Der Kampf um Wasser

Nach der umstrittenen Rede des EU-Parlamentspräsidenten rückt die Wasserverteilung vor allem im Westjordanland wieder in den Focus. Deshalb  waren wir im Jordantal unterwegs.

 

Kommentieren:

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft. Mehr in den Kommentarrichtlinien.
  1. Welche Argumente werden von den Verantwortlichen diesbezüglich angeführt, dass das Wasser derart ungleich und ungerecht verteilt wird?
    Dieses Problem ist doch seit Jahrzehnten bekannt. Verwunderlich, wie gelassen die Bauern – hier der Gemüse- und Dattelanbauer – wirkt und dennoch durchhält. Entscheidet sich Frieden am Brunnen, an den Wasserquellen?

    • ” Verwunderlich, wie gelassen die Bauern – hier der Gemüse- und Dattelanbauer – wirkt und dennoch durchhält. [Thea]”

      Nicht wahr? Er ist es nicht (mehr) anders gewöhnt und wenig Wasser ist doch besser als kein Wasser!

      In der nahegelegenen israelischen Siedlungen würde demgegenüber die Welt untergehen, wenn nicht genügend (staatlich subventioniertes Trink-)Wasser für blühende Blumen, grünen Rasen und den Pool im Garten zur Verfüguung stehen würde.

      Schönen Tag noch!

      Hanns

      • Da hat der palästinensische Bauer kein Wasser und höre und staune Israel ist daran Schuld. Wenn das mal nicht wieder sehr einfach gedacht ist.

        • Es gibt halt die Einen, die Hintergrundwissen haben und Andere, die keins haben! Zufällig kenne ich die dortigen Gegenheiten ein wenig besser als der Durchschnitts-Deutsche (schäm)! 😀

          Sie gehören offenbar zu den Anderen.

          SCNR und schönen Tag noch!

          Hanns

        • Im Beitrag wird von der ungleichen Verteilung (Menge, Zeit) des Wasser berichtet. Desweiteren von der Abhängigkeit (Unfreiheit) der Bauern, die weder eigene Brunnen bauen noch Wasserleitungen anlegen dürfen.
          Was tun, wenn ein Bauer keine Brunnen bohren und keine Wasserleitungen anlegen darf? Vorschläge erwünscht.

      • Widerstand kann auch diese Form annehmen: Gelassenheit und nicht aufgeben.
        Warum kooperieren die Menschen nicht? Gewinnen können dabei nur alle (gemeinsam); Israelis in den Siedlungen und die palästinensischen Bauern. Was hält davon ab?

      • Eines Tages müssen die Israelkritiker sich entscheiden:
        Ist die Westbank nun Teil Israels, muss also von diesem auch Infrastrukturell versorgt werden, oder ist sie es nicht?
        Ständig zu Jammern, dass die Palästinenser weniger Wasser haben, während die Israelis über mehr verfügen, würde nähmlich bedeuten, dass Israel hier Brunnen bohren, Meerwasser entsalzen und eine bessere Wasserwirtschaft einführen müsste, damit auch die Palästinenser versorgt werden können.

        Also Dinge, die normalerweise eine Regierung macht. Dann würde man Israel aber eine faktische Annektion der Westbank, Besiedlung, kulturellen Völkermord oder was sich der Antizionist von Welt noch so einfallen lässt, vorwerfen.

        Israel befindet sich in einer Loose-Loose-Situation:
        Übernimmt es Verantwortung, ist es ein Kolonialstaat.
        Überträgt es diese an die Palästinenser, ist es ein Aparthheitsstaat

        • “Israel befindet sich in einer Loose-Loose-Situation:
          Übernimmt es Verantwortung, ist es ein Kolonialstaat.
          Überträgt es diese an die Palästinenser, ist es ein Aparthheitsstaat”

          Tja, das hätte man sich vielleicht überlegen sollen, bevor man hunderttausende Palästinenser vertrieben hat und ihnen Land und Besitz gestohlen hat. Es wird Zeit, dass die Zionisten Wiedergutmachung leisten, die Vertriebenen und ihre Nachkommen zurück ins Land lassen und ihnen ihr Land zurück geben, damit endlich wieder Friede herrschen kann und Christen, Juden und Muslime gleichberechtigt im “Heiligen Land” leben können.

  2. endlich mal wieder ein kritischer bericht über israel. es wird aber auch endlich mal wieder zeit etwas über die böse besatzung zu erfahren. ich finde es ganz schlimm, dass den unschuldigen eingeborenen das wasser geklaut wird. so was ist nicht schön. ja, israel macht schon schreckliche sachen. israel sollte sich ein beispiel am libanon nehmen. im libanon haben die palistinänser immer genug wasser und werden überhaupt sehr, sehr gut behandelt.

  3. Stimmt es denn, dass die durch Oslo ausgewiesenen Stellen für den Wasserzugang der Palästinenser bei Hebron bspw. von den Palästinensern nicht genutzt werden?

    Stimmt es, dass palästinensische Bauern sich weigern, wiederaufbereitetes Wasser aus Kläranlagen zum Bewässern ihrer Felder zu benutzen?

    Stimmt es, dass das von der PA verwaltete Wassersystem in den palästinensischen Städten (Jericho, Ramallah, Hebron..) nicht, nur schlecht oder kaum instandgehalten wird, so dass durch Lecks ca. 30% des Wassers verlorengeht, versickert?

    Stimmt es, dass die PA (oder trifft das nur auf Gaza zu?) sich weigert, selbst Kläranlagen zu errichten, obgleich internationale Mittel für den Bau gesichert sind?
    Stimmt es, dass sich die Regierung in Gaza weigert, Desalinierungsanlagen zu bauen (ebenfalls trotz bereitgestellter Gelder), um politisch Druck auf Israel auszuüben?

    Stimmt es, dass es im von der PA verwalteten Gebiet keine Wasserzähler gibt und das benutzte Wasser bei vorhandenem Wasseranschluss von den Verbrauchern nicht bezahlt werden muss?

    (Ich glaube, Stromzähler gibt es ebenfalls nicht. Ich erinnere mich an einen früheren Bericht, wonach es zu Streiks kam, als Stromzähler installiert werden sollten.)

    Stimmt es, dass die Wasserleitungen unter israelischer Verwaltung instandgehalten werden, dass es in Israel Klär- und Desalinierungsanlagen gibt, dass es Wasserzähler gibt und jeder das Wasser aus den Leitungen bezahlen muss?

    Stimmt es, dass die israelischen Bauern ihre Felder mit moderner Tröpfchentechnik bewässern, während palästinensische Bauern ihre Felder traditionell eher fluten (im Rahmen der Möglichkeiten)?

    Stimmt es, dass die Wasserknappheit, unter der die Palästinenser leiden sehr viel mehr mit palästinensischer MIsswirtschaft und politisch motiviertem Unwillen zu tun hat, als mit der ‘Selbstsucht des Besatzers’?

    Gibt es auf palästinensischer Seite Experten, die zu diesen Fragen fachkundig Auskunft geben können?

    • @ Lily… Sie stellen viele Fragen die den Eindruck vermitteln sollen, dass die Palaestinenser selber schuld an ihr Leiden sind… vielleicht auch selber schuld sind, dass Israel seit ueber 60 Jahren ihr Land besetzt und ihr Leben total kontrolliert… Ich moechte Ihre Fragen nicht in Frage stellen, aber Sie sollten uns mindetens die Quelle Ihrer Behautungen nennen… Danke!

      • @ C. Santana

        Entschuldigen Sie bitte…

        Am Ende der letzten Wasserdiskussion hier im Blog hatte ich gestern einen Hinweis gepostet zu einem Artikel auf der Seite der “Times of Israel” v. 25.02.14 v. Haim Gvirtzman: “Palestinian water libels.”

        Mit meinen Fragen habe ich Bezug genommen auf die Aussagen von Herrn Gvirtzman. User Free zweifelte an seiner Glaubwürdigkeit, da er u.a. Mitglied des “Israel Water Autority Council” sowie langjähriger Berater des israelisch-palästinensischen “Joint Water Committee’s” ist.

        In seinem Beitrag erklärt er, in welcher Weise Palästinenser ihre Wasserprobleme zumindest zum Teil selbst zu verantworten haben. Ich gehe davon aus, dass Herr Gvirtzman seine Aussagen seriös recherchiert sind.

        Mich überzeugt seine Darstellung der Verhältnisse.

        Inwiefern die hier im Film vorgestellten Bauern repräsentativ für die Situation palästinensischer Bauern im WJL sind, kann ich nicht beurteilen. Vor allem aber fehlt der von Herrn Gvirtzman beschriebene Hintergrund für die Wassernot.

        Die von Hanns nachstehend angegebenen Querverweise geben auf den ersten Blick auch nicht sehr viel her. Wenig Infos auf der Seite der WEDO; mehr kann man bei den Friends of the Earth Middle East finden. Plausibel scheint mir, dass das Grundwasser bzw. Quellen teilweise stark verschmutzt sind aufgrund der Nachlässigkeit BEIDER Seiten, durch Israelis und Palästinenser. Wie der Name bereits vermuten lässt, ist den FoEME der Umweltschutz ein Anliegen, und es besteht wenig Interesse an politischen Grabenkämpfen auf Kosten der Umwelt.

        Dennoch sollte man genau hinschauen, wenn man versucht, die Verantwortlichen für die Wassernot ‘dingfest’ zu machen. Der populäre Fingerzeig auf die ‘Pools der illegalen Siedler’ oder israelischer Bauern, die eine reiche Ernte einbringen, während die armen Palästinenser darben müssen, weckt mein Misstrauen.

        • “dass Herr Gvirtzman seine Aussagen seriös recherchiert sind.”

          … dass Herrn Gvirtzmans Aussagen….
          oder
          … seriös recherchiert hat.

    • “Gibt es auf palästinensischer Seite Experten, die zu diesen Fragen fachkundig Auskunft geben können? [Lily]”

      Hierzu zitiere ich mich mal selbst aus dem “Quasiparallelthread”:

      “Mufti99 am 27/02/2014 um 10:18

      ” jetzt fehlt uns noch ein Bericht einer Person mit vergleichbarem Wissenstand aus der palästinenschen Partnerorganisation, dann könnten wir uns (vielleicht) ein Bild machen. [rbohi]”

      Links werden hier ja ungern gesehen, aber vielleicht hilft googeln nach “Water & Environmental Development Organization (WEDO)” oder nach “Friends of the Earth Middle East (FoEME)”! 😀 [Mufti99 in “Kein Wasseranschluss in Susiya”]

      HTH

      Die anderen Fragen sind mir zu pauschal/tendenziös gestellt, daran mögen sich mögen sich andere auslassen! 😛

      Schönen Tag noch!

      Hanns

      HTH und schönen Tag noch!

      Hanns

      • “Die anderen Fragen sind mir zu pauschal/tendenziös gestellt,” (Hanns)

        Wissen Sie, es ist im Grunde eine Riesenchance, neutral beobachtend aus einer Konfliktregion berichten zu dürfen.

        “Konflikt” sagt bereits, dass es Interessengruppen und Konfliktparteien gibt. Jede dieser Gruppen argumentiert im eigenen Interesse und nicht für den anderen. Da ist es spannend, hinzuzutreten, jeder Seite zuzuhören, die Informationen zu sammeln, zu ordnen und einander gegenüberzustellen.

        Es ist leicht, die Interessenlage beider Seiten zu verstehen. Es ist weniger leicht, objektive, verifizierbare Fakten zu sammeln. Die eine Seite hat bereits durch Herrn Gvirtzman sehr wahrscheinlich zuverlässige, wenngleich nicht ganz vollständige… Fakten geliefert. Von der palästinensischen Seite kommen sehr viel tendenziösere Aussagen als meine provokativen Gegenfragen. Da hört man regelmässig: ‘Die Israelis geben uns kein Wasser. Die Israelis verbieten uns, Brunnen zu bohren. Die Israelis verseuchen unser Wasser usw.’ – Solche Aussagen sind jedoch haltlos und irrelevant, solange konkrete Daten dazu fehlen und nur einzelne Bauern ihre Aussagen machen. Es wäre doch spannend, an dieser Stelle zu bohren und den Dingen wirklich auf den Grund zu gehen.

        Ich nehme jedoch an, dass das kaum möglich sein wird, dass sich auf der palästinensischen Seite kein echter Experte finden lässt (die Annahme ist nun auch wieder tendenziös), denn die Palästinenser nutzen die eigene Ungenauigkeit, um bewusst Dunkelzonen der Unkenntnis für ihre eigenen Interessen zu nutzen.

        Der Israeli liefert Daten, Zahlen, Fakten, kalkuliert “kalt” und bringt die eigenen Schäfchen ins Trockene, während er den armen Palästinenser auf dem Trockenen sitzen lässt. So ist das Klischee, und daran soll auch nichts geändert werden.

        Auch wenn Daten, Zahlen, Fakten auf der palästinensischen Seite fehlen, so bin ich zumindest in der Lage, dieses Argumentationsgefälle wahrzunehmen.

        Überzeugen nun eher palästinensische Bauern mit viel Gefühl oder rational denkende israelische Wissenschaftler mit Sachkenntnis?

        Für mich ist die Antwort klar, aber in der Berichterstattung sollte es mMn genügen, einfach diese beiden Seiten gegenüberzustellen, ohne zugleich Partei für den persönlich grösseren Sympathieträger zu ergreifen.

        Mehr kann ich zu diesem Thema nicht beitragen.

    • In Anbetracht des Windes (die Palmwedel im Hintergrund bewegten sich leicht), der relativ trockenen Luft und der hohen Temperatur bedeutet der nicht abgedeckte Pool ca. 50 Liter Wasserverlust pro Tag und Quadratmeter. Mit einer einfachen Plane könnte der Mann also rund 5.000 Liter pro Tag sparen (bei einer angenommenen Poolgröße von 20 x 5 m, genau war das leider nicht zu sehen).
      Dazu käme die undichte Wasserleitung (man sieht es im Betrag an mehreren Stellen rinnen) sowie die Bewässerung über Steinrinnen, die ihrerseits sowohl nach oben (Verdunstung) als auch nach unten (Versickerung) Wasser verlieren.
      Die Schläuche deuten zumindest auf eine zielgenaue und hoffentlich von der Bodenfeuchtigkeit regulierten Tröpfchenbewässerung hin, die Enden der Schläuche mit den (oder ohne die) Tonregulatoren waren leider nicht im Bild.
      Ob das zugeteilte Wasser mit den Maßnahmen ausreichen würde für die Bewirtschaftung, ist damit allerdings nicht beantwortet.

      • Ihr Beitrag ist auch mal wieder so ein Beitrag, der IMHO am Kern der Sache vorbeigeht: Wenn die Bewohner der Westbank pro Kopf der Bevölkerung durchschnittlich rd. 70 l Wasser pro Tag ZUR VERFÜGUNG haben und davon ggf. auch noch 30% Verluste zu verzeichnen sind, regnet es Ratschläge, wie man diese Verluste vermeiden könnte. Sicher alles richtig, aber daß die israelischen “Nachbarn” in der gezeigten Siedlung “nebenan” die vier- bis fünffache Wassermege 1. ZUR VERFÜGUNG haben und 2. auch VERBRAUCHEN(!), wird als selbstverständlich hingenommen. Da liegt doch der Hund begraben. Und (tagsüber) abgedeckte Pools auf Privatgrundstücken sind mir da auch noch nicht aufgefallen…

        Manche Gartenanlagen in den Siedlungen halte ich in Anbetracht dessen, daß man in einer Wüste lebt, schlichtweg für pervers, was den Wasserverbrauch angeht, sorry. Wer wie am Mittelmeer leben will, kann das ja tun, aber halt nicht im Jordantal bzw. in der judäischen Wüste!

        Just my 2 cents und schönen Tag noch!

        Hanns

        • rainer ha mi seinen argumente absolut recht. es geht hier nicht nur um technische loesung, sondern auch um die gruende fuer das angebliche problem.

          vor zwei jahren wurde das wasserproblem in israel halboffiziell fuer beenden erklaert worden. das meiste wasser in israel kommt aus den etsalzungsanlagen. dazu kommt, dass fast das gesammte wasser israels aufbereitet wird.

          wenn man jetzt so ganz unfair vergleicht, wie viel wasser im endeffekt bei dem verbraucher ankommt, macht man gleich zwei fehler. das erste fehler ist, dass man das ueberhaupt nicht messen kann, da es wasserzaehler fehlen. das zweite fehler ist, dass man sich nicht auf das frisch- oder neuwasser bezieht.

          wenn wir beide je 20 eier von der mutti bekommen. und du wie verrueckt rennst und die meisetn eier brichst und dann nur mit vier eier ankommst. so kannst du nicht ueber eine ungerechte verteilung sprechen, da du angeblich nur ein fuenftel bekommen hast.

          genau das gleiche passiert in israel. die israelis machen alles moegliche um neues wasser zu bekommen und das alte trinkbar zu machen. die palaestinenser machen rein gar nichts.

          die israelis haben mehr wasser, nicht weil sie palaestinensisches wasser anzapfen, sondern weil der staat feur mehr wasser fuer sie sorgt.

          grundwasser anzuzapfen kann das problem nur sehr kurrzeitig loesen. wenn man nach gaza schaut, so kann man jetzt schon eine katastrophe sehen. die grundwasserreserven sind fast leer. das fuehrt dazu, dass salzwasser eindringt und das uebrige frischwasser versalzt. das was gaza noch am tropf haelt, ist die gigantische israelische entsalzungsanlage bei aschkelon.

          sollten die israelis, den palaestinenser das grundwasser ueberlassen und das israelische wasser abstellen, waere es zu ende mit der palaestinensischen landwirtschaft.

          und jetzt eine GANZ andere frage, wie kann das sein, dass man dort pflanzen anbaut, welche solche unmengen von wasser verbrauchen, welches nicht vom himmel regnet? das kann nur wirtschaftlich sein, weil diese bauern rein gar nichts fuer das wasser bezahlen!!! die verschwendung wid regelrecht gefoerdert.

          • “sollten die israelis, den palaestinenser das grundwasser ueberlassen und das israelische wasser abstellen, waere es zu ende mit der palaestinensischen landwirtschaft. [ariel]”

            Das halte ich für ein typisches Propaganda-Gerücht! Haben Sie dafür belastbare Quellen? Es gibt internationale Untersuchungen, die das Gegenteil belegen! Jedenfalls für die Teile Israels, die östlich der Wasserscheide Mittelmeer/Jordan liegen. Warum hat sich Israel wohl auf die Meerwasserentsalzung “gestürzt”?

            Leider sind die Zahlen schon ein bißchen älter, seriöse aktuelle Zahlen sind leider kaum öffentlich zugänglich. Warum wohl?

            Schönen Tag noch!

            Hanns

        • Hanns,
          kennen Sie den Spruch: jeder kehr vor seiner eignen Tür, da hat er Dreck genug dafür?

          Wenn die Palästinenser Israel anklagen, Wasser zu verschwenden, sollten sie erst mal selbst dafür sorgen, dass sie das nicht tun. Wenn ich gesehen habe, was allein aus der *einen* Verbindungsstelle der Schläuche geronnen ist, komme ich da auf geschätzt weitere 100 Liter pro Tag. Zusammen mit der Verdunstung sind das knapp 30 Dattelbäume, die er versorgen kann.

          Ja, die Palästinenser haben ein Recht auf Wasser, das sie zum Leben brauchen. Aber sie haben kein Recht, Wasser zu verschwenden. Und zwar unabhängig davon, ob Israel sein Wasser verschwendet oder nicht. Denn es gibt keine Gleichheit im Unrecht.
          Ansonsten hätte ich das Recht, Sie umzubringen, nur weil irgendwo auf der Welt irgendjemand anders umgebracht hat.

          Wenn also die Palästinenser ALLES, aber auch wirklich ALLES getan haben, um ihre Verschwendung von Wasser zu stoppen und es dann immer noch nicht reicht, bin ich der erste, der sich mit einem Protestschild vor die Knesset stellt und mehr Wasser für die Palästinenser fordert. Aber solange sie nur jammern und nichts selbst tun, habe ich kein Mitleid.

    • Hallo Lily,
      danke für Deinen Kommentar. Das ist wirklich sehr interessant.
      Habe davon auch schon mal gehört, nur nicht so detaliert 🙂

      Es wäre toll, wenn Herr Rosch und Kollegen diesbezüglich nachhaken und einen Bericht darüber bringen würden.
      Dann wäre es auch nicht einseitig recherchiert.

    • JA. Alles, was Sie sagen stimmt.

      Vor allem ist wichtig zu betonen, dass das Thema “Wasser” zwischen Israel und der PLO vertraglich geregelt ist, dass Israel seinen Teil der vertraglichen Verpflichtungen übererfüllt. Von Israelischer Willkür kann also keine Rede sein…Alle Probleme, die es möglicherweise gibt, könnten im Joint-Water-Comittee besprochen werden, stattdessen setzt die palästinensische Seite lieber auf Propaganda und auf Konfrontation statt Kooperation.

  4. Wieso erfährt der Zuschauer nicht, wer die eingeblendete “Expertin” ist? Es gibt keine Bauchbinde mit Namen und Funktion der Dame.
    Zweiter Kritikpunkt: Es wird gesagt, dass es im Winter kaum geregnet habe. Das stimmt nicht! Der vergangene Winter war sehr nass, regnerisch und verschneit in der gesamten Westbank – ich war selbst dort.
    Ansonsten guter Beitrag zu einem wichtigen Thema!

  5. so, so die araber bekommen weniger wasser. so, so behaupten die araber.
    ist herr rosch nun journalist oder pressesprecher der plo. die berichterstattung der ard ist wirklich erbärmlich.

  6. Herr Rosch kann es nicht lassen. „Kampf um Wasser“ und „Wasserverteilung“ sind nicht gerade Wörter, die das Problem objektiv beschreiben. Ganz im Gegenteil: Es sind Kampfbegriffe, und diese Kampfbegriffe ergreifen Partei. Eine der Objektivität verpflichtete Berichterstattung sieht anders aus.

    Wenn Wasser knapp ist, hat man sorgsam damit umzugehen. Das aber gerade tut die Pali-Verwaltung nicht. Sie halten sich nicht an mit Israel getroffene Vereinbarungen. Sie zapfen den gemeinsamen Grundwasserstrom durch illegale- weil vertragswidrige – Bohrungen an, lassen das Wasser durch undichte Leitungen laufen und verschwenden das von Israel zugelieferte Trinkwasser zur aus früheren Zeiten stammenden Bewässerung ihrer landwirtschaftlichen Kulturen.

    Israelische Technologie der Tröpfchenbewässerung ist für Palis jüdische Kufr-Technik. Dabei verzichten sie auch noch auf Wasserzähler und das von Israel gelieferte Wasser bleibt unbezahlt.

    Dazu kommt noch, dass die Pali-Verwaltung auf Kanalisation des Abwassers und Aufbereitung und Wiederverwertung für landwirtschaftliche Kulturen verzichtet. Sie pfeifen auf eine Zusammenarbeit mit Israel. Technologisches Knowhow israelischer Wassertechnologie ist ihnen schnurzpiepegal. Sie jammern lieber darüber, dass Israel für das von den Palis verschwendete und nicht bezahlte Wasser Buch führt. Und dieses Jammern ist auch bei Herrn Rosch auf fruchtbaren Boden gefallen. Antiisraelische PR wirkt immer.

    Ich frage mich, wo die Milliarden an Euros und Dollars versickern, die die Palis von den USA, der UNO und der EU erhalten. Für die Wasserversorgung des Pali-Volkes werden sie jedenfalls nicht ausgegeben.

    PS:Dass auf diesem Blog keine Quellen verlinkt werden können, ist ziemlich dubios. Wer bestimmt das? Ist das Team des Blogs mit der Zensur überfordert, falls Links gesetzt werden dürften?

  7. Eldad Beck, einmal (und vielleicht noch immer) der einzige israelische Korrespondent in Berlin, urteilte vor kurzem auf ynetnews.com (Yedioth Ahronoth) über die deutsche Seite der deutsch-israelischen Regierungskonsultationen wie folgt:

    In den ersten Jahren der noch jungen deutsch-israelischen Beziehungen war das beiderseitige Verhältnis von der grossen Sensibilität der Israelis angesichts des Holocaust-Traumas geprägt, während in den letzten Jahrzehnten eine Verschiebung zur deutschen Seite stattgefunden habe. Immer mehr Deutsche fordern, auch des deutschen Leids unter dem 2. Weltkrieg zu gedenken, die jungen Deutschen von ihrer historischen Schuld zu befreien und eine völlige Normalisierung der Beziehungen beider Länder zueinander anzustreben.

    Darüber hinaus sei die deutsche Obrigkeit weniger mit der Stärkung bilateraler Beziehungen als vielmehr damit beschäftigt, Israels Probleme zu lösen – so, wie Berlin sie verstehe.

    Dies betreffe nicht nur den israelisch-palästinensischen Konflikt – in dem Deutschland die israelischen Siedlungen als Hauptfriedenshindernis ausgemacht hat, sondern Deutschland mische sich über entsprechende Förderfonds auch zunehmend direkt in Israels innere Angelegenheiten ein. Beck zitiert Frank Walter Steinmeiers Beitrag in der israelischen Zeitung Yedioth Ahronoth, in dem er über den „jüdischen und demokratischen“ Staat Israel spricht: Es wäre besser, Israel wäre stärker bemüht um seinen demokratischen Anspruch, als um den Erhalt der jüdischen Identität (des Staates).

    Eldad bemerkt weiter, die Frage sei nicht, ob Israel dem „Land der Täter“ jemals wieder vertrauen könne, sondern ob Deutschland genug getan habe, um das Vertrauen in das „Land der Täter“ zu rechtfertigen. Er mutmasst, Deutschland sei zu sehr bemüht, die Menschen vergessen zu lassen, dass sie einmal das „Land der Täter“ waren. Wie? Indem von den Beziehungen zwischen Deutschen und Israelis abgelenkt werde zugunsten einer verstärkten Aufmerksamkeit für die israelisch-palästinensischen Beziehungen.

    Er fährt fort mit der Frage: „Welche praktischen Schritte hat es [Deutschland] unternommen, um die Palästinenser und Araber dazu veranlassen, ihr unermüdliches antisemitisches Aufwiegeln einzustellen, um die bereits 66 Jahre andauernden Isolations- und Boykott-Politik zu beenden und um das Existenzrecht eines jüdischen Staates im Nahen Osten anzuerkennen? Oder ist Deutschlands einziger Beitrag zum Frieden, dem jüdischen Staat zu vermitteln, was es zu tun habe, um die Forderungen der anderen Seite zu befriedigen?“ Niemand erwarte, dass die deutsche Regierung selbstverständlich alle strategischen Massnahmen Israels billige, aber ebenso habe niemand Deutschland mit Sonderrechten ausgestattet, um Israel ausschliesslich zu belehren.
    —–

    Beck macht deutlich, welche politischen Interessen die deutsche Bundesregierung heute aus seiner Sicht verfolgt. Ich glaube, er trifft den Nagel auf den Kopf.

    Dieser Hintergrund macht auch verständlich, wie die Berichterstattung zur Wasserproblematik aufzufassen ist. Objektivität und sorgfältige Recherche sind nicht das Ziel, und ich nehme auch an, dass es an allen Ecken und Enden an Zeit und Mitteln fehlt, um einem höheren Anspruch gerecht werden zu können. –

    Eine Anforderung erfüllt dieser Beitrag jedoch: Er ist (regierungs)linientreu deutsch.

    • “Eine Anforderung erfüllt dieser Beitrag jedoch: Er ist (regierungs)linientreu deutsch.”

      Jawoll, wie es sich in einer demokratie in 2014 gehört.

  8. – Den Palästinensern sind das Graben von Brunnen und Erschliessen von Quellen verboten.
    – Viele Palästinenser sind nicht an das Wassersystem angeschlossen.
    – Die Israelis rationieren das Wasser, das für die Palästinenser bereitgestellt wird.
    —-

    Es entsteht der Eindruck, dass die Palästinenser das Wasser, das flüssige Gold, zuerst bzw. immer noch als einen Rohstoff und natürliches Geschenk Gottes verstehen, das für jeden frei zugänglich sein sollte und das die Israelis ihnen vorenthalten.

    Die Israelis haben schon lange verstanden, wie wichtig das Wasser für ihr Leben und Gedeihen in der Region ist und daher geforscht, investiert und sensibilisiert, so dass sie heute in der Lage sind, allen Haushalten ganzjährig genug Wasser zur Verfügung zu stellen, um Landwirtschaft betreiben und sogar manch einen Pool unterhalten zu können. Der Umgang mit dem Wasser bereitet für die Israelis selbst bisher keine unlösbaren Probleme, und die Kosten für Forschung, Instandhaltung und den Ausbau vorhandener Anlagen werden von allen über Steuern und Wassergebühren gemeinsam getragen.

    Wasser ist kostbar, und es versteht sich von selbst, dass das Graben von Brunnen weder in Israel noch in von Israel verwaltetem Gebiet erlaubt sein kann. Würde sich ein jeder auf illegale Weise selbst bedienen, so bräche das System letztlich zusammen. Es kann nicht sein, dass die einen sich bemühen, in verantwortlicher Weise mit dem Wasser umzugehen, während die anderen Wasser als freies Gut verstehen. Die kostenlose Versorgung der Palästinenser mit Wasser für fünf Stunden in der Woche, während derer alle Hähne offen stehen, ist bereits eine überaus grosse Geste, die zwangsläufig von den Israelis mitfinanziert werden muss. Nur durch das Rationieren des Wassers ist es überhaupt möglich, den Wasserverbrauch notwendigerweise zu begrenzen.

    Es ist auf der anderen Seite ebenso wahr, dass die tendenziell eher westlich orientierten Israelis, die in den Siedlungen leben, persönlich einen ‚kulturell bedingten‘ höheren Wasserverbrauch haben. Die Dusche am Morgen, die Dusche am Abend, das sauber geputzte Haus, Spül- und Waschmaschine gehören wahrscheinlich zu den meisten Siedlerfamilien; sie sind nicht wegzudenken. In diesen Bereichen sind die Palästinenser vermutlich traditionell sparsamer mit dem Wasser.

    Es ist übrigens bemerkenswert, dass die Palästinenser diese Felder auf dem C-Gebiet überhaupt bewirtschaften dürfen und dass der Bauer freimütig erklärt, dass er illegal einen Brunnen gegraben hat – offenbar ohne die Strafe des Besatzers zu fürchten.
    Es ist ausserdem bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass „der“ Israeli A-Gebiet nicht einmal betreten darf.

      • Lily, so überzeugend ich Ihre Kommentare, die zeigen, dass sie sich tatschlich tiefergehend mit der Thematik beschäftigt haben, finde:
        Eins möchte ich dann, wenn Sie erlauben, doch korrigieren, weil es zu diesem Zerrbild beiträgt, das Rosch und Wagner hier zeichnen: Sie Schreiben: Viele Palästinenser seien nicht an das Wassersystem angeschlossen. Das stimmt m. E. nicht. M.W. Ist es so, dass 95% aller palästinensischen Haushalte an das Wasserleitungsnetz angeschlossen sind. BTW ein guter Wert, erst recht im innerarabischen Vergleich.

        Dass es nicht sinnvoll sein kann, wenn jeder nach seinem Belieben Brunnen bohrt, erschließt sich doch auch sofort.

        • ” Viele Palästinenser seien nicht an das Wassersystem angeschlossen. Das stimmt m. E. nicht. M.W. Ist es so, dass 95% aller palästinensischen Haushalte an das Wasserleitungsnetz angeschlossen sind. BTW ein guter Wert, erst recht im innerarabischen Vergleich.”

          Ich will mich nicht über die Prozente streiten, aber Anschluß an das Wasserleitungsnetz heißt in der Westbank NICHT das, was man z.B. als verwöhnter Mitteleuropäer darunter versteht: Nicht umsonst sieht man dort überall Wasserbehälter auf den Dächern!

          Die sind zwar über ein Wasserleitungsnetz angeschlossen, werden aber selbst in RamAllah nur aller 2-4 Tage “nachgefüllt”. Da ist Wassersparen “per se” angesagt! Und geduscht wird frühestens nachmittags, weil bis dahin das Wasser von der Sonne aufgewärmt wird (Klar, morgens Warmwasser zu haben ginge elektrisch, macht nur keiner!).

          Das nur zur Ergänzung, weil ja nicht jeder die Möglichkeit hat, wie ich auch mal “Auf den Dächern von RamAllah” herumzuturnen!

          Schönen Tag noch!

          Hanns

    • “Es ist übrigens bemerkenswert, dass die Palästinenser diese Felder auf dem C-Gebiet überhaupt bewirtschaften dürfen [Lily]”

      Autsch, das tut weh! Schon so lange dabei und das System immer noch nicht verstanden? Bemerkenswert wäre, wenn er seine Felder NICHT bewirtschaften dürfte!

      “… dass der Bauer freimütig erklärt, dass er illegal einen Brunnen gegraben hat – offenbar ohne die Strafe des Besatzers zu fürchten. [Lily]”

      DAS sollte man vielleicht nicht so laut erwähnen? 😛

      “Es ist ausserdem bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass „der“ Israeli A-Gebiet nicht einmal betreten darf. [Lily]”

      … weil es Ihm nach ISRAELISCHEM Recht verboten ist.

      Schönen Tag noch!

      Hanns

      • “Schon so lange dabei und das System immer noch nicht verstanden? Bemerkenswert wäre, wenn er seine Felder NICHT bewirtschaften dürfte!” (Hanns)

        *bissige Ironie an* Von einem Besatzer kann man wohl erwarten, dass er bemüht ist, dem Unterworfenen die Lebensgrundlage komplett unter den Füssen wegzuziehen – oder etwa nicht? *bissige Ironie wieder aus*

        Dieser Besatzer hier schafft es jedoch, mit der anderen Seite, wenngleich mehr schlecht als recht, zu koexistieren.

        In den A-Gebieten ist ein Miteinander mit Juden von vornherein ausgeschlossen – so sehr ausgeschlossen, dass Israel seinen Staatsbürgern das Betreten dieser Gebiete verbietet. Warum verbieten sie es? Die Sicherheit von Juden kann in palästinensisch verwaltetem Gebiet nicht gewährleistet werden, und israelischen Soldaten wäre es verboten, ihre Mitbürger da wieder ‘rauszuholen.

        Palästinenser aus der West Bank passieren umgekehrt routinemässig Checkpoints oder ‘Löcher im Zaun’, um nach Israel zu gelangen, um dort zu arbeiten – ohne erhöhte Lebensgefahr.

        • FYI (slightly off topic):

          Gestern vormittag 8:30 Uhr auf dem Weg von RamAllah nach BirZeit (B-Gebiet!) plötzlich ein neuer Checkpoint. Straßenkämpfe. IDF(?)-Einsatz. Mittags ein 25jähriger Toter, Verletzte und mindestens ein total zerstörtes Haus, das der Familie des Toten. Gegen 13:00 Uhr Abzug der Israelis. (Information aus erster Hand von einem mir sehr gut bekannten Augenzeugen, Kollege des Vaters des Toten.) Warum das Alles? Nobody knows!

          Es gibt auch einen entsprechenden Video-Bericht auf Facebook/YouTube, sollte sich über Ort und Datum/Uhrzeit ermitteln lassen, ist leider in Arabisch.

          Sorry mußte ich zum Thema Sicherheit einfach loswerden!

          Heute keinen schönen Tag noch!

          Hanns

          • Ich bekam die Nachricht, die von “heute” berichtete, mit Datum vom 28.2., vermutlich nach Mitternacht geschrieben. Das Ereignis war schon am 27.02., sorry.

            Macht den Fakt aber nicht besser!

            Hanns

            Bei YouTube ggf. nach ali darali suchen.

  9. Und was Strom betrifft leben Araber in paradiesische Verhältnisse, sie Zahlen einfach die Stromrechnung nicht.
    Die east Jerusalem electrical company und die Palästinensische Verwaltung drehen den Strom nicht ab, liefern einfach weiter, der von israelischen Lieferanten gelieferten und nicht bezahlten Strom wird aber auch nicht bezahlt.Die Schulden belaufen sich auf 271 Millionen Euro und wachsen monatlich um weitere 14,5 Millionen Euro.
    Die israelische Elektrizitätswerke müssen dennoch von der Knesset gezwungen weiter Strom liefern.
    Bezahlen wird am Ende,der israelische Steuerzahler.
    Übrigens der jüdischer Siedler ,der nicht zahlt ,dem wird der Strom abgedreht.
    So viel über die “Unmenschlichkeit” der “Besatzer”
    Ynetnews :

    “Palestinians getting free electricity from Israel
    While Israelis who fail to pay their electric bills are immediately cut off from power supply, Palestinians get away with it.

    How much do Palestine’s residents pay for the electricity they purchase? After all, they don’t produce their own electricity. All the electricity they consume is bought from the Israel Electric Corporation (IEC). Sometimes, if the resident is an Israeli/settler, the purchase is made directly from the IEC. In most cases, the purchase is made through the east Jerusalem electrical company, or the Palestinian local authorities.
    While the Jewish/settler consumer lives under the threat of being cut off from the power supply if he fails to pay, the Palestinian consumer lives in quite a good world, electrically speaking. Only about half of the Palestinian consumers pay their electricity bill – and the rest pay less than the Palestinian supplier’s cost.
    What happens with those who don’t pay? In a regular situation, it can be assumed that their supplier – the east Jerusalem electrical company or the local authority – would cut them off. But that doesn’t happen. What happens is that the consumers don’t pay, the supplier doesn’t cut them off, and the best part: The supplier doesn’t pay whoever sells him the electricity – in other words, the IEC. The even more interesting thing is that the IEC, which doesn’t receive the payment it is entitled to, doesn’t cut off the power either.”

  10. “Und was Strom betrifft leben Araber in paradiesische Verhältnisse, sie Zahlen einfach die Stromrechnung nicht.”

    Genau so habe ich den Artikel auch verstanden. Von Südostanatolien bis zum Jemen und vom Mittelmeer bis zum Zagros hat noch nie jemand seine Stromstrechnung bezahlt. Ich habe bloß nicht verstanden was das mit Wasser zu tuen hat.

    • “Von Südostanatolien bis zum Jemen und vom Mittelmeer bis zum Zagros hat noch nie jemand seine Stromstrechnung bezahlt.” (Heinz)

      In den primitiven Kulturen zwischen Südostanatolien… usw. weiss man nichts von EnergieVERbrauch, nur etwas vom EnergieGEbrauch, nichts von Recycling oder erneuerbaren Energien, den damit verbundenen Kosten und den dadurch möglichen Erhalt, die Wiederaufbereitung und die Vermehrung natürlicher Ressourcen.

      Israel, in der Grösse Hessens, bildet einmal wieder die grosse Ausnahme im Orient. Israel folgt im Umgang mit seinen spärlich vorhandenen Rohstoffen (Wasser!; die Entdeckung und Erschliessung der Gasvorkommen ist noch jung) dem westlichen Modell, das von Deutschland angeführt wird. Dieser Umgang mit Energie und Wasser ist kostenintensiv.

      Es ist ein Konzept, das im Orient nicht begriffen wird. IN Israel bereitet dies kaum Probleme. In der West Bank kollidieren diese beiden Energieanschauungen jedoch total.

      Kompromisse sind im Grunde nicht möglich. Entweder Israel wählt mit den Palästinensern den arabischen Weg und bereitet damit für sich selbst den Weg in eine noch stärker wachsende Energienot, und damit in Hunger, Armut und Elend, oder die Palästinenser fügen sich in die Kultur israelischer Energiewirtschaft – und profitieren selbst mit davon. Da beide Völker von den selben Primärquellen abhängen, ist ein Mittelweg nicht möglich.

      Es ist nicht denkbar, dass ein Friedensplan vorsieht, dass Israel seine teuer gewonnene Energie (Strom) und das in Desalinierungsanlagen neu gewonnene und in Kläranlagen wiederaufbereitete Wasser “Palästina” frei zur Verfügung stellt. Systematisch nicht bezahlte Rechnungen sind kein hinnehmbarer ‘Kompromiss’. Ohne Wasser- und Stromzähler für die Palästinenser der West Bank, persönliche Verantwortung und Zahlungspflicht kann es keinen palästinensischen Staat geben.

      • Liebe Lily,
        du rennt damit offene Türen bei mir ein. Ich finde es ebenfalls unverschämt wie diese primitiven Kulturen in Dubai, Riad oder Amman ganz unverhohlen Wasser vor ihre Zelte in den Sand kippen, die Wüste mit Stromheizungen erwärmen und mit ihrem Öl israelische Brunnen vergiften. Diese Barbaren können von Glück reden, dass hinter jeder Ecke ein Judenhasser lauert, der nur darauf warten einen internationalen Komplott zu schmieden, um die Israelis zu zwingen weiterhin Ressourcen zu liefern. Ich frag mich auch, wie man sich über solche Banalitäten wie den Status Jerusalems, Siedlungspolitik und die Nicht-Annerkennung Israels streiten kann, wenn für einen Frieden zuerst einmal die Stromrechnung bezahlt werden muss.
        Tut mir leid, aber ich weiß einfach nicht wie ich anders als mit absurder Ironie auf solche Kommentare reagieren soll. Nicht nur, dass du völlig an dem vorbeiredest, was ich zu sagen versucht habe, zu allem Überfluss kommst du auch noch mit völlig eindimensionalen und rassistischen Populismus daher. Der Kern deines Kommentars ist zwar nicht falsch, aber das könnte man auch etwas differenzierter und ohne den Rassismus sagen. Sowas kannst du dir für das nächste Kach-Treffen aufheben.

        • @ Heinz

          “primitiv” ist in diesem Zusammenhang wertneutral zu verstehen. Primitiv im Sinne von: original, ursprünglich, nicht erschlossen, vormodern, nicht industrialisiert/technologisch erschlossen.

  11. “Und was Strom betrifft leben Araber in paradiesische Verhältnisse, sie Zahlen einfach die Stromrechnung nicht.”
    (Zitat: Refporus Zen)

    Strom kann bezahlt werden, wenn dafür ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sind. Eine Generalisierung scheint an dieser Stelle fehl am Platz und dem Thema “Der Kampf um Wasser” unangemessen. Handelt das Thema doch von einer ungerechten Wasserverteilung und Wasserversorgung; desweiteren der Tatsache geschuldet, palästinensische Bauern können nicht über ihre eigene Wasserversorgung verfügen, planen (ökonomisch und ökologischer Aspekt) und unterliegen einer Willkür, also Unfreiheit und Entmündigung, die den eigenverantwortlichen Umgang mit den zugewiesenen Wassermengen unterwandert.
    Die Frage ist doch die, wie der prekäre Zustand der palästinensischen Bauern im Westjordanland behoben und die Bedingungen verbessert werden können.

    • “Die Frage ist doch die, wie der prekäre Zustand der palästinensischen Bauern im Westjordanland behoben und die Bedingungen verbessert werden können”

      Israel liefert mehr Wasser , als verinbart, dazu noch gratis Strom , was wollen Sie noch ?

      Bald wird Israel auch Gas liefern, ich wette die Rechnungen werden auch nicht bezahlt und man wird versuchen Israel zu zwingen trotzdem weiter zu liefern.

      Ich will hier lediglich die arabische Mentalität, die sich nie zufrieden gibt und darauf ausgerichtet ist mit Hilfe von Israel-Hassern Juden zu erpressen.

      Damals hatte man Chistus gekreuzigt und man vergiftete die Wasserbrunnen , heute ist man “Besatzer” und man hat alle Brunnen nur für sich.

      In der jüdischen Geschichte gab es stets solche Erpressungen, Juden wurden immer gezwungen zu bezahlen , um ihre Ruhe zu haben.
      Aus historischer Sicht nennt man das Antisemitismus klare Sache.

      Es wird aber heute weiter betrieben , mit anderen Methoden.
      nur vor ein Paar Jahrhunderte, hat man wenigstens in einigen Fällen , die lang ersehnte Ruhe tatsächlich bekommen.

      Die Araber und ihre “Anwälte” hingegen kennen keine Grenzen.

      Die Lösung Ihrer Frage :

      Die araber sollten die korruption bekämpfen und die massive Mittel , die sie bekommen effizienter einsetzen.
      Ihre saudische und qatarische Brüder sollten anstatt Geld für waffen auszugeben , ihre Brüder Helfen.
      Und alle , die sich die palästinensische Sache so zu Herzen genommen haben , sollten die Hälfte ihres Gehaltes für den Strukturaufbau in “Palästina” spendieren.

      Zen

      • Die meisten Kommentare wollen im Grunde nur die Besatzung, Vertreibung, Enteignung und Unterdrückung verteidigen und damit Zynismus, Recht zum Unrecht und Veracht gegenüber dem Bruder rechtfertigen. Ein Einlenken wurde die Grundlage des Staates Israels in Frage stellen.

        Israel tut nichts um gesunden und freundschaftlichen Beziehungen mit seinen Nachbarn eine Chance zu geben. Es wäre wichtiger für Israel sich um die Förderung der eigenen Demokratie und der Umsetzung der Menschenrechte zu kümmern, als darauf zu beharren als jüdischer Staat anerkannt zu werden. Gerechtigkeit kennt keine Grenzen zwischen Palästinensern und Israelis. Man würde es als natürlich und lebenswichtig empfinden Palästinensern zu Freiheit und Wohlstand zu verhelfen. Israel hat gegenüber den Palästinensern eine riesige Bringschuld. Das Wasserproblem ist ein Problem unter vielen.

      • Vom Standpunkt eines externen Beobachters aus, erscheinen die Verhältnisse, Ereignisse und Bedingungen wohl anders, als die Lebenswirklichkeit(en) der betroffenen Menschen, wie sie tatsächlich erlebt oder erlitten werden. Ich will daher bescheiden sein, weder auf absolutes Wissen, noch auf eine unumstößliche Wahrheit pochen, die es vielleicht gar nicht in der Form gibt. Mich berührt ausschließlich die Lebenssituation, die entweder Menschen gut leben lässt oder dieses gute Leben verhindert. Wenn ich lese oder höre, wie Entfaltung blockiert wird, empfinde ich das als etwas grundsätzlich Falsches, egal von wem das zu verantworten ist.
        Wenn einem Bauern Wasser in unzureichender Menge zugeteilt! wird, woanders hingegen, genügend und ausreichend Wasser fließt, empfinde ich das als falsch und folglich, als ungerecht. Bleiben wir doch an dem Punkt mal stehen, Zen. Kannst Du mir eine Antwort geben, die das Zuteilen des Wassers – wie im Beitrag zu sehen und zu hören ist – rechtfertigt? Überall dort, wo sich Unrecht breit macht, schwelen Unruhen, es kommt zu Konflikten und schließlich auch zu Übergriffen und gewaltsamen Auseinandersetzungen. Menschen wollen überleben, das ist ein Grundrecht.
        Wir sprechen hier und jetzt weder von Stromrechnungen noch von Gaslieferungen in der Zukunft, sondern von Wasser.
        Wie könnte eine bessere Zusammenarbeit von Israelis und Palästinensern in Zukunft aussehen? Wie ist Deine Vision von Zukunft in dieser Region, Zen?

        • @Thea

          Israel hat Milliarden investiert, um einen gewissen Wohlstand zu erreichen , auch in Entsalzungsanlagen und fortschritliche Bewässerungstechniken.

          Den Wohlstand haben sie sich verdient !

          Genau so wie Japaner ihr Bruttoinlandsprodukt von $46,707 mit harte Arbeit verdienen , erschaffen die Israelis ihren $35,833 BIP auch mit harte Arbeit.

          Komischerweise verlangen Sie persönlich kein Lexus und ein 4000 € 4k TV maid in Japan für Lau , oder doch ?

          Und ich habe auch nie gehört ,dass die Menschen in Polen alle ein gratis Mercedes von den Deutschen haben wollen , oder Gas , oder Maschinen.

          Israelis haben mehr Wasser , weil sie dafür arbeiten und bezahlen.
          wieso sollen sie , gezwungen werden es zu verschenken ?

          Israel ist eine freie Marktwirtschaft genau wie Deutschland, man verschenkt hart erarbeitetes nicht. Oder haben Sie je gehört , dass Deutschland ihre Maschinen Weltweit verschenkt ?

          Israel ist nicht verantwortlich für die Araber.
          Israel ist eine Insel umgeben von Feinden zu denen keine Wirtschaftsbeziehungen bestehen.

          Das Geld wird zu 100% außerhalb der Region verdient, wieso soll dann Israel für das wohlergehen einer verfeindeten Bevölkerung rundum auch noch wirtschaftlich aufkommen ?

          Die Zuteilung des Wassers , wie Sie es darstellen , ist nicht ungerecht , alles untersteht Marktwirtschaftlichen Regeln.

          Wer Geld hat , schlürft Champagne , wer keins hat Leitungswasser. So funktioniert die Welt nun mal.

          Es geht hier nicht , um Ungerechtigkeit oder Schuld. Der Entwicklungsstand der beiden Bevölkerungsgruppen ist nun mal verschieden.

          Während die Jungs und Mädels in Tel Aviv ihre Startups für Milliarden an Rakuten und Google verkaufen (Siehe Wirtschaftsnachrichten) verschwenden , die Araber ihr Leben mit anderen Dingen. Bedauerlich aber Israel kann nun wirklich nichts dafür.

          Genauso wenig kann Deutschland für schwache Industrien wie in Griechenland oder Portugal etc……
          Ergo können diese Länder ein Lebensstandard wie in deutschland auch nicht verlangen.
          Erst recht nicht im Namen der Gerechtigkeit.

          • Wie sieht Deine Vision von Frieden in der Region aus?
            Und sei es, die Wasserversorgung für alle Menschen in der Westbank sicher zu stellen.

            Thea

          • @Refporus Zen
            Sie gehen von falschen Voraussetzungen aus! Dazu drei Beispiele:
            „Israel ist nicht verantwortlich für die Araber.“
            Doch! Nach dem Völkerrecht ist eine Besatzungsmacht verantwortlich für die Sicherstellung von normalen Lebensbedingungen auf dem gesamten besetzten Gebiet. Die Macht wird ausgeübt durch die israelische Militärverwaltung. Die Ausbeutung von Bodenschätzen, dazu gehört Wasser, ist nur für die Militäreinheiten vor Ort nicht aber für die Verwendung im Staat Israel erlaubt. Die Ansiedlung von Bürgern israelischer Staatsangehörigkeit ist sowieso gegen das Völkerrecht.
            „Die Zuteilung des Wassers , wie Sie es darstellen , ist nicht ungerecht , alles untersteht Marktwirtschaftlichen Regeln.“
            Es gibt keinen freien Markt in den besetzten Gebieten. Der grenzüberschreitende Verkehr, ob Waren (dazu gehören auch Wasser, Energie und Kommunikation) oder Menschen, unterliegt der Zustimmung der Militärverwaltung und kann jederzeit ohne Rechtfertigung verweigert werden
            „Genauso wenig kann Deutschland für schwache Industrien wie in Griechenland oder Portugal etc…“
            Der Vergleich trifft nicht zu! Deutschland ist nicht Besatzungsmacht.

          • rbohi.

            da hast du voellig recht. israel ist fuer die araber auf dem kontrolliertem gebiet verantwortlich. aber das heisst nicht, dass es unbegrenzt kostenloses wasser liefern muss.

            “ausbaeutung der bodenschaetzen” ist eine luege, da israel das mehrfache liefert, was es vertraglich verpflichtet ist.

            kein palaestinenser unter israelischer kontrolle verdunstet, verhungert oder lebt unter freiem himmel. somit erfuellt israel seine pflicht als “besatzungsmacht”.

            “besatzungmacht” hat keine pflicht fuer freien markt zu sorgen.

            die siedler brechen kein voelkerrecht. hoert auf diese luege zu verbreiten. verboten ist nur die zwangsbesiedlung. keiner zwingt die siedler in samaria oder judea zu wohnen.

  12. Die Faktenlage ist doch sehr eindeutig, und am Ende(?) des Schlagabtauschs hier zur Wasserproblematik zwischen Israel und den Palästinensern, komme ich zu dem Schluss, dass Mr. Gvirtzman den Sachverhalt eindeutig und korrekt dargestellt hatte.

    Ich hoffe sehr, dass die Journalisten vor Ort allesamt den Ehrgeiz haben, sich künftig nicht mehr von unserem Laienforum belehren lassen zu müssen. Es darf einfach keine Berichterstattung geben, die an verifizierbaren Fakten vorbeigeht. Tendenziöser und populistischer Journalismus – vor allem zu diesem für Deutschland sehr sensiblen Thema – ist beschämend, skandalös und, wie ich finde, nicht hinnehmbar.

    Welche Rechtfertigung sollte es dafür geben??

      • @ Marion

        Zweifellos ein faszinierender Beruf, der grossen Mut und Chuzpe sowie hohe persönliche Belastbarkeit und Nerven wie Drahtseile erfordert. Daher bin ich für den Beruf leider ungeeignet. Der Männerüberhang unter Journalisten, besonders in Krisengebieten, ist ja kein Zufall.

        Glauben Sie denn, dass Reporter wider besseren Wissens nach persönlichem Gusto einseitig berichten (dürfen), oder ist es für mich an der Zeit, hinzunehmen, dass sie – doch – weisungsgebunden sind – hoch kompetent, jedoch zur Desinformation berufen?

        Ein Grund mehr… 🙁

  13. Liebe Blog-Redaktion,
    im Filmbeitrag lassen Sie eine Expertin zu Wort kommen, die Sie leider aber nicht benennen. Können Sie mitteilen, wen Sie zum Thema interviewt haben?
    Besten Gruß,
    K.

    • Unsere Expertin:
      Naama Baumgarten-Sharon, NGO Btselem
      Grüße
      Markus Rosch

      • aha… betselem also – eine extrem antiisraelisch NGO, welche eigene gelder fast zu 100 prozent aus dem ausland bezieht.

        aber was macht diese frau zu einer experting, welche es in die ard schaft? wie wird man zu einem experten? hat sie einen expertenausweis?

  14. Aha, die Expertin für Rosch heißt also Naama Baumgarten-Sharon und gehört zur Leitung von B`Tselem. Wie Ariel schon richtig geschrieben hat, ist B`Tselem eine linke NGO, die am Geldtropf ausländischer Finanziers hängt. Diese ausländischen Finanziers werden dafür auch von B`Tselem bestens bedient. Ich liste hier ein paar dieser Geldgeber auf:

    British Foreign and Commonwealth Office
    Catholic Relief Services (CRS)
    Christian Aid (Irland)
    DanChurchAid (Dänemark)
    Diakonia (Schweden)
    EED (Evangelischer Entwicklungsdienst, Deutschland)
    Europäische Kommission
    Royal Norwegian Embassy
    Inited Nations Development Programme
    u.s.w.

    Das sind alles Spender, die sich nicht so sehr um die von ihren eigenen Stammes- und Glaubensbrüdern ausgebeuteten und verfolgten Palis sorgen, sondern viel eher um die massenmedial herbeizuschreibende schlechte Presse für Israel. Für die sind Palis nur dann interessant, wenn Israel involviert ist.

    Ich habe noch nicht gehört, dass die Verheizung der Palis in Yarmouk (Syrien) oder sonst wo in arabischen Landen, diese linken, gehirngewaschenen Palifreunde zu internationalem Protest veranlasst hätte.

    Aber Herr Rosch muss schließlich selbst wissen, wer für ihn ein „Experte“ ist.

    PS: Ich halte Herrn Rosch zugute, dass er wenigstens die lecken Leitungen mit ins Bild genommen hat. Wenn sie ihm nicht bloß durchgerutscht sind, spricht das doch wieder für die noch nicht ganz aufgegebenen Regeln des Pressekodex in Bezug auf qualifizierten Journalismus.

  15. @Lily:
    Vielen Dank für deine höchst interessanten Beiträge zum leidigen Wasserthema. Die ARD-Berichterstattung über Israel folgt ihrer ganz eigenen Agenda. Das merkt ein sensibilisierter Seher, Hörer und Leser jetzt auch bei der einseitigen Berichterstattung über die Ukraine. Auch in Bezug auf die Ukraine wird eine gesteuerte Beeinflussung der öffentlichen Meinung verfolgt. Der Pressekodex scheint nicht mehr zu gelten. Wir sollten uns darauf einrichten. Solange das Internet noch genug Freiraum lässt, ist man ja auf Lohnschreiber der Massenmedien nicht unbedingt angewiesen.

    Jedenfalls sind viele deiner Beiträge höchst lesenswert. Danke. Und sie konterkarieren die teilweise sehr einseitige Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen ARD Teams in Tel-Aviv massiv.

    • Danke, @Caldonazzi, für Ihr trauriges Lob. Traurig aus zwei Gründen.

      1. Wir dürfen nicht erwarten, öffentlich-rechtlich ehrlich informiert zu werden.

      2. Die Wahrheit wird nicht wert-geschätzt.

      ad 1. „Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit.“ – Warum? Weil im Krieg Interessen verfolgt werden, eigene Interessen, die gegen die des Gegners durchgesetzt werden müssen. Wenn der Krieg beendet ist, die Kräfteverhältnisse geklärt sind und sich die Mächtigen siegreich durchgesetzt haben, kommen die Menschen wieder zur Ruhe. Es herrscht Frieden, und die Wahrheit hat eine Chance.

      Da wir in einer Welt (Epoche) leben, in der Interessen IMMER eine Rolle spielen und in der Macht ständig im Fluss ist, stirbt die Wahrheit jeden Tag aufs Neue. Wir kennen Zeiten der Waffenruhe bei gleichzeitiger Aufrüstung, Abschreckung, Bereitschaft für den Fall, dass, aber Frieden haben wir nicht.

      So, wie der Ehebruch im Kopf beginnt, nimmt auch der Krieg seinen Anfang in der Hochrüstung, der Propaganda und Bereitschaft zum Angriff (aka Verteidigung). „Krieg“ nennen wir es erst, wenn die Waffen sprechen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wahrheit bereits verloren und damit das Licht und die Hoffnung. Am Ende der Kämpfe kehren sie zurück.

      ad 2. Das ist eine bittere Einsicht für jemanden, der so sehr eins ist mit der Wahrheit wie ein anderer mit seinem sturen Wesen oder dem Bedürfnis nach Harmonie oder womit auch immer. Die einzige Wahrheit, die in Zeiten des Krieges wertgeschätzt wird, ist eine vernichtende Wahrheit über den Feind. Es ist zugleich die Wahrheit, mit der sich der wahrhaft Wahrheit-Liebende lieber zurückhält. Selbst das ist ohne Interesse, da es im Krieg unerheblich ist, ob über den Feind eine negative Wahrheit oder eine wahre Lüge bekannt wird, solange der Feind Feind bleibt.

      Und so muss die Wahrheitsliebe immer etwas bleiben, wofür ich gerne lebe, ohne davon leben zu können.

  16. @Ariel & Caldonazzi:

    Wer legt eigentlich fest, wer oder was “israelfeindlich” ist? Gibt es dafür (selbsternannte) “Experten” mit “Expertenausweis”?

    Legen die auch den “Expertenstatus” von bestimmter Blogger fest? Woher nehmen die die Gewißheit über die Kompetenz anonymer Blogger?

    Oder reichen ein paar israel-mainstream-konforme Beiträge hier im Blog?

    Wie kommen ANONYME Blogger auf das hohe Roß, andere ANONYME Blogger bewerten zu können/wollen?

    Frage ich mich immer ofter!

    Und daß NGOs von Spenden leben liegt im Sinn der Sache, sonst gäbe es die nicht. Was ist an den aufgelisteten Spendern verwerflich, außer daß sie offenbar keinen jüdischen Background haben? Einen arabischen konnte ich auf die Schnelle auch nicht feststellen! 😛

    Ich denke, die namentlich genannte ARD-Expertin weiß mehr über die Wasserprobleme in der Westbank als die hier immer wieder hochgelobte anonyme Bloggerin, sorry!

    Schönen Tag noch!

    Hanns

    • @ Hanns

      Anonyme Blogger sind nicht kompetenter als ihre Quellen und Erfahrungen, nicht wahr? ;-). Niemand bloggt hier, um sich damit einen Namen zu machen, Lob oder Preise zu gewinnen. Wir unterstützen dieses Forum, jeder auf die eigene Weise, entsprechend der persönlichen Kenntnis und Überzeugung. Nicht mehr und nicht weniger.

    • @Mufti:
      Dein Nick ist Programm. Meiner auch. Der Unterschied liegt darin, dass dein Nick islamisches Recht repräsentiert, das mit westlichem Rechtsverständnis unvereinbar ist und meiner den Widerstand gegen Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus ausdrückt. Ich nenne mich ganz bewusst Walter Caldonazzi. Und du nennst dich ganz bewusst Mufti. Wir wissen also, was wir voneinander zu halten haben. Die Fronten sind geklärt.

      Und dass das klar ist: Ich bewerte was ich will und wen ich will. Allerdings versuche ich diese Bewertung auch zu begründen. Und wie ist das bei dir, Mufti?

      Vielleicht solltest du auch deine diffuse Wortwahl etwas hinterfragen. Nicht jeder, der hier seine Kommentare schreibt, ist auch Blogger. Ich bin jedenfalls keiner. Solltest du einer sein, gib mir einen Hinweis auf deinen Blog. Ich werde ihn mit Interesse lesen, das kann ich dir versprechen. Ansonsten gilt: Wer irgendwo kommentiert, ist noch lange kein Blogger, und wer als Experte bezeichnet wird, ist noch lange kein seriöser Kenner der Materie.

      • “Dein Nick ist Programm. Meiner auch. Der Unterschied liegt darin, dass dein Nick islamisches Recht repräsentiert, das mit westlichem Rechtsverständnis unvereinbar ist und meiner den Widerstand gegen Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus ausdrückt. Ich nenne mich ganz bewusst Walter Caldonazzi.”

        Das ehrt Sie, aber beweist auch, was Sie von mir WISSEN: GAR NICHTS! Im Gegensatz zu ihnen habe ich mir keinen Nickname zugelegt, sondern es ist ein Name aus Zeiten, als man das noch Spitzname nannte. Und ich bekam ihn vor mittlerweile gut 40 Jahren von meinen Kommilitonen, da lag meine “Karl-May-Phase” schon einige Jahre hinter mir. “Damals[tm]” war der “Mufti” in der arabischen Welt typischerweise auch nur sowas wie ein Bürgermeister, ich habe das hier schon einmal geschrieben, bitte ggf. in alten Kommentaren nachlesen!

        “Nicht jeder, der hier seine Kommentare schreibt, ist auch Blogger. … Ansonsten gilt: Wer irgendwo kommentiert, ist noch lange kein Blogger, ” sprach der Caldonazzi!

        Könnte es sein, daß es dazu andere Ansichten gibt oder sind Sie die alleinige Kompetenz auf diesem Gebiet?

        @ all: Sorry für off topic, trotzdem schönen Tag noch!

        Hanns

  17. @Lilly:
    Wenn der Feind als solcher deklariert wird und alle zur Verfügung stehenden Mittel gegen ihn eingesetzt werden, ist das verständlich. Wenn aber ein Feind ausdrücklich zum Freund erklärt wird und trotzdem alles getan wird, um diesen erklärten Freund zu desavouieren, ist das höchst verwerflich. Aber genau das tun viele, die sich als Freunde Israels ausgeben und dennoch nichts unversucht lassen, um Israel durch Lügen und Halbwahrheiten in Misskredit zu bringen.

    Nicht nur im Krieg wird gelogen, was das Zeug hält. Auch im vermeintlichen Frieden geschieht nichts anderes. So ist das nun einmal. Und es war nie anders. Mit dem Wort Wahrheit gehe ich vorsichtig um. Ich halte es da ganz mit Joh. 18,38, wo er Pilatus fragen lässt: Was ist Wahrheit? Die Antwort wird nicht gegeben.

    Aber darum geht es in diesem Blog gar nicht. Hier wird nicht nach „Wahrheit“ gesucht. Warum auch. Journalisten sind keine Philosophen und brauchen es auch nicht zu sein. Es würde schon genügen, wenn sie nicht selbstherrlich ihren ganz eigenen ideologischen Filter einsetzten. Dazu gehört, dass eine Nachricht zwei voneinander unabhängige Quellen braucht oder dass auch die Stellungnahme der Gegenseite einzubeziehen ist. Kritische Distanz zum jeweiligen Thema ist dafür Grundvoraussetzung.

    Aber genau das lässt das Team der ARD in Tel-Aviv vermissen. Herr Rosch sucht sich eben jene Expertin, die seinen persönlichen Auswahlkriterien entspricht. Die Argumente der Gegenseite interessieren ihn erst gar nicht.

    Das ist eine ideologisch gefärbte und manipulative Berichterstattung. Ich wollte, wir hätten sie überwunden.

    • @ W. Caldonazi

      “Aber darum geht es in diesem Blog gar nicht. Hier wird nicht nach „Wahrheit“ gesucht.”

      Hier verstehe ich unter “Wahrheit” Nähe zur Realität, erklären und verstehen lassen, wie die Dinge wirklich sind. Wenn gegensätzliche Positionen in der Darstellung Raum finden, können wir dieser “Wahrheit”, die ich meine, näherkommen.

      “Nicht nur im Krieg wird gelogen, was das Zeug hält. Auch im vermeintlichen Frieden geschieht nichts anderes. So ist das nun einmal. Und es war nie anders.”

      Es gibt immer Interessen zu verteidigen…

      “Es würde schon genügen, wenn sie nicht selbstherrlich ihren ganz eigenen ideologischen Filter einsetzten. Dazu gehört, dass eine Nachricht zwei voneinander unabhängige Quellen braucht oder dass auch die Stellungnahme der Gegenseite einzubeziehen ist.”

      Ist es der eigene ideologische Filter oder ist es der Filter, den der Sender einbaut oder decken sich beide zufällig? – Der eine vermittelt die Einseitigkeit zähneknirschend und der andere im Brustton der Überzeugung.

      PS: Ein Buchstabe zu viel oder zu wenig kann einen grossen Unterschied machen. 😮

    • “wenn sie nicht selbstherrlich ihren ganz eigenen ideologischen Filter einsetzten”

      Meinen Sie, das ist selbstherrlich? Hat das Team der ARD in Tel-Aviv wirklich die Freiheit, persönliche Auswahlkriterien einzusetzen? Wenn dem so wäre, wäre das nicht so schlecht, dann wäre die “Hoffnung” nicht ganz verloren. Ich denke vielmehr, dass es bestimmte Vorgaben von oben gibt, das was Lily mal als (regierungs)linientreu bezeichnet hat. Wir könnten uns hier die Finger wund schreiben, an den Beiträgen der Korrespondenten wird sich nix ändern, weil sie sonst ihre Jobs verlieren, wenn sie “unangenehm” auffallen.

  18. Der Begriff des Besatzers – Besatzungsmacht sein -, enthüllt eine Tatsache, die wiederum auf die Probleme aufmerksam macht, die daraus resultieren. Wassermangel und eine willkürliche Wasserversorgung für die Palästinenser.
    Warum sollen Menschen für Wasser bezahlen, das ihnen weggenommen oder über das sie nicht selbständig verfügen dürfen (siehe Ökonomie, Ökologie)? Leider kommen hier im Blog keine Ingenieure zu Wort, wie die Wissenschaftlerin, die sich mit Herrn Rosch unterhält. Das ist sehr schade. Lasse Sie sie sprechen oder aber auch andere Wissenschaftler, die mit der Wasserwirtschaft zu tun haben. Sicher interessiert das all die anderen interessierten Leser und Schreiber. Keine ideologische Debatte, sondern einen sachlichen Diskurs, worin die Umstände, Ursachen und Probleme an den Tag gebracht werden. Im Video werden die Probleme und die Realität im Westjordanland anschaulich dargestellt. Über diese Missstände zu diskutieren, dadurch annähernd die Situation der Menschen zu begreifen, hilft, deren Unmut zu verstehen, aber auch ihr Durchhaltevermögen und Widerstand, dennoch zu bleiben.

  19. Ich wollte mit der Frage nach der Benennung der Expertin hier kein vermeintliches Experten-“Bashing” auslösen, betrachte ich mich doch tatsächlich selbst als “Experte”, da ich mich seit Jahren wissenschaftlich mit den Themen landwirtschaftlicher Bewässerung, Wassereffizienz und Bodenschutz im Nahen Osten auseinandersetze und mich auch immer wieder in der Region aufhielte. Wie hier in diesem oder Hr. Schneiders Blog immer wieder angesprochen wurde, ist gerade das Wasserthema ein heikles Politikum. In diesem Zuge musste ich wiederholt bei meinen Recherchen feststellen, dass es nicht möglich ist, wiederspruchsfreie Daten zu bekommen. Nicht nur, dass die offiziellen Angaben der jeweiligen Water Authorities sich (natürlich, könnte man meinen) nicht entsprechen, auch die Statistiken internationaler Organisationen, z.B. Weltbank oder FAO sind oftmals nicht deckungsgleich, zumal oft auch nicht ersichtlich ist, welche Methode zwecks Erstellung Anwendung fand. Selbiges gilt für Berichte von Amnesty, FoEME etc.. So ist es selbst für Wissenschaftler und Experten schwierig, denn Objektivität ist nicht herstellbar ohne die Verlässlichkeit externer Daten. Fakt ist, dass es ungleiche Bedingungen und Voraussetzungen im Zugang zu Wasser und Einstellungen im Umgang mit Wasser gibt, wie z.T. bereits in vorigen Kommentaren diskutiert. Die Ursachen hierfür sind jedoch hochkomplex und bestimmt nicht einseitig. Zum Einstieg für Interessierte empfehle ich eine einfache online-Recherche in den israelischen Tageszeitungen Haaretz und Jerusalem Post, die sich dem Thema “Wasser” kontrovers und kritisch zu nähern versuchen. Insbesondere letztere Zeitung versucht dabei auch “beide” Seiten zu Wort kommen zu lassen.