich. Noch erfreulicher wäre es, wenn er auch in’s Jordantal fahren würde – nach Jiiftlik, Fasayil, Ein-Hilweh oder Khirbet Makhoul – und das gesehene auch in den 8 Uhr-Nachrichten zu sehen wäre.

    • Da “der Reporter” das wohl zeitnah nicht tun wird, wäre es doch nett, wenn Sie uns wenigstens andeuten würden, was wir im Vergleich zu Susiya zu erwarten hätten! 🙂

      Mein Tip (aus persönlicher Ansicht der Umgebung dort): Es sieht nicht besser aus, nur die schwarzen Rohre fehlen da! Aber ich lasse mich gern in positiver Richtung überraschen! 😀 Aber Vorsicht, ich bin im Frühjahr wieder vor Ort!

      @ all:

      Was gerne unerwähnt bleibt: In den C-Gebieten bekommen nur Palästinenser keine Baugenehmigung, israelische Firmen jedoch sehr wohl! U.a. auch, um Brunnen zu bohren! Denn der größte Teil der Niederschläge dort fließt unterirdisch nach Osten, in Richtung Jordan! Israel hätte ohne Ausbeutung der Wasserresourcen in der Westbank im Stammland mittlerweile ein Problem mehr! Aber der Klops wurde schon vor Jahrzehnten gegessen…

      Es ist geradezu ein Hohn, wenn Israel das in der Westbank geförderte Wasser teuer ÜBER DAS STAMMLAND(!) an die palästinensischen Einwohner dieser Gegend zurückliefert!

      Und “Ja”, es stimmt, belastbare offizielle Unterlagen bzw. öffentlich zugägängliche Quellen dafür sind nicht so einfach per Google&Co. zu finden. Deshalb kann ja auch jeder “Beweis” bequem widerlegt werden! Und “richtig” ist im Zweifel weder das Eine noch das Andere!

      ICH glaube mittlerweile nicht mehr an die Legende eines arabischen Überfalls 1967, ich habe den Verdacht, daß war eine weit vorausschauende strategische Maßnahme Israels, um sich Ressourcen zu sichern und Tatsachen zu schaffen, BEVOR “der Rest der Welt” merkt, worum es wirklich ging/geht!

      Just my 2 cents und schönen Tag noch!

      Hanns

  10. Wer sich abseits vom konfliktären Einzelfall für Grundsätzliches, Lösungsorientiertes interessiert, dem sei der Artikel “Israeli Water, Mideast Peace?” von Seth M. Siegel (NY Times v. 16.2. empfohlen.)

    • Kooperation mit allen Beteiligten, den Ingenieuren, den Landwirten und selbstverständlich auch mit den betreffenden Verantwortlichen aus der Politik. Das Interesse an einer Zusammenarbeit und Entwicklung – hinsichtlich einer stabilen Wasserversorg für alle Menschen in der Region / Wassergenerierung, Entsalzung ect…- , könnte einen fortschreitenden Friedensprozess begünstigen. Gemeinsame Ziele verbinden. Wassermangel muss es definitiv nicht geben.

  11. “ICH glaube mittlerweile nicht mehr an die Legende eines arabischen Überfalls 1967, ich habe den Verdacht, daß war eine weit vorausschauende strategische Maßnahme Israels, um sich Ressourcen zu sichern und Tatsachen zu schaffen, BEVOR “der Rest der Welt” merkt, worum es wirklich ging/geht!”

    Menachem Begin: “Egyptian army concentrations in the Sinai approaches did not prove that Nasser was really about to attack us. We must be honest with ourselves. We decided to attack him.”
    (Zu finden auf der Homepage des Israel Ministry of Foreign Affairs)

  12. Wieder ein sensationell objektiver Bericht von Herrn Wagner. Dieses Blog sollte sich als langsam als pro-palästinensiche NGO deklarieren; wer CEO und wer erster Beisitz ist, können die Herren Wagner und Rosch dann unter sich ausmachen.

  13. Ein sehr wichtiger Beitrag zum Thema auf ToI von Haim Gvirtzman, “Palestinian water libels” (25.02.14)

    • “Prof. Haim Gvirtzman is a professor of hydrology at the Institute of Earth Sciences at the Hebrew University and a member of the Israel Water Authority Council. He is also a long-time advisor of the Israel-PA Joint Water Committee. He authored the BESA Center’s groundbreaking 2012 study on Israel-Palestinian water issues.”

      Sorry ich glaube lieber unabhängigen Organisationen, wie der Weltbank oder Amnesty International, als diesem Typen, der dem Israel Water Authority Council angehört und somit alles andere als unabhängig ist.

    • @Lily: jetzt fehlt uns noch ein Bericht einer Person mit vergleichbarem Wissenstand aus der palästinenschen Partnerorganisation, dann könnten wir uns (vielleicht) ein Bild machen.
      Interessant wäre auch eine Stichprobe bei einer palästinesischen und einer jüdischen (Siedler)-Familie, vielleicht aus Bethlehem, über die jeweiligen Kosten für 1 m3 Frischwasser incl. Abwasser. Wäre das nicht ein Thema für die Herren Schneider und Rosch mit ihren guten Kontakten?

    • ” jetzt fehlt uns noch ein Bericht einer Person mit vergleichbarem Wissenstand aus der palästinenschen Partnerorganisation, dann könnten wir uns (vielleicht) ein Bild machen. [rbohi]”

      Links werden hier ja ungern gesehen, aber vielleicht hilft googeln nach “Water & Environmental Development Organization (WEDO)” oder nach “Friends of the Earth Middle East (FoEME)”! 😀

      HTH und schönen Tag noch!

      Hanns